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Bulgarische Schwarzmeerküste

Check-in

Heller Sand säumt die Küste des Schwarzen Meeres; bis an den Horizont reicht das goldgelbe Band von Zlatni pjasăci, auf den bunte Sonnenschirme ihre Schatten werfen. Windsurfer tanzen in der leichten Brise über die Wellen, an der Wasserlinie formen kleine Baumeister wehrhafte Burgen aus feuchtem Sand, während sich Teenager beim Beachvolleyball vergnügen. Nach einem Tag am Strand wird in urigen Restaurants und neonbeleuchteten Strandbars in die Nacht gefeiert, bis die Party in den Diskotheken beginnt.

Einst Geheimtipp ist Bulgarien inzwischen beliebtes Urlaubsziel, auch unter den Jugendlichen. Das Land hat einen radikalen Wandel vollzogen, der im Tourismus besonders zu spüren ist: Neugebaute modern-phantasievolle und komfortable Hotels, exzellente Schwarzmeerküche, ein großes Freizeitangebot und hippe Klubs verwöhnen die Gäste. Sicher mangelt es noch hier und da, besonders Häuser der unteren Kategorie und Campingplätze lassen bisweilen zu wünschen übrig. Aber dies machen der freundliche Service, die sauberen Strände und die günstigsten Preise Europas allemal wett.

Dazu gesellen sich die kulturellen Highlights: Romantische Städtchen wie Nesebăr oder das idyllische Balčik versetzen die Besucher mit ihren mittelalterlichen Kirchen und den Wiedergeburtshäusern in frühere Zeiten, während die dynamischen Hafenstädte Varna und Burgas Besucher mit wunderbaren Museen sowie reizvollen Festivals locken.

Die politische Wende 1989 bescherte Bulgarien eine tiefe wirtschaftliche Krise. Mühsam gelang es dem Balkanland, sich vom starken Einfluss Russlands loszulösen und sich in die Nato und EU zu integrieren. Nicht selten wurde Bulgarien von Brüssel der Korruption bezichtigt. Hohe Erwartungen werden nun von den Bulgaren wie von der EU an die Regierung des 2009 mit großer Mehrheit gewählten Ministerpräsidenten Boyko Borissov gestellt. Sein ehemaliger Bauminister Rosen Plevneliev ist inzwischen Staatspräsident. Der erfolgreiche Unternehmer war mehrere Jahre in Deutschland in der Bauindustrie aktiv und realisierte in seiner Heimat beachtliche Projekte. Zusammen mit Borissov will er mit EU-Hilfe die marode Autobahninfrastruktur rasch auf westliches Niveau bringen und ausländische Investoren locken. Mit einer zehnprozentigen Steuerflatrate hat Bulgarien inzwischen durchaus attraktive Rahmenbedingungen geschaffen, die sich im EU-Umfeld sehen lassen können.

Der Wandel nach 45 Jahren Sozialismus ist in allen Teilen der bulgarischen Gesellschaft zu spüren, besonders in den Zentren der Großstädte Varna und Burgas. Mit restaurierten Gründerzeitpalästen, Boutiquen und Straßencafés atmen diese Städte geradezu mediterrane Leichtigkeit. Der gern vor allem von jungen Bulgaren zur Schau gestellte Wohlstand sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten älteren Menschen im Land unter teils dramatischen Bedingungen leben, nachdem das Rentensystem durch die Kollision von Plan- und Marktwirtschaft fast auseinandergebrochen ist. Eine große gesellschaftliche Herausforderung ist das Zusammenleben mit den bulgarischen Roma, der hier vorwiegend sesshaft lebenden Volksgruppe.

Einem anmaßenden Liebespaar hat Bulgarien der Legende nach zwei seiner markantesten Gebirge zu verdanken: Haemus und Rhodope nannten sich einst neckisch Zeus und Hera. Das olympische Götterpaar war über den Missbrauch seiner Namen derart wütend, dass es die beiden Liebenden kurzerhand in Gebirge verwandelte: Haemus in den Balkan, der Bulgarien und seine Küste von West nach Ost in zwei nahezu gleich große Hälften teilt, und seine Geliebte in den Gebirgszug der Rhodopen im Süden. Dessen Bewohner pflegen heute eine besondere, melancholische Liedform, in deren Weisen das Klagen der Unglücklichen und vielleicht auch die Trauer des thrakischen Prinzen Orpheus widerhallt. Der begnadete Sänger verlor nämlich eben hier seine geliebte Gattin Eurydike an den Gott der Unterwelt.

Die Thraker, deren Fürsten ihre Lieblingsfrauen und -pferde mit in den Tod nahmen und sich mit Goldschätzen in Kuppelgräbern beisetzen ließen, haben ihre Spuren in Form unzähliger Grabhügel hinterlassen. Auf sie folgten griechische Kolonisten und römische Eroberer, darauf Byzanz und schließlich das Erste Bulgarische Reich unter Khan Asparuch. Drei unabhängige Reiche zählen die Bulgaren in ihrer langen Geschichte, doch über all ihrem Glanz liegt die düstere Epoche des "osmanischen Jochs", wie die fünfhundertjährige türkische Herrschaft genannt wird. 1396 wurde Bulgarien osmanische Provinz, der Islam und die türkische Sprache verdrängten das Christentum. Klöster wie Rila und Bačkovo bewahrten die bulgarische Kultur vor dem Vergessen; die Mönche pflegten die kyrillische Schrift, die Dichtung und die Malerei. Von diesen Klöstern ging schließlich der Anstoß zur Besinnung auf die eigenen kulturellen Werte und der Funke zum Kampf gegen die Türken aus: "Wiedergeburt" heißt dieses Erwachen Bulgariens, das Ende des 18. Jhs. begann und dem Land 1879 die Unabhängigkeit bescherte. Die charakteristische Architektur jener Zeit ist von ländlichen bulgarischen Traditionen inspiriert und prägt Städte wie Nesebăr oder Sozopol.

Die Klöster und die Bulgarisch-Orthodoxe Kirche spielen auch heute noch eine herausragende Rolle. Nicht nur zu den Festtagen versammeln sich die Gläubigen zum Gebet. Die liturgischen Gesänge der Popen, die feierlichen Antworten des Chors, das Flackern unzähliger Opferkerzen vor der Kulisse naiv-bunter mittelalterlicher Fresken und goldglänzender Ikonen schaffen eine Atmosphäre tiefer Hingabe. Sie half und hilft den Bulgaren über die oft schwierigen Zeiten des politischen Wandels hinweg, in denen sie Armut und Hunger erlebten. Ähnlich wichtig ist der Wunderglaube: Viele Bulgaren pilgern zu Orten magischer Kraft wie die Dörfer des Strandža-Gebirges und verwenden Amulette, um den bösen Blick zu bannen. Letzteres mag ein Erbe der osmanischen Ära sein, die vor allem im Südosten des Landes noch spürbar ist. Hier leben die meisten Mitglieder der türkischstämmigen Minderheit, immerhin mehr als acht Prozent der 7,4 Mio. Bulgaren. Fast alle Städte haben eine Moschee und eine islamische Gemeinde.

Goldstrand (Zlatni pjasăci), Albena, Elenite, Obzor und Sonnenstrand (Slănčev brjag) sind Bulgariens berühmteste und traditionsreichste Seebäder. Doch an der knapp 400 km langen Küste finden sich auch noch viele ursprünglichere Fleckchen wie die Buchten von Kiten, Ahtopol oder Sinemorec. Die Feriengäste übernachten in Privatzimmern oder in neu errichteten Ferienklubs und Hotels. Immer mehr komfortable Anlagen verdrängen die früher zahlreichen, recht einfachen Campingplätze, die besonders entlang der südlichen Schwarzmeerküste Urlauber aus Osteuropa anzogen. Heute ist hier das Revier der Windsurfer; viele junge Leute verbringen ihre Ferien an den Stränden zwischen Sozopol und Sinemorec. An den Flussmündungen des Ropotamo und des Kamčija wuchern Urwälder, in denen der Gesang seltener Vögel erklingt und Wasserschildkröten zwischen Seerosen schwimmen. Über den Salzseen um Burgas und Šabla verdunkeln im Frühjahr und Herbst Hunderttausende von Zugvögeln den Himmel - ein einzigartiges Schauspiel, nicht nur für Ornithologen.

Nur am Strand zu liegen, wäre in diesem bezaubernden und vielfältigen Land viel zu schade: Malerische Balkandörfer, geheimnisvolle Felsreliefs, thrakische Königsgräber und Museen, in denen die ältesten weltweit entdeckten Goldschätze zu bewundern sind, warten auf Ihren Besuch. Und stolze, temperamentvolle Menschen, die nichts lieber tun, als ihren Gästen Schönheit und Einzigartigkeit ihrer Heimat zu zeigen - wobei eines immer besonders wichtig ist: Ein üppiges gemeinsames Mahl und ein Glas rakija, also Schnaps, um die neue Freundschaft zu begießen. Nehmen Sie das Angebot an!

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Die von Festungsmauern umgebene Altstadt von Sozopol (5000 Ew., 30 km südöstlich von Burgas) ist auf einer Felsenhalbinsel gelegen und weist eine Fülle von attraktiven Häusern aus dem 19. Jh. auf…
Die Felsen ragen bis zu 70 m hoch aus dem Meer, es bietet sich ein wunderschöner Blick auf den Sonnenuntergang. Schon den Thrakern diente das Kap der Verteidigung, Überreste von Festungsmauern…
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Die Altstadt von Sozopol ist südöstlich von Burgas auf einer Felsenhalbinsel gelegen und beherbergt eine Fülle von attraktiven Häusern aus dem 19. Jh. Zypressen säumen die mit Kopfsteinpflaster…
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Im Strandža-Gebirge im Süden Bulgariens wird bis heute jedes Jahr am 3./4. Juni zum Gedenken an die Hl. Konstantin und Elena der Brauch des Feuertanzens gepflegt. Zentrum der Feierlichkeiten ist das…

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Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Die Reise mit dem Auto ist relativ lang und strapaziös. Rund 2200 km beträgt die Entfernung zwischen Frankfurt am Main und Varna. Auf der Strecke durch Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Bulgarien sind ca. 35 Euro Mautgebühren fällig. Nur 12 Euro Straßengebühren und 200 km weniger sind es über Österreich, Ungarn, Rumänien und über die Donaubrücke nach Bulgarien, allerdings fahren sie bedeutend weniger Autobahn und müssen mehr Zeit einplanen.

Bahn

Weitaus länger als mit dem Auto dauert die Anreise per Bahn: von Berlin nach Varna oder Burgas sind es mit mindestens zwei mal Umsteigen ca. 40 Stunden. Preislich günstige jedoch zeitlich aufwendige Reiseverbindungen bietet die Bulgarische Staatseisenbahn von Sofia in die Küstenmetropolen (www.bdz.bg).

Bus

Ausgesprochen preiswert sind die Busreisen zwischen Bulgarien und den deutschsprachigen Ländern (selten über 100 Euro für eine Fahrt). Wollen Sie von der Hauptstadt Sofia aus an die Küste fahren, nutzen Sie das Busterminal am Hauptbahnhof (www.centralnaavtogara.bg). Fast im Minutentakt fahren klimatisierte Busse an alle wichtigen Urlaubsorte. Im Sommer ist es ratsam, Busfahrkarten einige Tage vor der Abreise zu kaufen.

Flugzeug

Günstigste Anreise ist per Charterflug nach Burgas oder Varna (z. B. von Stuttgart oder Erfurt ab 89 Euro). Vor allem in der Sommersaison fliegen Air Berlin, Austrian sowie die bulgarischen Airlines Air Via und Bulgarian Air Charter die Ferienmetropolen an.

Auskunft

Das offizielle Tourismusportal Bulgariens bulgariatravel.org bietet auch in deutscher Sprache aktuelle und wissenswerte Informationen zur Bulgarischen Schwarzmeerküste. Auskünfte erteilen auch die Handelsvertretungen und Wirtschaftsabteilungen der Bulgarischen Botschaften.

Botschaft der Republik Bulgarien Berlin

Mauerstraße 11 | 10117 Berlin | Tel. 030 2010922 (26) | www.mfa.bg/de/24/

Bulgarische Botschaft Bern

Bernastrasse 2-4 | 3005 | Bern | Tel. 031 3511455 | www.bulembassy.ch

Bulgarische Botschaft Wien

Schwindgasse 8 | 1040 | Wien | Tel. 01 5053113 | www.mfa.bg/de/10/

Auto

Sowohl für den eigenen als auch für den Mietwagen genügt der nationale Führerschein. Kommen Sie mit dem eigenen Auto, bedenken Sie, dass für einige nicht EU-Länder, die Sie passieren könnten, die grüne Versicherungskarte obligatorisch ist. Bei Unfall oder Diebstahl unbedingt die Polizei rufen (landesweit unter Tel. 166 oder 052 502550 für Varna bzw. 056 816660 für Burgas), denn die Versicherung besteht auf dem Protokoll. Geschwindigkeitsbegrenzungen: Autobahn 130 km/h, Landstraße 90 km/h, in Ortschaften 50 km/h; für PKW mit Hänger sowie Motorräder 100/80/50 km/h. Mobiltelefone ohne Freisprechanlage sind verboten. Pannenhilfe rund um die Uhr: Tel. 0878 932964 | www.roadhelpbg.com

Banken & Geld

Die Zahl der Bankautomaten steigt ständig. Sie bieten erfahrungsgemäß den besten Wechselkurs. Pro Tag können max. 400 Leva (2800 Leva pro Woche) abgehoben werden. Bargeld sollte sicherheitshalber in Banken oder im Hotel getauscht werden. Gängige Kreditkarten sind in Luxushotels und bei Mietwagenfirmen willkommen, sonst aber ist die Akzeptanz deutlich geringer als in Westeuropa.

Bus & Bahn

Bahnverbindungen zwischen den Orten an der Küste gibt es nicht, dafür sorgen die meist privat geführten Buslinien für ein abwechslungsreiches Angebot. Wichtigste Drehscheiben sind der Busbahnhof Varna (Blvd. Vladislav Varnencik 158 | Tel. 052 748349 | www.autogaravn.com) und die zwei Busbahnhöfe in Burgas (Jug (Süd) | neben dem Bahnhof | Tsaritsa Joanna | Tel. 056 842692 | und Zapad (West) | im Wohnviertel Bratia Miladinovi Maritsa 2 | Tel. 056 831427). Das dichteste Verkehrsnetz in der südlichen Metropole bietet Burgasbus (burgasbus.info).

Camping

Es gibt viele Campingplätze, der Zustand der Sanitäranlagen ist aber meist bedauerlich. Am besten vor Ort Bad und WC inspizieren.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft in Sofia

F. J. Curie 25 | 1113 Sofia | Tel. 02 918380 | www.sofia.diplo.de

Deutsches Honorarkonsulat in Varna

Bratya Schkorpil 3 | 9000 Varna | Tel. 052 693693 | www.honoraryconsul.bg

Österreichische Botschaft in Sofia

Šipka 4 | 1000 Sofia | Tel. 02 9329032 | www.aussenministerium.at/botschaft/sofia.html

Schweizer Botschaft in Sofia

Šipka 33 | 1504 Sofia | Tel. 02 9420100 | sof.vertretung@eda.admin.ch | www.eda.admin.ch/sofia

Einreise

Zur Einreise nach Bulgarien reicht ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Auch Kinder unter 16 Jahren brauchen einen Kinderausweis mit Lichtbild oder Reisepass. Alle Ausweise sollten mindestens für die geplante Reisedauer gültig sein.

FKK

Oben ohne ist seit der Wende völlig normal. FKK wird nur an den ausgewiesenen Stränden gepflegt. Sie liegen meist abgeschieden und haben keinen Rettungsschwimmer. Beliebte FKK-Strände gibt es bei Kavacite, Smokini, Veselie und Nestinarka im Süden, Irakli, Kamčija, Varna und südlich von Albena im Norden.

Fotografieren

Verboten ist das Fotografieren an Militäreinrichtungen z. B. in Rezovo, an der Grenze zur Türkei. In Kirchen und Museen sollte vorher gefragt werden. Filme, Batterien und Zubehör entsprechen westlichen Standards und sind oft preiswerter. Bei Filmen auf das Verfallsdatum achten.

Gesundheit

Bei Gesundheitsproblemen die Hotelrezeption kontaktieren. Die medizinische Notruf reagiert landesweit unter Tel. 112. Die medizinische Versorgung ist flächendeckend gut, nur in den Krankenhäusern ist der technische Standard nicht so hoch wie in Westeuropa. Die Apotheken führen fast alle gängigen westlichen Medikamente. Seit dem EU-Beitritt werden Versicherte der Mitgliedsländer gegen Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte behandelt. Die Adressen der Vertragsärzte hat Ihre Krankenkasse oder Reiseleitung. Der Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung ist grundsätzlich empfehlenswert.

Klima & Reisezeit

Der Run auf die Bulgarische Schwarzmeerküste erfolgt von Anfang Juni bis Mitte September. Dann haben auch die meisten bulgarischen Schüler Ferien. Außerhalb dieser Saison geht es ruhig zu, viele Hotels und Lokale schließen. Im Juli und August wird es ausgesprochen heiß. Helle Haut wird da schnell zum Opfer der Sonne.

Medien

Alle Hotels verfügen über Satellitenempfang oder Kabel-TV. Europäische Presse kommt meist einen Tag nach eigentlichem Erscheinungsdatum in die Kioske, da sie eingeflogen werden muss. Nur die Bild-Zeitung wird in der Saison in Varna gedruckt und erscheint tagesaktuell. Die Regionalbibliothek Pentcho Slavejkov in Varna unterhält gemeinsam mit dem Goethe Institut einen Deutschen Lesesaal (Slivnica 34 | Tel. 052 658452 | www.libvar.bg).

Mietwagen

Bulgarische Anbieter haben deutlich günstigere Preise als internationale Firmen, aber oft auf Kosten der Wagenqualität. Am besten das Angebot vorher gut prüfen (rentacarbulgaria.net | rent-a-car-varna.info | www.tany97.com). Die Tagesmiete plus Kilometergeld liegt bei 20 bis 30 Euro. Der Liter Benzin kostet ca. 1,40 Euro.

Notruf

Die einheitliche europäische Notrufnummer lautet 112. Weiterhin aktiv sind auch die nationalen Hilfetelefone: Feuerwehr Tel. 160, Notarzt Tel. 150, Polizei Tel. 166.

Öffentliche Verkehrsmittel

Das Busnetz an der bulgarischen Küste ist gut ausgebaut. In den Hotels finden Sie Informationen zu den aktuellen Fahrplänen und Reisezielen. Die Fahrkarte wird zumeist beim Fahrer gelöst, für den Nahverkehr auch an Sonderschaltern oder Zeitungskiosken. Von den Bahnhöfen Varna und Burgas fahren im Fernverkehr Züge regelmäßig ins Landesinnere.

Öffnungszeiten

Banken und Behörden arbeiten in der Regel zwischen 9 und 17 Uhr, Museen Di bis So von 10 bis 17 Uhr. Im Winter gelten kürzere Arbeitszeiten. Kleinere Restaurants haben in der Saison keine festen Öffnungszeiten. Geöffnet wird meist täglich ab 10 Uhr, solange die Gäste ihren Spaß haben. In den Hotelkomplexen und Großstädten sind die Arbeitszeiten ausgewiesen. Nach der Saison schließt die Mehrheit der Lokale und Hotels. Die Saison ist wetterabhängig und dauert meist von Ende Mai bis Oktober.

Post

Postämter haben üblicherweise Mo bis Fr von 8 bis 18 und Sa von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Briefmarken für eine Karte nach Westeuropa kosten etwa 50 Cent.

Preise & Währung

Die bulgarische Währungseinheit ist der Lev (plural Leva). Er ist mit einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden. Ein Euro entspricht laut Bulgarischer Nationalbank 1,95583 Leva. Geringe Tagesabweichungen je nach Tauschgebühren sind möglich. Der Lebensstandard ist in Bulgarien deutlich niedriger als in Westeuropa. In den Touristenregionen ist dies seltener zu spüren, da die Preise oft bewusst angehoben werden. Obst und Gemüse gibt es frisch und günstig auf dem Bauernmärkten, Lebensmittel und Spirituosen in den Supermärkten der größeren Ortschaften, Kosmetik und Kleidung in den Shoppingmalls der Städte. Urig und Preiswert tafeln Sie in Ortschaften, in den die Einheimischen ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen und der Urlauber nicht im Mittelpunkt steht.

Strom

Für das ganze Land gelten 220 Volt/50 Hertz Wechselstrom mit normalen Steckdosen. Wenn Sie abweichende Elektrogeräte mitbringen, vergessen Sie den Adapter nicht.

Taxi

Das Taxameter ist Pflicht, ebenso das Ausdrucken eines Belegs bei der Ankunft am Ziel. Fragen Sie vor der Fahrt nach dem Preis - im Hotel oder direkt beim Fahrer. Die Taxifirmen sind verpflichtet den Preis pro Kilometer, für Wartzeiten sowie den Anfangspreis sichtbar an einer Tafel rechts am Armaturenbrett oder auf einem Sticker am rechten Fenster neben der C-Säule anzubringen. Ist ein frecher und dreister Preis ausgewiesen, muss er auch bezahlt werden, denn er war angegeben. Selbst Bulgaren gehen oft in diese Falle. Geht der Taxameter nicht oder läuft er verdächtig schnell, steigen Sie aus. Für kürzere Entfernungen oder mit mehreren Fahrgästen lohnt es sich durchaus, das Taxi anstelle des Busses zu nehmen, denn der Kilometerpreis liegt bei 25-50 Cent. In Kurorten sind oft höhere Preise üblich. Bei größeren Entfernungen können Sie mit dem Taxifahrer verhandeln, denn zwischen Bus und Taxi besteht ernste Konkurrenz.

Telefon & Handy

Die Umstellung Ihres Mobiltelefons auf die bulgarischen Netze erfolgt bei der Einreise automatisch. Wenn Sie häufig innerhalb Bulgariens telefonieren müssen, empfiehlt sich der Kauf einer SIM-Karte. Mit einer bulgarischen Pre-Paid-Karte entfallen die Kosten für eingehende Anrufe.

Die international üblichen Vorwahlen gelten auch in Bulgarien: 0049 für Deutschland, 0043 nach Österreich und 0041 in die Schweiz. Bei Kartentelefonen gib es zwei Betreiber (Bulfon und Mobikom) und damit zwei untereinander nicht kompatible Karten, die an Zeitungskiosken, im Hotel oder in Lebensmittelläden zu kaufen sind. Die internationale Vorwahl für Bulgarien ist 00359.

Trinkgeld

Bulgarisches Servicepersonal in Hotels und Restaurants bekommt in der Regel nur ein minimales Gehalt, denn der Erhalt von Trinkgeld wird von den Arbeitgebern vorausgesetzt. Zwischen fünf und zehn Prozent des Rechnungsbetrages für das Trinkgeld sind üblich. Und es gilt: Je höher die Rechnung, desto geringer der Prozentsatz des Trinkgeldes.

Wasser

Das Leitungswasser hat eine relativ gute Qualität, sollte jedoch nicht getrunken werden. Mineralwasser aus den zahlrechen Quellen Bulgariens ist schmackhaft und preiswert. Trotz des Ausbaus der Wasseraufbereitungsanlagen an der Küste, sollte sparsam mit dem Wasserverbrauch umgegangen werden.

Zeit

In Bulgarien gilt die Osteuropäische Zeit, die Mitteleuropa um eine Stunde voraus ist. Die Umstellung auf Sommerzeit im März sowie die Rückstellung im Oktober erfolgt wie in ganz Europa.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Waren des persönlichen Gebrauchs frei ein- und ausgeführt werden dürfen, u. a. bis zu 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen und 90 l Wein. Für Schweizer Bürger gelten grundsätzlich geringere Mengen. Weitere Infos unter www.zoll.de

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

1. Januar

Neujahr

3. März

Nationalfeiertag

Anfang/Mitte April

Ostern (nach dem orthodoxen Kalender)

1. Mai

Tag der Arbeit

6. Mai

Georgstag - Tag der Armee

24. Mai

Tag der bulgarischen Bildung und Kultur mit Umzügen und Schülerdarbietungen

6. September

Tag der Vereinigung

22. September

Tag der Unabhängigkeit

1. November

Tag der Volksaufklärer

24.-26. Dezember

Weihnachten

Feste & Festivals

Allgemein

Veranstaltungen werden aus Geldmangel oft in letzter Minute abgesagt. Am besten erkundigen Sie sich im Hotel oder im Fremdenverkehrsbüro vor Ort.

Februar

14. Feb.: Trifon Saresan, Fest der Winzer in den Weinanbaugebieten

1. März

Zum Frühlingsanfang schenken sich Bulgaren eine marteniza, rote und weiße ineinander geflochtene Fäden. Sie sollen dem Beschenkten Gesundheit, Glück und Liebe bringen und werden nach Sichtung des ersten Storchs im Jahr an den Ast eines blühenden Baumes gehängt.

Mai

Anfang Mai: Meer & Memories, Varna, www.infovarna.com/smf/index.php

6. Mai: Georgiovden (Georgstag). Außer der offiziellen Militärparade ist zum Tag des Schutzheiligen der Armee privat ein Lammbraten fällig. Moslems begehen den Tag mit Feierlichkeiten im Kloster Arat Teke in Obročište.

21. Mai: Sveti Konstantin und Elena, Fest zu Ehren des Kaisers Constantin, der 313 das Christentum anerkannte. Die Heilige Elena war seine Mutter. Im Strandža-Gebiet zeigen Nestinari ihre Feuertänze.

Juni

Anfang Juni: MediaMixx, die bulgarische Version des Festivals von Cannes, Albena, mediamixx.info

Anfang Juni bis Mitte August: internationales Festival Varnaer Sommer mit klassischen Konzerten, Oper, Ballett, Folklore und Jazz, Varna, www.varnasummerfest.org

Mitte Juni: bulgarischer Kinderliederwettbewerb Süß singende Lerche, Burgas, www.sladkopoinachuchuliga.com

Mitte Juni: Sängertreffen Strandža singt, Gramatikovo

Klassische Konzerte in den Höhlen von Madara

Internationales Festival orthodoxer Musik, Pomorie, www.orthodoxvoices.org

Festival Prozess-Raum in Balčik: Musik, Theater, Performance, Multimedia

Juli

Anfang Juli: Internationales Kinderfolklorefestival, Ravda

Anfang Juli: Internationales Kurzfilmfestival, in Balčik im Schloss, www.inthepalace.com

August

Spirit of Burgas: Dank MTV eines der wichtigsten neuen Musikevents Südosteuropas, www.spiritofburgas.com

Ende August/Anfang September: internationales Filmfestival Love Is Folly, Varna, loveisfolly.ida.bg

1.-10. September

Apollonia - das Festival in Sozopol mit Theater, Klassik, Jazz und Rock ist Kult und absoluter Szenetreff, www.apollonia.bg

Oktober

Anfang Oktober: Internationales Puppentheaterfestival Goldener Delphin, Varna, www.vnpuppet.com/en/golden-dolphin

Festival des bulgarischen Films Goldene Rose seit 1961, Varna

Bloss nicht

Auf Gesten vertrauen

Die Kopfreaktionen der Bulgaren sind für Urlauber total irreführend. Das zustimmende Nicken und verneinende Kopfschütteln wird in Bulgarien nämlich genau entgegengesetzt gedeutet: Nicken bedeutet nein, Kopfschütteln ja. Am besten, Sie bemühen sich um eine verbale Verständigung mit Da (ja) und Ne (nein).

Außerhalb der Strände baden

Viele Urlauber überschätzen ihre Kondition und gehen außerhalb der bewachten Strände ins Meer. Vor allem an der felsigen Küste kommt es oft zur sogenannten Todesströmung, die den Badenden immer weiter ins offene Meer treibt. Außerdem können Sie von plötzlich auftretenden hohen Wellen schnell gegen einen Felsen geschleudert und schwer verletzt werden. Oder Sie schwimmen weit hinaus und gelangen unerwartet in eine eiskalte Strömung, die die Glieder erstarren lässt. Im Süden von Sozopol erinnert ein von den Einheimischen als Germankata (Die Deutsche) bezeichneter Felsen an eine Leistungsschwimmerin, die nicht wieder aus dem Wasser kam.

Auf der Straße tauschen

Die illegalen Devisenhändler betrügen Sie mit absoluter Sicherheit. So sehr Sie auch aufpassen, die flinken Tricks und die exzellent gearbeiteten Blüten werden immer viel zu spät erkannt. Vorsicht auch bei den Wechselstuben! Schauen Sie genau, ob eine Provision verlangt wird und wie hoch sie ist. Auch auf die Wechselkurse achten! Gauner schreiben z. B. oft anstatt von 1,955 BGN pro Euro 1,1955 pro Euro. Bei der eindeutigen optischen Täuschung haben dennoch Sie den Schwarzen Peter in der Hand, denn der Kurs war ausgewiesen. Am besten, Sie tauschen in einer Bank oder im Hotel.

Alkohol am Steuer

Offiziell sind in Bulgarien für Autofahrer zwar bis 0,5 Promille erlaubt. Dennoch sollten Sie Alkohol am Steuer lieber ganz meiden. Die Messgeräte sind oft veraltet und ungenau. Das kann eher negative Folgen haben. Im Zweifelsfall ist eine sofortige Blutprobe im nächstliegenden Krankenhaus fällig. Wenn dann noch Verständigungsprobleme auftauchen, kann es brenzlig werden. Diesen unnötigen Stress sollten Sie sich im Urlaub ersparen.

Auf der Straße Schnaps und Wein kaufen

Oft bieten Straßenverkäufer und Händler auf den Bauernmärkten scheinbar edle Tropfen zu Spottpreisen an. Vorsicht! Diese Getränke sind meist gepanscht und damit nicht nur wertlos, sondern auch gesundheitsschädlich. Häufig ist schon die fehlende Banderole ein Hinweis auf die Fälschung. Lassen Sie diese Getränke links liegen.

Bücher & Filme

Schwarzes Meer

Neal Aschersons Buch gibt einen spannenden Einblick in die Geschichte der Völker am Schwarzen Meer, über Jahrtausende die Grenze zwischen Europa und Asien

Die letzte Welt

Christoph Ransmayrs Held, der Römer Cotta, reist ans Schwarze Meer, um den verbannten Dichter Ovid zu suchen

Hamburg - Varna und zurück?

Mit tollen Charakteren und viel Humor nähert sich Ingrid Deors Roman der Bulgarischen Schwarzmeerküste von der kriminalistischen Seite

Bulgarien. Europas Ferner Osten

Stefan Appelius' Erklärung, warum in Bulgarien die Uhren oft ganz anders ticken

Heimlichkeiten

In dem deutsch-bulgarischen Kriminalfilm von Wolfgang Staudte (1968) sucht eine Expedition an der Schwarzmeerküste nach verschollenen Schätzen aus gesunkenen Schiffen

Die antike Münze (1965)

Der junge Manfred Krug spielt einen DDR-Lehrer, der auf der Spur einer alten Münze am Goldstrand die große Liebe findet

Magna Aura - die verschwundene Stadt

Die Kinderfernsehserie von 2006 mit Gunter Schoß in der Hauptrolle wurde u. a. in Sinemorec gedreht

Hammerhead: Shark Frenzy

US-Horrorfilm der B-Klasse von Michael Oblowitz (2005) um einen Stammzellen-Forscher. Die Schwarzmeerküste mimt eine einsame Insel im Pazifik

6-13 °C
3 h/Tag
13 °C

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 11:20 Uhr

Anreise

22h 10min
1d 1h 22min
2h 35min
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