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Chile

Check-in

Rote Felsschluchten, Strände, tiefblaue Seen, schneebedeckte Vulkane, Gletscher – kein anderes Land der Welt vereint so viele landschaftliche Kontraste und Klimazonen wie Chile. Auch seine Form und Lage sind einzigartig: Ein schmaler Streifen von etwa 180 km Breite und 4300 km Länge erstreckt sich zwischen Andengebirge und Pazifischem Ozean.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

130 km nördlich von Puerto Natales liegt eines der attraktivsten Reiseziele des Landes. Der Nationalpark Torres del Paine, von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt, zählt zu den wunderbarsten…
Großtümmler zeigen neben dem Boot ihre Sprungkünste, vom Ufer schauen Pinguine neugierig zu: Das Naturschutzgebiet Pingüino de Humboldt vor der Felsenküste 120 Straßenkilometer nördlich von La…
Geduckte Lehmziegelhäuser in Ocker und Rot, spitze Kirchtürme zwischen Papayaplantagen, Weinfelder, die an den Kakteenhängen nach oben drängen, ringsum kahle Wüstenberge: Im Valle del Elqui wird…
Die Besteigung des Vulkans Villarrica ist ein Erlebnis, schließlich ist der 2847 m hohe Kegel mit der ewigen Eiskappe einer der aktivsten Vulkane Chiles und der einzige, in dessen Schlund man die…
Die Kulisse der in allen Farben schillernden Nadelspitzen und Salzberge könnte jederzeit für einen surrealen Sciencefictionfilm herhalten. Das „Mondtal“ mit seinen bizarren, in der Abendsonne…
In diesem Nationalpark östlich von Temuco (ca. 125 km) hat die Natur die reizvolle Kombination von wilder Vulkanlandschaft, Bergseen und Araukarienwäldern zur Perfektion gebracht. Der Kegelvulkan…
Die „Südstraße“ wurde ab den 1980er-Jahren in die Unwegsamkeit getrieben und erschloss weite Teile Nordpatagoniens, die bis dahin nicht oder nur per Schiff zugänglich waren. Auf den ca. 500 km…
Die im östlichen Pazifik gelegene, 171 km2 große, auch Rapa Nui genannte Insel gehört seit 1888 zu Chile. Spanisch ist neben Polynesisch die offizielle Sprache. Drei erloschene Vulkane mit…
Ein paar Straßenecken entfernt vom hektischen Stadtzentrum kannst du eine andere Seite der Metropole kennenlernen: Einst wohnte im Barrio Yungay die Oberschicht. Sie lies prunkvolle Häuser zurück,…
Die Insel Chiloé, 250 km lang und 50 km breit (150 000 Ew.), liegt wie eine grüne Riesenschildkröte vor dem chilenischen Festland im Pazifik. Die Bewohner der Hauptinsel und der vorgelagerten…
Nicht umsonst wird sie La Joya del Pacífico, das „Juwel des Pazifiks“ genannt – und so heißt auch ein ihr gewidmetes Lied, das jeder Straßenmusiker hier im Repertoire hat. Nicht von ungefähr…

Reisezeit

Januar
sehr gut
29°C
Februar
sehr gut
29°C
März
sehr gut
27°C
April
sehr gut
23°C
Mai
sehr gut
18°C
Juni
sehr gut
14°C
Juli
sehr gut
15°C
August
sehr gut
17°C
September
sehr gut
19°C
Oktober
sehr gut
22°C
November
sehr gut
26°C
Dezember
sehr gut
28°C

Die beste Reisezeit für Chile sind die Monate Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 22° Celsius erreicht. Der sonnigste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 11 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur im kältesten Monat bei lediglich 14° Celsius bei 6 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 22° Celsius und die Nachttemperatur bei 7° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 3 Tagen. Die regenreichsten Monate sind Juni und Juli.

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Kulturelle Vielfalt in der pulsierenden Hauptstadt

Schon kurz vor der Landung in Santiago kann man vom Flugzeug aus die schneebedeckte Andenkette bestaunen. Sie hat Chile lange nicht nur geografisch, sondern auch kulturell von seinen lateinamerikanischen Nachbarn abgeschottet. Doch seit einigen Jahren ist das Land zum Ziel von Einwanderern geworden. In der Hauptstadt Santiago de Chile lernt man deshalb nicht nur Chilenen kennen. Fast ein Drittel der Bewohner des Stadtzentrums sind Migranten aus Peru, Kolumbien, Venezuela, Bolivien, Argentinien, Ecuador und Haiti. Die kulturelle Vielfalt findet man nicht nur in der Fusionsküche der zahlreichen Restaurants wieder, sondern auch in der Musikszene, auf den Märkten und öffentlichen Plätzen. Dort pulsiert das Leben nicht nur tagsüber – Feier- und Tanzfreudige können in den discotecas die Nacht zum Tag machen.

Land der Gegensätze

Nicht nur landschaftliche, sondern auch soziale Gegensätze prägen Chile. Die Kontraste zwischen Arm und Reich kann man schon auf dem Weg vom Flughafen ins Stadtzentrum bei einem Blick aus dem Fenster beobachten. Chile ist eines der Länder mit der größten sozialen Ungleichheit der Welt. Das ist die Konsequenz des neoliberalen Wirtschaftssystems, das während der Pinochet-Diktatur (1973–90) eingeführt wurde. Gesundheits-, Bildungs- und Rentensystem sowie die Wasserversorgung wurden privatisiert, und der Staat lässt internationalen Unternehmen bei niedrigen Steuern und laxer Umweltgesetzgebung freie Hand bei der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Die Militärdiktatur von Augusto Pinochet wurde bis heute nicht aufgearbeitet. Pinochet starb, ohne je für seine Gräueltaten verurteilt zu werden. Viele seiner Unterstützer sind heute als Minister tätig, und die Verfassung aus der Diktatur ist immer noch gültig. Im Oktober 2019 entstand deshalb eine landesweite Protestbewegung, die es immerhin erreichte, den Weg zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung zu öffnen.

Humor, Lebensfreude und Gastfreundschaft

Die Chilenen haben eine ganz besondere Art, Probleme und schwierige Situationen mit Humor zu nehmen. Sie lassen sich ihre Lebensfreude durch nichts nehmen. Die meisten sind neugierig und interessiert an Besuchern aus fernen Ländern und sehr gastfreundlich. „¿Te gusta Chile?” (Gefällt dir Chile?) ist meist eine der ersten Fragen. Wenn man dann ins Gespräch kommt, wird man im Nu zum Grillen eingeladen. Wahrscheinlich wirst du aber am Anfang nur wenig verstehen, auch wenn du glaubst, Spanisch zu sprechen. Die Chilenen sind nämlich Meister im Schnellsprechen und Verschlucken von Endungen und haben ihr ganz eigenes Vokabular.

Strand, Wandern und Abenteuer

Morgens in den Bergen wandern und abends am Strand Meeresfrüchte essen – das ist in dem schmalen Land möglich. Die Andenkette, die umliegenden Täler und Wälder und die über 100 Nationalparks und -reservate sind von zahlreichen Wanderwegen durchzogen. Von Wüstentrekking über Bergwandern bis zur Vulkanbesteigung ist für jeden Abenteuerlustigen etwas dabei. Wer lieber Strand als Berge mag, der hat an der Tausende Kilometer langen Küste eine riesige Auswahl an paradiesischen Stränden, die zum Surfen und Baden einladen – aber Achtung, das Pazifikwasser kann ziemlich kalt sein!

Unvergessliche Landschaften und vielfältige Tierwelt

Vulkane, Regenwälder, Wüsten, Steppen, Gletscher, Flüsse, heiße Quellen und endlose Strände – in Chile findet man fast alle Klimazonen. In der Atacamawüste im Norden kannst du atemberaubende Sonnenuntergänge in den Felslandschaften beobachten und am Nachthimmel die Milchstraße sehen, im Zentrum und im Süden durch Wälder und Täler wandern und in Patagonien die traumhaften Landschaften und Gletscher bestaunen. Chile ist außerdem das Zuhause zahlreicher Tierarten. An der Küste tummeln sich Wale, Delfine, Pinguine und Seelöwen. Auf dem Land leben Kamelarten wie Vicuñas, Guanacos und Alpakas sowie der Andenhirsch Huemul, Pumas und Flamingos. Vogelbeobachter sind vor allem scharf auf den Andenkondor, ein Nationalsymbol. Doch der Klimawandel macht der Natur zu schaffen. Eine schwere Dürre hat viele Flüsse ausgetrocknet, während die Gletscher in Patagonien schmelzen. Bergbau und Agrarindustrie verstärken die Krise. In der Atacamawüste wird z.B. viel Wasser beim Abbau von Lithium verbraucht, das für die Herstellung von Elektroautos nach Europa exportiert wird. Im Süden wird immer mehr Wald abgeholzt und weicht Forstplantagen, die die Lebensgrundlage der indigenen Mapuche zerstören. In Patagonien verpesten Lachszuchtfarmen das Wasser, Fischer verlieren ihre Arbeit. Chile, ein Land der Gegensätze in vielerlei Hinsicht. Um es richtig kennenzulernen, solltest du ausreichend Zeit mitbringen oder dich auf ein oder zwei Regionen konzentrieren – und immer auch einen Blick hinter die Fassade werfen!

Gut zu wissen

Anreise

Die Flugreise (mind. 16 Std.) ist nicht billig, selbst nicht bei Last-Minute-Angeboten. Aus dem deutschsprachigen Raum fliegt zzt. nur die chilenische LATAM (vormals LAN) ohne Umsteigen nach Chile – von Frankfurt/M. via Madrid nach Santiago. Direktflüge ab Europa gibt‘s außerdem mit Air France (ab Paris), Alitalia (ab Rom) und Iberia (ab Madrid). Mit Lufthansa (ab Frankfurt/ M.) muss man in São Paulo oder Buenos Aires umsteigen.

Wer aus Zürich abfliegt, gelangt mit Swiss nach Santiago (Umsteigen in São Paulo). Wer aus Wien kommt, muss in Frankfurt/M. umsteigen. Eine preiswerte, aber langwierige Variante ist der Umweg über einen Flughafen in Nordamerika: Air Canada, American Airlines und Delta fliegen täglich nach Santiago. Der Mindestpreis für einen Flug von Mitteleuropa nach Chile beträgt ca. 600 Euro.

Am günstigsten vom Flughafen weg geht‘s mit einem Shuttlebus für ca. 2 Euro. Centropuerto setzt dich nach 30 Min. Fahrt im Zentrum Santiagos in der Nähe der Metrostation Los Heroés ab, Turbus am Busbahnhof (Terminal Alameda) oder an der Haltestelle Pajaritos, von der du mit der Metro weiterkommst oder mit dem Bus zur Küste fahren kannst.

Auskunft & Veranstalter

Contactchile

Die deutschsprachige Serviceagentur in Santiago bietet umfangreiche Landesinformationen sowie Hilfe bei der Reiseplanung und Buchung von Mietwagen, Inlandsflügen und Schiffstouren. contactchile.de

Fair Chile

Die gemeinnützige Stiftung Trekkingchile hat dieses Programm initiiert, über das Touristen und Reiseveranstalter ihren ökologischen Fußabdruck kompensieren können. Mit den Einnahmen aus Spenden und dem Verkauf von Ökoprodukten wird u.a. die Aufforstung mit einheimischen Baumarten finanziert. trekkingchile.com/fair-chile/de

Sernatur

Nationales Tourismusbüro mit vielen Zweigstellen; Santiago: Mo– Fr 9–18, Sa 9–14 Uhr | Av. Providencia 1550 | Tel. 2 27 31 83 36 | sernatur.cl

This is Chile

Reisen, studieren, leben, Geschäfte machen – um diese Themen kreisen die Infos und Reportagen der Website thisischile.cl (Engl./Span.).

Autoverkehr

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt innerorts 60, auf Landstraßen 100, auf Autobahnen 120 km/h. Das Autofahren ist ungefährlich, wenn man bestimmte Regeln beachtet: 1. Fahr in Begleitung einer anderen Person, die dich am Steuer ablösen kann. 2. Tanke in abgelegenen Regionen bei jeder Gelegenheit und immer voll; die Abstände zwischen den Tankstellen können groß sein. 3. Erkundige dich bei den Carabineros nach dem Zustand von Pisten in abgelegenen Gebieten. 4. Befahre Schotterstraßen vorsichtig und begegne anderen Fahrzeugen langsam (Steinschlag!). 5. Vermeide Nachtfahrten. 6. Lass keine Wertgegenstände oder Gepäck offen im Wagen zurück. 7. Besorg dir gute Karten bei maps.trekkingchile.com oder der Tankstellenkette Copec.

Busse & Bahnen

Chile ist mit einem guten Busnetz überzogen. Auf den Überlandstrecken fahren moderne, klimatisierte Busse mit Toiletten. Für lange Strecken sollte man 1. Klasse (salón cama) wählen – die Preise sind vergleichsweise niedrig. Das größte Streckennetz und einen guten Service bietet die Gesellschaft Turbus, deren Online-Buchung aber nur mit chilenischen Kreditkarten funktioniert (tur bus.cl). Tickets anderer Gesellschaften kannst du auf der Plattform recorrido.cl reservieren und mit PayPal bezahlen. Ansonsten kannst du auch direkt am Busbahnhof (Terminal de Buses) das Ticket kaufen. Züge verkehren nur noch zwischen Santiago und Chillán (mit Speisewagen). Auskunft in Santiago: Tel. 60 05 85 50 00 | trencentral.cl

Für das Stadtbusnetz und die Metro in Santiago benötigt man eine Prepaidkarte (Bip!), die für 1000 Pesos (ca. 1 Euro) an den Metrostationen erhältlich ist. Stoßzeiten (7–9 und 18–20 Uhr) solltet du vermeiden.

Camping

Vor allem in Touristenzentren und Nationalparks finden sich gut ausgestattete Plätze. In manchen Schutzgebieten ist Wildzelten mit Einschränkungen gestattet. Auf Zeltplätzen am Strand und in Urlaubsorten geht‘s meist lebhaft zu – bis tief in die Nacht. Einen Campingführer (Turismo Aventura) gibt es an den Copec-Tankstellen.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Las Hualtatas 5677 | Vitacura, Santiago | Tel. 2 24 63 25 00 | santiago.diplo.de

Österreichische Botschaft

Barros Errázuriz 1968 | Providencia, Santiago | Tel. 2 22 23 47 74 | short.travel/chl5

Schweizer Botschaft

Av. Vespucio Sur 100, piso 14 | Las Condes, Santiago | Tel. 2 29 28 01 00 | eda.admin.ch/santiago

Einreise & Zoll

Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erhalten an der Grenze ein dreimonatiges Touristenvisum. Der Durchschlag des Formulars muss bis zur Ausreise aufgehoben werden. Bei Verlust kannst du Ersatz bei der Policía Internacional in Santiago (Eleuterio Ramírez 852) besorgen oder in jeder Regionalhauptstadt. 500 Zigaretten, 2,5 l Wein oder 1 l Hochprozentiges können zollfrei eingeführt werden. Die chilenischen Behörden beschlagnahmen frisches Obst und Gemüse, Samen, Honig, nicht pasteurisierte Milchprodukte, Wurst und Fleisch. Falls du ein solches Produkt dabeihast, solltest du es auf dem Zettel deklarieren, den du vor der Landung im Flugzeug bekommst, sonst droht eine Strafzahlung.

In die EU dürfen bei der Rückreise eingeführt werden: Geschenke im Wert von bis zu 430 Euro, 200 Zigaretten, 500 g Kaffee, 50 g Parfüm, 2 l Wein und 1 l Spirituosen. Streng verboten ist die Einfuhr von Souvenirs aus geschützten Tieren oder Pflanzen.

Turismo rural

Traditionelles Essen, Gespräche mit Einheimischen und einen geringen ökologischen Fußabdruck – das verspricht der Turismo Rural in Chile. Um der wachsenden Armut in ländlichen Regionen entgegenzuwirken, hat die chilenische Regierung vor einigen Jahren ein Programm zur Unterstützung des Landtourismus ins Leben gerufen. Dahinter steckt die Idee, dass die Touristen statt in Hotelketten, in Unterkünften der Einheimischen übernachten und in deren Restaurants das traditionelle Essen probieren sollen. So unterstützt man nicht nur die Landbevölkerung, sondern lernt Chile auf eine ganz authentische Weise kennen. Eine Übersicht der Angebote mit Preisen findest du auf der Website chileturismorural.cl

Geld & Preise

Landeswährung ist der Peso; Münzen gibt es zu 10, 50, 100 und 500 Pesos, Banknoten zu 1000, 2000, 5000, 10 000 und 20 000 Pesos. Ein Euro entspricht zzt. ca. 875 Pesos (Stand Juli 2021).

Banken haben 9–14 Uhr geöffnet. Bargeld tauschst du günstiger bei einer der Wechselstuben (casas de cambio) in Santiago. An Bankautomaten mit dem Logo „Redbanc“ kannst du mit EC- oder Kreditkarte Bargeld abheben (200 000 Pesos pro Tag). Die meisten Banken verlangen eine Gebühr; bei der Scotiabank kann man mit manchen VISA-Karten kostenfrei abheben. Die meisten Hotels, Restaurants und Geschäfte akzeptieren Kreditkarten (Visa, Mastercard). Steck dir für Reisen in abgelegene Regionen genügend Bargeld ein.

Chile gehört mit Brasilien zu den teuersten Ländern in Lateinamerika. Zu den preiswerten Dingen gehören Busund Bahnfahrten, einfache Restaurants, Obst und Gemüse auf Märkten sowie Souvenirs. Unterkünfte und Restaurants in touristischen oder wohlhabenderen Stadtvierteln können dagegen europäisches Preisniveau erreichen, die meisten Lebensmittel und Industrieprodukte sind sogar teurer.

Gesundheit

Impfungen sind für Chile nicht notwendig. Bei Bedarf findest du in allen großen Städten Kliniken mit erstklassigem medizinischem Standard; viele Ärzte sprechen Englisch. Apotheken (farmacias) sind oft bis tief in die Nacht geöffnet oder zeigen den nächstgelegenen Notdienst an. In Chile sind alle handelsüblichen Medikamente erhältlich. Wer Salate, Fruchtsäfte, in Fett Gebratenes oder ungeschälte Früchte auf schmuddeligen Märkten zu sich nimmt, darf sich über die folgende „Chilenitis“ nicht wundern. Vorsicht mit rohem Fisch und Meeresfrüchten, sie sollten frisch sein! Tropische Viren wie Chikungunya oder Zika musst du in Chile nicht fürchten.

Inlandsflüge

Angesichts der riesigen Entfernungen ist Fliegen oft der einzig praktikable Weg, um Ziele ganz im Norden oder im tiefen Süden zu erreichen. Den nationalen Markt dominiert LATAM (ehemals LAN, Tel. 60 05 26 20 00 | latam.com); einziger landesweit operierender Konkurrent ist Sky Airline (Tel. 60 06 00 28 28 | skyairline.cl), 2016 zum Billigflieger umstrukturiert. Ein Flug von Santiago ins rund 2000 km südlich gelegene Punta Arenas kostet hin und zurück ab ca. 50 Euro.

Internetzugang & WLAN

In den meisten Unterkünften, ob einfaches Hostel oder gutes Hotel, ist die WLAN-Verbindung für Gäste im Preis inbegriffen. Ebenso kann man in vielen Cafés und Restaurants mit Notebook, Tablet oder Smartphone lossurfen – am besten die Bedienung nach dem entsprechenden Passwort (la clave) fragen.

Für die Erreichbarkeit und die Navigation unterwegs bietet sich ein Smartphone- Chip an, mit dem du im Mobilfunknetz online gehen kannst. Den Chip bekommst du im Handyladen, Kaufhaus oder im Kiosk für 1000 Pesos (Startguthaben inklusive); nachgeladen wird per Kreditkarte. Siehe auch „Telefon & Handy“.

Klima & Reisezeit

Im Norden ist es das ganze Jahr über heiß und trocken. Im äußersten Süden ist es dagegen selbst im chilenischen Sommer (Nov.–März) kühl und wechselhaft. Die mittleren Regionen haben ein angenehmes, fast mediterranes Klima mit langen, trockenen Sommern und einer Regenzeit (Mai–Aug.). Die Jahreszeiten in Chile sind gegenüber Europa um sechs Monate versetzt. Die schönste Reisezeit für Mittelund Südchile ist November bis März, für den Norden das ganze Jahr über. Am besten solltest du Kleidung für alle Wetterlagen einpacken. Leichte, luftige Kleidung für die sonnigen Tage im Zentrum und Norden; in den Anden und in Patagonien ist warme, wetterfeste Kleidung angesagt. Auch in der Atacamawüste wird es nachts kalt.

Mietwagen

Das Mindestalter beträgt bei den meisten Vermietern 22 Jahre. In der Regel genügt der nationale Führerschein; erforderlich ist eine ausreichend gedeckte Kreditkarte. Die Preise reichen von 20 Euro/Tag für einen Kleinwagen bis zu 90 Euro für einen Geländewagen. Beim Abschluss des Mietvertrags sollte man auf unbegrenzte Kilometerzahl und Pannendienst achten sowie eine Vollkaskoversicherung einbeziehen. Einwegmieten können angesichts der großen Entfernungen teuer werden; frag nach Überführungsangeboten!

Für die Reisesaison (Nov.–März) wird eine frühzeitige Reservierung empfohlen, beliebte Modelle (speziell Jeeps und SUVs) sind früh ausgebucht, ebenso die wenigen Wohnmobile. Für die Erd- und Schotterpisten im Norden und in Patagonien (im Süden) sind geländegängige Fahrzeuge unabdingbar. Bei Fahrten in abgelegene Gebiete sind ein zweites Ersatzrad und ein Benzinkanister nützlich. Angebote für Autovermietungen findest du auch unter marcopolo.de.

Notruf

Notrufnummer Polizei (carabineros): Tel. 133, Ambulanz: Tel. 131

Post

Ein Standardbrief nach Europa kostet ca. 70 Cent und braucht 5–8 Tage. Briefkästen sind unüblich, die Post (Correos de Chile) unterhält überall Filialen.

Strom

Adapter Typ L

Netzspannung 220 Volt, 50 Hertz- Wechselstrom. Für normale Stecker (Typ C), wie z.B. vom Handyladekabel, brauchst du keinen Adapter. Für die etwas dickeren Stecker (Typ E), z.B. vom Föhn, hingegen schon.

Taxi

Taxifahrer an Flughäfen und Busbahnhöfen warten meist auf unwissende Touristen, um ihnen einen höheren Preis abzuknüpfen. Deshalb solltest den Preis vorher aushandeln oder darauf achten, dass das Taxameter eingeschaltet ist und der Fahrer keine absichtlichen Umwege fährt (z.B. mit Google Maps den Weg überprüfen). Taxi-Apps wie Uber, Cabify und Beat werden am häufigsten genutzt.

Telefon & Handy

Chile (Vorwahl 0056) verfügt über ein modernes Telefonnetz mit mehreren Anbietern. Handys sind weit verbreitet, allerdings brechen die Digitalnetze in abgelegenen Regionen schnell zusammen. Die meisten europäischen Mobilfunkbetreiber bieten für Chile Roaming an, aber häufig zu hohen Preisen. Die SIM-Karte deines Handys gegen einen chilenischen Prepaidchip auszutauschen ist preiswerter. Chilenische Handynummern sind neunstellig mit einer 9 am Anfang. Für Anrufe ins Ausland nutzt du am besten Internetdienste wie Skype oder Whatsapp. Vorwahl nach Deutschland: 0049, nach Österreich: 0043, in die Schweiz: 0041.

Trinkgeld

Ca. 10 Prozent Trinkgeld werden im Restaurant erwartet; man lässt einen Teil des Wechselgelds zurück oder zahlt das Trinkgeld mit der Kredikarte gleich mit. Kofferträger, Zimmermädchen, Einpacker im Supermarkt und andere Dienstleister erwarten ein paar Münzen, weil sie davon leben müssen.

Zeit

– 4–6 Stunden Zeitverschiebung

Während der deutschen Winterzeit (Ende Okt.–Ende März) liegt Chile 4 Stunden gegenüber der MEZ zurück. In der chilenischen Winterzeit (Anfang April–Anfang Sept.) beträgt der Unterschied 6 Std., in den Phasen dazwischen 5.

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Neujahr

März/April

Ostern (nur Karfreitag ist arbeitsfrei)

1. Mai

Tag der Arbeit

21. Mai

Seeschlacht von Iquique

*29. Juni

Peter und Paul

16. Juli

Jungfrau Carmen

15. August

Mariä Himmelfahrt

18. September

Unabhängigkeitstag

19. September

Tag des Heeres

*12. Oktober

Entdeckung Amerikas

*31. Oktober

Tag der ev. und protestantischen Kirchen

1. November

Allerheiligen

8. Dezember

Mariä Empfängnis

25. Dezember

Weihnachten

Allgemein

* Diese Feiertage werden auf den nächsten Mo verlegt, wenn sie auf Sa/So fallen

Veranstaltungen

Januar

Carnaval Andino Con la Fuerza del Sol: Andenkarneval in Arica; aricafuerzadelsol.cl

Santiago A Mil: Theaterfestival in Santiago de Chile; stgoamil.cl

Fiesta del Roto Chileno: Straßenfest in Barrio Yungay, Santiago

Festival del Huaso: Volks- und Musikfest in Olmué; festivaldelhuaso.cl

Festival de la Leche y la Carne: Volksfest in Osorno; festivalosorno.cl

Februar

Festival Internacional de la Canción: Schlagerfest in Viña del Mar; festivaldevina.cl

Noche Valdiviana: Stadtfest in Valdivia; nochevaldiviana.cl

Carnavalón: religiöses Fest der indigenen Völker in San Miguel de Azapa, Putre, Socoroma

Nómade: Musikfestival in Manquemapu; festivalnomade.cl

Woodstaco: Musikfestival in Parral; woodstaco.com

März

Vendimia: Weinlesefest in den Winzerhochburgen, z.B. in Curicó

April/ Mai

Cumbre Guachaca: Volksfest in Santiago; guachacas.cl

Juni/ Juli

We Tripantu/Inti Raymi: Neujahrsfest der indigenen Völker

Fiesta de San Pedro: religiöses Fest der Fischer an Fischerorten

Carnavales de invierno: Winterfeste in Punta Arenas, Puerto Williams

September

Fiestas Patrias zum Nationalfeiertag im ganzen Land

Fiesta de la Pampilla: Chiles größte Festwiese in Coquimbo

Dezember

Año Nuevo: Silvester, besonders schön in Valparaíso

Bloss nicht!

Bei Erdbeben in Panik geraten

Ein leichtes Wackeln, ein temblor ist in Chile ganz normal, also bleib ruhig! Sollte es mal stärker „wackeln“, nicht panikartig den Raum oder das Gebäudeverlassen, sondern such Schutz unterm Türbogen, notfalls unterm Tisch. Die Benutzung von Aufzügen vermeiden; eine Taschenlampe sollte griffbereit sein.

Wertsachen zur Schau stellen

Chile ist das sicherste Reiseland Südamerikas. Trotzdem gibt es in den großen Städten Taschendiebe. Trage deine Wertsachen nicht offen sichtbar herum. Also Kamera in den Rucksack, Handy in die Hosentasche, die Rolex zu Hause lassen.

Pünktlich kommen

Chilenen kommen zu Verabredungen mindestens eine Viertelstunde zu spät und rufen grundsätzlich nicht zurück. Als geradezu unhöflich gilt es, bei privaten Einladungen pünktlich auf die Minute aufzukreuzen – mindestens eine halbe Stunde Puffer solltest du den Gastgebern einräumen.

Das Wort Indianer verwenden

Ein Zehntel der chilenischen Bevölkerung fühlt sich einem der neun indigenen Völker zugehörig. Damit sind die Völker gemeint, die schon vor der Ankunft der spanischen Konquistadoren auf dem Kontinent lebten. Jedes Volk hat seine Sprache, seine Bräuche und seine Kultur. Der Begriff „Indianer“ wird deshalb als rassistisch und beleidigend aufgefasst.

Das Küsschen vergessen

Chilenischen Frauen darf man oder frau bei der Begrüßung ein (und nur ein!) Küsschen auf die rechte Wange hauchen – egal, ob man sich kennt oder nicht! Bei förmlichen Anlässen oder großem Altersunterschied kann man auch die Hand geben oder beides zugleich. Männer untereinander begrüßen sich mit Handschlag, gute Freunde auch mit Schulterklopfen und Umarmung.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Das Geisterhaus

Die Chronik einer chilenischen Oberschichtsfamilie wurde zu dem (auch verfilmten) Welterfolg der berühmtesten chilenischen Erzählerin Isabel Allende, einer Nichte Salvador Allendes.

Filme

Machuca

Das Drama vom chilenischen Regisseur Andrés Wood (2004) erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Jungen aus unterschiedlichen sozialen Schichten vor und während des Militärputschs 1973. Es zeigt die soziale Ungleichheit, die bis heute die chilenische Gesellschaft spaltet.

Colonia Dignidad

Eine deutsche Sektengemeinschaft in Chiles Süden, in der während der Pinochet- Diktatur Regimegegner gefoltert wurden – um diese wahre Geschichte geht es im Thriller mit Daniel Brühl und Emma Watson in den Hauptrollen (2015) – Lovestory inklusive.

Eine fantastische Frau

2018 als bester fremdsprachiger Film mit dem Oscar ausgezeichnet, erzählt dieses Drama von Sebastián Lelio die Geschichte einer Transgender-Frau in Santiago.

5-18 °C
4 h/Tag

Fakten

Einwohner 19.458.000
Fläche 756.102 km²
Sprache Spanisch
Währung chilenischer Peso
Strom 220 V, 50 Hz
Regierungssystem demokratische Republik
Hauptstadt Santiago de Chile
Reisepass / Visum notwendig
Ortszeit 14:58 Uhr
Zeitverschiebung -6 h (zu MESZ)

Anreise

17h
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