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Burgund

Check-in

Burgund ist eine Farbe: Rot. Sie begegnen ihr, wenn Sie in dunkle Keller steigen und mit genussvoller Mäßigung den Weingläsern auf den Grund schauen. Ein umweltbewusster Insider werden Sie, wenn Sie eine solche Weintour nicht mit dem Auto zurücklegen, sondern zu Fuß oder mit dem Fahrrad im geruhsamen Tempo, das noch Zeit für ein Gespräch mit dem Winzer lässt. Danach wird es Sie nicht mehr erstaunen, dass vom bœuf bourgouignon bis zum coq au vin nahezu alle handfesten Genüsse der Bourgogne, also Burgunds, mit dem Saft der tiefroten Trauben durchtränkt sind.

Als komplementären Farbkontrast präsentiert die Region das satte Grün ihrer sanft gewellten Hügel mit blauem Himmel und Sommersonne. Nicht nur wegen der zentralen geographischen Lage nennt sich Burgund "das Herz Frankreichs". Gemeint ist la douce France, ein sanftes, großzügiges Frankreich, eins der ländlichen Wonnen, was bei Franzosen dem Paradies gleichkommt. Nur auf Meereswellen müssen Sie in Burgund verzichten, nicht aber auf Wasserspaß. Ob Saône, Loire, Yonne oder Seine - Flüsse mit klangvollen Namen ziehen ihre Schleifen durchs Land und bieten vielfältige Möglichkeiten sich sportlich zu betätigen, von Kanufahren bis Rafting. Seglern und Windsurfern eröffnen die Seen des Morvan ein blaues Paradies.

Bei allem Augenmaß schielen die Menschen gelegentlich nach den Sternen - gemeint sind nicht die in den einschlägigen Gastronomieführern üppig verteilten Sterne. Gut zu essen gehört in Burgund ganz einfach zum Alltag. Die tiefe Provinz aber lässt auch eigenwillige Charaktere leuchten. Dazu zählt Burgunds bekannteste Schriftstellerin namens Colette. Als 20-Jährige kehrte sie dem Dorf St-Sauveur-en-Puisaye den Rücken, um nach Paris zu gehen, wurde Dichterin, Schauspielerin und Femme fatale. Halb nackt stand sie in Zeiten der Prüderie auf der Bühne und führte vor einem staunenden Publikum Pantomimen auf.

Dabei kann Colettes burgundische Heimat geradezu als Musterfall mönchischer Kultur gelten. Keim der Frömmigkeit war das mittelalterliche Kloster Cluny, das die Regeln des heiligen Benedikt entlang der Jakobswege etablierte. Mit dem Weinbau sicherte der Orden seine Existenz, wahren Reichtum aber erlangte er mit den Pilgerströmen. Cluny und seine Tochterklöster quollen über vor Pracht, die Burgunds romanische Kirchen zu Meilensteinen der Kunstgeschichte erhob. Den Weg zurück zu Bescheidenheit und klösterlicher Strenge suchten die Zisterzienser in Cîteaux - nur um abermals von einer schlichten Tatsache überrollt zu werden: Die burgundischen Ideen überzeugten die Welt und bescherten auch den Zisterziensern unverhofft die Macht, der sie entfliehen wollten.

Der "Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde" setzte im Zweiten Weltkrieg ein neues religiöses Signal, dem heute jährlich etwa 200000 Jugendliche aus aller Welt nach Taizé folgen. Auf ein Vierfaches beläuft sich die Zahl derer, die als Kulturreisende oder nach alter Pilgertradition die Basilika von Vézelay besuchen. Denn die Französische Revolution hat die Religion nur vorübergehend zum Schweigen bringen und den Bildersturm nie vollenden können, auch nicht in den Schlössern, deren Inventar bis heute vom Wohlstand des Ancien Régime kündet.

Dem alten folgte das neue Regime, mit ihm kam 1789 eine neue Verwaltungsordnung, die auf der Landkarte Spuren hinterließ. Frankreich ist seither in Departements zerschnitten, vier sind es in Burgund: Côte d'Or, Yonne, Nièvre und Saône-et-Loire. In einem Land der Traditionen haben sich freilich auch die Territorial- und Flurbezeichnungen früherer Zeit bewahrt: Auxois, Bazois, Beaunois, Brionnais und manche andere. Das Dickicht der Bezeichnungen macht es Ihnen gewiss nicht leichter, Ihre Routen zu ordnen. Wohl aber erschließt es Ihnen ein Stück burgundischer Seele, die an Vertrautem festhält. So finden Sie im Zentrum einer jeden Region auch eine Stadt voller Geschichtsbewusstsein. Ob pulsierend und mit breitem Kulturangebot punktend wie Dijon, dem Wein verschrieben wie Beaune, von mediterraner Lebensart gepackt wie Mâcon oder seiner römisch-romanischen Vergangenheit verhaftet wie Autun. Daneben gibt es jene Städte und Dörfer, denen die Zeit einfach so davonraste, die wie Semur-en-Auxois im Dornröschenschlaf verweilen und darauf warten, dass ein neuer Impuls sie wachküsst. Die erfolgreiche filmische Inszenierung einer solchen Erweckung trug den Titel "Chocolat" und brachte das Örtchen Flavigny-sur-Ozerain in Aufruhr. Eine ganze Gemeinde fieberte während der Dreharbeiten im Taumel der heißen Schokolade. Doch kaum hatte das Team aus Hollywood die Koffer gepackt, sank Flavigny zurück ins balsamische Milieu seiner Anisbonbons.

So ist Burgund: dem Modernen nicht abgeneigt, doch den Traditionen verhaftet. Entsprechend lässt sich die Region auch entdecken: in den Weinen und Speisen den Nachhall feudaler Bankette erahnen, dem windschiefen Fachwerk die Geschichten ihrer Bewohner ablauschen oder im modern ausgestatteten Hausboot durch Burgunds idyllische Landschaften gleiten. Apropos idyllisch: Um die Naturschätze zu schützen, wurde viel in Rad- und Wanderwege investiert. Zusammen mit dem Angebot an Reiterhöfen und den vielen Hausbootbasen lockt Burgund junge Touristen als Aktivreiseziel. Als Magnet für diese Zielgruppe behauptet sich das 800 km lange Radwegnetz Le Tour de Bourgogne en Vélo, dessen fünf Hauptstrecken es erlauben, ganz Burgund mit dem Rad zu erkunden. Der Weg ins Reiseziel selbst ist nicht weit; die Autobahn durchquert Burgund und der schnelle TGV braucht eineinhalb Zugstunden von Paris nach Dijon. Der TGV Rhin-Rhône verbindet zudem Straßburg mit Dijon und Mâcon. Und nach Straßburg gelangen deutsche Reisende dank des TGV Est von mehreren deutschen Großstädten aus. Neben Touristen nutzen immer mehr Pendler aus dem Großraum Paris die guten Verkehrsverbindungen. Vor allem Burgunds Norden wird zum "Vorort" der französischen Hauptstadt, mit entsprechend hohen Immobilienpreisen.

Längst hat sich dieser versonnene Landstrich jedoch so manchem Diktat der Neuzeit gebeugt. Zwischen den Ackerparzellen sind die Hecken gerodet, um Platz zu machen für modernste Maschinen. Ungehindert schweift daher der Blick oft kilometerweit über reizlose Monokulturen. Und doch warten am Horizont landschaftliche Attraktionen auf Sie: Seen und Wälder im Naturpark des Morvan, Weindörfer und Winzerfeste an der Côte d'Or, Schluchten und Grotten im Macônnais oder eine weltabgewandte Flussidylle bei Avallon. Solche Orte sind ideale Ziele für ausgiebige Rad- und Wandertouren. Auch Climber entdecken inmitten der Hügel, etwa bei Auxerre und Beaune, die reizvollsten Steilwände.

Wer hingegen coole Lokale und trendige Stadtviertel sucht, wird mit Burgund ein Problem haben. Selbst Dijon zählt im Kern gerade einmal gut 150000 Einwohner. Autun, Beaune, Auxerre, Nevers oder Mâcon pendeln sich zwischen 20000 und 80000 Bewohnern ein. Was nicht bedeutet, dass Burgund zum Freiluftmuseum wird. In Dijon konkurrieren neue Restaurantkonzepte und stylische Bistrots mit den großen Traditionshäusern. Und das rege studentische Leben mischt die Beschaulichkeit der burgundischen Hauptstadt auf. Futuristische Museumsbauten wie das Musée de la Civilisation Celtique am Mont Beuvray oder der 2012 am Mont Auxois eröffnete MuséoParc Alésia katapultieren die Region selbstbewusst ins 21. Jh. Beide Objekte spannen einen Bogen von der Antike bis in die Gegenwart. Die Zukunft aber wird grün. Ökologisches Denken hat längst die Oberhand. So konnte die Wasserqualität in den Flüssen enorm verbessert werden. Pestizide kommen im Weinberg in immer geringeren Mengen zur Anwendung. Bioprodukte sind auf den Märkten normal, Ökotourismus und Artenschutz Programm. Kurzum, auf der Basis reicher kultureller Schätze und unverbauter Landschaften schaut Burgund souverän in die Zukunft.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Das 1118 von Bernard de Clairvaux gegründete Kloster 85 km nordwestlich von Dijon gehört zu den großartigsten Sehenswürdigkeiten Burgunds. Es überstand die Französische Revolution, da es nach…
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Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Bei Anreise aus Süddeutschland, der nördlichen Schweiz und Österreich wählen Sie ab Mulhouse die A36 nach Beaune. Aus dem Norden geht es am schnellsten über Luxemburg und Nancy und von dort auf der A31 nach Dijon. Ab Genf steht die A40 nach Mâcon zur Verfügung. Die Strecke Mulhouse-Beaune ist 235 km lang (Mautgebühr PKW 16,60 Euro). Weitere Mautgebühren, Baustellen und Staus unter www.autoroutes.fr

Bahn

Obwohl es ein Umweg ist, führt die schnellste Zugverbindung aus dem nördlichen Deutschland zunächst mit dem Thalys nach Paris, vom dortigen Gare de Lyon in 1 Std. 35 Min. mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV nach Dijon. Aus dem süddeutschen Raum fahren Sie über Strasbourg und Belfort. Info und Online-Buchung: www.bahn.de, www.sncf.fr, www.thalys.de und www.tgv-europe.com.

Flugzeug

Der Flughafen Dijon dient vorwiegend zu Urlaubsreisen ab Burgund in ferne Länder und ist aus dem deutschsprachigen Raum nicht per Direktflug zu erreichen. So können Sie lediglich Paris anfliegen und von dort den TGV nehmen.

Auskunft

Atout France

- Deutschland: Postfach 100128 | 60001 Frankfurt/Main | de.rendezvousenfrance.com

- Österreich: Tel. 01 5032892 | at.rendez vousenfrance.com

- Schweiz: Tel. 044 2174600 | ch.rendez vousenfrance.com

Infos auch über die lokalen Offices de Tourisme sowie beim regionalen Fremdenverkehrsbüro Bourgogne Tourisme (BP 20623 | 21006 Dijon Cédex | Tel. 0380280280 oder (*) 0825002100 | www.burgund-tourismus.com).

Auto

Frankreichs Verkehrsregeln entsprechen weitgehend denen in Deutschland. Viele Vergehen werden aber wesentlich strenger geahndet, so das Überschreiten der Promillegrenze (0,5) und der Höchstgeschwindigkeit (50 km/h in Ortschaften, 130 km/h auf Autobahnen, 110 km/h auf vierspurigen und 90 km/h auf anderen Straßen bzw. bei Nässe 110, 100 und 80 km/h). Für Motorräder und Fahranfänger gelten niedrigere Geschwindigkeiten. Motorradfahrer müssen generell, PKWs nur bei Regen und Nebel das Abblendlicht einschalten. Seit 2012 müssen auch in nichtfranzösischen Autos zwei Alkoholtests mitgeführt werden. Es gibt sie in Supermärkten, Apotheken, Tankstellen, Raststätten und Bars. Sie riskieren ein Bußgeld (derzeit 11 Euro), wenn Sie ohne erwischt werden. Hohe Geldbußen werden auch fällig beim Parken vor Krankenhäusern, Polizeirevieren, Postämtern, an Bushaltestellen und gelb markierten Bordsteinen. Für Camper gilt in vielen Orten nächtliches Parkverbot.

Wer sichergehen will, stellt in größeren Orten das Auto in der Hotelgarage oder auf einem bewachten Parkplatz ab. Wertsachen niemals im Wagen zurücklassen! Autobahnen sind gebührenpflichtig. Die Kraftstoffpreise entsprechen meist denen in Deutschland. Das günstigste Benzin gibt's an den Tankstellen großer Supermärkte. Auslandsnotruf des ADAC: Tel. 0049 89222222, deutschsprachiger Notdienst in Lyon: Tel. 0825800822

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Honorarkonsulat

Till Meyer | 29, rue Buffon | Dijon | Postanschrift BP 26 89, 21058 Dijon | Tel. 0380680698 | www.amb-allemagne.fr

Österreichische Botschaft

6, rue Fabert | 75007 Paris | Tel. 0140633063 | www.amb-autriche.fr

Schweizer Konsulat

18, cours du Gén. De Gaulle | Dijon | Tel. 0380673010 | www.amb-suisse.fr

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten finden Sie mittlerweile selbst in kleinen Orten. Verbreitete Kreditkarten sind Visa, Eurocard/Mastercard wie auch American Express.

Gesundheit

Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen können sich unter Vorlage der Auslandskarte (EHIC) kostenlos bei einem Vertragsarzt behandeln lassen. Sollte die Karte nicht akzeptiert werden, erstattet die Krankenkasse gegen Vorlage der Arztrechnung die in Deutschland üblichen Sätze. Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung ist ratsam, um zusätzliche Leistungen zu decken. Apotheken (pharmacies) erkennen Sie am grün blinkenden Neonkreuz.

Internetcafés & WLAN

Die sogenannten Cyber-Cafés sind eher in den Hauptorten anzutreffen, auf dem Land dagegen nur sehr selten. Eine leider nicht vollständige Liste (französich) unter www.cybercafe.fr und (deutsch) www.worldofinternetcafes.de.

WLAN ist in vielen Hotels Standard: je gehobener die Kategorie, je eher kann man auf freies Surfen hoffen. Falls nicht im Zimmer, so gibt es oft einen WLAN-Bereich an der Rezeption oder im Salon.

Kochkurse

Die Kniffe der Haute Cuisine lernen Sie bei einem Kursus des Sternekochs Jean-Michel Lorain in seinem Restaurant La Côte St-Jacques (www.cotesaintjacques.com) in Joigny. Bei Frédéric Doucet vom Hôtel-Restaurant de la Poste (www.hotel-laposte-doucet.com) in Charolles ist das kulinarische Niveau ebenfalls hoch - regionale Rezepte stehen im Vordergrund. Bodenständiger sind die Kochkurse in der Hostellerie Bourguignonne (www.hostelleriebourguignonne.com) in Verdun-sur-le-Doubs.

Notruf

Erste Hilfe: Tel. 15

Polizei: Tel. 17

Feuerwehr: Tel. 18

Europaweiter Notruf: Tel. 112

Öffnungszeiten

Kernöffnungszeiten von Geschäften sind 9-12 und 14-19 Uhr. Im Sommer ist abends länger geöffnet, im Winter früher geschlossen - oder auch ganz. Vor allem in abgelegenen Orten machen einige Läden von Nov.-März zu. Supermärkte in Städten haben ganzjährig über Mittag geöffnet, ihre großen Filialen vor den Stadttoren an einigen Abenden bis 21 oder 22 Uhr. Sa bleiben alle Geschäfte nachmittags offen. Sonntagvormittags wird in vielen Städten Markt gehalten, viele Lebensmittelläden haben dann ebenfalls geöffnet, Bäckereien immer. Mo ist zumindest in kleinen Orten Ruhetag. Beim Winzer, beim Bauern ruft man am besten vorher an, um sicherzustellen, dass jemand zu Hause ist - tabu für den Besuch ist die Mittagszeit.

Reisezeit

Sonnenreiche, warme bis heiße Sommer sind gute Bedingungen für den Wein und für einen gelungenen Urlaub. Der Midi-Wind garantiert milde Temperaturen in Frühjahr und Herbst. Der Winter ist ungemütlich kalt und regenreich. Im Morvan müssen Sie zu jeder Jahreszeit mit bedecktem Himmel und Nässe rechnen.

Strom

Stromspannung: 220-240 V. Flachstecker passen auch in französische Steckdosen. Für andere Stecker brauchen Sie einen Adapter.

Telefon & Handy

Neben Postämtern verkaufen auch Tabakläden und Tankstellen Telefonkarten (télécartes) für öffentliche Fernsprecher. Einige Apparate nehmen noch Bargeld an, an anderen kann mit Kreditkarte gezahlt werden (Master/Eurocard, Visa).

Französische Teilnehmernummern sind zehnstellig, die erste Ziffer ist immer die 0, die bei Anrufen aus dem Ausland entfällt. Nach Frankreich wählen Sie die Vorwahl 0033, nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041.

Den Mobilfunkmarkt in Frankreich teilen sich mehrere Betreiber. Übersichten und Tipps unter: www.teltarif.de. Bei längeren Aufenthalten kann es günstiger sein, vor Ort, z. B. in Tabakläden, eine Prepaid-Karte zu kaufen.

Trinkgeld

Obwohl die Restaurantrechnung oft schon ein Trinkgeld enthält, ist ein weiterer Zuschlag von bis zu 10 Prozent üblich. Auch Taxifahrer erhalten zumeist ein Trinkgeld in dieser Höhe.

Weinreisen

Wer mehr über Wein lernen möchte, ist mit einem Kurs (1,5 Std.-3 Tage, auch auf Deutsch) der École des Vins de Bourgogne (www.ecoledesvins-bourgogne.com) in Beaune gut beraten. Gruppen ab 6 Teilnehmern führt die Maison des Vins de la Côte Chalonnaise (www.maisonvinsbourgogne.com) in Chalon-sur-Saône in die Tropfen der regionalen Appellationen ein. Daneben bieten auch verschiedene Veranstalter Weinreisen in Burgund an: z. B. Bacchus Wine Tours/Safari Tours (www.burgundy-tourism-safaritours.com), Wine and Voyages (wineandvoyages.com), Passeport Bourgogne (passeport-bourgogne.com) und Vineatours (www.vineatours.com).

Zoll

Zollfrei sind im privaten Reiseverkehr Waren zum eigenen persönlichen Verbrauch; als Richtmengen gelten z. B. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen, 90 l Wein, davon maximal 60 l Schaumwein, 110 l Bier (für Nicht-EU-Mitglieder: 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen und 2 l Wein).

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

1. Januar

Neujahr

März/April

Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

8. Mai

Kriegsende 1945

Mai

Christi Himmelfahrt

Mai/Juni

Pfingstmontag

14. Juli

Nationalfeiertag

15. Aug.

Mariä Himmelfahrt

1. Nov.

Allerheiligen

11. Nov.

Kriegsende 1918

25. Dezember

Weihnachten

Feste & Lokale Veranstaltungen

Januar

St-Vincent Tournante am Samstag nach dem 22. Januar. Prozession an wechselnden Orten zu Ehren des Weinpatrons

Februar

St-Vincent Tournante in Chablis: Weinfest am 1. Wochenende

Februar/März

Karneval in Chalon-sur-Saône: der zweitgrößte Karneval Frankreichs

April

Marché aux vins in Givry: Unter der runden Markthalle des Dorfs werden die Weine der Côte Chalonnaise vorgestellt.

Mai

Fête de la Bague in Semur-en-Auxois: mehrtägiges Fest mit Umzügen und ältestem Pferderennen Frankreichs

Pfingsten

Montgolfiade in Chalon-sur-Saône: Heißluftballonfest

Pèlerinage du Sacré-Cœur in Paray-le-Monial: Pilgerfahrt

Juni

Les nuits métisses: Festival für World Music in Auxerre mit südamerikanischen, afrikanischen und karibischen Bands

Keltische Johannisfeuer in Mont-St-Vincent am Sonntag vor dem 24. Juni

Juli

Festival de Musique Baroque et Classique in Beaune: einmonatiges Musikfest

Les Zaccros d'ma rue in Nevers: zehntägiges Fest der Straßenkünstler

Chalon dans la rue: großes Straßenkünstlerfest in Chalon-sur-Saône

Fête de l'Escargot in Andryes: am 13. Juli Schneckenfest

Joutes Nautiques in Clamecy: am 14. Juli Fest der Flößer mit Lanzenstechen

Son et Lumière im Château St-Fargeau: jeden Freitag und Samstag von Mitte Juli bis Ende August Show mit 600 Schauspielern

Grandes Heures in Cluny: Konzerte von Mitte Juli bis August

Pèlerinage de la Ste-Madeleine in Vézelay: große Wallfahrt am 22. Juli

Musique en Morvan in Autun und Vézelay: Chorfestival in der 2. Julihälfte

August

Augustodunum in Autun: 1. Augustwoche Historienspiel im Amphitheater

Fête Folklorique in Charolles: Biennale mit internationaler Folklore am 1. Sonntag

Fête du Grand Morvan in St-Léger-sous-Beuvray: Mitte August Folklore und Radrennen

Fête du Bœuf Charolais in Saulieu: 3-tägiger Viehmarkt in der 2. Augusthälfte

September

Festival Musique in Gevrey-Chambertin: 2-wöchiges Fest um Wein und Musik

Pèlerinage in Alise-Ste-Reine: am Wochenende vor dem 7. Sept. Wallfahrt in historischen Kostümen

Oktober

Fête des Vins in Chablis: Weinfest am letzten Wochenende

Fête du Vin Nouveau in Pouilly-sur-Loire: Weinfest am 3. Wochenende

Nevers à Vif: Ende Oktober Rockfestival in Nevers

November

Trois Glorieuses in Nuits-St-Georges, Beaune, Meursault: Weinfest am 3. Wochenende (Sa Treffen im Schloss Clos de Vougeot, So Weinversteigerung in Beaune, Mo Festessen in Meursault)

Bloss nicht

Die Mittagsruhe stören

Zwischen 12 und 14 Uhr ruht Frankreich und folgt dabei einem nationalen Herdentrieb, der uns kurios anmutet. Lassen Sie sich lieber nicht einfallen, nach oder auch kurz vor dem Glockenschlag schnell noch was erledigen zu wollen. Sie ernten böse Mienen und kommen wahrscheinlich gar nicht zu Ihrem Ziel.

Mit dem Camper protzen

Die Elefanten im Straßenverkehr werden von französischen Autofahrern als Störenfriede betrachtet und gern auch mal abgedrängt. Versuchen Sie nicht, den Spieß umzudrehen und sich allzu breit zu machen oder den Verkehr durch betont entspannte Fahrt zu behindern. Zügig, aber nicht zu schnell heißt die Devise. In größeren Ortschaften müssen Sie am Stadtrand parken.

Allzu lässige Kleidung tragen

Auf dem Land wird trotz des hohen Urlauberaufkommens manches noch ein wenig enger gesehen. Mit allzu luftiger Freizeitbekleidung sollten Sie nicht in die Kirche gehen, zu einem aufwendigen Diner, womöglich noch mit Geschäftspartnern, sollten Sie nicht zu zwanglos erscheinen. Eine Krawatte kann schon Wunder wirken.

Vom Hintermann nötigen lassen

Ein ausländisches Kennzeichen animiert viele französische Autofahrer dazu, einmal zu demonstrieren, wer der Herr im Hause ist. Lassen Sie sich auf keinen Fall jagen. Es warten viele stationäre und mobile Blitzfallen auf ihre Opfer, und die Strafen haben es in sich. Bei allzu hohen Übertretungen können Sie sogar im Gefängnis landen. Vor allem aber besteht für Sie als Ortsfremder ein ungleich höheres Unfallrisiko.

Ohne Wörterbuch ins Restaurant

Die kulinarischen Genüsse sind ein Markenzeichen Burgunds. Leider werden die Namen der Gerichte nur selten ins Englische oder gar Deutsche übersetzt. Ein kleines Wörterbuch fürs Restaurant gehört daher unbedingt ins Gepäck. Zwar halten Sie damit noch nicht den Schlüssel zum Gourmethimmel in der Hand, können sich aber gegen die schlimmsten Überraschungen absichern - und auf die schönsten Freuden vorbereiten.

Wein durch die Landschaft kutschieren

Gerade wenn Sie Ihren Besuch beim Winzer für die ersten Urlaubstage einplanen, ist die Verlockung groß, die Einkäufe für den Rest der Zeit im Kofferraum zu belassen. Aber der Wein leidet unter den hohen Temperaturschwankungen und Vibrationen. Besteht keine Möglichkeit, ihn kühl und ruhig zu lagern, verschieben Sie den Einkauf auf den letzten Tag in Burgund. Der Verkäufer wird Sie außerdem beraten, wann der Wein nach der langen Heimfahrt entkorkt werden darf.

Bücher & Filme

Wasserwege in Burgund

Ursula und Wolfgang Taschner besuchen Burgund abseits der Straßen

Cyrano de Bergerac

Der Mann mit der ausgeprägten Nase war zwar in Aquitanien beheimatet, aber Dijons Altstadt und die Abtei Fontenay lieferten die schönere Filmkulisse (1990)

Burgund - Kulinarische Landschaften

Ein unerlässliches Buch nicht nur für Gourmets von Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer

Köstliche Jahre, eine Amerikanerin im Herzen Burgunds

M. F. K. Fisher hat zwischen den Kriegen brillant-witzig Burgunds Liebe zum Kochtopf beschrieben - 2008 neu aufgelegt

Claudine erwacht

Colette verarbeitete ihre burgundische Kindheit in mehreren Romanen - zu empfehlen sind die vier Bücher der Claudine-Reihe

Ein Spiel und ein Zeitvertreib

James Salter erzählt von einem Amerikaner in Autun. Sein Held erlebt in der Kleinstadt seine sinnliche Erweckung

Chocolat

Süße Filmträume rund um ein verschlafenes Dorf, die Lasse Hallström mit Johnny Depp und Juliette Binoche teilweise in Flavigny-sur-Ozerain drehte (2001)

Hiroshima mon Amour

Der Kinoklassiker von Alain Resnais, nach einem Drehbuch von Marguerite Duras entstand 1959 zum Teil in Nevers

3-8 °C
3 h/Tag

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Hauptstadt Dijon
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 15:38 Uhr

Anreise

5h 27min
5h 9min
1h 15min
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