Korfu

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Die größte Strandvielfalt hat die der offenen See zugewandte Westküste Korfus zu bieten. Den Auftakt bildet das Kap Drástis im äußersten Nordwesten, wo Mutige von weißen Felsschollen aus ins Wasser steigen und bei ganz ruhiger See ein Stück weit unterhalb der weißen Sandsteinklippen entlangschwimmen können. Bei Peruládes führen Stufen vom Steilufer hinab zum langen, schmalen Sandstrand, der sich unter den Klippen entlangzieht. Kilometerlang sind die goldgelben Strandsicheln um die Buchten von Ágios Stéfanos und Ágios Geórgios Pagón. An der stark zergliederten Bucht von Paleokastrítsa hingegen verstecken sich die meisten der über zwanzig kleinen Strände zwischen Steilufern, sind nur mit dem Boot zu erreichen.

So verlockend die Strände auch sind: Das Inselinnere ist mindestens ebenso schön und abwechslungsreich. Viele schmale Straßen gleichen Achterbahnen, führen in stetem Auf und Ab zu immer neuen Aussichtspunkten. Außerhalb der Badeorte stoßen Sie auf zahlreiche kleine Dörfer, die nur wenige Fremde besuchen, wo die traditionelle griechische Gastfreundschaft noch immer gepflegt wird. In einem Kloster bei Lefkími kann es passieren, dass du von den letzten Nonnen noch zum Mokka eingeladen wirst, den die Schwestern wie viele Korfioten gern mit einem winzigen Schluck Ouzo verfeinern.

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Zahlreiche Kirchweihfeste zu Ehren der Schutzheiligen in den Dörfern der Insel
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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
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Anreise

1d 4h 13min
1d 3h 48min
2h 15min
Frankfurt am Main
Korfu
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Auftakt

Entdecken Sie Korfu!

Wo die Adria ins Ionische Meer übergeht, setzt die Maschine zum Sinkflug an. Erste griechische Inselzwerge grüßen von unten herauf. Dann steigt Korfu aus der See auf. Ganz oben im Nordwesten säumen schmale Sandstrände imposante Steilküsten, etwas weiter südlich umgreifen breite Sandstrände weite Buchten. Die Insel (112 000 Ew.) ist die nördlichste und mit 611 km2 die zweitgrößte der Ionischen Inseln.

Das Flugzeug sinkt tiefer, gleitet über dichte Teppiche aus Olivenwäldern hinweg, aus denen immer wieder Zypressen wie spitze Nadeln aufragen. Darin eingebettet träumen jahrhundertealte Dörfer auf Hügelkuppen, an Berghängen, in kleinen Tälern vor sich hin. Der Flug geht weiter, führt über die Inselhauptstadt hinweg. Deutlich sind der Hafen und die beiden venezianischen Burgen zu erkennen, die die venezianische Altstadt begrenzen. Auf der anderen Seite der Meerenge steigen die hohen Berge des griechischen und albanischen Festlands auf. Über dem Funkfeuer von Lefkími im flachen Süden wendet der Flieger, setzt zum Landeanflug an. Bald sinkt er unter die Kammlinie der grünen Küstenhügel, scheint die Dörfer am Ufer zu streifen. Die Maschine scheint wassern zu wollen, trifft aber genau den Aufsetzpunkt der Landebahn, die in eine Lagune hineingebaut wurde.

Das Erlebnis Korfu beginnt. Die Stadt, von den Griechen wie die ganze Insel Kérkyra genannt, ist vom Flughafen nur einen Spaziergang weit entfernt. Der Weg führt über die Uferpromenade direkt auf die Alte Festung zu, eine von fünf venezianischen Burgen der Insel. Vor dem Eingang breitet sich die weite Grünfläche der Esplanade aus. An deren Schmalseiten durften die Briten ihre Spleens ausleben: Ans eine Ende setzten sie einen Wasserspeicher in Form eines antiken Tempels, auf die andere einen stattlichen Palast für ihre Inselverwalter. Einer von ihnen steht, in eine altrömische Toga gewandet, als Denkmal davor.

Die Franzosen, die vor den Briten kurz über die Insel herrschten, schenkten ihr Sinnvolleres: eine Reihe von Straßencafés unter schattigen Arkaden. Da schlürfen die älteren Korfioten gern ihren griechischen Mokka, während die Jugend eisgekühlte Kaffeevarianten bestellt. Besonders viel ist dort am frühen Abend los, wenn die Korfioten ihre traditionelle Volta zelebrieren, an den Cafés entlang auf und ab spazieren, um zu sehen und gesehen zu werden. Tagsüber sind die breiten, mit Marmor gepflasterten Gassen zwischen Esplanade und Altem Hafen dichter bevölkert. Dann laden zahlreiche kleine Geschäfte unter Arkaden zum Shopping ein. Viele weitere Läden sind im ehemaligen Judenviertel der Altstadt, Evraikí, zu finden, während das größte Altstadtviertel Cambiéllo allein dem Wohnen vorbehalten ist.

Für eine Städtereise ist Kérkyra ganzjährig ein empfehlenswertes Ziel. Auf der übrigen Insel sind allerdings kaum Kulturgüter anzuschauen. Dass es davon auf Korfu so wenige gibt, hat zwei Gründe: Zum einen konnten bisher nur wenige Ausgrabungen stattfinden, weil die antiken Siedlungen heute mit Wohnhäusern überbaut sind, zum anderen war die Insel im antiken Griechenland ihrer Randlage wegen nie von großer Bedeutung.

Erst als die Venezianer 1386 Herren über die Insel wurden, gewann Korfu wegen der Nähe zur Adria an Gewicht. Die neuen Herren nutzten sie vor allem als Quelle für Olivenöl, das sie damals für Beleuchtungszwecke benötigten, und förderten darum den Olivenanbau nach Kräften. Den Venezianern haben es die Korfioten zu verdanken, dass sie nie unter türkische Herrschaft gerieten. Auf Korfu fehlt jeglicher türkisch-orientalische Einfluss. Auch das macht die Insel so anders: Nirgends stehen wie anderswo in Griechenland Moscheen. Der Volksmusik fehlt die orientalische Fremdheit der ägäischen Klänge, und auch in der Kunst sind die Ionischen Inseln, deren Hauptinsel Korfu ist, eigene Wege gegangen.

Im Sommer interessieren freilich die Strände die Urlauber am meisten. Sie säumen die Insel ringsum, sind so abwechslungsreich, dass jeder seinen Traumstrand findet. An der dem Festland zugewandten Ostküste, wo die meisten großen Badehotels stehen, werden sie fast ausnahmslos von Kies oder glatten Kieselsteinen gebildet, sind zwar manchmal mehrere Hundert Meter lang, aber immer sehr schmal. Viele Hotels direkt am Ufer bieten zum Ausgleich saftig grüne Liegewiesen rund um den Pool, Tavernen haben Liegestühle in ihre blumenreichen Gärten gestellt und Hängematten zwischen Bäumen gespannt. In geschützten Buchten ragen auch hölzerne Seebrücken in die Meerenge vor. Auf ihnen liegen Sonnenanbeter, steigen über Leitern ins Wasser. Einige dienen auch als Wassersportstationen. Die Ostküste ist ideal für Wasserskifahrer, fürs Parasailing und fürs Tretbootfahren – Surfer hingegen werden hier kaum glücklich werden. Dafür aber Familien mit Kindern, denn die Ufer fallen flach ab. In jedem Supermarkt erhältliche Badeschuhe erhöhen das Badevergnügen!

Wer einen langen, breiten Strand liebt, ist an der Nordküste besser aufgehoben. Da machen auch lange Strandspaziergänge Spaß, zumal am Ufer immer wieder einmal eine Taverne oder eine Lounge Bar zum Stopover einladen. Ihr Besuch lohnt besonders zur Zeit des Sonnenuntergangs, wenn der rote Feuerball irgendwo zwischen der letzten griechischen Insel, Othoní, und dem albanischen Festland im Meer versinkt.

Die größte Strandvielfalt hat die der offenen See zugewandte Westküste Korfus zu bieten. Den Auftakt bildet das Kap Drástis im äußersten Nordwesten, wo Mutige von weißen Felsschollen aus ins Wasser steigen und bei ganz ruhiger See ein Stück weit unterhalb der weißen Sandsteinklippen entlangschwimmen können. Bei Peruládes führen Stufen vom Steilufer hinab zum langen, schmalen Sandstrand, der sich unter den Klippen entlangzieht. Kilometerlang sind die goldgelben Strandsicheln um die Buchten von Ágios Stéfanos und Ágios Geórgios Pagón. An der stark zergliederten Bucht von Paleokastrítsa hingegen verstecken sich die meisten der über zwanzig kleinen Strände zwischen Steilufern, sind nur mit dem Boot zu erreichen.

In der Mitte der Westküste haben sich an einigen wenigen Stränden auch große Hotels angesiedelt: in Glifáda, Pélekas und Ágios Górdis. Danach wird es wieder einsamer. Der Strand auf der nördlichen Nehrung zwischen Meer und Chalikúnas-See ist nahezu menschenleer, in den Dünen von Ágios Geórgios Argirádon im Südwesten des Sees verlaufen sich die wenigen Badegäste in einer weiten Mini-Sahara. Im äußersten Süden setzt Kávos mit seinen schmalen Stränden den lautstarken Kontrapunkt: Da wird schon tagsüber Party gefeiert, ist Körpernähe am Strand gefragt.

So verlockend die Strände auch sind: Das Inselinnere ist mindestens ebenso schön und abwechslungsreich. Viele schmale Straßen gleichen Achterbahnen, führen in stetem Auf und Ab zu immer neuen Aussichtspunkten. Außerhalb der Badeorte stoßen Sie auf zahlreiche kleine Dörfer, die nur wenige Fremde besuchen, wo die traditionelle griechische Gastfreundschaft noch immer gepflegt wird. In einem Kloster bei Lefkími kann es passieren, dass Sie von den letzten Nonnen noch zum Mokka eingeladen werden, den die Schwestern wie viele Korfioten gern mit einem winzigen Schluck Ouzo verfeinern.

Bei Kirchenbesichtigungen erhalten Sie vom Küster oft unaufgefordert ein Stück gesegneten Brots, in einer Fischtaverne in Búkari dürfen Sie sich Ihren Nachtisch eigenhändig von den Obstbäumen im Tavernengarten pflücken. Solch kleine Gesten zeugen von menschlicher Wärme, die die Korfioten auch bei Besuchern zu schätzen wissen. So wird Ihr Urlaub viele freudige Erlebnisse für Sie bereithalten.

Praktische Hinweise

Anreise

Im Sommer bieten zahlreiche Fluggesellschaften Flüge nach Korfu an. Die Flugzeit beträgt ab Frankfurt/Main rund 160 Minuten. Der Flughafen von Korfu liegt am Stadtrand. Dort können Sie ein Taxi zum Hotel oder zum Fernbusbahnhof in Kérkyra nehmen. Ganzjährig gibt es Verbindungen über Athen.

Die Flugpreise variieren sehr stark. Manchmal sind Linienflüge über Athen sogar weitaus billiger als Charterflüge. Als relevante Websites für die Eigenrecherche sind zu empfehlen: www.lufthansa.com, www.olympicair.com, www.ageanair.com, www.aua.com, www.swiss.com, www.tuifly.de, www.airberlin.de und www.condor.de.

Im Sommerhalbjahr ist Korfu täglich mehrmals mit den italienischen Häfen Ancona, Bari, Brindisi oder Venedig verbunden. Die Fahrzeit nach Brindisi beträgt je nach Schiff 3,5 bis 8 Std., nach Ancona ca. 20, nach Venedig 29–36 Std. Wer Preise vergleichen will, geht auf www.gtp.gr, www.greekferries.gr, www.faehren.info, www.minoan.gr, www.anek.de, www.superfast.com, www.ventouris.de oder wendet sich an ein Reisebüro. Eine Bahn- oder Busanreise zu den italienischen Ausgangshäfen dürfte wohl nur in Ausnahmefällen infrage kommen. Auskunft über Fahrpläne und -zeiten finden Sie auf www.bahn.de und www.touring.de.

Auskunft
Griechische Zentrale für Fremdenverkehr Frankfurt

069 2578270

www.visitgreece.gr

www.corfuvisit.net

Geld & Banken

Landeswährung ist der Euro. Bargeld können Sie mit EC-, Maestro- oder Kreditkarte an vielen Automaten ziehen, Reiseschecks werden bei Banken und Postämtern eingelöst. Kreditkarten (vor allem Visa und Mastercard) werden zwar von vielen Hotels und Restaurants, aber nur von wenigen Tankstellen, Tavernen und Geschäften akzeptiert. Öffnungszeiten der Banken sind Mo–Do 8–14, Fr 8–13.30 Uhr.

Busse

Linienbusse sind das öffentliche Verkehrsmittel. Fahrkarten für die Stadtbusse müssen Sie vor Fahrtantritt am Kiosk, am Automaten oder im Hotel kaufen. Linie 2 fährt zum Fährhafen, nach Mon Repos und Kanóni, Linie 7 nach Dassiá, Linie 5 nach Kinopiástes, Linie 6 nach Benítses, Linie 8 nach Ágios Ioánnis, Linie 10 zum Achíllio, Linie 11 nach Pélekas, Linie 15 zum Flughafen. Linie 16 verbindet den Alten Hafen mit dem Kreuzfahrtterminal, solange Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen. Tickets für Fernbusse sollten Sie – wo möglich – bereits am Busbahnhof erwerben, sonst im Bus.

Camping

Wildes Zelten ist auf Korfu verboten. Es gibt auf der Insel 13 offizielle Campingplätze, die allerdings nur im Sommerhalbjahr geöffnet sind, darunter in Dassiá, Káto Korakiána und Róda je einen mit Pool.

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Konsulat

2661036816

Österreichisches Konsulat

Kérkyra2661043573

Schweizer Konsulat

2661081151

Diskotheken

Griechische Diskos öffnen meist erst gegen 22 oder 23 Uhr. Eintritt wird nur selten verlangt, dafür sind die Getränke teuer, z. B. kostet ein Longdrink zwischen 6 und 10 Euro, eine kleine Flasche Bier 3 bis 5 Euro. Alterskontrollen gibt es nicht.

Einreise

Zur Einreise genügt ein gültiger Personalausweis. Kinder unter 12 Jahren benötigen einen Kinderpass.

Eintrittspreise

Staatliche Museen gewähren Ermäßigungen für alle, die über 65 Jahre sind. Freien Eintritt erhalten Kinder und Jugendliche aus EU-Ländern und Studenten mit internationalem Studentenausweis. Für das Archäologische Museum, das Museum der Asiatischen Kunst, das Byzantinische Museum und die Alte Festung ist an den Kassen ein Kombiticket zum ermäßigten Preis von 8 Euro erhältlich. Sie sparen damit 4 Euro gegenüber dem Kauf der jeweiligen Einzeltickets. Das Kombiticket erhalten Sie an den Kassen aller drei Museen und der Alten Festung.

In Kirchen und Klöstern wird kein Eintritt erhoben, Spenden sind dort jedoch immer sehr willkommen. Die dezenteste Form ist der Kauf von Kerzen, um diese dann mit einer Fürbitte vor einem Heiligenbild zu entzünden.

Fotos & Filme

Digitale Fotos kann man in fast allen Fotogeschäften auf CD brennen lassen oder selbst in den Internetcafés brennen. Speichermedien und Akkus sind in den Fotogeschäften erhältlich, aber teuer. Gleiches gilt für Filme und Batterien. Für Filmaufnahmen in Museen ist oft eine Gebühr zu zahlen, Fotos mit Stativ oder Blitz sind genehmigungspflichtig. In Kirchen wird Fotografieren ungern gesehen.

Gesundheit

Eine medizinische Grundversorgung mit gut ausgebildeten Ärzten ist gewährleistet. Es mangelt jedoch oft an apparativen Hilfen. In Kérkyra hat das staatliche Krankenhaus ein niedriges Niveau. Schwierige Fälle werden nach Athen geschickt. Bei schwereren Krankheiten oder Verletzungen sollten Sie besser nach Hause fliegen.

Die Behandlung in Notfällen ist im Krankenhaus und in den staatlichen Gesundheitszentren (ESY, National Health Centre) kostenlos. Bei Vorlage der von der eigenen Krankenkasse ausgestellten European Health Insurance Card ist theoretisch auch die Behandlung bei niedergelassenen Kassenärzten kostenlos. In der Praxis ist das aber kompliziert und zeitraubend. Dringend anzuraten ist eine Auslandskrankenversicherung, den Arzt frei zu wählen, bar zu bezahlen und die Rechnung hinterher bei der Versicherung zur Erstattung einzureichen.

Apotheken sind gut bestückt, führen aber nicht immer Pharmaka deutscher Herkunft. Viele, anderswo nur mit Rezept erhältliche Markenarzneien sind in Griechenland um ein Vielfaches preiswerter als in anderen Ländern, so z. B. bekannte Schmerz-, Sodbrand- und Herpesmittel. Ihr Import ist zum Schutz der Gewinne der Pharmaindustrie nur in kleinen Mengen zum Eigengebrauch gestattet.

Mücken machen auch vor Korfu nicht halt. Ein Mückenschutzmittel gehört ebenso in die Reiseapotheke wie eins gegen Insektenstiche. Beim Tritt auf einen Seeigel schützen Badeschuhe. Dem Menschen gefährliche Giftschlangen und Skorpione gibt es auf der Insel nicht.

Internetcafés & WLAN

Internetcafés gibt es in fast jedem Urlaubsort. Entspannt surfen können Sie im Netoikos (tgl. 10–24 UhrOdós Kalogerétou42661047479) nahe der Kirche Ágios Spirídonas in der Altstadt von Kérkyra.

WLAN nennen die Griechen WiFi (gesprochen Wai-Fai). Fast alle Hotels bieten für Gäste mit eigenem Laptop einen WLAN-Zugang zumindest in der Lobby. Gebührenpflichtig ist er nur in manchen ohnehin teuren Hotels. Auch immer mehr Cafés, Bars und Tavernen bieten ihren Gästen diesen Service kostenlos an, die Übertragungsrate ist meist sehr hoch.

Mietfahrzeuge

Fahrräder, Mopeds, Motorroller, Motorräder, Jeeps und Pkws können Sie in allen Urlaubsorten auf Korfu mieten. Einen Opel Corsa bekommen Sie ab 35 Euro/Tag. Wenn Sie ein Auto oder Motorrad mieten wollen, müssen Sie meist mindestens 23 Jahre alt sein. Achtung: Auch bei einem Auto mit Vollkaskoversicherung sind Schäden an den Reifen und an der Unterseite des Fahrzeugs nicht versichert. Bei jedem auch noch so kleinen Unfall ist die Polizei zu rufen, da die Versicherung sonst nicht zahlt. Und wer ein Moped mietet, sollte auch an heißen Tagen Jeans tragen: Sie mildern die Folgen leichter Stürze erheblich!

Tankstellen gibt es auf der Insel in großer Zahl, alle führen bleifreies Benzin und Diesel. Die meisten Tankstellen sind täglich etwa 8–20 Uhr geöffnet. Selbstbedienung ist hier unüblich, auch Münztankstellen sind selten. Der Benzinpreis ist deutlich höher als in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt in geschlossenen Ortschaften 50 km/h und auf Landstraßen 90 km/h. Anschnallpflicht besteht auf den Vordersitzen. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Motorradfahrer bei 0,2. Die Bußgelder für Verkehrssünden sind drastisch. Von Falschparkern verlangt die Polizei mindestens 60 Euro, die in einer auf dem Strafzettel genannten Behörde bezahlt werden müssen.

Notruf

112 für Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen; 171 für Touristenpolizei.

Post

Postämter gibt es in der Stadt Kérkyra und in allen größeren Dörfern. Die Postlaufzeit nach Mitteleuropa beträgt etwa 3–7 Tage. Größere Postämter halten stets auch eine kleine, oft originelle Auswahl an philatelistischen Souvenirs bereit. Öffnungszeiten: Mo–Fr 7.30–15 Uhr.

Reisezeit & Klima

Die Reisesaison dauert auf Korfu etwa von Mai bis Oktober. In den übrigen Monaten sind viele Hotels und die meisten Restaurants außerhalb der Inselhauptstadt geschlossen. Im Mai kann das Wasser zum Baden noch zu kühl sein, dafür blüht es in diesem Monat am schönsten. Im Herbst ist das Wasser angenehm warm, aber die Vegetation ist weitgehend verblüht und verbrannt. Zwischen Juni und September fällt kaum Regen, aber oft wehen kräftige Winde.

Die Hauptstadt Kérkyra ist aber auch als Winterreiseziel durchaus reizvoll. Es gibt dann so gut wie keine Urlauber hier. Dafür haben die Einheimischen Zeit, in Tavernen zu feiern. In Bars, Restaurants und Cafés brennt Feuer im offenen Kamin – und die Museen haben Sie ganz für sich allein.

Sprache

Die Griechen sind stolz auf ihre Schrift, die von keinem anderen Volk der Erde geschrieben wird. Für Aufschriften und Ortsschilder wird häufig zusätzlich unsere lateinische Schrift verwendet. Trotzdem ist es hilfreich, die griechischen Buchstaben zu kennen. Die richtige Betonung ist fürs Verstandenwerden wichtig. Betont wird der Vokal, der den Akzent trägt. Die im Kartenteil dieses Reiseführers verwendete Umschrift entspricht der offiziellen UN-Vereinbarung, wird in Griechenland selbst jedoch kaum benutzt. Der Textteil orientiert sich an der vor Ort üblichen Aussprache und Schreibweise.

Strom

Auf Korfu gibt es 220 Volt Wechselstrom wie bei uns. Unsere Stecker passen fast immer.

Taxi

In Kérkyra gibt's reichlich Taxis. Sie können sie auf der Straße anhalten, an Halteplätzen besteigen oder telefonisch rufen. Die staatlich festgesetzten Preise sind vergleichsweise niedrig (z. B. Flughafen–Stadtzentrum 8–12 Euro). Achten Sie aber darauf, dass der Taxifahrer innerhalb der Stadt den Tarif 1 einstellt; der höhere Tarif 2 gilt nur für Überlandfahrten!

Außerhalb der Stadt heißen die Taxis offiziell agoraion. Ihre Preise sind mit denen der Taxis identisch; sie verfügen jedoch über kein Taxameter. Abgerechnet wird nach Entfernung und Festpreistabelle.

Telefon & Handy

Kartentelefone sind weit verbreitet. Telefonkarten zum Preis von 4 Euro sind in den Büros der Telefongesellschaft OTE und an vielen Kiosken erhältlich.

Alle griechischen Telefonnummern mit Ausnahme einiger Notrufnummern sind zehnstellig. Eine Ortsvorwahlnummer gibt es nicht. Griechische Handynummern beginnen immer mit einer Sechs. Vorwahlen: Griechenland 0030, dann die Rufnummer. Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, dann die Ortsvorwahl ohne Null.

Handys werden viel genutzt. Außer in manchen Tälern ist die Flächendeckung gut. Mit einer griechischen Prepaid-Karte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Sie sind in den zahlreichen Shops der Telekommunikationsunternehmen wie Cosmote, Vodafone und Wind erhältlich. Beim erstmaligen Kauf einer griechischen Prepaid-Karte ist eine Registrierung unter Vorlage des Personalausweises notwendig. Karten fürs Nachladen gibt es auch an vielen Kiosken und in Supermärkten.

Trinkgeld

Handhabung wie bei uns, mindestens aber 50 Cent. Im Restaurant lässt man Trinkgeld beim Gehen auf dem Tisch liegen.

Zeit

In Griechenland ist es ganzjährig eine Stunde später als bei uns.

Zeitungen

Ausländische Presse ist auf Korfu meist mit einem Tag Verspätung erhältlich. Im Land selbst erscheint die deutschsprachige Wochenzeitung Griechenland-Zeitung (www.griechenland.net) jeweils mittwochs.

Zoll

Waren zum persönlichen Gebrauch können von EU-Bürgern zollfrei ein- und ausgeführt werden (u. a. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen, 90 l Wein). Für Schweizer gelten erheblich kleinere Freimengen: z. B. 200 Zigaretten und 1 l Spirituosen sowie 2 l Wein.

Besondere Zollvorschriften gelten auch für Mitbringsel von Tagesausflügen nach Albanien: So dürfen von dort maximal 40 Zigaretten, 1 l Spirituosen oder 2 l Wein eingeführt werden.

Was kostet wie viel?

Taxi

1,17 Euro pro Überlandkilometer

Kaffee

2,50 Euro für eine Tasse Kaffee

Tretboot

10 Euro pro Stunde

Wein

3,50 Euro für ein Glas Wein

Snack

2,20 Euro für Gýros am Imbiss

Benzin

1,70 Euro für einen Liter Super

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

6. Januar

Taufe Jesu

19. Februar 2017

Rosenmontag

25. März

Nationalfeiertag

14. April 2017

Karfreitag

16./17. April 2017

Ostern

1. Mai

Tag der Arbeit

21. Mai

Anschluss der Ionischen Inseln an Griechenland

4./5. Juni 2017

Pfingsten

15. August

Mariä Entschlafung

28. Oktober

Nationalfeiertag

25./26. Dezember

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen
6. Januar

Fest der Wasserweihe und der Taufe Jesu: In allen größeren Orten ziehen Prozessionen ans Meer. Dort wirft ein Priester ein Kreuz ins Wasser; der Jüngling, der es herausholt, hat das ganze Jahr über viel Glück.

Februar/März

An den drei Sonntagen und dem Mittwoch vor Rosenmontag Karnevalsumzüge in Kérkyra

Rosenmontag

Ausgelassene Stimmung, Musik und Tanz in Messongí

Karfreitag

Ab nachmittags Prozessionen in allen Dörfern und in der Stadt

Ostern

Ostersamstag: Vormittags werfen die Korfioten von Balkonen und aus Fenstern entlang der Hauptgassen der Altstadt Hunderte mit Wasser gefüllte Tonkrüge aufs Pflaster. Das Ganze gerät zum Volksfest mit viel Musik und manchmal auch Tanz.

Um 23 Uhr großer Auferstehungsgottesdienst in allen Kirchen, anschließend Feuerwerk

Ostersonntag: In allen Dörfern drehen sich Lämmer am Spieß, großes Festessen im Kreis der ganzen Familie.

Mai

20. und 21. Mai: Kirchweihfest zu Ehren der Heiligen Konstantin und Helena in Nímfes

Juni

Zum Schuljahresabschluss führen Schüler von Tanzschulen im Stadttheater an mehreren Abenden Folkloretänze vor.

Anfang Juni – Mitte August

Im Rahmen des International Festival of Corfu finden an etwa 30 Abenden Konzerte der verschiedensten Musikrichtungen von Rock bis Klassik, vom Chorgesang bis zum Piano-Rezital an historischen Orten wie der Alten Festung, der Georgskirche und in der zur Universität gehörenden Ionian Academy statt. Der Eintritt ist fast immer frei.

Mitte Juli

16./17. Juli: Kirchweihfest in Benítses mit Musik, Tanz und zahlreichen kleinen Geschenken für die Besucher

Dreitägiges Kulturfestival mit Theater und Konzerten in der Festung Gardíki am vorletzten Juliwochenende

August

10. Aug.: Livemusik, Bootsprozessionen und Folklore im Rahmen des Barkarole-Fests im Stadtteil Garítsa

14./15. Aug.: Kirchweihfeste mit Musik und Tanz in Kassiópi und Paleokastrítsa

23./24. Aug.: große Kirchweihfeste mit Musik und Tanz in den Dörfern Ágii Déka und Pélekas

Im Trend

Hellas Sirtáki
Aufschwung für den Traditionstanz

Lange Zeit war Sirtáki nur etwas für die Locals und wurde auf traditionellen Festen getanzt. Jetzt heißt es auch zu anderen Anlässen in einer Reihe aufstellen, Arme ausbreiten, und los geht es. Im Luna d'argentoAno Korakianawww.lunacorfu.com finden mehrmals wöchentlich Abende mit Livemusik und professionellen Tänzern statt, die gern zeigen, wie es geht. Zu den Lokalmatadoren zählt die Gruppe , die auch Unterricht gibt www.alios-corfu.com. Ganz klassisch wird der Sirtáki auf der Terrasse der Bar Golden Beacham Strand von Moraítikawww.goldenbeachbar.com aufgeführt. Nach den Profis sind die Zuschauer dran. Der Film „Alexis Zorbas“ machte den Tanz weltberühmt – und Jane Fonda und Anthony Quinn, die ihn im Trípaam Dorfplatz von Kinopiásteswww.tripas.gr tanzten, zu wahren Profis.

Britisches Erbe
Korfu schwingt den Schläger

Im 19. Jh. haben die Briten das Kricketspiel nach Korfu gebracht. In den letzten Jahren erwachte es zu neuem Leben. Auch die jungen Korfioten greifen jetzt immer häufiger zu Ball und Schläger. Sonntagnachmittags werden in Kérkyra auf dem kurz getrimmten englischen Grasstreifen die Schläger geschwungen – den Profis und Amateuren schaut man dann bequem vom Café auf der Esplanade zu. Nachhilfe in Regelkunde geben die passionierten Spieler nur zu gern beim entspannten Plausch im Schatten. Nur in den allzu heißen Sommermonaten fallen die Kricketturniere aus. Selbst ein Internationales Schülerturnier, an dem Mannschaften aus Korfu, Bulgarien, England, Indien und Südafrika teilnehmen, findet jährlich im April auf dem Eiland statt. Organisiert wird es von der Hellenic Cricket Foundationwww.cricket.gr, die ihren Sitz ebenfalls auf Korfu hat.

Frisch aus dem Garten
Selbstversorger

Dass Hausgemachtes am besten schmeckt, ist auch auf Korfu angekommen. Am liebsten werden frische Produkte aus dem eigenen Garten wie im Restaurant EtruscoKáto Korakiánawww.etrusco.gr verarbeitet. 2010 hat der renommierte Koch Ettore Botrini einen Garten angelegt, wo er Zutaten für seinen Etrusco-Salat mit frischen Kräutern und Blumen oder Gerichte mit vielversprechenden Namen wie Lamm mit süßem Knoblauch und Koum Kouáts anpflanzt. Unbedingt probieren: Wurst und Salami aus eigener Herstellung. Auch Kostas und Agathi Vlassi greifen auf Produkte ihres Hofs zurück. In ihrem Hotel Restaurant Bioporosbei Vrakaniotikawww.bioporos.gr werden zum Frühstück frische Eier und im Holzofen gebackenes Brot serviert. Zum Lunch und Dinner gibt es authentische Gerichte nach altem Rezept. Alle Produkte ihrer 4 ha großen Farm sind bio.

Ski ohne Schnee
Übers Wasser gehen

Wasserski war gestern. Sportliche brauchen kein Boot mehr, um sich mit Skiern auf dem Wasser zu bewegen. Die Aqua Striders von Niko Gatsios machen es möglich. Mit den luftgefüllten Skiern gleiten Abenteurer mit 5 bis 10 km/h übers Wasser – und das ganz ohne Hilfe eines Motors. Skistockähnliche Stangen, an deren Enden Schwimmbojen befestigt sind, oder einfache Paddel helfen, die Balance zu halten. Die sportliche Innovation, die schon auf der Aufsehen erregte, können Interessierte beim Corfu Ski Clubwww.corfuskiclub.com am Hotel Daphnila Bay ThalassoDassiá und am Dassiá Beach testen.

Bloss nicht

Zu spärlich bekleidet sein

Am Strand und in den Badeorten haben sich die Griechen an nackte Haut gewöhnt. In den Binnendörfern aber machen sich viele Urlauber durch allzu knappe Bekleidung häufig lächerlich. In Kirchen und auch Klöstern müssen Sie Knie und Schultern bitte bedeckt halten.

Wie die Paparazzi auftreten

Viele Griechen lassen sich gern fotografieren, hassen aber jene Urlauber, die sich wie Jäger auf Fotopirsch aufführen. Bevor Sie auf den Auslöser drücken, sollten Sie daher mit einem Lächeln das Einverständnis Ihres Gegenübers einholen.

Brandgefahr unterschätzen

Die Waldbrandgefahr auf Korfu ist groß. Raucher werden um besondere Vorsicht gebeten.

Einschüchtern lassen

Reiseleiter leben auch von Provisionen. Die meisten informieren zwar offen und ehrlich – manche schwarze Schafe versuchen ihren Gästen jedoch Angst einzuflößen, damit sie den Mietwagen bei ihnen buchen und an organisierten Ausflügen teilnehmen, statt mit dem Linienbus oder Taxi zu fahren. Korfu ist eine in jeder Hinsicht ungefährliche Insel – Angst vor Einheimischen braucht hier niemand zu haben.

Nach Konkurrenten fragen

Griechen sind ziemlich ehrlich. Aber fragen Sie nie in einer Taverne nach einer anderen – man wird Ihnen erzählen, es gebe sie nicht, der Wirt sei gestorben oder die Polizei habe sie geschlossen.

Schuhe zum Wandern vergessen

Auch auf kleinen Wanderungen sollte man keine Sandalen, sondern mindestens festere Turnschuhe tragen. Die Wege sind oft steinig und rutschig. Außerdem gibt es Schlangen, die zwar selten und scheu sind, aber man weiß ja nie. Lange Hosen schützen vor Dornen.

Den Asphalt verlassen

Wer mit dem Mietwagen den Asphalt verlässt, fährt ohne Versicherungsschutz und muss jeden Schaden selbst bezahlen. Schäden an der Wagenunterseite und an den Reifen sind auf Korfu grundsätzlich nicht von Versicherungen gedeckt!

Sich vom Fischpreis überraschen lassen

Frischer Fisch ist in Griechenland in Restaurants und Tavernen schon seit Langem extrem teuer. Er wird oft nach Gewicht verkauft. Man sollte sich den Kilopreis nennen lassen und beim Auswiegen dabei sein, um beim Bezahlen unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Stichworte

Agía, ágii, ágios

Die drei Wörter Agía, Ágii und Ágios begegnen Ihnen auf der Insel immer wieder. Sie sind Teil von Orts- und Kirchennamen, kommen in den Namen von Fischerbooten und Fähren vor. Agía heißt Heilige, Ágios Heiliger, Ágii ist die Mehrzahl von beiden. Steht Moní (Kloster) davor, benutzt man oft die Genitivformen Agias, Agíou und Ágion. Der Gottesmutter Maria gebührt ein besonderer Ehrenname. Sie ist die Panagía, die Allheilige.

Aus- und Umsteiger

So mancher Urlauber träumt nach seinen Ferien auf Korfu davon, sich eines Tages ganz hier niederzulassen. So leben denn zurzeit etwa 800 Deutsche und noch sehr viel mehr Briten ständig auf der Insel. Solange Ausländer hier nur Geld ausgeben und nicht versuchen, ein Geschäft oder ein Lokal aufzumachen, sind sie den Korfioten herzlich willkommen. Machen sie den Einheimischen aber mit einem Unternehmen unmittelbar Konkurrenz, müssen sie mit vielen Schwierigkeiten von häufigen Betriebskontrollen bis hin zu Sachbeschädigungen rechnen. Nur wer innovativ ist und das Angebot der Region um bisher nicht Dagewesenes ergänzt, hat hier eine Chance, akzeptiert zu werden.

Bauwut

Ein befremdliches Charakteristikum auf Korfu sind die vielen unvollendeten Bauten. Zwei Gründe sind dafür maßgeblich: Die Griechen misstrauen seit Langem ihren Banken und der Stabilität der Währung – nicht erst seit der Währungskrise. Also legen sie ihr Erspartes lieber in Immobilien an. Da das aber oft nicht ausreicht, um den geplanten Bau in einem Zug zu vollenden, werden die Arbeiten ausgeführt, bis das Geld ausgeht. Zudem fühlen sich viele Griechen noch immer verpflichtet, ihren Kindern zumindest eine Wohnung mit in die Ehe zu geben. Also plant man das schon mit ein, wenn die Kinder noch klein oder gar nicht geboren sind – zum Ansparen der Mittel für den Ausbau des Familiensitzes bleibt dann ja immer noch genügend Zeit.

Bürgerkrieg

Griechenland hat im vergangenen Jahrhundert stärker unter Kriegen gelitten als viele andere europäische Länder: 1904–08 Krieg gegen Bulgarien, 1912–22 Erster und Zweiter Balkankrieg, Erster Weltkrieg und Feldzug in Kleinasien gegen die Türkei und schließlich 1940–49 Zweiter Weltkrieg sowie Bürgerkrieg. In Letzterem standen sich Kommunisten und von den Briten unterstützte Bürgerliche gegenüber, die zuvor gemeinsam als Partisanen gegen die Deutschen gekämpft hatten. In jedem Ort auf Korfu stehen Gefallenendenkmäler, die die Namen der Toten aus diesen vielen Kriegen auflisten, Soldatenfriedhöfe zeugen sogar von serbischen und französischen Opfern.

Byzanz

Statt vom Mittelalter sprechen Historiker in Bezug auf Griechenland meist von der byzantinischen Zeit. Sie fällt recht genau mit dem Mittelalter zusammen, beginnt mit Kaiser Justinian im 6. Jh. und endet mit der Eroberung Konstantinopels durch die Türken im Jahr 1453. Konstantinopel – das heutige Istanbul – war die Hauptstadt jenes Reichs, das einst bis zur Straße von Gibraltar und weit nach Vorderasien und Nordafrika hineinreichte. Auch Korfu gehörte ihm bis zu Beginn des 13. Jhs. an.

Fauna

Hunde und Katzen sind die Tiere, denen Sie auf Korfu am häufigsten begegnen. Wild lebende Säugetiere hingegen sind selten geworden. Eher als Opfer des Straßenverkehrs als lebend sehen Sie gelegentlich Füchse, Marder, Igel und Wiesel. Reichhaltiger ist die Vogelwelt mit Pirol, Wiedehopf, Eichelhäher und Kauz, Schwalben und Mauerseglern. In einsamen Bergregionen sind manchmal Bussarde und Falken zu sehen, an den flachen Küsten Reiher. Unter den Schlangen, denen Sie beim Wandern begegnen, sind nur die Sandottern giftig. Ungiftige Arten sind die Zorn-, Eidechsen- und Schlanknatter. Landschildkröten sind häufig, Skorpione selten. Im Frühsommer leuchten Glühwürmchen. Das Meer ist durch Überfischung fischarm geworden. Wer Glück hat, sieht Delphine.

Ferien

Die griechischen Sommerferien dauern von Mitte Juni bis Mitte September. Haupturlaubsmonat aber ist der August, und zumindest vom 1. bis 20. August hält es kaum einen Griechen zu Hause. Fast alle strömen ans Meer, viele auf die Inseln. Auch zahlreiche Italiener machen dann hier Urlaub. In dieser Zeit ist es schwierig, ohne Reservierung eine Unterkunft zu bekommen.

Flaggen

Neben der weiß-blauen griechischen Nationalflagge wird vor Kirchen häufig eine zweite Flagge gehisst: die offizielle Fahne der griechischen Orthodoxie. Auf gelbem Grund zeigt sie den schwarzen, byzantinischen Doppeladler.

Ikonen

Ikonen sind die Tafelbilder mit Heiligen und biblischen Ereignissen der orthodoxen Kirche. Sie finden sie in allen Gotteshäusern, aber auch in Autos, Bussen, Geschäften, Restaurants und Wohnungen. Neben klassischen Ikonen, wie sie überall im ehemals byzantinischen Raum zu finden sind, hängen in Kirchen und Museen Korfus auch als Ikonen bezeichnete Gemälde, die unter dem Einfluss des italienischen Kunstgeschmacks entstanden sind und westlicher Sakralmalerei ähneln. Sie werden von den Gläubigen wie jede andere Ikone behandelt, obwohl ihnen alle Kriterien echter Ikonen (z. B. die Beschriftung oder der Verzicht auf die Zentralperspektive) fehlen.

Der klassische Ikonenmaler muss sich auch heute noch streng an uralte Regeln halten. Er hat nur wenig Freiheiten. Phantasie und künstlerische Kreativität sind nicht gefragt, nur sein handwerkliches Geschick. Das führt dazu, dass sich viele Ikonen gleichen, ganz egal, aus welchem Jahrhundert sie stammen.

Alle Ikonen gelten allgemein als „Tore zum Himmel“. Sie bringen den Heiligen ins Haus, machen ihn präsent. Seine dem Betrachter fast immer frontal zugewandten Augen schaffen den Zugang, über den der Geist des Gläubigen mit dem des Dargestellten in Verbindung tritt. Deswegen genießen Ikonen große Verehrung. Sie werden geküsst, mit Edelmetall, kostbaren Vorhängen und Uhren geschmückt oder bei Prozessionen um die Kirche, durch den Ort, durch Felder und Olivenhaine getragen.

Krise

Seit der Offenbarwerdung der hohen griechischen Staatsverschuldung und der damit einsetzenden Wirtschafts- und Finanzkrise hat vor allem das einfache griechische Volk schwere Lasten aufgebürdet bekommen. Löhne und Renten wurden gekürzt, viele Steuern kräftig erhöht, Sozialleistungen beschnitten. Die Jugendarbeitslosigkeit erreicht fast 50%. In Athen kommt es deswegen zu vielen Protesten, im ganzen Land wird häufig gestreikt. Als Urlauber ist man davon aber selten betroffen, von Deutschfeindlichkeit kann keine Rede sein. Man sollte nur besser seine Rückreise nicht auf den allerletzten Urlaubstag legen, denn Seeleute legen häufiger für ganze Tage, Fluglotsen gelegentlich für 4–6 Stunden die Arbeit nieder. Ansonsten aber weiß man auf Korfu, dass nur der Tourismus der Insel helfen kann.

Kioske

Kioske, auf Griechisch in der Einzahl períptero genannt, stehen in Kérkyra auf fast jedem Platz und in den Dörfern an vielen größeren Kreuzungen. Meist sind sie jeden Tag von frühmorgens bis spätnachts geöffnet und bieten alles feil, was man dringend brauchen könnte: Zeitungen, Zigaretten, Süßigkeiten, Batterien und Telefonkarten, Zahnbürsten und Kämme, Kondome und vieles mehr.

Kombolói

Viele Griechen – und damit auch Korfioten – tragen stets ein kombolói bei sich, ein dem Rosenkranz ähnliches Kettchen. Es hat jedoch keinerlei religiöse Bedeutung, sondern dient nur dem Zeitvertreib als Fingerspiel oder Glücksbringer. Die Griechen haben es vermutlich als eine Abwandlung der islamischen Gebetskette übernommen.

Losverkäufer

Losverkäufer gehören zum korfiotischen Straßenbild wie orthodoxe Priester oder Kioske. Zwei Arten von Losen stehen zur Auswahl: Rubbellose mit sofortigem Gewinnentscheid und Lose der Staatslotterie, deren Gewinnnummern montagabends gezogen werden.

Ökobauern & Olivenwälder

Es gibt auf Korfu durchaus eine Reihe von Bauern, die gern biologisch produzieren würden, zumal dafür bessere Absatzchancen und höhere Preise erwartet werden können – vor allem bei Wein und Olivenöl. Doch die Hürden sind für viele zu hoch, da sie selten die Mindestabstände zu den Feldern und Hainen der Chemiebauern einhalten können und da es bis heute auf der ganzen Insel keine einzige Ölpresse gibt, die nur ökologisch angebaute Oliven verarbeitet. Zumindest aber wurde das flächendeckende Besprühen der Olivenwälder aus der Luft mit Schädlingsbekämpfungsmitteln eingestellt, sodass jeder Bauer für sich entscheiden kann, was er auf seinem Grund und Boden an Düngestoffen und Chemikalien zulassen will.

Wie intensiv der Olivenanbau auf Korfu betrieben wird, sehen Sie insbesondere im Landesinnern. Dort winden sich die Straßen durch uralte Olivenwälder, in denen sich das Licht in den dichten Kronen der knorrigen Bäume verfängt. Schwarze Netze sind oft auf dem Boden ausgelegt oder in Astgabeln aufgerollt, steigern noch den Eindruck eines dunklen, verwunschenen Walds. Zwischen November und März sollen sie die von den Bäumen fallenden Oliven auffangen, die die Bauern und ihre zumeist albanischen Feldarbeiter dann mehrmals wöchentlich auflesen und zur Olivenpresse transportieren.

Parteien

Zwei große Parteien, die konservative Néa Dimokratía. und die sozialdemokratische Pasók, haben bis 2011 das politische Leben Griechenlands dominiert und die heutige Krise zu verantworten. Beide bilden trotzdem zusammen mit der kleinen gemäßigten Linkspartei DIMAR die im Juni 2012 gewählte Regierung. Stärkste Oppositionskraft ist die radikale Linkspartei SYRIZA. Im 300-köpfigen Parlament sind außerdem die kommunistische KKE und die faschistische Chryssí Avgí vertreten.

Religion

Fast alle Korfioten bekennen sich zum griechisch-orthodoxen Christentum. Andere christliche Konfessionen werden als Häresien betrachtet, denen anzuhängen den Weg in den Himmel versperrt. Vielen Urlaubern fallen zunächst die Kirchen und die vielen kleinen Kapellen auf. Der Altar steht immer im Osten hinter einer Ikonostase, also einer Bilderwand. Sie trennt den nur von Priestern und Diakonen zu betretenden Altarraum vom Kirchenraum. An der Ikonostase und an den Wänden hängen Ikonen, vor denen Gläubige Kerzen entzünden. Während der orthodoxen Gottesdienste, die oft zwei und mehr Stunden dauern, herrscht ein ständiges Kommen und Gehen.

Überall auf Korfu begegnen Ihnen orthodoxe Priester (griechisch pappádes, Einzahl pappás). Sie tragen lange, dunkle Gewänder und eine schwarze Kopfbedeckung, unter der meist ein Zopf hervorschaut. So die Natur mitspielt, sind sie immer langhaarig und vollbärtig. Priester dürfen vor der Weihe heiraten und haben oft große Familien. Ihr staatliches Einkommen bessern fast alle durch Gebühren für Hochzeiten und Taufen auf. Kirchensteuer kennt man hier nicht.

Zum Schisma, der offiziellen Kirchenspaltung, kam es bereits 1054 aufgrund einer der vielen dogmatischen Unterschiede: Nach den Orthodoxen geht der Heilige Geist nur von Gottvater aus, während der Papst verkündete, er gehe von Vater und Sohn zugleich aus (Filioque-Streit).

Bücher & Filme

Harko und das tote Mädchen am Strand

Spannend und aktuell sind die Korfu-Krimis von Roberto Bardéz; dieses ist der erste der bisher vier Bände (auch kostenlos als Download erhältlich: www.korfu-krimis.com).

Meine Familie und anderes Getier

Äußerst humorvoll schildert der berühmte Tierfilmer Gerald Durrell seine Erlebnisse auf Korfu in den 1930er-Jahren, als er seine Kindheit auf der Insel verbrachte.

Schwarze Oliven

Sein berühmterer Bruder Lawrence Durrell hielt diese Zeit literarisch fest.

My family and other animals

2005 wurde die TV-Verfilmung von Gerald Durrells Buch ausgestrahlt, Regie führte Sheree Folkson; in der englischen Originalversion ist sie auf DVD erhältlich.

In tödlicher Mission

Das James-Bond-Abenteuer (For your eyes only, 1980) beginnt vor der Küste Korfus und wurde teilweise auf der Insel gedreht.

Fedora

Anspruchsvoller war 1977 Billy Wilders bizarre Geschichte eines Hollywoodstars, der auch einige Zeit auf Korfu verbrachte; mit Hildegard Knef und Mario Adorf.

Fakten

Einwohner
100.854
Fläche
626 km²
Strom
230 V, 50 Hz
Hauptstadt
Korfu
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
22:36 Uhr
Zeitverschiebung
1 h (zu MESZ)
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