Provence

Überblick

Entdecken Sie die Provence!

Die Provence ist ein Fest für all Ihre Sinne: Weiße Felsen, blaues Meer, rosafarbene Flamingos, schwarze Stiere, grüne Kiefern und violette Lavendelfelder betören das Auge. Wilde, würzige Kräuter, saftiges, süßes Obst, frische Fische oder Meeresfrüchte und wunderbare Weine schmeicheln Nase und Gaumen. Natur und Kultur, Meer und Berge, Trubel in den Städten und Stille im Hinterland, Tradition mit Zeugnissen der Römerzeit und Avantgarde mit Festspielen oder moderner Architektur: Die Region spielt mit den Gegensätzen und zeigt Ihnen zu allen Jahreszeiten ihren Charme.

Das mediterrane Klima ist der große Trumpf der Region. Der Sommer hält, was sein Name verspricht. Und wird es einmal brütend heiß, sorgt der Wind für Erfrischung. Aber selbst im Winter sind in den Städten die Straßencafés für die kleine Tasse Kaffee oder den Aperitif gefragt, denn auch in der kalten Jahreszeit scheint oft die Sonne. Schnuppern Sie im Tal der Rhône die klare Luft, der der alles beherrschende Mistralwind jede Trübung nimmt: Sie lässt das Licht auf weißem Kalkstein tanzen, gelbe Sonnenblumen oder blauvioletter Lavendel leuchten auf den Feldern. Staunen Sie über Bilderbuchdörfer mit platanenbestandenen Plätzen wie Grignan oder Lourmarin, die sich im Schatten von mächtigen Schlössern ducken und auf denen das Klacken der Boulekugeln den gemächlichen Rhythmus vorgibt. Lassen Sie sich verzaubern von Städten, die wie Aix, Avignon, Arles oder Marseille den Reichtum der Vergangenheit mit großen Palästen, Prachtstraßen und Arenen vor Ihnen ausbreiten. Lassen Sie Ihre Phantasie spielen, wenn Sie daran denken, dass Sie auf den Spuren von Cäsar, von Päpsten oder von großen Künstlern wandeln. Und schließlich das Meer! Es öffnet an der Küste – mit kilometerlangen Sandstränden in der Camargue und kleinen Felsbuchten bei Marseille – das Tor zur weiten Welt.

Die Provence beeindruckt immer wieder mit ihren Gegensätzen: einerseits die schroffen Felsklippen der Calanques mit ihren grünen Kiefern unter dem blauen Himmel am Stadtrand von Marseille und andererseits das weite Sumpfland der Camargue, in dem die schwarzen Stiere, die rosafarbenen Flamingos und die weißen Pferde zu Hause sind. Zum einen die fruchtbaren Täler am Ufer der großen Flüsse Durance oder Rhône und zum anderen die kargen Hochebenen im Hinterland mit der Garrigue, dem Gestrüpp aus Heide, immergrünen Eichen, Disteln und duftenden Kräutern wie Thymian oder Rosmarin. Wie Tag und Nacht sind auch stille römische Ausgrabungsstätten in Glanum bei Saint-Rémy und der geschäftige, hypermoderne TGV-Bahnhof im Niemandsland zwischen Aix und Marseille.

Die Provence birgt so viele Schätze, dass sie einen Künstler wie Paul Cézanne ein Leben lang fesselte. Dabei hat sich der Vater der modernen Malerei in seiner Kunst lediglich auf einen kleinen Ausschnitt dieser Landschaft beschränkt und sich bei der Suche nach Motiven auf seine Heimatstadt Aix, das Sainte-Victoire-Gebirge, das Städtchen Gardanne und den Fischerhafen L'Estaque bei Marseille konzentriert.

Es ist schwer, heute eindeutige Grenzen der Provence zu definieren, die Kaiser Augustus kurz vor Christi Geburt erstmals Provincia Gallia Narbonensis getauft hat. Die Provence gehört zu einer der 22 französischen Regionen, nämlich zur Provence-Alpes-Côte d'Azur mit der hässlichen Abkürzung „PACA“. Ihren Verwaltungssitz hat sie in Marseille. Dieser Artikel legt seinen Schwerpunkt auf die Departements Bouches-du-Rhône mit Marseille als Hauptstadt, Vaucluse rund um Avignon, einen großen Teil der Alpes-de-Haute-Provence südwestlich von Digne-les-Bains und schließt mit Bandol und Sanary-sur-Mer auch einen Teil des Departements Var ein. Außerdem greift dieser Artikel über die Provence im engeren Sinn hinaus, indem er die Drôme Provençale zwischen Montélimar und Nyons im Norden, die verwaltungstechnisch zur Region Rhône-Alpes gehört, ebenso einbezieht, wie er für die Ardèche, den Pont du Gard und Nîmes einen Abstecher nach Westen über die Rhône macht, die häufig als westliche Grenze der Provence betrachtet wird.

Kaum eine andere Landschaft Europas versammelt so viel Kultur aus allen Epochen auf so engem Raum. Immer wieder, auch jetzt noch im 21. Jh., werden in Aix-en-Provence, Arles oder Avignon Überreste von Theatern oder Gartenanlagen aus der Römerzeit gefunden. Die Provence ist aber nicht in der Vergangenheit stehen geblieben, sondern bietet in der High-Tech-Industrie rund um Aix und Marseille Arbeitsplätze der Zukunft. La Ciotat hat nach dem Untergang der Werften den Wandel eingeleitet und kümmert sich mit kleinen Spezialunternehmen im alten Hafen um Luxusyachten. Und Marseille baut im Hafenviertel mit millionenschweren EU-Subventionen rund um die Docks de la Joliette, die umgebauten alten Lagerhallen, das Dienstleistungszentrum Euroméditerranée.

Trotz moderner Infrastruktur in den Städten bleibt die Provence dabei von der Landwirtschaft geprägt. Im mediterranen Klima gedeiht fast alles, weil ein ausgeklügeltes Kanal- und Stauseensystem für Wasser im Überfluss sorgt. Die Landwirte, Obst- und Weinbauern haben die Zeichen der Zeiterkannt: Die Provence zählt zu den französischen Regionen, in denen Bioprodukte die höchsten Zuwachsraten haben. Das Ergebnis auf den Tausenden kleinen oder großen Märkten ist so gesund wie farbenprächtig. Unterregionen wie die Drôme Provençale, der Luberon oder die Alpilles gehören mit ihren Wander- und Radwegen, der Ausweisung von Schutzgebieten oder der Absage an Bettenburgen und der Förderung kleiner Strukturen zu den Vorreitern für den tourisme vert, wie die Franzosen den umweltverträglichen Tourismus nennen.

Entdecken Sie die Provence auf der Fährte der großen Maler des 19. und 20. Jhs. wie van Gogh, Cézanne, Braque und Picasso, bei den großen Sommerfestspielen in Arles, Avignon (Theater), Aix-en-Provence (Oper) oder La Roque-d'Anthéron (Klavier) und auf den Spuren der Vergangenheit wie in den Römerstädten Arles, Nîmes, Orange oder Vaison-la-Romaine. Entdecken Sie auch die Schätze der Drôme, die mit den Weinbergen von Vinsobres oder den Olivenhainen von Nyons ein Geheimtipp geblieben ist. Erobern Sie die quicklebendigen Städte wie Marseille, Avignon oder Aix-en-Provence, flanieren Sie in den mustergültig renovierten Dörfern des Luberon oder der Alpilles, genießen Sie das ganz normale Alltagsleben in der kargen und deswegen so reizvollen Hochprovence zwischen Forcalquier und den Schluchten des Verdon! Staunen Sie über die Ausblicke vom Gipfel des Mont Ventoux, der Montagne de Lure, der Sainte-Baume oder der Sainte-Victoire, und stürzen Sie sich für ein erfrischendes Bad ins Meer bei Saintes-Maries-de-la-Mer, Marseille oder La Ciotat!

Die Provence wartet darauf, dass ihre Reichtümer entdeckt werden, in aller Ruhe und zu jeder Jahreszeit. Nehmen Sie sich die Zeit – Paul Cézanne hat schließlich sein ganzes Leben damit verbracht, dem Zauber seiner Heimat auf die Spur zu kommen.

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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Donnerstag / 20.02.2020
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Nachmittags
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Abends
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Freitag / 21.02.2020
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Samstag / 22.02.2020
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Anreise

5h 30min
6h 11min
1h 10min
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Provence
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Praktische Hinweis

Anreise

Von Deutschland aus erreicht man die Provence am schnellsten über die A 36, A 39, A 42, A 46 und A 7 (Mulhouse–Besançon–Bourg-en-Bresse–Ostumfahrung Lyon–Valence) oder durch die Schweiz über Zürich–Lausanne–Genf–Lyon. Empfehlenswert, aber teuer sind Autoreisezüge, die im Sommer von Berlin, Hamburg und Hildesheim nach Avignon fahren (www.dbautozug.de).

Der reservierungspflichtige TGV (Train à Grande Vitesse) braucht für die rund 750 km von Paris nach Marseille nur drei Stunden. Bahnhöfe in der Provence: Avignon, Aix-en-Provence und Marseille. www.sncf.com

Avignon (www.avignon.aeroport.fr) wickelt hauptsächlich Flüge aus England ab, der Flughafen von Marseille (www.marseille.aeroport.fr) auch internationale Verbindungen. Er fungiert daneben als Drehkreuz für Billigairlines (www.mp2.aeroport.fr) und ist von Aix-en-Provence schnell zu erreichen. Von dort gibt es Busverbindungen in die größeren Städte wie Aix, Avignon oder Arles. Taxifahrten sind sehr teuer (50 Euro vom Flughafen nach Marseille).

Auskunft
Atout France Französische Zentrale für Tourismus

DeutschlandPostfach100128info.de@franceguide.com

Österreich01 5032892info.at@franceguide.com

SchweizRennweg4280210442174600info.ch@franceguide.com

www.franceguide.com

Comité Régional du Tourisme Provence-Alpes-Côted'Azur

Maison de la RégionLa Canebière61 | Cedex 01 | 0491564700www.decouverte-paca.fr

Comité Départemental du Tourisme de la Drôme

Rue Baudin8260000475821926www.ladrometourisme.com

Comité Départemental du Tourisme du Vaucluse

Rue du Collège-de-la-Croix1284008 | Cedex 1 | 0490804700www.provenceguide.com

Comité Départemental du Tourisme desBouches-du-Rhône

Rue Roux-de-Brignoles13130060491138413www.visitprovence.com

Comité Départemental du Tourisme desAlpes-de-Haute-Provence

Immeuble François MitterrandBP 1700492315729www.alpes-haute-provence.com

Informative Websites

Die Französische Zentrale für Tourismus (de.franceguide.com) präsentiert Informationen in deutscher Sprache und verweist auf Links zu Regionen, Departements und Kommunen. Last-Minute-Angebote im Vaucluse finden sich unter www.degrifprovence.com. Für den in diesem Artikel behandelten südlichen Teil des Departements Drôme gibt es unter www.dromeprovencale.fr spezielle Informationen. Gut gemacht und für Französisch sprechende informativ ist die Website www.luberon-news.com für Liebhaber des Luberon. Informationen über das Departement Gard gibt es auch in deutscher Sprache unter der Adresse www.tourismegard.com, und Informationen über die Ardèche und die nördliche Provence bekommen Sie auf der Website www.rhonealpes-tourisme.com. Informationen über Marseille gibt es vom Rathaus (www.marseille.fr) oder von Lokalausgaben großer Anbieter wie www.bestofmarseille.com und www.petitfute.com.

Auto

Höchstgeschwindigkeit: auf der Autobahn 130, bei Regen 110 km/h, auf National- und Departementsstraßen (N, D) 90, bei Regen 80 km/h, in Ortschaften 50 km/h. Die Kontrollen sind streng, überall sind feste Radaranlagen installiert, und schon bei geringen Tempoüberschreitungen werden hohe Geldbußen verhängt. Promillegrenze: 0,5. Die Autobahnen kosten Maut (péage). Pannenhilfe: Abschleppen (dépanneur-remorqueur) wird von der Polizei vermittelt, Notrufsäule oder Rufnummer 17. Verkehrsunfall: Die Polizei muss nur bei Personenschaden eingreifen. Unbedingt die grüne Versicherungskarte mitnehmen!

Brandschutz

Es gibt drastische Sicherheitsvorschriften zum Waldbrandschutz in der Provence. Von Anfang Juli bis Mitte September ist der Zugang zu gefährdeten Gebieten wie der Montagne Sainte-Victoire bei Aix-en-Provence, den Calanques zwischen Marseille und Cassis oder den Alpilles stark eingeschränkt. Die Hauptwege dürfen nur morgens von 6 bis 11 Uhr benutzt werden, bei starkem Wind und Trockenheit wird der Zugang ganz verboten. Aktuelle Infos gibt es unter 0811201313 (Bouches-du-Rhône), 0488178000 (Vaucluse) bzw. 0892680204 (Alpes-de-Haute-Provence).

Camping

Es gibt ein riesiges Angebot an Campingmöglichkeiten in allen Preislagen. Den regionalen Campingführer erhalten Sie beim entsprechenden Comité Régional de Tourisme (siehe Auskunft) oder in den Verkehrsämtern der einzelnen Orte. Einen „Guide Officiel Camping Caravaning“ hat die Groupe Motor Presse France (www.campingfrance.com) herausgegeben.

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Konsulat in Marseille

Avenue du Prado3380491167520www.marseille.diplo.de

Österreiches Konsulat in Marseille

Cours Pierre-Puget270491530208

Schweizer Konsulat in Marseille

Rue d'Arcole70496101410www.eda.admin.ch/marseille

Fahrradverleih

Mietfahrräder gibt es nach dem Pariser Beispiel mittlerweile auch in Marseille und Avignon. Marseille hat ein günstiges Kurzzeit-Abonnement (1 Euro/7 Tagewww.levelo-mpm.fr). Damit können Sie unbegrenzt oft ein Rad ausleihen; jeweils die ersten 30 Minuten sind gratis, danach kostet jede halbe Stunde 1 Euro zusätzlich. In Avignon (www.velopop.fr) gibt es einen Tagestarif für 1 Euro (erste halbe Stunde gratis, jede weitere 30 Minuten je 1 Euro).

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten finden Sie so gut wie überall. Die Zahlung mit Kreditkarte – in erster Linie Eurocard und Visa – ist in Frankreich sehr verbreitet.

Gesundheit

Deutsche und österreichische Versicherte können die französische Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Sie müssen zunächst für medizinische Hilfe bezahlen, bekommen Auslagen aber nach den Sätzen des Heimatlands erstattet. Die einheitliche European Health Insurance Card (EHIC) wird von vielen Ärzten in der Provence (noch) nicht akzeptiert, weil die französischen Kartenlesegeräte nur auf einheimische Karten reagieren. In vielen Fällen lohnt sich weiterhin eine Auslandskrankenschutzversicherung.

Jugendherbergen

Für die auberges de la jeunesse in Orten wie Arles, Aix-en-Provence, Marseille oder Fontaine-de-Vaucluse brauchen Sie den internationalen Jugendherbergsausweis.

Notruf

Polizei (police secours), Krankenwagen (SAMU), Feuerwehr (pompiers) 112

Öffentliche Verkehrsmittel

Alle größeren Städte sind tagsüber problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Informationen über Bus- und Bahnverbindungen gibt es bei den Fremdenverkehrsämtern, bei der französischen Bahn SNCF (www.sncf.fr) oder an den Busbahnhöfen (gare routière). In der Hauptverkehrszeit fährt z. B. vom Busbahnhof in Aix-en-Provence alle fünf Minuten ein Bus auf der direkten Route über die Autobahn zum Busbahnhof von Marseille. Eine Alternative ist der Regionalzug TER, der u. a. ebenfalls die beiden größten Städte der Provence miteinander verbindet.

Öffnungszeiten

Die Besichtigungszeiten für Sehenswürdigkeiten und Museen ändern sich häufig. Wählen Sie deshalb die mittleren Stunden der in diesem Artikel genannten Zeitangaben, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen. Auch die meisten Restaurants haben einen Ruhetag pro Woche, und nicht alle Hotels sind ganzjährig geöffnet. Die Geschäfte in den Innenstädten sind im Allgemeinen montags bis samstags von 9 bis 19 Uhr geöffnet; allerdings nehmen manche Ladenbesitzer den Montag als Schließtag. Die großen hypermarchés mit ihren Tankstellen und Boutiquen in den Einkaufszentren vor den Toren der Städte wie Marseille, Aix oder Avignon, aber selbst in Apt, La Ciotat oder Aubagne öffnen montags bis samstags bis 21 oder sogar 22 Uhr. In Plan-de-Campagne zwischen Aix und Marseille, einem der ältesten und größten centres commerciaux Frankreichs, sind die Geschäfte auch am Sonntag geöffnet. In den Städten verkaufen am Sonntagmorgen zudem viele Bäckereien, Metzgereien und Lebensmittelgeschäfte ihre Waren.

Post

Briefe (bis 20 g) in EU-Länder und die Schweiz kosteten bei Redaktionsschluss 0,75 Euro Porto. Postämter sind meist Mo bis Fr von 9 bis 12 und von 14 bis 17, Sa von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Briefmarken erhalten Sie auch im Tabakgeschäft oder beim Kauf der Postkarte.

Privatunterkunft

In der Provence sind private Gästezimmer eine oft preiswerte Alternative zu Hotels. Relativ strenge Normen gelten für die chambres d'hôtes der Gîtes de France0149707575www.gites-de-france.fr. Inzwischen gibt es sogar einen Anbieter für Reservierungen in letzter Minute: Allo Chambres d'Hôtes0891162222. Die lokalen Verkehrsämter führen weitere Adressen für die französische Version des Bed & Breakfast. Weitere Dachverbände für Gästezimmer in Südfrankreich sind Fleurs de Soleilwww.fleursdesoleil.fr oder Clévacanceswww.clevacances.com. Sehr beliebt sind in Frankreich Ferienwohnungen auf dem Land(gîte rural) oder für Gruppen (grands gîtes), die oft erst ab einer Mietzeit von einer Woche gebucht werden können. Größter französischer Anbieter für Ferienimmobilien ist Pierre & Vacanceswww.pierre-et-vacances.de, zu den großen deutschen Anbietern gehören Inter-Chaletwww.interchalet.com oder Marion Kutschankwww.meer-provence.com. Eine große Auswahl an privaten Ferienwohnungen in der Provence, die im Normalfall für mindestens eine Woche vermietet werden, gibt es unter www.homelidays.com.

Reisezeit

Die beste Reisezeit für die Provence sind Frühjahr und Herbst. In der Zeit der französischen Sommerferien von Anfang Juli bis Ende August ist die Region völlig überlaufen. Die Preise vor allem für Unterkünfte sinken ab Anfang September, wenn für die Franzosen die rentrée, also der Alltag nach dem Sommer, beginnt. Die Hitze ist dann nicht mehr so drückend, während die Wassertemperaturen aber ein Bad im Mittelmeer bis in den Oktober oder November möglich machen. Sehr empfehlenswert ist die Provence auch um Pfingsten herum, wenn die Einheimischen nur ganz wenige Tage Ferien haben. Wunderschön ist die Region aber auch im Winter, wenn schon im Februar die Mandelblüte ein Signal dafür ist, dass die kalte Jahreszeit ihren Schrecken verliert.

Telefon & Handy

Fast alle Zellen – wo es sie überhaupt noch gibt – sind auf Telefonkarten umgestellt, die es in Postämtern und Tabakläden gibt. Vorwahlen nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043 und in die Schweiz 0041. Nach Frankreich wählt man 0033, dann direkt die Teilnehmernummer, jedoch ohne die Null am Anfang.

Für Handybenutzer gibt es drei große Anbieter, SFR (www.sfr.fr), Orange (www.orange.com) und Bouygues (www.bouyguestelecom.fr). Für Gespräche innerhalb Frankreichs kann es sich lohnen, eine Karte dieser Anbieter zu kaufen.

Trinkgeld

In Bezug auf Trinkgeld (pourboire) gelten in Frankreich die selben Gepflogenheiten wie zu Hause – mit einem Unterschied: Man lässt sich zunächst immer das vollständige Wechselgeld herausgeben und lässt etwaiges Trinkgeld dann auf dem Tisch bzw. auf dem Münzteller liegen.

Trinkwasser

Das Leitungswasser in der Provence genießt einen hervorragenden Ruf und kann ohne Bedenken getrunken werden. In Restaurants begnügen sich viele Einheimische mit einer carafe d'eau und verzichten auf teures Mineralwasser. In den meisten Städten und Dörfern gibt es zudem öffentliche Brunnen mit Trinkwasser (eau potable).

Zeitungen

Die größte regionale Tageszeitung ist La Provence mit einem umfangreichen Veranstaltungskalender in der Beilage Sortir mittwochs und Ausflugstipps in der Beilage Femina samstags. Eine Fundgrube für Veranstaltungen und praktische Tipps in Marseille ist das Wochenblatt L'Hebdo Marseille. In allen größeren Orten gibt es deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften. Die Monatszeitschrift Riviera-Côte-d'Azur-Zeitung (www.rczeitung.com) in deutscher Sprache bringt viele praktische Informationen über die Provence.

Zoll

In der EU dürfen Waren für den persönlichen Bedarf frei ein- und ausgeführt werden. Richtwerte hierfür sind u. a. 90 l Wein, 800 Zigaretten und 10 l Spirituosen (www.zoll.de). Für Schweizer gelten wesentlich geringere Werte.

Was kostet wie viel?

Kaffee

um 2,70 Euro für eine große Tasse café crème

Käsebaguette

um 2,20 Euro für ein sandwich au fromage

Wein

um 5 Euro für eine Karaffe (0,25 l)

Mitbringsel

um 2,50 Euro für einen Würfel Olivenölseife aus Marseille

Benzin

um 1,35 Euro für 1 l Super 95

Fahrrad

um 15 Euro für ein Mietrad pro Tag

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Januar

Neujahr

März/April

Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

8. Mai

Kriegsende 1945

Mai/Juni

Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag

14. Juli

Nationalfeiertag, Erstürmung der Bastille 1789

15. August

Mariä Himmelfahrt

1. November

Allerheiligen

11. November

Kriegsende 1918

25. Dezember

Weihnachten

Viele Museen und Sehenswürdigkeiten, aber auch Restaurants sind an Feiertagen geschlossen.

Feste & Veranstaltungen
Januar

Avignon wird jedes Jahr Mitte Januar für fünf Tage zum Mekka für alles rund ums Pferd. Das Festival Cheval Passionwww.cheval-passion.com wird gekrönt von Galavorstellungen wie den Crinières d'Or mit Teilnehmern aus ganz Europa, kleinen Kabarettauftritten und Pferdekutschen-Wettbewerben.

Mai

Jedes Jahr am 24./25. Mai feiern die gitans, die Zigeuner, aus ganz Europa auf der Zigeunerwallfahrt in Saintes-Maries-de-la-Mer ihre Schutzpatronin Sara mit einer Prozession ans Meer.

Pfingsten

Die ganze Stadt feiert bei der Feria de Nîmes ihre Stierkampftradition mit einem riesigen Volksfest.

Juli

Seit 1947 ist jeden Sommer das Festival d'Aix-en-Provence0434080217www.festival-aix.com der Treffpunkt für die Stars und die Talente der internationalen Opernszene – stimmungsvoll auf Bühnen unter freiem Himmel wie im Innenhof des ehemaligen erzbischöflichen Palasts oder im Grand Théâtre de Provence.

Das Festival d'Avignon0490141460www.festival-avignon.com in der ehemaligen Papstresidenz ist jeden Sommer das Schaufenster der Theaterwelt. Die offiziellen Festspiele nutzen den Ehrenhof des Papstpalasts als Hauptspielort und weitere Bühnen in der ganzen Stadt.

Mit unzähligen Spielstätten in Garagen, Höfen und auf den Straßen verwandelt das Festival Off als alternatives Begleitprogramm die ganze Stadt in eine riesige Bühne.

Anfang Juli–Ende August

Große Opern und Konzerte bei den Chorégies d'Orange0490342424www.choregies.com im Antiken Theater.

Ende Juli–Ende August

Beim Festival International de Piano0442505115www.festival-piano.com in La Roque-d'Anthéron greifen die Weltstars in die Tasten. Auf der Freilichtbühne im Park des Château de Florans herrscht eine familiäre Atmosphäre mit zivilen Preisen.

Erster Sonntag im August

Beim Marché Flottant in L'Isle-sur-la-Sorgue, dem Mekka der Antiquitätenhändler, bieten die Händler ihre Waren auf Booten mit flachem Boden an.

Mitte–Ende Oktober

Weltmusik zu zivilen Preisen bietet die Fiesta des SudsDock des SudsRue Urbain V120491990000www.dock-des-suds.org auf bis zu drei Bühnen in einer alten Lagerhalle am Hafen in Marseille.

Weihnachten

Eine der schönsten Mitternachtsmessen der Provence ist die Messe de Minuit491104920www.allauch.com an Heiligabend in Allauch bei Marseille. Hirten treiben ihre Herden zur Dorfkirche, und eine Krippe mit lebendigen Tieren wird aufgebaut.

Im Trend

Bike in the City
Clever vorwärtskommen

Die Franzosen haben es erkannt, Fahrradfahren in denStädten ist schnell, gesund und umweltschonend. Darum entwickeln die Kommunennun auch öffentliche Ausleihsysteme, um Besuchern den Ritt auf dem zuermöglichen. An zahlreichen Stationen werden die Räder ganz unproblematisch undminutenschnell mit der Kreditkarte entliehen und dort auch wiederzurückgegeben. In Marseille steht für 25 Euro den ganzen Tag ein Rad zurVerfügung, ab 30 Euro müssen sie nicht einmal mehr in die Pedale treten: Fürdiese Summe gibt es ein Elektrobike von Au Vélo ElectriqueRue Fondère13. In Aix-en-Provence heißt das Fahrradkonzept v'hellowww.vhello.fr Räder und Stationen sind an den grünen Sprechblasen auf rotemHintergrund deutlich erkennbar. VelolandAvenue de Verdun795 bietet in ganz Frankreich Shops und Werkstätten für Fahrräderund Informationen zu Trends und Veranstaltungen, zum Beispiel inOrange.

Stilvoll schön
Chic, aber ohne Chi Chi

Die Wellnessangebote der Provence konzentrieren sich aufdie einfachen, aber essenziellen Dinge. So beherrscht der Minimalismus auch dashistorische Winzerhaus Maison d'hôtes FelisaRue des Barris6Saint-Laurent des Arbreswww.maison-felisa.com. Die gedeckten Farben und das unaufgeregte Design lenken nichtvon den umfangreichen und vergleichsweise opulenten Wellnessangeboten ab. Imgleichen klaren Stil präsentiert sich das Spa des Landhotels Oustau de BaumanièreRoute d'ArlesLes Baux-de-Provencewww.oustaudebaumaniere.com. Natürliche Materialien und gerade Linien sind typisch für dasschicke Ambiente der Domaine des AndéolsLes AndéolsSaint-Saturnin-lès-Aptwww.domainedesandeols.com.

Öno statt öde
Weintest

Die Zeiten langweiliger Degustationen sind vorbei.Anbaugebiete erkunden Weinliebhaber jetzt in Begleitung des Winzers mit demFahrrad oder helfen bei der Traubenernte. Keine Angst vor Steigungen: Auf derRadtour durch die Weinberge von Terra VentouxLa Montagne RougeVilles sur Auzonwww.terraventoux.com nutzen Sie Elektrofahrräder. Im Restaurant La Calade warten die Weine auf durstige Münder. In Mormoiron legenBesucher auf dem Château PesquiéRoute de Flassanwww.chateaupesquie.com selbst Hand an, bevor Sie die Tropfen probieren. Nach derWeinlese schmeckt es noch viel besser. Eine Film-Weinreise auf den Spuren von„Ein gutes Jahr“ bietet Vin Tourwww.vintour-weinreisen.de.

Frischer Wind
In alten Gemäuern

Was sich wohl hinter der dicken Mauer versteckt? Viele derprovenzalischen Klöster stehen Besuchern nicht offen. Dabei tut sich einiges inden alten Gemäuern. Die Schwestern von Notre Dame de l'Annonciationwww.chantfromavignon.com sind der erste Frauenchor, der sich gregorianischen Gesängenwidmet – und einen Vertrag mit einem Musiklabel dafür bekam! So sind dieOrdensschwestern, die nicht öffentlich auftreten, zu echten Berühmtheitengeworden. Die Musik stimmt auf das Angebot von Gerti Neu Saint-Michel-de-FrigoletTarascon ein: Sie bietet Tai-Chi, Chan-Mi-Gong oder Fastenkurse imKloster an. Im Hotel Le Couvent des MinimesChemin des Jeux de MaïMane sind die Gesänge mittlerweile verstummt: Jetzt ist dort ganzweltliches wie Poolbillard und Fitnesstraining angesagt.

Bloss nicht

Folklorekitsch kaufen

Was in der Provence manchmal als Kunst verkauft wird, ist oft nur Ramsch und Folklorekitsch. Vorsicht auch bei hübsch mit provenzalischen Stoffen dekorierten Olivenölflaschen: Der Inhalt ist oft das Geld nicht wert! Achten Sie auch bei den berühmten Kräutern (herbes de provence) auf Herkunftsbezeichnungen und Echtheitszertifikate!

Bei roter Flagge ins Meer

Das Mittelmeer ist gefährlicher, als es aussieht. Wenn an bewachten Stränden die rote Flagge aufgezogen ist, ist das Baden wegen Strömungen oder starker Brandung zu riskant.

Wertsachen im Auto lassen

Autos mit ausländischem Kennzeichen sind bevorzugte Zielscheibe für Diebe. Sie sollten auf keinen Fall Wertsachen im Wagen sichtbar liegen lassen. Auch der Handtaschenraub aus besetztem Auto ist eine beliebte Masche. Deshalb in Städten – vor allem an Ampeln – die Autotüren verriegeln.

Wild campen

So verlockend ein schönes Plätzchen in freier Natur sein mag, um ein Zelt aufzustellen oder das Wohnmobil zu parken – französische Grundbesitzer sehen das gar nicht gern und reagieren meist sauer. Viele Gemeinden in der Provence haben extra Stationen für Wohnmobile eingerichtet, und an Campingplätzen in herrlicher Lage fehlt es auch nicht.

Mit dem Feuer spielen

Hunderte, ja Tausende Hektar schönster Landschaft werden jeden Sommer in Staub und Asche gelegt. Schuld sind nicht immer nur Brandstifter, sondern oft auch Unvorsichtige, die einfach die brennende Zigarettenkippe aus dem Auto schnippen oder im Wald ein Lagerfeuer anzünden. Halten Sie sich an die Verbote, wenn im Hochsommer bei stürmischem Wind ganze Gebirgszüge oder die Calanques wegen Feuergefahr gesperrt sind.

Ganz ohne Infomaterial durch die Lande

Für viele Reisende ist es reizvoll, auf eigene Faust die Provence zu entdecken. Schade wäre es aber, mangels Informationen an den schönsten Flecken und den besten Adressen vorbeizufahren. Die Fremdenverkehrsämter halten hervorragendes Infomaterial bereit und geben gern Ratschläge, z. B. über Kombipässe in Marseille oder Avignon, mit denen Sie bares Geld sparen können.

Stadtspaziergang in Badehose

In Badehose und mit übergeworfenem Handtuch durch die Städte zu wandern wird nicht gern gesehen. Die Zeit fürs Umziehen nach dem Strandbesuch sollten Sie sich nehmen.

Stichworte

Antike

Die Provence ist ein Kind der Römer. Die Spuren der Antike sind noch überall zu sehen. Der Bogen spannt sich von spektakulären Bauwerken wie dem Pont du Gard und den heute wie vor über 2000 Jahren genutzten Arenen von Arles, Nîmes oder Orange bis hin zu Ausgrabungsstätten wie Glanum bei Saint-Rémy-de-Provence. Erst in den letzten Jahren ist ein römischer Garten in Caumont bei Avignon freigelegt worden. Und noch gar nicht für Besucher zugänglich ist die Ausgrabungsstätte eines antiken Theaters in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums von Aix.

Architektur

Die Provence ist eine Schatztruhe der Baugeschichte. Die Taufbecken (baptistères) in Venasque oder Aix-en-Provence sind Zeugnisse der Christianisierung im 5. Jh., Kirchenbauten wie die Kathedrale Saint-Trophîme in Arles, die kleine Kapelle Saint-Sixte in Eygalières, die Kathedrale in Saint-Paul-Trois-Châteaux oder die Zisterzienserklöster Sénanque und Silvacane sowie das Benediktinerkloster von Ganagobie sind Juwele der romanischen Baukunst in der Provence. Renaissanceschlösser wie in Grignan, Lourmarin oder La Tour d'Aigues wirken dagegen heute wie Fremdkörper in der Landschaft. Viel besser zur Provence passen die kunstvoll geschmiedeten Glockenkäfige (campanile) auf Kirchtürmen oder Stadttoren wie in Manosque, Aix-en-Provence oder Forcalquier. Ein Paradebeispiel für den französischen Barock ist das Quartier Mazarin mit seinen Stadtpalästen in Aix-en-Provence.

Das 20. Jh. hat Marseille in den Fünfzigerjahren die erste Wohnmaschine von Le Corbusier beschert. Im Volksmund heißt die Cité Radieusenur maison du fada, das Haus des Verrückten. Ebenfalls für verrückt erklärt wurden zunächst diejenigen, die alte Steinhäuser in den fast verlassenen Dörfern des Luberon, in den Alpilles oder in der Drôme Provençale sorgfältig renovierten. Das Ergebnis sind heute wunderschöne Ensembles, die einen krassen Kontrast bilden zu Meisterwerken der modernen Technik wie den Brücken und Bahnhöfen für den Hochgeschwindigkeitszug TGV in Avignon oder Aix.

Cézanne

Paul Cézanne, 1839 in Aix-en-Provence geboren und 1906 dort gestorben, steht wie kein anderer Künstler für das Licht der Provence. Kaum ein Maler hat so harte Kritik an seiner Arbeit einstecken müssen wie Cézanne, der seinen Weg gegen alle Widerstände weiterging. Zwar wurde er geschätzt von Kollegen wie Pierre-Auguste Renoir, Camille Pissarro, Raoul Dufyoder Pablo Picasso, der am Fuß von Cézannes Hausberg, der Montagne Sainte-Victoire, in Vauvenargues begraben ist, aber verachtet von Zeitgenossen und Kritikern. Nur dem Einsatz eines amerikanischen Komitees ist der Erhalt seines Ateliers am Chemin des Lauves zu verdanken, Ausländer haben seiner Heimatstadt die ersten Bilder gespendet. Aufgewacht ist Aix-en-Provence erst in den Achtzigerjahren: Es gibt nun einen Weg auf den Spuren des Meisters durch die Stadt, das Elternhaus Jas de Bouffan ist für Besucher geöffnet, und das Granet-Museum wurde renoviert.

Flora & Fauna

Sie werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nie sehen, aber dafür umso intensiver hören, wenn die Sonne die Provence aufheizt: Die Singzikade (cigale) ist im Sommer überall präsent, wo es Bäume und Büsche gibt. Noch eine Seltenheit sind dagegen die Geier und Adler, die heute wieder in den Verdonschluchten oder in Gebirgszügen wie der Montagne Sainte-Victoire heimisch werden. Im Winter feiern die rosafarbenen Flamingos in der Camargue ihr Familientreffen, das ganze Jahr über leben in der Sumpflandschaft die schwarzen Stiere und die weißen Pferde. In den kargen Landschaften der Hochprovence weiden Schaf- und Ziegenherden, die im Hochsommer hinauf in die Berge der Hochalpen wandern. Oliven- und Mandelbäume gehören ebenso in die Provence wie die Kräuter der Garrigue – Thymian, Rosmarin und Majoran, die auf kargen Böden überleben und der Landschaft einen würzigen Duft geben.

Lavendel

Ein ungeübtes Auge wird den Unterschied gar nicht bemerken – und doch liegen Welten zwischen echtem Lavendel, der lavande vraie oder lavande fine, der erst in Höhenlagen ab 600 m in der Drôme, im Luberon oder auf der Hochebene von Valensole wächst, und dem lavandin, einer sterilen Kreuzung, die in dichten, kugelförmigen und gleichmäßigen Büschen wächst. Für die Medizin und die Parfumindustrie zählt nur das echte Kraut mit der Herkunftsbezeichnung AOC (appellation d'origine contrôlée). Für die Weichspüler und die duftenden Säckchen im Kleiderschrank oder die tiefblauen getrockneten Sträuße reicht der lavandin, der selbst in der Ebene oder sogar in deutschen Gefilden gedeiht und im Destillationsprozess fast sechsmal so viel Essenz ergibt – allerdings von minderer Qualität.

Mistral

Er ist der Meister aller Winde in der Provence. Selbst mitten im Sommer lässt der Mistral die Temperaturen binnen Stunden purzeln. Wenn der Fallwind kalte Luft aus dem Zentralmassiv oder den Alpen nach Süden durch das Rhônetal bläst und zu Sturmstärke mit mehr als 100 km/h aufläuft, verliert das Wasser im Mittelmeer sofort ein paar Grade, sind die Festspielgäste in den Arenen von Orange und Arles oder bei den Freiluftopern in Aix über eine Strickjacke froh. Der Mistral, der drei, sechs oder gar neun Tagelang toben kann, pustet mit den Wolken auch die Dunstglocke hinaus ins Meer, sorgt aber jeden Sommer dafür, dass noch das kleinste Feuer zu einem großen Waldbrand werden kann.

Naturparks

Camargue, Luberon, Verdon und Alpilles: Die Provence zählt heute schon vier parcs naturels régionaux (regionale Naturparks), die sich in den stillen Landschaften fern der großen Städte den Umweltschutz und die Förderung biologischer Landwirtschaft und erneuerbarer Energien wie Sonnenkollektoren und Windräder auf die Fahnen geschrieben haben. Das französische Konzept der regionalen Naturparks sieht weniger strenge Auflagen vor als für einen Nationalpark, soll aber die Zersiedlung bislang verschonter Landstriche verhindern. Vorreiter ist der Luberon, wo systematisch Biobauern gefördert werden, die zum Beispiel auf alte, fast vergessene Getreidesorten setzen. Nächste Kandidaten für den Status eines regionalen Naturparks sind die Calanques bei Marseille und die Baronnies in der Drôme Provençale.

Pétanque

Weil er wegen seiner Gebrechen beim provenzalischen Boulespiel nicht mehr mit den Jungen mithalten konnte, erfand Jules Le Noir 1910 in La Ciotat die Variante Pétanque. Anstatt Anlauf zu nehmen, um die Stahlkugeln möglichst dicht an das Schweinchen (cochonnet), also an das Setzkügelchen aus Holz, zu rollen, blieb er mit beiden Beinen (pieds tanqués) auf dem Boden. Boule und Pétanque haben ansonsten aber dieselben Regeln: Gewonnen hat die Mannschaft, die ihre Kugeln so nah wie möglich am cochonnet platziert und so als erste 13 Punkte gesammelt hat. Die wichtigsten, von Tageszeitungen wie La Provence oder La Marseillaise organisierten Turniere finden in Marseille statt.

Stierkampf

Nîmes und Arles sind die beiden Zentren in der Provence für die feria, wie das tagelange Fest um Matadore und Stiere an Ostern, Pfingsten und im Herbst genannt wird. Ein harmloses Vergnügen, einst für arme Landarbeiter und Hirten, heute für Touristen, sind die provenzalischen Stierspiele wie die course camarguaise, die im Sommer den Festen in kleinen Dörfern wie Aureille in den Alpilles einen Farbtupfer geben. Beeindruckend ist die abrivado, wenn die gardians, die Stierhüter, hoch zu Pferd ihre Schützlinge durch die engen Gassen treiben. Vergnüglich ist die Jagd der weiß gekleideten razeteurs in der Arena nach der cocarde, dem Bommel, der an den Hörnern der Stiere befestigt ist. Normalerweise fließt kein Blut, auch wenn hin und wieder ein taureau beim Angriff auf die Bommeljäger die Holzrampen in der Dorfarena zertrümmert.

Streiks

Es fährt kein Bus, der Müll häuft sich in den Straßen, und selbst im Fernsehen gibt es in den staatlichen Kanälen nur Notausgaben der Nachrichten: Soziale Auseinandersetzungen werden in Frankreich und vor allem in den großen Städten des Südens wie Marseille mit harten Bandagen ausgetragen. Egal, ob das Rentenalter erhöht wird, neue Einschnitte ins soziale Netz drohen, alte Privilegien gestrichen werden oder ein Busfahrer von Jugendlichen angegriffen wird: Es wird zunächst einmal gestreikt. Obwohl die Gewerkschaften viel weniger Mitglieder als in Deutschland haben, legen sie innerhalb kürzester Zeit das öffentliche Leben lahm. Besonders betroffen sind der öffentliche Nahverkehr und der Hafen von Marseille. Weil Tarifpartnerschaft ein Fremdwort ist, werden zuerst Beschlüsse gefasst, dann wird gestreikt und demonstriert, bis schließlich die Verhandlungen beginnen.

Wein

Die Griechen haben 600 v. Chr. die ersten Reben in die Provence gebracht, die Römer in der Antike ihre Weinberge so gepflegt wie die Päpste im Mittelalter. Kein Wunder also, dass die ersten französischen Qualitätsbezeichnungen für gute Tropfen 1936 gerade im Rhônetal vergeben wurden. In der Provence mit ihren vielen unterschiedlichen Lagen von Vinsobres, Châteauneuf-du-Pape, Aix-en-Provence bis hin zu Cassis und Bandol sowie ihre nmeist überschaubar kleinen Gütern sorgte jahrzehntelang vor allem der schnell verwertbare Rosé von oft allenfalls mittelmäßiger Qualität für Umsatz. Ehrgeizige Winzer keltern inzwischen auch Rot- und Weißweine, die zu den besten in ganz Frankreich zählen. Viele von ihnen arbeiten nach ökologischen Kriterien– die Natur verwöhnt die Weinreben in der Provence so mit Sonne und Wind, dass Krankheiten im Prinzip kaum eine Chance haben. Weine aus Biotrauben sind rund um Aix schon lange nicht mehr die Ausnahme, und die ersten Weinbauern richten auf ihren Gütern Gästezimmer für Urlauber ein.

Wirtschaft

Die Provence gehört zwar zu den beliebtesten Reisezielen der Welt, aber unter der Sonne des Südens wird nicht nur in der Tourismusbranche gearbeitet. Die Landwirtschaft und insbesondere der Weinbau spielen weiter eine wichtige Rolle in den Tälern zwischen Rhône und Durance. Die Schwerindustrie, die ihren Strom aus Atom- und Wasserkraftwerken bezieht, konzentriert sich mit Erdölraffinerien, Hubschrauberwerften, Stahlfabriken und Chemiefirmen rund um den Étang de Berre, den Brackwassersee zwischen Camargueund Marseille. Die Universitäten und Technologieparks nahe Aix (Les Milles, Rousset) oder in Marseille (Château Gombert) schaffen Jobs in High-Tech-Firmen. Und das Atomforschungszentrum Cadarache im Norden von Aix bekommt mit Iter, der mehrere Milliarden Euro teuren Versuchsanlage für Kernfusion, ein weiteres Prestigeprojekt der Hochtechnologie.

Bücher & Filme

Total Cheops/Chourmo/Solea

Der Journalist und Schriftsteller Jean-Claude Izzo (1945–2000) hat gründlich aufgeräumt mit den alten Klischees von Marseille. Er gilt mit der Trilogie als Vater des sogenannten Bouillabaisse-Kriminalromans. Seine Geschichten um Detektiv Fabio Montale sind inzwischen mehrfach verfilmt und ins Deutsche übersetzt worden.

Ein gutes Jahr

Nach einer Vorlage des Schriftstellers Peter Mayle, der keine Angst vor Klischees hat und die Provence in seinen Werken in einfachen Bildern beschreibt, hat Ridley Scott den Film mit Russell Crowe in der Hauptrolle gedreht.

Der Mann, der Bäume pflanzte

Eine wunderschöne Erzählung von Jean Giono (1895–1970) aus Manosque über einen Einsiedler, der in der provenzalischen Hochebene Tausende Bäume pflanzt.

Cézanne, les sites provençaux

Der Bildband ist ein Augenschmaus. Die provenzalische Landschaft und ihr unvergleichliches Licht hat der Maler in seinen vielen Werken verewigt.

Manons Rache

Der französische Regisseur Claude Berri hat neben diesem viele weitere Romane von Marcel Pagnol (1895–1974) aus Aubagne – selbst ein berühmter Filmregisseur (www.marcelpagnol.com) – verfilmt.

Fakten

Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
04:25 Uhr
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