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Slowakei

Check-in

Und dann stehst du plötzlich in der geografischen Mitte Europas: ein sanfter Hügel in der wilden Berglandschaft rund um die alte Bergbaustadt Kremnica. Kein Mensch ist zu sehen. Nur eine kleine Kirche. Unversehens setzt Platzregen ein. Du glaubst, dass du nie weiter entfernt vom Trubel der Welt warst als an diesem verlassenen Ort.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Auf einem Felsen über der Altstadt thront die kantige Burg mit ihren vier Türmen. Die erste dokumentierte Erwähnung datiert aus dem Jahr 907, Archäologen konnten jedoch eine viel ältere Bebauung…
Das bekannteste Tal der Niederen Tatra: Von Beginn an säumen Pensionen, Privatunterkünfte und Hotels die Straße nach Jasná, dem letzten Dorf mit seinem Bergsee Vrbické Pleso. Wichtigste Sehenswü…
Der Mittelpunkt der Stadt, der St.-Elisabeth-Dom, ist das östlichste Bauwerk der europäischen Hochgotik. 1378–1508 entstand das fünfschiffige Gotteshaus in den für diese Region beeindruckenden…
Einfach märchenhaft dieses Schloss: Erker, Balkone, Türme und Türmchen mit wehenden Flaggen, umgeben von einem großzügigen Park! Verkleidete Prinzessinnen führen dich durch die Räume. Hö…
Die Zips war überwiegend protestantisch, Kežmarok recht wohlhabend und so entstand eine reich geschmückte Artikularkirche (seit 2009 Unesco-Weltkulturerbe), die in ihrer aufwendigen Ausstattung die…
Wie ein Riff aus der Brandung taucht der Travertin-Felsen 16 km östlich von Levoča aus den Hängen der Umgebung auf und trägt die Zipser Burg. Die frühesten Urkunden datieren von 1209, archä…
Schon seit der Römerzeit ist die Heilkraft der leicht radioaktiven und schwefelhaltigen Quellen bekannt, die mit etwa 67 Grad dem Boden entströmen und vor allem bei Gelenkleiden Linderung…
Sie wird auch die Silberne genannt und ist ein Kleinod inmitten sanfter Hügel. Mit dem Sitz des königlichen Bergamts, des Kammerhofs und der von Maria Theresia gegründeten Bergbauakademie nimmt sie…
Stellvertretend für manch anderes Freilichtmuseum wurde dieses archaisch wirkende Dorf in herrlicher Berglandschaft von der Unesco auf die Welterbeliste gesetzt. Es ist noch bewohnt, deshalb sollten…
Der gefürchtete „Herr über Waag und Tatra”, der streitbare ungarische Adelige Matúš Čák, regierte im 14. Jh. von der Trenčíner Burg wie ein König über die von ihm unterworfenen Gebiete…

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Entdecke die Slowakei

Temperamentvolle Gemächlichkeit

Nur gut zwei Stunden später trittst du ins prall gefüllte Bierlokal in Bratislava. Es ist laut hier und die Stimmung prächtig. Von überall dringen die verschiedensten Sprachen an dein Ohr. Hier ist es wuselig und voller Leben. Und zum zweiten Mal heute bist du angekommen – in der gefühlten Mitte Europas. Das kulturelle Leben in der Hauptstadt und in anderen urbanen Zentren ist vielfältig und experimentierfreudig. Die Kulisse des nur 60 km von Wien entfernten Bratislava wird in der Altstadt von viel Gesims, Erkern und prächtigen Portalen bestimmt. An den Fassaden blitzt das slowakische Temperament hier und da in kräftigen Bonbonfarben auf. Gemächlich dagegen ist zuweilen das Treiben der Menschen im Land. Davon zeugen nicht zuletzt Flaneure, Caféund Kneipenbesucher – unter die sich immer mehr Touristen mischen.

Ein gastlicher Landstrich

Touristisch ist die Slowakei sehr gut erschlossen. Attraktionen wie die Naturschönheiten, die Vielzahl an beeindruckenden Burgen, die schmucken Städte, die Bergwelt ergänzen die Gastfreundschaft der Slowaken. Deutsche und Schweizer Touristen trennt nur eine Tagesreise per Auto oder Bahn vom Urlaub in der Slowakei; Österreicher haben es noch näher. In Ost-West-Richtung erstreckt sich das Land von der Ukraine bis nach Österreich. Die längste Grenze besteht zu Ungarn, mit dem es eine fast tausendjährige Geschichte verbindet, die heute oft als Unterdrückung gedeutet wird: Bis 1918 kannte man die heutige Slowakei nur unter der Bezeichnung „Oberungarn“. Auf dem größentechnisch mit der Schweiz vergleichbaren Staatsgebiet leben heute etwa 5,5 Mio. Menschen.

Land der zwei Geschwindigkeiten

Die Slowakei als Reiseziel ist in doppelter Hinsicht zweierlei: trendig hier, traditionell da; mal wirkt sie klein und übersichtlich, dann wieder kleinteilig und unüberschaubar. Denn einerseits ist das Land so kompakt, dass du dir auch in wenigen Tagen einen Eindruck verschaffen und mal eben in zwei Stunden vom verlassensten Ort der Welt in die überfüllte Trendkneipe in der quirligen Hauptstadt gelangen kannst. Andererseits ist die Slowakei – schon aufgrund ihrer gebirgigen Topographie – im Ganzen eigentlich ungreifbar. Noch nach Jahren im Land würdest du in einem kleinen Seitental eine beeindruckende Burgruine für dich neu entdecken können. Oder eine neue Off-Galerie in einer versteckten Seitengasse in Bratislava – der Stadt, die sich, obwohl äußerlich im altehrwürdigen Gewand, ständig neu erfindet. Vielfalt gibt es auch abseits der Metropole, weil sich dank der Gebirgszüge viele Mikroregionen mit unterschiedlichen Baustilen und Trachten ausgebildet haben. Diese bäuerliche Kultur kannst du in etlichen Freilichtmuseen nachempfinden.

Berge, Idylle und ein Paradies

Sanfte Hügel, steile Felswände, Gipfel in den Wolken – Berge bestimmen das Landschaftsbild. Schon in der Hauptstadt beginnen die Karpaten. Im Norden zieht sich die Hohe Tatra mit etlichen Gipfeln, die über 2600 m hinausragen, nordostwärts. Ihr südlich gegenüber liegt die flachere Niedere Tatra, westlich davon die West-Tatra sowie die Kleine Fatra. Südöstlich schließt sich die bizarre Landschaft des slowakischen Karsts an, im oberen Teil verheißungsvoll „Slowakisches Paradies” genannt. Im Herzen des Landes komplettieren die erzhaltigen Mittelgebirge das Panorama. Eine lieblichere Landschaft präsentieren das untere, breite Tal der hier behäbig dahinfließenden Waag (Váh) und der schmale Streifen der Donauebene im Süden: Felder, Wiesen und Haine, Mohnblumen im Getreide, Obstbäume und Storchennester. Ein ländliches Idyll – und für den, der es mag, auch ein weinseliges.

Erlebnis mit Echtheitszertifikat

Von Dezember bis März wartet die Nordslowakei mit besten Bedingungen für Wintersport auf. Für den warmen Rest des Jahres ist Wandern in der wunderbaren Natur, die vielerorts mit Nationalparks geschützt ist, die erste Wahl. Bergsteiger, Radler und Mountainbiker sind willkommen, wenn sie sich an die Schutzbestimmungen halten. Dazu kannst du dich in fast jedem Winkel des Landes entspannt in warmes Thermalwasser gleiten lassen. Berühmte Kurstädte mit Wellnesstempeln sind Piešťany, Trenčianske Teplice und Bardejovské Kúpele. Ein charakteristisches Highlight der Slowakei ist ihr Reichtum an Höhlen. Durch dunkle Gänge gelangst du zu extravaganten Tropfsteingebilden und atemberaubenden unterirdischen Sälen aus Stein oder sogar Eis und Aragonit. Manchmal denkt man an solchen Orten, das ganze Land sei eine einzige Filmkulisse. Und tatsächlich werden viele Burgen, Höhlen, Städtchen und Naturlandschaften immer wieder von internationalen Filmteams genutzt. In der Wirklichkeit aber ist das alles: echt.

Gut zu wissen

Anreise

Aus dem deutschsprachigen Raum erreicht man die Slowakei bequem mit der Bahn. Über Prag und Brünn oder über Wien gibt es Zugverbindungen. Direkt verkehrt der EC 172/173 „Hungaria” nach Budapest mehrmals täglich ab Hamburg über Berlin, Dresden und Prag nach Bratislava. Nutzt du eine Verbindung via Wien, musst du dort meist den Bahnhof wechseln, weil die Züge nach Bratislava in der Regel vom Südbahnhof abgehen. Oder du fährst zum Busbahnhof Wien- Mitte: Von hier verkehren mehrmals täglich Busse. Von der Anlegestelle am Wiener Schwedenplatz gibt‘s mit dem Twin City Liner auch eine Schiffsverbindung über die Donau nach Bratislava. Die Fahrt dauert 75 Minuten und kostet 30–35 Euro. Per Auto erreichst du dein Ziel ebenfalls über Wien oder Tschechien (Prag/ Brünn) oder auch von Norden her über Polen. Im Land angekommen, benötigst du für die Nutzung der Autobahnen und Schnellstraßen eine Mautvignette, die es für zehn Tage (10 Euro), einen Monat (14 Euro) oder ein Jahr (50 Euro) an den Grenzübergängen und an Tankstellen zu kaufen gibt. Auf eznamka.sk kann man die Vignette auch online kaufen. Busverbindungen von deutschen Städten aus gibt es etliche, du findest sie z. B. unter eurolines.de.

Möglich ist auch die Anreise per Flugzeug, etwa über den Wiener Flughafen Schwechat, der schon auf halber Strecke nach Bratislava liegt. Von Schwechat fahren stündlich Busse nach Bratislava (austrian.com). Bratislava selbst und Košice verfügen auch über internationale Flughäfen, zu denen aber wenige Direktflugverbindungen bestehen. Der Airport der Hauptstadt ist nicht besonders groß, aber modern, gut organisiert und nicht überfüllt.

Angenehmerweise ist es bei deiner Reise in die Slowakei weder nötig, die Uhr umzustellen, noch Geld umzutauschen: MEZ und Euro gelten hier wie da (bei Anreise durch Polen oder Tschechien: Hier gilt der Euro nicht!). Passkontrollen bei der Einreise gibt es keine, da die Slowakei wie auch die Transitländer Mitglied des Schengen- Raums ist. Deinen Ausweis musst du aber natürlich trotzdem dabeihaben.

Auskunft

Vor Ort gibt es in jeder touristisch relevanten Stadt mindestens eine Filiale der Touristenauskunft mit viel Material über die Stadt selbst und deren Umgebung. Oft werden auch regionaltypische Produkte und Souvenirs angeboten. Eine Schaubäckerei über der Auskunft in Kremnica führt z. B. vor, wie das lokale Süßgebäck kremnické krumple (Kremnitzer Kartoffeln) hergestellt wird. Der Verbund dieser Auskunftszentren findet sich auch online unter aices.sk.

Auto

Die Straßenverhältnisse sind gut bis sehr gut. An Tankstellen herrscht kein Mangel, die meisten haben rund um die Uhr geöffnet und akzeptieren die gängigen Kreditkarten. Es gibt im ganzen Land bleifreies Benzin (Natural und Super plus). Geschwindigkeitslimits: im Stadtgebiet 50, auf Landstraßen 90, auf Autobahnen 130 km/h. Tempolimits sind Tempolimits, haltet euch daran! Erstens, weil: sowieso. Und zweitens: Die slowakische Polizei hat ein wachsames Auge auf Raser und kassiert sofort und saftig – besonders gern bei auswärtigen Nummernschildern, wie man sich erzählt. Daneben musst du zwei Punkte beachten: Am Steuer gelten kompromisslose 0,0 Promille! Außerdem musst du beim Fahren das Licht einschalten! Und zwar überall und ganzjährig.

In Innenstädten ist das SMS-Parken verbreitet, bei dem man eine SMS mit dem Autokennzeichen an eine angegebene Nummer sendet, woraufhin die Parkgebühr über die Handyrechnung bezahlt wird. Achtung: Funktioniert nur mit slowakischer Handynummer! Sonst lieber einen anderen Platz suchen. Zebrastreifen versteht der autolenkende Slowake übrigens eher als zufällige Streifen auf der Fahrbahn. Kein Grund, sich als fahrender Tourist dieser Unsitte anzupassen. Für Fußgänger gilt: aufpassen!

Bahn

Sitzen, lesen, Schläfchen halten oder die vorbeiziehenden Wiesen, Berge und Burgen beobachten – Bahnfahren in der Slowakei macht Spaß. Das Netz der Staatsbahnen ŽSR (zssk.sk) ist dicht geknüpft und beinhaltet fast alle touristisch relevanten Ziele. In der Flotte befinden sich einige eher ältere Waggons, was auch wieder Flair hat. Dafür sind die Preise echt erschwinglich. Kinder unter 6 Jahren fahren in der 2. Klasse völlig kostenlos, unter 16 gibt es satte Nachlässe. Schüler und Studierende bis 26 Jahren aus EU-Staaten können sich vorab, etwas kompliziert, registrieren (zssk.sk/en/zero-fare) und fahren dann ebenfalls gratis. Das Kursbuch gibt es an Bahnhöfen und die Fahrpläne auf zsr.sk. Schnellzüge tragen den schönen Namen rýchlik („der Schnelle”) und werden mit R abgekürzt. Auch die Privatbahnen RegioJet (regiojet.de) und Leo Express (leoexpress.com) befahren mit moderneren Zügen und gutem Service Teile des Netzes, z. B. ab Prag über Žilina bis Košice. Der kleine Aufpreis für die Business-Klasse wird mit reichlich Beinfreiheit belohnt. Und es gibt Kinderabteile, Gratismineralwasser, -tee und -kaffee.

Banken & Kreditkarten

Banken verfügen nahezu überall, auch in kleinen Orten, über internationale Bankomaten. Die Benutzung von gängigen Kreditkarten wie Master- Card und Visa setzt sich zunehmend durch und ist nicht nur in großen Hotels und guten Restaurants, sondern auch in vielen Geschäften und Supermärkten üblich. Kunden der deutschen Sparkassen und der österreichischen Ersten Sparkasse können ihr Geld günstig an Automaten der slowakischen Bank Slovenská Sporiteľna abheben. Die Bank ist Mitglied der Sparkassengruppe.

Besichtigungen & Öffnungszeiten

Fast alle Museen, staatlichen Galerien und Höhlen unterscheiden bei den Öffnungszeiten zwischen Winter- und Sommersaison. In der Regel beginnt die Sommersaison April/Mai und endet September/Oktober. Auch wenn manchmal keine Mittagspause angegeben ist, kann es trotzdem vorkommen, dass ein Museum um die Mittagszeit für kurze Zeit geschlossen hat. Und nicht selten ist der Montag Ruhetag. Für die Erlaubnis zu fotografieren wird häufig ein zusätzliches Entgelt erhoben. Häufig können Burgen und Schlösser nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden – hierzu gibt es meist deutsche Handzettel. Einfach mal fragen! Bei Kirchen steht man manchmal vor verschlossener Tür, dann sind die Infobüros ein guter Anlaufpunkt.

Die meisten Geschäfte haben Mo–Fr 9–18 und Sa 9–13 Uhr geöffnet, Lebensmittelläden öffnen oft schon um 7 oder 8 Uhr und haben in großen Städten auch bis 19 oder 20 Uhr auf. In vielen Städten gibt es Supermarktketten und Discounter, die Mo–So 6–22 Uhr oder sogar nonstop sieben Tage die Woche geöffnet haben (Hypermarket). An Staats- und Kirchenfeiertagen sind die Geschäfte geschlossen.

Bus & ÖPNV

In fast jeden Winkel der Slowakei kommst du mit dem Bus. Das Netz der Verkehrsbetriebe SAD ist ungewöhnlich dicht. Unter cp.sk kannst du Strecken und Fahrzeiten ermitteln sowie online Tickets kaufen. Busse (seltener auch Trolleybusse) bilden auch im städtischen Verkehr das Rückgrat des ÖPNV, zumeist zu sehr guten Tarifen, die aber von Stadt zu Stadt verschieden sein können. In größeren Städten wie Bratislava und Košice verkehren auch Straßenbahnen.

Camping

Campingplätze gibt es in allen Touristenregionen, oft werden zusätzlich kleine Häuschen (chaty) vermietet. Wildes Campen ist verboten und wird in Naturschutzgebieten und Nationalparks streng bestraft. Ein Verzeichnis der Campingplätze findest du auf camping-kemping.sk und ekempy.sk

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Hviezdoslavovo nám. 10 | 81303 Bratislava | Tel. 02 59 20 44 00 | pressburg.diplo.de | Notfalldienst: Tel. 09 03 44 46 33

Deutsches Honorarkonsulat Košice

Honorarkonsul Juraj Banský | Timonova 27 | 04001 Košice | Tel. 05 56 25 01 02

Deutsches Honorarkonsulat Žilina

Honorarkonsul Peter Lazar | Priemyselná 14 | 01232 Žilina | Tel. 04 15 06 01 15

Österreichische Botschaft

Hodžovo nám. 1/A | 81106 Bratislava | Tel. 02 59 30 15 00 | bmeia.gv.at/oebpressburg

Schweizer Botschaft

Konsularische Dienste (Passverlust, Visa etc.) für Schweizer in der Slowakei werden von der Botschaft der Schweiz in Wien übernommen (Prinz-Eugen-Str. 9a | 1030 Wien | Tel. 0043 17 95 05 | eda.admin.ch/wien).

Gesundheit

Mit der Europäischen Gesundheitskarte ist die medizinische Versorgung im Notfall gewährleistet. Die von den Krankenkassen ausgestellten Ersatzbescheinigungen werden aber nicht immer anerkannt. Im Zweifel kannst du vorher eine private Auslandskrankenversicherung abschließen.

Internet & Telefon

In der Slowakei hat jedes gute Hotel oder Café einen WiFi- oder WLAN-Zugang, und selbst in abgelegenen Dörfern hast du in vielen Pensionen und Cafés häufig kostenloses Internet, von höherpreisigen Etablissements an Touristenorten ganz zu schweigen. Mit dem Handy kann man problemlos telefonieren, seit die Roaminggebühren EU-weit entfallen sind. Telefonieren im EU-Ausland sollte also nicht mehr kosten als im Inland. Keine Sorgen musst du haben, dass du in der Slowakei mal kein Netz hast – außer in sehr abgelegenen Gegenden im Gebirge. Vorwahl in die Slowakei ist 00421, nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041.

Jugendherbergen

Jugendherbergen heißen turistická ubytovňa und bieten günstige Übernachtungen in Mehrbettzimmern (6– 12 Euro/Pers.). Im Sommer stellen auch Studentenwohnheime (študentský domov) ihre Zimmer jugendlichen Reisenden zur Verfügung.

Klima & Reisezeit

Die Slowakei liegt in der gemäßigten Klimazone. Im berg- und talreichen Norden gibt es je nach Lage größere Temperaturschwankungen, während der südlichste Landesstreifen die höchsten Durchschnittstemperaturen aufweist. Im Juli/August kann es recht heiß werden. In diesen Monaten ist es auch an den Sehenswürdigkeiten etwas voller, da viele Einheimische als Touristen im eigenen Land unterwegs sind.

Notruf

Notrufzentrale: 112, Ärztlicher Notruf: 155, Polizei: 158, Feuerwehr: 150, Bergrettung: 183 00

Post

Briefmarken kauft man in der Regel in der Postfiliale. Öffnungszeiten im Normalfall: Mo–Fr 8–17, Sa 8–12 Uhr. In kleineren Orten kann früher Schluss und mittags geschlossen sein. Viele Zeitungsläden (trafika) und Souvenirläden haben ebenfalls Marken im Angebot. Eine Postkarte innerhalb Europas kostet zzt. 1,20 Euro.

Preise & Trinkgeld

Die Slowakei ist im Hinblick auf die Gastronomiepreise erfreulich günstig. Anschließend ist ein Trinkgeld selbstverständlich – in Restaurants, Kneipen oder im Taxi wird der Rechnungsbetrag aufgerundet. Üblich sind 10 Prozent des Rechnungsbetrags. Preiswert sind auch Tickets für den Fern- und Nahverkehr und für Freizeitaktivitäten wie Besichtigungen, Baden und Sport. Bei Hotels und Pensionen sind die Übernachtungspreise dagegen nicht viel niedriger als bei uns. Vor allem aber Drogerie- und Kosmetikartikel sind teils sogar deutlich teurer. Besucht ihr Slowaken privat, dann sind entsprechende Mitbringsel also keine schlechte Idee.

Taxi

Taxifahren ist in der Slowakei relativ günstig. In Košice gibt es z. B. Easy Taxi, bei denen jede Fahrt innerhalb der Stadt unabhängig von der Kilometerzahl nur 3 Euro kostet (Tel. 09 07 23 42 63), in Bratislava fährt dich Green Taxi bis zu 10 km in der Stadt für 6 Euro (Tel. 09 05 66 06 60). Am besten bestellst du ein Taxi telefonisch (z. B. über die Rezeption), das ist oft günstiger, als auf der Straße einzusteigen.

FSME-Impfung

Wer sich in der Slowakei viel im Grünen bewegen will, also in Wald und Bergen unterwegs ist, sollte eine FSME-Impfung in Erwägung ziehen, da das Land Verbreitungsgebiet der von Zecken übertragenen Krankheit (Hirnhautentzündung) ist. Berate dich rechtzeitig mit deinem Arzt.

Zoll

Waren für den persönlichen Verbrauch können innerhalb der EU zollfrei aus- und eingeführt werden: Hast du einen großen Koffer und noch größeren Durst, dann sind das 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen oder 20 l Sherry und 110 l Bier. Für Wein wurden keine Richtwerte festgesetzt. Nicht meldepflichtig ist eine Geldsumme bis 10 000 Euro. Für Schweizer gelten dagegen die Regelungen für Nicht-EU-Bürger.

Infomaterial

Willst du dich schon vor dem Urlaub über dein Reiseland informieren, bieten die slowakischen Auslandsvertretungen Prospektmaterial an und stehen telefonisch oder per Mail für Auskünfte bereit; in Berlin (Hildebrandstr. 25 | 10785 Berlin | Tel. 030 25 94 26 40) und in Wien (Opernring 1/R/507 | 1010 Wien | Tel. 01 5 13 95 69). Die mehrsprachige, auch auf Deutsch aufrufbare Seite slovakia. travel der nationalen Tourismusagentur ist voll mit Infos und Tipps nicht nur zu einzelnen Destinationen, sondern auch zu Traditionen, Festen etc.

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Neujahr und Gründungstag der Slowakei

6. Januar

Dreikönigstag

März/April

Karfreitag, Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

8. Mai

Tag des Sieges über den Faschismus

5. Juli

Feiertag der Hl. Kyrill und Method

29. August

Jahrestag des Slowakischen Nationalaufstands

1. September

Tag der slowakischen Verfassung

15. September

Fest der schmerzensreichen Mutter Gottes, Patronin der Slowakei

1. November

Allerheiligen

17. November

Tag des Kampfes für Freiheit und Demokratie

24. Dezember

Heiligabend

25./26. Dezember

Weihnachten

Veranstaltungen

Februar

Winteraustreiben in Terchová, Štrbské pleso, Vlkolínec: Kostümierte tragen zu Musik und Tanz den Winter in Form einer Strohpuppe aus dem Ort.

Hundeschlittenrennen in Donovaly

April

Weinmarkt in Pezinok: Weinausstellung mit Verkostung; zpvv.sk

Mai

Eröffnung der Sommersaison auf der Zipser Burg mit Schaukämpfen

Juni

Krönungsfeierlichkeiten in Bratislava: großes Kostümtheater, das die Krönungszeremonie an Originalschauplätzen nachstellt; korunovacie.sk

Juli/ August

Kultursommer in Bratislava (Mitte Juni–Anfang Sept.): Open-Air-Konzerte aller Musikrichtungen auf dem Hauptplatz (Hlavné námestie)

Halušky-Fest in Turecká: fröhliches Abfeiern des Nationalgerichts mit Wettbewerben; haluskyfest.sk

Jánošík-Tage in Terchová: traditionsreiches Folkloreereignis im Namen des Nationalhelden; janosikovedni.sk

Folklorefeste u. a. in Východná, Detva, Svidník, Kežmarok, auf der Orava-Burg

Pohoda in Trenčín: großes Popfestival mit internat. Line-up. pohodafestival.sk

September

Tage des Salamanders in Banská Štiavnica: Festival mit farbenprächtigen Umzügen zu Ehren des Bergbaus

Oktober

Jazztage in Bratislava und Prešov; bjd.sk und jazzpresov.sk

Slovak Press Photo in Bratislava: Wettbewerb und Ausstellung der besten Pressefotos; slovak-press-photo.sk

Dezember

Weihnachtsmärkte in Bratislava u. a. Städten

Bloss nicht!

Sich zu jemandem an den Tisch setzen

Auch wenn die Gaststätte zum Bersten gefüllt ist: Setzt euch niemals zu Fremden an den Tisch! Hier heißt es warten, bis ein Tisch frei wird. Und wenn an einem Tisch nur ein Gast an seinem Bier nippt? Nicht uneingeladen dazusetzen! Slowaken empfinden das als übergriffig.

Markierte Wege verlassen

In Nationalparks und Naturschutzgebieten ist es verboten, querfeldein zu laufen oder in der Brut- und Aufzuchtzeit gesperrte Wege zu benutzen. Auch zum Selbstschutz: Bären durchstreifen die Wälder und werden ungern überrascht. Lautes Reden und Glöckchen an der Kleidung helfen.

Nachschlag ablehnen

Gäste haben Hunger zu haben! Schließlich kriegen sie zu Hause nichts Vernünftiges, oder – egal ... In jedem Fall solltet ihr bei Einladungen einen leeren Magen mitbringen. Es geht die Mär, dass erst das siebte „Nein, danke, ich habe jetzt aber wirklich genug” akzeptiert wird ...

Mit Schuhen ins Wohnzimmer

Slowakisches Grundgesetz §1: Die Straße ist schmutzig, die Wohnung sauber. Deshalb: Vor oder beim Betreten eines Privathaushalts Schuhe ausziehen. Das ist nicht albern, sondern selbstverständlich, und setzt sich auch in Deutschland immer mehr durch.

Verwechseln

Niemand wird gern verwechselt, und bei den Slowaken gibt es gleich zwei heiße Kandidaten dafür. Deshalb: Nein, die Slowakei und Slowenien sind mitnichten das Selbe. Und: Ja, es gab mal die Tschechoslowakei. Trotzdem sind Slowaken keine Tschechen, die beiden sprechen sogar verschiedene Sprachen – und verstehen sich bestens.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Tahiti Utopia

2020, Großungarn existiert noch, die Slowaken leben seit Generationen auf Tahiti. Wollten sie der Unterdrückung entfliehen? Der Traum bekam bald Risse ... (2021, Michal Hvorecký)

Filme

Von Last und Freiheit

Eher Berufung als Job: Die Lastenträger der Hohen Tatra versorgen die Berghütten. Dafür tragen sie etliche Kilo bei jedem Wetter ins Hochgebirge, gestapelt auf einem Holzgestell am Rücken. Die Doku begleitet die „Sherpas der Hohen Tatra” und liefert traumhafte Landschaftsbilder (2016).

Das Geschäft in der Hauptstraße

Helfen und sich in Gefahr begeben oder mitmachen? Oscarprämiertes Meisterwerk über menschliches Verhalten angesichts des faschistischen Terrors und der Judenverfolgung in der Slowakei im Zweiten Weltkrieg (1965, Ján Kadár, Elmar Klos).

Bathory

Opulente Verfilmung der Legende um die „Blutgräfin” Elisabeth Báthory, die im 16. Jh. auf der Burg Čachtice Jungfrauen getötet haben soll, um in deren Blut zu baden (2008, Juraj Jakubisko).

-5-1 °C
2 h/Tag

Fakten

Einwohner 5.449.270
Fläche 49.035 km²
Sprache Slowakisch
Währung Euro
Strom 230 V, 50 Hz
Regierungssystem parlamentarische Republik
Hauptstadt Bratislava
Ortszeit 18:40 Uhr
Zeitverschiebung keine

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