
Reiseführer Israel
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Wolltest du immer schon einmal den tiefsten Punkt der Erde besuchen, eine Bar Mitzwa mit Klarinette an der Klagemauer erleben, bis morgens am Strand tanzen, durch Ruinen klettern und in schattigen Oasen schwimmen? All das kannst du in Israel in nur ein paar Tagen schaffen!
Ort der Extreme
Israel ist ein winziges Land, halb so groß wie die Schweiz. Gerade deshalb kannst du mit Muße reisen und dir für jeden Ort genügend Zeit nehmen. Das solltest du auch. Denn obwohl das Land klein ist, wird es dich mit seinen Extremen – klimatisch, politisch, religiös und kulinarisch – überraschen. Es ist ein unvergleichlicher Mix aus Natur, Kultur und Geschichte. Du magst Wasserfälle? Gibt´s im Norden. Wie wär’s mit Sternschnuppennächten? Ab in den Süden! Die meisten Besucher beginnen ihre Reise in Tel Aviv und unternehmen von dort Ausflüge gen Norden und Süden. Die Mittelmeermetropole ist das moderne Herzstück des Landes. Hier hat man vor allem Spaß – in Cafés, am Strand, bei einer Ausstellung, einem Konzert oder einem Glas Wein. Gebetet wird dafür in Jerusalem. 800 m hoch in den judäischen Bergen thront „El Kuds“, die Heilige – wie die Araber Jerusalem nennen. Am besten wanderst du morgens durch die Altstadt Jerusalems, wenn das Leben erwacht. Die palästinensischen Bazarbesitzer legen ihre Waren aus, und an der Klagemauer begrüßen fromme Juden den Tag.
Melting Pot der Religionen
Dass Religion sowohl verbinden als auch trennen kann, spürst du gerade in Israel. Hier leben Juden, Christen und Moslems untereinander und miteinander. Da sind die Chassidim und die Orthodoxen, die Protestanten, Sufis, Kopten, Drusen und Bahai. Hinzu kommen Pilger und Sinnsuchende, Juden aus der ganzen Welt, christliche Araber, Beduinen, Kabbalisten, Samariter, Evangelisten. An manchen Orten scheint es kaum harmonischer zugehen zu können, an anderen kommt es tagtäglich zu Ausschreitungen. Die Gegenwart des Militärs wird dir zu Beginn seltsam vorkommen. Am Schluss bemerkst du den Soldaten mit Maschinengewehr im Supermarkt gar nicht mehr. Auch die alltägliche Präsenz von Religion mag manch europäischem Besucher anfangs fremd erscheinen, das Oberrabbinat wacht streng darüber, dass auch heute die jüdische Lebensweise mit den Regeln der Thora in Einklang steht. Dies wird häufig kritisiert – auch innerhalb des Landes. Da sind die säkular lebenden Juden, die mit alledem nichts zu tun haben möchten. Die sich wünschen, dass auch die Ultraorthodoxen im Militär dienen müssen, und da sind die Aktivisten, die jeden Samstag in Tel Aviv gegen die Besatzung protestieren. Da sind die Beduinen, die von alledem nichts wissen wollen, und die ehrgeizigen Start-up-Gründer, die mit ihren E-Bikes gleichgültig über den Rothschild Boulevard rasen. Israel ist voller Gegensätze und niemals zu fassen. Egal, mit welchem Bild du gekommen bist – mach dich darauf gefasst, dass deine Überzeugungen ins Wanken geraten.
Geschichte
1500 v. Chr.
Hirtenstämme wandern aus Mesopotamien (heute Irak) nach Palästina ein
957 v. Chr.
König Salomon errichtet den Ersten Tempel in Jerusalem
587 v. Chr.
König Nebukadnezar II. zerstört den Ersten Tempel, jüdische Diaspora beginnt
1099–1187
Die Kreuzritter missionieren, plündern, bauen Festungen
1516–1917
Osmanische Herrschaft
1897
Theodor Herzl beruft ersten Zionistenkongress in Basel ein
1947
UN-Teilungsplan f. Palästina
1948
Gründung des Staates Israel
1967
Israel erobert Golan-Höhen, Westbank sowie den Sinai
1987/2001
1.und 2.Intifada
2005–2014
Kriege im Gaza-Streifen
2018
USA erkennen Jerusalem als offizielle Hauptstadt Israels an
2020/21
Israel impft in der Corona-Pandemie große Teile der Bevölkerung weltweit am schnellsten
Juni 2021
Benjamin Netanyahu wird nach 15 Jahren als Premierminister von Naftali Bennett abgelöst
Immer neue Konflikte
Außerhalb der Städte geht es ruhiger zu. Zypressen und Olivenbäume bestimmen die Landschaft. Von Bergketten umrahmt liegt hier 200 m unter dem Meeresspiegel der See Genezareth, dessen Wasser heute sogar der Negevwüste zugute kommt. Im Osten liegt Jordanien, im Norden der Libanon und im Nordosten, hinter den Golan-Höhen, beginnt schon Syrien. Der Gaza-Streifen befindet sich im Südwesten, zwischen Israel und Ägypten. Mit Jordanien und Ägypten lebt Israel derzeit in Frieden. Doch trotz aller Koexistenz ist das Land seinen Nachbarn noch immer ein Dorn im Auge. Durch die Besetzung des Westjordanlands droht Israel die Unterstützung internationaler Partner zu verlieren. Begriffe wie Intifada, Sechs-Tage-Krieg, Hamas oder Hisbollah sind kaum von Israel zu trennen. Und in jüngster Vergangenheit schwappten mit der sogenannten „Messer-Intifada“ und den Freitagsprotesten an der Grenze zu Gaza neue Wellen der Gewalt über das Land.
Die Hoffnung auf Frieden
Es gab stets Versuche für einen Frieden, die aber an den Gebietsansprüchen Israels jenseits seiner Grenzen von 1967 sowie den kriegerischen Attacken der radikalislamischen Hamas scheiterten. Dabei spielten sowohl die staatenlosen palästinensischen Flüchtlinge in den Lagern im Westjordanland, Selbstmordattacken während der Intifadas, der Bau der Mauer sowie die israelischen Siedlungen eine erhebliche Rolle. Sogar der damalige US-amerikanische Präsident Obama brachte 2011 eine Grenzlinie für eine Zwei-Staaten-Lösung ins Gespräch und näherte sich damit den Forderungen der UN an. 2015 lehnte Ministerpräsident Netanyahu zum ersten Mal auch öffentlich jede Zwei-Staaten-Lösung ab. Und 2017 erkannte US-Präsident Donald Trump trotz Warnungen der internationalen Staatengemeinschaft Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Viele Stolpersteine liegen auf dem Weg des Friedens. Mit Israelis dieses Thema zu diskutieren, ihnen Fragen zu stellen, ihre Meinung zu hören, ist für Besucher ohne Schwierigkeiten möglich. Ob im Kibbuz in der Natur oder in einer Kneipe in Tel Aviv – immer trifft man Israelis, die offen, manchmal auch sehr kritisch über ihr Land und seine Zukunft reden.
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