Italien

Überblick

Willkommen in Italien

Italien ist ein Land voller mittelalterlicher Städte mit viel Geschichte. Eine Reise/Städtereise wird daher immer viel Kultur enthalten. Für einen Urlaub in Italien stehen daneben auch Tausende Kilometer Küste und Strände sowie die norditalienischen Seen zur Auswahl. Durch das mediterrane Klima ist ein Urlaub in Italien das ganze Jahr hindurch empfehlenswert. Bekannt ist das Land auch für seine vorzügliche Küche und seine verträumten Landschaften.

Welches Wetter erwartet mich in Italien?

Italien hat ein mediterranes Klima mit viel sonnigem Wetter. Die optimale Reisezeit für Italien ist im Süden Frühling oder Herbst, wenn es warm, aber nicht heiß ist. Im Norden ist die beste Reisezeit für Italien Mai bis September, wenn es auch abends und nachts noch mild ist.

Welche Region/welcher Stadtteil eignet sich für meine Reise nach Italien?

Das Zentrum von Rom bietet viel Kultur. Im Stadtteil Testaccio erleben Sie das Nachtleben der Einheimischen. Die Region Toscana verzaubert mit Hügellandschaften und mittelalterlichen Städten. Siziliens Strände, historische Ruinen und der Ätna inspirieren zu Entdeckungstouren. Venedigs Kanäle, Plätze und Paläste sind ein Klassiker. Die Seen in Norditalien sind relativ schnell zu erreichen und beeindrucken durch die Harmonie aus Wasser, mediterranem Flair und Alpenpanorama.

Familien Singles Verliebte Nachtschwärmer Aktivurlauber
Rom
Toscana
Sizilien
Venedig
Oberitalienische Seen
Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Italien?

Zu den Sehenswürdigkeiten Italiens gehören das Colosseum in Rom und der Canale Grande mit der Rialto-Brücke in Venedig. Aber auch die Hügellandschaften der Toskana sind eine der größten Attraktionen. Hier sollten Sie die Crete, die Landschaft südlich von Siena, besuchen - Idylle wie aus dem Bilderbuch. Zu den Highlights zählt natürlich auch Florenz. Sightseeing in Sizilien sollte die schon von Goethe besuchte Stadt Taormina mit einschließen. Must-Sees im Norden sind Sirmione am Gardasee und der Comer See.

Checkliste: Daran sollten Sie vor Ihrer Italien-Reise denken
Papiere

Sie benötigen für Italien nur Ihren Personalausweis, kein Visum.

Impfungen

Es sind keine Impfungen erforderlich.

Geld

An Geldautomaten können Sie mit Ihrer EC-Karte Geld abheben.

Versicherungen

Denken Sie bei Ihrer Urlaubsvorbereitung eventuell an eine Reiseversicherung gegen Diebstahl und Krankheit.

Sonstiges

Bei der Reiseplanung sollten Sie einen Adapter für italienische Steckdosen berücksichtigen.

Was muss ich bei der Anreise beachten?
Mit dem Flugzeug

Die Anreise per Flug dauert maximal zwei Stunden. Für den Transfer von den Flughäfen in die Innenstädte gibt es überall Busse. In Venedig fährt der Zug direkt an den Canale Grande.

Mit dem Taxi

Die Kosten für Taxifahrten entsprechen denen in Deutschland.

Mit dem Auto

Die norditalienischen Ziele können Sie bequem über Autobahnen erreichen. 100 km kosten ca. 10 Euro Maut. Für Rom und Süditalien sollten Sie wegen der Entfernung das Flugzeug nutzen.

Mit der Bahn

Bahnreisen in Italien sind denen in Deutschland ähnlich. Zwischen Mailand, Florenz und Rom verkehren Hochgeschwindigkeitszüge.

Checkliste: Was gibt es vor Ort in Italien zu beachten?
Wasser

Trinken Sie am besten nur Mineralwasser.

Essen & Trinken

Wichtige Infos für Urlauber sind, dass in Restaurants einige Euro fürs Besteck anfallen und man normalerweise einen ersten und zweiten Gang bestellt.

Trinkgeld

Die Höhe ist vergleichbar mit Deutschland.

Saison

Hochsaison ist von Juni bis August.

Das sollten Sie vermeiden/Bloß nicht

Es gibt zwar keine Verbote, aber vermeiden Sie knappe Bekleidung in Kirchen. Zu den Do's and Dont's gehören abends lange Hosen und keine Bekleidung ohne Kragen in den schicken Clubs.

Insider-Wissen/Empfehlung

Probieren Sie die traditionellen Wildschweingerichte und in Sizilien den eisgekühlten Limoncello.

Sicherheit

Achten Sie bei größeren Menschenansammlungen auf Ihre Wertgegenstände. Fragen Sie evtl. im Hotel, ob es wichtige Infos oder Wissenswertes bezüglich Sicherheit gibt.

Sonstiges

Autobahnen sind mautpflichtig.

Bilder

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Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Freitag / 30.10.2020
Vormittags
11 °C
Nachmittags
16 °C
Abends
10 °C
Samstag / 31.10.2020
Vormittags
11 °C
Nachmittags
17 °C
Abends
12 °C
Sonntag / 01.11.2020
Vormittags
12 °C
Nachmittags
17 °C
Abends
11 °C
Mehr Wetterinfos

Anreise

13h 8min
11h 56min
1h 10min
Frankfurt am Main
Italien
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Auftakt

Entdecken Sie Italien!

Einmal in Italien angekommen, gehört der erste Gang auf die Piazza: Empfangssalon, Mittelpunkt urbanen Lebens, Bühne für die Italiener. Setzen Sie sich dort in das Café mit dem besten Überblick, bestellen Sie einen Cappuccino, einen Campari oder auch einen hausgemixten Fruchtaperitif und schauen ganz einfach den Italienern zu: Dort sieht man ein paar ältere Herren stehen und heftig über Gott und die Welt (und den Fußball) diskutieren. Ist gerade Markttag und Winter, wird man viele Damen im Nerz sehen - bella figura in der Öffentlichkeit zu machen hat Vorrang vor jedem Tierschutzgebot. Gruppen von Jugendlichen ziehen vorbei, lebhaft gestikulierend, alle modisch gestylt und mit dem allgegenwärtigen telefonino in der Faust.

Der Lebensstandard der Italiener ist hoch, und so kann eine Reise nach Italien zu einem kostspieligen Vergnügen werden. Die Preise für Hotels, Restaurants, Museen, Strandleben sind beachtlich. Allerdings haben die aktuellen Krisenjahre auch ihr Gutes: die Preise von Hotels und Restaurants stagnieren, viele Restaurants haben preiswerte Mittagsmenüs eingeführt und die flexible Onlinebuchung der Unterkunft macht es möglich, auch in sonst hochpreisigen Hotels ausgesprochen günstige Tarife zu finden. Zudem steigt in den letzten Jahren - neben Nepp und liebloser Abfertigung, die es natürlich auch, wie überall auf der Welt, gibt - die Qualität von Hotels und Restaurants. Gerade im Gastgewerbe tut sich einiges: In Küstenorten und in den mittelalterlichen Städtchen öffnen locande, kleine, individuell geführte und hübsch hergerichtete Gasthäuser, in den großen Städten hat man die Wahl zwischen charmanten Boutiquehotels, schicken Designhotels oder sorgfältig zurechtgemachten B-&-B-Zimmern, oft in schön restaurierten Altstadthäusern.

Abends trifft man sich zum Aperitif in den Bars, in den Städten gern in den großen Nobelhotels, im Sommer an der Küste in Badeanstalten, die sich bei Sonnenuntergang in Loungebars verwandeln. oder DJ-Sets für die Strandparty aufbauen. Neue, stilvolle Geschäfte mit Kleidung, Schuhen und ausgefallenen Designerstücken öffnen allerorten; oft machen sie sich das spektakuläre Ambiente eines Altstadtpalazzos zunutze.

Anlässe zur Verschönerung und Instandsetzung heruntergekommener Viertel und Gebäude gibt es immer. Zum Heiligen Jahr 2000 hat man für die Millionen Pilger halb Rom restauriert und die Infrastruktur modernisiert. Auch Neues kommt hinzu: etwa in Rom, Neapel und Venedig zeitgenössische Kunstaktionen, supermoderne Museen und Ausstellungshallen. Die vormals sehr von Fiat geprägte Stadt Turin versucht man erfolgreich mit ambitionierten Kulturprojekten ins postindustrielle Zeitalter zu überführen, die Winterolympiade 2006 und im Jahr 2011 die 150-Jahr-Feiern von Italien als Nationalstaat haben dabei geholfen, was man an der Erneuerung von Museen, der Infrastruktur, an Restaurierungen sieht. Viele Palazzi und prachtvolle Museen sind in der faszinierenden Hafenstadt Genua neu herausgeputzt worden. Mit der Pflege der historischen Stadtzentren kontrastieren die manchmal nahezu bedrückende Zersiedelung an der Peripherie der Städte und eine oft erstaunlich grobe moderne Architektur. Und obwohl die Italiener den Umweltschutz etwa durch die Einführung von Kläranlagen, die Einrichtung von Naturschutzgebieten und die stark zunehmende Landbestellung nach Biokriterien immer ernster nehmen, erschrecken an manchen Stränden, in Waldstücken und an Flüssen die Müllhinterlassenschaften - vor allem, aber nicht nur im Süden.

Es sind die Italiener selbst, die ihr Land am schärfsten kritisieren, vor allem dann, wenn nicht alles so läuft wie erwünscht. Verkehrschaos, fehlender Parkraum in den Städten, schlechter Service, überfüllte Züge: Da können die Italiener an sich und ihrem Land verzweifeln. Oder wenn im August die Fabriken schließen und damit auch gleich viele Restaurants und Geschäfte in den großen Städten: Ganz Italien fährt ans Meer, drangvolles Chaos und hohe Preise sind programmiert. Natürlich ist eine Notreserve garantiert, für die, die nicht in Urlaub fahren, und für einsame, mutige Touristen. Dabei gibt es nichts Schöneres, als diese heißen, ausgestorbenen Städte einmal ohne Verkehr und Lärm genießen zu können.

Damit beginnen auch schon die Argumente, warum man immer wieder gerne nach Italien fährt: der Schiefe Turm von Pisa, ein schimmernder Olivenhain, Michelangelos David, die Gondelfahrt auf dem Canal Grande, wildromantische Küsten wie die Cinque Terre oder die Costa Amalfitana… Die Italiener sind immer noch freundliche, großzügige und offene Menschen, auch wenn ihr Leben beim näheren Hinschauen beileibe nichts "Süßes" hat und sie - von wegen Dolce Vita! - im statistischen Vergleich tatsächlich sogar mehr als Deutsche, Engländer oder Franzosen arbeiten.

Italien ist vornehmlich ein Bergland, auf dessen Hügeln und in dessen Tälern fast 58 Mio. Menschen Platz finden müssen. Im Norden hat Italien noch wesentlichen Anteil an den Alpen: an den südwärts gerichteten Massiven der Zentral- und Westalpen, deren Ausläufer die großen oberitalienischen Seen freigeben, und an den südlichen Kalkalpen mit den Dolomiten. Letztere wurden 2009 dank ihrer einzigartigen landschaftlichen Schönheit von der Unesco zum Welterbe erklärt. Die Poebene schließt sich an, ein breites Flachland, das vom Piemont bis hinüber an die Adriaküste um Rimini reicht. Italienreisende durchqueren sie normalerweise eilig, entspricht sie doch platt, schwül und mückengeplagt so gar nicht einer typisch italienischen Landschaft. Dabei birgt sie sehenswerte Städte wie Parma, Mantua, Ferrara, dazu eine von Pappelzeilen und Deichen strukturierte Flusslandschaft längs des Pos, die im naturgeschützten Delta an der Adria mündet - reizvoll mit seinen Brackteichen, Flussarmen, Sanddünen und zahlreichen Vogelarten.

Klimatisch wird der Norden Italiens noch kontinental beeinflusst, das heißt, in Turin und Mailand ist es im Winter oft genauso kalt wie in Berlin oder Wien, höhere Sommertemperaturen kündigen allerdings schon die Nähe zum Süden an. Berühmt sind die milden Winter an der Riviera im Schutz der Seealpen und des ligurischen Apennins: Im Rücken Liguriens treffen die Alpen auf den Apennin, der sich über 1200 km lang bis an die Südspitze Kalabriens zieht. Im Süden wartet der Apennin sogar mit einem noch tätigen Vulkan auf - dem Vesuv bei Neapel, der, wenngleich ohne Rauch, noch nicht erloschen ist.

Ganz Italien hat eine Fläche von rund 300000 km2. Ein Sechstel davon sowie die Hälfte seiner 7600 km langen Küste entfallen auf die Inseln. In diesem Reiseführer wird jedoch nur das Festland beschrieben. Da die großen Inseln meist als eigene Reiseziele angesteuert werden, liegen für sie MARCO POLO Einzelbände vor: Sizilien, Sardinien, Capri, Elba und Ischia.

Der geografischen und klimatischen Vielfalt mit ihren Alpengipfeln, Flussebenen, waldreichen Mittelgebirgen, mediterranen Hügellandschaften und Meeresküsten entspricht die Vielschichtigkeit der historischen Vergangenheit Italiens. So hat jede Stadt, jede Provinz, jede Insel ihre eigene Geschichte. Griechen und Etrusker waren nach der Völkerwanderung um 1000 v. Chr. die Ersten, die Kultur und Geschichte Italiens nachhaltig prägten. Die Griechen gründeten ab dem 8. Jh. v. Chr. über 40 Städte in Süditalien. Die Etrusker, die vornehmlich im Norden Latiums, in der Toskana und der Poebene siedelten, waren ein handwerklich und künstlerisch hoch entwickeltes Volk. Dank ihres verblüffend heiteren Totenkults sind zahlreiche Zeugnisse ihrer ausdrucksvollen Kunst erhalten geblieben. Ihre Gräberstädte, die Nekropolen vor allem im Latium, gehören zu den Attraktionen einer Italienreise.

Im Lauf des 4. und 3. Jhs. v. Chr. unterwarf Rom ganz Italien und schickte sich in den nächsten Jahrhunderten an, ein gewaltiges Imperium im Mittelmeerraum, in Kleinasien und Europa aufzubauen. Imposante Bauten zeugen noch heute von dem Repräsentationswillen dieser einstigen Weltmacht. Zu ihnen zählen das Kolosseum, das 80 n. Chr. mit 100 Tage andauernden Kampfspielen eingeweiht wurde, die gigantische Hadriansvilla bei Tivoli, die Caracallathermen in Rom, in denen bis zu 1600 Badende Platz fanden, und die Arena in Verona mit ihren 22000 Plätzen.

Der Untergang des Römischen Imperiums dauerte Jahrhunderte. Schon bedroht von den Alemannen, den Franken, den West- und Ostgoten, den Hunnen und Germanen, teilte es sich noch in ein west- und ein oströmisches Reich, Letzteres mit der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel. Im 5. Jh. wurde Ravenna zur Residenz der weströmischen Kaiser und ist deshalb heute eine der besuchenswertesten Städte Italiens. Neue Völker drangen nach Italien und lösten den römischen Zentralismus auf, indem sie kleine Herzogtümer gründeten. Im Mittelalter beherrschten Araber, Normannen und die Staufer Süditalien. Aus normannischer und staufischer Zeit stammen vor allem in Apulien eindrucksvolle Kathedralen und Festungen.

Vom 10. bis ins 13. Jh. prägten die deutschen Kaiser und ihre Rivalitäten mit den Päpsten das Italien der mittelalterlichen Städte. Durch Kreuzzüge und Orienthandel blühten die Hafenstädte auf, Universitäten entstanden. Und heute noch zeugen stattliche Amtspaläste in den Städten vom Selbstbewusstsein der Kommunen bzw. ihrer Bürgerschaft, die im 13. Jh. zu eigenständigen Stadtstaaten wurden.

Im 14., bzw. 15. Jh. entwickelten sich lokale Fürstentümer, mit mächtigen Familien wie den Visconti und Sforza in Mailand, den Scaligern in Verona, den Este in Modena und Ferrara, den Gonzaga in Mantua, den Malatesta in der Romagna, den Montefeltro in den Marken, vor allem aber den Medici in der Toskana: Neben der Kirche wurden sie zu den großen Kunstmäzenen, die die italienische Renaissance entstehen ließen. Ihre Kunst und Kultur wurde für ganz Europa zum Maßstab. Einzigartige Künstlergenies wie Masaccio, Piero della Francesca, Brunelleschi, Donatello, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Botticelli und viele mehr entwickelten sich. Die katholische Gegenreformation brachte die Entstehung des Barocks mit sich, das vor allem in Rom und in Neapel zu bewundern ist. In den folgenden Jahrhunderten kämpften die europäischen Großmächte um die Vormachtstellung auf dem Stiefel. Dies endete 1861 mit der Bildung des italienischen Nationalstaats.

Dieser reichen, wechselvollen Geschichte sind die Unmengen an Kunstschätzen und Kulturgütern auf italienischem Boden zu verdanken - welch gigantische Aufgabe, sie zu erhalten! Dabei hilft übrigens die Spielleidenschaft der Italiener: Ein erheblicher Prozentsatz der staatlichen Lotteriegewinne fließt in den Denkmalschutz. Längst haben sich in den Museen besucherfreundliche, längere Öffnungszeiten durchgesetzt. Die großen staatlichen Museen stehen zudem für EU-Bürger unter 18 und über 65 Jahren gratis offen, junge Leute zwischen 18 und 25 zahlen hier nur den halben Preis. Und viele Städte haben cards eingeführt, Sammeltickets, die vergünstigten Eintritt in Sehenswürdigkeiten und Museen gewähren und zum Teil auch die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel erlauben.

Doch Italien ist beileibe nicht nur hohe Kunst: Während sich einerseits die Gastronomie verflacht hat, kehren in letzter Zeit vermehrt junge, engagierte Köche mit viel Liebe zu regionalen Spezialitäten zurück. Bioanbau, Bioläden und Bauernmärkte auch in den Städten unterstützen diese Tendenz. Das größte Verdienst kommt der italienischen Slow-Food-Bewegung zu, die sich aktiv und international erfolgreich für den Erhalt lokaler Produkte, kulinarischer Traditionen und umweltbewusster Nahrungsherstellung einsetzt. Umweltvereinigungen und auch der Staat bemühen sich verstärkt um den Schutz der Natur. Schon Anfang des 20. Jhs. wurden die ersten weitflächigen Naturschutzgebiete eingerichtet, wie der alpine Nationalpark Gran Paradiso zwischen den Viertausendern im Aostatal und der Parco Nazionale dell'Abruzzo mit seinen wilden Apenninbergen mit Wölfen und Bären im Süden Italiens. In den 1990ern kamen weitere Schutzgebiete hinzu, sodass Italiens Landschaft und Meeresgründe heute immerhin zu 10 Prozent unter Naturschutz stehen. Tourismusämter halten Kartenmaterial zu den Naturschutzgebieten, zu Wanderwegen und Radtouren bereit. Auch wer es extremer mag, findet in den Bergen und am Meer seine Spielwiesen, angefangen beim Klettern in Alpen und Apennin übers Biken und Surfen bis hin zum Raften auf wilden Bergbächen. Schön gelegene Bauernhöfe bieten Ferienunterkünfte an, oft mit Reitpferden, Swimmingpool und Gästefahrrädern sowie Produkten vom eigenen Hof. Agriturismo nennt sich dieses ländlich-geruhsame Kontrastprogramm zur geballten Fülle der Sehenswürdigkeiten - und es erfreut sich wachsender Beliebtheit unter den Urlaubern. So stehen die Zeichen für eine spannende Italienreise besser denn je, mit gut erhaltenen Altstadtkernen, wachsender Landschaftspflege und einer endlos erscheinenden Meeresküste.

Praktische Hinweise

Anreise
Auto

Die am meisten befahrene Strecke ist die mautpflichtige Brennerautobahn von Österreich ins italienische Südtirol. Aus der Schweiz gelangt man durch den 17 km langen St.-Gotthard-Tunnel und das Tessin nach Oberitalien. Außerdem gibt es zahlreiche Passstraßen (einige mautpflichtig), die aber in den Wintermonaten meist nicht befahrbar sind. Im Sommer bieten sie herrliche Gebirgspanoramen, kosten aber erheblich mehr Zeit.

Eine bequeme, aber in der Saison nicht billige Alternative sind Autozüge (www.dbautozug.de), die von mehreren deutschen Städten nach Bozen, Triest, Verona und Alessandria fahren.

Bahn

Die zwei Hauptstrecken nach Italien führen durch die Schweiz und den St.-Gotthard-Tunnel bzw. durch Österreich über den Brenner. Erkundigen Sie sich nach Sonderangeboten und Spartarifen. Die modernen DB-ÖBB EuroCity-Züge verbinden Deutschland und Österreich mit vielen norditalienischen Städten (www.obb-italia.com/de). Durchschnittliche Reisezeiten: von München nach Florenz ca. acht bis zehn Stunden, nach Rom zehn bis zwölf, nach Neapel 13 bis 15 Stunden. In den Hauptreisezeiten ist es unbedingt nötig, einen Schlaf- oder Liegewagenplatz, möglichst auch einen Sitzplatz, lange im Voraus zu reservieren. www.bahn.de

Flugzeug

Die wichtigsten internationalen Flughäfen in Italien: Mailand, Turin, Bologna, Genua, Venedig, Triest, Pisa, Florenz, Rom, Bari, Neapel. Viele Billigfluglinien fliegen von zahlreichen Flughäfen in Deutschland nach Italien: Gut vertreten ist Air Berlin (www.airberlin.com); sie fliegt aus Deutschland, der Schweiz und Österreich Mailand, Rom, Rimini, Pisa, Florenz, Venedig, Neapel, Brindisi, Lamezia Terme und Bari an; Easyjet (www.easyjet.com) fliegt von Berlin nach Rom, Pisa, Venedig und Neapel, German Wings (www.germanwings.com) von mehreren Städten nach Bologna, Venedig, Verona, Lamezia Terme, Rom und Mailand. Ryan Air (www.ryanair.com) fliegt Rom, Pisa, Bari, Bergamo, Bologna, Rimini, Venedig, Lamezia Terme, Triest, Ancona und Pescara an, Tui (www.tuifly.com) fliegt nach Brindisi, Bari, Neapel, Lamezia Terme und Rom. Auch die Lufthansatochter Airdolomiti (www.airdolomiti.de) fliegt aus München und Frankfurt am Main zahlreiche italienische Städte an. Die Ziele der österreichischen Low-Cost-Linie Intersky (www.intersky.biz) sind Mailand und Elba. Aus Österreich fliegt Niki (www.flyniki.com) u. a. nach Rimini, Bari, Brindisi und Lamezia Terme, aus Zürich Helvetic (www.helvetic.com) nach Bari, Lamezia Terme und Brindisi. Das Portal www.billigfluege.de hilft bei der Suche nach günstigen Flügen.

Auskunft
Italienische Zentrale für Tourismus Enit

- Barckhausstr. 10 | 60325 Frankfurt | Tel. 069 237434

- Mariahilferstraße 1b/Top XVI | 1010 Wien | Tel. 01 5051639

- Uraniastr. 32 | 8001 Zürich | Tel. 0434664040|

- www.enit.it

Easy Italia

So nennt sich die neue Servicenummer, die Touristen in Italien täglich von 9 bis 22 Uhr zum Ortstarif bei Fragen und Problemen helfen soll: Tel. 039039039

Auto

Vorgeschrieben sind Führerschein und Fahrzeugschein, empfohlen werden die grüne Versicherungskarte und eventuell ein Auslandsschutzbrief. Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften 50 km/h, ansonsten 90, auf Autobahnen 130 (bei Regen 110), auf Schnellstraßen 110 km/h. Auch tagsüber müssen Sie außerhalb von Ortschaften mit Abblendlicht fahren. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Pflicht ist das Mitführen einer Warnweste für Fahrer und Beifahrer.

Autobahnen in Italien sind bis auf einige Streckenabschnitte im Süden mautpflichtig, Schnellstraßen (superstrade) sind gebührenfrei. Um Warteschlangen an den Mautstellen zu umgehen, kann man auch mit allen gängigen Kreditkarten schnell und bargeldlos passieren.

Viele Innenstädte sind verkehrsberuhigt, es gibt fast nur noch gebührenpflichtige Parkbuchten mit Automaten. Rubbeltickets und magnetische Parkkarten bekommt man an Kiosken und in Tabakläden. Immer häufiger kontrollieren Kameras die Straßenzugänge zu den verkehrsberuhigten Stadtkernen, Z. T. L. genannt (zona traffico limitato). Ihr Hotel hilft mit einem Fahrpass. Bei besonders hohen Smogwerten verhängen viele Städte für ihre Zentren ein tagweises Fahrverbot für Autos der Euro-Schadstoffklasse 1, 2 und manchmal auch 3 sowie für ältere Dieselwagen ohne Partikelfilter, was über große Displays auf den Zufahrtsstraßen kundgetan wird. Das Auto parkt dann in den Außenbereichen, es geht mit öffentlichen Verkehrsmittel weiter, in den meisten Fällen gibt es ein P+R-System. Die Mailänder Innenstadt ist als Umweltzone ausgeschrieben, die oben genannten Schadstoffklassen brauchen für ihre Einfahrt in die Stadt einen Ecopass, den man dort bekommt, wo auch die Fahrscheine für die öffentlichen Verkehrsmittel verkauft werden, z. B. in Tabacchi-Geschäften oder in den Parkhäusern (www.mailand.diplo.de). Man tankt super 95 senza piombo oder gasolio (Diesel). Die Tankstellen - außer auf der Autobahn - schließen über die Mittagszeit (12.30-15 Uhr) und am Sonntag, aber viele haben Tankautomaten, die Ihnen weiterhelfen.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft in Rom

Via San Martino della Battaglia 4 | Tel. 06492131 | www.rom.diplo.de

Österreichisches Konsulat in Rom

Viale Liegi 32 | Tel. 068418212 | www.bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft in Rom

Via Barnaba Oriani 61 | Tel. 06809571 | www.eda.admin.ch

Geld & Kreditkarten

Banken sind fast durchweg mit Geldautomaten (bancomat) versehen. Nahezu alle Hotels, Tankstellen, Supermärkte sowie die meisten Restaurants und Geschäfte akzeptieren die gängigen Kreditkarten.

Gesundheit

Legen Sie im Krankenhaus bzw. dem örtlichen Gesundheitsamt ASL (Agenzia Sanitaria Locale) die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC vor. Wer sich zusätzlich absichern möchte, schließt eine Reisekrankenversicherung ab. Sofern Ihnen bei Arzt oder Apotheke Auslagen entstehen, heben Sie auf jeden Fall die Belege auf, und legen Sie sie Ihrer heimischen Kasse zur Erstattung vor. Ein Tipp: Die Notfallambulanz der Krankenhäuser (pronto soccorso) hilft in der Regel besonders schnell, gut und unbürokratisch.

Internetcafés & Wlan

Internetcafés gibt es überall (2-6 Euro/Std.), in den größeren Städten finden sich zudem manche Cafés mit Wifi-Zugang, wie WLAN auf Italienisch genannt wird. Das gilt auch für die Mehrzahl der Hotels, von denen viele heute zumindest im Bar-, Rezeptions- und Loungebereich eine drahtlose Internetverbindung anbieten, manche gratis, manche über ein an der Rezeption zu erwerbendes Passwort. Dasselbe gilt für Warte- und Barbereiche an Flughäfen und auf den großen Bahnhöfen sowie an manchen Autobahnraststätten vor allem im Norden.

Die Stadtverwaltungen von Rom (www.romawireless.com), Mailand und Bologna treiben den Netzzugang in der Innenstadt und in öffentlichen Parkanlagen aktiv voran. Über www.wi-fi-italia.com und wi-fi.jiwire.com finden Sie Adressen.

Mietwagen

An allen Flughäfen und größeren Bahnhöfen finden Sie Autovermietungen (Kreditkarte obligatorisch!). Für einen Kleinwagen zahlt man etwa 80 Euro pro Tag bzw. ab ca. 300 Euro pro Woche. Fragen Sie nach günstigen Ferien- und Wochenendtarifen! Buchungen vor Reiseantritt sind häufig preiswerter. Eine gute Suchmaschine für günstige Angebote auch in Italien ist www.billiger-mietwagen.de.

Museen & Sehenswürdigkeiten

Die Öffnungszeiten der Museen sind in den letzten Jahren viel besucherfreundlicher geworden, fast alle staatlichen Museen sind auch über Mittag geöffnet. Im Sommer können kurzfristig die Öffnungszeiten noch bis spät in den Abend verlängert werden. In diesem Band ist die Schließzeit angegeben, Kassenschluss ist oft früher. Die Eintrittspreise reichen von 4 Euro bis 10 Euro, vereinzelt mit Zuschlag bei Reservierung. Die staatlichen Museen (musei nazionali) sind zudem für EU-Bürger bis 18 und ab 65 gratis, von 18 bis 25 Jahren zum halben Preis zugänglich. Mitte April findet jedes Jahr die Settimana della Cultura statt, während der alle staatlichen Museen gratis besucht werden können.

Notrufe

Notruf (Pronto Soccorso) gratis von jedem öffentlichen Telefon:

- Polizei Tel. 113

- Feuerwehr (Vigili del Fuoco) Tel. 115

- Notarzt, Rettungswagen Tel. 118

- Pannenhilfe Tel. 803116

- Europaweit gültige Notrufnummer Tel. 112

Öffentliche Verkehrsmittel

Eisenbahn (www.fsitaliane.it, www.trentitalia.com) und Bus sind relativ preiswert. Die Züge sind pünktlicher als ihr Ruf, jedoch häufig überfüllt. Die superschnellen neuen Züge Frecciarossa und Eurostar, die zunehmend die Normalzüge ersetzen, verbinden die großen Städte; sie sind erheblich teurer, und eine Platzreservierung ist obligatorisch. Eine Reihe lokaler Bahnen bringt Sie in kleine Dörfer und abgelegene Landschaften z. B. mit Trenord in die lombardischen Täler, mit der Vinschgauerbahn ins Südtiroler Vinschgautal, mit Ferrovie Sudest durch den Salento in Apulien. In vielen Lokalzügen darf man Fahrräder mitnehmen. Bahnfahrkarten müssen vor Besteigen des Zuges an den orangegelben Automaten im Bahnhof entwertet werden. Neben der italienischen Eisenbahn gibt es die schnelle, komfortable Privatbahn Italo (www.italo.it). Großstädte wie Rom, Mailand und Neapel haben U-Bahnen und dichte Busnetze.

Öffnungszeiten

Lebensmittelgeschäfte sind werktags meist von 8.30 bis 13 und von 17 bis 19.30 Uhr geöffnet, alle anderen Läden, Boutiquen, Supermärkte und Warenhäuser öffnen normalerweise von 8.30 bis 12.30 und von 15.30 bis 19.30 Uhr. An einem Nachmittag in der Woche sind alle Geschäfte geschlossen. In Touristenorten bleiben Geschäfte und Boutiquen oft bis spät in die Nacht offen. Kirchen sind meist täglich von 8 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Post

Postämter sind im Allgemeinen Mo bis Fr 8.20 bis 13.20 Uhr, Sa bis 12.20 Uhr geöffnet. Das Porto für Briefe und Postkarten beträgt innerhalb Europas 75 Cent.

Preise

An der Theke kostet ein Espresso um 1 Euro, wer ihn am Tischchen sitzend trinkt, kann leicht das Doppelte, an Plätzen mit hohem Touristenaufkommen auch das Dreifache hinlegen.

Reisezeit

Im August sind die Ferienorte hoffnungslos überfüllt. Die Preise klettern in schwindelnde Höhen, und oft besteht Halbpensionszwang. Während im Sommer die Städte und Museen leer sind, bersten sie zu Ostern und an langen Wochenenden. Gute Reisezeiten sind Mai/Juni und September/Oktober, allerdings schließen viele Ferienhotels schon Ende September. Wetterdaten rufen Sie online ab unter: www.tempoitalia.it

Telefon & Handy

Die ehemaligen Vorwahlen sind fester Bestandteil der Rufnummer, man muss sie also auch bei Ortsgesprächen mitwählen, ebenso muss bei Anrufen aus dem Ausland die Null mitgewählt werden. Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041. Vorwahl nach Italien: 0039

Unter www.teltarif.de/i/reise-itm.html erfahren Sie, wie Sie preiswerter in Italien mit dem Handy telefonieren, ob über Prepaidkarten bei Ihrem Netzbetreiber noch vor Reiseantritt oder ob über italienische Prepaidkarten, bei denen Sie die Kosten eingehender Anrufe sparen und für die Sie eine neue Rufnummer bekommen.

Trinkgeld

Man sollte nicht zu knauserig sein, Trinkgeld (fünf bis zehn Prozent) bekommen nette Kellner in Restaurants und Cafés, Zimmermädchen, Kofferträger u. a.

Unterkunft
Agriturismo

Immer mehr Bauernhöfe in ganz Italien bieten Zimmer, Ferienwohnungen und Stellplätze für Camper und Zelte an. Oft sind das edel restaurierte Landgüter, die entsprechend kosten. Eine exzellente Website mit vielen bebilderten Angeboten ist www.agriturist.it. Den Führer "Ferien auf dem Land" des italienischen Tourismusverlags Touring Club gibt es auf Deutsch. Weitere gute Websites: www.agriturismo.it, zu Ferien auf dem Bauernhof in Südtirol www.roterhahn.it, Biobauernhöfe www.agriturismibiologici.net.

Bed & Breakfast

Vor allem in den Städten gibt es mittlerweile zahlreiche Unterkünfte dieser Art. Infos im Internet u. a. unter www.bbitalia.com, www.bed-and-breakfast-italien.com, www.bed-and-breakfast.it.

Camping

Im Buchhandel bekommen Sie den "Campingführer Italien mit Feriendörfern", ein stets aktualisiertes Verzeichnis von Campingplätzen und Feriendörfern. Im Internet finden Sie Informationen unter www.camping.it/Germany oder www.camping-in-italien.com.

Ferienwohnungen

Listen mit Vermietern bzw. Agenturen finden Sie bei den Fremdenverkehrsämtern oder im Internet (www.fewo-direkt.de, www.ferienhausmiete.de, www.casamundo.de, www.e-domizil.de, www.italia-casale.de). Eine gute Website für Ferienwohnungen in Süditalien ist www.nonsolocasa.de. Gute Unterkünfte für Süditalien gibt es auch auf www.cilento-ferien.de. Eine schöne Auswahl für Ligurien hat www.sommerfrische.it. Und der besondere Tipp: Die Restaurierung und Einrichtung von Unterkünften in alten Borghi, Weilern, Altstadtkomplexen hat zum Begriff albergo diffuso - Hoteldorf - geführt: www.alberghidiffusi.it.

Hotels

In den Touristengebieten am Meer bzw. in den Bergen bekommt man in der Hochsaison Zimmer häufig nur mit Halb- oder Vollpension, außerdem steigen die Preise im Juli/August stark an. Gute Suchportale sind z. B. www.booking.com, www.trivago.de und www.initalia.it/de. Das Portal der italienischen Umweltbewegung Lega Ambiente listet eine Reihe besonders umweltfreundlicher Hotels auf: www.legambienteturismo.it Und ganz besonders schöne Hotels finden Sie bei www.siglinde-fischer.de.

Jugendherbergen

Jugendherbergen, Backpackerhostels und billige Hotels finden Sie unter www.aighostels.com, www.hostelsclub.com und www.hostelitaly.com.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen alle Waren für den persönlichen Verbrauch frei ein- und ausgeführt werden. Richtwerte hierfür sind u. a. 800 Zigaretten, 90 l Wein, 10 l Spirituosen. Für Schweizer sowie bei Durchreise durch die Schweiz gelten erheblich geringere Freimengen, u. a. 200 Zigaretten und 2 l Wein.

Was kostet wie viel?

Kaffee

1,20 bis 1,50 Euro für einen Cappuccino am Tresen

Eis

2 Euro für eine große Kugel

Wein

Ab 3 Euro für ein Glas am Tresen

Museen

4 bis 10 Euro für den Eintritt

Benzin

Um 1,75 Euro für 1 l Super

Strand

Ab 14 Euro Tagesmiete für Sonnenschirm und Liegestuhl

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Jan.

Neujahr

6. Jan.

Heilige Drei Könige

März/April

Ostermontag

25. April

Befreiung vom Faschismus

1. Mai

Tag der Arbeit

2. Juni

Tag der Republik

15. Aug.

Mariä Himmelfahrt

1. Nov.

Allerheiligen

8. Dez.

Mariä Empfängnis

25./26. Dez.

Weihnachten

Festivals & Volksfeste
Februar/März

Karneval wird im piemontesischen Ivrea mit einer orgiastischen Orangenschlacht, in Venedig mit spektakulären Maskeraden, in Viareggio mit einem politsatirischen Wagenumzug gefeiert.

März/April

Ergreifende Osterprozessionen, besonders eindrucksvoll die Karfreitagsprozessionen in Taranto (Apulien) und Chieti (Abruzzen), außergewöhnlich am Ostersonntag die Wiederauferstehung in Sulmona (Abruzzen): La Madonna che Scappa in Piazza

15. Mai

Corsa dei Ceri in Gubbio (Umbrien): Große Votivgestelle werden im Laufschritt auf den Berg Ingino getragen - spektakulär!

Mai-Mitte Juni

Maggio Musicale Fiorentino: internationale Musikfestwochen in Florenz. www.maggiofiorentino.com

Mai/Juni

Fronleichnam: Prozessionen und bunte Blumenteppiche u. a. in Bolsena und Genzano bei Rom, in Spello (Umbrien) und in Campobasso (Molise).

Ende Juni-Mitte Juli

Festival dei Due Mondi in Spoleto mit Theater-, Tanz- und Musikevents.

Ende Juni-Ende August

I Suoni delle Dolomiti: Auf Almwiesen unter den Dolomitengipfeln des Trentino suggestive Konzerte. www.isuonidelledolomiti.it

Juli

Heineken Jammin' Festival: internationale Rock- und Popgrößen heizen Anfang Juli in San Giuliano bei Venedig ein. www.venezia.net/heineken-jammin-festival

Neapolis Festival, Süditaliens wichtigstes Rock-Pop-Festival in Neapel Mitte Juli. www.neapolis.it

Anfang Juli-Ende August

Die weltberühmten Opernfestspiele in der römischen Arena von Verona.

Anfang Juli-Mitte September

Ravello Festival: Vor der Kulisse der Costa Amalfitana hochkarätige Konzerte und vieles mehr. www.ravellofestival.com

2. Juli und 16. August

Palio di Siena: Italiens berühmtestes - und aus Tierschutzgründen umstrittenes - Pferderennen auf der schönen Piazza.

Mitte Juli

Pescara Jazz und Umbria Jazz, unter den zahlreichen Jazzfestivals während des italienischen Sommers zwei der besten. www.pescarajazz.com und www.umbriajazz.com

Arezzo Wave Love Festival: Fünf Tage lang spielen im Stadion von Arezzo die besten Gruppen neuer Rock-Pop-Trends auf, ein Festival der Spitzenklasse. www.arezzowave.com

August

Im August, der Sommerhochzeit, eine Fülle von Events wie Schlemmerfesten und zu Ferragosto, dem 15. Aug., phantastische Feuerwerke.

Die Alternativszene trifft sich in der zweiten Augusthälfte zur Notte della Taranta im Salento in Apulien.

In der letzten Augustwoche beleben Buskers, erstklassige internationale Straßenmusiker, die Plätze Ferraras. www.ferrarabuskers.com

September

Trasporto della Macchina di Santa Rosa: Zu Ehren ihrer Schutzheiligen tragen am 3. Sept. 100 Männer einen 30 m hohen Turm durch die mittelalterlichen Straßen Viterbos.

Oktober

Barcolana: Tausende von Segelbooten liefern sich am zweiten Oktoberwochenende im Golf von Triest an der oberen Adria die größte Amateurregatta Europas.

Im Trend

Neu erfunden
Übernachten

In Italien können Sie in einer alten und aussichtsreichen Mühle (Molino Stucky, Giudecca 810, Venedig), in einer einstigen Nudel- (AC Torino Hotel, Via Bisalta 11, Turin) oder Tabakfabrik (Il Tabacchificio, Via San Antonio 33, Gagliano del Capo) schlafen. Denn die alten Produktionsstätten werden nach Ende ihrer industriellen Nutzung einfach zu Hotels umgebaut. Dort wo früher geschuftet wurde, entstehen Dachterrassen mit Pool, aus einstigen Büros werden schicke Zimmer.

Neue Meister
Kunst

Die Kunstszene erfindet sich ständig neu, mal mit Videoinstallationen, dann ganz klassisch mit Leinwand und Pinsel. Das Pescara Electronic Artists Meeting (www.artificialia.com/peam) will insbesondere die digitale Kunst fördern. Im Museo Laboratorio d'Arte Contemporanea (Piazzale Aldo Moro 5, Rom) finden die verschiedensten zeitgenössischen Werke ihren Platz. Einen guten Überblick über das Kunstgeschehen bietet die Turiner Kunstmesse Artissima (www.artissima.it).

Wie die alten Römer
Am Strand

Vor den Toren Roms geht es luxuriös zu. Am Strand von Fregene entspannen die Gäste auf kuscheligen Daybeds oder in Hängematten. Chillen ist auch im Shilling (Piazzale Cristoforo Colombo) in Ostia angesagt. Dort gibt es Yoga- und Massagezonen. Aber auch weiter südlich herrscht Dolce Vita in den Strandbädern. Fast wie im Himmel fühlen sich die Gäste des Bagno Elena (Neapel, www.bagnoelena.it). Auf einer Holzterrasse über dem Meer surft man beim Sonnenbaden im Netz und trinkt Prosecco-Cranberry auf Eis.

Heiße Exkursionen
Vulkantrekking

Warum man als Vulkanforscher besser keine Synthetiksocken trägt und wieso Lavaerde besonders fruchtbar ist, erfahren wissbegierige Reisende bei einer Spezialführung auf Vesuv, Ätna und Co. So führen die zertifizierten Experten von Guide Vesuvio (Via San Vito, 151, Ercolano, www.guidevesuvio.it) zum Krater des aktiven Vulkans. Bei Vesuvio Trekking (www.vesuviotrekking.com) ist auch der Weg das Ziel. Bei einer geführten Wanderung durch den umliegenden Park kommen Vesuvliebhaber ins Schwitzen. Wer lieber die Höhlen am Fuße des Ätna erkundet oder kleinere Ausbrüche bei Sonnenuntergang beobachtet, wendet sich an Volcano Trek (www.volcanotrek.com) oder Etna Experience (www.etnaexperience.com) auf Sizilien.

Wind und Wasser
Aktiv

Bislang war der Gardasee das Mekka der italienbegeisterten Wassersportler. Der konstante Wind lockte Kitesurfer nach Malcesine oder Riva del Garda. Jetzt machen sich auch weitere Destinationen im Lande einen Namen als Wassersportziel. Denn gerade im noch sehr ursprünglichen Süden herrschen tolle Bedingungen für den rasanten Sport mit Segel und Brett. BuenaOnda (Arango-Magliacane, www.buenaondasurf.it) im kalabrischen Catanzaro bietet nicht nur Kitesurfkurse an, sondern auch Wakeboardlektionen. Rund 80 km weiter nördlich zieht Kitesurf Crotone (Via delle Conchiglie, Crotone, www.kitesurfcrotone.it) am Gabellastrand Kitesurfer, und die die es werden wollen, an. Auch auf der anderen Stiefelseite weht der Wind: In Gizzeria liegt die Kitesurf-Schule Hangloose (www.hangloosebeach.it).

Bloss nicht

Sich beklauen lassen

Besonders auf Brief- und Handtaschen in öffentlichen Verkehrsmitteln sollten Sie gut aufpassen. Auch trägt man beim Stadtbummel die Handtasche und den Fotoapparat grundsätzlich an der zur Hauswand gerichteten Seite, nie zur Straßenseite. Am sichersten sind Brust- und Bauchtaschen. Im Hotel sollten Sie nach bewachten Garagen fragen.

Fälschungen kaufen

Wer beim Kauf von gefälschter Markenware - z. B. Gucci-, Prada- oder Louis-Vuitton-Taschen - erwischt wird, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.

Getrennt abrechnen

Italienische Kellner und Gastbetriebe haben wenig Verständnis dafür, dass bei einer Gruppe von Gästen jeder für sich bezahlt. Egal, wie viel oder wie wenig einer gegessen hat, unter Italienern wird die Gesamtrechnung am Ende durch die Zahl derer geteilt, mit denen man gemeinsam gegessen hat.

Ungeduldig werden

Sie werden in Italien - besonders im Süden - einem anderen Zeitgefühl begegnen. Das führt häufig dazu, dass man mit organisatorischer Effizienz nicht weit kommt und oft scheinbar sinnlos warten muss. Dafür haben die Menschen aber viel mehr Zeit, was zu netten Begegnungen und manchmal wundersamen Lösungen von Problemen führen kann.

Der Platzzuweisung vorgreifen

Betreten Sie ein Restaurant, steuern Sie nicht gleich auf einen Tisch zu. Der Ober wird Ihnen einen Tisch zuweisen. Sie können Ihre Wünsche äußern, die gern berücksichtigt werden, sofern der betreffende Tisch nicht reserviert ist.

Allzu freizügig in Kirchen

Bitte nicht in Shorts oder mit nackten Schultern Kirchen besuchen, erst recht nicht während des Gottesdienstes.

Bestellen, ohne den Preis zu erfragen

In vielen Fällen empfiehlt es sich, vorher nach dem Preis zu fragen, z. B. vor einer Taxifahrt, bei der Zimmerbestellung, vor Inanspruchnahme einer Autowerkstatt oder wenn man das toskanische Steak, die fiorentina, oder Fisch bestellt, deren Preise häufig pro 100 g (etto) ausgezeichnet sind.

Zitronen oder Feigen pflücken

Vor allem im Süden kommt man vorbei an Gärten mit Bäumen voller Feigen, Zitronen und Orangen. Auch wenn sie einem fast in den Mund fallen, sollte man der Versuchung widerstehen. Oft trifft man jemanden: beim Bauernhaus, beim Arbeiten in den Plantagen - fragen Sie! In der Regel sind die Menschen stolz auf ihre Erzeugnisse und schenken Ihnen dann gern ein paar Früchte.

Stichworte

Amore

Längst hat der Latin Lover Glanz eingebüßt, und der kosmopolitischen Jugend an den italienischen Stränden ringt er allenfalls ein Grinsen ab. Vielleicht war die ganze Sache auch nur eine Wunschvorstellung, der die Italiener selbst und alle anderen liebend gern auf den Leim gegangen sind. Dabei ist es ein italienisches Mädchen, dem seit Jahrhunderten die romantischen Liebesphantasien aus aller Welt gelten: die tragische Liebesheldin Julia, Romeos Geliebte aus Verona - heute auch im Internet zu erreichen: www.julietclub.com, mit einem alljährlichen Preis für den schönsten Liebesbrief. Ganz im Zeichen der Liebe steht auch der hochromantische Aufenthalt in Verona zum Valentinstag: www.veronainlove.it. Vielleicht liegt es ja an der italienischen Sprache, in der es sich so schön schmachten lässt. So sind auch die besten Troubadoure immer noch Italiener: der melancholische Paolo Conte für die Damen und der knackige Eros Ramazzotti für die Mädchen.

Autos und Motorräder

Die schnelle Fortbewegung entspricht dem Temperament der Italiener, nur sie konnten ein so schnittiges Auto wie den feuerroten Ferrari aus Modena erfinden. Motorradfans schwören auf die italienische Kultmarke Ducati aus Bologna und kleine Mädchen auf den unschlagbaren Rennfahrer Valentino Rossi. Und wie rasende Schwärme flitzen die Vespafahrer durch die engen Gassen der italienischen Städte. Trotz hoher Autobahngebühren und Verkehrschaos in den Städten macht den Italienern Autofahren immer noch Spaß, spritzig und wendig tun sie es, aber auch ungeduldig und aggressiv. Das schüchtert fremde Autofahrer zunächst ein. Da heißt es dann: hinein in den Strom und auf die Reaktionsschnelligkeit der anderen vertrauen. Der Spaß ist längst an seine Grenzen gestoßen, denn die einst für Italien typische Unfallstatistik - viel Blechschaden und wenig Verkehrstote - stimmt so nicht mehr. Wegen Smog machen die großen Städte immer öfter ihre Zentren dicht, auch für Autos von Touristen. Dagegen kann man heute in so gut wie allen Stadtzentren des Landes Fahrräder ausleihen, meist in Bahnhofsnähe. Umweltbewusstsein nimmt also im italienischen Straßenverkehr Fahrt auf; auch das Autofahren mit schadstoffarmem Flüssiggas ist sehr verbreitet, Carsharing ist kein Fremdwort mehr, und Taxiunternehmen setzen auf das Hybridauto Prius.

Bar

Die Bar öffnet in aller Herrgottsfrühe mit dem Duft frischer cornetti (Hörnchen) und cappuccini. Im Lauf des Tages schauen Hausfrauen, Schulkinder, Arbeiter, Angestellte, Passanten herein. Am Nachmittag planen die Jugendlichen hier ihr abendliches Vergnügungsprogramm, und die Alten spielen endlos Karten. Dann schlägt die Stunde des Aperitifs, in den Städten ein Höhepunkt des Tages. Auf den Dörfern kehren die Männer nach dem Abendessen zum letzten Plausch zurück. Im Sommer beobachtet man vor der Bar das Treiben auf der Piazza. Mal nüchtern bis schäbig, mal kitschig aufgemotzt, immer häufiger richtig schick, ist die Bar das zweite Zuhause der Italiener und auch jedem Fremden ganz unverbindlich zugänglich.

Familie

Es gibt sie noch, die italienische Familie. Sie lebt aber nicht mehr als großer patriarchalischer Generationenbund unter einem Dach, sondern hat sich in Single- und Kleinfamilienhaushalte aufgelöst. Hinzu kommt der im einstmals so kinderfreundlichen Italien verblüffende Geburtenrückgang, mit statistisch kaum mehr als einem Kind pro Familie ein europäischer Minusrekord. Heute helfen die Einwanderer aus Afrika, Asien und Osteuropa, dass Italien nicht völlig überaltert. Die Familie existiert aber nach wie vor als Verbund gegenseitiger Hilfe bei Arbeitslosigkeit, Arbeitsbeschaffung und Wohnungsnot, bei der Altenbetreuung und fehlenden Kindergartenplätzen. In der Verwandtschaft findet man auch Handwerker, den Arzt, den Anwalt und einen günstigen Pelzmantel. Das mag zum Teil erklären, warum viele Italiener bei den hohen Preisen und oft niedrigen Löhnen über ihre Verhältnisse leben können - und weshalb viele Jugendliche sich den Auszug in eine eigene Wohnung kaum leisten können.

Giotto

Unter den vielen Künstlergenies, die Italien hervorgebracht hat, gebührt dem Maler und Baumeister Giotto di Bondone (1266-1337), Sohn eines Bauern aus einem Dorf bei Florenz, ein besonderer Platz. In der Zeit mächtiger Städte wie im Florenz des 13./14. Jhs. entwickelt Giotto einen neuen Malstil, fern vom Schematischen der byzantinischen Kunst des Mittelalters: Perspektive, farbliche Nuancierung, Bewegung, menschliche Charakterisierung - kurz: Realismus. Seine Malerei wird damit zum Ausgangspunkt für die Entwicklung einer typisch italienischen Maltradition, die aus dem "internationalen" Mittelalter herausführt. In den Uffizien in Florenz kann man sehr schön dieses Neue sehen, beim Vergleich der "Maestà" des Giotto mit der des Cimabue, des Lehrers Giottos und noch eine Generation älter. Hauptwerke Giottos sind die Fresken in der Cappella degli Scrovegni in Padua und die Fresken zum Leben des heiligen Franziskus in der Oberkirche von Assisi.

Heilige

Italien ist zu über 90 Prozent römisch-katholisch. Und mitten in seiner Hauptstadt lebt der Papst, oberster Hirte der Katholiken, in seinem Kleinstaat, dem Vatikan. Vor allem im Süden nehmen die Priester nach wie vor erheblichen Einfluss auf Politik und Wahlen. Derweil hält man sich im Volk an die Heerschar der unzähligen Heiligen in der Hoffnung auf ihren Beistand im Lebenskampf. Etwas ganz Besonderes ist Neapels Stadtheiliger San Gennaro: Im Mai und im September treffen sich die Gläubigen in seiner Kirche und beten so lange, bis sich sein Blut verflüssigt. Und Zulauf von Millionen Verehrern erhält der kürzlich heiliggesprochene Wunderheiler Padre Pio (1887-1968) in seinem Wallfahrtsort San Giovanni Rotondo in Apulien.

Immigration

Den Italienern fällt es schwer, ihr Land als "gelobtes Land" für Einwanderer wahrzunehmen. Zu stark verwurzelt ist ihre Vorstellung, aus Italien könne man nur auswandern, um anderswo nach Chancen zu suchen. Tatsächlich emigrierten von 1876 bis 1976 sage und schreibe 24 Mio. Italiener in alle Welt. Doch wie jede große Industrienation ist das Land längst Ziel von Hoffnungssuchenden aus aller Welt geworden, wie übervolle Boote vor den süditalienischen Küsten immer wieder deutlich vor Augen führen: 7,5 Prozent der Bevölkerung Italiens stammt heute aus Rumänien, Albanien, aus Afrika, Pakistan, China. Ohne sie sind die Wirtschaft und das soziale Gefüge Italiens nicht mehr vorstellbar, die Einwanderer betreuen die Alten und Kinder Italiens, betreiben Tante-Emma-Läden und Marktstände, arbeiten in den Krankenhäusern, Trattoriaküchen, bei der Müllabfuhr. Die Fabriken des Nordens und die Tomatenfelder des Südens könnten ohne die afrikanischen Arbeiter dicht machen bzw. lägen brach.

Mafia

Allein in Italien erwirtschaftet die Mafia jährlich rund 100 Mia. Euro, vor allem mit Schutzgelderpressung, Subventionserschleichung, Drogen und neuerdings bei der Müllentsorgung. Dass sie längst über die Grenzen Italiens hinaus operiert, ist in Deutschland mit den Morden in Duisburg 2006 wieder einmal deutlich geworden. Immer wieder gibt es Fahndungserfolge bei einst "unberührbaren" Bossen, auch die Zivilgesellschaft bemüht sich: So macht die Bewegung Addiopizzo ("Tschüs Schutzgeld") in Sizilien auf auch für Touristen relevante Betriebe wie Restaurants und Hotels aufmerksam, die sich den Schutzgelderpressungen mutig entgegenstellen; in Kalabrien tritt die Bewegung Ammazzatecitutti ("Tötet uns alle") mit öffentlichen Aktionen für ein stärkeres Legalitätsbewusstsein ein. Unter dem Label Libera Terra werden Öl, Wein und Pasta verkauft, die heute biologisch auf ehemaligem, konfiziertem Mafialand angebaut und produziert werden (www.liberaterra.it). Dennoch: Nicht umsonst wird die Mafia piovra, Krake, genannt, der ständig neue Fangarme nachwachsen.

Musica italiana

So vielfältig das Land, so reich seine Musikszene. Aus dem Norden kommen unglaublich populäre Altrocker wie Vasco Rossi, Zucchero, Ligabue und Gianna Nannini. Genua steht für die Tradition der Liedermacher, die berühmtesten sind Gino Paoli und der verstorbene, aber nach wie vor kultig verehrte Fabrizio De André. Im Süden hat sich eine eigene Musikrichtung entwickelt, eine Mischung aus den Rhythmen der traditionellen Volksmusik - allen voran die pizzica taranta aus Apulien - und modernem Sound. Vorreiter waren Teresa De Sio und Edoardo Bennato, ihre jungen Erben sind Gruppen wie Sud Sound System. Und Jazz, Pop und neapolitanischen Dialekt mischt Pino Daniele. Wer nach den klassischen canzoni napolitane sucht, sollte sich Roberto Murolo anhören. Und in den italienischen Charts? Die jungen Italienerinnen und Italiener hören melodiösen Pop von Gruppen wie Subsonica, Le Vibrazioni und Negroamaro. Eigenwillige Popbarden sind Tiziano Ferro, Sergio Cammariere, Simone Cristicchi sowie - auf weiblicher Seite - Carmen Consoli, Laura Pausini, Giorgia und die junge Malika Ayane. Viele dieser Künstler kann man auf den zahlreichen sommerlichen Festivals und Piazza-Events im Land live erleben.

Slow Food

Ihre kulinarischen Traditionen sind den Italienern mindestens ebenso wichtig wie ihre kunsthistorischen Schätze. Das zeigt der Erfolg der 1986 ins Leben gerufenen Vereinigung, die mit ausgewiesenen Speiselokalen, in denen man sorgfältig zubereitete lokale Spezialitäten bekommt, mit Geschmackskampagnen und Gastronomiemärkten gegen den industriellen Massengeschmack anzukämpfen begann. Anfangs fast ein wenig belächelt, hat Slow Food heute längst unter Beweis gestellt, dass guter Geschmack und die bewusste Nahrungsauswahl aus der nahen Umgebung und von lokalen Produzenten eng verknüpft ist mit Naturschutz und sozialem Bewusstsein. Mittlerweile gibt es Slow-Food-Anhänger in über 130 Ländern (Infos zu Veranstaltungen, Märkten und Messen in Italien unter www.slowfood.it).

Sprachen

Italien ist ein Land der Sprachenvielfalt. Zum Italienischen und dessen Dialekten kommen zehn weitere eigenständige Sprachen: im Friaul und in den Dolomitentälern Ladinisch, Deutsch in Südtirol (hier gleichberechtigt neben dem Italienischen) und im Trentino. In einigen Dörfern in Sizilien und Süditalien wird Albanisch gesprochen, Erbe albanischer Siedler aus dem 14. Jh. In Apulien und Kalabrien haben sich in einigen Dörfern griechische Sprachreste erhalten. In den nordostitalienischen Grenzprovinzen von Triest, Görz und Udine spricht man Slowenisch, Serbokroatisch in einigen Dörfern im süditalienischen Molise. In Alghero auf Sardinien hat Katalanisch überlebt wie auch das Frankoprovenzalische in den nordwestlichen Regionen Aostatal und Piemont. Französisch ist sogar zweite Amtssprache im Aostatal. Und kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache ist das Sardische. Der heute noch hoch verehrte und viel zitierte Nationaldichter Dante Alighieri aus Florenz (1265-1321) legte mit seiner "Göttlichen Komödie" in 15000 Versen die Grundlage für das Hochitalienische. Im 20. Jh. haben Schule und Fernsehen dafür gesorgt, dass sich die vielsprachigen Italiener untereinander verstehen.

Wirtschaft

In der zweiten Hälfte des 20. Jhs. hat sich Italien von einem bäuerlichen Agrarland zu einer hoch entwickelten Industrienation gewandelt. Im Dienstleistungsbereich dominiert der Tourismus. Wichtige Industriezweige sind der Maschinenbau, die Verpackungsindustrie sowie die Nahrungsmittelherstellung, aber auch traditionelle Bereiche wie die Textil- und die Schuhindustrie sind bedeutend für Italiens Wirtschaft. Diese profitieren von den Impulsen der weltweit renommierten italienischen Modedesigner, aber auch von einer bislang erfolgreichen Struktur der italienischen Wirtschaft, für die hoch spezialisierte Klein- und Mittelbetriebe, oft in Familienhand, charakteristisch sind. Sie residieren hauptsächlich in Nord- und Mittelitalien und sind als flexible Zulieferer wichtige Stützpfeiler der wenigen Großbetriebe, auch diese oft in Familienhand - siehe Ferrero (Nutella, Kinder), Benetton, Barilla und Fiat. Es kriselt jedoch: Produktionsverlagerung in Billiglohnländer ist auch in Italien ein Thema, Bürokratisierung, Staatsverschuldung und Steuerlast drücken, es fehlt an Investitionen in Bildung und Forschung, entsprechend schlecht sind die Chancen für junge Leute: Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosenquote von 10 Prozent beträgt 36 Prozent. Auch hinkt der Süden trotz jahrzehntelanger Subventionen stark hinterher. Ein großes Problem: die verbreitete Schattenwirtschaft, die Schwarzarbeit. Doch zahlreiche Reformen wurden zuletzt Erfolg versprechend in die Wege geleitet.

Bücher & Filme

Krimis

Eine ganze Reihe italienischer Krimiautoren begleiten durchs heutige Italien: Piero Soria und Margherita Oggero durch Turin und Piemont, Rosa Cerrato und Claudio Paglieri durch Genua und Ligurien, Andrea Vitali durch die Lombardei, Valerio Varesi und Kultautor Carlo Lucarelli durch die Emilia. Mit den Krimis von Marco Vichi und Nino Filastro lernen Sie Florenz kennen, mit Giannico Carofiglio Bari und Apulien. Alle (und noch viele mehr) sind auf Deutsch zu haben

Gomorrha

Wie brutal und zynisch es hinter den Postkartenbildern Italiens zugehen kann, das deckt die brisante Mafiareportage von Roberto Saviano auf, die auch in Deutschland zum Bestseller wurde

Grazie mille! Wie die Italiener unser Leben verschönert haben

Für die lebensfrohe Seite Italiens dankt die Autorin Carola Rönneburg in diesem amüsanten Buch

Arrivederci Roma

Stefan Ulrich nimmt humor- und liebevoll Abschied von seiner Zeit als Italienkorrespondent, kluges Lesevergnügen für Italienfans

habemus Papam

Nanni Morettis humorvoller Film von 2011 darüber, dass auch der höchste kirchliche Würdenträger nur ein Mensch ist, mit Selbstzweifeln und Träumen

Cesare deve morire

Shakespeares Drama Julius Caesar wird von der Theatergruppe der Insassen des Gefängnis Rebibbia gespielt, spannend verfilmt von Brüdern Taviani und 2012 auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet

Piazza Fontana: Romanzo di una strage

Großes politisches Kino von Filmer Marco Tullio Giordana von 2012 über das rechtsextremistische Bombenattentat 1969 in einer Bank im Zentrum Mailands und seine ideologisch-moralischen Auswirkungen bis heute

Fakten

Einwohner
60.317.000
Fläche
301.338 km²
Sprache
Italienisch
Währung
Euro
Strom
230 V, 50 Hz
Regierungssystem
Republik
Hauptstadt
Rom
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
02:28 Uhr
Zeitverschiebung
keine
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