
Reiseführer Dänemark Nordseeküste

Nichts als Himmel und Meer, grenzenloses Blau, schnell ziehende weiße Wölkchen. Ja … man könnte lyrisch werden, wenn man im Sommer vom weiten Strand der dänischen Westküste aufs Meer schaut: „Das ist‘s, was mich hier so entzückt: / Diese unbedingte Weite, / dieser Horizont in Tief‘ und Breite / verschwenderisch hinausgerückt.“ Der Dichter Christian Morgenstern hat die passenden Worte gefunden.
Es kann hier aber auch anders zugehen: der Horizont im Dunst verschwimmend, die See graugrün und wellenbewegt, wirbelnder Sand am Strand, Dünen und Kliffe windumtost. An solchen Tagen wird deutlich, wie sehr Jütlands Nordseeküste den Naturgewalten ausgesetzt ist. Doch man kommt ja wegen der schönen Tage hierher, und von denen gibt es viele übers Jahr: Wenn die Wintersonne strahlt, ist die Luft glasklar und nordseefrisch; an milden Sommertagen ist das Meer unter dem hohen Himmel von strahlendem, tiefem Blau und brandet sanft an den Strand.
Der Strand? Endlos!
Sieht man von den extrabreiten Sandstreifen der beiden Wattenmeerinseln Rømø und Fanø ab, beginnt dieser Strand nördlich des Nationalparks Wattenmeer an Dänemarks westlichstem Punkt, Blåvandshuk. Er zieht sich über etwa 370 km bis zur Landspitze Grenen, wo Vesterhavet (Nordsee) und Østersøen (Ostsee) aufeinandertreffen. An den Sandstreifen schließt sich ein breiter Dünengürtel an, hinter dem mehr oder weniger große Küstenwälder liegen, die sogenannten Plantagen. An ein paar Stellen wird diese harmonische, gleichförmige Küstenlandschaft zu einer dramatisch aufragenden, imposanten Steilküste.
Geschichte
Mitte 6.Jh.
Erste Besiedlung Jütlands
860
Skandinaviens erste christliche Kirche in Ribe
1397–1523
Dänemark, Norwegen und Schweden sind in der Kalmarer Union vereinigt
1849
Dänemark wird konstitutionelle Monarchie
1864
Deutsch-Dänischer Krieg: Schleswig und Holstein werden preußisch
1920
Volksabstimmung: Nordschleswig wird dänisch, Südschleswig bleibt deutsch
1940–45
Deutsche Besetzung; Errichtung des Atlantikwalls
1972
Margrethe II. wird Königin
1973
EU-Beitritt Dänemarks
2008/2010
Einweihung der Nationalparks Thy/Dänisches Wattenmeer
2014
Wattenmeer wird Welterbe
2023
Die Offshore-Windparks Vesterhav Syd und Nord gehen in Betrieb
2024
Margrethe II. dankt ab, Frederik X. wird König
Ab Thyborøn, wo der gleichnamige Kanal die Küstenlinie durchbricht, schneidet der Limfjord auf 180 km Länge Jütland in zwei Teile und schafft so Dänemarks zweitgrößte Insel: Nørrejyske Ø (4685 km2). Hier liegt das südliche Ende des Nationalparks Thy, an den sich die weit geschwungene, wegen vieler Schiffshavarien so genannte Jammerbucht anschließt. Schließlich endet die Küstenlinie in der Wanderdünenwildnis bei Skagen an Dänemarks Nordspitze.
Weltnaturerbe Wattenmeer und Weltkriegserbe Bunker
Das Strandleben beschränkt sich übrigens nicht auf (Sonnen-)Baden, Sporttreiben und Wandern am Flutsaum: An einigen Stellen darf man den festen Sand mit dem Auto befahren, wovon die Dänen regen Gebrauch machen. Will man doch keine die Natur zerstörenden Asphaltschneisen durch Dünen und Plantagen schlagen und außerdem den Verkehr in diesen Gebieten begrenzen. An wenigen Stellen wird noch die traditionelle Küstenfischerei betrieben, bei der die Fischkutter mit einer Winde auf den Strand gezogen werden. Und beinahe überall sind die strandnahen Dünen von den Bunkern des sogenannten Atlantikwalls durchsetzt – etliche davon sind heute Teil von Museen zum Thema Zweiter Weltkrieg. Neben diesem zwangsweise angenommenen Erbe aus Beton und Stahl existiert ein ungleich wertvolleres aus Salzwasser, Sand, Schlick und Millionen von Lebewesen: der dänische Teil des Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer, geschützt im Nationalpark Vadehavet (nationalparkvadehavet.dk), dem größten der fünf dänischen Nationalparks.
Badeorte, Fischerhäfen und hübsche Städtchen
An der gesamten Westküste urlaubt man vorwiegend in Ferienhäusern – etwa 53 000 verteilen sich in den Dünen und Küstenwäldchen zwischen den Badeorten, von denen über 17 000 vermietet werden. Andere Urlauber campen, wieder andere logieren in kleinen Hotels oder in einer jener Apartmentanlagen, die Teil eines Freizeitparks sind – ein Ferienfest für Kids. Reichlich was los ist auch in den größeren Seebädern wie Søndervig, Løkken oder Blokhus, das Actionangebot, vor allem das sportive, reicht von Angeln und Biken über Golfen bis Reiten und Windsurfen. Bei Schlechtwetter sorgen Spas und Spaßbäder für Abwechslung.
Einfach nur dasitzen und aufs Meer schauen
Wer aber nur wegen Nordsee, Strand und Sport kommt, verpasst so einiges! Sightseeing in den Häfen an der Küste und am Limfjord zum Beispiel: In den Marinas liegen Motoryachten, an den Kaimauern bunte Fischkutter. In Hanstholm oder Skagen ankern die großen Hochseetrawler, in Hirtshals legen außerdem die Fähren nach Norwegen und Island ab, und Esbjergs Hafen ist ein Zentrum der Windpark-Logistik. Doch vor allem im Hinterland offenbart sich der ganze Charme Westjütlands. Zwischen Esbjerg und Aalborg sind in eine von Auen durchzogene und mit kleinen Seen gesprenkelte Landschaft hyggelige Dörfer mit gemütlichen kros (Gasthäuser) und sehenswerten Kirchen hineingetupft. Im Vergleich zur deutschen Nordseeküste drehen sich viele Windräder draußen auf dem Meer. Auch die Zentren der Region sind umgeben von Feldern, Wiesen und Wäldern: lebendige Städte wie Tønder und Ribe mit einer jahrhundertealten Geschichte, Ringkøbing und Lemvig mit ihren Fjordhäfen, Holstebro und Hjørring mit Streetlife, Boutiquen und Designshops.
Wer nun weder bummeln noch baden möchte, für den gibt es eine bedenkenswerte Alternative: mal runterkommen. Einfach mal nur dasitzen und aufs Meer schauen, mit sich und der Natur alleine. Für diese Form der Tiefenentspannung findet sich an der dänischen Nordseeküste immer ein Plätzchen – auch in der Hochsaison, wenn hier alles brummt.
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