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Reiseführer
Dolomiten

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Die Einzigartigkeit der Landschaft – auch dank dieser Eigenschaft wurden die Dolomiten von der Unesco zum Welterbe erklärt. Eine einmalige Komposition ist diese Bergwelt, in der dichte Wälder und idyllische Hochtäler von markanten Gipfeln überragt werden. Es sind besondere Berge, die durch ihre unterschiedlichen Formen, ihre Gesteinssorte und die Ruhe und Beständigkeit faszinieren, die sie ausstrahlen. Dabei ist es eine Sache, die berühmten Dolomitengipfel auf Bildern zu sehen, oder tatsächlich das Schlernmassiv oder die Marmolada, den höchsten Dolomitengipfel, aus der Nähe zu erleben, verborgene Seen zu entdecken und die Menschen, die auf der Höhe oder in den Dolomitentälern leben, kennenzulernen. Die Abgrenzung des Gebietes folgt markanten natürlichen Linien: im Nordwesten dem Eisacktal, dem Pustertal im Norden, und den Flüssen Piave im (Süd-)Osten und Sarca im Westen. Die Täler, oft durch mächtige Dreitausender voneinander getrennt, haben unterschiedliche Charakterzüge entwickelt. Das Pustertal ist grün und waldreich, das Eisacktal stellenweise eng und dunkel, mit zerklüfteten Hängen. Das Piavetal weitet sich in der Gegend von Pieve di Cadore, und das Tal der Sarca schmiegt sich an die Adamello- und Brentagruppe.

In diesem Gebiet, das sich von Lienz bis nach Brixen und Bozen sowie Trient im Süden und im Osten bis Belluno erstreckt und flächenmäßig etwa halb so groß ist wie Hessen, haben sich unter den Dolomitenbewohnern unterschiedliche Bräuche entwickelt, schließlich waren bestimmte Täler jahrhundertelang voneinander getrennt. Gemeinsam sind ihnen aber unzählige Sagen und märchenhafte Geschichten, inspiriert durch die Landschaft und die Formenvielfalt der Dolomitengipfel: die verzauberten, zu Stein erstarrten Fabelwesen in den Felsspitzen des Latemar, das schlafende Gesicht des Rosengartens oder das Parlament der Murmeltiere auf der Fanesalm. Dazu das Abendrot, das die „bleichen Berge“ in fast schon magisches Licht taucht. 

So ist es also die Natur und die enge Beziehung zu ihr, die den gemeinsamen Nenner der Dolomitenbewohner bildet. Ob sie nun Spezialitäten wie die bekannten braunen Bohnen von Lamon züchten, an den Berghängen Kühe und Schafe weiden und hervorragende Käsesorten produzieren oder rustikale Gasthöfe, gemütliche Hotels und Schutzhütten betreiben, die Landschaft ist ihre Existenzgrundlage. Und wenn die Bewohner einmal die Enge der Berge verlassen, um über den Tellerrand zu blicken, kommen viele auch gerne zurück; darunter so bekannte Persönlichkeiten wie der Extrembergsteiger Reinhold Messner, für den die Dolomiten die schönsten Berge der Welt sind. 

Geschichte

  • 40 000–7000 v. Chr.

    Besiedlung durch frühsteinzeitliche Jäger. Funde: Silex-Feuersteinwerkzeuge (Monte Avena), Grabbeigaben (Villabruna di Val Rosna) und das Skelett des „Uomo di Mondevàl“

  • 15 v. Chr.

    Feldzug des Drusus: Eingliederung der nördlichen Dolomitengebiete ins Römische Reich (Rätien)

  • 14.Jh.

    Die Habsburger übernehmen die Herrschaft über die Grafschaft Tirol

  • 1796–1814

    Tirol und Venetien werden nach napoleonischer Besatzung 1805 zwischen Bayern und Italien aufgeteilt

  • 1815

    Österreich erhält nach dem Wiener Kongress weite Teile Oberitaliens

  • 1866

    Die Provinz Belluno kommt nach dem Krieg gegen Österreich zum Königreich Italien

  • 1918

    Nach dem Ersten Weltkrieg erhält Italien das Gebiet südlich des Alpenhauptkamms

  • 1922–43

    Italienisierungspolitik der Faschisten in Trentino-Südtirol

  • 1943–45

    Deutsche Truppen halten das Alpenvorland besetzt

  • 1946

    Das Abkommen zum Schutz der Minderheiten in Trentino-Südtirol wird von Italien nur zögernd umgesetzt

  • 1972

    Ein neues Autonomiestatut für Trentino-Südtirol räumt den Minderheiten weitgehende Sonderrechte ein

  • 2006

    Beginn der Arbeiten am 56 km langen, alpenquerenden Brennerbasistunnel. Voraussichtliches Ende: 2025

  • 2012

    Die Unesco bestätigt nach positiver Kontrollinspektion den Welterbestatus, den die Dolomiten drei Jahre zuvor erhalten hatten

Zum Wohlbefinden trägt auch das Klima bei, das hier auf der Südseite der Alpen eine angenehme Mischung bietet: Die kühlen, rauen Winde aus dem Norden werden vom Alpenhauptkamm abgefangen, vom Mittelmeer her kommen wärmere Luftströme und sorgen für viele Sonnentage. So verwundert es nicht, dass mit der Erschließung der Region durch Bahnen und Straßen auch rasch der Tourismus einsetzte. Zuvor aber ließ der französische Marquis Déodat de Dolomieu Ende des 18.Jhs. bei seinem Aufenthalt in Tirol einen der weißen Steine der Gegend von einem Chemiker analysieren: Das später nach ihm benannte Gestein besteht aus Calcium-Magnesiumcarbonat, dadurch unterscheidet sich der Dolomit vom gewöhnlichen Kalkstein. Die Geburtsstätte des Dolomits ist das Meer, das vor rund 200 Mio. Jahren die Gegend bedeckte. Aus Ablagerungen kalkhaltiger Muschelschalen, abgestorbener Meerestiere und Korallen formten sich auf dem vulkanischen Urgestein Erhebungen, die später durch die Kollision der Kontinentalplatten einen gewaltigen Schub in die Höhe erhielten. Nach der letzten Eiszeit vor ca. 10 000 Jahren entstand schließlich eine paradiesische Kulisse aus Gipfeln, Hängen und Wäldern. 

In diesem Gebiet, das sich von Lienz bis nach Brixen und Bozen sowie Trient im Süden und im Osten bis Belluno erstreckt und flächenmäßig etwa halb so groß ist wie Hessen, haben sich unter den Dolomitenbewohnern unterschiedliche Bräuche entwickelt, schließlich waren bestimmte Täler jahrhundertelang voneinander getrennt. Gemeinsam sind ihnen aber unzählige Sagen und märchenhafte Geschichten, inspiriert durch die Landschaft und die Formenvielfalt der Dolomitengipfel: die verzauberten, zu Stein erstarrten Fabelwesen in den Felsspitzen des Latemar, das schlafende Gesicht des Rosengartens oder das Parlament der Murmeltiere auf der Fanesalm. Dazu das Abendrot, das die „bleichen Berge“ in fast schon magisches Licht taucht.

So ist es also die Natur und die enge Beziehung zu ihr, die den gemeinsamen Nenner der Dolomitenbewohner bildet. Ob sie nun Spezialitäten wie die bekannten braunen Bohnen von Lamon züchten, an den Berghängen Kühe und Schafe weiden und hervorragende Käsesorten produzieren oder rustikale Gasthöfe, gemütliche Hotels und Schutzhütten betreiben, die Landschaft ist ihre Existenzgrundlage. Und wenn die Bewohner einmal die Enge der Berge verlassen, um über den Tellerrand zu blicken, kommen viele auch gerne zurück; darunter so bekannte Persönlichkeiten wie der Extrembergsteiger Reinhold Messner, für den die Dolomiten die schönsten Berge der Welt sind.

Zum Wohlbefinden trägt auch das Klima bei, das hier auf der Südseite der Alpen eine angenehme Mischung bietet: Die kühlen, rauen Winde aus dem Norden werden vom Alpenhauptkamm abgefangen, vom Mittelmeer her kommen wärmere Luftströme und sorgen für viele Sonnentage. So verwundert es nicht, dass mit der Erschließung der Region durch Bahnen und Straßen auch rasch der Tourismus einsetzte. Zuvor aber ließ der französische Marquis Déodat de Dolomieu Ende des 18.Jhs. bei seinem Aufenthalt in Tirol einen der weißen Steine der Gegend von einem Chemiker analysieren: Das später nach ihm benannte Gestein besteht aus Calcium-Magnesiumcarbonat, dadurch unterscheidet sich der Dolomit vom gewöhnlichen Kalkstein.Die Geburtsstätte des Dolomits ist das Meer, das vor rund 200 Mio. Jahren die Gegend bedeckte. Aus Ablagerungen kalkhaltiger Muschelschalen, abgestorbener Meerestiere und Korallen formten sich auf dem vulkanischen Urgestein Erhebungen, die später durch die Kollision der Kontinentalplatten einen gewaltigen Schub in die Höhe erhielten. Nach der letzten Eiszeit vor ca. 10 000 Jahren entstand schließlich eine paradiesische Kulisse aus Gipfeln, Hängen und Wäldern. 

In den fruchtbaren Talsohlen siedelten zunächst Jäger, dann Bauern, ihnen folgten im Lauf der Jahrhunderte verschiedene Herrschaftssysteme: von den Römern über Kleinstaaten bis hin zu Bischofs- und Fürstentümern. Die Städte am Rand der Bergregion entwickelten sich zu Residenzstädten geistlicher und weltlicher Fürsten, wie Trient und Brixen, oder zu wichtigen Handelszentren, wie Bozen und Belluno. Bedarf an den Dolomitenrohstoffen Eisen und Kupfer war im Mittelalter überall gegeben, und Venedig brauchte die kostbaren Lärchen aus Belluno für den Schiffsbau. Bei Feltre führte die Via Claudia Augusta, eine römische Heeresstraße, über die Alpen nach Augsburg. Im 19.Jh. wurden die Verbindungswege unter österreichischer Herrschaft ausgebaut und viele Arbeitsplätze für die Belluneser geschaffen.

Mit dem Ausbau der Infrastruktur begann auch der Tourismus, neben Kleinindustrie, Handwerk und Landwirtschaft heute ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die Schönheit der Natur lockt die Urlauber in die grünen, mal dicht besiedelten, mal entlegenen und einsamen Täler. Unzählige Wege führen in Wälder und Naturparks, zu türkisfarbenen Seen, in denen sich die Gipfel der Berge spiegeln, die sie schützend umgeben. Mit der steinernen Landschaft oberhalb der Baumgrenze beginnt ein eigenes, gigantisches Reich für sich. Die Wege an den Kanten der massiven Berge entlang geben den Blick frei auf tiefe Täler und ihre Flussläufe. Aber auch die Städte haben sich zu Publikumsmagneten entwickelt. Das gilt nicht nur für Bozen mit der Gletschermumie „Ötzi“ im Archäologiemuseum, sondern auch für Gröden und seine Schnitzkunst, Lienz mit dem Schloss Bruck, Trient mit dem Domplatz oder Cortina d’Ampezzo, das von den Italienern „Königin der Dolomiten“ genannt wird. 

Geadelt wurden die formschönen Naturmonumente am 26.Juni 2009: Die Dolomiten wurden von der Unesco als landschaftlich, geomorphologisch und geologisch einzigartig bewertet und in die Liste des Welterbes aufgenommen. Insgesamt gehören dazu neun Berggruppen, darunter bereits geschützte Gebiete wie der Naturpark Sextner Dolomiten mit den berühmten Drei Zinnen, der Naturpark Fanes-Sennes-Prags sowie Besonderheiten wie die Bletterbachschlucht und die Marmoladagruppe. Ob und wann Sie sich auf Weltnaturerbegebiet befinden, sehen Sie in der ausführlichen Dokumentation, die zum Download auf der offiziellen, englischsprachigen Website www.dolomiti-unesco.org bereitsteht. Die herausragende Auszeichnung ist aber auch mit Verantwortung verbunden, die sich etwa in einer besondere Form von Tourismusmanagement äußert. Die Stiftung „Dolomiti-Dolomiten-Dolomites- Dolomitis Unesco“ soll eine aufeinander abgestimmte Führung und Entwicklung des Welterbeguts gewährleisten. Da sich das Gebiet der Dolomiten auf verschiedene Provinzen erstreckt, sorgt neben einem breiten Freizeitangebot auch die kulturelle Vielfalt für besondere Spannung.

Im Sommer zum Wandern und Klettern in die Berge, im Winter zum Skifahren, so sah die Planung früher aus. Allerdings lassen sich die „Tourismusgezeiten“ in den Dolomiten in dieser Deutlichkeit nicht mehr gegeneinander abgrenzen. Die Hauptbesuchszeit von April bis Ende Oktober mündet mittlerweile fast nahtlos in die Wintersaison. Die zentrale Urlaubszeit der Italiener selbst ist nach wie vor ferragosto: Rund um den 15.August ist auch in Norditalien die Reiseflut der Einheimischen zu spüren und nicht selten alles ausgebucht – oder, im Gegenteil, wegen Urlaubs geschlossen. Dass die Dolomiten somit das ganze Jahr über eine Reiseattraktion darstellen, ist ein wichtiger Faktor. Es gilt, eine naturverträgliche Nutzung der Landschaft gerade in jenen Gebieten zu entwickeln, die vom Tourismus bereits übermäßig genutzt werden. Die enge Beziehung zwischen Mensch und Umwelt zeigt sich in den Dolomiten besonders deutlich, und jeder Spatenstich, jeder Eingriff von Menschenhand kann das bestehende Gleichgewicht zerstören. Jetzt kommt es auf ein Umdenken in Richtung nachhaltige Entwicklung und sanfter Tourismus besonders an.

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