Dalmatien

Überblick

Entdecke die Kroatische Küste - Dalmatien!

Mit dem bis zu 1700 m hohen, steil emporstrebenden Dinarischen Gebirge bildet das Festland an der kroatischen Küste einen dramatischen Riegel. An seinem Fuß ducken sich die Küstenorte, und in seinem Windschutz gedeihen Trauben, Orangen, Oliven und Palmen. Dabei ist diese ungewöhnliche Landschaft noch ganz jung. Erst nach der letzten Eiszeit wurde das Küstengebirge überflutet; die Gipfel wandelten sich in Inseln, die Täler in Wasserstraßen. Wenn du mit der Küstenfähre unterwegs bist, ist der Entstehungsprozess vor allem bei der Passage durch das Archipel von Zadar wunderbar nachzuvollziehen; beidseits die Inseln Ugljan und Dugi otok, dazwischen das kleine Iž.

Fahre wenigstens eine Tagesetappe mit dem Schiff – es gibt keinen schöneren Weg der Annäherung an diese Küste, an der die Grenzen zwischen Wasser und Land aufgelöst scheinen. Bei einer Schiffsfahrt wird auch ersichtlich, wie die Menschen hier ausschließlich dem Meer zugewandt leben. Die vielen, venezianisch geprägten Hafenstädtchen scheinen einem einzigen Prinzip folgend angelegt: dem Meer ihre schönste Seite zu präsentieren. Die Weite, die Ferne und die Sehnsucht nach dem Aufbruch an andere Küsten sind hier ständig präsent. Nirgendwo wird dieses Gefühl so schön gespiegelt wie in der dalmatinischen Musik, in den traditionellen Liedern der klapa-Chöre.

Es werden viele Legenden erzählt von der Entstehung der dalmatinischen Küste, von Gottes wunderbarem Werk in dieser sonst so harschen Landschaft. Weinte er tatsächlich über die kahlen Felsen, und seine Tränen wurden zu Inseln? Auf jeden Fall hat er auch das Land hinter dem Bergriegel beschenkt: mit tief eingeschnittenen Schluchten, durch die sich Flüsse ihren Weg bahnen, wie im Nationalpark Paklenica und der Cetina-Schlucht, mit der über Kalksteinstufen gurgelnden Krka im gleichnamigen Nationalpark und mit der Märchenlandschaft der Plitvitzer Seen, auch sie ein Welterbe der Unesco. Wer gern wandert, klettert, mit dem Mountainbike in die Berge will oder Kajak fährt, findet in diesen und den vielen anderen Naturparks ein herrliches Revier.

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Wetter & Klima

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Anreise

15h 57min
21h 43min
1h 50min
Frankfurt am Main
Dalmatien
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Mythenhafte Natur

Es werden viele Legenden darüber erzählt, wie das phänomenale Küstenpanorama entstanden ist. Weinte Gott tatsächlich über die kahlen Felsen und seine Tränen wurden zu Inseln? Oder hatte er eine Handvoll weißer Steine übrig und warf sie einfach an die Küste, wobei sie sich nur zufällig so schön verteilten? Das Adriatische Meer ist nicht nur Hauptmotiv der folkloristischen Klapa-Chormusik, sondern des gesamten Lebens in dieser Region. Die Zeiten der großen Seefahrer mögen vorbei sein, doch noch immer zeigen die vielen venezianisch geprägten Hafenstädtchen dem Meer ihre schönste Seite. Auch abseits der Strände ist Wasser der Landschaftsbaumeister: tief eingeschnittene Schluchten, durch die sich Flüsse ihren Weg bahnen wie im Nationalpark Paklenica und in der Cetina-Schlucht, die über moosbewachsene Kalksteinstufen fließenden Krka–Wasserfälle und die türkisfarbene Märchenlandschaft der Plitvicer Seen. Wer gern wandert, klettert, mit dem Mountainbike in die Berge will oder Kajak fährt, findet in diesen Naturparks sein persönliches Paradies.

Leben wie im Museum

Dalmatiens Geschichte ist wie ein Abenteuerroman und dieses Buch lässt sich nicht einfach so zuklappen — die Vergangenheit pulsiert quicklebendig in den Mauern der Paläste, Kathedralen, Ruinen; ihre Erben hauchen ihr mit geschichtsverliebten Volksfesten immer neues Leben ein. Nirgendwo wirst du die Gewalt der Epochen so spüren wie im Diokletianpalast in Split, wo knapp zweitausend Jahre auf engstem Raum zusammengewachsen sind: Säulen und Gewölbe eines römischen Palasts. Ein vorromanisches Steinrelief im Baptisterium, Zeuge einer Ära, in der Kroatien ein unabhängiges Königreich war und das Christentum an Einfluss gewann. Gotisches Schnitzwerk an den Kirchenportalen, das entstand, als Venedig fast ganz Dalmatien unterwarf. Der barocke Prunk in der Innenausstattung der Kathedrale, der Dalmatiens Blütezeit feiert. Auch die Moderne ist vertreten: In dem sympathischen Café Luxor am Peristyl verbringen die Spliter gern ein Stündchen bei Espresso und Zeitung. Nur die alten Griechen haben sich hier nicht verewigt – dafür aber anderswo Spuren hinterlassen. Zum Beispiel auf dem Meeresgrund, wo Hunderte von Amphoren gesunkener Handelsschiffe aus Hobbytauchern waschechte Archäologen machen. Heutzutage ist das Leben vor Ort leider nicht so idyllisch, wie die Kulisse vermuten lässt. Korruption, gesellschaftliche Stagnation und Arbeitslosigkeit treffen vor allem junge Kroaten, die in anderen EU-Ländern eine bessere Zukunft erhoffen. Der Tourismussektor entlang der Küste allerdings boomt, was Dalmatien zu einer der reichsten Regionen des Landes macht.

Fluch und Segen

Badeurlaub am glasklaren Meer ist nur eines der Highlights — Dalmatien ist stolzes Zuhause einer Menge kultureller und natürlicher Unesco-Welterbestätten. Dazu gehören Splits Diokletianpalast, die Plitvicer Seen, die Ebene von Stari Grad mitsamt dessen Altstadt, die Kathedrale Sv. Jakov in Šibenik, die romantische Altstadt von Trogir und erst seit 2017 auch die dalmatinischen Spuren des venezianischen Verteidigungssystems – die Festung Sv. Nikola in Šibenik und Zadars Verteidigungswall. Beeindruckend, nicht? Aber hier fehlt noch etwas – das bei weitestem berühmteste Welterbe ist die beeindruckend erhaltene Altstadt von Dubrovnik. Wie aus der Zeit gefallen bilden die mittelalterlichen Steinhäuser innerhalb der mächtigen Stadtmauer eine ideale Kulisse für die Kultserie „Game of Thrones“. Als unabhängige Seefahrer- und Handelsrepublik mit Namen Ragusa widerstand Dubrovnik Venezianern wie Osmanen, meistens durch List und Verhandlungsgeschick. Heute muss Dubrovnik der Menschenmassen Herr werden, die jeden Sommer aus Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen in seine alten Mauern gespült werden, denn es steht auf dem Pflichtprogramm aller Um-die-Welt-Jetter. Ähnlich ist es in Hvar. Auf der Place-to-be-Liste von Adel, Promis und Sternchen steht das romantische Städtchen auf der Lavendelinsel ganz oben.

Reiseziel mit Suchtfaktor

Es ist schwer, ein Land nicht ins Herz zu schließen, dessen Bewohner so ungemein stolz sind auf den – in ihren Augen – schönsten Fleck der Erde. Ein blaueres Meer, noch besseres Olivenöl oder bedeutendere Bauwerke? Kann es nirgendwo sonst geben. Spätestens wenn du Splits Palastbezirk oder Dubrovniks Altstadtmauer erobert hast, dem Duft der Orangen gefolgt bist oder bei einem Glas Wein in einer urigen Konoba einen Abend lang den Rest der Welt vergessen hast, dann ist es so weit – bevor du dich versiehst, wirst du dich dabei ertappen, ihnen Recht zu geben. Geh auf Entdeckungsreise! Die stille Schönheit der Küste, glasklares Meer, die romantische Kulisse mittelalterlicher Hafenstädte, Edelrestaurants hinter rustikalen Mauern und am Abend die fackelerleuchtete Lounge am Strand – das alles wartet nur auf dich.

Praktische Hinweise

Anreise

Eine durchgängige Autobahnverbindung nach Süddalmatien existiert noch nicht. Die schnellste östliche Route führt über Ljubljana und Novo Mesto/Slowenien nach Karlovac/Kroatien und über Zadar nach Split. Westlich fährt man über Triest/Italien, Koper/Slowenien und Rijeka an die Küste. In Kroatien wird zügig am Ausbau der Autobahn bis Dubrovnik gearbeitet (Infos über den aktuellen Stand: www.hac.hr). Slowenische wie kroatische Autobahnen sind mautpflichtig.

Euro-City-Züge fahren aus Deutschland und Österreich nach Zagreb, einige Züge haben Kurswagen nach Rijeka, nationale Züge auch nach Zadar, Šibenik und Split, www.bahn.de. Autoreisezüge fahren u. a. ab Hamburg und Frankfurt/Main nach Triest, www.dbautozug.de

Aus vielen größeren Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz fahren Reisebusse nach Zagreb, Rijeka und Split. Von dort haben Sie Anschluss an das sehr gut ausgebaute örtliche Busnetz Kroatiens. www.touring.de

Linienflüge gibt es aus Deutschland, Österreich und der Schweiz u. a. mit Croatia Airlines (www.croatiaairlines.hr) nach Zagreb und Split; Inlandflüge von Zagreb nach Zadar, Split und Dubrovnik; im Sommer Charterflüge direkt nach Zadar, Split und Dubrovnik, z. B. von Germanwings (www.germanwings.com), TuiiFly (www.tuifly.com) und Air Berlin (www.airberlin.com).

Eine reizvolle Alternative zu Autobahn und Küstenstraße bietet die Fahrt mit der Autofähre vorbei an kleinen und großen Inseln entlang der dalmatinischen Küste nach Süden (Dauer: ca. 24 Std.). Die Schiffe starten in Rijeka und fahren über Split, Stari Grad (Hvar), Korčula und Sobra (Mljet) bis Dubrovnik. Weiter verkehren Autofähren von Ancona nach Zadar und von Bari nach Dubrovnik. Fährpreise: 4-Bett-Kabine ab 53 Euro/Person, Deckpassage ab 28 Euro, PKW ab 77 Euro. Auskunft unter www.jadrolinija.hr

Auskunft vor der Reise

Hochstr.4360313Frankfurt69 2385350info@visitkroatien.de

Am Hof131010Wien1 5853884office@kroatien.at

Badenerstr.3328004Zürich43 3362030info@kroatien-tourismus.ch

www.croatia.hr

www.kroatien-links.de

www.findcroatia.com

Auskunft vor Ort

Staatliche Infobüros finden Sie in jedem größeren Ort, meist heißen sie Tourist Info oder Turistička zajednica, abgekürzt tz. Hier bekommen Sie Informationsmaterial, Bus- und Schiffsfahrpläne, Stadtpläne etc. und können meist auch Geld wechseln. In der Hochsaison sind die Büros durchgehend und täglich geöffnet, in der Nebensaison oft nur am Vormittag oder mit einer längeren Mittagspause. Neben den staatlichen gibt es eine Vielzahl privater Reiseagenturen, die sich oft Tourist-Biro oder ähnlich nennen und auf Vermittlung von Privatzimmern oder Apartments und von Ausflügen spezialisiert sind.

Adressen und Websites aller Tourismusbüros finden Sie auf www.croatia.hr unter den jeweiligen Reisezielen.

Auto

Nationale Zulassung und nationaler Führerschein genügen. Die grüne Versicherungskarte ist für alle Fahrzeuge vorgeschrieben. Wenn Sie nicht mit dem eigenen Fahrzeug nach Kroatien einreisen, benötigen Sie eine Vollmacht des Halters.

Geschwindigkeitsbeschränkungen: innerorts 50 km/h, Landstraßen 90 km/h, Schnellstraßen 110 km/h, Autobahnen 130 km/h, Gespanne außerhalb von Ortschaften 80 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5.

In den Wintermonaten ist das Abblendlicht auch tagsüber einzuschalten. Schulbusse dürfen beim Ein- und Aussteigen der Kinder nicht überholt werden. Jeder Unfall (es besteht Warnwestenpflicht) muss der Polizei gemeldet werden, die eine Bestätigung des Schadenfalls ausstellt; damit vermeidet man eventuelle Probleme bei der Ausreise.

Kroatien hat ein gut ausgebautes Netz von Servicestationen und Tankstellen; alle Kraftstoffsorten sind ausreichend in EU-Qualität vorhanden. Die Autobahnbenutzung ist gebührenpflichtig. ADAC-Notrufzentrale unter 01 3440666 in Zagreb (deutschsprachig); der kroatische Pannenhilfsdienst HAK ist rund um die Uhr besetzt: 987.

Banken

Meistens sind Banken Mo–Fr 7–19, Sa 7–13 Uhr geöffnet. In den Touristenorten finden Sie Geldautomaten, an denen Sie Bargeld mit EC- und Kreditkarte abheben können.

Bus

Eine Alternative für Ausflüge ohne Parkplatzprobleme: Das gut ausgebaute Linienbusnetz erreicht auch kleinere Ortschaften entlang der Küste und auf den Inseln. Die Autobusse verkehren häufig und regelmäßig zu niedrigen Fahrpreisen. Die Strecke von Split nach Dubrovnik kostet z. B. 150 Kuna.

Camping

Außerhalb der dafür ausgewiesenen Plätze sind Camping und das Übernachten in Wohnmobilen verboten. Von den über 520 kroatischen Campingplätzen liegen die allermeisten an der Adriaküste. Kroatien hat die meisten Plätze nach gehobenem internationalem Standard modernisiert.

Die meisten Plätze wirken mit vielerlei Extras wie Mini-Club, Aquapark, breitem Sportangebot und Restaurants sowie Diskotheken wie perfekte Ferienstädtchen. An einigen Orten können Sie auch Apartments oder Bungalows mieten. Wer große Plätze mit über Tausend Stellplätzen scheut, findet auch familiäre, kleinere Anlagen. FKK-Anhänger schätzen den hohen Standard der Naturisten-Camps. Eine Liste und Beschreibung der Campingplätze finden Sie auf www.camping.hr.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Ulica grada Vukovara64Zagreb1 6300100www.zagreb.diplo.de

Österreichische Botschaft

Radnicka cesta80ZagrebZagreb-Tower1 4881050www.aussenministerium.at/zagreb

Schweizer Botschaft

Bogovićeva3Zagreb1 4878800www.eda.admin.ch/zagreb

Einreise

Bürger der EU und der Schweiz benötigen bei einem maximalen Aufenthalt von 90 Tagen für die Einreise einen für die Dauer der Reise gültigen Personalausweis oder Reisepass. Gleiches gilt auch für Personen, die auf der Küstenstraße nach Süddalmatien bei Neum das Gebiet von Bosnien-Herzegowina durchqueren.

Fähren

Die regionalen Fährverbindungen zu den Inseln, die Küstenlinie Rijeka–Dubrovnik sowie die internationalen Fährlinien nach Italien und Griechenland werden maßgeblich von den Schiffen der staatlichen Reederei Jadrolinija bedient. Im regionalen Liniendienst ist keine Platzreservierung möglich. Autofahrer sollten sich deshalb rechtzeitig vor Abfahrt des Schiffs in die Wartespur vor dem Anleger einreihen. Die Einschiffung beginnt 2–3 Stunden vor der Abfahrt, in den Häfen unterwegs direkt nach Ankunft. Passagiere mit Reservierungen müssen sich mindestens 2 Stunden vor Schiffsabfahrt im Hafenbüro melden (www.jadrolinija.hr).

Reservierungen über DER Traffic in deutschen Reisebüros oder über www.ocean24.de; Österreich: Österreichisches Verkehrsbüro1 5030020www.faehren.at; Schweiz: Cosulich44 3635255www.cosulich.ch.

Geld & Preise

Kroatische Währung ist die Kuna, unterteilt in hundert Lipa. Das Preisniveau ist, gemessen an kroatischen Einkommen, ziemlich hoch. Essen gehen in einem guten Restaurant können sich nicht viele Einheimische leisten, auch Lebensmittel sind relativ teuer. Für Urlauber ist Kroatien deshalb längst kein Billigreiseland mehr wie früher zu jugoslawischen Zeiten, im Vergleich zu anderen südeuropäischen Reisezielen aber immer noch günstig.

Gesundheit

Besondere gesundheitliche Risiken bestehen in Dalmatien nicht; wichtig sind ein guter Sonnenschutz, ein kühlendes Gel gegen Sonnenbrand und Mückenstiche sowie Badeschuhe als Schutz vor scharfkantigen Felsen oder Seeigeln. Wanderer sollten vor allem auf den Inseln auf festes und knöchelhohes Schuhwerk achten; dort kommen viele, auch giftige Schlangen vor.

Auf dem Festland und den größeren Inseln gibt es Apotheken und Deutsch bzw. Englisch sprechende Ärzte. Adressen erfahren Sie in den Unterkünften, bei den örtlichen Vertretern der Reiseveranstalter oder über die Touristinformation.

Der Auslandskrankenschein Ihrer Versicherung wird nicht in jedem Fall akzeptiert; dann ist die Behandlung bar zu zahlen. Ratsam ist deshalb der Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung, die im Notfall auch den Krankenrücktransport abdeckt.

Mietwagen

Autovermietungen gibt es in allen größeren Ferienorten. Die Mietvoraussetzungen sind nicht einheitlich: Meistens müssen Sie 21 Jahre alt sein und 2 Jahre Fahrpraxis haben. Für einen Mittelklassewagen zahlt man ca. 40 Euro pro Tag.

Notrufe

Polizei (policija): 192

Feuerwehr (vatrogasci): 93

Rettung (hitna pomoć): 94

Öffnungszeiten

Die meisten Restaurants haben in der Hauptsaison von April/Mai bis Ende September von mittags bis abends durchgehend geöffnet. In der Nebensaison ist nur noch ein Teil der Hotels, Restaurants und Geschäfte in den Ferienorten geöffnet. Gleiches gilt für die Museen, deren Öffnungszeiten sich oft sogar innerhalb einer Saison ändern. Informieren Sie sich vor Ort bei der jeweiligen Touristinfos.

Post

Die Öffnungszeiten der Postämter (pošta) sind nicht einheitlich, meist aber Mo–Fr 7–19, Sa 8–13 Uhr. Das Porto für eine Postkarte ins europäische Ausland beträgt 3,50 Kuna.

Rauchen

Das Rauchen ist auch in Dalmatien in allen öffentlichen Räumen sowie in allen Restaurants und Hotels verboten. Bei Missachtung müssen Sie mit hohen Geldstrafen rechnen.

Reisezeit

Die Hauptsaison mit den höchsten Preisen in Hotels und Restaurants fällt auf die Monate Juli und August. In dieser Zeit ist es unbedingt ratsam, seine Unterkunft vorab zu reservieren, da alle Hotels nahezu ausgebucht sind. Zudem sind die Preise für Individualgäste oft überteuert. Sicherer und meist erheblich günstiger ist es, ein gleiches Angebot (auch tageweise) vorab bei einem Reiseveranstalter zu buchen. Ein besonderer Engpass entsteht in den ersten beiden Augustwochen, denn viele Italiener verbringen ihre Ferien bis Ferragosto (15. Aug.) traditionell in Dalmatien.

Das milde Klima in der Region ist vom Einfluss des Mittelmeers geprägt. Die Sommer sind tagsüber meist sehr sonnig und warm, die Nächte bringen erfrischende Abkühlung. Hin und wieder ballen sich kurzzeitig schwarze Wolken am Himmel, aus denen am späten Nachmittag Gewitterschauer niederprasseln. Da die Adria nicht besonders tief ist, erwärmt sich das Meer im Frühsommer schnell auf 20°C; im August werden Temperaturen von 26°C und mehr gemessen.

Die schönsten Reisezeiten sind Mitte Mai bis Ende Juni, wenn der Ginster blüht, und der September, wenn die Sommerhitze abklingt, die Adria aber noch angenehme Badetemperaturen aufweist. Im Spätsommer und Herbst kann der kalte Fallwind Bora für Wetteränderung und aufgewühltes Meer sorgen.

Telefon & Handy

Am günstigsten telefonieren Sie mit einer Telefonkarte von einem der zahlreichen Kartentelefone. Die Bedienungsanleitung erscheint auf Knopfdruck in deutscher Sprache auf dem Display. Die günstigsten Tarife gelten werktags nach 22 Uhr und am Sonntag tagsüber.

Ländervorwahl für Kroatien: 00385; Vorwahl nach Deutschland: 0049, nach Österreich: 0043, in die Schweiz: 0041.

Wenn Sie vorhaben, häufig mit dem Handy zu telefonieren, empfiehlt sich die Anschaffung einer kroatischen Prepaid-Karte, z. B. von der kroatischen T-Mobile (www.t-mobile.hr). Mit ihr entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Prepaid-Karten wie die von Globilo (www.globilo.de) sind zwar teurer, ersparen aber ebenfalls alle Roaming-Gebühren. Und: Sie bekommen schon zu Hause Ihre neue Nummer. Hohe Kosten kann die Mailbox verursachen: am besten noch im Heimatland abschalten!

Trinkgeld

Guten Service sollte man im Restaurant mit ca. 10 Prozent des Rechnungsbetrags honorieren. Bewährte Regel im Hotel: Wenn Sie dem Personal kurz nach der Ankunft mit einem angemessenen Trinkgeld (ab ca. 2,50 Euro pro Woche) die Arbeit versüßen, ernten Sie die Früchte dieser Aufmerksamkeit während Ihres Aufenthalts.

Trinkwasser

Das Wasser aus der Leitung ist fast überall trinkbar, häufig aber stark gechlort. Da Mineralwasser in PET-Flaschen doch etwas schmackhafter und zudem preisgünstig ist, empfiehlt es sich, darauf auszuweichen.

Wlan

Ein WLAN-Zugang ist inzwischen im öffentlichen Bereich in den meisten größeren Städten eingerichtet, häufig auf dem Hauptplatz, in Dubrovnik sogar im gesamten Altstadtbereich (als WiFi-Zone markiert). Außerdem erhalten Sie WLAN-Zugang in den meisten Marinas des ACI (www.aci-club.hr) sowie in fast allen höherklassigen Geschäfts- und Pauschalhotels.

Zoll

Ihren Proviant für den persönlichen Bedarf können Sie zollfrei einführen, außerdem u. a. 500 g Kaffee, 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen, 2 l Wein, 50 g Parfüm oder 0,25 l Eau de Toilette und sonstige Waren im Wert bis zu 300 Kuna.

Gleiche Freimengen gelten bei der Wiedereinreise in die EU. Alle wertvollen Dinge, die über gewöhnliches Reisegepäck (einschließlich Kameras oder Laptops) hinausgehen, sowie Bargeld im Gegenwert von mehr als 10 000 Kuna sollte man an der Grenze deklarieren. www.zoll.de

Was kostet wie viel?

Kaffee

1,50-2 Euro in Cafés an der Riva für eine Tasse Espresso

Eis

2 Euro für zwei Kugeln

Imbiss

1,50 Euro für ein Stück Burek (gefüllte Teigtasche)

Pizza

6-9 Euro im Restaurant

Benzin

1,40 Euro für 1 l Super

Liegestuhl

4–8 Euro Miete pro Tag

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Januar

Neujahr

6. Januar

Heilige Drei Könige

März/April

Ostern

1. Mai

Tag der Arbeit

22. Juni

Tag des antifaschistischen Widerstandskampfs

25. Juni

Nationalfeiertag

5. August

Tag des Sieges

15. August

Mariä Himmelfahrt

8. Oktober

Tag der Unabhängigkeit

1. November

Allerheiligen

25./26. Dezember

Weihnachten

Veranstaltungen und Festivals
März/April

Korčula: Lebendiges christliches Brauchtum in der Karwoche mit den feierlichen Messen und Prozessionen der traditionellen Bruderschaften Allerheiligen, hl. Michael und hl. Rochus. Palmsonntag bis Ostermontag

Hvar: In der Nacht vom Gründonnerstag auf den Karfreitag zieht die Kreuzprozession nach einem 500 Jahre alten Brauch bis 6 Uhr morgens durch sechs Inselgemeinden.

Mai

Skradin: Öko-Ethno-Messe in der Altstadt von Skradin. Traditionelle Handwerker stellen ihr Können und ihre Produkte vor, und Bio-Bauern präsentieren ihr Gemüse und Obst. 1./2. Mai

Juni

Šibenik: Internationales Kinderfestival, bei dem die gesamte Stadt zur großen Bühne für Musik, Theater, Akrobatik und bunte Spiele wird. Ab Mitte Juni für zwei Wochen

Juli/August

Korčula: Moreška – das Anfang Juli stattfindende Fest mit ritterlichen Schaukämpfen und Schwerttänzen in farbenfrohen, mittelalterlichen Kostümen erinnert die Bewohner Korčulas an ihren Kampf gegen die Türken.

Omiš: Klapa-Festival – im Juli treffen sich klapa-Gruppen aus ganz Dalmatien zum fröhlichen Sängerwettstreit.

Dubrovnik: Sommerfestspiele – großes Musik- und Theaterfestival auf 33 Freilichtbühnen im Altstadtkern. Das Programm reicht von Klassik, Jazz und Folklore und Theater bis zu Kunstausstellungen. Mitte Juli–Ende August.

Split: Splitsko ljeto (Spliter Sommer) – Festival des Dramas, des Balletts und der Oper in der Altstadt auf Freilichtbühnen. Fester Bestandteil: Aufführungen von Verdis „Aida“ und „Nabucco“ im Peristyl. Mitte Juli–Mitte August

Zadar: Musikfestspiele in Sv. Donat – geistliche Musik aus Mittelalter, Renaissance und Barock. Juli–Mitte August

Dugi otok: Saljske Užance – in Sali sind die Esel los und laufen um die Wette. Dazu gibt es Wein, Essen und Musik. 1. Augustwochenende

Kukljica, Ugljan: Madona od snijega (Unsere liebe Frau vom Schnee) – feierliche Bootsprozession. 5. Aug.

Sinj: Sinjska alka – das bedeutendste folkloristische Ritterspiel Kroatiens. Der Reiterwettstreit in prachtvollen Trachten und Uniformen wird seit 1715 zur Erinnerung an den Sieg über die Türken gefeiert, gleichzeitig mit dem kirchlichen Feiertag der Muttergottes von Sinj, der die alkari (Reiter) den Sieg der Legende nach verdanken. Drei Tage langes Fest am 1. Wochenende im August. www.alka.hr

September

Korčula: Marco-Polo-Tage – Höhepunkt ist die Rekonstruktion der historischen Schlacht von Korčula 1298, bei der der angeblich in Korčula geborene Marco Polo gefangen genommen wurde. 1. oder 2. Septemberwoche

Murter: Latinsko idro – mit einer Woche rund um das „lateinische“ Segel erinnert Murter an die traditionellen Adria-Boote; Höhepunkt ist die Regatta am Tag des hl. Michael Ende September.

Im Trend

Kunst, natürlich!
Naturmaterial

Aus dem Holz der Olivenbäume lässt Ive Kora Gesichter und Landschaften entstehen Postirawww.ivekora.com . Stein und Metall sind dagegen die ganz natürlichen Ausgangsmaterialien für Matko Mijićs Skulpturen. Zu sehen sind seine Werke unter anderem in der Galerija KulaTrg Kralja Tomislava21Split. In der Galerija FreskaPlinarska49Splitwww.galerija-freska.com werden Arbeiten ausgestellt, die Ante Mandarić aus Terrakotta und Holz geschaffen hat.

Tierfreundlich
Take away

Vegetarische Restaurants waren in der Region bis vor Kurzem kaum denkbar. Jetzt aber erblüht ein neuer Essenstrend in Kroatien. Die Speisekarte des NishtaPrijekoDubrovnikwww.nishtarestaurant.com ist zu 100 Prozent vegetarisch. Gemüseliebhaber kommen im MakrovegaLeština2Splitwww.makrovega.hr auf ihre Kosten. Das KalumelaDormaldova7Split ist nicht nur vegetarisch. Der Shop bietet vegane Take-aways an, die zudem noch auf Weißmehl und Zusatzstoffe verzichten.

Fashion forward
Designer-Blick

Mode-Newcomer haben die Region mit ihren Entwürfen auf die Landkarte geholt. Weiblichkeit ist Trumpf im Envy RoomSvačićeva5SplitAtelier La Perla. Verspielt und sinnlich kommen die Designs von Modna kuća MAKŠiroka ulica18ZadarCro-a-Porter daher. In der Ronchi Hat FactoryLučarica2Dubrovnik werden extravagante Hüte in liebevoller Arbeit gefertigt, und Croatian Fashion DesignerZlatarska3Dubrovnik ist die Anlaufstelle für einheimische Stars wie Igor Dalaš und Ivana Zanko.

Mit kleinen Schritten
Umweltschutz anders gedacht

Brač ist eine echte Vorzeigeregion, denn die Insel strebt die Unabhängigkeit an – in Sachen Energie. Im Rahmen des Projekts www.easyaction.eu sollen auf Brač ausschließlich regionale und erneuerbare Energien genutzt werden. Es gibt aber auch ganz alltägliche Projekte. Wie die Ökowäscherei in Split. Bei Bijela kosuljaKneza Višeslava6 (weiße Weste) kommen nur Ökowaschmittel zum Einsatz – perfekt für Ferienhausurlauber und Backpacker. Der Box Coffee ShopPoljička cesta39Split geht noch einen Schritt weiter. In dem Café gibt es die Zeitungslektüre nicht in Papierform. Stattdessen leiht man sich gratis ein iPad für die Nachrichtenlust am Morgen – ob das allerdings der Umwelt nützt?

Archäologie down under
Aussichtsreich

Tauchen ist nicht neu, Unterwassersightseeing mit Archäologieexperten dagegen schon. Solche Tauchgänge bietet beispielsweise das Diving Center CavtatFrankopanska10Cavtatim Hotel Croatiawww.divingcentercavtat.hr an . Welche Tauchclubs der Region eine Lizenz haben, um in dem Kulturerbestätten zu tauchen, verrät das International Centre for Underwater Archeologyicua.hr in Zadar auf seiner Website. Zudem bietet das ICUA Vorträge und Seminare zum Thema an – so wird man selbst zum Experten. Wer die Tiefe scheut, ist auf Silba richtig. In gerade einmal 2 m Tiefe wurden vor dem Eiland Relikte aus vergangenen Zeiten gefunden. Jetzt soll ein Unterwassermuseum für Schnorchler entstehen.

Bloss nicht

Baden ohne Badeschuhe

An scharfen Felskanten oder Seeigeln auf dem Meeresboden kann man sich beim Baden leicht verletzen, daher am besten Badeschuhe tragen! Ist das Unglück einmal passiert, Seeigelstacheln sofort mit einer Pinzette entfernen.

Feuer im Freien machen

In der heißen und trockenen Sommerzeit besteht erhöhte Waldbrandgefahr. Von Juni bis Oktober sind darum an der gesamten kroatischen Küste und auf den Inseln alle Arten offenen Feuers untersagt. Werfen Sie nie brennende Gegenstände oder Glas in die Umwelt. Feuer umgehend melden (Tel. 93)!

Bei Bora auf die Adria

Einige Male im Sommer, häufiger jedoch im Herbst bricht aus gerade noch heiterem Himmel die Bora, der kalte nördliche Fallwind, über den Küstengebirgskamm auf die Küste herein. Das Meer ändert plötzlich seine Farbe, der dann ablandige Wind bläst die Wellen vom Ufer weg, die Temperaturen sinken buchstäblich in Windeseile. Alle Boote sollten dann sofort geschützte Buchten anlaufen. Sogar das Fahren mit Wohnwagengespannen kann während des starken Winds gefährlich werden.

Falsch parken

In der Hauptsaison auf Anhieb einen freien Parkplatz in den Straßen der Städte und Ferienorte zu finden kommt einem Lottogewinn gleich. Sollten Sie doch einen Platz erwischt haben, vergewissern Sie sich, dass er nicht im Parkverbot liegt. Falsch parkende Autos werden gnadenlos abgeschleppt.

Die Hauptsaison unterschätzen

Im Juli und August haben nicht nur die Kroaten Ferien, sondern auch ihre Nachbarn. Vor allem Italiener kommen in Massen. Es macht wenig Spaß, in Restaurants und an überfüllten Stränden um ein Plätzchen zu kämpfen und für alles bis zu 30 Prozent mehr zu bezahlen. Zudem haben dann auch Clubs und Diskos Hochsaison – das heißt: laute Musik allerorten bis in den frühen Morgen. Wenn Sie all dies nicht schätzen, meiden Sie lieber die Hauptsaison.

Bei Regen rasen

Bei einsetzendem Regen sollte man nur noch Schritttempo fahren: Der in trockenen Sommerwochen angesammelte Staub verwandelt die Straßen in ein Schmierseifenparkett, das beim Bremsen wie Glatteis wirken kann.

Querfeldein gehen

Nach wie vor sind in einigen vom Balkankrieg heimgesuchten Regionen nicht alle Minen geräumt. Als gefährlich gelten das Hinterland von Zadar und von Split. Aber auch auf den Inseln sollten Sie auf Querfeldein-Wanderungen verzichten und auf den markierten Wegen bleiben – und sei's nur wegen der im Unterholz versteckten Schlangen.

Stichworte

Adria-Magistrale

Das technische Meisterwerk, gebaut zu Titos Zeiten von Ankaran (Slowenien) bis nach Ulcinj (Montenegro), ist die Hauptschlagader des Adriatourismus. Als eine der schönsten Ferienstraßen Europas verbindet die Adria-Magistrale auf einer Gesamtlänge von über 1200 km die Feriengebiete entlang der kroatischen Küste. In schwindelnder Höhe presst sie sich eng an steil zur Adria abfallendes, zerklüftetes Gestein, windet sich um Meeresarme und Buchten, durch Gärten und über Geröllfelder. Wundervolle Ausblicke eröffnen sich auf das blaue Meer, auf grüne Inseln, bizarre Felsen und mediterrane Städte und Dörfer.

In jüngster Zeit wurden die besonders gefährlichen Streckenabschnitte entschärft. Zudem bringt die neue Autobahn von Zagreb über Split nach Dubrovnik, die bisher bis etwa 120 km vor Dubrovnik ausgebaut ist, Entlastung für die Magistrale. Zur Hauptreisezeit birgt die kurvenreiche Strecke allerdings wegen der vielen Überholmanöver der Autofahrer, die sich zwischen Campingwagen und LKWs drängen, noch immer ein erhöhtes Unfallrisiko.

Juraj Dalmatinac

Wenige Künstler haben die Architektur und Kunst Dalmatiens so geprägt wie der um 1420 in Zadar geborene Juraj Dalmatinac. Er entwarf und baute die Stadt Pag auf der gleichnamigen Insel, er war maßgeblich an der Kathedrale von Šibenik beteiligt, er arbeitete in Split, Zadar und Dubrovnik. Gelernt hatte Dalmatinac sein Handwerk bei berühmten Baumeistern in Venedig. Dort kam er auch mit der aufkeimenden Renaissance in Berührung, deren dekorative Elemente und Bauformen er mitnahm ins heimatliche Dalmatien und damit das Ende der Gotik einleitete.

Das Universalgenie war sowohl als Stadtplaner wie auch als Architekt und Bildhauer tätig. Zu seinen Meisterwerken zählen die mit Köpfen prominenter Bürger geschmückten Apsiden der Kathedrale von Šibenik und das Relief der Geißelung Christi in der Kathedrale von Split. Geradezu revolutionär war sein Umgang mit dem Baumaterial Stein, den es in Dalmatien im Überfluss gab. Während seine italienischen Kollegen Tonnengewölbe und Kuppeln aus Holz und Ziegeln konstruierten, entwickelte er eine besondere Technik, Steinplatten miteinander zu verfugen. Das eindrucksvolle Ergebnis dieses Verfahrens ist ebenfalls in der Šibeniker Kathedrale zu besichtigen.

Daten & Fakten

Mit dem schönsten Küstenstreifen entlang der Adria, dem weit über Tausend Inseln, Eilande und Riffe vorgelagert sind, mit Bodenschätzen wie Gas und Öl, fruchtbaren Böden, Naturschönheiten sowie einer reichen kulturhistorischen Hinterlassenschaft erstreckt sich die Republik Kroatien vom Mittelmeer bis zur Donau auf einer Fläche von 56 538 km2.

Hrvatska heißt das Land in der kroatischen Sprache. Seine Hauptstadt ist Zagreb (deutsch: Agram; über 1 Mio. Ew.). Die 4,4 Mio. Einwohner Kroatiens sind von der Abstammung her zu etwa 90 Prozent Kroaten. Der römisch-katholischen Kirche zugehörig fühlen sich ebenfalls 90 Prozent der Bevölkerung. Im Norden ist Slowenien das Nachbarland, im Osten sind es Ungarn, Serbien und Bosnien-Herzegowina, im Süden Montenegro.

2009 wurde Kroatien Vollmitglied der Nato; der im gleichen Jahr vorgesehene EU-Beitritt musste erneut verschoben werden. Ursache sind die nach wie vor starke Verflechtung von Politik und Wirtschaft, die zögerliche Kooperation mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal, aber auch ein immer heftiger eskalierender Grenzstreit zwischen Kroatien und dem EU-Mitglied Slowenien um Hoheitsgewässer in der Bucht von Piran, der nach heftigen gegenseitigen Angriffen schließlich von einem internationalen Schiedsgericht geschlichtet werden musste. Kroatien kann hoffen, in der EU-Erweiterungsrunde dabei zu sein.

Klapa

In den klapa genannten A-cappella-Gesängen spiegeln sich Sehnsucht und Schwermut der dalmatinischen Seele. Klapa bezeichnet sowohl den Chor als auch den Gesang, der früher ausschließlich Männern vorbehalten war. Heute gibt es auch gemischte und reine Frauenchöre. Aufgeweicht wurde auch die Tradition, die Lieder ohne Begleitung von Instrumenten zu singen: Gitarren, und die mandolinenähnliche tamboritza sind bei vielen klapa-Auftritten dabei. Gute Chöre entwickeln einen intensiven klanglichen Schmelz, der jeden Zuhörer in seinen Bann zieht. Es geht um Liebe, die Schönheit Dalmatiens, den Stolz aufs Vaterland. Die klapa hat seit der Unabhängigkeit Kroatiens eine Renaissance erlebt und auch die kroatische Popmusik erobert. Wenn etwa die Klapa Intrade mit dem Pop-Barden Tomislav Bralić auftritt, sind ihre Konzerte binnen kürzester Zeit ausverkauft.

Flora

Spröder Karst in allen Farbnuancen von Schneeweiß bis Anthrazitgrau beherrscht das Landschaftsbild der kroatischen Küste. Es sind die genügsamen Pflanzen, die in diesem wasserarmen, unwirtlichen Felsengerippe ihre Blütenpracht entfalten und die schroffen Felsen beleben. Im Frühjahr ist das der gelbe Ginsterstrauch. Lavendel und Salbei überdecken die Geröllfelder im Sommer mit ihren violetten Blüten. Im Herbst leuchten die roten Früchte des Erdbeerbaums aus der Macchia.

Die überall verbreitete Macchia – auf wasserarmen Felsenböden im grellen Sonnenlicht wild wuchernde Sträucher von niedrigem Wuchs – hat sich den mediterranen Lebensbedingungen mit immergrünen Blättern angepasst. Schmetterlinge und Bienen lassen sich vom herben Duft des Rosmarins, Thymians und Oreganos anlocken. Schatten spenden Steineichen, Lorbeerbäume, Kiefern, Pinien und Zypressen.

Weingärten und Olivenhaine sind dagegen von Menschenhand angelegt. In Talmulden (polje) sammelt sich fruchtbarer Humusboden. Auf ihm gedeihen Zitronen und Orangen, Kiwis, Melonen und Pfirsiche, auch Zwiebeln, Bohnen, Tomaten, Gurken, Paprika und Artischocken.

Leuchttürme

An allen wichtigen Punkten entlang der Küste, auf den Inseln, vor Klippen und Untiefen markieren Seezeichen bei Tag und Nacht die Seewege. Viele der Mitte des 19. Jhs. unter österreich-ungarischer Herrschaft gebauten Leuchttürme stehen unter Denkmalschutz an landschaftlich attraktiven Plätzen. Seit einigen Jahren werden in Dalmatien in neun dieser inzwischen automatisch betriebenen Leuchttürme Apartments an Urlauber vermietet, beispielsweise an der Hafeneinfahrt von Makarska, auf den Inseln Dugi otok und Lastovo sowie weit draußen im Meer, auf Sušak und Palagruža. Auskunft: Kroatische Zentrale für Tourismus Frankfurt (Main) (Tel. 69 2385350), weitere Infos auch unter www.lighthouses-croatia.com

Meerestiere

Die Pflanzen- und Tierwelt des Meers ist vor der kroatischen Küste aufgrund der sehr guten Wasserqualität noch weitgehend intakt. Im Umfeld der stark zerfurchten Unterwasserfelsen leben zahlreiche Muscheln, Schwämme, Schnecken, Krebse, Hummer und Tintenfische. Gefischt werden u. a. Zahnbrassen, Meeräschen, Seebarsche, Sardellen und Makrelen. In der Ostadria kommen noch immer etwa 360 verschiedene Fischarten vor.

Auch Delfine werden regelmäßig vor der kroatischen Küste gesichtet. Die Umweltorganisation Blue World (www.blue-world.org) verzeichnete eine hohe Delphinkonzentration um die Insel Vis, wo sie Studien zur Erforschung und zum Schutz der Meeressäuger starten will.

Eine Bedrohung für den Fischreichtum stellt jedoch der Tourismus dar, denn der steigende Bedarf führt immer wieder zu Überfischung. So findet man heute kaum noch größere Thunfischschwärme in der Ostadria. Die Kroaten haben deshalb auf Fischzucht umgestellt und produzieren auf Aquafarmen jährlich etwa 10 000 t Fisch, die nicht nur an heimische Restaurants, sondern vor allem in den Export gehen.

Krawatte

Im Dreißigjährigen Krieg kam um das Jahr 1635 zur Unterstützung der Truppen von Ludwig XIII. auch ein kroatisches Regiment nach Paris. Die uniformierten 6000 Mann erregten überall große Aufmerksamkeit, denn sie trugen bunte, besonders geknotete Tücher um den Hals. An dieser Zierde, aus grobem Leinen für die einfachen Soldaten, aus feiner Baumwolle und Seide für die Offiziere, begeisterten sich die Franzosen derart, dass sie die cravate ab 1670 zum modischen Accessoire auch ihrer zivilen Kleidung machten. Bald gehörte diese kroatische Erfindung zur Haute Couture. Seither behauptet sich die Krawatte weltweit – vornehmlich in der Herrenmode.

Naturschutz

Über weite Strecken erscheint die Küste naturbelassen und unverbaut, doch täuscht dieser erste Eindruck, denn überall, wo sich der Staat touristischen Profit versprach, wurde sowohl in jugoslawischer Ära als auch nach der kroatischen Unabhängigkeit mit wenig Rücksicht gebaut, die Felsküste badefreundlich betoniert und die Abwasserbeseitigung dem Meer überlassen.

Dies hat sich mit wachsendem Umweltbewusstsein geändert. Die Kanalisation von Abwässern ist ein Problem, das inzwischen energisch angegangen wird, so im Raum der Split/Kaštelanska Riviera, in dem Hafen und Industrie die Wasserqualität massiv belastet hatten. Seit 2007 arbeitet das staatliche Coast-Projekt mit internationaler Unterstützung daran, Umweltschutzbemühungen an der gesamten dalmatinischen Küste zu bündeln und das Verständnis der Bevölkerung für diese Maßnahmen weiter zu fördern. Und nicht zuletzt wird der aktive Naturschutz auch in den fünf National- und ebenso vielen Naturparks vorangetrieben, die in Dalmatien ausgewiesen sind.

Strände

Kroatiens Küstenlinie besitzt unendlich viele Felsbuchten, aber nur wenige Kies- oder gar Sandstrände. Diese besondere Topografie hat den Vorteil, dass das Wasser ungetrübt von Sand geradezu kristallklar ist. Sie birgt aber den Nachteil, dass der Weg ins Wasser oft über scharfkantige Felsen führt, an denen sich mit Vorliebe Seeigel verbergen – zwei gute Gründe für Badeschuhe also, denn Verletzungen durch deren mit Widerhaken bewehrten Stacheln können sehr schmerzhaft sein und sich entzünden. Vielerorts haben die Gemeindeverwaltungen die Uferlinie mittels Betonplattformen und Leitern ins Meer entschärft – keine schöne, aber eine ungemein praktische Einrichtung.

Wasserqualität

Kroatien ist ein Wasserparadies. International durchgeführte und anerkannte Tests, beispielsweise vom ADAC, beweisen immer wieder die hohe Wasserqualität der kroatischen Adria, die zu den saubersten Gewässern des Mittelmeers zählt. Von den insgesamt 116 mit der „Blauen Flagge“ ausgezeichneten Stränden befinden sich allerdings nur 29 in Dalmatien, was nicht unbedingt auf schlechtere Wasserqualität, sondern vielmehr auf das Desinteresse der zuständigen Behörden schließen lässt (Infos auf www.blueflag.org). Sie brauchen sich aber, abgesehen im Umfeld von größeren Häfen, keine Sorgen über die Sauberkeit zu machen.

Winde

Das Wetter an der Adria wird vom Wind bestimmt: Der Jugo oder Schirokko bringt feuchte, schwüle Luftmassen aus dem Süden. Er kann zu jeder Jahreszeit auftreten. Der Mistral, der ab dem späten Vormittag bis in den frühen Abend hinein vom Meer her bläst, ist im Sommer für Urlauber wie Einheimische stets eine erfreuliche Erfrischung. Die Bora hingegen, der gefürchtete eisige Fallwind aus Nordost, fegt den Himmel frei für sonniges Wetter, wühlt dabei aber das Meer gefährlich auf. Einzelne Böen können Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichen.

Wirtschaft & Tourismus

Kroatien steckt mitten in einem schwierigen Umwandlungsprozess von der staatlich gelenkten zur Privatwirtschaft, der nicht überall reibungslos verläuft. Die internationale Finanzkrise hat die kroatische Wirtschaft, die sich nach Krieg und Unabhängigkeit gerade zu erholen begann, besonders stark getroffen. Das Bruttoinlandsprodukt, das sich zu 66 Prozent aus dem Dienstleistungsbereich speist, verminderte sich in den letzten Jahren um knapp 6 Prozent, die Industrieproduktion (bislang 28 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) verlor knapp 10 Prozent. Die Arbeitslosigkeit erreichte 10 Prozent. Seit diesem Einbruch verzeichnet die Wirtschaft ein niedriges, aber konstantes Wachstum, nicht zuletzt dank dem Tourismus, der das Bruttoinlandsprodukt mit 20 Prozent stützt.

Bücher & Filme

Europa erlesen: Dalmatien

Das handliche Bändchen von Johann Strutz (Hrsg.) mit kurzen Texten kroatischer wie ausländischer Autoren über Dalmatien ist eine ideale Reiselektüre. In der gleichen Reihe gibt es auch einen Band über Dubrovnik.

Das Haar der Berenice

Der vielfach preisgekrönte Autor Nedjeljko Fabrio aus Split erzählt eine kroatisch-italienische Familienchronik.

Ein Haus in Dalmatien

Die Journalistin Friedrun Pleterski zieht auf die Insel Olib und berichtet amüsant vom Inselalltag. Die Fortsetzung „Dalmatinisches Inselbuch“ widmet sich den kulturellen Unterschieden und der Liebe.

Winnetou 1–3

Viele Szenen der in den 1960er-Jahren beliebten Karl-May-Verfilmungen von Harald Reinl wurden in Dalmatien gedreht, so in der Paklenica-Schlucht, an den Krka-Fällen bei Skradin und im Hinterland von Dubrovnik.

Slowenien & Kroatien Revierführer

– Die DVD stellt das Boots- und Segelrevier an der östlichen Adria mit seinen Sehenswürdigkeiten und den Marinas vor.

Die letzten Paradiese: Das Wasser von Plitvice

Spannende DVD-Dokumentation über den Nationalpark Plitvitzer Seen, seine Flora und Fauna und seine geologische Entstehung.

Fakten

Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
18:27 Uhr
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