Teneriffa

Überblick

Willkommen auf Teneriffa

Nein, von seiner Faszination hat er nichts eingebüßt. Flugzeuge umkreisen ihn in respektvollem Abstand, bevor sie zur Landung auf Teneriffa ansetzen. Schon aus großer Entfernung weist er den Weg zu seiner Insel, deren Wahrzeichen er ist. Oft trennt ihn eine dichte Wolkendecke von der Welt darunter. Dort oben herrscht nur er über eine lebensfeindliche Mondlandschaft – der König der Vulkane, der Pico del Teide. Immer hat er die Menschen beeindruckt, ja geängstigt. Noch 1909 gab es an seinem Nordhang einen Ausbruch.

Schon durch die Legenden des Altertums geisterte eine Insel mit Namen Nivaria, die „Verschneite“, deren weiße Spitze Seefahrer von Weitem sahen, ohne sie selbst entdecken zu können. Die Guanchen, die ersten Siedler Teneriffas, vermuteten hinter den Ausbrüchen des Teide den Zorn des Gottes Guayote. Kolumbus hielt Funken und Rauch, die er spuckte, für ein böses Omen für seine erste Entdeckungsreise. Alexander von Humboldt bewunderte 1799, wie die ersten Sonnenstrahlen den Gipfel zum Strahlen brachten, während an der Küste noch Dunkelheit herrschte. Auf dem mit 3718 m höchsten Berg Spaniens beginnt und endet der kanarische Tag. Und es ist bei seiner Höhe nicht ungewöhnlich, dass er im Winter schneebedeckt ist – trotz der südlichen Lage der Kanaren.

Teneriffa, die mit 2034 km2 größte der sieben „Inseln des ewigen Frühlings“, wie man die Kanaren schon zu Homers Zeiten nannte, begeistert durch Kontraste: Tiefblauer Ozean und tolle Strände, schroffe Küsten und Schluchten, dichte Wälder und karges Ödland, der Vulkan Teide inmitten bizarrer Lavameere – die Natur zeigt ihre ganze Vielfalt. Durch koloniale Städte streifen, Museen und Kirchen entdecken – auch kulturell ist einiges los auf Teneriffa. Man sitzt bei den Einheimischen in urigen Bars, genießt ihre traditionelle Küche, trinkt ihre kräftigen Weine, erlebt ihre Feste. Surfen, tauchen, wandern, Rad fahren, die Nacht zum Tag machen oder einfach nur die Seele baumeln lassen – auf Teneriffa herrscht nie Langeweile. Und die Sonne scheint dazu – das ganze Jahr.

Video

Bilder

Bildergalerie starten

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Ansicht:
Alle Sehenswürdigkeiten Alle Hotels & Übernachtungsmöglichkeiten Alle Restaurants Alle Aktivitäten

Beliebte Regionen in Teneriffa

Sortierung:

Reisezeit Teneriffa

Skifahrer können jetzt mit Schnee auf dem Teide rechnen
Januar
gut
21°C
Skifahrer können jetzt mit Schnee auf dem Teide rechnen
Februar
gut
21°C
März
gut
22°C
Ideale Temperaturen für Outdoor-Aktivitäten
April
gut
23°C
Ideale Temperaturen für Outdoor-Aktivitäten
Mai
gut
24°C
Juni
gut
26°C
Juli
sehr gut
28°C
August
sehr gut
29°C
Ideale Temperaturen für Outdoor-Aktivitäten
September
sehr gut
28°C
Ideale Temperaturen für Outdoor-Aktivitäten, Beginn der Surfsaison
Oktober
sehr gut
26°C
November
mittel
23°C
Dezember
gut
22°C
MARCO POLO Reiseführer
MARCO POLO Reiseführer Teneriffa
MARCO POLO Reiseführer Teneriffa
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich
MARCO POLO Karte Teneriffa, Gran Canaria 1:150 000
MARCO POLO Karte Teneriffa, Gran Canaria 1:150 000
9,99 €
≫ Jetzt kaufen
MARCO POLO Freizeitkarte Teneriffa
MARCO POLO Freizeitkarte Teneriffa
7,99 €
≫ Jetzt kaufen

Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Samstag / 28.03.2020
Vormittags
10 °C
Nachmittags
13 °C
Abends
9 °C
Sonntag / 29.03.2020
Vormittags
12 °C
Nachmittags
14 °C
Abends
10 °C
Montag / 30.03.2020
Vormittags
13 °C
Nachmittags
16 °C
Abends
11 °C
Mehr Wetterinfos

Anreise

6h 10min
Frankfurt am Main
Teneriffa
Route planen
In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

Auftakt

Entdecken Sie Teneriffa!

Bei der Ankunft fährt aber vielen erst einmal der Schreck in die Glieder. Der Süden ist rau und verdorrt. Wasser, das wird deutlich, ist ein ebenso kostbares wie seltenes Gut. Einst breiteten sich große Wälder über Teneriffa aus, sprudelten Bäche aus den Bergen herab. Die Spanier begannen Ende des 15. Jhs. mit dem Raubbau an Mensch und Natur. Erst unterwarfen sie die Guanchen, dann holzten sie Lorbeerbäume und Kiefern ab, an deren langen Nadeln die Feuchtigkeit der Wolken kondensierte und zu Boden fiel. Erosion war die Folge, Teneriffas Ökosystem wurde schwer geschädigt. Heute stehen Kiefern- und Pinienwälder nur noch im Landesinneren, Lorbeer hat im Anaga-Gebirge im Nordosten überlebt.

Andere einheimische Pflanzen hatten es besser: Die Kanarische Palme mit dickem Stamm und weit ausladender Krone trifft man überall in den Tälern; cardón, die Kandelaberwolfsmilch, besiedelt trockene Gegenden ebenso wie die strauchigen Wolfsmilchgewächse tabaiba und tajinaste. Der Natternkopf bringt in niederen Lagen im April weiße und im Hochland von Mai bis Juni rot-violette Dolden hervor. Dort finden sich auch retama, eine weiß blühende Ginsterart, und codeso, der gelb leuchtende Geißklee. Kakteen, Mandelbäume, Eukalyptus und sämtliche Obstbäume kamen dagegen erst mit den Eroberern ins Land, haben aber inzwischen in ihrer neuen Heimat überall Wurzeln geschlagen. Bananen, Wein und die gesamte Blütenpracht der Ferienorte – von der Bougainvillea über den Hibiskus bis zur Geranie – existieren hingegen nur dank ständiger Bewässerung.

Die Guanchen, später auch die Europäer, siedelten bevorzugt auf dem kühlen Hochplateau von La Laguna und im Valle de la Orotava, der grünen Lunge Teneriffas. Zugute kam ihnen dabei der Nordostpassat. Beständig bestreichen die feuchten Winde den Norden Teneriffas in 700–1700 m Höhe und stauen sich am zentralen Hochland. Die Wolken regnen sich ab und geben Schatten, was die Temperaturen senkt und die Vegetation mit Wasser versorgt. In dieser Region ist es stets kühler als im Süden der Insel. Wer dort allerdings afrikanisches Klima befürchtet – der Schwarze Kontinent liegt immerhin nur gut 300 km entfernt – wird angenehm überrascht. Vielmehr herrscht ewiger Frühling, das bedeutet milde Temperaturen – kaum über 30 Grad im Sommer, selten unter 20 Grad im Winter – jahrein, jahraus. Warmer Passat und der frische Kanarenstrom im Atlantik halten eine stete Balance. Mehrmals im Jahr taucht allerdings der calima auf, ein heißer, staubiger Wüstenwind, der direkt aus der Sahara herüberweht und sich für mehrere Tage wie ein Mantel über den Archipel legt. Dann steht die Luft, und das Atmen fällt schwer. Ist der Wind abgezogen, bleibt eine feine Schicht Wüstensand auf Gebäuden und Pflanzen zurück.

Die Urlaubsgebiete Los Cristianos und Playa de las Américas im Süden lassen kaum einen Touristenwunsch offen. In nur 50 Jahren sind hier Apartmentanlagen, Hotels, Strände und Freizeitparks entstanden – allerdings um den Preis, in einem Touristenghetto zu wohnen. Puerto de la Cruz im Norden war dagegen schon vor 100 Jahren ein Kurbad für betuchte Engländer, die sich in dem einstigen Hafen La Orotava einquartierten, um so dem Winter daheim zu entkommen. Dort profitieren Einheimische wie Fremde vom Zusammenleben: Urlauber wohnen in einer gewachsenen Umgebung, Kanarier machen mit ihnen gute Geschäfte.

Will man aber Land und Leute wirklich kennenlernen, muss man sich tiefer auf Teneriffa einlassen. Knapp ein Drittel der 800 000 tinerfeños lebt heute in der zona metropolitana, wie man die alte und die neue Hauptstadt, La Laguna und Santa Cruz, zusammenfassend nennt. Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan. La Lagunas historisches Zentrum wurde verkehrsberuhigt und komplett restauriert, was der Stadt das Prädikat Unesco-Weltkulturerbe eingebracht hat. In Santa Cruz schufen international renommierte Architekten emblematische Bauten wie das Auditorium, den Kongresspalast und das Kunstzentrum TEA. Viele ambitionierte Pläne hatte man für die Zukunft, so die Verschönerung der Meeresfront bis hin zum 10 km entfernten Badestrand in San Andrés. Doch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise machte all diese hochfliegenden Pläne bis auf Weiteres zunichte. Nachdem der Strom billigen, internationalen Bankgeldes 2009 schlagartig verebbte und keine Kredite mehr ausgegeben wurden, geriet die Bauwirtschaft, Motor der spanischen Ökonomie, ins Stottern. Zehntausende Beschäftigte verloren ihren Job, konnten ihren teuren Kredit nicht mehr bedienen und mussten ihr Haus an die Bank abgeben. Im Alltag merkt man davon freilich wenig: Trotz aller Widrigkeiten gute Laune zu zeigen, ist ein Credo der Kanarier. „Wir können ohnehin nichts ändern, warum also klagen und uns das Leben noch schwerer machen“, ist ein viel gehörter Satz. Und so feiern die Kanarier weiterhin schöne Feste, gehen ins Café oder in ihre Lieblingsbar, flanieren noch spätabends durch die Parks der Städte und halten zwischen 13 und 17 Uhr ihre Siesta.

Wer sich dagegen auf dem Land umschaut, den überraschen archaische Strukturen: Bauern, die ihre Esel beladen; alte Männer, die auf der Plaza den Tag verdösen; Frauen in Schwarz bei der Feldarbeit; Hütten, deren Dächer von der Last der Jahrzehnte durchhängen: ein spartanisches Leben, wie es noch vor einem halben Jahrhundert auf ganz Teneriffa üblich war. Zu Beginn des 20. Jhs. wanderten Tausende tinerfeños nach Südamerika und Kuba aus, um dem Hunger in der Heimat zu entfliehen. Doch heute gehört das Wort Emigration einer Vergangenheit an, die für alle Zeiten überwunden scheint. Trotz aller Krisen in der Gegenwart sind sich die Kanarier mit allen Spaniern einig, dass die Schwierigkeiten zu meistern sind.

Praktische Hinweise

Anreise

Charterflüge sind die bequemste und billigste Anreise. Mehrere Gesellschaften fliegen direkt von vielen Städten in 4–5 Stunden zur Insel. Flüge ohne Hotelbuchung kosten 300–500 Euro. Bei Ryanair und anderen Billigfliegern werden die Preise deutlich unterboten. Es gibt zwei Flughäfen: Der Südflüghafen Reina Sofía, der von den meisten internationalen Linien angeflogen wird, liegt 20 Autominuten von Playa de las Américas und Los Cristianos entfernt und ca. 1 Stunde von Puerto de la Cruz.

Linienbusse fahren vom Südflughafen nach Playa de las Américas (Linie 111, 340, 343; ca. 3 Euro), Santa Cruz de Tenerife (Linie 11; 8 Euro) und Puerto de la Cruz (Linie 340; ca. 12 Euro). Taxis kosten nach Los Cristianos/Playa de las Américas 20–30 Euro, nach Puerto de Santiago ca. 48 Euro und nach Puerto de la Cruz 100–120 Euro.

Alle nationalen Linienflüge und viele Billigflieger landen auf dem Flughafen Tenerife Norte bei La Laguna. Auskünfte über Flüge unter 922635999. Innerkanarische Flüge gibt es von diesem wie auch vom Flughafen Reina Sofía (922392037).

Vom südspanischen Cádiz fährt einmal wöchentlich um 17 Uhr die Autofähre der Compañía Trasmediterránea-Acciona in 31 Stunden nach Santa Cruz de Tenerife (Rückfahrt ebenfalls einmal wöchentlich). Die einfache Überfahrt kostet knapp 200 Euro pro Person (in einer 4-Bett-Kabine). Ein PKW kostet etwa genauso viel. Buchung über Reisebüros.

Auskunft vor der Reise
Spanisches Fremdenverkehrsamt

Touristische Auskünfte erhalten Sie bei folgendenden spanischen Fremdenverkehrsbüros
sowie unter www.spain.info.
– Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt, Tel. 069 725033, frankfurt@tourspain.es
– Walfischgasse 8, 1010 Wien, Tel. 01 5129580-11, viena@tourspain.es
– Seefeldstr. 19, 8008 Zürich, Tel. 04 42536050,  zurich@tourspain.es

Auskunft auf Teneriffa
Flughafen Reina Sofía

Ankunftshalle; Mo–Fr 9–21Sa 9–17 Uhr922392037

Unter der Servicenummer 902003121 beantwortet Infoturismo Tenerife auch auf Deutsch Touristenfragen (tgl. 9–19 Uhr).

Auto

Die Straßen sind gut ausgebaut und sicher. Höchstgeschwindigkeit: innerorts 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h und auf den Autobahnen 120 km/h. Promillegrenze: 0,5. Achtung: In Spanien muss eine gelbe Warnweste mitgeführt werden!
Telefonieren ist nur mit Freisprechanlage erlaubt. Absolutes Halteverbot gilt bei gelben Kennzeichnungen am Bordstein; bei blauen Streifen ist eine Parkgebühr zu zahlen. Abschleppen dürfen nur grúas, Unternehmen mit Lizenz.

Bus & Bahn

Die Busse nennen sich auf den Kanaren guaguas (sprich: guahuah). Vom zentralen Busbahnhof Estación de Guaguas an der Avenida 3 de Mayo 47 in Santa Cruz fahren die grünen Linienbusse der TITSA zu fast allen Orten auf Teneriffa. Die Linien 103 und 110 sind Schnellbusse. An den Busbahnhöfen in Santa Cruz und den Ferienorten können Sie auch Bonos (Abotickets) erwerben, mit denen sich die Fahrt mit den öffentlichen Bussen um 10 Prozent oder mehr verbilligt. Unter Tel. 922531300 gibt es Mo–Fr 7–21 Uhr Auskünfte (in Spanisch und Englisch), ebenso im Internet unter www.titsa.com.

Von Santa Cruz fährt die Linie 1 der Straßenbahn alle 5–15 Minuten in die Universitätsstadt La Laguna (www.metrotenerife.com).

Camping

Wildes Zelten ist auf der Insel verboten. Teneriffa besitzt vier Campingplätze: Camping-Caravaning Nauta (Cañada Blanca, Ctra. 6225, km 1,5, Las Galetas, Arona, Tel. 922785118, www.campingnauta.com); Camping El Castillo de Himeche (Guía de Isora, Mobiltel. 686258954, www.campingelcastillodehimeche.com); Camping Playa de la Arena (Taraconte, Tel. 669811535); Camping Montaña Roja (TF-643, km 3, El Médano, Tel. 922179903, www.tenerifecampingplaya.com). Die kostenlose Benutzung der zum Teil sehr schön gelegenen öffentlichen Zeltplätze in den Bergen (mit und ohne sanitäre Einrichtungen) ist nach Genehmigung durch die Oficina de Medio Ambiente (Av. de Anaga 35, Santa Cruz, Tel. 922247594) möglich. Mit dem Caravan kann man auf öffentlichen Parkplätzen und an Straßen zumindest eine Nacht verbringen, an abgelegenen Stellen auch länger.

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Konsulat

Mo–Fr 10–12 UhrCalle Albareda3–235007Las PalmasGran Canaria928491880www.las-palmas.diplo.de

Deutsches Honorarkonsulat

Mo–Do 10–13 UhrCalle Costa y Grijalba1838004Santa Cruz de Tenerife922248820

Österreichisches Honorarkonsulat

Di, Do 15–17 UhrCalle Costa y Grijalba 33Santa Cruz de Tenerife922023370

FKK

FKK ist nur an wenigen Stränden üblich, zum Beispiel westlich der Montaña Roja bei El Médano, an der Playa de Montaña Amarilla (Costa del Silencio) oder an der Playa de las Gaviotas bei der Playa de las Teresitas.

Gesundheit

Das größte Risiko für Touristen ist die hohe Sonneneinstrahlung, die auch im Winter nicht zu unterschätzen ist. Sonnenbrände am Beginn des Urlaubs sind daher häufig. Eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor (ab 15) sollte deshalb jeden Tag aufgetragen werden
– nicht nur am Strand, sondern z. B. auch beim Wandern. Wichtig ist ebenfalls eine schützende Kopfbedeckung.

Ärzte und Kliniken

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) der Krankenkassen wird man von Ärzten, Ambulatorien und Kliniken, die der Seguridad Social angeschlossen sind, kostenfrei behandelt. Ansonsten sollten Sie eine detaillierte Rechnung (factura) verlangen, um sich die Auslagen erstatten zu lassen.

Santa Cruz de Tenerife: Hospital Nuestra Señora de la CandelariaCarretera Rosario14592260200024.

Hospiten RamblaLa Rambla115922291600www.hospiten.es.

Playa de las Américas/Los Cristianos: Ärztezentrum SalusAvenida República Panamá3Playa de las Américas92279125324-Std.-Service.

Hospiten SurCalle Siete Islas8922750022www.hospiten.es24-Std.-Service und Hotelbesuche.

Puerto de la Cruz: Ärztezentrum SalusCalle Valois4392237320224-Std.-Service.

Puerto de Santiago/Los Gigantes: Ärztezentrum SalusAvenida Marítima4392286043224-Stunden-Service.

Apotheken

Apotheken (farmacias) sind am grünen Malteserkreuz zu erkennen (Mo–Fr 9–13 u. 16–19, Sa 9–13 Uhr). Das Schild „Farmacia de Guardia“ weist auf die nächste Apotheke mit Notdienst hin.

Internet & WLAN

Mittlerweile bieten Hotels aller Kategorien WLAN-Hotspots. Oft sind diese allerdings nicht im Übernachtungspreis inbegriffen, sondern müssen teuer bezahlt werden (z. B. 10 Min. 1 Euro). Wer kein Notebook oder Smartphone dabeihat, kann zuweilen auf kostenpflichtige Hotel-Internetcomputer zurückgreifen. Eine etwas günstigere Alternative sind Internetcafés, die es in den Einkaufszentren größerer Ferienorte gibt. Auch Salones Recreativos, Spielhallen, haben oft ein paar Computerstationen.

Klima & Reisezeit

Das milde Klima zeichnet sich durch geringe Temperaturschwankungen aus. Im regenarmen Süden fallen die Temperaturen auch im Winter selten unter 18 Grad und steigen kaum über 24 Grad. Im Sommer werden jedoch ohne Weiteres wochenlang 30 Grad und mehr gemessen. Schwache Luftströmungen sorgen dann auch in mittleren Höhenlagen für drückende Hitze.

Die Temperaturen im Nordosten liegen oft erheblich niedriger als im Süden. Oberhalb von 500 m kann es nachts und im Winter empfindlich kalt werden. Deshalb gehören neben einer Kopfbedeckung auch Pullover, Windjacke und Regenschutz ins Reisegepäck.

Da die Wassertemperaturen auf Teneriffa stets zwischen 18 und 24 Grad liegen, lädt das Meer 365 Tage im Jahr zum Baden ein. Die beste Reisezeit sind die Monate November bis März.

Ländlicher Tourismus

Wer auf Teneriffa Urlaub macht, muss dies nicht in einer Hotel- oder Bungalowanlage tun. Eine Handvoll Agenturen vermietet mehr als 50 Unterkünfte auf dem Land – von der Finca für zehn Personen bis zur Felsenhöhle. Sie sind meist komplett renoviert und modern ausgestattet, die Preise sind wesentlich niedriger als in einem Touristenhotel.

Wichtigster Vermittler und mit EU-Geldern gefördert ist darüber hinaus die Attur (Asociación Tinerfeña de Turismo Rural)Calle Méndez Núñez 17Santa Cruz de Tenerife902215582www.attur.esMo–Fr 9–14 Uhr mit über 50 Häusern. Landhäuser in schöner Lage hat auch eine deutsche Agentur im Angebot: Karin Pflieger (Lohkoppelweg2622529Hamburg040 5604488www.turismorura)

Mietwagen

Mietwagenfirmen sind in den Flughäfen, allen Ferienzentren und vielen Hotels vertreten. Einen Kleinwagen gibt es schon für unter 25 Euro pro Tag (inkl. Steuern und Vollkaskoversicherung). Cicar928822900ww.cicar.com ist eine verlässliche einheimische Firma, die an allen Flughäfen, Häfen sowie in den Ferienorten vertreten ist. Die Wagen sind gut gewartet, und bei einer Panne wird umgehend für Abhilfe gesorgt.

Grundsätzlich gilt: Der Mietwagen muss die obligatorische Warnweste an Bord haben. Geländewagen, Trikes und Motorräder, die man auch überall mieten kann, sind erheblich teurer.

Notrufe

Sammelnummer für Notfälle aller Art: 112. Den Service gibt es auch in deutscher Sprache.

Öffnungszeiten

Restaurants sind meist 13–16 und 19–23, in Feriengebieten von 12 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit oder länger geöffnet. Sonntags schließen kanarische Lokale oft schon um 15 Uhr! Auch viele Geschäfte machen Siesta (13–17 Uhr), Einkaufszentren sind meist täglich durchgehend 10–20 Uhr geöffnet, einige auch länger.

Post

Die Postämter (correos), in denen man auch seine Briefmarken kauft, sind Mo–Fr 8.30–14.30 Uhr, in Santa Cruz de Tenerife und Puerto de la Cruz bis 20.30 Uhr geöffnet, Sa vormittags ebenfalls. Die offiziellen Briefkästen sind gelb, deshalb dürfen nur hier die mit Marken der staatlichen Post frankierten Briefe eingeworfen werden.

Preise & Kreditkarten

Die Preise für Dienstleistungen (z. B. Reparaturen) sind etwas höher als bei uns. Lebensmittel, besonders importierte (und das sind die meisten), sind z. T. deutlich teurer als zu Hause.

Bei Verlust der Bank- oder Kreditkarte können deutsche Benutzer sie unter Tel. 0049 116116 sperren lassen – außerdem müssen sie bei der Polizei Anzeige erstatten. Reisende aus Österreich und der Schweiz müssen sich bei ihrer Bank nach der gültigen Sperrnummer erkundigen.

Rauchen

Seit 2011 hat Spanien das schärfste Anti-Raucher-Gesetz in der EU. Unter Androhung drakonischer Strafen (für den Betreiber) darf in geschlossenen öffentlichen Räumen, d.h. in allen Restaurants, Bars und Cafés, nicht mehr geraucht werden. Separate Raucherzimmer sind tabu. Auch im Freien ist das Rauchen eingeschränkt, so dürfen Sie z. B. in der Nähe von Kinderspielplätzen nicht zur Zigarette greifen.

Taxis

Alle Taxis sind lizenziert und mit Taxameter ausgestattet, das vor jeder Fahrt eingeschaltet werden muss. Zum Kilometerpreis von ca. 2 Euro/km kommt die Grundgebühr (mind. 2 Euro), außerdem gibt es Zuschläge für Sonn- und Feiertagsfahrten, für Nacht-, Hafen- und Flughafenfahrten sowie für Großgepäck. Bei Inselrundfahrten sollten Sie den Preis, sofern Sie etwas Spanisch sprechen, unbedingt vorher vereinbaren.

Telefon & Handy

Vorwahl Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, danach Ortsnetzkennzahl ohne 0 und dann die Teilnehmernummer. Vorwahl Teneriffa 0034, dann folgt die neunstellige Rufnummer mit integrierter Ortsvorwahl (922).

Nach Hause telefonieren können Sie in jeder Telefonzelle, die den Vermerk internacional trägt. In den Kabinen werden auch Telefonkarten (teletarjeta) akzeptiert, die es in Zeitungskiosken für 6 bzw. 12 Euro gibt. In den Telefon- und Internetshops (locutorios) zahlt man nach Beendigung des Gesprächs.

Das Handy lässt sich problemlos nutzen. Um noch bestehende Roaminggebühren zu vermeiden, empfiehlt es sich für Vieltelefonierer, in Spanien eine Prepaidkarte zu kaufen und diese gegen die deutsche SIM-Karte einzuwechseln. Man bekommt Prepaidkarten in Tabak- und Zeitungsläden, Kiosken, Supermärkten und Tankstellen. Wichtigste Betreiber sind Orange, Movistar und Telefónica.

Zeit

Auf den Kanaren ist es eine Stunde früher als bei uns, also: Mitteleuropäische Zeit minus eine Stunde. Die Inseln machen die Sommerzeit mit.

Zoll

Höchstgrenzen bei der Einfuhr aus den Kanarischen Inseln: 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak; 1 l Wein und Spirituosen mit einem Alkoholgehalt über 22 Prozent oder 2 l bis 22 Prozent (Schweiz jeweils 15 Prozent) oder 4 l nicht schäumender Wein. Dazu Waren bis zu einem Wert von 430 Euro (Jugendliche unter 15 Jahren bis 175 Euro). www.zoll.de

Was kostet wie viel?

Taxi

2 Euro pro km / ab 3 Euro Grundgebühr

Kaffee

ab 1 Euro für eine Tasse Kaffee

Souvenir

1,50 Euro für eine Strelitzie

Wein

ab 1,50 Euro für ein Glas (0,2 l)

Benzin

knapp 1 Euro für 1 l Super

Tapa

ab 2,50 Euro für einen kleinen Snack

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

6. Januar

Dreikönigstag

19. März

Josephstag (San José)

März/April

Karfreitag

1. Mai

Tag der Arbeit

30. Mai

Tag der Kanaren (Día de las Islas Canarias)

Mai/Juni

Fronleichnam

25. Juli

Jakobstag (Santiago Apóstol)

15. August

Mariä Himmelfahrt

12. Oktober

Tag der Entdeckung Amerikas (Día de la Hispanidad)

1. November

Allerheiligen

6. Dezember

Tag der Verfassung (Día de la Constitución)

8. Dezember

Mariä Empfängnis

25. Dezember

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen
Januar/Februar

Beim Festival de Música de Canarias gibt es einen Monat lang – vom Kammer- bis zum Philharmoniekonzert – Musik aus aller Welt im Teatro Guimerá und im Auditorio in Santa Cruz de Tenerife. www.festivaldecanarias.com

Februar/März

Beim Carnaval herrscht wochenlanger Fiestataumel. Seinen Höhepunkt findet er in den Umzügen und Tanzfeten von Santa Cruz de Tenerife.

März/April

Besonders in La Laguna finden während der gesamten Karwoche prächtige Prozessionen statt. Den Höhepunkt bilden die schwermütigen Prozessionen am Karfreitag.

Mai

Fiesta de San Isidro: In Araya, Granadilla, Los Realejos und La Orotava wird rund um den 15. Mai der Schutzheilige der Bauern gefeiert. Die Menschen kleiden sich in Trachten und spielen mit kanarischen Instrumenten zum Tanz auf.

Mai/Juni

Zu Corpus Christi, Fronleichnam, finden besonders schöne Prozessionen in La Laguna und La Orotava statt. Dabei werden herrliche Teppiche aus Blumen und gefärbtem Vulkansand auf Straßen und Plätze gezaubert.

Juli

Am zweiten Sonntag wird in der Fiesta y Romería del San Benito Abad mit einer Wallfahrt und einem großen Volksfest der Schutzpatron von La Laguna geehrt.

Am 25. Juli wird der Jakobstag als Volksfest in vielen Orten gefeiert. Zu Ehren der Schutzheiligen der Fischer, Nuestra Señora del Carmen, finden am 16. Juli Bootsprozessionen in Santa Cruz de Tenerife und Puerto de la Cruz statt.

August

Romería de la Virgen de Candelaria, zu Ehren der Schutzheiligen Teneriffas pilgern Zehntausende am 15. August nach Candelaria. Tags darauf steigt in Garachico die Romería de San Roque, ein klassisches Bauernfest mit farbenfrohen Umzügen auch in den umliegenden Gemeinden.

September

Im Rahmen der Fiestas del Cristo spielen die besten Folkbands der Kanaren zwei Tage lang in La Laguna beim Festival Sabandeño, das von Tausenden junger Leute besucht wird.

November

Alle zwei Jahre wird die Insel beim Festival Foto-Noviembre zum Tummelplatz international renommierter Fotografen, die ihre Werke zeigen. Zentren sind Santa Cruz und La Laguna. www.fotonoviembre.com

Im Trend

Energiebewusst
Go green

Im Parque Eólicwww.eolica.es findet das Festival der erneuerbaren Energien statt, ein Musikfestival, das mit Windenergie versorgt wird und die Vorzüge des Ökostroms preist. Das ganze Jahr über bietet das Instituto Tecnologico y de Energias RenovablesGranadilla de Abonawww.iter.es Informationen über den grünen Energietrend. Sogar einen Lehrpfad gibt es, der Alternativen wie Photovoltaik, Windenergie und Geothermik beleuchtet. Auch die Straßenbahnen machen mit. Die Insel besitzt eine Photovoltaikanlage, die die Fahrzeuge mit Energie versorgt www.tranviatenerife.com.

Tenerife Art
Inselkunst

Pünktlich zum Straßenfestival www.festivalmueca.com wird es bunt auf den Straßen von Puerto de la Cruz. Nicht weniger farbenfroh sind die abstrakten Kunstwerke der deutschen Exilantin www.karinia-teneriffa.com Eine bildende Künstlerin ist www.rosahernandez.com, deren Inspiration die Naturgewalten rund um die Insel sind.

La Laguna
Frischer Wind

In den Tapasbars und Bodegas von La Laguna ist wieder was los www.aytolalaguna.com Die ehemalige Inselhaupstadt ist zum Trendrevier der jungen Insulaner avanciert, insbesondere in der Altstadt herrscht abends geschäftiges Treiben. Stimmungsvolle Treffpunkte sind die beiden Kneipen Tasca El ToniqueCalle Heraclio Sánchez23 und Tasca la SacristíaCalle Bencomo26 sowie die Posada de los MosqueterosCalle Santo Domingo24.

Gute Nacht
Nachhaltige Unterkünfte

In den Casas BioclimáticasPolígono Industrial de GranadillaGranadilla de Abonacasas.iter.es werden Sie herrlich und mit gutem Gewissen schlafen. Das Ökodorf besteht aus 25 CO2-neutralen Ferienhäusern – eines schöner als das andere. Nicht so modern, dafür aber sehr urig geht es in der Finca ConstanzaAdejewww.finca-constanza.de zu. Backsteine und romantische Eisenbrüstungen vor dem Fenster sorgen für das richtige Ambiente, Wasseraufbereitungsmaßnahmen und der duftende Blumen- und Gemüsegarten für die korrekte Ökobilanz. Inmitten eines Landschaftschutzgebiets liegt das Eco Resort Sandos San BlasLos AbrigosCarretera General las Chafiraswww.sanblas.eu. Die weitläufige Anlage liegt nicht nur direkt am Strand und nennt einen eigenen natürlichen See und einen Meerwasserpool ihr Eigen. Das durchdesignte Ökoresort bietet auch noch eine Vielzahl von Workshops an – vom Heilkräuterkurs bis zum Archäologie-Workshop.

Trail Running
Über Stock und Stein

Joggen ist langweilig! Stattdessen geht's querfeldein. Am besten starten Sie auf Teneriffas Blue Trailwww.tenerifebluetrail.com, der die gesamte Insel durchkreuzt. Wer ernst machen will, wendet sich an CAV Tenerifewww.cavtenerife.com, die Läufe und Wettkämpfe auf der Insel organisieren. Den besten Einstieg zum Trail Running liefert ein Film: „Teneriffa Crossing“ zeigt atemberaubende Bilder einer Inseldurchquerung zweier Trailrunner. Schuhe und Ausrüstung gibt es bei Tenerife OutdoorAvenida Mencey de Abona49Granadilla de Abona.

Bloss nicht

Auf Kaufangebote hereinfallen

Aggressive Werber versuchen, Touristen unseriöse Urlaubsmodelle zu verkaufen. Früher Timesharing genannt, kommen sie jetzt leicht verändert als „Holidaypacks“, „Urlaubsclubs“ etc. daher, die Luxusferien versprechen, die sich dann als minderwertige Billigangebote entpuppen. Oft werden schon als Einstieg Tausende Euro verlangt. Lassen Sie daher stets die Finger davon!

Wertsachen offen liegen lassen

Häufig werden Mietwagen aufgebrochen und Wertsachen am Strand oder im Hotel gestohlen. Lassen Sie daher nichts im Auto, auch nicht im Kofferraum. Ebenso sollten Sie keine Wertsachen unverschlossen im Hotelzimmer oder Apartment liegen lassen. Besser in den Safe damit oder an der Rezeption abgeben.

Sich abzocken lassen

Brot gehört in Spanien zu jedem Essen. Früher war das umsonst. Heute wird es kommentarlos auch ohne Bestellung serviert … und nach dem Essen wird kassiert. Wenn Sie berechtigterweise unzufrieden sind, verlangen Sie die hojas de reclamación (Beschwerde-blätter), um Ihre Kritik aufzuschreiben. Diese Zettel muss jedes Restaurant vorweisen können, und sie werden vom Staat kontrolliert.

Ungeschützten Sex haben

Befragungen von Touristen unter 26 Jahren ergaben, dass 50 Prozent im Urlaub Sex mit einem neuen Partner haben. Studien zeigen, dass dadurch das Risiko, sich mit HIV und anderen Krankheiten zu infizieren, stark steigt. Handeln Sie also verantwortlich, und schützen Sie sich und andere!

An Werbefahrten teilnehmen

Immer wieder werden arglose Touristen von Prospektverteilern geködert, an kostenlosen Inselrundfahrten mit Kaffee und Kuchen teilzunehmen. Dabei werden den Gutgläubigen bei sogenannten Infoshows überteuerte, minderwertige Waren aufgedrängt. Halten Sie sich von solchen Exkursionen fern!

Gefälschte Markenware erwerben

Uhren, elektronische Artikel und Markenmode sollten sie nur in Kaufhäusern und Geschäften erwerben. Schnäppchen auf Basaren und Flohmärkten sind fast immer Fälschungen. Der Zoll kann diese einziehen und ein Bußgeld verhängen.

Einfach so das Internet in Hotels nutzen

Viele Hotels haben einen Internetzugang für ihre Gäste. Oft wird dafür aber reichlich abkassiert. Dieser Service sollte heutzutage kostenlos sein!

Stichworte

Architektur

Kennzeichnend für die traditionelle kanarische Architektur ist die großzügige Verarbeitung einheimischer Hölzer innen und außen. Kunstvoll geschnitzte Balkone, Erker, Arkaden und Treppen finden sich an den Fassaden vieler Gebäude. Engmaschig vergitterte Fensterläden lassen Luft, aber keine Sonne ins Haus und wirken wie eine Klimaanlage. Dagegen sind die kalkweißen Fassaden auffallend schlicht. Aus Vulkansteinquadern gemauerte, unverputzte Hausecken und blassrote Ziegeldächer setzen klare Kontraste. Im Zentrum eines Hauses liegt der patio, ein Innenhof, der auf mehreren Ebenen und über Arkadengänge direkten Zugang zu allen Räumen bietet. Oft ist er üppig bepflanzt, manchmal sogar mit einem Brunnen ausgestattet und bildet eine kühle, grüne Oase im warmen Kanarenklima. Besondere Beispiele für kanarische Architektur findet man in La Orotava und La Laguna. Kirchen und Herrenhäuser haben im Inneren oft geschnitzte und fein bemalte Holzdecken im maurisch inspirierten Mudéjar-Stil. Außen herrscht klassischer Kolonialstil vor: weiße Fassaden, aus Naturstein gesetzte Fassungen der Fenster und Türen und wuchtige, oft verzierte Portale. Teneriffas am besten erhaltenes Bergdorf ist Masca, dessen Häuser in Trockenbauweise, also ohne Mörtel, errichtet wurden.

Carnaval

Kein Blick fällt auf Teneriffa, wenn alljährlich die Bilder des brasilianischen Karnevals über deutsche Fernsehbildschirme flimmern. Dabei kann sich das überschäumende Spektakel auf der Kanareninsel in jeder Hinsicht mit Rios Sambasause messen. Monatelang laufen die Vorbereitungen für die wilden Wochen im Februar und März. Es werden carrozas, Festwagen, gebaut und dekoriert, Kostüme geschneidert, Masken und Verkleidungen gebastelt. Murgas, verkleidete Spaßmachergruppen, wetteifern darum, die besten Kostüme, die frechsten Gesänge und die schrägste Musik zu machen. Während der desfiles, der Umzüge, ziehen sie tanzend und lärmend durch die Straßen. Oft sind Zehntausende in Santa Cruz de Tenerife unterwegs: ein wogendes Meer aus Leibern. Diesen Umzügen, die im spanischen Fernsehen landesweit live übertragen werden, schließt sich jede Nacht ein mogollón an: Bis zum Morgengrauen tanzt man zu Latinorhythmen. So geht es tage- und wochenlang.

Offizieller Höhepunkt ist die Wahl der Reina del Carnaval. Nicht die Schönheit der Aspirantinnen entscheidet bei der Kür zur Karnevalskönigin, sondern ihre Fähigkeit, das zentnerschwere, funkelnde Kostüm – teuer wie ein Mittelklassewagen – mit Anmut zu tragen. Auch die Kinder haben ihren eigenen Umzug und ihre eigene Königin.

Grandioser Abschluss des carnaval ist der Entierro de la Sardina, das Begräbnis der Sardine. Noch einmal gibt es einen großartigen, farbenprächtigen Umzug, bei dem eine gewaltige Pappsardine durch die Straßen gezogen wird. Zum Schluss explodiert sie in einem Feuerwerk aus Lichtbögen, Raketen und Knallkörpern. An allen Aktivitäten können Urlauber teilhaben; Infos in den Touristbüros.

Drago

Keine Pflanze hat die Fantasie der Kanarier so beflügelt wie der Drachenbaum. Dieser Verwandte der Yucca, der zur Gattung der Liliengewächse gehört, ist jenseits der makronesischen Inselwelt (Kanaren, Madeira, Azoren, Kapverden) schon vor 20 Mio. Jahren ausgestorben. Nahe Verwandte finden sich aber in Afrika und Asien.

1799 zeichnete Alexander von Humboldt den ältesten drago des Archipels – er steht noch heute in Icod de los Vinos und ist weit über 500 Jahre alt – und rätselte über dessen Herkunft, die er irgendwo in Asien vermutete. Den Guanchen galt der Baum als heilig. Vor allem wegen seines Harzes, des „Drachenbluts“, das sich an der Luft dunkelrot färbt und in grauer Vorzeit bei der Zubereitung von Heiltränken und Salben Verwendung fand. Schneidet man dem drago einen Ast ab, wächst dieser so schnell nach wie „das Haupt eines Drachen“. Deshalb verliehen frühe Naturforscher dem Baum den märchenhaften botanischen Namen Dracaena drago. Und auch heute noch verehren die Einheimischen ihre Drachenbäume. Kaum einen Ziergarten gibt es, der auf ihn verzichten würde. Sein Bild findet sich auf Gemälden, Briefmarken und Münzen.

Guanchen

Viel weiß man nicht von den Ureinwohnern der Insel, deren Name so viel wie „Söhne Teneriffas“ bedeutet. Sie besiedelten den Archipel ab dem 3. Jh. v. Chr. in mehreren Einwanderungswellen und entstammten wahrscheinlich hellhäutigen Berbervölkern Nordafrikas. Diese These wird durch einen Fund im Jahr 1992 gestützt: eine Steininschrift mit dem Zeichen zanata, das für einen Berberstamm steht. Neuere Genforschung hält es aber auch für möglich, dass sie aus dem Mittelmeerraum um Sizilien einwanderten.

Die Guanchen waren vor allem Bauern, die von Ziegen und Schafen lebten. Regiert wurden sie von einem mencey, einer Art König. Als die Spanier auf die Kanaren kamen, herrschten die neun Söhne des Mencey Bezenuria. Ihre überlebensgroßen Bronzestatuen stehen auf der Uferpromenade der Plaza Patrona de Canarias in Candelaria. Die Guanchen lebten meist in Höhlen, und dort bestatteten sie auch ihre mit viel Kunstfertigkeit mumifizierten Toten.

Nachdem die Europäer die Altkanarier unterworfen, getötet oder versklavt hatten, gingen die überlebenden Ureinwohner bald in der Bevölkerung der Eroberer auf. Ihre Hinterlassenschaft können Sie im Museo del Hombre y la Naturaleza in Santa Cruz, im Museo Arqueológico von Puerto de la Cruz und in den rätselhaften Pirámides de Güímar in Augenschein nehmen.

Kanarienvogel

Sein Gefieder ist gelb, sein Gesang melodisch. Meist sitzt er im Käfig und trällert zum Vergnügen seiner Besitzer. Selbst in den entferntesten Winkeln der Welt, in Hütten wie in Palästen ist er zu Hause. So kommt es, dass viele Menschen den Namen der Kanaren kennen, auch wenn sie vielleicht gar nicht wissen, dass er eine atlantische Inselgruppe bezeichnet.

Der Kanarienvogel stammt vom wilden Serenus canaria ab, der noch heut die Wälder des Archipels bevölkert: Auch er singt schön, sieht aber unspektakulär aus, weshalb an ihm so lange herumgezüchtet wurde, bis er seine heutige Gestalt erhielt.

Kunstszene

Wer auf den Kanaren früher künstlerisch etwas werden wollte, ließ die Abgeschiedenheit der Inseln rasch hinter sich und suchte sein Glück auf dem europäischen Festland. Das galt auch für viele Jahre des 20. Jhs., als die Franco-Diktatur jede nonkonformistische Regung im Keim erstickte. Doch einem tinerfenischen Künstler gelang es, das, was er bei Zeitgenossen wie Picasso in Paris erfahren und erlernt hatte, auf die Atlantikinsel zurückzubringen. 1935 organisierte Óscar Domínguez mit keinem Geringeren als André Breton eine große Surrealismus-Ausstellung in Teneriffas Hauptstadt und brachte die Welt-Avantgarde in die entfernte Atlantikprovinz – so etwas hatte es zuvor nicht gegeben. Zwar erstarb der künstlerische Aufbruch wenig später im Spanischen Bürgerkrieg (1936–39), und Domínguez blieb bis zu seinem Freitod 1957 im französischen Exil. Doch die Basis für spätere künstlerische Aktivitäten war gelegt.

Heute gibt es nicht nur eine Dauerausstellung von Domínguez' Werken im Tenerife Espacio de Las Artes (TEA), sondern auch mehrere renommierte Galerien, u. a. in Santa Cruz die Galería Leyendecker (Rambla 86 | www.leyendecker.net) und das Kulturzentrum El Tanque (Calle 70), in La Laguna die Fundación Cristino de Vera und die Sala Conca. In Puerto de la Cruz können Sie im ehemaligen Zollhaus oberhalb der Touristinformation in Wechselausstellungen des MACEW (Casa de Aduana | Calle Las Lonjas s/n) die Werke vieler moderner Klassiker betrachten.

Nahe Puerto de la Cruz findet sich eine weitere Rarität für Kunstfans: In San Juan de la Rambla präsentiert die Galería Biblioteca Expresión Contemporánea Antonin Artaud (Calle Estrecha 5) einen umfangreichen Fundus an Kunstbüchern und -katalogen. Treffpunkt internationaler Künstler, die sich auf Teneriffa niedergelassen haben, darunter so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Janosch und Arnulf Rainer, ist die Finca de Arte (Chayofa | Calle Centro | www.finca-del-arte.com) oberhalb von Los Cristianos. Das wichtigste Kunstevent Teneriffas ist das in allen ungeraden Jahren stattfindende Fotofestival Foto-Noviembre (www.fotonoviembre.com), das neueste Produktionen aus aller Welt zeigt.

Lucha Canaria

Die lucha canaria, den kanarischen Ringkampf, gab es schon zur Zeit der Guanchen. In einem mit Sand ausgelegten Kreis von etwa 15 m Durchmesser treten zwölf Kämpfer zweier Teams paarweise gegeneinander an. In genau festgelegter Ausgangsposition stehen sie vornübergebeugt einander zugewandt und umklammern das aufgekrempelte Hosenbein des Gegners mit der linken Hand. In dem maximal drei Minuten dauernden Kampf versuchen die luchadores mit verschiedenen Griffen, den Gegner zu Boden zu werfen. Wer seinen Gegner zweimal bezwingt, hat gewonnen. Die Mannschaft mit den meisten Siegen entscheidet den Wettbewerb für sich. Die lucha canaria ist eine rein kanarische Angelegenheit und wird touristisch nicht vermarktet. Wenn Sie Lust haben, sich einen Kampf anzuschauen, erkundigen Sie sich in der Touristinformation nach den Terminen; eine Wettkampfarena (terrero de lucha canaria) leistet sich jeder größere Ort.

Schnee

300 km bis zur Sahara – wie kann es da schneien? Es kann, und das immer wieder. Der Teide-Nationalpark Las Cañadas liegt durchgehend über 2000 m hoch. Während die Bergspitze im Winter meistens eine weiße Haube trägt, sind die umliegenden Lavameere selten ganz eingeschneit. 5 Grad unter Null sind jedoch nichts Ungewöhnliches. Fällt dann Schnee, berichten die Tageszeitungen ausführlich über das Ereignis. Und am folgenden Wochenende fahren dick verpackte Kanarier hinauf und tummeln sich in der weißen Pracht.

Schnee und Eis spielten schon zur Zeit der spanischen Eroberer eine wichtige wirtschaftliche Rolle auf Teneriffa. Ein ganzer Berufsstand von Eisverkäufern, die neveros, lebte davon, in tagelangen gefährlichen Fußmärschen zum Teide aufzusteigen, um dann auf Lasttieren oder dem eigenen Rücken die kalte Fracht hinunter in die Dörfer zu tragen und dort zu verkaufen.

Virgen de Candelaria

Mindestens ein Jahrhundert vor Ankunft der Spanier fanden einige Guanchen bei Candelaria eine gotische Madonnenstatue mit Kind, die vom Meer an Land gespült worden war. Die Legende erzählt, dass die ängstlichen Hirten sie mit Steinen bewerfen wollten, ihre Arme aber in der Bewegung erstarrten. Beeindruckt von den offensichtlich magischen Kräften, trugen die Altkanarier die Figur in eine Höhle und begannen, sie zu verehren. Katholischen Missionaren fiel es später nicht schwer, den Wunderglauben für sich zu nutzen und die Guanchen zu bekehren. Sie gaben der Statue den Namen Jungfrau von Candelaria und bauten ihr eine kleine Kirche. Eine Sturmflut spülte jedoch 1826 Kirche und Madonna ins Meer. Die heutige Statue schuf 1827 ein einheimischer Künstler. Ihre Gesichtsfarbe, ebenso wie die ihres gekrönten Kindes, ist fast so schwarz wie der Vulkansand des Strands unterhalb der Basilika.

Wasser

Eine Insel, über der ewig die Sonne scheint, hat auch eine Kehrseite: den Mangel an Wasser. Früher gab es viele Flüsse auf Teneriffa, dichte Pinien- und Lorbeerwälder sogen die Feuchtigkeit aus den Passatwolken. Brunnen und kilometerweit in die Berge getriebene Stollen, sogenannte Galerien, versorgten die Landwirtschaft. Inzwischen sind die meisten Bäume abgeholzt, viele Brunnen versiegt. In einigen Stauseen wird Regenwasser aufgefangen. Meist sind es jedoch Meerwasserentsalzungsanlagen, die die Feriengebiete versorgen, auch Teneriffas neun Golfplätze werden so bewässert.

All das kostet viel Geld und Energie, die vor allem durch Verbrennung von Erdöl überaus umweltbelastend erzeugt wird. Immerhin werden neuere Anlagen auf das umweltfreundlichere Osmose-Verfahren umgestellt, bei dem dem Meerwasser mechanisch das Salz entzogen wird: Per Druck wird es durch Membranschichten gepresst, die nur Wassermoleküle durchlassen, die größeren Salzteilchen aber außen vor lassen. Obwohl der Tourismus nur etwa 10 Prozent des Wassers verbraucht – die Landwirtschaft ist mit gut 70 Prozent dabei –, hier die Bitte, ein gutes Beispiel zu geben: Vergeuden Sie kein Wasser!

Bücher & Filme

Kauderwelsch: Spanisch für die Kanarischen Inseln

Mit diesem kleinen Band erlernen Sie die Sprache und erfahren einiges über die Mentalität der Insulaner

Óscar – el color del destino

internationale Koproduktion von Lucas Fernández (2006) über das Leben des kanarischen Malers Óscar Domínguez, eines Zeitgenossen und Freundes von Pablo Picasso. Viele seiner Bilder hängen im TEA in Santa Cruz.

Der wilde Mann von Teneriffa

Roberto Zapperi schrieb 2004 die spannende Geschichte eines dicht behaarten Mannes, der im 16. Jh. an europäischen Königshöfen Aufsehen erregte.

Ein Wahnsinnsurlaub

ein unterhaltsames Buch von Winfried Wagner über die turbulenten Urlaubserlebnisse einer deutschen Familie (2000).

Der König von Taoro

den spannenden dokumentarischen Roman über die Eroberung Teneriffas vor 500 Jahren schrieb Horst Uden 1941.

Die Reisemaus

die CD führt Kinder unterhaltsam und mit Musik in die Welt der Kanaren ein, mit Geschichten zu Guanchen, Drachenbäumen usw. (2008).

Fakten

Strom
220 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
08:04 Uhr
MARCO POLO Produkte
MARCO POLO Reiseführer Teneriffa
MARCO POLO Reiseführer Teneriffa
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich
MARCO POLO Karte Teneriffa, Gran Canaria 1:150 000
MARCO POLO Karte Teneriffa, Gran Canaria 1:150 000
9,99 €
≫ Jetzt kaufen
MARCO POLO Freizeitkarte Teneriffa
MARCO POLO Freizeitkarte Teneriffa
7,99 €
≫ Jetzt kaufen
Nach oben