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Reiseführer
Namibia

MARCO POLO Reiseführer

Namibia

17.95 €

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Zuerst erscheint das Schild wie ein schlechter Witz: Mitten in der monotonen Trockenheit der Kalahari hat jemand einen Wegweiser mit der Aufschrift „Waterval“ aufgestellt. Ein Wasserfall in der Wüste? Die Sache wirkt wie ein Lausbubenstreich in einer Gegend, in der man nicht einmal Lausbuben vermuten würde. Doch genau das ist Namibia.

Land der Kontraste

2 km nach dem Abzweig endet der schmale Schotterpfad in einer schlammigen Senke, an deren Ende eine Gischtwolke auf das Naturschauspiel aufmerksam macht. Unter kräftigem Rauschen fällt der Fish River, der sich ansonsten unauffällig wie eine scheue Wasserschlange durch die mal steinig-harsche, mal sandig- flache Landschaft schlängelt, an einer Felskante 10 m in die Tiefe. Wie zum Beweis für die Unberechenbarkeit der Region zieht wenig später ein kurzer Regenschauer auf, dessen Tropfen im Sonnenlicht einen doppelten Regenbogen über die endlose Weite der Kalahari spannen. Namibia ist ein Land unerwarteter Kontraste, und wäre der Titel nicht bereits vergeben, ließe es sich auch als Land der unbegrenzten Möglichkeiten bezeichnen. „Unbegrenzt“ ist das Stichwort für die Naturparks und Schutzgebiete Namibias. In der nördlichen Namib können Wüstenelefanten wieder ungestört von Zäunen und Jägern ihren natürlichen Migrationsrouten folgen, die sich am Wasser orientieren und fest im Gedächtnis der Leittiere verankert sind. Mit den Elefanten genießen immer mehr Nashörner, Antilopen, Zebras, Löwen und Leoparden die Freiheit.

Tradition und Wandel

In einem Gebiet, in dem Metalltonnen auf Karten eingezeichnet sind, weil sie vor lauter Trockenheit nicht verrosten und so über Jahre hinweg gute Orientierungspunkte sind, hat sich das Leben lange Zeit kaum verändert. Das fällt bei den Himba sofort ins Auge, die noch immer größtenteils in Lendenschurz gekleidet in Runddörfern leben. Die Tradition prägt auch Ortschaften wie Lüderitz oder Swakopmund und selbst die Hauptstadt Windhoek, deren Architektur und Erscheinungsbild fast zu urdeutsch sind, um heute überhaupt noch an Deutschland zu erinnern. Doch die Zeit bleibt nicht stehen: Die Himba schicken ihre Kinder auf Internate, wo sie Poster von Ronaldo oder Yamal an ihre Wände hängen. Die Urenkel deutscher Kolonialisten sprechen heute besser Englisch als Deutsch und ziehen ein Studium in Südafrika dem namibischen Farmleben vor.

Geschichte

  • Um 10 000 v. Chr.

    Die San siedeln als erste Menschen im südl. Afrika

  • 1486

    Der Portugiese Diogo Cão landet an der Küste

  • 16.Jh.

    Herero wandern als erstes Bantuvolk nach Namibia ein

  • 1884

    Das Land wird zur Kolonie Deutsch-Südwestafrika

  • 1904–1908

    Völkermord deutscher Truppen an den Nama und den Herero

  • 1915

    Erster Weltkrieg: Südafrika besetzt die Kolonie und wird zur Mandatsmacht erklärt

  • 1947

    Südafrika annektiert Namibia

  • 1948

    Einführung der Apartheid

  • 1960

    Befreiungsbewegung South West Africa People’s Organization (Swapo) gegründet

  • 1966

    Uno entzieht Südafrika das Mandat für Südwestafrika und benennt das Gebiet 1968 in Namibia um

  • 1990

    Namibia wird unabhängig, Sam Nujoma erster Präsident

  • 2025

    Mit Netumbo Nandi- Ndaitwah steht erstmals eine Frau an der Spitze des namibischen Staats

Schweres Erbe

Die Unterschiede zwischen den Menschen im Land bleiben dennoch enorm. Auch drei Jahrzehnte nach dem Ende der südafrikanischen Herrschaft sind die Folgen der Apartheid, die auch hier bis 1990 die Gesellschaft nach Hautfarben in Besitzer und Besitzlose teilte, nicht überwunden. Die Landreform kommt nur schleppend voran, die Ungleichverteilung von Reichtum ist kaum irgendwo auf der Welt so krass wie in Namibia. Und dennoch: Im Alltag ist deutlich zu sehen, wie die Barrieren zunehmend bröckeln und sich die Bevölkerungsgruppen in den Wohnvierteln, Einkaufszentren, Sportvereinen und Cafés vermischen. Langsam erholt sich das Land – und mit ihm die Natur.

Zugpferd Naturtourismus

Im noch bis in dieses Jahrtausend hinein heftig umkämpften Caprivizipfel grasen heute Antilopen auf den Ruinen ehemaliger Armeelager. Elefanten passieren einst schwer bewachte Grenzen. Namibias Beziehungen mit seinen Nachbarländern sind inzwischen so gut, dass die Anrainerstaaten der Okavango-Sambesi-Region die gemeinsame Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KaZa TFCA) ins Leben gerufen haben. Für Touristen – so die Vision – soll das Reservat bald mit einem einzigen Visum zu erkunden sein. Der Tourismus ist zum wichtigsten Wirtschaftszweig geworden – noch vor Bergbau und Landwirtschaft. Der Großteil der Urlauber kommt aus Deutschland. Angesichts der vielen deutschstämmigen Einwohner und der zahlreichen deutschsprachigen Tourismusangebote verwundert das zunächst nicht. Vor dem Hintergrund der Geschichte ist es trotzdem erstaunlich. Von 1884 bis 1915 litt Namibia – damals Deutsch-Südwestafrika genannt – wie kaum ein zweites Land unter deutscher Kolonialherrschaft. Die kaiserliche Schutztruppe vernichtete die einheimischen Nama und Herero zwischen 1904 und 1908 militärisch, trieb die Überlebenden in die Wüste oder sperrte sie in Lager. Bis zu 100 000 Menschen kamen um.

Gastfreundschaft

Hass oder gar Vergeltungsgelüste sind den Namibiern trotzdem fremd. Gäste werden herzlich willkommen geheißen. Gerade auf dem Land liegt den Menschen viel daran, interessierten Besuchern die eigene Kultur zu zeigen. Wenn du dich darauf einlässt, erlebst du ein stabiles Land im Wandel. Namibias einsame, weite Savannen, sein unwirklich klarer Sternenhimmel, seine majestätischen Sanddünen und seine raue Küste ziehen jeden in ihren Bann, der sich die Zeit nimmt, ihre Macht wirken zu lassen. Namibia ist kein Land, in dem du in 14 Tagen Dutzende Sehenswürdigkeiten abarbeiten musst. Wer es lernt, Namibias Weite und eigenes Tempo zu respektieren, wird sich verlieben – und sicher wiederkommen.

Aktuelles Wetter

10h/Tag (April)
116Sonnenstd. Jahr
Beste Reisezeit
März
27°C
April
25°C
Mai
22°C
Wetter in Namibia

Wissenswertes

Einwohner2.533.794
Fläche/km2825.615 km²
SpracheEnglisch
AdaptertypM, D, C
Reisepass/Visum/Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt
Mehr Wissenswertes

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MARCO POLO Reiseführer
Namibia

Buch, 13. Auflage · 17.95 €

Zwischen Wasserfällen und Wüstenlandschaft: Mit dem MARCO POLO Reiseführer nach Namibia Mitten in der Kalahari-Wüste steht plötzlich ein Wegweiser mit der Aufschrift „Waterfall“. Ein Wasserfall in der Wüste? Das ist kein Scherz – dieses Naturschauspiel kannst du mit dem MARCO POLO Reiseführer Namibia selbst erleben! Wo Elefant, Giraffe und Co daheim sind, locken unberührte Natur und endlose Weiten zum Abenteuerurlaub.

Lass dich bei der Living Desert Tour von versteckten Kreaturen des Sandmeers überraschen oder genieße die absolute Stille am Rand des Kuiseb Canyon. Mit den MARCO POLO Erlebnistouren erkundest du Namibia fernab der Touristen-Routen.

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Wer braucht Schnee, wenn es Wüstensand gibt? Während der Winter Europa fest im Griff hat, surfst du in Namibia mit dem Board die Dünen hinunter. Geh auf Safari und erlebe die afrikanische Wildnis hautnah! Traust du dich, die verlassene Geisterstadt Kolmanskop zu erforschen? Ein Ausflug dorthin lohnt sich: Mit den Tipps in deinem MARCO POLO Reiseführer Namibia findest du die besten Foto-Spots für unvergessliche Urlaubsmomente!

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MARCO POLO Reisekarte
Südafrika, Namibia, Botswana

Karte, 10. Auflage · 12.95 €

Die MARCO POLO Reisekarte Südafrika, Namibia, Botswana – Die Karte für Urlaubsplaner und Entdeckerinnen im Maßstab 1:2.400.000
Kein Highlight mehr verpassen – die MARCO POLO Karte zeigt die bedeutendsten kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten auf der Karte und in einer zusätzlichen Online-Sammlung. Im schützenden Kartondeckel sind einige der interessantesten Orte mit Fotos abgebildet. Die Karte ist beidseitig bedruckt und herausnehmbar. Dank dem digitalen Register kann einfach nach Orten gesucht werden. Eine übersichtliche und detailreiche Kartografie macht es einfach, die Karte zu lesen. Auf der Rückseite des Deckels befindet sich eine Übersichtskarte mit allen Highlights. Hilfreiche Details und Verkehrsinformationen machen die Reisekarte auch zur perfekten Straßenkarte: entspannt ankommen und alles gesehen haben.

Alle Vorteile der Karte im Überblick:

  • 20 Marco Polo Highlights
  • Übersichtliche und detailreiche Kartografie
  • Smart-Info: Zusätzliche online Informationen wie Register, Highlight-Sammlung und Detaillegende
  • Wetterfestes Papier
  • Handliches Kartenformat
  • Länderinfos auf einen Blick

Über die Region:
Südafrika bietet eine abwechslungsreiche Landschaft, von den Küsten des Kaps bis zu den Drakensbergen. Der Kruger-Nationalpark ist bekannt für seine Tierwelt, während der Tafelberg in Kapstadt beeindruckende Ausblicke bietet. Die Garden Route verbindet Küstenorte und Wälder. Namibia beeindruckt mit der Namib-Wüste und dem Etosha-Nationalpark, wo man Elefanten und Giraffen beobachten kann. Die Küstenstadt Swakopmund bietet Abenteuer und deutsche Kolonialarchitektur. Botswana ist bekannt für das Okavango-Delta, ein riesiges Binnenflussdelta, das zahlreiche Tierarten beheimatet. Der Chobe-Nationalpark bietet spektakuläre Safaris, während die Kalahari-Wüste mit ihren roten Dünen fasziniert.

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Namibia in Buch & Film

Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste (1956)Morden fürs Vaterland oder Internierung als „feindliche Ausländer“ – keine Optionen für zwei deutsche Geologen in Namibia. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs versteckten sie sich in der Wüste. Einer der beiden, Henno Martin, führte dieses Tagebuch.
Morenga (1978)Dem Soldaten Gottschalk kommen im Vernichtungskrieg gegen die Nama Zweifel am Kolonialismus. Uwe Timms Roman gibt der Geschichte des Völkermords Gesichter.
Land matters (2008) Dwaal net rond (2015)In Namibia heiß diskutiert: die Landfrage. Dokumentarfilmer Thorsten Schütte lässt in „Land Matters“ Farmer und Landarbeiter zu Wort kommen. „Dwaal Net Rond – The Forgotten“ zeigt, wie wenig die verarmte Landbevölkerung in der Lage ist, ihre Rechte wahrzunehmen.
Katutura (2015)Realistisches Bild oder Gangsterklamauk – darüber lässt sich streiten. Dieser Film stößt eine Auseinandersetzung mit den Potenzialen und Problemen des Townships Katutura an.