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Chile

Check-in

Verkehrt und doch vertraut: Dieses Gefühl stellt sich ein, wenn Sie sich nach 16 Stunden Flug auf die Plaza de Armas, den Hauptplatz von Santiago, setzen und den Blick schweifen lassen. Verkehrt ist die Jahreszeit hier auf der Südhalbkugel. Vielleicht sind Sie im Herbst abgeflogen und finden sich nun im Frühling wieder. Die Sonne steht zu Mittag zwar im Norden, aber sie wärmt zuverlässig. Vertraut europäisch ist die Szenerie: hier spanisch anmutende Arkaden, dort ein stolzes Palais, an der Ecke ein Spiegelglasturm neben der neoklassizistischen Kathedrale. Vertraut auch die Gesichter der Menschen: typische Latinos? Fehlanzeige! Geschäftsleute in Designeranzügen, kichernde Schulmädchen, Büroangestellte, Managerinnen mit Handy am Ohr.

Auf der Plaza sitzen Sie im Auge des Hurrikans: Während ringsum das Leben der Millionenstadt pulsiert, verfallen die Menschen hier in den Schlenderschritt, schauen den Schachspielern über die Schulter oder lauschen einem Streichquartett. Das Klischeebild einer chaotischen lateinamerikanischen Metropole erweist sich als unzutreffend: Ruhig und zivilisiert geht es hier zu, kaum ein Bettler fleht Sie an, kein Taxifahrer hupt Ihnen hinterher - allenfalls preist ein Straßenverkäufer Billigschmuck an. Freilich verstehen Sie die Chilenen anfangs kaum, auch wenn Sie glauben, Spanisch zu können: Die Chilenen sind Meister im Schnellsprechen und Verschlucken von Endungen.

Und doch kommen Sie schnell ins Gespräch mit dem Banknachbarn, der Zeitung liest, oder dem Verkäufer, der sich als Deutschstudent entpuppt. Die Chilenen sind unaufdringlich, aber neugierig und ernsthaft interessiert an Besuchern aus dem fernen Europa. Woher, wohin, "¿Te gusta Chile?" (Gefällt dir Chile?) sind stets die ersten Fragen. Und dann stellt sich heraus, dass der Schwager einer Tante mal in Hamburg gelebt hat genau wie Sie, und im Nu sind Sie ein amigo und zum Grillen eingeladen.

Dass Chile zu überraschen versteht, haben Sie schon beim Anflug auf Santiagos Flughafen bemerkt. Gleich hinter dem Häusermeer ragt die schneebedeckte Andenkette auf und lässt erahnen, welche Naturschönheiten das Land bereithält. Chile liegt am Ende der Welt, aber welch ein furioses Ende ist das! Die Sage geht, Gott habe nach der Erschaffung der Welt die Überreste hinter das letzte Gebirge gekehrt - und da sind sie: Vulkane, Regenwälder, Wüsten, Steppen, Gletscher, Flüsse, heiße Quellen und endlose Strände. Kein anderes Land vereint so viele landschaftliche Kontraste und Klimazonen wie Chile. Schon die Form sucht ihresgleichen: ein im Schnitt nur etwa 180 km breiter, aber 4300 km langer Streifen, eingezwängt zwischen der bis zu 7000 m hohen Kordillere im Osten und dem Pazifischen Ozean im Westen. Auf Europa projiziert, reicht Chile von Nordnorwegen bis in die Sahara! Dabei ist Chile zwar mit rund 750000 km2 mehr als doppelt so groß wie Deutschland, wird aber von nur 17 Mio. Menschen bewohnt, und die meisten drängen sich zudem in der fruchtbaren Zentralzone. Große Teile des Landes, die Wüsten des Nordens ebenso wie die Anden und die Fjordlandschaft Patagoniens, sind nur dünn besiedelt.

Schon für die spanischen Eroberer spielte der abgelegene Landstrich nur eine untergeordnete Rolle, fanden sie doch hier weder Gold noch Silber. Mit ein paar Forts und Proviantlagern an der Küste garantierten sie den Seeweg ums Kap Hoorn, und die Haziendas in Mittelchile lieferten Lebensmittel ins Vizekönigreich Peru. Weiter südlich verteidigten die Mapuche über Jahrhunderte ihre angestammten Siedlungsgebiete. Erst ab Mitte des 19. Jhs., nach dem Sieg der Unabhängigkeitsbewegung über die spanischen Truppen und der Gründung der Republik Chile, wurde der Süden von Kleinbauern und Handwerkern aus Mitteleuropa kolonisiert - darunter viele Deutsche. Allmählich dehnte der junge Staat sein Hoheitsgebiet aus. Als der Abbau von Salpeter lukrativ wurde, eroberten die Chilenen die Atacamawüste. Im Wettlauf um die Kontrolle der Magellan-Straße zeigten sie auch am Südzipfel des Kontinents Flagge, schließlich annektierten sie sogar die 3800 km vor der Küste gelegene Osterinsel.

Ende des 19. Jhs. begann der industrielle Abbau von Kupfererzen, und Chile stieg zum weltgrößten Produzenten des roten Metalls auf. Die einseitige Abhängigkeit von der Rohstoffausfuhr hat in der Vergangenheit immer wieder zu Krisen geführt. Aber seit den von der Militärregierung in den 1980er-Jahren verfügten neoliberalen Reformen, der Privatisierung der Staatsbetriebe und der Öffnung zum Weltmarkt sind Chiles Land- und Forstwirtschaft blühende Wirtschaftszweige geworden. Chilenische Erdbeeren, Pfirsiche und Trauben gehen per Luftfracht in die Supermärkte der Nordhalbkugel. Ebenso Butter, Wein und Tiefkühlfisch: Chile ist zum zweitgrößten Lachsexporteur nach Norwegen avanciert.

Das Wirtschaftswachstum der letzten zwei Jahrzehnte hat Chile den Status eines Schwellenlandes und einer wachsenden Mittelschicht relativen Wohlstand beschert. Zwar lebt offiziell immer noch ein Siebtel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, doch im internen lateinamerikanischen Vergleich schneidet Chile, was die wirtschaftliche Stabilität und den Lebensstandard angeht, gut ab. Dies ist nicht zuletzt dem Fleiß und dem Ehrgeiz der Chilenen geschuldet. Sie gelten als die "Preußen des Kontinents"; Korruption und Schlendrian halten sich in Grenzen, und nirgends auf der Welt wird so lange gearbeitet wie hier (2400 Stunden im Jahr). Auch politisch hat Chile zu jener Stabilität zurückgefunden, die das Land bis 1973 vom Rest Lateinamerikas abhob. Damals putschte das Militär gegen den linken Präsidenten Salvador Allende und seinen "chilenischen Weg zum Sozialismus". Bis 1990 herrschte General Augusto Pinochet als Diktator mit eiserner Hand, bevor er sich freiwillig abwählen ließ. Die Spuren von drei Jahren sozialistischem Experiment und 17 Jahren Militärdiktatur verschwinden in den Köpfen nur sehr langsam. Eine echte Aufarbeitung dieses nationalen Traumas steht noch immer aus.

Chile ist seiner Randlage überdrüssig geworden und der Welt nahe gerückt: durch politische Integration, durch Freihandelsabkommen z. B. mit der EU und nicht zuletzt durch den Tourismus. Nirgends in Südamerika können Sie so sicher und unbekümmert reisen wie zwischen Arica und Puerto Williams. Ein guter Rat: Unterschätzen Sie die Entfernungen nicht! Das Land verfügt zwar über ein gutes Verkehrsnetz, doch jenseits der urbanen Zentren endet der Asphalt, verstummt das Handy, sind es plötzlich 100 km bis zur nächsten Siedlung. Die Reise ins Land am Ende der Welt ist immer noch ein Abenteuer, wenn auch ein kalkulierbares. Bringen Sie genügend Zeit mit, oder begnügen Sie sich mit einer Region - und kommen Sie im nächsten Jahr wieder!

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

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Reisezeit

Januar
sehr gut
29°C
Februar
sehr gut
29°C
März
sehr gut
27°C
April
sehr gut
23°C
Mai
sehr gut
18°C
Juni
sehr gut
14°C
Juli
sehr gut
15°C
August
sehr gut
17°C
September
sehr gut
19°C
Oktober
sehr gut
22°C
November
sehr gut
26°C
Dezember
sehr gut
28°C

Die beste Reisezeit für Chile sind die Monate Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 22° Celsius erreicht. Der sonnigste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 11 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur im kältesten Monat bei lediglich 14° Celsius bei 6 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 22° Celsius und die Nachttemperatur bei 7° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 3 Tagen. Die regenreichsten Monate sind Juni und Juli.

Mehr zu Klima und Reisezeit

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Praktische Hinweise

Anreise

Die weite Flugreise (mind. 16 Std.) ist nicht billig, selbst nicht bei Last-Minute-Angeboten. Zur Auswahl stehen ab Frankfurt/M. Lufthansa (umsteigen in Buenos Aires oder São Paulo), TAM (São Paulo), Aerolíneas Argentinas (Buenos Aires), Air France (Paris), Iberia (Madrid) und LAN (Direktflug über Madrid), die chilenische Fluglinie. Bei LAN (www.lan.com) können Sie sich außerdem den praktischen South America Airpass besorgen, mit dem Sie auf Couponbasis innerhalb Chiles bzw. ganz Südamerikas fliegen können (nur zusammen mit dem Überseeflug zu buchen). Ein Chile-Coupon kostet 90-138 US $, wenn Sie mit LAN anreisen, sonst 107-165 US $.

Wer aus Zürich abfliegt, gelangt mit Swiss nach Santiago (Umsteigen in São Paulo). Wer aus Wien kommt, muss in Frankfurt/M. umsteigen. Eine preiswerte, aber langwierige Variante ist der Umweg über einen Flughafen in Nordamerika. Air Canada, American Airlines und Delta fliegen täglich nach Santiago. Der Mindestpreis für einen Flug von Mitteleuropa nach Chile beträgt ca. 800 Euro. Günstige Sondertickets können meist nur gegen hohe Gebühren umgebucht werden.

Auskunft

Generalkonsulat von Chile

Kleine Reichenstr. 1/IV | 20457 Hamburg | Tel. 040 335835 | www.chileinfo.de

Arge Lateinamerika

Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als überregionale Infostelle für den Tourismus in Südamerika. An der Ruhbank 26 | 61138 Niederdorfelden | Tel. 06101 987712 | www.lateinamerika.org

Chile Travel

Offizielle Tourismus-Website Chiles, mit allgemeinen Infos, Anregungen und Videos, auch auf Deutsch: www.chile.travel

ContactChile

Die Website der deutschsprachigen Serviceagentur in Santiago bietet umfangreiche Landesinfos, Austauschprogramme und Hilfe bei der Buchung touristischer Dienstleistungen: www.contactchile.de

Fair Chile

Die gemeinnützige Stiftung Trekkingchile hat dieses Programm initiiert, über das Touristen und Reiseveranstalter ihren "ökologischen Fußabdruck" kompensieren können. Mit den Einnahmen aus Spenden und dem Verkauf von Ökoprodukten wird u.a. die Aufforstung mit einheimischen Baumarten finanziert. www.trekkingchile.com/fair-chile/de

Sernatur

Nationales Tourismusbüro mit zahlreichen Zweigstellen; Santiago: Av. Providencia 1550 | Tel. 2 7318310 | Mo-Fr 9-20, Sa 9-14 Uhr | www.sernatur.cl

This is Chile

Reisen, studieren, leben, Geschäfte machen - um diese Themen kreisen die Infos und Reportagen der offiziellen Website www.thisischile.cl (Engl./Span.)

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt innerorts 60, auf Landstraßen 100, auf Autobahnen 120 km/h. Das Autofahren ist ungefährlich, wenn man bestimmte Regeln beachtet: 1. Fahren Sie möglichst in Begleitung einer anderen Person, die Sie am Steuer ablösen kann. 2. Tanken Sie immer voll und in abgelegenen Regionen bei jeder Gelegenheit; die Abstände zwischen den Tankstellen können 100 km oder mehr betragen. 3. Erkundigen Sie sich bei den Carabineros nach dem Zustand von Pisten in abgelegenen Gebieten. 4. Befahren Sie Schotterstraßen vorsichtig und begegnen Sie anderen Fahrzeugen langsam (Steinschlag!). 5. Vermeiden Sie Nachtfahrten. 6. Lassen Sie im Wagen keine Wertgegenstände oder Gepäck offen zurück. 7. Besorgen Sie sich gute Karten bei www.trekkingchile.com/karten oder der Tankstellenkette Copec.

Busse & Bahnen

Chile ist bis ins letzte Dorf mit einem guten Busnetz überzogen. Auf den Überlandstrecken fahren moderne, klimatisierte Busse mit Toiletten. Für lange Strecken sollte man 1. Klasse (salón cama) wählen - die Preise sind vergleichsweise niedrig. Das größte Streckennetz und einen guten Service bietet die Gesellschaft Tur-Bus, auf deren Website man die Tickets online buchen kann; je früher, desto günstiger: www.turbus.com.

Züge verkehren nur noch zwischen Santiago und Chillán (mit Speisewagen). Auskunft in Santiago: Tel. 600 5855000 | www.terrasur.cl

Camping

Vor allem in Touristenzentren und Nationalparks finden sich gut ausgestattete Campingplätze. In manchen Schutzgebieten ist "wild zelten" mit Einschränkungen gestattet. Auf Zeltplätzen am Strand und in populären Urlaubsorten geht es meist sehr lebhaft zu - bis tief in die Nacht … Einen Campingführer für Chile sucht man leider vergeblich.

Diplomatische Vertretungen

Chilenische Botschaften

- Mohrenstr. 42 | D-10117 Berlin | Tel. 030 7262035 | consulado1@echile.de

Konsulatsadressen unter www.echile.de

- Lugeck 1 | A-1010 Wien | Tel. 01 5129208 | echile.austria@minrel.gov.cl

- Eigerplatz 5 | CH-3007 Bern | Tel. 031 3700058 | embajada@embachile.ch

Deutsche Botschaft

Las Hualtatas 5677 | Vitacura, Santiago | Tel. 2 4632500 | www.santiago.diplo.de

Österreichische Botschaft

Barros Errázuriz 1968 | Providencia, Santiago | Tel. 2 2234774 | www.aussenministerium.at/botschaft/santiago-dechile

Schweizer Botschaft

Av. Vespucio Sur 100, piso 14 | Las Condes, Santiago | Tel. 2 9280100 | www.eda.ad min.ch/santiago

Einreise

Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erhalten an der Grenze ein dreimonatiges Touristenvisum. Der Durchschlag des Formulars muss bis zur Ausreise aufgehoben werden. Besorgen Sie sich bei Verlust Ersatz (Policía Internacional in Santiago, General Borgoño 1052, oder jedes Polizeirevier).

Frauen allein

Der chilenische machismo ist relativ harmlos, alleinreisende Frauen haben daher außer "Komplimenten" wenig zu fürchten. Vermeiden Sie freizügige Kleidung; BH ist Pflicht, FKK oder oben ohne am Strand nicht üblich.

Geld & Preise

Landeswährung ist der Peso; Münzen gibt es zu 1, 5, 10, 50, 100 und 500 Pesos, Banknoten zu 1000, 2000, 5000, 10000 und 20000 Pesos. Ein Euro entspricht zzt. ca. 640 Pesos (Stand Februar 2013).

Banken haben 9-14 Uhr geöffnet. Bargeld tauschen Sie günstiger bei einer der Wechselstuben (casas de cambio) in Santiago. An Bankautomaten mit dem Logo "Redbanc" können Sie mit EC- oder Kreditkarte Bargeld abheben (ca. 400 Euro pro Tag in Pesos). Die meisten Hotels, Restaurants und Geschäfte akzeptieren Kreditkarten (Visa, Mastercard). Stecken Sie für Reisen in abgelegene Regionen genügend Bargeld ein.

Obwohl der Euro im Zuge der Krise 2012 an Kaufkraft verloren hat, ist Chile immer noch bezahlbar. Zu den preiswerten Dingen gehören Busse und Bahnen, einfache Restaurants, Obst und Gemüse sowie viele Souvenirs. Unterkünfte können hingegen schnell europäisches Preisniveau erreichen, ebenso die meisten Lebensmittel und Industrieprodukte.

Gesundheit

Im Notfall finden Sie in allen großen Städten Privatkliniken mit erstklassigem medizinischem Standard; viele Ärzte sprechen Englisch. Apotheken (farmacias) sind oft bis tief in die Nacht geöffnet oder zeigen den nächstgelegenen Notdienst an. In Chile sind alle handelsüblichen Medikamente erhältlich. Spezielle Impfungen sind nicht notwendig. Wer Salate, Fruchtsäfte, in Fett Gebratenes oder ungeschälte Früchte auf schmuddeligen Märkten zu sich nimmt, muss sich über die folgende "Chilenitis" nicht wundern. Vorsicht auch mit rohem Fisch und Meeresfrüchten! Ernstzunehmen ist auch der Hantavirus, der von einer Mäuseart übertragen wird. Meiden Sie deshalb in ländlichen Gegenden nach Möglichkeit Bungalows oder Schutzhütten, die längere Zeit nicht gelüftet und gesäubert wurden.

Inlandsflüge

Angesichts der riesigen Entfernungen ist Fliegen oft der einzige praktikable Weg, um Ziele im Norden oder Süden zu erreichen. Den Markt dominiert die chilenische Gesellschaft LAN; einziger landesweit operierender Konkurrent: Sky Airline. Ein Flug von Santiago ins rund 2000 km südlich gelegene Punta Arenas kostet hin und zurück in der Billigklasse ca. 120 Euro. LAN: Tel. 600 5262000 | www.lan.com; Sky Airline: Tel. 600 6002828 | www.skyairline.cl

Internetzugang/WLAN

Wenn Sie den Daheimgebliebenen per Mail, Skype, Facebook & Co. von Ihrer Reise vorschwärmen und sie mit Fotos beeindrucken möchten, wird Ihnen das in Chile nicht schwerfallen. Zumindest die größeren Städte und Touristenzentren sind gut ans Internet angebunden. In den meisten Unterkünften gehört die WLAN-Verbindung für Gäste zum (kostenlosen) Standard, oft stehen auch Internet-PCs zur Verfügung. Ebenso kann man sich mit Notebook, Tablet oder Smartphone in den meisten Cafés und Restaurants einklinken und lossurfen - fragen Sie die Bedienung nach dem Passwort (la clave).

Schwieriger wird das in abgelegenen Gegenden wie San Pedro de Atacama oder Torres del Paine: Hier kommt kein Glasfaserkabel mehr hin, und Internet läuft - wenn überhaupt - über das Handynetz und ist langsam und teuer. Da kann ein Prepaid-Surfstick fürs Mobilfunknetz nützlich sein (internet móvil), den Sie sich in einem Handyladen oder Kaufhaus für ca. 30 Euro (Startguthaben inklusive) besorgen können; nachgeladen wird per Kreditkarte. In ländlichen Gebieten, die kein 3G-Standard erreicht, kann das mobile Surfen freilich eine langwierige Angelegenheit werden.

Kleidung

So leicht, leger und bunt wie möglich - am Strand. T-Shirt und (lange) Hose sind für fast alle Gelegenheiten ausreichend, dazu Sportschuhe. In Restaurants und öffentlichen Gebäuden legen die Chilenen aber großen Wert auf korrekte Kleidung. Kurze Hosen sind in der Stadt tabu, ebenso Sandalen. In den Anden und in Patagonien ist warme, wetterfeste Kleidung angesagt.

Klima & Reisezeit

Heiß und trocken ist es im Norden, im äußersten Süden dagegen selbst im chilenischen Sommer (Nov.-März) kühl und wechselhaft. Die mittleren Regionen haben ein angenehmes, fast mediterranes Klima mit langen, trockenen Sommern und einer Regenzeit (Mai-Aug.). Die Jahreszeiten in Chile sind gegenüber Europa um 6 Monate versetzt. Die schönste Reisezeit für Mittel- und Südchile ist Nov.-März, im Norden das ganze Jahr über.

Mietwagen

In der Regel genügt ein nationaler Führerschein; erforderlich ist eine ausreichend gedeckte internationale Kreditkarte. Die Preise reichen bei lokalen Anbietern von 40 Euro/Tag für einen Kleinwagen bis zu 90 Euro für einen geländegängigen Pickup, bei internationalen Firmen liegen sie z. T. noch weit darüber. Beim Abschluss des Mietvertrags sollte man auf unbegrenzte Kilometerzahl und Pannendienst achten sowie eine Vollkaskoversicherung einbeziehen. Einwegmieten können angesichts der großen Entfernungen teuer werden. Auch für die Fahrt nach Argentinien wird ein Zuschlag berechnet. Vergewissern Sie sich bei der Übernahme, dass Wagenheber, Ersatzreifen usw. vorhanden sind! Angebote für Autovermietungen finden Sie auch unter www.marcopolo.de.

Notruf

Notrufnummer Polizei (carabineros): Tel. 133, Ambulanz: Tel. 131

Post

Ein Standardbrief nach Europa kostet ca. 70 Cent und braucht 5-8 Tage. Briefkästen sind unüblich, die Post (correos) unterhält überall Filialen.

Strom

Netzspannung 220 Volt, 50 Hertz-Wechselstrom. Für die Steckdosen benötigen Sie einen Adapter.

Taxi

Fahren Sie nicht los, ohne einen Pauschalpreis ausgehandelt zu haben bzw. ohne dass der Taxameter eingeschaltet ist. Taxifahren ist billig, aber oft mühselig, da sich die Fahrer selten auskennen. Lassen Sie sich, wenn möglich, lieber ein Funktaxi (radiotaxi) rufen: Diese Firmen bieten mehr Sicherheit, modernere Wagen und moderate Fixpreise.

Telefon & Handy

Chile (Vorwahl 0056) verfügt über ein modernes Telefonnetz mit mehreren Anbietern. Erkundigen Sie sich nach einem preiswerten carrier und der entsprechenden Einwahl für Anrufe ins Ausland. Tarife ändern sich oft, meist haben die Hotels oder Centros de llamadas (öffentliche Telefonzentralen) ohnehin einen Vertrag mit einer Gesellschaft. Wer viel telefoniert, ist mit einer internationalen Telefonkarte gut beraten. Noch günstiger ist es, über das Internet per Skype oder einen ähnlichen Anbieter zu telefonieren.

Handys sind weit verbreitet, allerdings brechen die Digitalnetze in abgelegenen Regionen schnell zusammen. Die meisten deutschen Mobilfunkbetreiber bieten für Chile Roaming an, Sie benötigen dafür ein Tribandgerät. Erkundigen Sie sich vorher nach den meist stolzen Tarifen. Die SIM-Karte Ihres Handys gegen einen chilenischen Prepaidchip auszutauschen ist ähnlich preiswert, wie sich vor Ort ein Prepaidhandy mit Gesprächsguthaben zu kaufen. Chilenische Handynummern sind achtstellig; bei der Anwahl aus dem Festnetz wird 09 vorgewählt.

Trinkgeld

Ca. 10 Prozent Trinkgeld werden im Restaurant erwartet; man lässt einen Teil des Wechselgeldes zurück. Kofferträger, Schuhputzer (mit festen Tarifen), Zimmermädchen und andere dienstbare Geister erwarten ein paar Pesos, weil sie davon leben müssen.

Zeit

Da sich die deutsche und die chilenische Sommerzeit teilweise überschneiden, kommt es zu einem "Zeitsalat", vor dem insbesondere Computer und Smartphones gern kapitulieren. Während der deutschen Winterzeit (Ende Okt.-Ende März) liegt Chile 4 Stunden gegenüber der MEZ zurück. Ende März-Ende April sowie Anfang Sept.- Ende Okt. beträgt der Unterschied 5, Mai-August 6 Stunden.

Zoll

500 Zigaretten, 2,5 l Wein oder 1 l Hochprozentiges können zollfrei eingeführt werden. Die chilenischen Behörden beschlagnahmen frisches Obst und Gemüse, Samen, Honig, nicht pasteurisierte Milchprodukte, Wurst und Fleisch. Deklarieren Sie solche Produkte unbedingt, die Kontrollen sind streng und die Strafen empfindlich! In die Länder der EU dürfen bei der Rückreise eingeführt werden: Geschenke im Wert von bis zu 430 Euro, 200 Zigaretten, 500 g Kaffee, 50 g Parfüm, 2 l Wein und 1 l Spirituosen. Streng verboten ist die Einfuhr von Souvenirs, die aus geschützten Tieren oder Pflanzen hergestellt wurden.

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

1. Jan.

Neujahr

März/April

Ostern(nur Karfreitag ist arbeitsfrei)

1. Mai

Tag der Arbeit

21. Mai

Seeschlacht von Iquique

*29. Juni

Peter und Paul

16. Juli

Jungfrau Carmen

15. Aug.

Mariä Himmelfahrt

18. Sept.

Unabhängigkeitstag

19. Sept.

Tag des Heeres

*12. Okt.

Entdeckung Amerikas

*31. Okt.

Tag der ev. und protestantischen Kirchen

1. Nov.

Allerheiligen

8. Dez.

Mariä Empfängnis

25. Dez.

Weihnachten

Allgemein

(* Diese Feiertage werden auf den jeweils nächsten Montag verlegt)

Feste

Januar

Theatermonat: Erstklassige Inszenierungen aus Chile und Gastländern in Dutzenden Spielstätten und unter freiem Himmel. www.stgoamil.cl

Musikwochen: Renommierte Klassikfestspiele in Frutillar am Ufer des Llanquihue-Sees (Ende Jan./Anf. Feb.). www.semanasmusicales.cl

Februar

Tapati: Volksfest auf der Osterinsel mit Tanz, Sängerwettstreit und Ethno-Triathlon (Anf. Feb.)

Festival de Viña: internationales Schlagerfest in Viña del Mar (Mitte Feb.)

März

Vendimia: Weinlesefest in den Winzerhochburgen, am besten das in Curicó. Hier werden die Trauben barfuß gestampft und die Weinkönigin mit Flaschen abgewogen (Mitte März-Mitte April).

Rodeo: Beim nationalen Stiertreiber-Finale in Rancagua werden die besten huasos gekürt und mit einem zünftigen Volksfest gefeiert (Ende März/Anfang April). www.huasosyrodeo.cl

April/Mai

Cumbre Guachaca: Oktoberfest auf chilenisch in der Hauptstadt Santiago - mit viel Folklore, viel Tanz und noch mehr Rotwein bis zum Morgengrauen. www.guachacas.cl

Juli

Fiesta de La Tirana: Das einsame Wüstennest bei Iquique füllt sich mit 100000 Pilgern aus dem ganzen Land, die der Jungfrau Carmen huldigen. Aymara-Tanzgruppen stampfen mit Tubas, Trommeln und Teufelsmasken tagelang durch die staubigen Straßen (12.-18.7.). Ähnliche Feste gibt es auch noch in vielen anderen Dörfern Nordchiles zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

September

Mes de la Patria: Im "Monat des Vaterlands" werden die Häuser und Autos mit Wimpeln und Nationalflaggen geschmückt, und rund um den Nationalfeiertag Dieciocho (18.9.) wird in Festzelten landauf, landab die chilenische cueca getanzt - bis am Abend doch die Salsa-Scheiben aufgelegt werden. Dazu gibt es empanadas (Teigtaschen) und anticuchos (Fleischspieße) satt, und chicha (Federweißer) und tinto (Rotwein) fließen in Strömen ...

Dezember

Año Nuevo: Hunderttausende Schau- und Feierlustige pilgern zu Silvester nach Valparaíso und nach Viña del Mar, um von einem der Hügel oder vom Ufer aus um Mitternacht eine gute Sicht auf das bombastische Feuerwerk über der Hafenbucht zu haben.

Bloss nicht

Bei Erdbeben in Panik geraten

Leichte Erdbeben sind häufig, meist aber kaum spürbar. Sollte es einmal stärker "wackeln", verlassen Sie auf keinen Fall panikartig den Raum oder das Gebäude, sondern suchen Sie unter dem Türbogen, notfalls unter einem Tisch Schutz. Vermeiden Sie die Benutzung von Aufzügen. Eine Taschenlampe sollte griffbereit sein.

Polizisten gegenüber respektlos sein

Die carabineros lassen nicht mit sich spaßen und schon gar nicht mit sich handeln. Allenfalls können Sie auf einen "Gringo-Bonus" hoffen, wenn Sie in die Radarfalle getappt sind und nett bleiben. "Trinkgeldangebote" sind völlig fehl am Platz. Dafür können Sie im Notfall auf korrekte Hilfe rechnen.

Pünktlich kommen

Die Chilenen kommen zu Verabredungen gern eine Viertelstunde zu spät ("der Stau!") und rufen grundsätzlich nicht zurück. Als geradezu unhöflich gilt es, bei privaten Einladungen pünktlich auf die Minute aufzukreuzen - mindestens eine halbe Stunde Puffer sollten Sie den Gastgebern einräumen.

Sich selbst überschätzen

Der Pazifik ist nicht die Ostsee, die Anden sind nicht die Alpen ... Jedes Jahr sterben Touristen, weil sie die örtlichen Gegebenheiten unter- und ihre Fähigkeiten überschätzen. Daher: Baden Sie nur in geschützten Buchten oder an Stränden mit grüner Flagge, und halten Sie respektvollen Abstand zur vielerorts tückischen Brandung! Gehen Sie nur mit ortskundiger Begleitung, guter Ausrüstung und ausreichend Vorräten ins Hochgebirge! Geben Sie vor Touren in einsame Nationalparks den Parkrangern Bescheid, wohin Sie gehen! Und nehmen Sie den Fuß vom Gas auf losen Schotterpisten ...

Das Küsschen vergessen

Chilenischen Frauen darf man oder frau bei der Begrüßung ein (und nur ein!) Küsschen auf die rechte Wange hauchen - egal, ob man sich kennt oder nicht! Bei förmlichen Anlässen oder großem Altersunterschied können Sie der Dame auch die Hand geben, oder beides zugleich. Männer untereinander begrüßen sich mit Handschlag, gute Freunde auch mit Schulterklopfen und Umarmung.

Unvorsichtig sein

Chile ist das sicherste Reiseland in Südamerika. Trotzdem können Sie Zielobjekt von Kleinkriminellen werden, die gern in Fußgängerzonen, vollen Bussen, dicht besetzten Cafés oder an belebten Badestränden zuschlagen. Tragen Sie keine Wertsachen offen mit sich herum, verstecken Sie Ihr Geld, tragen Sie Taschen im Gedränge vor dem Körper, lassen Sie Ausweise im Hotelsafe (führen Sie nur Kopien mit), leisten Sie bei einem Überfall keine Gegenwehr.

Bücher & Filme

Liebesgedichte

Der Band enthält die berühmten Zwanzig Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung des chilenischen Nationaldichters Pablo Neruda (1904-73), der 1971 den Nobelpreis für Literatur bekam

Ich bekenne, ich habe gelebt

Die deutsche Ausgabe der viel gelesenen Autobiografie von Pablo Neruda erschien 1974

Das Geisterhaus

Die Chronik einer chilenischen Oberschichtsfamilie wurde zu dem (auch verfilmten) Welterfolg der berühmtesten chilenischen Erzählerin Isabel Allende, einer Nichte Salvador Allendes

Mit brennender Geduld

Antonio Skármetas poetischer Roman erzählt die (fiktive) Geschichte von Pablo Nerudas Briefträger

Der Alte, der Liebesromane las

Leicht verdaulicher, aber sehr unterhaltsamer Krimi des in Europa lebenden chilenischen Schriftstellers Luis Sepúlveda

Machuca, mein Freund

Andrés Wood setzte 2004 die sozialen Experimente und Konfrontationen der Allende-Zeit aus der Sicht eines Halbwüchsigen bildstark in Szene

La Nana (Die Perle)

Fern von Klischees, einfühlsam und immer auf dem Grat zwischen Komik und Ernst erzählt Sebastián Silva von dem verschrobenen Hausmädchen Raquel (toll: Catalina Saavedra) - 1. Preis auf dem Sundance-Festival 2009

3-14 °C
3 h/Tag

Fakten

Einwohner 17.373.831
Fläche 756.102 km²
Sprache Spanisch
Währung chilenischer Peso
Strom 220 V, 50 Hz
Regierungssystem Republik
Hauptstadt Santiago de Chile
Reisepass / Visum notwendig
Ortszeit 18:55 Uhr
Zeitverschiebung -6 h (zu MESZ)

Anreise

17h
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