Ist erwähnt in Reiseführer:
Königsschloss und kommunistischer Kulturpalast, gläserne Kathedralen des Kapitalismus und Kultpartys in Abbruchhäusern: In Polens Hauptstadt geht vieles zusammen.
Da ist die kleine Altstadt mit ihren malerischen Gassen und den schönen Kaufmannshäusern, umgeben vom Beton sozialistischer Plattenbauten, von spiegelverglasten Wolkenkratzern und riesigen Einkaufszentren. Kirchen in katholisch-barocker Pracht zeugen von vergangenen Epochen. Aber alles wird immer noch überragt vom Kulturpalast – einst verhasstes Symbol des Stalinismus, heute Wahrzeichen der Stadt. Na ja, fast alles, denn seit 2025 schaut der Varso Tower als höchstes Gebäude der EU noch mit Kopf und Schultern darüber hinaus.
Meisterhaft rekonstruierte Geschichte
Es sind die spektakulären Kontraste, die den Reiz Warschaus ausmachen, weniger die gewachsene Schönheit klassischer Architektur. Mit jahrhundertealter Baukunst kann die polnische Hauptstadt kaum dienen. Das Zentrum Warschaus war am Ende des Zweiten Weltkriegs nach der Bombardierung durch deutsche Truppen zu mehr als 90 Prozent zerstört. Nahezu alles, was alt aussieht, ist Kopie, bis ins Detail meisterlich rekonstruiert: Kirchen, Paläste, ganze Straßenzüge, die komplette Altstadt. Warschau, seine Wiedergeburt inbegriffen, steht für eine bewegte und tragische Geschichte, in der Freiheit nie selbstverständlich war.
Geschichte
9.Jh.
erste Siedlung
um 1300
erste urkundliche Erwähnung
1596
Warschau wird zur Hauptstadt des Polnischen Königreiches.
1815
Das Herzogtum Warschau geht an das russische Zarenreich.
11.November 1918
Marschall Piłsudski ruft die polnische Unabhängigkeit aus, Warschau wird wieder Hauptstadt.
August 1944
Aufstand der „Heimatarmee“ gegen die Nazi-Okkupation – geschätzte 200 000 Zivilisten sterben, die Stadt wird von deutschen Bomben zerstört.
1989
Am Warschauer „Runden Tisch“ wird der Übergang von kommunistischer Herrschaft zu Demokratie eingeleitet.
2004
Mit dem EU-Beitritt wird Warschau zur „Hauptstadt des neuen Europas“.
2025
Warschaus liberaler OB Trzaskowski scheitert nach 2020 erneut bei den Präsidentschaftswahlen.
2025
Mit dem Varso Tower wird das höchste Gebäude der EU eröffnet.
Nah am Wasser gebaut
Das Stadtleben hat sich in den vergangenen Jahren in großen Schritten dem Fluss genähert. Nicht mehr nur im Sommer bevölkern Erholungssuchende und Partyhungrige gleichermaßen die Ufer. Radfahrer und Skater, Jogger und Spaziergänger füllen die noch immer neuen, hübschen Promenaden. Früher war hier wenig los. Aber spätestens mit dem Nationalstadion auf dem rechten Ufer änderte sich alles. Auch der dortige Stadtteil Praga, früher mal verrufen und gefürchtet, hat sich gemausert. Dazu passend verläuft die neue U-Bahnlinie M2 unter dem Flussbett und bringt beide Stadthälften noch enger zusammen.
Jeder will hin
Echte Warschauer gelten in ganz Polen als arrogant und hochnäsig. Was natürlich in fast allen Fällen Quatsch ist, zumal die mit Abstand meisten Bewohner Zugezogene sind. Es ist so: Jeder schaut skeptisch auf Warschau, aber die meisten sind stolz, wenn ihre Kinder oder Enkel einen Job und eine Wohnung in der Hauptstadt finden – ein Titel, den Warschau übrigens „erst“ gut 400 Jahre trägt. Davor war Krakau Königssitz. Und zumindest wirtschaftlich ist Warschau auch inzwischen zum Dreh- und Angelpunkt ganz Mittelosteuropas aufgestiegen. Das Durchschnittsgehalt liegt umgerechnet bei gut 2500 Euro gegenüber knapp 2000 Euro im Rest des Landes, die Arbeitslosenquote geht de facto gegen Null. Viele wohnen im Umland und fahren täglich ins Zentrum. Den dadurch ausufernden Pendelverkehr hat man auch dank EU-Geldern inzwischen ganz gut in den Griff bekommen: Neue Metro, neue Straßenbahnen, neue Busse, neue Radwege und neue Park-&-Ride-Stationen schossen aus dem Boden.
Kultur, Kneipen und Clubs
WaWa, wie einige Bewohner ihr Warszawa liebevoll nennen, ist eine Metropole mit einem blühenden Kulturleben. Bester Beleg sind die vielen kostenlosen Freiluftevents, die in der warmen Jahreszeit Zehntausende Besucher anlocken – ob in der Langen Nacht der Museen, beim Summer Jazz in der Altstadt oder bei klassischen Konzerten auf Schloss Wilanów und im Łazienki-Park. Bestens besucht sind auch die Theater der Stadt, die Philharmonie und vor allem die Nationaloper. Für deutsche Gäste immer wieder verblüffend ist der niedrige Altersdurchschnitt der kunstbeflissenen Zuschauer. Zufall ist das nicht: Warschau mit seiner rastlosen Lebendigkeit ist eine Stadt der Jugend. Das zeigt sich tagsüber in den ebenso originell gestalteten wie meist überfüllten Cafés und mit Einbruch der Dunkelheit erwacht die Kneipen- und Clubszene zu einem brodelnden Nachtleben.
Neues Leben in alten Stadtteilen
Wer es etwas schräger und hipper mag, ist in WaWa ebenfalls bestens aufgehoben: Denn außer dem oben erwähnten alten Stadtteil Praga, hat sich auch Powiśle extrem gemausert: gleich unterhalb von Zentrum und Altstadt ist dieser Bezirk schlagartig zu buntem Leben erwacht – dank Uni, Weichsel, Kopernikus-Zentrum und Dutzenden Cafés, Kneipen und Clubs. Neuestes Highlight: die Elektrownia, also so etwas wie E-Werk: Schickes shoppen und gemütliche Gastronomie im industriell-modernen Stil.
Sportlich, sportlich
Ruderregatten auf der Weichsel, Volleyball am City-Strand, Inlineskating, Fahrradfahren und Dahingleiten auf dem E-Scooter: Alles dreht sich um die Weichsel und ihre Uferboulevards. Es ist, als habe die ganze Stadt nur darauf gewartet, dieses Terrain aktiv und sportlich in Beschlag zu nehmen. Auch das Radwegenetz machte in jüngsten Jahren einen Quantensprung – befeuert durch die städtischen Mietfahrräder Veturilo, deren Stationen inzwischen buchstäblich an jeder Ecke zu finden sind. Es gibt – zum Ärger mancher Autofahrer – sogar breite Radspuren und Fahrradschleusen vor Ampeln. Langsam wird das Fahrrad vom reinen Sportgerät für immer mehr „automüde“ Warschauer zur echten Alternative in Beruf und Alltag. Also auf nach Warschau! Und nicht vergessen: Vom Berliner Alexanderplatz bis zum Kulturpalast ist es nicht weiter als bis zum Kölner Dom – Warschau liegt eben mittendrin in Europa.
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Warschau
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Zwar sind Warschaus alte Fassaden zum Großteil nur Kopien, aber damit haben sich die Polen hier wirklich Mühe gegeben. Kirchen, Paläste und ganze Straßenzüge wurden bis ins Detail meisterlich rekonstruiert und sorgen nicht nur bei Architekturfans für leuchtende Augen. Besuche angesagte Kneipen in der alten Markthalle, lerne Cocktails mixen in einer ehemaligen Wodkafabrik oder schieße atemberaubende Urlaubsfotos von der Aussichtsterrasse des Kulturpalasts.
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