Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Zu wenig Wasser mitnehmenDie namibische Sonne trocknet nicht nur das Land erbarmungslos aus. Pack auf Wanderungen lieber zu viel Wasser ein. Auch im Auto sollte gerade in abgelegenen Gebieten immer reichlich Trinkwasser vorhanden sein.
Im Caprivizipfel badenDie Sandstrände von Okavango und Sambesi sind teilweise sehr verlockend, doch selbst im klaren Wasser schaffen es Krokodile, sich unbemerkt zu nähern. Besser nichts riskieren!
Fahrkünste überschätzenMit zu viel Schwung ist schon mancher Urlauber im Straßengraben gelandet. Allradfahrzeuge sind kopflastiger als herkömmliche PKW, haben eine schlechtere Kurvenlage und ihr Bremsweg ist auf Schotterstraßen länger als der eines Golfs auf einer deutschen Autobahn.
AussteigenTrotz Verbot klettern Besucher des Etosha National Parks immer wieder aus dem Wagen. Für Fotos ist das zwecklos, weil die Tiere vor Menschen mehr Scheu haben als vor Autos. Für andere Probleme gibt es Toiletten in den Camps. Riskier lieber nicht, plötzlich einem geschwächten Raubtier gegenüberzustehen, für das du leichte Beute bist.
Tankstellen auslassenWeder die Entfernungen noch den Benzinverbrauch von Geländewagen darfst du in Namibia unterschätzen. Und auch wenn die Situation sich verbessert hat, kommt es immer noch vor, dass einer Tankstelle auf dem Land die Ware ausgeht.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Kaffee1,50-2,50 Euro für eine Tasse
Bier1,80-3 Euro für eine kleine Flasche (340 ml) an der Bar
Steak8-10 Euro für 1 kg Steak vom Rind
Benzin1,10 Euro für 1 l Super
Souvenir5-20 Euro für ein kleines Kunsthandwerkssouvenir
Tour50-150 Euro für eine geführte Tagestour

Feiertage

1. Januar

  • Neujahrstag

21. März

  • Independence Day

März/April

  • Karfreitag, Ostermontag

1. Mai

  • Workers’ Day

4. Mai

  • Cassinga Day

Mai/Juni 

  • Christi Himmelfahrt

25. Mai

  • Africa Day

26. August

  • Heroes' Day

10. Dezember

  • Human Rights Day

25. und 26. Dezember

  • Weihnachten

Veranstaltungen

März

  • Independence Day: der Unabhängigkeitstag am 21. März wird vor allem in Windhoek mit einer Vielzahl von Konzerten gefeiert

  • Windhoeker Karneval, karnevalin-windhoek.com: mit Narrenkappen und Büttenreden, beginnend in Windhoek, kleinere Feste: Juni–Aug.

April

  • Crayfish Festival (Lüderitz): Volksfest am letzten Aprilwochenende, mit Bier, Wein und jeder Menge Langusten

Juni

  • Fête de la Musique: die größten Veranstaltungen finden in Windhoek und Swakopmund statt

  • Küstenkarneval (Swakopmund), facebook: Küska – Swakopmunder Karneval

Juni/Juli

  • Tsumka (Tsumeb), facebook: Tsumka Karneval: Karnevalsveranstaltung

  • Prinzenball (Otjiwarongo), facebook: Karnevalsgesellschaft Frohsinn und Humor Otjiwarongo

August

  • Lüka (Lüderitz), facebook: Lüka – Lüderitzbucht Karneval: Karnevalsfeiern Ende August in Lüderitz

  • Hererotag (Okahandja): am vorletzten oder letzten Wochenende im August gedenken die Herero mit einem Festumzug der Opfer des Völkermords und ihrer verstorbenen Anführer

Oktober

  • Oktoberfest (Windhoek), oktoberfestnamibia.com: mit Bratwurst, Bier und Blasmusik wird die Hauptstadt am letzten Wochenende im Oktober zu Klein-München

Dezember

  • Swakopmunder Musikwoche ( Swakopmund), facebook: Swakopmunder Musikwoche: Konzerte; Laien und Profis verschiedener Länder und Kulturen musizieren gemeinsam

Vorbereitung

Zeitverschiebung

In Namibia gilt die Zentralafrikanische Zeit (UTC+2), die der Mitteleuropäischen Sommerzeit entspricht. Im europäischen Winter ist Namibia dann eine Stunde voraus. In Namibia wurde die Zeitumstellung abgeschafft, es gilt ganzjährig die gleiche Zeit.

Strom

Adapter Typ M

Adapter gibt es günstig in Supermärkten vor Ort. Allerdings passt ein runder, zweipoliger Stecker nicht immer in die Plastikfassung des Adapters. Das überstehende Stück Plastik kannst du einfach per Taschenmesser entfernen.

Auskunft vor der Reise

Für den Fremdenverkehr in den Nationalparks ist Namibia Wildlife Resorts (NWR) (Tel. 061 2 85 72 00 | nwr.com.na), der Tourismusflügel des Ministeriums für Umwelt und Tourismus (MET), zuständig. Vor Reiseantritt bietet das Namibia Tourism Board (Schillerstr 42–44 | 60313 Frankfurt | Tel. 069 1 33 73 60 | namibia-tourism.com) einen guten und schnellen Service.

Ankommen

Anreise

Lufthansa bzw. deren Tochter Discover Airlines fliegt direkt von Frankfurt nach Windhoek. Zudem gibt es indirekte Möglichkeiten (z. B. mit Condor oder Ethiopian Air) über Johannesburg, Kapstadt oder Addis Abeba.

Einreise

Für Urlaubsaufenthalte von bis zu 90 Tagen benötigen Deutsche, Österreicher und Schweizer kein Visum, sondern lediglich einen Reisepass, der nach Reiseende noch mindestens sechs Monate gültig sein muss. Am Flughafen muss nur ein kleines Einreiseformular ausgefüllt werden. Nach dem Abstempeln unbedingt die korrekte Eintragung im Pass kontrollieren! Einreise- und Zollbestimmungen können sich kurzfristig ändern. Bitte erkundige dich daher vorab zusätzlich bei den konsularischen Vertretungen Namibias oder beim Auswärtigen Amt.

Klima & Reisezeit

Namibia kannst du ganzjährig besuchen. Hauptsaison ist von August bis Dezember. Während der sommerlichen Regenzeit, die von Januar bis in den Mai hinein reichen kann, werden die Straßen bisweilen zwar unberechenbar, dafür blüht dann mitunter die Wüste. Im Winter, von Mai bis August, kann es empfindlich kalt werden.

Zoll

Bei der Einreise sind persönliche Gebrauchsgegenstände zollfrei, ebenso andere Mitbringsel im Wert von bis zu 1250 Namibia-Dollar. Dazu zählen auch 1 l Spirituosen, 2 l Wein und 400 Zigaretten. Der Zoll informiert über die aktuell geltenden Zollbestimmungen bei Wiedereinreise (zoll.de, bmf. gv.at, bazg.admin.ch).

Zoll

Bei Rückreise in die EU darfst du u. a. 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt über 22 Prozent oder 2 l alkoholische Getränke mit maximal 22 Prozent sowie 4 l nicht schäumende Weine und 16 l Bier mitbringen. Sonstige Waren sind bis zu einem Wert von insgesamt 430 Euro zollfrei. Kinder unter 15 Jahren dürfen nur sonstige Waren im Wert von 175 Euro nach Deutschland (Österreich: 150 Euro) mitbringen. Bei der Rückreise in die Schweiz gilt eine Obergrenze von 5 l Getränken unter 18 Prozent Alkoholgehalt und 1 l Höherprozentigem, sowie 250 Zigaretten. Insgesamt sind Waren im Wert von bis zu 150 Franken mehrwertsteuerfrei. Weitere Informationen unter zoll.de, bmf.gv.at bzw. bazg.admin.ch.

Für die Ausfuhr von Halbedelsteinen und Diamanten aus Namibia ist eine Erlaubnis erforderlich, die in der Regel der Händler ausstellt. Beachte beim Einkauf von Tierprodukten die Richtlinien des Washingtoner Artenschutzabkommens! Selbst eine Ausfuhrgenehmigung Namibias bedeutet nicht automatisch eine Einfuhrgenehmigung durch den deutschen Zoll. Unter das Abkommen fallen Felle von Raubkatzen, seriöse Geschäfte bieten sie aber ohnehin nicht an. Teilweise wird in Namibia jedoch noch Elfenbeinschmuck verkauft, der nicht in die EU oder die Schweiz eingeführt werden darf. Für Krokodillederwaren gibt es beim Händler eine Bescheinigung, dass die Tiere aus der Zucht stammen – nur wenn der Beleg vorliegt, dürfen sie mitgenommen werden. Ausführliche Infos unter artenschutz-online.de.

Weiterkommen

Auto & Verkehr

In Namibia herrscht Linksverkehr. Tempolimit innerorts: 60 km/h, außerorts auf Asphaltstraßen: 120 km/h, soweit nicht anders angegeben. Auf nicht geteerten Straßen sind die erlaubten Geschwindigkeiten meist geringer. Verstöße werden mit empfindlichen Strafen geahndet, so kosten 126 km/h bei erlaubten 120 km/h 1000 N$. Auch bei Stoppschildern wird penibel darauf geachtet, dass Autofahrer an der dafür gezogenen Linie halten. Das gilt insbesondere an Polizeikontrollpunkten – selbst wenn der Beamte 5 m dahintersteht. Wenn ein Stoppschild einen Zusatz in Form einer roten Drei oder Vier zeigt, treffen gleichrangige Straßen aufeinander. Wer zuerst steht, darf zuerst weiterfahren. Für Alkoholkonsum gilt eine Obergrenze von 0,5 Promille.

Achtung vor Schlaglöchern und auch vor Tieren – Wild und Nutzvieh tauchen unberechenbar auf der Fahrbahn auf. Vorsicht ist v. a. in der Dämmerung und Dunkelheit geboten, wenn das Wild besonders aktiv ist. Fahr möglichst nur bei Tageslicht. Eine weitere namibische Besonderheit: Nebenstraßen verlaufen mitunter über riesige Farmen. Ihre Grenzen sind durch Metallrollen oder feste Tore markiert – Letztere bitte wieder schließen!

Mietwagen

Weil es nur wenige öffentliche Verkehrsmittel gibt, führt kaum ein Weg am Mietwagen vorbei. Fahrzeuge von international bekannten Anbietern sind in Namibia meist teurer als in Südafrika. Bei kombinierten Reisen bietet es sich daher an, ein Auto im Nachbarland auszuleihen. Ausnahmen sind hier kleine Vermietungen, die oft auch ältere Modelle und günstigere Tarife bieten. Insbesondere während und nach der Regenzeit solltest du ein Allradfahrzeug wählen und auch sonst auf viel Unterbodenfreiheit achten, da viele Straßen sandig, schlammig oder extrem uneben sind. Achtung: Bei Unfällen ohne Unfallgegner oder Wildkollision greifen Versicherungen in Namibia in der Regel nicht. Wer sich also beispielsweise wegen überhöhter Geschwindigkeit oder Schlaglöchern überschlägt, kann auf den gesamten Kosten sitzen bleiben!

Vor Ort

Fotografieren

Bevor du ein Bild von jemandem machst, ist es besser, um Erlaubnis zu bitten. Menschen, die sich fotografieren lassen, freuen sich in der Regel, wenn sie das Bild auch zu Gesicht bekommen. Wird Geld verlangt, solltest du von einem Foto besser absehen.

Geld

Der namibische Dollar (N$) ist an den südafrikanischen Rand (ZAR) gebunden, der in Namibia (mit Ausnahme der alten 200-Rand-Note) auch überall anerkannt wird. Umgekehrt kannst du aber in Südafrika nicht mit Namibia- Dollar bezahlen. 1 Namibia-Dollar unterteilt sich in 100 Cent, Münzen gibt es im Wert von 5, 10 und 50 Cent, 1, 5 und 10 Namibia-Dollar, Scheine zu 10, 20, 50, 100 und 200 Namibia-Dollar. Wechselstuben sind in ländlichen Gebieten rar, Geldautomaten finden sich jedoch häufig. Kreditkarten werden auf dem Land nicht überall akzeptiert. Um nicht mit viel Bargeld reisen zu müssen und Wechselgebühren zu sparen, lohnt es sich, wenn du vor der Reise ein Konto bei einer deutschen Direktbank eröffnest, das kostenfreie Abhebungen im Ausland anbietet.

Trinkgeld

Im Restaurant sind zehn Prozent üblich, in der Unterkunft wandern 50 bis 100 Namibia-Dollar in die tip box an der Rezeption, bei längeren Aufenthalten darf es auch etwas mehr sein. Der Parkplatzwächter bekommt je nach Parkdauer 3 bis 10 N$.

Safari

Die meisten Parks, allen voran den Etosha National Park, kannst du problemlos mit dem eigenen Wagen erkunden. Trotzdem gibt es eine Vielzahl professioneller Touranbieter, große und kleine, gute und schlechte. Besonders in den Nationalparks hängt die Qualität der geführten Ausfahrten oft stark vom Engagement des jeweiligen Guides ab. Frag am besten vorher, wo immer es möglich ist, andere Urlauber nach ihren Erfahrungen!

Internetzugang & WLAN

Es gibt kaum noch Orte ohne Internetzugang in Namibia. Vor allem Lodges und Gästehäuser statten sich verstärkt mit der entsprechenden Technik aus, oft haben auch die Informationszentren einen PC für Gäste. Das Surfen ist aber vielfach nicht ganz billig. Wer häufiger ins Netz möchte, fährt mit einer lokalen SIM-Karte und einem Internetbundle besser. Außerhalb der Städte gibt es jedoch kaum Netzabdeckung. Auf die Navigation mit Google Maps auf dem Smartphone kannst du dort also nicht bauen. Lade Karten deshalb vorab herunter oder leg dir zusätzlich zu den MARCO-POLO-Karten detaillierte Papierversionen zu.

Telefon & Handy

Mobilfunkempfang gibt es in Städten und deren Umgebung sowie auf dem Land unregelmäßig in der Nähe von Dörfern. Beste Option ist eine Prepaidkarte von MTC-Tango: Sie kostet 30 Namibia-Dollar, Guthaben bekommst du überall in Supermärkten, an Tankstellen und teilweise sogar von fliegenden Händlern. Achtung: Manche Handys erkennen die Einstellungen für SMS-Versand in und aus Namibia nicht. Ein Handygeschäft kann das Problem aber meist beheben. Wenn du nach Hause telefonierst, gib die Landesvorwahl mit einem Plus und nicht mit zwei Nullen ein, also für Deutschland +49, Österreich +43 und die Schweiz +41.Namibias Landesvorwahl lautet +264.

Steuererstattung

Gegen Vorlage des Kassenzettels (mit Steuernummer!) und der eingekauften Ware wird bei Ausreise die Mehrwertsteuer (15 Prozent) erstattet – z. B. im VAT Refund Office am Flughafen Windhoek. Auszahlung in bar oder mit Scheck.

Notfälle und Sicherheit

Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Sanlam Centre, 6.Etage | 145 Independence Av. | Windhoek | Tel. 061 27 31 00 | Notfallservice Tel. 081 1 24 35 72 | windhuk.diplo.de

Österreichisches Honorarkonsulat

27 Hella Kuppe Street | Windhoek | Tel. 081 1 29 15 10 | hgk.windhoek@gmail.com

Schweizer Generalkonsulat

Craft Café Namibia | Namibia Craft Centre, 40 Tal Street | Windhoek | Tel. 081 6 50 70 75 | windhoek@honrep.ch | eda.admin.ch

Gesundheit

Besonders im Norden ist eine Malariaprophylaxe ratsam. Welche für dich die beste ist, weiß dein Hausarzt, oder du fragst beim Tropeninstitut nach. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist zu empfehlen. Auch Impfschutz gegen Tollwut solltest du in Erwägung ziehen, bei vorsichtigem Verhalten ist dieser aber nicht zwingend nötig.

Im Krankheitsfall frag in der Unterkunft nach empfehlenswerten Ärzten oder dem nächsten Krankenhaus. Der Standard ist zumindest in privaten Kliniken sehr gut, außerhalb der Städte ist die nächste aber oft Hunderte Kilometer entfernt. Eine Reiseapotheke mit Medikamenten gegen Schmerzen und Durchfallerkrankungen solltest du daher im Gepäck haben.

Das Leitungswasser ist in der Regel trinkbar, kommt in entlegenen Regionen aber mitunter aus Flüssen oder Brunnen und sollte für sensible Mägen besser durch Mineralwasser ersetzt werden. Besonders wichtig sind ausreichender Mücken- und Sonnenschutz sowie bei Wanderungen festes, geschlossenes Schuhwerk. Bei der Suche nach Feuerholz droht Gefahr von Schlangen und Skorpionen, greif deshalb lieber auf abgepackte Ware aus Tankstellen, Supermärkten oder von Campingplätzen zurück.

Notruf

Tel. 112 (medizinische Notfälle)

Tel. 1 01 11 (Polizei)

Bei Überfällen in Windhoeks Innenstadt auch: Tel. 061 2 90 22 39

Sicherheit

Namibia ist sicherer als Südafrika. Trotzdem: Touren zu Fuß durch Townships solltest du nur mit einem ortskundigen Guide unternehmen. In den Innenstädten steigt nach Geschäftsschluss das sonst eher geringe Risiko von Diebstählen und Raubüberfällen. Beweg dich zu diesen Zeiten besser im Auto oder Taxi!

  1. Vorbereitung
  2. Ankommen
  3. Weiterkommen
  4. Vor Ort
  5. Notfälle und Sicherheit