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Polen

Check-in

Wenn der Zug über die Oderbrücke in Richtung Osten rattert, vorbei an prächtigen Wiesen ohne Zäune und asphaltierte Zufahrten, vorbei an Wäldern, in denen die Bäume nicht in Reih und Glied stehen, und wenn die schöne, wilde Flusslandschaft der Oder mit ihren verschlungenen Nebenarmen und Sümpfen kein Ende zu nehmen scheint, dann ahnt man es schon: Man ist in einem weiten, zum Teil noch ungezähmten Land.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

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Das elegante Restaurant im Erdgeschoss einer prächtigen Barockresidenz, mitten im Park des alten Stadtteils Oliwa, macht Eindruck. Sofas schaffen romantische Ecken, im Hintergrund läuft klassische…
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Ein sehr großer, leerer Platz, benannt nach dem Marschall, der Polen 1918 in die Unabhängigkeit führte. Er wird häufig für Großveranstaltungen genutzt. Am Westende des Platzes befindet sich das…
Obwohl die Warschauer dem Bau lange mit Widerwillen begegneten, avancierte er zum Wahrzeichen der Stadt. Daran änderten auch die futuristischen Wolkenkratzer nichts - seinen Gegnern zum Trotz, die…
Das neueste und mit 225.000 m2 auch größte Einkaufs- und Vergnügungszentrum direkt bei Kulturpalast und Hauptbahnhof. Die "Goldenen Terrassen" wurden im Frühjahr 2007 eröffnet und bestechen durch…
Egal, ob man vom Schlossplatz aus schaut oder von der Aussichtsplattform auf dem Kulturpalast, ob man Warschau mit dem Zug durchquert oder einer der Schnellstraßen entlang der Weichsel folgt: Das…

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Entdecke Polen

Großes Land, wenig Menschen

Und in der Tat, Polen ist groß. Mit fast 313 000 km² ist es fast so groß wie Deutschland, und mit 38,5 Mio. Einwohnern, das sind 123 pro Quadratkilometer, relativ dünn besiedelt. Dabei gibt es auffallende regionale Unterschiede: Ganze Landstriche scheinen unberührt und menschenleer zu sein, wie zum Beispiel in Masuren. In den industriellen Ballungszentren und Großstädten dagegen leben bis zu 500 Menschen auf einem Quadratkilometer. Unterschiedlich prägt auch die Natur den Alltag der Polen. Das Land bietet eine große Vielfalt an Landschaften: im Norden die Küste mit traumhaften Ostseestränden, daran anschließend die unzähligen Seen und die reichen Wälder der Kaschubischen Schweiz und Masurens, noch weiter südlich folgen die Tiefebenen Großpolens und Masowiens und schließlich – an der südlichen Grenze – der Berggürtel der Sudeten und Karpaten.

Im Umbau

Polen ist ein Land im Aufbruch. Viele Besucher sind von dem greifbaren Aufschwung des modernen Polen überrascht und fasziniert. Überall wird gebaut. In den Vorstädten prägen große Fabriken und viele mittlere und kleinere Betriebe das Bild. Im Speckgürtel der Städte bauen die Gewinner des Wirtschaftswachstums ihre Villen. Typisch ist der zum Teil geschmacklich noch unsichere Baustil mit unzähligen Türmchen, Bögen und kauernden Gipslöwen hinter wehrhaften Umzäunungen. In den Stadtzentren machen Prestigeobjekte mit moderner Architektur aus Stahl und Glas einander Konkurrenz. Die großen Städte sind voller Leben: Cafés, Kneipen und Restaurants säumen die Fußgängerzonen. Läden und Boutiquen mit wohlbekannten internationalen Marken wetteifern mit einheimischen Mode- und Designgeschäften. Und auf den Straßen sind auffällig viele junge Menschen zu sehen, denn Polen ist jung, ein Drittel der Einwohner Warschaus zum Beispiel ist jünger als 24 Jahre.

Frisch herausgeputzt ...

Auch der Wiederaufbau der historischen Sehenswürdigkeiten, ja, ganzer Städte aus den Nachkriegsruinen übertrifft manche Erwartung. Wunderschön und liebevoll restauriert bestechen sie mit einer unvergleichlichen Atmosphäre, wie z.B. Warschau und Danzig. Dass ein nicht gerade mit Reichtum gesegnetes Land wie Polen so viele Mittel für diese Dinge bereitstellt, liegt an dem besonderen Stellenwert, den Kultur in Polen einnimmt. Fremdherrschaft und Unterdrückung haben gezeigt, wie unverzichtbar diese materiellen und immateriellen Geschichtszeugen für die Bewahrung der nationalen Identität sind.

... aber gespalten 

Im Alltag ist die Geschichte präsent, aber was die Menschen vor allem interessiert, ist das Hier und Jetzt – und eine Perspektive für morgen. Umfragen zufolge wünschen sich junge Polen „ein ganz normales Land“, ohne den ständigen Blick auf die Helden, Kämpfer und Märtyrer früherer Generationen. Die meisten kennen den Real Existierenden Sozialismus und seine Auflösung, den „polnischen Papst“ sowie die Gewerkschaft Solidarność nur noch vom Hörensagen. Was sie heute erleben, ist ein gespaltenes Land. Auf der einen Seite stehen die selbsternannten Patrioten von Kaczyńskis Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“, die „westlicher Dekadenz“ den Kampf ansagen. Homosexuellen-Ehe, Abtreibung und weibliche Priester sind ihnen ebenso ein Gräuel wie Multikulturalismus und „Konsumterror“. Ihr Ideal ist das eines rein polnischen, katholischen Staates, in dem der Papst den Ton angibt, das Vierte Gebot gilt („Du sollst Vater und Mutter ehren“) und Polens historische Opferrolle nicht hinterfragt wird. Auf der anderen Seite stehen die Modernisierer, meist aufgeklärt-liberale Städter, die sich vielfach in der KOD-Bewegung („Komitee zur Verteidigung der Demokratie“) und in der Partei Wiosna („Frühling”) aufgehoben fühlen. Ihnen ist z. B. ein Dorn im Auge, dass das Verfassungsgericht von nicht genehmen Richtern „gesäubert“ wird und dass in öffentlich-rechtlichen Medien Regierungskritiker entlassen werden. Hunderttausende gehen aus Protest auf die Straße – es sind die größten Massenkundgebungen seit dem Ende des Sozialismus (1990).

Mit Riesenschritten vorwärts 

So manches, was bei einem oberflächlichen Blick auf Polen als chaotisch eingeordnet wird, ist bei näherer Betrachtung spannend. Spannend ist die Brücke zwischen Tradition und Moderne, das Hin und Her zwischen den noch vorhandenen Spuren der Rückständigkeit und dem Fortschritt im Eiltempo. Spannend ist auch die Energie, mit der das Land auf seinem Weg in die Zukunft mehrere Stufen auf einmal nimmt. Wenn du dich als Besucher von der einzigartigen Natur und den wunderschönen Kulturdenkmälern verzaubern und vom Entwicklungstempo Polens beeindrucken lässt, dann nimm auch ein bisschen vom Geist dieses Landes und von der Warmherzigkeit deiner Nachbarn mit nach Hause.

Gut zu wissen

Anreise/Einreise

Für die Einreise mit dem PKW über einen der 23 Grenzübergänge nach Polen genügt der Führerschein. Die grüne Versicherungskarte ist nicht mehr Pflicht. Zwar gibt es an der deutsch-polnischen Grenze keine Personenkontrolle mehr, doch sind gelegentliche Überprüfungen möglich. Ein Reisedokument (Reisepass oder Personalausweis) sollte beim Grenzübertritt immer mitgeführt werden.

Ausgewählte Autobahnabschnitte sind mautpflichtig (10 km im PKW kosten 2–4 Zł.). Für Urlauber sind die West-Ost-Verbindungen A 2 und A 4 am wichtigsten. Die A 2 (autostrada-a2.pl) führt von Posen via Łódź nach Warschau, die A4 (autostrada-a4.com.pl) via Breslau und Krakau nach Przemyśl. Die A 1 (a1.com.pl) verläuft von Danzig nach Warschau und über Łódź südwärts. Weitere Autobahnabschnitte und Schnellstraßen befinden sich im Bau oder in Planung.

Der Euro-City von Berlin braucht 6 Std. nach Warschau. Er fährt mehrmals täglich und ist reservierungspflichtig. Regionalexpress-Züge (RE) verkehren mehrmals am Tag von Berlin nach Kostrzyn (Küstrin) sowie nach Szczecin (Stettin), die Fahrradmitnahme (bilet rowerowy 10 Zł.) ist in polnischen Zügen nur begrenzt möglich. Im Sommer gibt es direkte Verbindungen zwischen Berlin und Świnoujście (Swinemünde), Fahrzeit ca. 4,5 Std. Fahrplanauskunft und Buchung: Polnische Bahn (Polskie Koleje Państwowe | Tel. 0048 4 22 05 55 05 | rozklad-pkp.pl) und Deutsche Bahn (Tel. (*) 01805 99 66 33 | bahn.de).

Zwischen vielen Städten Deutschlands und Polens gibt es regelmäßige Busverbindungen. Infos: polen.travel/de. In Polen existiert ein dichtes Netz der PKS-Busse auf Normal- und Schnellstrecken. Tickets bekommst du in den Busbahnhöfen, in Reisebüros und beim Fahrer.

Es gibt Flugverbindungen in alle polnischen Großstädte. Neben den Linien LOT (lot.com) und Lufthansa verkehren auch zahlreiche Billigflieger (Easy Jet, Eurowings, Ryan Air, Wizzair u. a.). Aktuelle Infos bei den Fluggesellschaften und unter polen.travel/de

Auskunft vor Ort

Polnisches Fremdenverkehrsamt

– Hohenzollerndamm 151 | 14199 Berlin | Tel. 030 2 10 09 20 | polen.travel/de

– Lerchenfelderstr. 2, Palais Auersberg | 1080 Wien | Tel 01 5 24 71 91 | polen.travel/de-at

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt innerorts 50 km/h bzw. nachts (23–6 Uhr) 60 km/h, außerorts 90 km/h, auf Landstraßen mit zwei Spuren 100 km/h, auf Schnellstraßen mit zwei Fahrbahnen 120 km/h und auf Autobahnen 140 km/h. Es besteht Anschnallpflicht, und von Oktober bis Februar ist auch tagsüber das Abblendlicht einzuschalten. Straßenbahnen haben immer Vorfahrt. Die Promillegrenze liegt bei 0,2. Bußgelder müssen sofort bezahlt werden (Lass dir eine Quittung ausstellen!). Das außerörtliche Tankstellennetz ist relativ dicht; „ON“ ist die Abkürzung für Diesel, ein durchgestrichenes „Pb“ steht für bleifreies Benzin.

ADAC-Notruf in Polen mit deutschsprachigen Mitarbeitern: Tel. 061 8 31 98 88.

Auch wenn die Zahl der Autodiebstähle schon seit Jahren deutlich rückläufig ist, sollte man nach Möglichkeit bewachte Parkplätze (Parking Streżony) benutzen. Die meisten Hotels verfügen über eigene bewachte Parkplätze, in großen Städten gibt es große (kostenpflichtige) Flächen mit einer Rund-um-die-Uhr-Bewachung. Bei Diebstählen in Polen greift grundsätzlich die Kaskoversicherung; Infos über Ausnahmen bitte bei der eigenen Autoversicherung einholen.

Camping

Es gibt etwa 220 gut ausgestattete Campingplätze. Sie sind in der Regel von Mai bis September, einige auch ganzjährig geöffnet. Polnischer Campingverband (Polska Federacja Campingu i Caravaningu, PFCC) | Tel. 22 810 60 50 | pfcc.eu

Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

ul. Jazdów 12 | 00-467 Warszawa | Tel. 2 25 84 17 00 | warschau.diplo.de

Botschaft der Republik Österreich

ul. Gagarina 34 | 00-748 Warszawa | Tel. 2 28 41 00 81 | bmeia.gv.at/oebwarschau

Botschaft der Schweiz

Aleje Ujazdowskie 27 | 00-540 Warszawa | Tel. 2 26 28 04 81 | eda.admin.ch/warsaw

Eintrittspreise

Die Eintrittspreise für Museen, Ausstellungen, Schlösser, Kirchen etc. liegen meist zwischen 5 und 50 Zł. Teurer sind aber das Bergwerk Wieliczka und der Krakauer Wawel. Eine Opernkarte kostet ab 40 Zł., eine Konzertkarte ab 30 Zł., eine Kinokarte ab 20 Zł. In vielen Museen ist an einem Tag in der Woche der Eintritt frei – bitte die jeweilige Website checken!

Geld & Währung

Der Złoty ist frei konvertierbar, der Wechselkurs ändert sich täglich. Den günstigsten Tageskurs bekommt man bar in einer Wechselstube (kantor). Während es in großen Städten viele Wechselstuben gibt, sind sie auf dem Land rar. Auch lohnt ein Preisvergleich: In Wechselstuben an Flughäfen und in Hotels ist der Kurs erfahrungsgemäß schlechter. Wenn du lieber mit der EC-Karte Geld am Automaten ziehst, erkundige dich nach der Höhe der Gebühren. Ein Tipp: am Automaten keine (!) Euro-Abrechnung wählen, da ein ungünstiger Kurs zugrundegelegt wird! Den aktuellen Umtauschkurs erfährst du im Internet z.B. unter oanda.com. In Hotels, Restaurants und vielen Geschäften kann man problemlos mit EC- oder z. B. Visa- Karte bezahlen. Möchtest du mit Euro zahlen, werden Münzen nur ungern entgegengenommen, auch polnische Banken tauschen nur Scheine in Złoty.

Gesundheit

In allen größeren Städten gibt es Krankenhäuser und Ambulanzen. Deutsche Krankenkassen übernehmen im Krankheitsfall die Kosten, wenn du deine Europäische Versicherungskarte EHIC vorlegst. Inzwischen sind in den größeren Städten auch große private Praxisketten wie Damian, Medicover oder LuxMed zu finden. Meist bieten diese ein wesentlich schnellere und bessere Behandlung, die allerdings bar bezahlt werden muss. Achtung: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in der Höhe, wie sie auch in Deutschland angefallen wären. Um private Zuzahlung zu vermeiden, empfiehlt sich der Abschluss einer Reisekrankenversicherung.

Die Apotheken in allen größeren Städten sind mit allen Arzneimitteln gut ausgestattet und haben in der Regel die ganze Woche geöffnet.

Unterkünfte

Hotels: Mehr als 2500 Hotels bieten ihre Dienste an, jedes Jahr werden es 10 Prozent mehr. In den meisten Hotels spricht man an der Rezeption Englisch und/oder Deutsch. In den Großstädten ist das Preisniveau guter Hotels mit dem westlichen vergleichbar, auf dem Land ist es preiswerter. das-polen-magazin.de/hotels

Jugendherbergen: Es gibt fast 150 ganzjährig geöffnete Jugendherbergen in Polen, weitere 300 öffnen im Sommer. Polnisches Jugendherbergswerk (PTSM | ptsm.org.pl). Im Sommer verwandeln sich viele Studentenheime in Danzig, Krakau, Warschau, Posen und Breslau in Unterkünfte. Adressen in den Touristeninformationen der Städte, auf den Internetseiten der Universitäten und hostel.pl

Bauernhöfe: Agroturystyk-Höfe bieten außer Unterkunft (ab 10 Euro/Nacht/ Person mit Frühstück) Reiten, Bootsfahrten, Angeln, Radtouren, Wanderungen etc. Die Poln. Föderation für Tourismus auf dem Lande zeigt auf ihrer Website über 600 Höfe: agroturys tyka.pl. Das Angebot für Ferien auf dem Land umfasst auch ca. 70 Bio- Bauernhöfe, meist in Südpolen. Infos: eceat.de (Europ. Zentrum für ökol. Landwirtschaft und Touristik).

Mietwagen

An Flughäfen und in Großstädten sind internationale und kleinere Autovermieter vertreten, z. B. Avis (avis.pl), Hertz (hertz.com.pl), Express Rent a Car (express.pl), Sixt (sixt.pl). Ein Kleinwagen für ein Wochenende im August kostet z. B. ab 90 Euro.

Notrufe

Ambulanz Tel. 999, Feuerwehr Tel. 998, Polizei Tel. 997, Pannenhilfe Tel. 981

Vom Handy erreicht man mit 112 den allgemeinen Notruf, der auch auf Deutsch beantwortet wird.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die bevorzugten öffentlichen Verkehrsmittel sind in Polen Busse und die Bahn. Während sogenannte Personen- und Schnellzüge (osobowy/ pośpieszny) sehr günstig, dafür aber ziemlich langsam sind, sind die etwas schnelleren, zwischen den großen Städten verkehrenden Intercitys vergleichsweise teuer; auch sind sie reservierungspflichtig. Neben den regulären gibt es zahlreiche Sondertarife: Erkundige dich nach den preiswerten Weekend- bzw. Familientickets! Auf den Bahnhöfen (dworzec PKP) werden die Abfahrtszeiten auf gelben Tafeln (odjazdy) angezeigt; die Ankunftszeiten (przyjazdy) sind auf weißen Tafeln angegeben.

Das polnische Busnetz ist gut ausgebaut. Meist befinden sich die Bus-Terminals (dworzec PKS) in unmittelbarer Nachbarschaft der Hauptbahnhöfe. Die Tickets kauft man entweder im Voraus an der Kasse bzw. via Internet oder direkt beim Busfahrer. Neben der staatlichen Busgesellschaft PKS gibt es zahlreiche private Anbieter, die entweder günstigere Preise haben oder – bei gleichem Preis – komfortablere Busse einsetzen.

Öffnungszeiten

Einzelhändler haben Mo–Fr 11–19 und Sa 11–14 Uhr geöffnet. Größere Kaufhäuser sind in der Regel sieben Tage die Woche 10–20 Uhr geöffnet, allerdings sind für den Sonntag Einschränkungen geplant. Lebensmittelläden öffnen bereits zwischen 6 und 8 Uhr, manche sind rund um die Uhr offen. Behörden und Banken sind in der Regel 8–17 Uhr, Postämter 8–16 Uhr geöffnet, zum Teil auch länger. Restaurants kennen normalerweise keinen Ruhetag.

Schiffstouren

An der Küste, auf Seen und Flüssen werden Fahrten angeboten, z.B. ab Świnoujście (Swinemünde), veranstaltet von der Reederei Adler-Schiffe (Tel. 04651 9 8708 88 | adlerschiffe.de). Wasserstraßenbahnen (tramwaj wodny) werden u.a. in Krakau, Warschau und Danzig eingesetzt. In der Danziger Bucht, auf dem Oberländischen Kanal und den Seen Masurens ist die „Weiße Flotte“ aktiv (zegluga.pl | zegluga.com.pl | zeglugamazurska.com.pl).

Taxi

Taxifahren ist in Polen immer noch relativ preiswert. Nimm aber nur Wagen mit Telefonnummer auf dem Dach (z. B. Radio Taxi 919) und einem funktionierenden Taxameter. Leuchtet die Nummer, ist das Taxi frei. Die Startgebühr liegt bei 8 Zł., pro Kilometer kommen 3–4 Zł. hinzu. Nachttarife liegen etwa 50 Prozent darüber. Unter tanietaxi.pl („Taxi preiswert“) kannst du dir in der Rubrik Kalkulator bei Angabe des Abfahrts- und Ankunftsorts den Fahrpreis ausrechnen lassen.

Telefon & Handy

Die ehemalige Ortsvorwahl ist jetzt in die Anschlussnummer integriert worden; so wählt man nun bei allen Ortsund Ferngesprächen innerhalb Polens erst die alte Vorwahl (z. B. für Krakau 12), dann die 7-stellige Anschlussnummer. Bei Gesprächen ins Ausland gelten die internationalen Vorwahlnummern (Polen 0048, Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041). Handys wählen sich automatisch in ein polnisches Netz ein. Bei Gesprächen vom Festnetz zu einem Handy muss vor die Nummer eine „0“ gewählt werden. Seit 2017 gibt es innerhalb der EU keine Roaminggebühren mehr. Das Telefonieren und Surfen mit dem Smartphone kostet in Polen nicht mehr als im Heimatland.

Zoll

Mit dem EU-Beitritt sind Zollkontrollen weggefallen. Man kann Waren für den privaten Gebrauch frei ein- und ausführen, es gelten die EU-Zollbestimmungen und die Regeln des europäischen Binnenmarkts; z. B. dürfen 800 Zigaretten oder 110 l Bier ausgeführt werden. Für Antiquitäten, die vor Mai 1945 hergestellt wurden, braucht man allerdings eine Genehmigung des Denkmalkonservators der jeweiligen Woiwodschaft.zoll.de

Klima & Reisezeit

Das Klima im Norden ist gemäßigt: die Winter sind kurz und relativ mild, im Sommer kommt es häufiger zu Niederschlägen. Dagegen ist im Osten und Süden kontinentales Klima vorherrschend: Der Winter ist härter, der Sommer wärmer und auch trockener als im Norden. Schönwetterperioden gibt es in ganz Polen vor allem in den Monaten Mai, Juni, September und Oktober – eine gute Zeit zum Reisen! In den Sommerferien von Ende Juni bis Ende August zieht es viele polnische Familien ans Meer: Die Ferienzentren an der Ostsee sind dann überlaufen, spontan eine Unterkunft zu finden ist schwer.

Sprache

Polnisch ist eine westslawische Sprache, die nicht leicht zu erlernen ist. Aber ein Dzień dobry (sprich: tschen dobri) für „Guten Tag“ und Dziękuję (sprich: tschenkujej) für „Danke schön!“ solltest du draufhaben!

Strände

Polens Küste ist über 500 km lang und mit weißen Sandstränden gespickt. Fast nirgends sind sie bebaut, ein dichter Grüngürtel trennt sie vom Ort. In Ferienorten sind Strandwächter postiert, die im Notfall helfen. FKK ist in Polen nicht populär, aber an einigen Stränden erlaubt, so bei Międzyzdroje, Dźwirzyno, Łeba, Rowy, auf der Halbinsel Hel (Kuźnica) und auf der Frischen Nehrung (Krynica Morska).

Toiletten

Etwas gewöhnungsbedürftig sind Polens Toilettensymbole: Für die Damentoilette ist ein Kreis, für die Herrentoilette ein Dreieck reserviert.

Trinkgeld

Bist du mit dem Service zufrieden, könntest du 10 Prozent des Rechnungsbetrags hinzufügen oder – wie es viele Polen tun – den Betrag aufrunden.

Strom

Adapter Typ E

Für Schuko-Stecker wird ein Adapter benötigt, flache Stecker passen auch ohne Stromspannung: 230 V, 50 Hz

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Neujahr

März/April

Ostersonntag, -montag

1. Mai

Tag der Arbeit

3. Mai

Tag der Verfassung von 1791

Mai/Juni

Pfingstsonntag, Fronleichnam

15. August

Mariä Himmelfahrt

1. November

Allerheiligen

11. November

Tag der Unabhängigkeit 1918

25./26. Dezember

Weihnachten

Veranstaltungen

März/April

Passionsspiele (Kalwaria Zebrzydowska): Christi Kreuzweg wird nachgespielt

Mai/Juni

Fronleichnam: Prozessionen in ganz Polen, prachtvoll in Krakau und Łowicz

Johannisnacht (Krakau): Am 21. Juni werden Blumenkränze mit Kerzen in die Weichsel gelassen

Malta-Festival (Posen): Intern. Kulturfestival (Musik/Kunst). malta-festival.pl

Festival der jüdischen Kultur (Krakau-Kazimierz): jewishfestival.pl

Fischerwallfahrt (Puck): Bootsprozession am 29. Juni zur Halbinsel Hel.

Drachenparade (Krakau): Gigantische Drachen steigen in den Himmel – je monströser, desto besser. paradasmokow.pl

Juni-September

Jazzfestival (Krakau): cracjazz.com

Musiksommer (Danzig): mit Klassik und Orgelmusik im Vorort Oliwa

Juli

Heineken Open’er (Gdynia): Crossover aus Pop, Rock & Klassik. opener.pl

August

Dominikanermarkt (Danzig): Straßentheater und -musik

Pol‘& Rock (Kostrzyn): Zur ehemaligen „Haltestelle Woodstock“ kommen Hunderttausende. polandrockfestival.pl

Slawen-Wikinger-Festival (Wolin). jomsborg-vineta.com

September

Warschauer Herbst: Forum zeitgenössicher Musik. warszawska-jesien.art.pl

November

Allerheiligen: Am 1. Nov. verwandeln sich Polens Friedhöfe in Lichter und Blumenmeere

Dezember

Weihnachtskrippen (Krakau): Fantastische Krippen werden prämiert

Bloss nicht!

Unangemessen gekleidet sein

In Polen herrscht eine konservative Kleiderordnung, die stark zwischen „offiziell“ und „privat“ unterscheidet. Als taktlos empfindet man Besucher in Latschen und Shorts z. B. in Kirchen oder an Orten nationalen Gedenkens wie den ehemaligen Konzentrationslagern.

Laut sein

Im Unterschied zur westlichen, auf individuelle Freiheit ausgelegten Erziehung wird man in Polen angehalten, auf die Umgebung Rücksicht zu nehmen. Lautes und auffälliges Benehmen, wildes Fotografieren in Kirchen, Knutscherei an öffentlichen Plätzen – alles tabu!

Höfliche Männer falsch verstehen

Den Handkuss bitte nicht als Angriff auf die Emanzipation oder gar als plumpe Anmache missverstehen! Auch nicht, wenn man(n) dir als Frau die Tür aufhält, den Koffer tragen möchte oder aus dem Mantel hilft. Galant zu sein ist in Polen – zumindest bei der älteren Generation – selbstverständlich.

Die Kirche kritisieren

Auch wenn dir der polnische Katholizismus mit dem Marienkult oder der Papstverehrung seltsam vorkommt, mach keine Witze! Auch mit Kommentaren zur polnischen Politik oder Geschichte solltest du besser zurückhaltend sein.

Ohne Gastgeschenk zur Einladung kommen

Wer in einen polnischen Haushalt eingeladen wird, kommt nicht mit leeren Händen: Über Blumen freuen sich auch junge, moderne Frauen, Männer mögen Alkohol – aber bitte keinen Wodka, besser eine Flache Wein mitbringen!

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Rückkehr nach Polen

Die Deutsch-Polin Emilia Smechowksi (*1983) zeichnet in ihrem Buch (Untertitel: „Expeditionen in mein Heimatland“) das zerrissene Polen der Gegenwart mit all seinen Widersprüchen (2019).

Kulturschock Polen

Warum ist die Madonna so wichtig? Warum gehen viele lieber zum Priester als zum Therapeuten? Und warum leben etliche Polen lieber in der Vergangenheit als in der Gegenwart? Das Buch von Dieter Schulze und Izabella Gawin klärt’s auf …

Filme

Der Pianist

Roman Polanskis preisgekrönter Film (2002) mit Adrian Brody in der Hauptrolle des jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman erzählt nach einer wahren Begebenheit vom Überleben eines Juden im Warschauer Getto.

Cold war - der Breitengrad der Liebe

Der Oscar-nominierte Film (2019) des polnisch-britischen Regisseurs Paweł Pawlikowski erzählt von der Liebe in Zeiten des Wiederaufbaus und des Kalten Krieges: 20 Jahre Polen im 20. Jh. – spannend!

-3-2 °C
1 h/Tag

Fakten

Einwohner 38.382.576
Fläche 312.683 km²
Sprache Polnisch
Strom 230 V, 50 Hz
Regierungssystem Republik
Hauptstadt Warschau
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 00:21 Uhr
Zeitverschiebung keine

Anreise

11h 8min
11h 22min
1h 15min
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