Israel

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Willkommen in Israel

Israel liegt am östlichen Mittelmeer und gehört geografisch zu Vorderasien. Über 8 Millionen Menschen leben im Land, davon etwa dreiviertel Juden und eine bedeutende arabische Minderheit. Israel ist eine hoch entwickelte Industrie-, Technik- und Wissenschaftsnation mit einer stabilen Demokratie. Landschaftlich fasziniert es durch viel Abwechslung auf engem Raum. Etwa die Hälfte des Landes wird von der Wüste Negev bedeckt, daneben gibt es Berge und für einen Urlaub interessante Strände am Mittelmeer, Roten Meer und Totem Meer.

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Wüstenwinde sorgen für teils sehr hohe Temperaturen.
Mai
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Perfektes Badewetter.
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Perfektes Badewetter.
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Perfektes Badewetter.
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Auch im Spätsommer sorgen Wüstenwinde für teils sehr hohe Temperaturen.
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Das Klima wird wieder etwas milder, Aktivurlauber kommen auf ihre Kosten.
Oktober
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November
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Dezember
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Entdecken Sie Israel!

Israel: das Land der sonnigen Badeferien, der bildungsbefrachteten Studienreisen und der archäologischen Exkursionen, das Land weltentrückter Pilgerreisen, der Bibel und des Herrn, das Zentrum dreier Weltreligionen und ihrer heiligen Stätten. Und das Land, in dem Palästinenser und Israelis seit 60 Jahren unversöhnlich auf ihren "Rechten" beharren, und damit Ausgangspunkt und Zentrum des Nahostkonflikts.

Israel ist ein kleines Land, nur halb so groß wie die Schweiz. Seine vorzüglichen Straßen machen es zu einem Reiseland kurzer Wege. Gerade deshalb kann man mit Muße reisen, um seine Ziele zu erreichen. Die meisten Besucher betreten Israel in der Ankunftshalle des Ben-Gurion-Flughafens in Lod. Hier und erst recht im 23 km entfernten Tel Aviv erlebt man das moderne Israel, sieht keinen wesentlichen Unterschied zu westlichen Metropolen. Ein wenig spürt man aber auch in Tel Aviv das orientalische Flair, riecht fremde Düfte, sieht morgenländisch anmutende Szenen. Ganz europäisch präsentiert sich der Strand entlang der Lahat-Promenade. Hier gleicht die Bademode der in Rimini oder auf Ibiza; nur "oben ohne" ist verpönt.

Ob Strandurlaub an der Mittelmeerküste oder in Eilat am Roten Meer, es wäre schade, sich in diesem Land nur auf Baden und Sonnen zu beschränken. In jedem Fall muss man "hinauf nach Jerusalem", 800 m hoch in den judäischen Bergen gelegen. Wenn man am frühen Abend hinauffährt und die Sonne hinter Jerusalem untergeht, lange Schatten den kahlen Kalksteinhügeln diesseits und jenseits der Straße noch stärkere Konturen verleihen, kehrt jene Ruhe ein, die "El Kuds", der Heiligen - wie die Araber Jerusalem nennen -, angemessen ist. Am besten wandert man morgens durch die Altstadt, wenn das Leben erwacht. Die palästinensischen Bazarbesitzer dekorieren dann ihre Waren, an der Klagemauer begrüßen fromme Juden den Tag mit "Höre Israel, der Herr ist unser alleiniger Gott", Franziskaner eilen in ihren braunen Kutten zur Grabeskirche, durch die engen Gassen patrouillieren junge israelische Soldaten.

Tiefe Frömmigkeit, das Bewusstsein, von Gott, Jahwe oder Allah "auserwählt" zu sein, die Gewissheit, als Einziger über die richtige Auslegung zu verfügen, scheint Menschen unterschiedlicher Religionen mehr zu trennen als zu verbinden. Das spürt man in Israel an vielen Orten nicht nur zwischen den drei monotheistischen Weltreligionen, sondern auch innerhalb jeder einzelnen Glaubensgemeinschaft. In Jerusalem kulminiert der nahöstliche Konfessionswirrwarr. Allein im christlichen Viertel der Altstadt residieren die Würdenträger von zwei Dutzend christlichen Kirchen, und Besucher aus dem Abendland lernen hier zum ersten Mal in ihrem Leben die Vielfalt der Christenheit kennen.

Bei den Juden ist es weniger die konfessionelle Vielfalt als die alltägliche Auseinandersetzung um die rechte religiöse Lebensweise auf Erden, die die Unterschiede ausmacht. In diesen Konflikt werden auch Besucher einbezogen, besonders am Shabbat im Jerusalemer Stadtteil Mea Shearim. In diesem Viertel treffen Besucher auf jüdisches Leben, wie sie es bestenfalls aus literarischen Darstellungen osteuropäischer Schtetl kennen. Auch wenn Mea Shearim wie eine exotische Enklave erscheint, der Einfluss des jüdischen Fundamentalismus ist groß in Israel: Im politischen Leben sind die religiösen Parteien seit der Staatsgründung stets das Zünglein an der Waage und das Oberrabbinat wacht streng darüber, dass auch heute noch jüdische Lebensweise mit den Regeln der Thora in Einklang stehen.

Außerhalb der großen Städte, beispielsweise im Norden Galiläas, spürt man von den politischen oder religiösen Bewegungen des Landes wenig. Zypressen und Olivenbäume bestimmen die Landschaft. Von Bergketten umrahmt liegt hier im Norden 200 m unter dem Meeresspiegel der See Genezareth, dessen Wasser heute sogar dem Negev zugute kommt. Unweit des Kibbuz Deganya, des ersten in Palästina gegründeten (1908), tritt der Jordan aus dem See aus, um nach etwa 100 km im Toten Meer zu versiegen.

Heute bildet der Jordan die faktische Ostgrenze Israels, denn seit der Eroberung der palästinensischen Westbank im Sechs-Tage-Krieg von 1967 beginnt Jordanien am Jordan. Am südlichen Ende des Jordantals liegt Jericho, bis 1999 vor Ramallah Verwaltungshauptstadt des zukünftigen Palästinenserstaates. Von Jericho benötigt man eine Autostunde bis nach Jerusalem, in dessen Altstadt der Hauch von 3000 Jahren Geschichte noch zu spüren ist. Wer einmal auf der von Sultan Suleiman 1540 errichteten Mauer entlangläuft, kann viel davon in und außerhalb der Altstadt entdecken: Jerusalem ist die geschichtsträchtigste Stadt Israels. Auch jener schrecklichen Epoche, die der Gründung des Staates Israel unmittelbar vorausging, wird hier gedacht. Das Mahnmal des Holocaust, die Gedenkstätte Yad Vashem, konfrontiert die Besucher mit nur schwer zu ertragenden Dokumenten. Immer wieder wird man in Israel gefragt, wie so etwas ausgerechnet in Deutschland möglich war und warum so wenige den Mut hatten, sich dagegen zu erheben. "Wiedergutmachung" für diesen Völkermord kann es nicht geben, wohl aber für alle Deutschen die Verpflichtung, jedweder Menschenverachtung und nationalistischem Pathos entschieden entgegenzutreten - weltweit, vor allem zu Hause, aber auch in Israel.

Anfang der 1990er-Jahre sah es so aus, als hätte der Frieden eine Chance im Nahen Osten. 1994 erhielten Simon Peres, Yitzhak Rabin und Yassir Arafat den Friedensnobelpreis, weil sie eine Vereinbarung erarbeitet hatten, an deren Ende zwei unabhängige, sich gegenseitig anerkennende Staaten stehen sollten. Aber Yitzhak Rabin wurde am 4. Nov. 1995 von einem jüdischen Fanatiker ermordet. Unter Ministerpräsident Ariel Sharon eskalierte schließlich die Situation durch die Selbstmordattentate einzelner Palästinenser und israelischerseits durch den Bau einer Betonmauer zwischen Israel und der Westbank, die zudem völkerrechtswidrig zum Teil auf dem besetzten Gebiet des zukünftigen Palästinenserstaates verläuft. Der israelische Abzug aus dem Gaza-Streifen im gleichen Jahr erfolgte zu spät, um als Friedensgeste gewertet zu werden. In Gaza regiert seitdem die radikale Hamas in Konfrontation mit dem 2005 gewählten Nachfolger von Yassir Arafat, dem Präsidenten Mahmoud Abbas in Ramallah. Seit den ersten Friedensgesprächen vor zwanzig Jahren im norwegischen Oslo gab es stets Versuche für einen Frieden, die aber an den Gebietsansprüchen Israels jenseits seiner Grenzen von 1967 scheiterten. Dabei spielten die israelischen Siedlungen in der Westbank eine erhebliche Rolle. 2011 hat der US-amerikanische Präsident Obama zum ersten Mal öffentlich diese Grenzlinie für eine Zwei-Staaten-Lösung ins Gespräch gebracht. Damit näherten sich die USA den Forderungen der UN an. Vielleicht hat nach diesen Vorgaben der größten Schutzmacht Israels der Friede jetzt eine bessere Chance.

Viele Stolpersteine liegen noch auf dem Weg des Friedens. Mit Israelis dieses hochsensible Thema zu diskutieren, ihnen Fragen zu stellen, weniger die eigenen Ansichten zu verkünden, ihre Meinung zu hören, das ist für Besucher ohne Schwierigkeiten möglich. Man kann zwanglos mit Mitgliedern des israelischen Naturschutzvereins wandern, in einem Kibbuz wohnen, bei archäologischen Ausgrabungen mitbuddeln. Immer trifft man dabei Israelis, die sehr offen, manchmal auch sehr kritisch über ihr Land reden.

Praktische Hinweise

Anreise
Flugzeug

Linienmaschinen der Lufthansa (www.lufthansa.de) und der israelischen El Al (www.elal.co.il) fliegen mehrmals täglich von Frankfurt und München zum Ben-Gurion International Airport bei Lod (25 km südöstlich von Tel Aviv und 50 km westlich von Jerusalem). Eilat am Roten Meer wird aus Europa zurzeit nonstop nur von den Chartermaschinen der Tourismusveranstalter angeflogen. Weitere saisonale Flugangebote ab Deutschland mit Israir (www.israironline.de/flug). Flughäfen: www.iaa.gov.il

Vor dem Einchecken gibt es strenge Sicherheitskontrollen, deshalb muss man ca. 3 Std. vor Abflug erscheinen. Die Flugzeit von Frankfurt/M. nach Tel Aviv beträgt 4,5 Std. Die Preise für Hin- und Rückflug beginnen bei 300 Euro. Fluginformation in Tel Aviv: Tel. 03 881111.

Auskunft
Staatliches Israelisches Verkehrsbüro

Friedrichstr. 95 | 10117 Berlin | Tel. 030 2039970 | www.goisrael.de

Das Büro ist auch für Österreich und die Schweiz zuständig. Zur aktuellen Sicherheitslage: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland | www.auswaertigesamt.de/diplo/de/laenderinformationen/israel/

Auto

Autofahren in Israel macht Spaß: Die Straßen sind gut ausgebaut, das Straßennetz ist sehr dicht. Es bestehen Anschnallpflicht und Tempolimits (50 km/h in Ortschaften, 80 km/h auf Landstraßen, 90 km/h auf Autobahnen). Promillegrenze 0,0. Die Straßen- und Hinweisschilder sind im Allgemeinen dreisprachig (hebräisch, arabisch, englisch). Anhalten ist an den blau-weißen Bordsteinmarkierungen erlaubt, an den rot-weißen verboten, an den gelb-roten wird sofort abgeschleppt. Benzin Super kostet 8 NIS.

Pannen- und Abschleppdienst leistet der israelische Automobilclub MEMSI, Zentrale: Memsi House | Harakevit St. 20 | Tel Aviv | Tel. 03 5641111 | www.memsi.co.il

Bahn

In Israel reisen die meisten per Bus oder Auto. Aber es gibt auch ein bescheidenes Eisenbahnnetz. Züge fahren von Tel Aviv entlang der Küste nach Norden über Haifa nach Akko bzw. nach Süden bis Ashdod. Man kann auch von Tel Aviv hinein in den Negev bis Beersheva und Dimona oder von Tel Aviv nach Jerusalem fahren. Diese Züge verkehren zwischen neuen modernen Stationen außerhalb der Innenstädte. Dabei ist es ein Erlebnis, 800 Höhenmeter zu überwinden. Abfahrt Tel Aviv: Al Parashut Derachim St., Abfahrt Jerusalem: Neuer Bahnhof, Yitzhak Modai, Malcha | Fahrpläne und Preise unter www.rail.co.il

Banken & Währung

In Israel bezahlt man mit Schekel, amtlicher Name: "New Israeli Shequel" (NIS). Ein Schekel ist unterteilt in 100 Agorot. Der Wechselkurs zum Euro hängt von dem des US-$ zum Euro ab; Gleiches gilt für den Kurs des Schweizer Franken (Januar 2012: 1 CHF = 4,05 NIS).

Geld wechseln Banken, Hotels, Postämter (günstig) oder Geldwechselstuben, z. B. am Damaskustor in Jerusalem (besonders günstig). Die Banken sind Sa-Do 8.30-12.30 u. 16-17.30, Fr 8.30-12 Uhr | geöffnet. NIS-Rücktausch ist bei der Ausreise bis zu 500 US-$ ohne Formalitäten in der Abflughalle möglich. Kreditkarten werden überall akzeptiert, mit EC-Karten (Maestro) kann man Schekel am Bankautomaten ziehen.

Bed & Breakfast

Im ländlichen Raum gibt es ca. 8000 Gästezimmer, die dank finanzieller Förderung durch den Tourismusminister eine ausgezeichnete Alternative zu Hotels sind. Übersicht, Lage und Preise: www.zimmeril.com

Busse

Busse sind das meistbenutzte und billigste Verkehrsmittel, sowohl innerstädtisch als auch über Land (eine Fahrt von Tel Aviv zum Ben-Gurion-Flughafen kostet z. B. ca. 25 NIS). Alle wichtigen Ortschaften werden von den grünen Egged-Bussen (Petah Tikya | Bareket St. 4 | Tel Aviv | Tel. 03 6948888 | www.egged.co.il) angefahren. Die für Tel Aviv zuständige Kooperative heißt Dan (Tel. 03 639444 | www.dan.co.il). Mit wenigen Ausnahmen verkehren die Busse von 5 bis 23.30 Uhr (außer am Shabbat). Infos in allen zentralen Busbahnhöfen (Tahanal Merkasit).

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Daniel Frish St. 3 | Tel Aviv | Tel. 03 69313-13 | www.tel-aviv.diplo.de

Honorarkonsulate der Bundesrepublik Deutschland

Hanassi Ave. 98 | Haifa | Tel. 04 8381408 | haifa@hk-diplo.de

Neviot St. 5 | Eilat | Tel. 08 6374536 | eilat@hk-diplo.de

Vertretung in den Palästinensischen Gebieten

Berlin St. 13 | Ramallah | Tel. 02 2977630 | www.ramallah.diplo.de |Mo-Fr 9-12 Uhr

Österreichische Botschaft

Beit Crystal | Hajilazon St. 12 | Ramat Gan | Tel. 03 6120924 | www.austrian-embassy.org.il

Schweizer Botschaft

Ha Yarkon St. 228 | Tel Aviv | Tel. 03 5464455 | www.eda.admin.ch/telaviv

Einreise

Schweizer und Österreicher brauchen kein Visum, Deutsche nur, wenn sie vor 1928 geboren wurden; alle benötigen einen mindestens noch sechs Monate gültigen Reisepass.

Wollen Sie später in arabische Länder (außer Ägypten und Jordanien) reisen, dürfen sich in Ihrem Pass keine israelischen Eintragungen befinden. Wer keinen israelischen Stempel im Pass haben möchte, muss dies dem Grenzbeamten vor Übergabe des Passes sagen. Gegebenenfalls besorgt man sich einen zweiten Pass. Ausländische Touristen können jederzeit in die palästinensisch verwalteten Gebiete reisen, Israelis wird dies von der israelischen Regierung untersagt. Touristen dürfen drei Monate im Land bleiben. Eine Aufenthaltsverlängerung erhält man in allen großen Städten bei den District Offices of the Ministry of the Interior.

FKK

Textilfreies Baden, selbst "oben ohne", ist in der Öffentlichkeit nicht gestattet und verpönt.

Gesundheit

Die medizinische Versorgung ist hervorragend. Alle Ärzte sprechen Englisch. Rechnungen sind von Ausländern sofort bar oder per Kreditkarte zu bezahlen, deshalb ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung zu empfehlen.

Internet

Informative Internetadressen für die Vorbereitung Ihres Urlaubs: berlin.mfa.gov.il (Seiten der israelischen Botschaft in Deutschland mit allgemeinen sowie politischen und wirtschaftlichen Informationen); www.jerusalem-hotels.org.il (Website der Jerusalemer Hotelvereinigung).

Internetcafés & wlan

Fast alle Hotels, christliche Hospize und Jugendherbergen bieten ihren Gästen Zugang zum Internet. Außerdem gibt es in allen Städten Internetcafés, z. B. in Tel Aviv: Private Link (Ben Yehuda St. 78 | Tel. 03 5299889 | 1 Std. 40 NIS); in Eilat: Unplugged Bar (Tourist Center | Tel. 08 6326299 | 30 Min. 20 NIS); in Jerusalem: Eye Tech (Altstadt, am Neuen Tor | Tel. 02 6264261 | 1 Std. 25 NIS).

In Israel gibt es vereinzelt WLAN-Hotspots. Dazu gehören alle teureren Hotels (Gebühren!) und wenige Cafés in den großen Städten (kostenlos). Flächendeckend und kostenlos: die Sheinkin Street in Tel Aviv. Eine Übersicht über entsprechende Angebote bietet www.hotspot-locations.com

Jugendherbergen

In Israel gibt es zurzeit 18 Jugendherbergen, die sich in der Israel Youth Hostel Accociation (IYHA) zusammengeschlossen haben. Eine Übernachtung inkl. Frühstück und Bettzeug kostet 15-30 US-$, es gibt immer auch Doppelzimmer. Keine Altersbegrenzung, Aufenthalt max. 21 Tage. Ein Jugendherbergsausweis ist nicht erforderlich, verhilft aber zu einem kleinen Preisnachlass. Anmeldungen: IYHA | Binyanei Ha'mah, International Convention Center | Jerusalem | Shazar St. 1 | Tel. 02 6558400 | www.iyha.org.il

Kibbuz-Gästehäuser

In allen Teilen des Landes findet man sogenannte Kibbuzhotels, meist Bungalowanlagen in schöner Umgebung, die zu einem Kibbuz gehören; in der Ausstattung sind sie vergleichbar mit guten Mittelklassehotels (€-€€). Informationen und Reservierung: Kibbutz Hotels Chain | Smolanskin St. 1 | Tel Aviv | 61031 | P.O. Box 3193 | Tel. 03 5246161 | www.kibbutz.co.il

Klima & Reisezeit

Israel ist eine Ganzjahresdestination. Aber das Klima variiert erheblich von Region zu Region, Jerusalem liegt 800 m hoch in den Bergen mit warmen, trockenen Sommern und kalten Wintern. Manchmal fällt dort sogar Schnee. Ansonsten sind die israelischen Winter mild, sowohl an der Mittelmeerküste als auch im Negev und in Eilat. In der Jordansenke und am Toten Meer sind die Sommer heiß und trocken. Wer nicht in erster Linie wegen der schönen Strände und des Badens nach Israel zu reisen beabsichtigt und es sich einrichten kann, sollte das Land im Hochsommer meiden. Dann wird es tagsüber bis zu 40 Grad heiß. März bis Mai sind die angenehmsten Reisemonate. Dann ist das Land grün, vieles in der Natur blüht, Baden ist schon möglich, die Tagestemperaturen erreichen 25 Grad.

Mietwagen

Mietwagen sind nicht sehr teuer (ab 40 US-$ pro Tag). Reservierungen aus Deutschland sind sicherer und oft noch billiger. Alle internationalen Anbieter unterhalten Niederlassungen am Ben-Gurion-Flughafen, erheben dort aber 25 US-$ zusätzlich als (einmalige) Airport-Tax. Der nationale oder internationale Führerschein (mindestens 12 Monate alt), Pass und Kreditkarte (als Kaution) sind erforderlich, der Mieter muss über 21 Jahre alt sein.

Notrufe

Polizei: Tel. 100; Magen David Adom (Rotes Kreuz): Tel. 101; Feuerwehr: Tel. 102

Post

Ein weißer Hirsch auf rotem Grund ist das Kennzeichen der israelischen Postämter. Geöffnet sind sie So-Do 8-12.30 u. 15.30-18 Uhr, Fr 8-12 Uhr. Postkarten nach Europa 3 NIS, Briefe 4,50 NIS.

Strom

220 Volt Wechselstrom. Die Steckdosen sind uneinheitlich, besser einen Zwischenstecker mitnehmen.

Taxi

Taxis sind in Israel günstiger als in Deutschland. Städtische Taxis haben Taxameter, deren Gebrauch Pflicht ist. Schlägt der Fahrer vor, diesen auszuschalten, ist es meist nicht zu Ihrem Vorteil. Trinkgeld wird angenommen. Fahrgäste haben ein Anrecht auf eine ausgedruckte Taxi-Quittung. Überlandstrecken haben feste Tarife, die Fahrer besitzen Preislisten, die Sie einsehen können - z. B. kostet eine Fahrt von Tel Aviv zum Ben-Gurion-Flughafen 70-100 NIS.

Sherut-Taxis verkehren als zusätzliche Transportmittel innerhalb und zwischen den wichtigsten Städten. Diese Taxis fahren erst los, wenn genügend Fahrgäste Platz genommen haben. Bei Überlandstrecken fahren sie von den zentralen Busbahnhöfen ab, in Jerusalem nahe dem Zionplatz. Eine Fahrt von Tel Aviv zum Ben-Gurion-Flughafen kostet z. B. ca. 30 NIS.

Telefon & Handy

Für öffentliche Fernsprecher benötigen Sie Telefonkarten. Man erhält sie bei jedem Postamt sowie in sehr vielen Geschäften; die Karten besitzen unterschiedliche Guthaben (ab 20 NIS). Durch eine Zahl, die man bei Auslandsgesprächen an Stelle der zweiten Null wählt, bestimmt man die Gesellschaft: Zurzeit telefonieren Sie nach Europa günstig mit den Vorwahlen 013 oder 014 (1 Min. ca. 5 NIS).

Deutsche Handys funktionieren im ganzen Land, aber die Roaminggebühren der israelischen Telefongesellschaften sind sehr hoch. Prepaid-Karten sind zwar teuer, ersparen Ihnen aber Roaming-Gebühren. Immer günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: noch im Heimatland abschalten! Wer möchte, kann sich jederzeit am Flughafen in Tel Aviv ein zweites mit entsprechender SIM-Karte und neuer Telefonnummer mieten. Die Schalter der verschiedenen Mobilanbieter liegen nebeneinander in der Ankunftshalle.

Ländervorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Israel 00972

Trinkgeld

In Israel ist Trinkgeld eine Selbstverständlichkeit. Nicht immer wird es in einer Restaurantrechnung aufgeführt. Wenn kein Trinkgeld im Preis eingeschlossen ist, wird es erwartet. Zwischen 10 und 15 Prozent sind angemessen.

VAT (value Added Tax)

Im Preis aller in Israel erworbenen Waren sind 17 Prozent Mehrwertsteuer enthalten. Diese wird Touristen bei der Ausreise am Flughafen nach einer Ausfuhrbestätigung gegen Vorlage der Rechnung an einem Schalter der Bank Leumi erstattet, wenn der Warenwert höher als 50 US-$ ist (Gebühren: 5 US-$, ab 100 US-$ 8 US-$).

Zeit

MEZ plus 1 Stunde. Auch in Israel gibt es eine Sommerzeit, allerdings wechselt diese nicht datumsgleich mit Europa, sondern entsprechend dem jüdischen Kalender. www.zeitzonen.de/israel.html

Zeitungen

Von den rund zwei Dutzend israelischen Zeitungen sind die "Jerusalem Post" (konservativ) und "Ha'aretz" (linksliberal) die einzigen Tageszeitungen, die in Englisch erscheinen. Ha'aretz ist die einzige regierungskritische Zeitung; ihr liegt eine Beilage der US-amerikanischen International Herald Tribune bei. Die deutschsprachigen "Israel Nachrichten" sind eine Art landsmannschaftliches Organ der aus Deutschland emigrierten Juden.

Zoll

Nach Israel dürfen Sie mitbringen: Geschenke bis zu einem Wert von 250 Euro, 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen, 10 Filme. Fleisch, Früchte und Waffen sind verboten. Aus Israel können Sie in die EU zollfrei einführen z. B. 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen, 50 g Parfum und Geschenkartikel bis zu einem Gesamtwert von 430 Euro. Für die Schweiz gelten geringere Freimengen. www.zoll.de

Was kostet wie viel?

Snack

2 Euro für eine Felafel plus Salat an der Straße

Kaffee

2 Euro für die Tasse im Restaurant

Apfelsinen

0,50 Euro für 1 kg im Sommer

Bus

1 Euro für eine Stadtfahrt

Benzin

1,10 Euro für 1 l Super bleifrei

Museum

Bis 5 Euro für den Eintritt

Events, Feste & mehr

Jüdische Feste
Rosh Ha Shanah

Die jüdische Zeitrechnung beginnt mit der Schöpfung der Welt im Jahre 3761 v. Chr.; deshalb begann für fromme Juden an Rosh Ha Shanah ("Kopf des Jahres") 2017 das Jahr 5778. In den Synagogen wird an Neujahr das Shofar (gebogenes Horn des Widders) geblasen. Zu den traditionellen Speisen des Fests gehören Honigkuchen, Weintrauben und in Honig getauchte Apfelscheiben als Hoffnung auf ein "gutes, süßes Jahr". 21. Sept. 2017, 10. Sept. 2018

Yom Kippur

Der heiligste Feiertag der Juden, der Tag der Versöhnung, des Gebets und ein Tag der absoluten öffentlichen Ruhe. In der Zeit des Zweiten Tempels nach der Babylonischen Gefangenschaft opferte der Hohepriester einen Bock, um mit seinem Blut die Bundeslade zu benetzen. Ein zweiter Bock wurde symbolisch mit den Sünden des Volks beladen und in die Wüste gejagt. 30. Sept. 2017, 19. Sept. 2018

Sukkoth

Das Laubhüttenfest ist das biblische Erntedankfest. In Erinnerung an die Wüstenwanderung der Kinder Israels wohnen fromme Juden während des Sukkoth in Hütten aus Zweigen und Palmwedeln in ihren Vorgärten oder auf ihren Balkons. 5. Okt. 2017, 24. Sept. 2018

Chanukah

Lichterfest zur Erinnerung an die Reinigung des Tempels 167 v. Chr. durch Judas Makkabäus. Ab 13. Dez. 2017, ab 3. Dez. 2018

Purim

Man gedenkt mit Umzügen, Verkleidung und viel Alkohol der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft. 1. März 2018, 21. März 2019

Pessach (Passah, Passover)

Das einwöchige, freudige Familienfest zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Ab 31. März 2018, ab 20. April 2019

Yom Ha Shoa

Holocaust-Gedenktag. 12. April 2018, 1. Mai 2019

Yom Ha Atzmaut

Der Tag, an dem am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeit des Staates Israel ausgerufen wurde. 19. April 2018, 9. Mai 2019

Shavout

Das Fest der Offenbarung Gottes, der an diesem Tag im Sinai den Kindern Israels die Zehn Gebote gab. 1. Juni 2017, 21. Mai 2018

Festival
Israel Festival

Das größte Kulturereignis im Land: Drei Wochen lang gastieren im Mai und Juni u. a. in Jerusalem ausländische Theater-, Tanz- und Musikensembles. Info-Tel. 026 23 70 00, www.israel-festival.org.il

Red Sea Jazz Festival

In Eilat treffen sich vier Tage im August alljährlich nationale und internationale Jazzmusiker. www.redseajazzeilat.com/en

Jerusalem Wine Festival

Auf dem größten israelischen Weinfest werden vier Tage im August/September die besten Weine des Landes probiert und prämiert. www.imj.org.il

Im Trend

Koscher & köstlich
Neue Küche

Traditionelle Essensvorschriften und moderne Küche sind kein Widerspruch. Das zeigt Chefkoch Kobi Dellal in seinem Feinschmeckerlokal Tokopaya (HaPatish 6, Tel Aviv). Auch die Kollegen im Grillrestaurant Meatos wissen mit den Geboten umzugehen und zaubern überzeugende Leckerbissen (Weizmann 2, Tel Aviv, www.meatos.co.il). Im Deca liegt der Fokus auf mediterraner Gourmetküche. Himmlisch (HaTa'asiya 10, Tel Aviv, deca.rest-e.co.il)!

Am Seil
Bergab

An den imposanten Felsformationen des Landes kommen auch Abseiling-Einsteiger gut voran. Gesichert mit Seil und Helm geht es von oben hinab in die Canyons. Abenteuerlustige schlagen sich dann noch an den Flussläufen entlang, beispielsweise mit dem Team von Eretz Hatzvi Events (www.israel-al.com). Weitere Abseil-Profis sind www.ashdot.info, www.israelextreme.com und www.israel-outdoor-adventures.com, die in ganz Israel Touren anbieten.

Auf Wiedersehen
Recycle Art

Aus Kronkorken und Dosen lässt Yoav Kotik Schmuckstücke entstehen (www.kotik-design.com), alte Plastiktüten sind das Ausgangsmaterial für Inbal Limors Skulpturen, und Merav Feiglin benutzt jeden Abfall - von der Zahnbürste bis zur Plastikpuppe - für ihre Kunstwerke. Der Trend, aus Müll Kunst zu machen, ist allgegenwärtig. Wer einen Einblick in die Recycle Art erhaschen will, macht eine Führung bei Merav Feiglin mit oder legt in ihrem Studio ein Müll-Mosaik (Givat Shapira, www.meravart.com). Auch Bosmat Niron recycled für ihre Kunst und erschafft so ganz Praktisches wie Outdoormöbel aus Flaschen (www.bosmatniron.com).

Literatur to go?
Für Bücherwürmer

In Israels Cafés ist Multitasking angesagt. Passend zum Cappuccino wählen die Gäste in mehr als 200 Lokalen auch noch etwas Gehaltvolleres aus dem Menü. Die Kaffeehäuser verkaufen nämlich nicht nur Kaffee, sondern auch Secondhand-Bücher. Das Projekt namens "Same Old Story" entwickelt sich zu einem Riesenerfolg - vor allem weil die Cafébesucher nicht nur kaufen, sondern auch Bücher tauschen können (rebooks.org.il). Eines der Cafés, das auf den Zug aufgesprungen ist, ist das liebenswerte Muskat, wo es obendrein auch noch Mode und Designgegenstände gibt (HaDekel St., Udim, www.muskat.org.il). lan's House of Coffee besitzt im ganzen Land Filialen. Fairtrade-Produkte und Literatur gehören in allen Cafés zusammen (Ibn Gvirol St. 90, Tel Aviv, www.ilans.co.il).

Very fashionable
Tel Aviv-Look

Die lebendige Metropole am Meer inspiriert die Nachwuchsdesigner: Extravagante Schnitte und Materialien, ausgefallene Kombinationen und Neuinterpretationen hängen hier an den Kleiderstangen. Tragbar - und bezahlbar - sind die Sachen dennoch. Wie die Mode von Helena Blaunstein alias Frau Blau (Ha'Hashmal 8, www.fraublau.com). Bei Mizo treffen konservative Schneiderkunst und urbane Modetrends aufeinander. Der leicht asiatische Einschlag der Kreationen ist gelungen (Shabazi St. 51, www.mizo.co.il). Bei Tovale's werden nicht nur Frauen stilgerecht eingekleidet, sondern auch der Nachwuchs. Da fühlen sich Mädchen wie Prinzessinnen (Dizengoff St. 220, www.tovale-s.com).

Bloss nicht

Die Shabbat-Ruhe stören

Gott ruhte am siebten Schöpfungstag, und in der Bibel verlangt er von den Menschen, dies auch zu tun. Aber er verlangt noch mehr, z. B. "Ihr sollt kein Feuer anzünden in all Euren Stätten am Shabbat" (2. Moses 35,3). Für fromme Juden gilt dieses Gebot absolut: Deshalb rauchen sie am Shabbat nicht. In vielen Hotels werden nachlässige Besucher am Shabbat durch Tischkärtchen gebeten, sich dieser Sitte anzuschließen. Wegen 2. Mose, Vers 35 fahren orthodoxe Juden am Shabbat auch kein Auto, weil der Zündfunke im Motor eine neuzeitliche Variante von Feuer ist. Der Stadtteil Mea Shearim in Jerusalem ist an diesem Tag für alle Autos gesperrt. Am Shabbat wollen die Gläubigen an der Klagemauer nicht fotografiert werden. Das sollte man unbedingt respektieren, denn die Betroffenen unterbinden notfalls jeden Versuch in Selbsthilfe.

Enttäuscht sein über das geschäft "Heiliges Land"

Im Heiligen Land und besonders an den Heiligen Stätten geht es auch sehr irdisch zu. Tiefe Religiosität und gnadenloses Abzocken - beides ist gleichzeitig zu erleben. In Jerusalem und um die Grabeskirche am heftigsten: Dornenkronen in den Größen S bis XXL werden als Souvenirs angeboten und schwere Holzkreuze zum Tragen auf dem Passionsweg entlang der 14 Stationen der Via Dolorosa gegen Gebühr ausgeliehen. Auch am Grab Jesu, im Zentrum der Grabeskirche, steht immer ein Geistlicher, der die Eintretenden mit dezent ausgestreckter Hand um eine Spende bittet. Die erhält er auch, denn wer will schon dem frommen Diener des Herrn an dessen Grab eine Spende verweigern. Aber man sollte wissen: Es gibt unter den vielen in Jerusalem vertretenen christlichen Konfessionen nur sechs, die in der Grabeskirche vertreten sind und die in jahrhundertelangen Streitereien einen exakten Zeitplan für dieses Spendensammeln ausgehandelt haben.

Im Ben-Gurion-Flughafen Geld tauschen

Touristen erwerben gern unmittelbar nach Ankunft die Landeswährung, damit sie erste Ausgaben gleich bezahlen können. Wenn überhaupt, dann sollten Sie nur eine kleine Summe im Ben-Gurion-Flughafen tauschen, denn dort zahlen Sie außer den Gebühren noch eine "Airport-Tax", die sich nach der Höhe des Umtauschbetrags richtet und bei 100 Euro ca. 10 Prozent beträgt.

Den Shabbat-Aufzug benutzen

In den Hotelhochhäusern gibt es mehrere Fahrstühle. Da der Herr am siebten Tag Arbeit untersagt, dürfen fromme Juden am Shabbat keinen Fahrstuhlknopf drücken. Deshalb wird in jedem Hotel von Freitagabend bis Samstagabend ein Aufzug so codiert, dass er in jedem Stockwerk automatisch hält. Wenn Sie diesen Aufzug benutzen, benötigen Sie bis zu Ihrem Zimmer im 25. Stock eine halbe Stunde.

Stichworte

Besetzte Gebiete

Israel hält seit seinem militärischen Sieg von 1967 die syrischen Golan-Höhen und den größten Teil der Westbank, jene westlich des Jordans gelegenen ehemaligen Gebiete Jordaniens, besetzt, auf die Jordanien zugunsten eines Palästinenserstaates verzichtet hat. Aber anhaltende militärische Besetzungen nach einem Sieg sind gemäß Völkerrecht rechtswidrig und werden von den UN regelmäßig verurteilt. Den knapp 40 Jahre lang besetzten Gaza-Streifen räumte Israel 2005. Die Palästinenser verwalten autonom bisher nur wenige Teilgebiete (sog. A-Zonen). In der Westbank sind das voneinander isolierte Städte wie Hebron, Nablus, Ramallah oder Jericho, in die israelisches Militär jederzeit eindringen kann.

Bevölkerung

Auf dem Staatsgebiet Israel (in den völkerrechtlich anerkannten Grenzen von 1948 bzw. 1967) leben heute 6,8 Mio. Staatsbürger mit israelischem Pass. Von ihnen sind ca. 5,3 Mio. jüdische und 1,5 Mio nichtjüdische Israelis, die sich wiederum aufteilen in ca. 1,2 Mio Muslime, 130000 Christen sowie 90000 Drusen. Israelis sind auch die mehr als 300000 jüdischen Siedler in der palästinensischen Westbank und ca. 200000 Juden, die inzwischen im annektierten Ostjerusalem wohnen. Auf den annektierten syrischen Golan-Höhen leben außer den Drusen weitere 7000 jüdische Israelis. Mehr als ein Drittel der israelischen Juden ist nicht im Land geboren, sondern eingewandert.

Eretz Israel

Der Anspruch Israels auf die besetzten Gebiete wird politisch damit begründet, dass Gott den Juden ein Eretz Israel (Land Israel) bis zum Jordan verheißen habe (Genesis 13, 14-17; 15, 18-21). Tatsächlich befinden sich in Israels Grenzen ("grüne" Grenze vor 1967) keine religiös bedeutenden jüdischen Stätten, nahezu alle aber in den 1967 eroberten Gebieten. Weltweit stößt Israel mit der völkerrechtswidrigen Argumentation, die Thora als Grundbuch auszulegen, auf Widerspruch.

Gaza-Jericho-Abkommen

Am 13. Sept. 1993 unterzeichneten Israel und die PLO in Washington ein Abkommen, das eine palästinensische Teilautonomie für den Gaza-Streifen und Teile der Westbank vorsieht. Die Weltöffentlichkeit interpretierte das Abkommen als ersten Schritt zu einem palästinensischen Staat. Doch Israel verzögert seinen Rückzug. Auch die 2002 vereinbarte "Roadmap" harrt der Verwirklichung. Bisher ist weniger als ein Viertel der Westbank geräumt.

Intifada

Der Name Intifada kommt vom arabischen Wort für "sich erheben, abschütteln". Zwischen 1987 und 1993 wehrten sich die Palästinenser in den besetzten Gebieten mit Streiks und Steinwürfen gegen die israelische Militärbesatzung (1. Intifada). Ziel war ein eigener Palästinenserstaat. Mit dem Gaza-Jericho-Abkommen wurde sie offiziell beendet. Doch wegen Israels zögerlichen Rückzugs und der Fortsetzung des Siedlungsbaus in der Westbank brach die 2. Intifada aus. Sie richtete sich zunächst nur gegen Israel als Besatzungsmacht, setzte dann aber auch palästinensischerseits Selbstmordattentate im israelischen Mutterland ein. Nach Angaben israelischer Zeitungen starben bei der 2. Intifada 1036 Israelis und 3592 Palästinenser. Offiziell beendeten Mahmoud Abbas und Ariel Sharon Anfang 2005 die 2. Intifada. Seit 2007 fühlt sich Hamas im Gaza-Streifen nicht an diese Vereinbarung gebunden.

Judentum

"Jeder Jude hat das Recht, nach Israel einzuwandern", und jeder jüdische Einwanderer ("Rückkehrer") wird seit 1952 automatisch Staatsbürger. Nichtjuden dürfen nicht einwandern. Wer ist Jude? Staatliche Definition: "Jeder ist Jude, der von einer jüdischen Mutter geboren oder zum Judentum übergetreten ist und keiner anderen Religion angehört." Ziel des Staates Israel ist eine kulturell und religiös einheitliche Bevölkerungsstruktur.

Grundlage des Judentums ist der Talmud (hebr.: Studium, Lehre), die im 6. Jh. verfasste Zusammenstellung jüdischer Glaubensregeln, zu der auch die Thora gehört, die hebräische Sammelbezeichnung für die biblischen Fünf Bücher Mose. Sie gelten als Wort Gottes.

Die Juden in Israel unterteilen sich in die Gemeinden der Ashkenasim (Juden aus West- und Osteuropa sowie aus den USA. Ihr kulturelles und gesellschaftliches Leben ist europäisch bestimmt) und der Sephardim (alle Juden afro-asiatischer Herkunft). Ungeachtet dieser Gruppierungen stehen sich in Israel säkulare und orthodoxe Juden gegenüber, besonders die ultrafrommen Haredim (kein Wehrdienst, nur Studium der heiligen Schriften, viele Kinder) gewinnen politisch an Einfluss.

Kibbuz

Als Verwirklichung sozialistischer Gleichheitsideale und aus sicherheitspolitischen Interessen gründeten einwandernde Juden in Palästina ab 1909 eine neue Form landwirtschaftlicher Unternehmen. Kennzeichen: gemeinsames Leben, gemeinsames Eigentum, anfangs auch gemeinsame Kindererziehung. Gegenwärtig leben nur noch drei Prozent der Israelis in einem Kibbuz; viele Kibbuzim unterhalten heute kleine Hotels. www.kibbutz.org.il

Nahostkonflikt

1917 sicherte der britische Außenminister Lord Balfour Baron Rothschild die "Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" öffentlich zu. Andererseits hatte 1915 bereits der britische Hochkommissar in Ägypten, Sir Henry McMahon, dem haschemitischen Großsharif von Mekka versprochen, nach dem Ende des Osmanischen Reichs, zu dem bis 1918 formal Palästina und die dort lebende arabische Bevölkerung gehörten, ein unabhängiges Groß-Arabien anzuerkennen und zu unterstützen. Nach 1918 vergaß Großbritannien beide Versprechen und sicherte sich selbst bis 1948 Palästina als Mandatsgebiet des Völkerbunds zu. Die von der UN 1947 vorgeschlagene konföderative Lösung zweier Staaten mit Jerusalem als internationalisierter Stadt kam durch die damalige Ablehnung der arabischen Staaten und die Ausrufung des Staates Israels durch die jüdischen Bewohner des britischen Mandatsgebietes nicht zustande. Seitdem bestimmten kriegerische Auseinandersetzungen das Geschehen im israelisch-palästinensischen Konflikt, die 1948 zu Vertreibungen und 1967 zu großen territorialen Veränderungen führten. Bis heute gibt es von der UN betreute palästinensische Flüchtlingslager in den benachbarten arabischen Staaten und noch immer hat Israel die 1967 militärisch eroberten Gebiete annektiert (Ostjerusalem und Golan-Höhen) bzw. hält sie seit sechzig Jahren militärisch besetzt (Westbank). Eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts ist nicht in Sicht. Auch wenn die Ursachen komplex sind, die meisten Menschen auf beiden Seiten sehen heute den besten Weg zu einem Frieden im Nahen Osten in der Schaffung zweier Staaten. Mit der Anerkennung Palästinas als eigener Staat durch die UN wäre der Nahostkonflikt zwar nicht über Nacht gelöst, aber eine Dynamik in Richtung Frieden nähme nach Jahrzehnten des Stillstands wieder Fahrt auf.

Palästinenser

Die Palästinenser sind ein arabisches Volk ohne eigenes Territorium. Nachdem in Teilen des historischen Palästina die jüdischen Bewohner des britischen Mandatsgebiets 1948 einen eigenen Staat Israel ausriefen und in dem dadurch ausgelösten ersten Nahost-Krieg Jordanien, Syrien und Ägypten sich des Rests bemächtigten, wurde Israel als Staat von den UN schnell anerkannt, während die Forderung nach einem eigenen Staat für die Palästinenser seitdem Kern des Nahostkonflikts ist.

Die Palästinenser hatten als Folge ihrer Geschichte bisher nicht die Möglichkeit einer kontinuierlichen politischen Vertretung ihrer nationalen Rechte. 1920-48 hatte die britische Mandatsregierung das Sagen, danach standen Teile unter ägyptischer oder jordanischer Verwaltung und seit 1967 unter israelischer Besatzung. Mit dem Gaza-Jericho-Abkommen erreichten sie 1993 zum ersten Mal auf eigenem Territorium eine autonome Selbstverwaltung.

Heute leben knapp 1,2 Mio. Palästinenser als Minderheit in Israel, ca. 1,9 Mio. in der Westbank und ca. 1,3 Mio. im Gaza-Streifen. In den Flüchtlingslagern Syriens und Libanons leben weitere 800000 und im arabischen Raum 300000 Arbeitsemigranten. Von den 3 Mio. Einwohnern Jordaniens sind je nach Schätzung 40-65 Prozent Palästinenser.

Im Laufe der Jahre haben sich die politischen Ziele der Palästinenser und ihrer größten politischen Organisation, der PLO (Palestine Liberation Organization) unter ihrem Führer Yassir Arafat (1929-2004) geändert. Während bis 1967 im bewaffneten Kampf gegen Israel versucht wurde, einen säkularen Staat im britischen Mandatsgebiet Palästina zu erreichen, ist seit der Konferenz in Rabat 1974 ein eigener Palästinenserstaat auf dem Territorium des Gaza-Streifens und der ehemals jordanischen Gebiete der Westbank das Ziel. Seit den ausbleibenden Erfolgen des Osloer Friedensabkommens hat die fundamentalistische Hamas an Einfluss gewonnen.

Anfang 2005 wurde Mahmoud Abbas zum neuen Präsidenten der Palästinenser gewählt. 2006 gewann seine Partei, die El Fatah, die Parlamentswahlen, aber im Gaza-Streifen siegte Hamas: Seitdem verschärft sie von dort ihre anti-israelische Position (z. B. durch Raketenabschüsse). Israel antwortet mit Bombardierung und Isolierung des Gaza-Streifens.

Regierung

Israel ist eine parlamentarische Demokratie. Der Ministerpräsident und die 120 Abgeordneten des Parlaments (Knesset) werden für vier Jahre von allen Israelis ohne Aufteilung in Wahlkreise gewählt. Da weder konservative Parteien (Likud; Kadima) noch die Arbeitspartei (Marach) jemals absolute Mehrheiten erreichen, können die kleinen, meist religiös ausgerichteten Parteien das politische Geschehen wesentlich beeinflussen. Das Staatsoberhaupt (seit 2008 Simon Peres) wird für fünf Jahre von der Knesset gewählt. Der derzeitige Ministerpräsident Israels, Benjamin Netanjahu, stützt sich seit 2009 auf eine Koalition aus rechtskonservativen und politreligiösen Parteien.

Sprache

Hebräisch, als die wiederbelebte und aktualisierte Sprache der Juden, und Arabisch sind die offiziellen Landessprachen in Israel. Englisch wird überall im Land verstanden. Die Transkription hebräischer Namen erfolgt nach Gehör. Schreibweisen sind also nur der Versuch, Laute und Intonation des hebräischen Worts in die jeweilige Sprache zu übertragen. Daher findet man für dasselbe Wort oft viele unterschiedliche Schreibweisen in lateinischer Schrift. Der Begriff "Neujahr" wird z. B. Rosh Ha Shana oder Roschhaschana geschrieben. Oft benutzt man die Transkription, die dem Englischen am nächsten steht. Zunehmend lässt sich feststellen, dass auf Hinweis- und Straßenschildern ausschließlich die hebräische Sprache benutzt wird.

Tempel

Der Tempel in Jerusalem war Schauplatz vieler biblischer Ereignisse und das Zentrum jüdischen Glaubens. Der Erste Tempel wurde um 950 v. Chr. von König Salomon errichtet. 563 v. Chr. ließ ihn König Nebukadnezar vollständig niederreißen. Nach ihrer Rückkehr aus babylonischer Gefangenschaft bauten die Juden ab 538 v. Chr. genau an derselben Stelle einen neuen Tempel. Im Jahr 70 zerstörten die Römer diesen Zweiten Tempel. Von diesem zweiten Tempel steht heute nur noch die westliche Begrenzung, die Klagemauer.

Totes Meer

Der große Salzsee am tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erde, weltbekannt unter dem Namen Totes Meer, verändert sich dramatisch. Sein Pegel fällt pro Jahr um 70 cm. Wenn nichts geschieht, existiert das Tote Meer in 300 Jahren nicht mehr. Wer am See entlangfährt, sieht die Veränderung an den Ufern. Kurhotels und Badeanlagen, die einst mit ihrer direkten Lage am Ufer um Besucher mit Haut- und Atemerkrankungen warben, liegen mittlerweile landeinwärts weit vom Strand entfernt. Der Rückgang des Wassers hinterlässt jedes Jahr an den Ufern eine schmale, treppenähnliche Terrasse. Sie bildet sich im Winter, wenn der Regen den Verlust ausgleicht, der Pegel ein paar Monate konstant bleibt und die Wellen in dieser Zeit das Ufer aushöhlen. So geschieht das Jahr für Jahr. Deshalb ist seit 1980 der See um 21 m gesunken und seine Oberfläche um ein Viertel geschrumpft. Da das Wasser des Jordans, von Israel und Jordanien als Trinkwasser und für die Landwirtschaft genutzt, heute nur noch als Rinnsal das Tote Meer erreicht, sind seit Jahren zwei Lösungen im Gespräch: eine Pipeline vom Mittelmeer oder ein Kanal vom Roten Meer. Doch ihre Realisierung scheiterte bisher an den Kosten.

Zionismus

Zion ist die symbolische biblische Bezeichnung für Jerusalem und Israel. Der von Theodor Herzl 1897 in Basel einberufene Erste Zionistische Weltkongress formulierte für die in aller Welt verstreuten Juden die Idee einer Heimstätte in Palästina. Diese "Rückkehr nach Zion" wurde 1948 mit der Gründung des Staates Israel erfüllt. Heute steht hinter der Idee des politischen Zionismus auch die Verwirklichung von Eretz Israel und damit die Annexion und Besiedlung des Westjordanlands.

Bücher & Filme

Israel. Ein Staat sucht sich selbst

Igal Avidan, ein israelischer Korrespondent in Berlin, zeigt ein Israel jenseits aller Klischees

Es war einmal ein Land

Mit Humor und Weisheit beschreibt Sari Nusseibeh die Ähnlichkeit der Menschen verschiedener Glaubensrichtungen im Heiligen Land und wie sich deshalb in Jerusalem der Irrsinn breitmacht

Von Gaza nach Beirut

Mit diesem israelischen Tagebuch des Journalisten und Trägers des alternativen Nobelpreises Uri Avnery verstehen Außenstehende den Nahostkonflikt besser

Der dritte Zustand

Der international mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller Amos Oz setzt sich in seinen Romanen - so auch in diesem - für eine Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern ein

Exodus

Otto Preminger verfilmte 1960 den Bestseller von Leon Uris über das Schicksal jüdischer Emigranten auf dem Schiff "Exodus" mit Paul Newman in der Hauptrolle

Detail

Der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarkurzfilm (2004) des israelischen Regisseurs Avi Mograbi zeigt die Schwierigkeiten der israelischen Armee im Umgang mit palästinensischen Zivilisten

Das Herz von Jenin

Der Palästinenser Ismail Khatib spendet die Organe seines vom israelischen Militär erschossenen Sohns israelischen Kindern. Das deutsch-amerikanische Regisseurenteam Marcus Vetter und Leon Geller stellt in seinem Dokumentarfilm (2008) den Vater und seine Beweggründe in den Mittelpunkt

Waltz with Bashir

Ari Folman reflektiert die Albträume, die er seit seinem Einsatz als Soldat im Libanon-Krieg hat. Der Trickfilm erhielt 2009 mit dem Golden Globe und dem César internationale Anerkennung

Fakten

Einwohner
9.187.000
Fläche
20.770 km²
Sprache
Hebräisch
Währung
Schekel
Strom
230 V, 50 Hz
Regierungssystem
Parlamentarische Republik
Hauptstadt
Jerusalem
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
13:18 Uhr
Zeitverschiebung
2 h (zu MEZ)
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