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Slowakei

Check-in

Beim Stichwort Slowakei geraten die meisten Westeuropäer immer noch ins Grübeln. War das nun ein Bestandteil Jugoslawiens oder der früheren Tschechoslowakei? In jedem Fall ist die Slowakei immer noch eines der unbekanntesten Länder in der Mitte Europas, das man im Übrigen "weit im Osten" vermutet. Dabei ist es selbst für deutsche Nordlichter in einer Tagesreise zu erreichen und hat als Urlaubs- und Reiseland auch abseits der Hauptstadt Bratislava und der Hohen Tatra, des touristischen Aushängeschilds, viel zu bieten.

Die Slowakei ist ein kompaktes, überschaubares Reiseziel, von dem man sich auch in wenigen Tagen einen Eindruck verschaffen kann. Berge - von sanften Hügeln bis zu steilen Felswänden - bestimmen das Landschaftsbild. Schon in der Hauptstadt beginnen die Karpaten; sie heißen hier Kleine Karpaten und werden weiter nördlich von den Weißen Karpaten und anderen Höhenzügen abgelöst, die sie mit den Beskiden an der polnischen Grenze verbinden. Im Norden zieht sich die Hohe Tatra mit etlichen Gipfeln, die über 2600 m hinausragen, nordostwärts. Ihr gegenüber liegen die etwas flachere Niedere Tatra und westlich davon die weitgehend unbekannte West-Tatra sowie die Kleine Fatra, die von Žilina aus gut zugänglich ist. Südöstlich schließt sich an das Tatra-Massiv die bizarre Landschaft des slowakischen Karsts an, der im oberen Teil verheißungsvoll "Slowakisches Paradies" genannt wird. Im Herzen des Landes komplettieren die erzhaltigen Mittelgebirge das Gebirgspanorama der Slowakei. Eine lieblichere Landschaft präsentieren das untere, breite Tal der hier behäbig dahinfließenden Waag (Váh) und der schmale Streifen der Donauebene im Süden: Landstraßen zwischen Feldern, Wiesen und Hainen, Mohnblumen im Getreide, lange Reihen von Obstbäumen am Wegesrand und Storchennester: ein ländliches Idyll, das nostalgische Gefühle weckt.

In Ost-West-Richtung erstreckt sich die Slowakei von der Ukraine bis nach Österreich. Die längste Grenze trennt das Land von Ungarn, mit dem es eine fast tausendjährige Geschichte verbindet. Weitere Nachbarn sind Polen und die einstige "Brudernation" Tschechien. Auf einem mit der Schweiz vergleichbaren Staatsgebiet leben etwa 5,5 Mio. Menschen. Die größte Entfernung von West nach Ost lässt sich in etwa sechs Autostunden bewältigen. Sie können also in Bratislava mittags aufbrechen, um zum Abendessen in Košice, der zweitgrößten Stadt des Landes, zu sein. Von den schneebedeckten Gipfeln der Hohen Tatra bis zur alten, von ungarischer Lebensart geprägten Festungsstadt Komárno an der Donau dauert die Fahrt gerade einmal vier Stunden.

Das Klima der Slowakei ist geprägt von kalten Wintern und heißen Sommern. Was die beste Reisezeit ist, hängt von Ihren sportlichen Vorlieben ab. Von Dezember bis März bietet die Nordslowakei beste Bedingungen für Wintersport. Für die schneefreie Zeit gilt: je nördlicher das Zielgebiet, desto kürzer der Sommer, der aber auch hier ordentlich heiß sein kann. Die liebste Freizeitbeschäftigung der Slowaken ist das Wandern in ihrer wunderbaren Natur, die sie mit insgesamt neun Nationalparks schützen. Extrembergsteiger, Radler und Mountainbiker sind willkommen, wenn sie sich an die Schutzbestimmungen halten. Doch natürlich gibt es auch hier widerstreitende Interessen: Nicht selten kämpfen Tourismusmanager und Naturschützer hartnäckig um die Nutzung attraktiver Gebiete. Alles in allem ist die Slowakei touristisch gut bis sehr gut erschlossen. Seit der politischen Wende wurden die meisten staatlichen Hotels und Gastronomiebetriebe privatisiert, und laufend entstehen weitere kleine Hotels und Pensionen. Denn die Slowaken mögen es gemütlich - dazu gehört in den Hotels und Restaurants der Bergregionen vor allem ein Kamin in der guten Stube.

Das zweitliebste Freizeitvergnügen des Bergvolks der Slowaken ist das Baden - vorzugsweise in warmem Thermalwasser. Und dazu haben auch Reisende in fast jedem Winkel des Landes Gelegenheit. Berühmte Kurstädte mit heilenden Thermalquellen sind Piešťany, Trenčianske Teplice und Bardejovské Kúpele, wo sich zunehmend wieder ausländische Kur- und Wellnessgäste treffen. Auch in der Tatra, in den Mittelgebirgen und in der Donauebene können Sie in wohltemperierten Bassins plantschen. Mit den Thermalquellen hängt ein weiteres Charakteristikum der Slowakei zusammen: der Reichtum an Höhlen. In jeder Landesregion gibt es bizarre Tropfsteingebilde zu bestaunen. Durch dunkle Gänge gelangen die Besucher in Hohlräume, die unterirdischen Sälen gleichen. Ist die Natur vielfach noch ursprünglich, so können Sie die das Land einst prägende bäuerliche Kultur fast nur noch in Freilichtmuseen finden. Das dafür ausgiebig, denn durch die zahlreichen Gebirgszüge bildeten sich viele Mikroregionen mit unterschiedlichen Baustilen aus, denen in den Museumsdörfern des Landes detailreich Rechnung getragen wird.

Auch wer sich eher für Kunst und Geschichte des bis 1918 nur als "Oberungarn" bekannten Landes interessiert, wird nicht enttäuscht. Dreh- und Angelpunkt ist Bratislava. Die nur 60 km von Wien entfernte Hauptstadt zeichnet ein vertrautes Bild: die Kulisse der Altstadt ist die einer mittleren österreichischen Stadt, mit viel Gesims, Erkern und prächtigen Portalen. An den Fassaden blitzt das slowakische Temperament mitunter in kräftigen Bonbonfarben auf. Im Übrigen ist das Treiben der Menschen ostmitteleuropäisch gemächlich. Hektik wird eher als Zeichen von geschäftiger Betriebsamkeit nach außen demonstriert, als dass sie das Leben tatsächlich beherrscht. Das Leben wird gern südländisch gelassen angepackt. Davon zeugen nicht zuletzt abends die vielen Flaneure, Café- und Kneipenbesucher. Man liebt es, sich in der Stadt zu verabreden, meist am Korzo (Korso), wie ihn auch die Italiener kennen. Auszugehen, sich zu amüsieren ist den Slowaken trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten ein Bedürfnis. Das kulturelle Leben in Bratislava und anderen Zentren wie Banská Bystrica oder Košice ist rege, zuweilen erstaunlich vielfältig und experimentierfreudig. Die Importe aus der US-Unterhaltungsindustrie sind zwar allgegenwärtig, doch es fehlt nicht an selbstbewussten Eigenkreationen in der Popmusik und im Jazz sowie im Bereich Film und Theater, ganz zu schweigen von der sehr produktiven Literatur- und Kunstszene. Die Slowaken besitzen einen ganz eigenen Humor, der bodenständig-direkt daherkommt. Neben zuweilen derben Tönen ist aber auch viel Menschlichkeit darin enthalten, die Sie auch als Besucher im alltäglichen Umgang erleben werden - ebenso wie eine herzliche Gastfreundschaft.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Auf einem Felsen über der Altstadt thront die kantige Burg mit ihren vier Türmen. Die erste dokumentierte Erwähnung datiert aus dem Jahr 907, Archäologen konnten jedoch eine viel ältere Bebauung…
Das bekannteste Tal der Niederen Tatra: Von Beginn an säumen Pensionen, Privatunterkünfte und Hotels die Straße nach Jasná, dem letzten Dorf mit seinem Bergsee Vrbické Pleso. Wichtigste Sehenswü…
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Die Hausfrauen-Wirtinnen dieses Dorfes nordöstlich von Bratislava müssen inzwischen Gänse zukaufen, um dem jährlichen Ansturm auf ihre guten Stuben gerecht zu werden. Wie vor hundert Jahren ist es…
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Der gefürchtete „Herr über Waag und Tatra”, der streitbare ungarische Adelige Matúš Čák, regierte im 14. Jh. von der Trenčíner Burg wie ein König über die von ihm unterworfenen Gebiete…

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Praktische Hinweise

Anreise

Auto

In der Slowakei benötigen Sie für die Nutzung der Autobahnen und Schnellstraßen eine Mautvignette, die es für zehn Tage (10 Euro), einen Monat (14 Euro) oder ein Jahr (50 Euro) an den Grenzübergängen und an Tankstellen zu kaufen gibt. Jeder Autofahrer aus dem Ausland soll beim Kauf einer Autobahnvignette einen (englischsprachigen) Autobahnplan der slowakischen Autobahnen erhalten - fragen Sie danach. Die gängigste Anreise aus dem Westen erfolgt über die österreichische Hauptstadt Wien, ein großer Grenzübergang befindet sich in Kittsee/Jarovce. Von Nordwesten können Sie über die Autobahn via Brünn/Tschechien anreisen.

Bahn

Mit der Bahn verläuft die Anreise ähnlich wie mit dem Pkw. In Wien müssen Sie meist den Bahnhof wechseln (Züge nach Bratislava gehen in der Regel vom Südbahnhof ab) oder zum Busbahnhof Wien-Mitte fahren: Von hier verkehren mehrmals täglich Busse. Über Prag und Brünn gibt es mehrere Bahnverbindungen in die Slowakei.

Flugzeug

Üblich ist die Anreise über den Wiener Flughafen Schwechat, der schon auf halber Strecke nach Bratislava liegt. Austrian Airlines fliegen seit neuestem Wien auch nach Košice - bei Frühbuchungen auch zu angenehmen Preisen. Mit Billigairlines kann man aus Deutschland vor allem nach Wien fliegen. Vom Wiener Flughafen fahren Busse nach Bratislava, die die 80 km lange Strecke Wien-Bratislava stündlich bedienen (www.austrianairlines.com). Billigere Städteverbindungen gibt es von Stuttgart und Zürich nach Bratislava (www.slovak-airports.net | www.slovakairlines.sk).

Auskunft

SACR - Staatliche Slowakische Tourismus-Agentur

www.slovakia.travel | www.slowakei-net.de | www.supernavigator.sk | www.infoslovak.sk

- Zimmerstr. 27 | 10969 Berlin | Tel. 030 25942640

- Handelskai 265 | 1020 Wien | Tel. 01 5139569

Die Auslandsvertretungen bieten inzwischen vielfältiges Prospektmaterial und stehen telefonisch oder per Mail für Auskünfte bereit; über das Internetportal erhält man eine breitgefächerte Fülle an Infos. Ein auf Slowakei-Reisen spezialisierter Veranstalter auch mit Individualangeboten ist Satur (Karl-Marx-Allee 136 | 10243 Berlin | Tel. 030 4294113 | www.satur-reisen.de).

Auto

Die Straßenverhältnisse sind gut bis sehr gut. An Tankstellen herrscht kein Mangel, die meisten haben nonstop geöffnet und akzeptieren in der Regel alle gängigen Kreditkarten. Es gibt im ganzen Land bleifreies Benzin (Natural und Super plus). Geschwindigkeitslimits: Stadtgebiet 60 km/h, Landstraßen 90 km/h, Autobahnen 130 km/h. Die Polizei ist wachsam und ahndet Übertritte mit saftigen Geldbußen. Am Steuer gilt: 0,0 Promille! Achtung, sobald Sie sich ans Steuer setzen: Licht einschalten! Dies gilt nun überall und ganzjährig. Infos für Autofahrer: www.satc.sk

Bahn

Das Netz der Slowakischen Staatsbahn ŽSR (www.slovakrail.sk) ist dicht geknüpft und beinhaltet fast alle touristisch relevanten Ziele. Das Kursbuch erhalten Sie an Bahnhöfen und in einigen Buchhandlungen.

Banken

Banken verfügen nahezu überall, auch in kleinen Orten, über internationale Bankomaten. Die Benutzung von gängigen Kreditkarten wie MasterCard und Visa setzt sich zunehmend durch, nicht nur in großen Hotels und guten Restaurants, auch in vielen Geschäften und Supermärkten. Kunden der deutschen Sparkassen und der österreichischen Ersten Sparkasse können ihr Geld günstig an Automaten der slowakischen Bank Slovenská Sporiteľna abheben. Die Bank ist Mitglied der Sparkassengruppe.

Besichtigungen & Öffnungszeiten

Fast alle Museen, staatliche Galerien und Höhlen unterscheiden bei den Öffnungszeiten zwischen Winter- und Sommersaison. In der Regel beginnt die Sommersaison April/Mai und endet September/Oktober. Auch wenn manchmal keine Mittagspause angegeben ist, kann es vorkommen, dass ein Museum um die Mittagszeit für kurze Zeit geschlossen hat. Die Eintrittspreise sind etwa um die Hälfte günstiger als bei uns. Fürs Fotografieren wird häufig ein Extra-Entgelt erhoben. Oft können Burgen und Schlösser nur mit Führung besichtigt werden - hierzu gibt es meist deutsche Handzettel. Bei Kirchen steht man häufig vor verschlossener Tür. Fragen Sie in den Infobüros nach - nur mit interessierter Nachfrage könnte sich da etwas ändern.

Die meisten Geschäfte haben Mo bis Fr 9-18 und Sa 9-13 Uhr geöffnet, Lebensmittelläden öffnen oft schon um 7 oder 8 Uhr und haben in großen Städten auch bis 19 oder 20 Uhr auf. In großen und mittlerweile auch in kleineren Städten gibt es Supermarktketten wie TESCO und Kaufland, die Mo-So 6-22 Uhr oder sogar nonstop sieben Tage die Woche geöffnet haben (Hypermarket). Der deutsche Discounter LIDL hat in der Slowakei meistens 6 Tage pro Woche 7-20 Uhr und So 9-18 Uhr auf.

Bus

Mit dem Bus kommen Sie fast in jeden Winkel der Slowakei, das Netz der Verkehrsbetriebe SAD ist ungewöhnlich dicht. Unter www.sad.sk können Sie auf Englisch nicht nur Strecken und Fahrzeiten ermitteln, sondern auch online Tickets kaufen. Busverbindungen von deutschen Städte aus stehen unter www.deutsche-touring.de oder www.eurolines.sk.

Camping

In allen Touristenregionen gibt es Campingplätze, in vielen werden zusätzlich kleine Häuschen (chaty) vermietet. Wildes Campen ist verboten und wird in Naturschutzgebieten und Nationalparks streng bestraft. Es gibt eine Karte mit allen Campingplätzen (autokemping), herausgegeben vom Tourismusverband SACR und über dessen deutschsprachige Zweigstellen zu beziehen. www.eurocamping.net/de | www.camping-kemping.sk

Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Hviezdoslavovo nám. 10 | 81303 Bratislava | Tel. 0259204400 | www.pressburg.diplo.de | Notfalldienst: Handy 0903 444633

Honorarkonsulat der Bundesrepublik Deutschland

Honorarkonsul Juraj Banský | Timonová 27 | 04001 Košice | Tel. 0556250102, Handy 0903 602869

Botschaft der Republik Österreich

Ventúrska 10 | 81101 Bratislava | Tel. 02 59301500 | www.embassyaustria.sk

Botschaft der Schweiz

Tolstého ul. 9 | 81106 Bratislava | Tel. 02 59301111 | www.eda.admin.ch/bratis lava

Seit 2010 werden die konsularischen Dienste (Passverlust, Visa etc.) für Schweizer in der Slowakei von der Botschaft der Schweiz in Wien gewährleistet: Prinz-Eugen-Str. 7 | 1030 Wien | Tel. 00431 79505 | www.eda.admin.ch/wien

Einreise

Seit Ende 2007 ist die Slowakei Mitglied im Schengen-Raum, sodass es keine Passkontrollen mehr gibt.

Gesundheit

Wer viel im Wald unterwegs ist, sollte eine Zeckenimpfung (FSME) in Erwägung ziehen, die allerdings nicht unumstritten ist - beraten Sie sich zu diesem Thema mit Ihrem Arzt. Mit der Europäischen Gesundheitskarte sollte im Notfall eine unentgeltliche medizinische Versorgung gewährleistet sein. Von den Krankenkassen ausgestellte Ersatzbescheinigungen werden jedoch nicht immer anerkannt. Angeraten ist daher eine private Auslandskrankenversicherung.

Internetcafés & Wlan

In allen Städten, aber auch in vielen von Touristen besuchten Gemeinden gibt es in der Innenstadt oder um den Bahnhof herum Möglichkeiten, das Internet gegen Entgelt zu nutzen, manchmal auch bei den Touristeninfos selbst. Mittlerweile hat in der Slowakei jedes qualitativ gute Hotel oder Café einen Wifi- oder WLAN-Zugang, und selbst in abgelegenen Dörfern finden Sie in neu errichten Pensionen und Cafés häufig kostenlosen WiFi-Zugang, von höherpreisigen Etablissments an Touristenorten ganz zu schweigen.

Internet Café Klar-i-Net

In der Nähe von Michalská brána in Bratislava, Englisch sprechendes Personal. Klariská 4 | Handy 0903 367506

Cafe Internet

Internetcafé in Liptovský Mikuláš, dem Zentrum der Tatra. 1. Maja 34 | Tel. 044 3240073 | www.imafex.sk

Jugendherbergen

Sie heißen turistická ubytovňa und bieten günstige Übernachtungsmöglichkeiten in Mehrbettzimmern (ca. 6-12 Euro/Pers.). Im Sommer stellen auch Studentenwohnheime (študentský domov) ihre Zimmer jugendlichen Reisenden zur Verfügung.

Klima & Reisezeit

Die Slowakei liegt in der gemäßigten Klimazone, wobei im Norden kontinentales Klima (trocken, mit größeren Temperaturschwankungen) vorwiegt. Im südlichsten Landesstreifen ist der Einfluss ozeanisch feuchten Klimas zu spüren mit den wärmsten Durchschnittstemperaturen. Hauptreisezeit: Mai bis September. Im Juli/August kann es für Stadtbesichtigungen recht heiß werden. Wenn Sie wegen der schönen Altstädte und Sehenswürdigkeiten kommen, werden Sie Juni und September schätzen. Da sind auch weniger Einheimische zu Burgen und Schlössern unterwegs.

Notruf

Notruf: 112, Ärztlicher Notruf: 155, Polizei: 158, Feuerwehr: 150, Non-stop Pannenhilfe und Straßenrettung: 16116, Bergrettung: 18300

Post

Briefmarken gibt es nur bei der Post. Öffnungzeiten: Mo-Fr 8-17, Sa 8-12 Uhr. In kleineren Orten kann früher Schluss und mittags geschlossen sein. Eine Postkarte innerhalb Europas kostet 90 Cent.

Preise & Währung

Seit 1. Januar 2009 ist der Euro die Währung der Slowakei. Die Slowakei ist im Hinblick auf Gastronomiepreise (etwa ein Drittel bis die Hälfte des deutschen Niveaus) und Freizeitaktivitäten wie Besichtigungen, Baden und Sport (etwa die Hälfte und weniger) ein relativ günstiges Reiseland. Bei Hotels und Pensionen sind die Preise nur um etwa 20 Prozent niedriger als bei uns.

Strom

220 Volt Wechselstrom, europäische Standardsteckdosen

Taxi

Taxifahren ist relativ günstig, doch leider gibt es auch unehrliche Fahrer. Am besten vorher fragen, was die Fahrt kosten wird. Es ist immer besser, ein Taxi telefonisch (z. B. über die Rezeption) zu bestellen, als auf der Straße einzusteigen. Fragen Sie an der Rezeption auch, ob es sich um ein zuverlässiges Unternehmen handelt, das man für Sie herbeiruft.

Telefon & Handy

Da die öffentlichen Telefonzellen fast verschwunden sind, ist es zu empfehlen, bei einem der gängigen Anbieter vor Ort eine Handy-Prepaid-Karte zu kaufen. Karten sind in der Regel ein Jahr gültig und kosten 3-5 Euro. Bei manchen Anbietern wie O2 (Telefonica-Tochter) kann man für 10 Euro Guthaben 100 Min. innerhalb der Slowakei und nach Österreich kostenlos telefonieren. Slowakische Mobilfunknummer beginnen meist mit 09. Vorwahl in die Slowakei 00421, nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Der Spaß der Einheimischen am Handy sorgt dafür, dass Sie in der Slowakei in kein Sendeloch fallen - außer vielleicht in sehr abgelegenen Gegenden.

Trinkgeld

Es ist üblich, Trinkgeld zu geben. Dabei sollten Beträge im Pub oder Restaurant sinnvoll aufgerundet werden, ohne gleich ein in Euro angemessenes Trinkgeld zu zahlen.

Übernachtung

Die Situation der Hotellerie hat sich mittlerweile zum Besseren gewendet. Viele neue, auch familiär geführte Betriebe (Pensionen) sind hinzugekommen. Leider haben auch die Preise fast Westniveau erreicht, ohne dass in jedem Fall Weststandard geboten wird. Die Unsitte, von westlichen Besuchern höhere Zimmerpreise zu verlangen, verbieten die EU-Richtlinien, zumindest in der Theorie. Günstig sind noch Privatunterkünfte (8-12 Euro pro Person, Auskunft bei den offiziellen Infobüros).

Eine reiche Auswahl an Unterkunftsmöglichkeiten auch zu günstigen Preisen bietet www.unterkunftinderslowakei.eu: Berghütten, Appartements, Landhäuser, Pensionen, Hotels, Privatunterkünfte und Wellnesshotels in Kurorten (mit Online-Suchfunktion). Weitere nützliche Websites: www.ubytujsa.sk, www.novasol.de (Ferienhäuser), www.holiday.sk, www.ubytovanie.skrz.sk

Zeit

Es gilt die MEZ, die von März bis Oktober ebenfalls auf Sommerzeit umgestellt wird.

Zoll

Waren für den persönlichen Verbrauch können innerhalb der EU zollfrei aus- und eingeführt werden. Als persönlicher Bedarf gelten maximal 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen oder 20 l Sherry, 90 l Wein und 110 l Bier. Nicht meldepflichtig ist eine Geldsumme bis 10000 Euro. Für Schweizer gelten die Regelungen für Nicht-EU-Bürger.

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Jan.

Neujahr und Gründungstag der Slowakei

6. Jan.

Dreikönigstag

März/April

Karfreitag, Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

8. Mai

Tag des Sieges über den Faschismus

5. Juli

Feiertag der Hl. Kyrill und Method

29. Aug.

Jahrestag des Slowakischen Nationalaufstands

1. Sept.

Tag der slowakischen Verfassung

15. Sept.

Fest der schmerzensreichen Mutter Gottes, Patronin der Slowakei

1. Nov.

Allerheiligen

24. Dez.

Heiligabend

25./26.

Dez. Weihnachten

Feste & Veranstaltungen

Februar

Traditionelles Winteraustreiben in Štrbské pleso, Terchová und Vlkolínec: Veranstaltungen in herrlicher Hochgebirgslandschaft, wobei Kostümierte zu Musik und Tanz den Winter in Form einer Strohpuppe aus dem Ort tragen.

Hundeschlittenrennen in Donovaly in der Niederen Tatra

April

Weinmarkt in Pezinok (2. Wochenende): Weinausstellung mit Verkostung der prämierten Vorjahrsweine, mit Teilnehmern aus den angrenzenden Weinregionen Mähren und Neusiedl

Internationaler Wasserslalom in Liptovský Mikuláš

Mai

Poprader Kutsche am Fuß der Tatra: Folk- und Country-Wettbewerbe

Festliche Eröffnung der Sommersaison auf der Zipser Burg

Internationales Festival der Geister und Gespenster: allerlei Spukhaftes im Schloss Bojnice

Juni/Juli

Hochsaison für Folklorefeste: Die renommiertesten finden in Východná (Tatra), Detva (Erzgebirge) und Svidník (östl. Karpaten) statt. Neben Volkstanz gibt es in Kežmarok (Zips) und auf der Orava-Burg (West-Tatra) schöne Handwerkermärkte.

Pohoda ist das größte Popfestival des Landes, das am immer zweiten Juli-Wochenende ganz Trenčín auf den Kopf stellt. www.pohodafestival.sk

Kultursommer in Bratislava (Mitte Juni-Anfang Sept.): Open-Air-Konzerte auf dem Hauptplatz (Hlavné námestie); Klassik, Jazz, Folk, World und Country Music mit internationalen Interpreten

August

Jánošík-Tage in Terchová (Anfang des Monats, www.janosikovedni.sk): traditionsreiches Folkloreereignis mit handwerklichen Produkten. Eine Woche später spielen hier Folkrock-Bands auf.

Nationalwallfahrt auf den Kriváň (Hohe Tatra): Eine gute Gelegenheit, sich beim Wandern unter Slowaken zu mischen.

Mountainbike-Marathon in Banská Štiavnica: Rennen im Bergmannsrevier

September

Bratislavské hudobné slávnosti (BHS) in Bratislava: bedeutendes Musikfestival für klassische Musik; Forum für junge Interpreten. Auskunft: Nationales Musikzentrum | Tel. 02 54430378 | www.hc.sk oder www.bhsfestival.sk

Weinlese abwechselnd in Pezinok oder Modra (Mitte des Monats): bei Umzügen wird der frisch vergorene Wein (burčiak) ausgeschenkt, dazu gibt's deftiges Essen.

Tage des Salamanders in Banská Štiavnica (Anfang des Monats): farbenprächtige Umzüge zu Ehren des Bergbaus

November

Jazztage in Bratislava und Prešov

Fotomonat in Bratislava: In vielen Galerien, Museen und Institutionen der Stadt wird zeitgenössische internationale Fotografie präsentiert.

Tag der offenen Weinkeller in Pezinok (Kleine Karpaten): Eine gute Gelegenheit, Weine und Winzer der Region kennenzulernen.

Dezember

Weihnachtsmärkte in Bratislava und weiteren Städten, wo man landestypische Produkte verkauft.

Bloss nicht

Überlegenheit demonstrieren

In postkommunistischen Ländern wie der Slowakei ist trotz erstaunlicher Aufholleistungen in Sachen Lebensstandard vieles noch nicht auf dem Niveau, das Westeuropäer gewohnt sind. Demonstrieren Sie nicht Ihre materielle Überlegenheit. Außerdem: Manches sieht zwar etwas überholt aus, meist tut es seinen Dienst aber ebenso gut wie das neueste Modell eines Markenfabrikats. Überheblichkeit wird negativ vermerkt. Bringen Sie Ihre Wertschätzung durch ein paar slowakische Floskeln zum Ausdruck. In einem kleinen Land, in dem keine "Weltsprache" zu Hause ist, zählt so eine Geste doppelt.

Markierte Wege verlassen

In den Nationalparks ist es sowieso verboten, querfeldein zu laufen oder saisonal gesperrte Wege (in der Brut- und Aufzuchtzeit der Tiere) zu benutzen. Doch auch in den Schutzgürteln der Parks sowie in den übrigen Naturschutzgebieten (CHKO, Chránená krajinná oblasť), zu denen viele Wanderlandschaften gehören, sollten Sie auf den markierten Wegen bleiben.

Auf den Straßen rasen

Auch wenn relativ leere Autobahnen und Landstraßen Sie dazu verleiten könnten: Halten Sie sich an die vorgeschriebenen Tempolimits! Die slowakische Polizei hat ein wachsames Auge auf Raser und kassiert sofort und saftig.

Mit Straßenschuhen ins Wohnzimmer

Sie mögen es belächeln: den Anblick von vor der Wohnungstür abgestellten Straßenschuhen. Der Privatbereich ist heilig, und Straßenschmutz muss draußen bleiben. Vor dem Betreten eines Privathaushalts sollten Sie zumindest Ihre Bereitschaft zum Abstreifen der Schuhe signalisieren.

Das Auto sorglos abstellen

In den letzten 20 Jahren ist, auch in Folge der Erhöhung des Lebensstandards der Slowaken, die Zahl der Autodiebstähle deutlich zurückgegangen. Auf den Straßen der Slowakei verkehren mittlerweile mehr (zum Statussymbol avancierte) Audis pro Einwohner als in Deutschland. Dennoch ist es zu empfehlen, das Auto auf einem bewachten Parkplatz oder in einem der neueren Einkaufszentren abzustellen. Zwischenkontrollen schaden nicht. Lassen Sie nichts offen sichtbar im Wagen liegen!

Allzu leichtgläubig sein

Bei der Frage nach Auskunft und Hilfe, meinen es die meisten Slowaken mit ihrer Hilfsbereitschaft ernst und sind nicht selten bereit, für Besucher ihres Landes Zeit und Energie einzusetzen, um sie zufriedenzustellen (d. h. Sie evtl. zu einem unbekannten Hotel zu geleiten) - nehmen Sie's dankend an. Seien Sie jedoch mißtrauisch, wenn Ihnen Dienstleistungen angeboten werden, um die Sie nicht gebeten haben.

Bücher & Filme

City. Der unwahrscheinlichste aller Orte

Der Roman von Michal Hvorecký (2006) denkt heutige Alltagserscheinungen wie den Internethype oder die in alle Bereiche des Lebens vordringende Werbung konsequent einige Jahrzehnte weiter - witzig!

Das eigene Horro(r)skop

Ivan Kadlečík schrieb sich im Jahr der politischen Wende 1989 ein paradoxes Horoskop - im nachhinein, über die durchlebten Jahre der Unterdrückung. Entstanden sind eigenwillige Porträts der zwölf Tierkreiszeichen, die Biografisches, Zeithistorisches und Kulturelles virtuos ineinanderflechten

Alles, was ich mag (Všetko, čo mám rád)

Mit diesem Film (1992) gelang Martin Šulík, dem bekanntesten slowakischen Filmemacher der Gegenwart, der Durchbruch. In mosaikartig zusammengesetzten Sequenzen wird aus dem Leben des Helden Tomáš in der Midlife Crisis erzählt - ein poetischer, humorvoller Film, der viel von slowakischen Verhältnissen offenbart

Pappköpfe (Papierove hlavy)

Das Alterswerk (1995) Dušan Hanáks, des Großmeisters des zeitgenössischen slowakischen Films, ist eine Reflexion über die Unfreiheit sowie über die Beziehung des Bürgers zur Macht - ein karnevalesker Abgesang auf eine Epoche

Cigán (Zigeuner)

In dem preisgekrönten Film (2011) erzählt Regisseur Martin Šulík die Geschichte des 14-jährigen Roma-Jungen Adam, dessen Vater ermordet wird. Der Film zeigt die sozialen Probleme junger Roma in der Slowakei, und Laiendarsteller Ján Mižigár, ein echter Roma, spielt bravourös

Die Filme sind mit dt. oder engl. Untertiteln als DVDs über das Slowakische Filminstitut zu beziehen: Slovenský filmový ústav | www.sfu.sk

-5-1 °C
2 h/Tag

Fakten

Einwohner 5.439.892
Fläche 49.035 km²
Sprache Slowakisch
Währung Euro
Strom 230 V, 50 Hz
Regierungssystem Parlamentarische Demokratie
Hauptstadt Bratislava
Ortszeit 02:55 Uhr
Zeitverschiebung keine

Anreise

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