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„Ich fahr’ auf die Insel“: Das muss als Auskunft genügen. Schließlich kann es für echte Syltfans nur eine geben. Diese Insel ist – anders als das Klischee es will – zuallererst Natur pur. Und zu ihrer großartigen Strand- und Dünenlandschaft gesellt sich ein ebensolches Angebot für Gourmets, Sportler und Kulturgenießer: Genau diese Mischung macht „die Insel“ so faszinierend.
Wind, Wellen & Wetter
Der oben zitierte Syltfan ist ohnehin eine ganz besondere Art Urlauber: Wassertemperaturen, die auch im Sommer nur selten die 20-Grad-Marke erreichen, schrecken ihn ebenso wenig wie Stürme im Frühjahr und im Herbst oder die gar nicht so geringe Wahrscheinlichkeit von Schauerstaffeln auch zur Hochsaison. Begeistert kehrt er jedes Jahr wieder. Nicht, dass es auf Sylt keine windstillen Sommertage gäbe, verschneite Winteridylle oder Dolce Vita am Strand – nur rechnen darf man damit nicht! Ob jemand, der Sylt das erste Mal besucht, zum Syltfan wird oder nicht, entscheidet sich sehr schnell. Ein Strandspaziergang bei starkem Gegenwind: gigantisch oder einfach nur grausam? Ein Bad in der rauen Sylter Brandung: belebend und berauschend oder eher beängstigend? Ein Spaziergang durch die einsame Landschaft des Listlands: lohnend oder langweilig? Vermutlich erging es auch den ersten Badegästen nicht anders, die Mitte des 19.Jhs. nach einer mühevollen Schiffsreise von Cuxhaven oder Husum die Insel erreichten. Die mussten sich damals auch noch damit abfinden, unter denselben kärglichen Bedingungen zu leben wie die Fischer und Bauern, bei denen sie Quartier bezogen. Viele schwärmten trotzdem von den überwältigenden Eindrücken während ihres Aufenthalts – die ersten echten Syltfans. Heutzutage hingegen ist das Angebot an Hotels, Apartments, Kneipen und Restaurants kaum noch überschaubar. Los ging das alles, als 1927 der Hindenburgdamm zwischen Insel und Festland fertig war und Gäste bequem mit der Bahn anreisen konnten. Als dann in den 1960er-Jahren der Jetset die Insel für sich entdeckte, war Sylt endgültig in die erste Liga der Urlaubsziele aufgestiegen. „Insel der Nackten und Reichen“ hieß es nun, ein Klischee, das sich lange halten sollte. Glücklicherweise ist es damit vorbei – längst gönnen sich Menschen aus allen Schichten einen Sylturlaub. Die Insel hat für so gut wie jedes Bedürfnis und Portemonnaie ein Angebot parat.
Schützenswertes Sylt
Damit wären wir wieder beim echten Syltfan, der manchmal tatsächlich nackt und manchmal auch reich ist – der aber ganz bestimmt ein Faible für die Natur haben muss. Diese einzigartige Natur, derentwegen die Gäste kommen, muss immer öfter sogar vor ihren Verehrern geschützt werden. Da Landschafts- und Naturschutzgebiete immerhin fast die Hälfte der Sylter Fläche ausmachen, sind Konflikte an der Tagesordnung. So etwa mit solchen Gästen, die sich über die Sensibilität des insularen Ökosystems nicht im Klaren sind und beispielsweise trotz Verbot die Dünen betreten.
Geschichte
Um 4000 v. Chr.
Erste Besiedlung, Megalithgräber („Hünengräber“)
Um 800
Einwanderung friesischer Siedler
12.Jh.
Erste urkundliche Erwähnung Sylts. Die ersten Inselkirchen werden errichtet
1436
Die Allerheiligenflut verschlingt Eidum und Alt-Rantum
Um 1750
„Goldenes Zeitalter“: Die Sylter leben gut von Walfang und Handelsschifffahrt
1855
Westerland wird Seebad und verzeichnet 98 Kurgäste
1888
Die 1970 stillgelegte Inselbahn nimmt den Betrieb auf
1927
Der 11,2 km lange Hindenburgdamm wird eingeweiht
1960er-Jahre
Der Jetset macht Kampen bundesweit berühmt
1972
Erste Sandvorspülung zur Sicherung der Küste
2009
Das deutsche Wattenmeer wird Unesco-Weltnaturerbe
2023 / 2024
Gemeinde Sylt verbietet den Neubau von Ferienwohnungen; Abwahl des Bürgermeisters der Gemeinde Sylt per Bürgervotum
Langjährige Syltfans kehren ihrer Liebe auch aufgrund des stetig wachsenden Auto- und Flugverkehrs den Rücken. Ein Grund für die Zunahme des Letzteren: Immer mehr Touristen kommen nur zu Kurztrips auf die Insel – einfach mal übers Wochenende oder zu einem der zahlreichen Events, von Surfweltcup über Harley-Days bis zu Golf- und Poloturnieren. Nicht zuletzt stellt also „die Masse Mensch“ die größte Gefahr dar für die ökologische und infrastrukturelle Gesundheit der Insel: In der Hochsaison sind teilweise bis zu 200 000 Menschen gleichzeitig auf der nur 99 km2 großen Insel. Damit wird ihre Belastungsgrenze weit überschritten – der alltägliche Stop-and-go-Verkehr in Westerland und Flugzeuglandungen im 20-Minuten-Takt illustrieren das eindrucksvoll.
Insel für alle Jahreszeiten
Doch trotz der saisonalen Verkehrsprobleme ist Sylt – gemessen an anderen europäischen Urlaubszielen – immer noch idyllisch, weil hier Meer und Wind den Lebensrhythmus bestimmen und weil einsame Plätze nach wie vor zu finden sind, besonders in der Nebensaison, wenn keine Events anstehen, die vielen Zweitwohnungs- und Zweithausbesitzer die Rollläden runterlassen, die Gastronomen und Hoteliers einmal tief durchschnaufen und es auf der Insel entspannter und ruhiger zugeht. Immer mehr Urlauber kommen deshalb auch im Winter: Wer sich nach einem Strandspaziergang bei Eiseskälte und Sonnenschein gemütlich an einem Punsch wärmt, der fühlt sich genauso erfrischt wie nach einem sommerlichen Bad in der Brandung. Ein weiteres Plus neben der Natur ist die Alternative zu dieser: Mit seinen vielen attraktiven Angeboten besitzt Sylt die nötige Infrastruktur, um einen Urlaub ausgesprochen abwechslungsreich zu gestalten. So ist etwa die große Anzahl an hervorragenden Restaurants auf so engem Raum ziemlich einmalig. Mach dich also auf die Suche nach „deinem“ Sylt, dieser faszinierenden Welt für sich, deren Magie der Verleger und Syltfan Peter Suhrkamp geradezu lyrisch so beschrieb: „Die Größe des stillen Himmels, in der das Inselpanorama klein eingeschlossen ist, gibt erst das Unerschöpfliche.“
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Buch, 20. Auflage · 17.95 €Insel mit Stil: unterwegs mit dem MARCO POLO Reiseführer Sylt Endlose Sandstrände, haushohe Dünen, steile Klippen und dichte Wälder: Das alles vereint Sylt auf kleinstem Raum. Dazwischen reihen sich malerische Örtchen und kulturelle Must-sees wie auf einer Perlenkette. Bis zum nächsten Top-Spot ist es hier nie weit und trotz ihrer vielen treuen Fans hast du die Insel außerhalb der Hauptsaison fast für dich alleine.
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