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Am Strand zwischen Zinnowitz und Swinemünde liegen Tausende Menschen im Sand. Gesprächsfetzen, ein Orchester spielt, Kindergeschrei: Um das Wellenrauschen noch zu hören, muss man schon direkt am Spülsaum stehen. Ganz anders ein paar Kilometer weiter südlich: Auf dem Achterwasser dümpelt ein einsames Blesshuhn. Zwischen diesen Gegensätzen kannst du in deinem Usedom-Urlaub immer wieder pendeln. Ruhe oder Trubel? Natur oder Menschen? Kunst oder Konsum?
Eine Insel mit vielen Gesichtern
Sie ist die Ostseeinsel im Sonnenschein; jährlich machen fast eine Million Touristen hier Urlaub, oft kommen sie zum klassischen Strandurlaub. Aber vielerorts kannst du ausgedehnte Wanderungen oder Fahrradtouren unternehmen, ohne einen anderen Menschen zu treffen. Und Usedom ist nicht nur eine deutsche Insel: Nur drei Kilometer von Ahlbeck entfernt verläuft die deutsch-polnische Grenze. Plötzlich hörst du Polnisch, kannst Piroggen, die berühmten polnischen Teigtaschen, bestellen und im Stadtpark von Swinemünde Inlineskates fahren.
Schicke Seebäder und wildes Achterland
In den „Kaiserbädern“ entlang der südlichen Ostseeküste trifft Halligalli auf Luxus: Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin sind längst zu einem einzigen, 10 km langen Freizeitkomplex verschmolzen – dreimal Strandpromenade, dreimal Seebrücke, dreimal Bäderarchitektur. Natürlich musst du unbedingt einen Blick auf holzgeschnitzte Jugendstilverzierungen an den weißen Villen werfen, dir einmal ganz vorne an der Ahlbecker Seebrücke den Wind um die Nase wehen lassen, die 12 km lange Strandpromenade zwischen Bansin und Swinemünde entlangwandern und den großen Fähren und Containerriesen auf dem Weg nach Swinemünde hinterherschauen.
Geschichte
600–1200
Slawen gründen im Achterland Dörfer und Befestigungen
12./ 13.Jh.
Christianisierung
1764
Swinemünde wird gegründet
1824
Erste Badegäste in Swinemünde
1876
Bahntrasse Berlin–Swinemünde wird in Betrieb genommen
1945
Die Wehrmacht sprengt die Karniner Eisenbahnbrücke, die Insel wird östlich von Ahlbeck polnisch
1953
Aktion Rose: Enteignung der meisten privaten Hotels und Restaurants der Insel
1990
Wiedervereinigung
2007
Polen tritt dem Schengener Abkommen bei, Grenzöffnung
2021
Bei der Bundestagswahl stimmen in der Region Usedom 35,1 Prozent für die AfD
2023
Der Swinetunnel zwischen Wolin und Usedom geht in Betrieb
2024
Greifswald feiert den 250.Geburtstag von Caspar David Friedrich
Aber wenn du es irgendwie einrichten kannst, dann plan auch Zeit außerhalb der Kaiserbäder ein. Sonst fühlst du dich nach deinem Usedom-Urlaub so, als wärst du in Berlin gewesen und hättest nur den Reichstag, einen Souvenirshop und die Friedrichstraße gesehen. Das Umland verdient deine Aufmerksamkeit, schon allein weil es mit Seen, Wäldern und Achterwasser so schön ist. Das Peenetal ist wahrscheinlich eine der unterschätztesten Landschaften Deutschlands. Mit Stillgewässern und idyllischen Moorlandschaften, in denen Unken und Eidechsen, Kreuzottern und Ringelnattern, Adler, Biber und Fischotter leben. Greifswald, 40 km westlich von Zinnowitz, ist eine kleine Stadt, aber wenn du an mittelalterlichen Häusern vorbei hinunter zum Hafen läufst, kannst du spüren, dass es die lauteste und dynamischste der ganzen Region ist.
Lebendige Geschichte
Überall klaffen historische Wunden, die das 20.Jh. hinterlassen hat. Wie im Luft- und Raumfahrtmuseum in Peenemünde, wo Wernher von Braun und seine Mitarbeiter in den 1930er-Jahren die erste Rakete in den Weltraum schickten – fraglos eine technische Meisterleistung, die aber für Kriegszwecke entwickelt wurde und eng verbunden ist mit dem Leid der KZ-Häftlinge. Auch die DDR hat ihre Spuren hinterlassen: im bereits teilweise rückgebauten Lubminer Atomkraftwerk, in der Eigentümerstruktur der großen Hotels und Restaurants auf der Insel, in der übrig gebliebenen Bausubstanz der Greifswalder Innenstadt. Und auch die Gegenwart ist nicht ohne Brüche. Usedom liegt im Nordosten des Nordostens – und kennt alle Probleme, die Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich so hat: Arbeitslosigkeit (außer im Tourismus), Strukturwandel und Überalterung (besonders auf dem Land).
Junge Insel
Während die historischen Fußabdrücke in Greifswald und Wolgast bis ins Mittelalter und in die Hansezeit zurückreichen, findest du auf der Insel selbst selten etwas, das älter ist als 150 Jahre. Schließlich ist Usedom erst mit dem Bädertourismus in der zweiten Hälfte des 19.Jhs. groß geworden: Die meisten Seebäder entstanden als Orte überhaupt erst damals. Auch erdgeschichtlich gesehen ist die Insel jung. Die langen Strände, die Seen und Hügel, das flache, verschilfte Achterwasser, das alles entstand vor 10 000 Jahren, zum Ende der letzten Kaltzeit beim Rückzug der Gletscher Richtung Skandinavien. Aus einem der vielen Sandhügel, die die tauenden Gletscher zurückließen, wurde die Insel Usedom.
Vor deiner Anreise noch schnell ein paar Tipps
Auf Usedom kannst du zusehen, wie die Sonne über dem Meer aufgeht. Willst du beobachten, wie sie im Meer versinkt? Dann musst du nach Lubmin, an den Greifswalder Bodden. Verbring einen Sommerabend am Greifswalder Hafen. Und fahr nach Polen! Leih dir ein Kanu, und paddle unter Adlern und ziehenden Kranichen auf der Peene oder dem Achterwasser. Steig auf den Streckelsberg und atme tief ein und aus. Und komm ohne Auto oder lass es zumindest nach der Anreise stehen. Steig aufs Fahrrad, verlass die Küstenlinie und genieß die Ruhe und die Natur.
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Über die Region:
Zwischen Ostseeküste und weiten Seenlandschaften bietet die Region Usedom–Uckermark vielfältige Möglichkeiten zur Erholung. In den Küstenorten der Insel Usedom trifft maritimes Flair auf Bäderarchitektur. Im Binnenland prägen Dörfer, Naturparks und ausgedehnte Wasserflächen das Bild – ideal für Naturerkundung und Bewegung im Freien.

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