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Plattensee

Check-in

Eine wunderbare Farbsinfonie, so weit das Auge reicht: das türkisfarbene Wasser, das Blaugrün der den See umrahmenden Hügel, das zarte Grün des Schilfs, die Uferlinie der Halbinsel Tihany mit den hoch oben gelegenen Barocktürmen der Benediktinerabtei. Wer für ein paar Minuten am Anleger der Autofähre in Zamárdi verweilt, stimmt sich mit diesem Ausblick über den See auf das unvergleichliche Balaton-Gefühl ein. Fast 200 km Uferlinie und 600 km2 Wasser bieten reichlich Raum für vielfältige Erlebnisse - für Familien und Golfer, Surfer und Segler, Wellnessgäste und Wasserskifans, für Sonnenanbeter, Radfahrer und Angler.

Für die Ungarn ist der Balaton - das größte Binnengewässer Mitteleuropas mit dem deutschen Namen Plattensee - mehr als bloß irgendein See: Er ist das "Ungarische Meer", der Stolz eines ganzen Volks. Aus genau diesem Grund lassen es sich die Einheimischen auch nicht nehmen, oft und gern hier ihren Urlaub zu verbringen - auch wenn zahlreiche Ausländer im Sommer die Strände, Dörfer und Städte bevölkern. Wer bei strahlendem Sonnenschein in einer csárda am Hügel sitzt, mit weitem Blick über Weinreben, kleine Kelterhäuser und die glitzernde Wasserfläche, ist nur zu geneigt, diese Euphorie zu teilen. Noch größer ist das Glücksgefühl für all jene, die den See aus der Bordperspektive eines Segelschiffs oder Ruderboots erleben - ein Motorboot darf es nicht sein, denn die sind auf diesem idyllischen Gewässer verboten.

Als schmiege sie sich ans Ufer, liegt Keszthely, die städtische Perle des Nordwestens, im Windschatten des nach ihr benannten Gebirges; spitz ragt das Land bei Balatongyörök in den See, zieht sich bis Szigliget zu einer weiten Innenbucht zurück, schiebt sich nur wenige Kilometer weiter mit dem breiten Fuß des Weinbergs Badacsony mächtig ins Wasser und bildet bis zur markantesten Ausbuchtung des Nordens, der Halbinsel Tihany, eine sanft geschwungene Linie. Tihany lässt dem See zum Südufer nur eine Schneise von 1,5 km, doch dieser Enge folgt die Weite des östlichen Beckens mit seinen ruhigen, langen Ufern. Im Süden säumen die flachen Ausläufer der Somogyer Berge das Ufer. Aus der großen westlichen Niederung ragen allein die Gipfel der Berge von Fonyód und von Balatonboglár heraus. Ab dem zentral gelegenen Balatonszárszó kommen die Höhenzüge dem Balaton wieder sehr nahe und laufen bis Siófok im Osten in Buckelwellen aus.

Von der Seeseite betrachtet, dominiert die Weite, an Land hält der Verkehr den Balaton fest umschlungen. Die erste Schleife zieht die Eisenbahn, die zweite die ebenfalls rundum verlaufende Autoschneise der Straßen Nr. 7 bzw. Nr. 71. Beide prägen das Bild nachhaltig und bewirken eine weitgehend einheitliche Struktur der Dörfer. Zwischen der ufernahen Bahn und dem See liegen die Urlaubsreviere mit ihren Strandbädern, Restaurants, Hotels und Ferienhäusern. Hier verlaufen meist nur kleine Wohnstraßen oder gar unbefestigte Wege - wer per Auto sehr nah am See entlangfahren will, landet oft in Sackgassen und muss wieder wenden. Mit dem Fahrrad hat man mit dem Durchkommen da schon weitaus bessere Karten und kann viele herrliche Blicke auf den Balaton erhaschen.

An Plänen, die Balaton-Region durch touristische Großprojekte weiter aufzuwerten, fehlt es nicht. Einige Projekte wie ein Aquapark in Balatonfüred oder ein Wein-, Wellness- und Aktivhotel in Badacsony wurden inzwischen realisiert. Die Qualitätsorientierung zeigt auch in der Gastronomie und Hotellerie Wirkung. Andererseits hat die Wirtschaftskrise seit 2008, die Ungarn besonders hart traf, auch den Appetit auf manches aufgeblasene Prestigeprojekt verdorben - vielleicht nicht unbedingt zum Nachteil der Region.

Sicher, die Menschen rund um den Balaton scheinen auf einer Goldader zu sitzen: Den See, die Heilquellen und die Berge, den Wein, die Restaurants und Cafés, die Museen und Strände will jährlich weit über eine Million Touristen erleben - und dafür zahlen sie auch. Doch die Saison ist, kaum dass sie begonnen hat, auch schon wieder vorbei: Nur von Ende Juni bis Ende August platzen Hotels, Campingplätze und Privatunterkünfte aus allen Nähten, davor und danach ist es erstaunlich ruhig. Ein guter Grund, nach Möglichkeit in der Zwischensaison im Mai/Juni oder September/Oktober anzureisen. Dann ist die Atmosphäre entspannt, die Natur genauso wunderschön, die Luft oft noch sehr warm, und die Sonne scheint häufig. Auch im Herbst kann man noch wunderbar im sommerlich aufgewärmten Wasser baden.

Die Menschen haben es auch in diesem scheinbaren Paradies nicht leicht. Der monatliche Durchschnittslohn in der Privatwirtschaft liegt bei gerade einmal 500 Euro. Immerhin: Anfang des Jahrtausends waren es ganze 230 Euro. Zwar sind viele Ausgaben geringer, etwa das Essen in einem Lokal oder die wichtigsten Grundnahrungsmittel. Andererseits kosten Produkte wie Benzin oder höherwertige Lebensmittel oft genauso viel wie im Westen. Dennoch oder gerade deswegen: Die Bewohner der Balaton-Region sind auf Besucher bestens eingestellt, man wird überall erwartet und ist überall willkommen.

Bewohnt ist die Region schon seit Urzeiten, wie 50000 Jahre alte archäologische Zeugnisse belegen. Zu Beginn der modernen Zeitrechnung herrschten hier die Römer und nannten die Provinz im Nordosten ihres Imperiums Pannonia. Heute heißt das Gebiet Transdanubien, und der Plattensee ist nach wie vor seine Mitte und sein Herz. Im 19. Jh. entdeckte die ungarische Aristokratie den Balaton als Hort der Entspannung. Keszthely prunkt bis heute mit einem der schönsten ungarischen Schlösser, dem Schloss Festetics, und das elegante Balatonfüred wurde zum Treffpunkt der Blaublütigen, Intellektuellen und Künstler.

Der Bruch kam nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Spielwiese der Wohlsituierten wurde zur Hochburg sozialistischer Urlaubsorganisation mit Bettenburgen, Ferienlagern, Campingplätzen und zahlreichen Privatquartieren. Im Hinterland starben Dörfer wie Salföld oder Kapolcs regelrecht aus. Die Häuser verfielen, aber der alte Dorfcharakter und die historische Bausubstanz blieben erhalten. Kleinadlige, Handwerker, Händler und der Klerus hatten sich hier im 18./19. Jh. stuckverzierte Herrenhäuser gebaut, sogenannte Kurien, reetgedeckte Höfe mit Laubengängen, Anwesen mit den typischen geschwungenen Giebeln, kunstvoll gestaltet bis zum Schornstein. Inzwischen sind einige dieser Dörfer restauriert und zählen zu den schönsten am Plattensee.

Noch hat der Balaton ausgesprochen unterschiedliche Gesichter: Welten liegen zwischen dem Budenzauber an manchen Uferabschnitten und stillen, schilfbestandenen Buchten, in denen bunte Holzboote dümpeln, zwischen dem mancherorts feinen Golf- und Wellnessambiente und dem bunten, familiären Treiben an vielen Stränden, zwischen dem nächtlichen Trubel an Siófoks Uferpromenade und einem Abendspaziergang auf den kleinen Serpentinenstraßen in Szigliget. Bei der Folklore lebt man auch am Balaton von einem Klischee, das zu seiner eigenen Realität geworden ist: Ungarn - das ist der feurig aufspielende "Zigeuner", das sind Pferdekutschen und Kesselgulasch über dem offenen Feuer. Diese Erwartungen will man auch am Balaton nicht enttäuschen. Und wer mit der Kutsche durch die Hügellandschaften fährt oder eine Weinprobe im Keller einer Winzerfamilie erlebt, lässt sich gern von solcher Romantik gefangen nehmen.

Den größten Seegenuss aber bietet der Balaton selber. Von seiner romantischsten Seite zeigt er sich als Sinfonie in Grün, überwölbt von einem strahlenden Sonnenhimmel und schneeweißen Wolkenbällen. Bei einem eszpresszó auf der Seeterrasse sitzen, durch die Weinberge wandern, von einem der Holzstege ins Wasser gleiten, abends bei einem Riesling den Sternenhimmel oder das Wetterleuchten bestaunen - das ist bestes Balaton-Lebensgefühl.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

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Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Die meisten Autourlauber reisen über Wien zum Grenzübergang Nickelsdorf an. Von dort auf der M1 bis Győr und dann über die Landstraße 82 zum Balaton. Wer ein Ziel am westlichen Ufer ansteuert, fährt über Eisenstadt (A3) zum Grenzübergang Mattersburg bei Sopron (Ödenburg) und weiter über die Landstraße 84. Entfernung Frankfurt-Balaton ca. 1100 km. Die neue Autobahn am Südufer entlastet die Seeorte und erspart Balaton-Urlaubern einiges an Zeit. Sie zu befahren ist zudem ein Vergnügen, denn sie führt durch eine schöne Hügellandschaft und bietet viele Ausblicke auf den See. Das neue Balaton-Wahrzeichen (von der Fährstation der Halbinsel Tihany gut zu sehen) ist die imposante Autobahnbrücke bei Kőröshegy.

Bahn

Der internationale Bahnverkehr geht über den Budapester Ostbahnhof Keleti pályaudvar. Die meisten Züge zu den Balaton-Orten fahren ab dem Südbahnhof (Déli pályaudvar). www.bahn.de, www.mav.hu

Bus

Von zahlreichen deutschen Großstädten aus fährt z. B. Touring Eurolines (Tel. 069 7903501 | www.touring.de) nach Budapest und im Sommer nach Siófok. Ganzjährig fährt Pannon Volán (Tel. 06122 91240 | www.sippeltravel.de) von Frankfurt nach Hévíz, einfache Fahrt etwa 84 Euro.

Flugzeug

Linienflüge gibt es ganzjährig nur über den Budapester Flughafen Ferihegy. Der Hévíz-Balaton Airport (www.hevizair port.com) bei Keszthely wird wöchentlich von Air Baltic (www.airbaltic.de) angeflogen, ab Berlin über Riga; sowie während der Saison z. B. von Germanwings (Berlin), Ryanair (Hahn, Weeze), Lufthansa (Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt) und Hamburg International (Leipzig, Dresden). Mit Veränderungen der Flugpläne ist alljährlich zu rechnen.

Auskunft

Ungarisches Tourismusamt

- Infos rund um die Uhr unter (*) Tel. 0900 1864276

- kostenlose Hotline in Ungarn (aus Deutschland, Österreich und der Schweiz) Tel. 00800 36000000

- im Internet: www.ungarn-tourismus.de, ... .at, ... .ch

- 60528 Frankfurt | Lyoner Str. 44-48 | Tel. 069 9288460

- 1010 Wien | Opernring 1 | (*) Tel. 0900 220013 | info@ungarn-tourismus.at

- 8032 Zürich | Hegibachplatz/Minervastrasse 149 | www.ungarn-tourismus.ch

- Infos zum Balaton: www.bis.hu

- www.travelport.hu ist das Forum für den Ungarntourismus. Dazu gehören die Hotel- und Restaurantführer www.hotels.hu und www.restaurantguide.hu.

Auto

Für PKW beträgt die Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften 50, auf Landstraßen 90 und auf Autobahnen 130 km/h. Die Promillegrenze in Ungarn beträgt 0,0 - es besteht also absolutes Alkoholverbot am Steuer! Außerhalb von Ortschaften ist auch tagsüber Abblendlicht sowie im Pannenfall das Anlegen einer Warnweste vorgeschrieben. Bahnübergänge dürfen nur mit 30 km/h überquert werden.

Von der Polizei können bei zu schnellem Fahren, Verletzung der Gurtpflicht, Alkohol am Steuer und Überfahren von roten Ampeln Geldstrafen bis zu 300000 Forint (ca. 1020 Euro!) an Ort und Stelle erhoben werden, und zwar in bar.

Alle Autobahnen sind vignettenpflichtig; es gibt keine Aufkleber - die Quittung ist aufzubewahren. Der Preis richtet sich nach Gültigkeitsdauer und Fahrzeugklasse. So kostet z. B. eine 10-Tage-Vignette für einen PKW ca. 10 Euro, eine Monatsvignette ca. 16 Euro. www.autobahn.hu

Banken & Geld

Das Zahlungsmittel in Ungarn ist der Forint (HUF). Das größte Bankenfilialnetz hat die Landessparkasse OTP Országos Takarékpénztár (in der Regel Mo-Do 8-17, Fr 8-13 Uhr).

Geldautomaten sind in allen größeren Orten vorhanden. Kreditkarten, vor allem Visa- und Master-Card, werden in Hotels und zunehmend auch in Restaurants und Geschäften akzeptiert.

Camping

Wild campen ist verboten. Die Campingplätze in Ungarn sind in drei Kategorien eingeteilt und entsprechend mit Sternen bewertet. Eine Broschüre gibt es bei den ungarischen Tourismusämtern. Der Preis pro Tag liegt in der Hauptsaison bei etwa 8 Euro pro Erwachsenen und etwa 17-20 Euro für eine größere (100 m2) Parzelle. Die meisten Plätze sind von Mai bis Anfang oder Mitte September geöffnet. Auskunft: Magyar Camping Club | Martinovics utca 1 b | Keszthely | Tel. 83 314422 | www.camping.hu

Diplomatische Vertretungen

Botschaft und Konsulat der Bundesrepublik Deutschland

Budapest | Úri utca 64-66 | Tel. 1 4883500 | www.budapest.diplo.de

Botschaft und Konsulat der Republik Österreich

Budapest | Benczúr utca 16 | Tel. 1 4797010 | www.austrian-embassy.hu

Botschaft und Konsulat der Schweiz

Wien | Kärtner Ring 12 | Tel. 0043 1 79505 | vie.rkc@eda.admin.ch

Einreise

Für einen Aufenthalt von maximal drei Monaten benötigen Deutsche, Österreicher und Schweizer einen Personalausweis oder Reisepass. Seit Ungarns Beitritt zum Schengen-Abkommen gibt es bei Einreise aus Deutschland, Österreich und der Schweiz oder aus anderen Schengen-Staaten keine regelmäßigen Personenkontrollen mehr.

Eintrittspreise

Die meisten Museen und Sehenswürdigkeiten am Balaton sind recht klein und haben bescheidene Eintrittspreise. Sie liegen bei 1-2 Euro, Kinder meist die Hälfte. Strandbäder kosten 1-3 Euro.

Gesundheit

Erste Hilfe ist für Ausländer kostenlos. Die Plattensee-Region ist flächendeckend versorgt mit Ärzten, Zahnärzten und Apotheken. In sehr vielen Praxen und Geschäften wird deutsch gesprochen oder zumindest verstanden, ein gut deutsch sprechender Arzt ist nie weit entfernt. Ein Arztbesuch muss unter Umständen zuerst bezahlt werden, bevor zu Hause bei der Krankenkasse Rückerstattung beantragt wird. Die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC ist auch in Ungarn gültig.

Internetzugang & WLAN

Beinahe jedes größere Restaurant und Café - sowie zunehmend auch die kleineren - verfügt über kostenlosen WLAN-Internetzugang für seine Gäste. Es wird dafür häufig die internationale Bezeichnung "WiFi" verwendet. Auch Hotels, Pensionen und immer mehr Privatunterkünfte offerieren dasselbe.

Wollen Sie etwas ausdrucken, ist dies oft in der Unterkunft möglich. Sonst stehen überall Geschäfte vom Typ Copy Shop oder Internetcafé zur Verfügung. Versuchen Sie es im Zweifel auch in der örtlichen Bibliothek. www.hotspotter.hu

Klima & Reisezeit

Mit Sonnenschein von über 2000 Stunden im Jahr belegt der Plattensee einen der Spitzenplätze in Mitteleuropa. Der Wind weht meist schwach, und es fällt wenig Niederschlag. Die Region profitiert zudem von mediterranen Einflüssen.

Die offizielle Saison beginnt Pfingsten und endet Mitte September. Die meisten Hotels schließen jedoch nicht. Das gilt vor allem für Orte mit Thermalbädern und Kurbetrieb wie z. B. Hévíz sowie für Städte wie Siófok und Keszthely.

Kurtaxe

Plattensee-Urlauber über 18 Jahre müssen eine Kurtaxe von 1-2 Euro pro Tag entrichten.

Mietwagen

Mietwagenunternehmen gibt es in den größeren Orten. Preisbeispiel: ab ca. 45 Euro/3 Tage, in der Hochsaison bis zu ca. 100 Euro/3 Tage für einen Kleinwagen (alles inkl.) bei Fox Autorent (Tel. 1 3829000 | www.fox-autorent.com).

Notruf

- Feuerwehr (tűzoltók), Rettungsdienst (mentők), Polizei (rendőrség): Tel. 112

- Pannendienst (Magyar Autóklub): Tel. 188 | Pannenhilfe (ADAC, ÖAMTC): Tel. 1 3451717

Öffentliche Verkehrsmittel

Alle Orte am Balaton außer Tihany, das nicht ans Schienennetz angeschlossen ist, sind durch die Bahn miteinander verbunden - was übrigens eine wunderbare Möglichkeit eröffnet, den See ganz in Ruhe und von allen Seiten kennenzulernen.

Passagierschiffe laufen fast zwei Dutzend Häfen an. Eine Autofähre zwischen Szántódrév bei Siófok und Tihany verbindet Nord- und Südufer und erspart so die Umrundung des halben Sees.

Öffnungszeiten & Saisonzeit

Auf Angaben zu Öffnungszeiten ist nur bedingt Verlass. Die Hauptsaison dauert von Mitte Juni bis Ende August. Im Juli und August sind touristische Einrichtungen und Supermärkte zumeist über die normalen Öffnungszeiten hinaus tätig. Bei ganzjährig geöffneten Restaurants und Hotels finden Sie in diesem Reiseführer einen entsprechenden Hinweis.

Post

Die ungarischen Postämter sind Mo-Fr von 8 bis 18 Uhr geöffnet, Sa von 8 bis 13 Uhr. Das Porto für Postkarte oder Standardbrief ins Ausland beträgt 235 Forint, mit "Priorität" 260 Forint. www.posta.hu

Privatunterkünfte

Es gibt zahlreiche neue, gut ausgestattete Apartments und Häuser zu mieten. Die Preise dafür liegen in der Saison bei ca. 20-30 Euro pro Person. Ein großes Angebot guter Ferienhäuser hat z. B. Novasol (www.novasol.de).

Strom

Die Netzspannung in Ungarn beträgt 220 Volt Wechselstrom.

Sturmwarnung

Bei Gefahr senden die rund um den See stehenden Stationen Blinklichtsignale. Die erste Warnstufe: Es blinkt 45-mal pro Minute. Bei der höchsten Warnstufe blinkt es 90-mal pro Minute. Die Warnungen kündigen schwere Windstärken an. Wer im oder auf dem Wasser ist, sollte sich sofort in Sicherheit bringen.

Telefon & Handy

Telefonkarten bekommen Sie bei der Post, an Kiosken und in Tabakläden. Telefonnummern in Ungarn haben eine Vorwahl. Bei Ortsgesprächen entfällt diese Vorwahl, bei Ferngesprächen innerhalb Ungarns müssen Sie ihr 06 voranstellen (z. B. Siófok: 06 84), bei Gesprächen aus dem Ausland die ungarische Landesvorwahl 0036 (z. B. Tihany: 0036 87).

Bei ungarischen Handynummern - sie haben in der Regel 20, 30 oder 70 als Vorwahl - müssen Sie auch bei Ortsgeprächen die 06 mitwählen. Bei einem Auslandsgespräch zunächst 00 wählen, den Dauerton (Freizeichen) abwarten, dann die Landesvorwahl (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41), dann die Ortsvorwahl ohne Null und die Nummer wählen.

Per Handy sind Sie auch in Ungarn gut erreichbar. Informieren Sie sich über die Roamingpreise bei Ihrem Provider. Ungarische Handyanbieter sind T-Mobile (www.t-mobile.hu), Telenor (www.telenor.hu) und Vodafone (www.vodafone.hu). In Großmärkten wie Tesco gibt es von Telenor günstige Starterpakete inkl. SIM-Karte für ca. 1600 Forint zu kaufen.

Rund um den Balaton gibt es in der Regel keine Probleme mit dem Empfang. Die beste Reichweite hat das Telenor-Netz.

Trinkgeld & Servicegebühr

Trinkgelder (ca. 10 Prozent) sind nicht nur in der Gastronomie üblich. Auch Taxifahrer, Friseure oder die Servicekräfte an Tankstellen freuen sich über ein Trinkgeld.

In Restaurants (nicht in Imbissstuben!) darf eine Servicegebühr von bis zu 15 Prozent gleich auf die Rechnung aufgeschlagen werden. Davon fließen 81 Prozent in die staatliche Rentenkasse, der Rest soll ans Personal ausgeschüttet werden. Manche Restaurants kassieren die Servicegebühr - die auf der Speisekarte deutlich ausgewiesen sein muss -, andere nicht.

Vergünstigungen & Rabattcards

Die Balaton Card bekommen Sie in den Tourinform-Büros bzw. an größeren Bahnhöfen sowie online unter www.balatoncard.com. Es ist jedoch ratsam, genau zu prüfen, ob das Angebot für Sie sinnvoll ist - oft wiegt die Ersparnis am Ende den Preis der Karte nur dann auf, wenn Sie sehr viel unternehmen.

EU-Bürger, die Rentner und mindestens 65 Jahre sind, können in Ungarn die öffentlichen Verkehrsmittel landesweit kostenlos benutzen, bei den Linienschiffen am Balaton gibt es 50 Prozent Rabatt. In Balatonfüred, Keszthely, Gyenesdiás und Vonyarcvashegy gibt es ortsspezifische Cards mit zahlreichen Vergünstigungen, wenn Sie Ihren Urlaub in einer registrierten Unterkunft gebucht haben.

Wasserqualität

Baden und Spielen im Plattensee ist für Kinder wie Erwachsene gesundheitlich unbedenklich. Regelmäßige Messungen in den letzten Jahren ergaben jeweils gute bis sehr gute Werte für über 90 Prozent der Proben - und akzeptable Zahlen für den Rest. Auch wenn Sie mal einen unfreiwilligen Schluck aus dem Balaton nehmen, müssen Sie sich also keine Sorgen machen. Das Leitungswasser in der Region ist übrigens auch in Ordnung, nur manchmal können alte Rohre Farbe und Geschmack ein wenig trüben.

Zeitungen

Informationen und einen Veranstaltungskalender bietet die deutschsprachige Balaton-Zeitung (www.balaton-zeitung.de). Überregional ist die wöchentlich erscheinende deutschsprachige Budapester Zeitung (www.budapester.hu).

Zeitungen aus Deutschland und Österreich erhalten Sie in der Saison oft tagesaktuell rund um den Plattensee.

Zoll

Waren für den persönlichen Bedarf können zwischen Deutschland, Österreich und Ungarn frei ein- und ausgeführt werden, z. B. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen und 90 l Wein. www.zoll.de, www.zoll.ch

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Neujahr

15. März

Tag des Unabhängigkeitskampfs von 1848/1849

März/April

Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

Mai/Juni

Pfingstmontag

20. August

St.-Stephans-Tag (Nationalfeiertag)

23. Oktober

Tag der Republik (Gedenktag der Revolution von 1956)

1. November

Allerheiligen

25./26. Dezember

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen

März

Frühlingsfestival in Győr mit Tanz, Theater, Konzerten. www.gyor.hu

Mai/Juni

Balatonfestival in Keszthely: Das Festival zur Saisoneröffnung bietet u. a. klassische Konzerte und Ausstellungen. www.keszthely.hu

Feierliches Segelsetzen in Balatonfüred an einem Wochenende Mitte Mai. Die traditionellen Segelregatten werden von Folkloreprogrammen begleitet. www.balatonfured.hu

Das Off Road Pfingstfestival in Somogybabod, 16 km vom Balaton, hat für ungarische Geländewagenfans Kultstatus. www.somogybabod.hu

Saisoneröffnung zu Pfingsten in Siófok mit Wahl der Miss Balaton

Stefania-Festival in Siófok im Stil der k. u. k. Monarchie mit historischem Festumzug. www.siofok.hu

Harley-Davidson Open Road Fest in Alsóörs in der zweiten Juniwoche mit Rockkonzerten. www.openroadfest.hu

Am kleinen Binnensee von Tihany wird das Lavendel-Festival (Levendula Fesztivál) gefeiert, wenn dort ganze Felder dieses Strauchs blühen. Lokale Produkte, Kunsthandwerk und Folklore

Juli/August

Unter den Bäumen im Jókai-Park von Siófok Open-Air-Events: Folk-Rock, Musicalshows mit dem Profi-Ensemble aus Budapest und eine Toptruppe wie Experidance. www.siofok.hu

Sommer in Győr, ein internationales Festival mit Klassik, Jazz und Folklore. www.gyor.hu

Sommer in Keszthely: Im Rahmen dieses Programms gibt es Konzerte im Schloss und Operettenabende im Schlosspark. www.keszthely.hu

Großer Preis Blaues Band: traditionelle Segelregatta mit Start in Balatonfüred. www.balatonfured.hu

Ein Megaevent, mal Mitte Juli, mal Mitte August: das viertägige internationale Musikfestival von Rock bis Techno Heineken Balaton Sound am Strand in Zamárdi. www.balatonsound.hu

Höhepunkt des seit 1825 Ende Juli veranstalteten Anna-Balls in Balatonfüred ist die Kutschfahrt der Ballkönigin durch die Stadt.

Dreimal täglich finden im Juli und August Ritterspiele in der Burg Sümeg statt. www.sumegvar.hu

Durchschwimmen des Balaton Ende Juli von Révfülöp nach Balatonboglár. Am Ziel herrscht Volksfeststimmung, wenn die Tausende von Schwimmern ankommen.

Künstlerfest in Kapolcs in der letzten Juliwoche: ein Dorffest der Kreativen mit Markt, Theater, Lesungen und Kunsthandwerk

Weinwoche in Balatonlelle in der ersten Augusthälfte mit Markt und Folklore

Weinwochen in Balatonfüred Mitte August: Winzer und Kunsthandwerker bieten ihre Produkte an, abends Musik und Kultur. www.balatonfured.hu

Zu den größeren Weinveranstaltungen gehören die Weintage in Balatonalmádi. www.balatonalmadi.hu

Der St.-Stephans-Tag am 20. August wird fast überall gefeiert.

September

Weinlese in Badacsony Anfang des Monats. Höhepunkt ist ein Umzug.

Keszthelyer Tanzpanorama Mitte des Monats: vom klassischen Ballett über modernen Tanz bis zum Volkstanz

Bloss nicht

Auf der Straße Geld wechseln

Wechseln Sie kein Geld bei Straßenhändlern! Sie könnten sich Falschgeld einhandeln. Zudem arbeiten manche Händler mit cleveren Tricks, um weniger Scheine herauszugeben, als man vor Ihren Augen abgezählt hat.

Das Auto unbewacht abstellen

Stellen Sie Ihr Fahrzeug möglichst nur auf einem bewachten Parkplatz oder in der Hotelgarage ab. Und lassen Sie keinerlei Wertgegenstände im Wagen!

Dieben das Handwerk erleichtern

Taschendiebstähle sind an belebten Plätzen wie an Bahnhöfen leider keine Seltenheit. Bringen Sie Geld, Kreditkarten und Dokumente sicher unter, am besten in einem Brustbeutel, und deponieren Sie Wertsachen im Hotelsafe.

Zu gutgläubig sein

Im Restaurant sollten Sie bei nicht maschinell erstellten Rechnungen stets prüfen, ob der Gesamtbetrag stimmt. Bei Taxifahrten achten Sie am besten darauf, dass das Taxameter eingeschaltet ist. Und bedenken Sie: Bei Fahrten zu Zielen außerhalb des Orts wird auch die Rückfahrt berechnet. Doch mancher Fahrer hat seine eigenen Vorstellungen von der Ortsgrenze - darum lieber vor der Abfahrt klären, welcher Preis zu zahlen ist.

Ohne Preiskontrolle bestellen

Es kommt leider öfter vor, dass Kellner, sehr teure Empfehlungen geben, vor allem bei Weinen. Bestellen Sie darum grundsätzlich nichts, ohne in der Karte nachgeschaut zu haben, was der empfohlene Wein oder das Gericht kostet. Außerdem sind die Preise für offene Weine häufig nur für 1 oder 2 cl angegeben. Auf der Rechnung steht dann ein entsprechend höherer Preis, weil das servierte Glas Wein in der Regel mehr als die Grundmenge enthält, für die der Preis ausgewiesen wurde.

Die Polizei provozieren

Wer es mit der Polizei zu tun bekommt, sollte Ermahnungen oder Verwarnungen der Beamten ernst nehmen. Die ungarischen Ordnungshüter greifen in der Regel fair, aber konsequent durch.

Unachtsam sein

Wer in Ungarn mit dem Auto unterwegs ist, sollte auf Überraschungen gefasst sein - vor allem auf Landstraßen. Viele Radfahrer und auch Pferdewagen sind im Dunkeln ohne Licht unterwegs, und es kommt nicht selten vor, dass Autos in einer Kurve stehen.

Parkgebühren sparen wollen

Halten Sie genau Ausschau, ob der Parkplatz gebührenpflichtig ist, und zahlen Sie unbedingt. In den meisten Orten wird die Radkralle eingesetzt.

Bücher & Filme

Péter Esterházy

Der jüngste Spross der berühmten Adelsfamilie, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, stellte sich einem bitteren Kapitel seiner Familiengeschichte. Er veröffentlichte nach der Familiensaga Harmonia Caelestis (2001) eine Verbesserte Ausgabe (2003) und arbeitete darin die Tätigkeit seines Vaters für die kommunistische Geheimpolizei auf

Westwind

2011 kam dieses Melodram von Robert Thalheim in die Kinos, das ein Jahr vor dem Fall der Mauer den Weg zweier 17-jähriger Zwillingsschwestern aus der DDR beschreibt, die durch eine deutsch-deutsche Sommerliebe am Balaton getrennt werden

Schlösser in Ungarn

Auch in dem Bildband (1999) von Balazs Dercsényi, Otto Kaiser und Tibor Koppány werden Sie den Esterházys begegnen; 40 prächtige Bauten werden in Wort und Bild ausführlich beschrieben

Napoleon

Für den 2002 vom ZDF koproduzierten TV-Vierteiler mit Gérard Depardieu, John Malkovich, Isabella Rossellini und Heino Ferch wurde auch in Tapolca, wenige Kilometer nördlich des Plattensees, gedreht

2-8 °C
2 h/Tag
7 °C

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 12:10 Uhr

Anreise

10h 24min
12h 59min
6h 43min
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