© Dennis van de Water/shutterstock

Normandie

Check-in

Wie eine Festung erhebt sich der Klosterberg Mont-Saint-Michel, das „Wunder des Abendlands“, aus der Marschlandschaft. Doch die Region im Nordwesten Frankreichs hat noch viel mehr zu bieten: Bilderbuch-Fachwerkdörfer, kilometerlange Strände, Steilküsten aus Kreidefelsen, berühmte Kathedralen und Abteien. Und die drei großen C – Camembert, Cidre und Calvados – stehen für das Savoir-vivre à la normande.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Die normannische Hauptstadt lebt von den Kontrasten: altes Fachwerk und Kirchen im Zentrum, und am Ufer der Seine hohe Hafenkräne neben banalen Nachkriegsbauten. Den Stadtrundgang beginnt man am…
Le Havre wurde aufgrund seines wichtigen Hafens 1945 fast gänzlich zerstört, unter der Regie des Architekten Auguste Perret aber bravourös neu aufgebaut. Das neue, fast schwerelos wirkende…
Bereits in den Jahrhunderten vor der Operation Overlord von 1944 gab es spektakuläre Landungen dies- und jenseits des Ärmelkanals. Eine der ersten ist in Bildern anschaulich dokumentiert: die Ü…
Die kleine Stadt an der Meeresmündung besticht durch ihre reizenden Gässchen, hübsche Bürgerhäuser und Fachwerkbauten. In der Heimat des Frühimpressionisten Eugène Boudin kreierten im 19. Jh.…
Der Ort ist eine Pilgerstätte für Fans von Claude Monet, der hier von 1883 bis zu seinem Tod 1926 lebte. Im romantischen Garten seines Hauses entstanden die berühmten Seerosenbilder, die heute in…
Am schönsten ist die Fahrt zur größten Stadt der Basse-Normandie im Frühling, wenn Hunderttausende von Apfelbäumen blühen. Die Universitätsstadt Caen ist jung, rund 60% der Bürger sind unter…
Den kleinen Badeort, der einst ein einfaches Fischerdorf war, machten seine schneeweißen Felsen berühmt.
Man spürt, dass die wildromantische Halbinsel einst bretonisch war: Orte wie Auderville, Omonville-la-Rogue oder Saint-Germain-des-Vaux erinnern mit ihrer granitenen Urwüchsigkeit stark an die…
Granville ist - nicht zuletzt wegen der direkten Bahnlinie nach Paris - ein beliebtes Seebad. Hier wird der höchste Tidenhub Europas gemessen. Mit seinen Nachbarorten verfügt der Großraum über…
Die wohl bekannteste und mondänste Baderegion Nordfrankreichs, die Blumenküste zwischen Cabourg und Honfleur, war bereits im 19. Jh. Urlaubsziel von betuchten Parisern. Sie bietet feinsandige Strä…
Der Klosterfelsen auf der Granitinsel mitten im Wattenmeer am südlichen Ende der Normandie fasziniert seine Besucher seit Jahrhunderten. Die Schönheit der Architektur und der Natur sowie die…

Reisezeit

Januar
mäßig
9°C
Februar
mittel
9°C
März
mittel
12°C
April
gut
14°C
Mai
sehr gut
17°C
Juni
sehr gut
21°C
Juli
gut
22°C
August
gut
23°C
September
sehr gut
22°C
Oktober
sehr gut
17°C
November
mäßig
14°C
Dezember
mäßig
12°C

Die beste Reisezeit für Normandie sind die Monate Mai, Juni, September und Oktober. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 19° Celsius erreicht. Der sonnigste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 9 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur in den kältesten Monaten bei lediglich 9° Celsius bei durchschnittlich 15 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 16° Celsius und die Nachttemperatur bei 10° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 12 Tagen. Die regenreichsten Monate sind Januar und Dezember.

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Entdecke die Normandie

Mondäner Schick und ländliche Idylle

15 Uhr. Frühsommerluft liegt über dem Vieux Bassin, dem alten Hafenbecken von Honfleur. Die Mittagsgedecke sind abgeräumt, vereinzelt sitzen Nachzügler noch an Platten mit frischen Meeresfrüchten. Wenige Kilometer westlich liegen Sonnenhungrige im feinen Sand des mondänen Strands von Deauville. Die Strandcafés bevölkert schickes Publikum aus Paris. Im Hinterland spaziert derweil der Kellermeister, durch Apfelgärten in voller Blüte, prüft die Knospen, die einen guten Calvadosjahrgang versprechen. Zwischen den Bäumen grasen gefleckte Kühe auf saftigen Wiesen.

Sommerfrische mit Strand und Apfelhainen

Seit 200 Jahren ist die Normandie Inbegriff der Sommerfrische, Garten und Badewanne für die Bürger nicht nur der nahen Hauptstadt. In Seebädern wie Cabourg, Deauville, Dieppe und Granville begann für Kontinentaleuropa der Badetourismus. Über die Seine versorgt die Provinz Paris mit Lebensmitteln; ihr Steueraufkommen finanzierte einst große Teile des Staatsetats. Wirtschaftlicher Reichtum zog den kulturellen nach sich: Die Region besitzt einen üppigen Schatz an Baudenkmälern, allen voran das Wahrzeichen der Normandie: der Klosterberg Mont-Saint-Michel. Prächtige Kathedralen wie in Rouen, Bayeux, Sées oder Coutances, Abteien oder deren beeindruckende Ruinen, Schlösser aller Stilrichtungen sowie Hunderte Herrensitze (manoirs) und Gutshöfe.

Hier entschied sich das Schicksal Europas

Trotz der Vorteile der günstigen Lage am Meer weiß man hier aber auch: Nicht nur Gutes kommt von fernen Gestaden. Kamen doch die Wikinger, die die Region erst ausplünderten, danach besiedelten und ihr als nortmanni schließlich zum Namen verhalfen, über die See. Ebenso die Engländer im 100-jährigen Krieg, die spanische Armada, die deutsche Kriegsmarine. Und am 6. Juni 1944 die alliierte Landungsflotte auf dem Weg, Europa vom Naziterror zu befreien. Wochenlang war die Normandie ein flammendes Inferno, Le Havre, Cherbourg, Saint-Lô, Caen und vor allem Rouen lagen in Schutt und Asche. Diese Zeit ist vor allem an den Landungsstränden noch gegenwärtig. Die Normandie hat aber auch ausgeteilt: durch Wilhelm den Eroberer etwa, der 1066 auszog, die ihm versprochene englische Krone zurückzuerobern, die man ihm vorenthielt – so sah er es zumindest.

Musiker, Maler, Modeschöpfer

Der berühmteste Normanne? Vielleicht Christian Dior. Sein Geburtshaus in Granville ist eine Kultstätte der Haute Couture. Die Schriftsteller Jacques Prévert, Guy de Maupassant und Gustave Flaubert gehören zu den Geistesgrößen der Normandie, ebenso der Staatsphilosoph Alexis de Tocqueville. Auch der Komponist Erik Satie, die Schauspieler Jean Marais und Laetitia Casta sind hier geboren. Claude Monet, Edgar Degas und Camille Pissarro stellten hier ihre Staffeleien auf und erfanden die Malerei neu: Licht und Landschaft der Normandie wurden die Wegbereiter des Impressionismus.

Das Land, in dem Milch und Cidre fließen 

Politisch gliedert sich die Normandie in fünf Departements: Manche, Calvados und Orne im Westen sowie Seine-Maritime und Eure im Osten. Seit 2016 bilden sie die Großregion Normandie, die Hauptstadt ist Rouen. Klimatisch profitiert die Region von Ausläufern des Golfstroms. Ein guter Teil der französischen Milchkühe grast hier und ein noch größerer Teil der Vollblutpferde. Bei den Franzosen steht die Normandie für Käse, Butter und Sahne sowie für Calvados und Cidre. Einige Dutzend Fischerhäfen gibt es noch, wenngleich auch für die normannische Flotte die Ressourcen knapper werden.

Eine Küste ohne Bettenburgen

Die gut 600 km Küste könnten vielseitiger kaum sein: Im Nordosten stehen mächtige Kreideklippen an den Kiesstränden der Côte d’Albâtre, der Alabasterküste, darunter die 70 m hohe, fast nadelspitze Aiguille bei Étretat. Westlich folgen die mondäne Côte Fleurie (Blumenküste), die Côte de Nacre (Perlmuttküste) und die Plages de Débarquement, die Landungsstrände im Calvados mit Namen wie Utah Beach oder Omaha Beach. Auf der Halbinsel Cotentin findest du 100 km goldgelbe Sandstrände, hübsche Häfen und dramatische Steilküsten. Im grünen Hinterland erlebst du eine Landschaft voller Ruhe und Farbenpracht. Die Normandie hat ihren rustikalen Charme bewahrt und kommt ohne Bettenburgen aus. Aktivitäten beschränken sich nicht auf Wasser- und Strandsport. Ein dichtes Wanderwegenetz lockt Spaziergänger, verkehrsarme Straßen und Sträßchen sind ideal für Radfahrer. Auf größeren Flüssen finden sich Kanuund Kajakreviere. Sogar Felskletterer können sich hier austoben. Die Normandie lässt eben keinen Wunsch offen.

Gut zu wissen

Anreise

Wer will, kann den Großraum Paris vermeiden. Bei Anreise aus der Südhälfte Deutschlands: Auf der A 4 westlich von Reims der Beschilderung Rouen folgen und dann über die A 26 und A 29 via Saint-Quentin und Amiens. Diese Strecke ist etwas länger als die Route über Paris, meist aber viel schneller und vor allem stressfreier. Bei Anreise aus der Nordhälfte Deutschlands: Aachen–Lüttich–Valenciennes oder Eindhoven–Antwerpen– Lille und weiter über Amiens.

Mit der Bahn geht es aus dem Norden Deutschlands mit dem Thalys nach Paris-Gare du Nord, aus dem Süden mit dem TGV via Straßburg nach Paris- Gare de l’Est. In Paris per Metro, Bus oder Taxi zu den verschiedenen Abfahrtsbahnhöfen: von der Gare Saint-Lazare Richtung Rouen, Caen, Le Havre oder Cherbourg, von der Gare du Nord über Beauvais nach Le Tréport und von Paris-Montparnasse nach Argentan und Granville. sncf.com

Besonders preiswert ist die Anreise per Fernbus. Von diversen Städten erreicht man mit einem Buswechsel in Paris Le Havre und Rouen. Die Fahrzeit beträgt je nach Verbindung zwischen 14 und 24 Stunden.

Von allen größeren Flughäfen bestehen tägliche Verbindungen nach Paris. Der Weiterflug zu den Provinzflughäfen in der Normandie ist wegen des nötigen Flughafenwechsels in Paris und wegen der enormen Kosten nicht sinnvoll. Besser die Bahn benutzen!

Auskunft vor Ort

Das Comité Régional de Tourisme de Normandie (info@normandie-tourisme.fr) antwortet schriftlich (auch auf Deutsch) auf E-Mails und Anfragen. Im Detail kennen die fünf comités départementaux de tourisme ihre Region. In den mehreren Hundert lokalen offices de tourisme bekommst du spezielle Auskünfte über den jeweiligen Ort.

– Comité Départemental de la Seine-Maritime (Tel. 0033 2 35 12 10 10 | seine-maritime- tourisme.com)

– Eure Tourisme (Tel. 0033 2 32 62 04 27 | eure-tourisme.fr)

– Calvados Tourisme (Tel. 0033 2 31 27 90 30 | calvados-tourisme.com)

– Comité Départemental du Tourisme de la Manche (Tel. 0033 2 33 05 98 70 | manchetourisme.com)

– Comité Départemental du Tourisme de l’Orne (Tel. 0033 2 33 28 88 71 | ornetourisme.com)

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt auf Autobahnen 130 (bei Regen 110) km/ h, auf Schnellstraßen 110 (100) km/ h, sonst 80, innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/ h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Motorräder müssen auch tagsüber mit Abblendlicht fahren. Dies gilt für alle Verkehrsteilnehmer bei Regen und Nebel. Umweltzonen mit Fahrbeschränkungen in gibt es in der Normandie nicht. Befindet sich ein Kind im Fahrzeug, ist das Rauchen im Auto verboten.

Wer rasch vorankommen möchte, benutzt trotz der Mautgebühren (péage) die Autobahn. Rechne mit ca. 6 Euro für 100 km. Auf autoroutes.fr zeigt dir ein Mautrechner an, welche Gebühren anfallen. Manche Strecken wie die A 84 Caen–Mont-Saint-Michel sind gebührenfrei. Den Abschleppdienst (dépanneur- remorqueur) vermittelt im Pannenfall die Polizei (Tel. 17).

Beim Tanken bringen Preisvergleiche bis zu 15 Cent pro Liter an Ersparnis. Die niedrigsten Preise finden sich an den Zapfsäulen der großen hypermarchés, die höchsten auf der Autobahn. Die aktuellen Preise nahezu aller Tankstellen: prix-carburants.gouv.fr.

Camping

Die Kategorien der Campingplätze reichen von einfachem Komfort bis zur Luxusklasse. Darüber hinaus werden vielerorts Plätze auf aires naturelles de camping (kleine Campingplätze in freier Natur) und camping à la ferme (auf Bauernhöfen, mit weniger Komfort) angeboten. Wildes Camping ist verboten. Einen guten Überblick über die Qualität der rund vier Dutzend campings labellisés der Normandie bietet die Website normandie-qualite-tourisme.com.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

31, Rue de Condé | Paris | Tel. 01 44 17 31 31 | allemagne.diplo.de

Österreichische Botschaft

6, Rue Fabert | Paris | Tel. 01 40 63 30 63 | bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft

142, Rue de Grenelle | Paris | Tel. 01 49 55 67 00 | eda.admin.ch

Geld & Kreditkarten

Kreditkarten (vor allem Visa und Mastercard/ Eurocard) sind in Frankreich sehr gebräuchlich, auch für kleine Beträge. Geldautomaten sind überall vorhanden. EC-Karten werden ebenfalls überall akzeptiert.

Gesundheit

Ein grünes Kreuz zeigt an, wo es eine pharmacie gibt. Die European Health Insurance Card EHIC wird anerkannt und bei umfangreichen medizinischen Leistungen als Nachweis einer ordnungsgemäßen Versicherung im Heimatland akzeptiert; Konsultationen beim Arzt sind jedoch normalerweise bar zu bezahlen (Kosten ca. 21– 25 Euro). Auslagen für Arzt und ggf. Apotheke werden dann nach den Sätzen des Heimatlands erstattet. Eine Reisekrankenversicherung deckt eventuelle Kosten ab, die von der Kasse nicht übernommen werden.

Internetzugang & WLAN

In zahlreichen Restaurants, nahezu allen Hotels und vielen öffentlichen Gebäuden stehen WLAN-Hotspots (wifi) zur Verfügung.

Jugendherbergen

Mit einem internationalen Mitgliedsausweis kommst du ohne Altersbegrenzung in einer Jugendherberge unter. In der Hochsaison solltest du jedoch unbedingt rechtzeitig reservieren. In der Normandie gibt es Jugendherbergen in Caen, Cherbourg, Eu, Genêts, Granville, Rouen und Vernon. fuaj.org

Klima & Reisezeit

Dem meist recht kurzen und milden, dafür aber vergleichsweise regenreichen und häufig windigen Winter folgt der meteorologische Frühling schon einige Wochen früher als in den meisten deutschen Regionen. Die offizielle Badesaison geht von Mitte Juni bis Mitte September. In Küstennähe bleibt die sommerliche Hitze stets erträglich. Die Nachsaison hält oft bis in den Spätherbst noch Tage mit 20 Grad bereit und das Meer erreicht zum Teil noch im Oktober bis zu 17 Grad.

Die Hochsaison mit entsprechenden Preisen für Hotels, Ferienwohnungen etc. ist meist auf Juli/ August begrenzt. Die Normandie gilt vor allem den Parisern im Juli und August als klassische Sommerfrische. In Hotels, Ferienhäusern und sogar auf Campingplätzen heißt es dann: complet. Wer nicht reserviert hat, läuft Gefahr, keine Bleibe zu finden. Wer kann, kommt direkt vorher oder nachher. Die Preise liegen dann um ca. ein Drittel niedriger. Viele Hotels und Restaurants haben im Winter ein paar Wochen Betriebsferien, einige Hotels – vor allem an der Küste – schließen auch das ganze Winterhalbjahr. Im Landesinneren wiederum haben mehrere Häuser während der Schulferien im Juli bzw. August zwei oder drei Wochen geschlossen.

Notruf

Allgemeiner europäischer Notruf (Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen): Tel. 1 12

Öffentliche Verkehrsmittel

Frankreich besitzt ein ausgezeichnetes Eisenbahnnetz. In ländlichen Regionen wird es durch einen gut ausgebauten Buslinienverkehr ergänzt. Alle Fahrkarten muss man vor Besteigen des Zugs an den Stempelautomaten im Bahnhof entwerten. sncf.com, ter.sncf.com/normandie

Öffnungszeiten

Frische Baguettes kannst du in Bäckereien schon ab 6.30 oder 7 Uhr kaufen. Lebensmittelgeschäfte öffnen gegen 8 Uhr, Kaufhäuser, Läden und Boutiquen um 9 oder 10 Uhr. Abgesehen von den großen Supermärkten schließen die meisten Geschäfte in der Mittagszeit von 12 bis 14 Uhr. Ladenschluss ist meist gegen 19 oder 19.30 Uhr. Manche Bäckereien und Supermärkte haben auch am Sonntagvormittag geöffnet, dafür sind montags viele Läden geschlossen. In Restaurants gibt es im Allgemeinen zwischen 12 und 14 Uhr Mittagessen, Abendessen außer in Touristenzentren nie vor 19 Uhr.

Privatunterkünfte

In den meisten Orten bieten Privatvermieter mit Gästezimmern (chambres d’hôtes) und Ferienhäusern (gîtes) eine meist kostengünstige Alternative zu Hotelzimmern. Die lokalen Fremdenverkehrsämter halten Listen bereit, die meist auch im Internet einsehbar sind. Eine nationale private Institution ist Gîtes de France (regionaler Ableger: gites-de-france-normandie.com), die ein besonders großes Angebot an Privatunterkünften besitzt, vom Cottage bis zum Herrenhaus. Vor allem in den (Hoch-)Sommermonaten sind viele Ferienhäuser nur wochenweise (Samstag bis Samstag) zu mieten.

Telefon & Handy

Gespräche aus Frankreich: Vorwahl Deutschland 0049, Vorwahl Österreich 0043, Vorwahl Schweiz 0041, danach Ortsvorwahl ohne die Null und dann die Rufnummer. Gespräche nach Frankreich: Vorwahl Frankreich 0033, dann direkt die neunstellige Rufnummer ohne die Null am Anfang, innerhalb Frankreichs stets die komplette, zehnstellige Nummer.

Trinkgeld

Trinkt man nur einen Kaffee, lässt man ein paar Münzen auf dem Tisch liegen. Kellner, Taxifahrer, Friseure, Fremdenund Stadtführer sowie Hotelpagen und Zimmermädchen freuen sich immer über ein Trinkgeld (ca. fünf bis zehn Prozent). Auch sprachlich versierte und besonders kompetente Reiseleiter und Stadtführer sollte man entsprechend belohnen.

Wohnmobile

In der Normandie sind Wohnmobile meist gern gesehen. Während der Sommermonate ist das Campieren jedoch nicht überall und jederzeit erlaubt. Quadratische, blaue Schilder mit Wohnmobilpiktogramm kennzeichnen erlaubte, meist städtische Plätze. Oft finden sich hier auch Wasserablass- oder -aufnahmestellen. Außerhalb des Sommers toleriert man vielerorts das Übernachten im Wohnmobil, auch an der Küste – Voraussetzung ist, dass man sich rücksichtsvoll verhält.

Zoll

In der EU dürfen Waren für den privaten Gebrauch frei ein- und ausgeführt werden. Richtwerte hierfür sind z. B. 800 Zigaretten und 10 l Spirituosen. Für Schweizer gelten erheblich geringere Freimengen, u. a. 5 l Wein.

Einreise

Ausweiskontrollen an der Grenze kommen dank Schengener Abkommen fast nicht mehr vor. Trotzdem müssen EU-Bürger und Schweizer einen gültigen Ausweis bei sich haben. Das gilt auch für mitreisende Kinder, die nicht im Pass der Eltern eingetragen sind.

Taxi

Taxen sind in Frankreich nicht auf eine Farbe festgelegt, haben aber ein „Taxi“- Schild auf dem Dach. Leuchtet es, ist das Taxi frei. Bei Tag und bei Nacht gelten unterschiedliche Tarife. Unter taxis-de-france.com kannst du die in den einzelnen Départements gültigen Tarife einsehen.

Eintrittspreise

Kultur ist verhältnismäßig erschwinglich: In städtischen Museen zahlt man meist 5 bis 7 Euro Eintritt; der Besuch der Dauerausstellung ist sogar manchmal gratis (z. B. im Musée des Beaux Arts in Rouen). Kleinere Museen kosten oft weniger (z. B. das Musée Villa Montebello in Trouville: 3 Euro). Sogar Topattraktionen wie Le Mont-Saint-Michel (11 Euro), der Wandteppich von Bayeux (9,50 Euro) und Monets Garten (9,50 Euro) in Giverny sind recht günstig. Teurer kommen etwa eine Hafenrundfahrt in Le Havre (15 Euro) oder das Mémorial de Caen (19,80 Euro).

Kurtaxe

In den Badeorten schlagen die Hotels eine obligatorische taxe de séjour auf den Übernachtungspreis. Sie liegt pro Tag und Person bei 0,20–3 Euro.

Baderegeln & Naturgefahren

Etwa alle zwölf Stunden und 25 Minuten zieht sich das Meer bei Ebbe teils sehr weit zurück und läuft dann gefährlich schnell wieder auf. In Zeitungen und an den Stationen der Strandwächter stehen die genauen Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser, an Letzteren findest du auch Hinweise auf Strömungen oder andere Gefahrenquellen. In der Umgebung des Mont- Saint-Michel solltest du wegen gefährlicher Treibsande nur geführt wattwandern. Ähnliche Vorsicht gilt beim Baden im Meer, vor allem an unbewachten Strandabschnitten.

Vor allem an der Küste trocknet der Wind bodennahe Vegetation wie Farne, Ginster und Heidekraut schnell aus. Schon eine weggeworfene Zigarette oder eine Glasscherbe kann ausreichen, einen ganzen Küstenstrich in Flammen aufgehen zu lassen.

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Neujahr (Jour de l’An)

März/ April

Ostermontag (Lundi de Pâques)

1. Mai

Tag der Arbeit (Fête du Travail)

8. Mai

Kriegsende 1945 (Victoire des Alliés en 1945)

Mai/ Juni

Himmelfahrt (Ascension); Pfingstmontag (Lundi de Pentecôte)

14. Juli

Nationalfeiertag (Fête Nationale)

15. August

Mariä Himmelfahrt (Assomption)

1. November

Allerheiligen (Toussaint)

11. November

Kriegsende 1918 (Armistice 1918)

25. Dezember

Weihnachten (Noël)

Veranstaltungen

Februar/ März

Karneval (Granville), carnaval-de-granville.fr

Ostern

Festival de Pâques de Musique Classique (Deauville), musiqueadeauville.com

Mai

Fête du Fromage (Pont-l’Évêque): Käsefest mit 80 Produzenten

Mai/ Juni

Jazz sous les Pommiers (Coutances), jazzsouslespommiers.com: Jazzfestival „unter den Apfelbäumen“

Dixie Days (Sainte-Adresse/Le Havre), dixiedayssainteadresselehavre.blogspot.com: Jazzfestival

Fête des Marins (Honfleur) mit Meeressegnung und Prozession der Seeleute

Juni

Bessin Montgolfière (Balleroy), bessin-montgolfiere.com: Heißluftballonfestival

Juli

Médievales (Bayeux): Mittelalterfestival

Nationalfeiertag: Feiern und Feuerwerke in fast allen Orten am 14. Juli und am Vorabend

Fête de la Mer (Fécamp), fecampgrandescale.com

August

Les Traversées Tatihou (Île de Tatihou und Saint-Vaast-la-Hougue): Folklorefestival Grand Prix de Deauville: Festival und Pferderennen

September

Festival du Cinéma Américain (Deauville), festival-deauville.com

Oktober

Fête de la Crevette Grise (Honfleur): Krabbenfest mit Seglern, Musik und Verkostungen

Fête du Ventre (Rouen): gastronomisches „Fest des Bauchs“

Bloss nicht!

"Monsieur" und "Madame" vergessen

Es klingt ja auch viel netter: Bonjour, Madame!, Merci, Monsieur! In Frankreich gehört diese freundliche Anrede zum guten Ton. Und auch nicht gleich zum zwanglosen tu greifen: Franzosen wahren die Form und duzen keine Fremden, auch wenn sie im selben Alter sind.

Baguettestücke säbeln

So gut wie alles wird in Frankreich mit Messer und Gabel gegessen. Vom Baguette aber schneiden sich nur Touristen eine Scheibe ab – Einheimische brechen mit der Hand ein Stück von der flûte.

In Touristenhochburgen essen

Viele Restaurantbesitzer profitieren gnadenlos von der Beliebtheit touristischer Highlights. Mach es wie die Einheimischen und such dir ein Restaurant ein wenig abseits. Die Autokennzeichen auf dem Parkplatz verraten, wo.

Begriffsverwirrung

Zu Recht allergisch reagiert man in der Normandie, wenn jemand von der alliierten „Invasion“ spricht. Denn das ist die Bezeichnung des Hitler- Regimes für die Landung der verbündeten Streitkräfte im Juni 1944. Invasion bedeutet „Einmarsch feindlicher Truppen“. Die Alliierten kamen aber als Retter, um Frankreich (und Europa) von den deutschen Invasoren zu befreien.

Komplikationen beim Bezahlen verursachen

Da die Franzosen selbst kleinste Einkäufe mit Karte bezahlen, können kleine Läden und Cafés oft nicht auf 100 oder gar 200 Euro herausgeben. Und im Restaurant getrennt zu bezahlen ist ganz und gar unüblich. Besser zahlt einer und dann wird der Betrag durch die Zahl der Teilnehmer dividiert.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Dieser Schlüsselroman des 20. Jhs. von Marcel Proust, erschienen 1913– 1927, spielt größtenteils in der Normandie. Der Autor schrieb große Teile des siebenbändigen Werks im Grand Hotel von Cabourg.

Die Brandungswelle

Die 1961 geborene Claudie Gallay erzählt die Geschichte zweier Menschen, die persönliche Tragödien in ein entlegenes Fischerdorf auf der Halbinsel La Hague führen. Der fesselnde Roman von 2008 ist so atmosphärisch, dass man beim Lesen glaubt, das Salz in der Luft zu riechen.

Madame Bovary

Ein Klassiker der französischen Literatur ist Gustave Flauberts weltberühmter, in und um Rouen spielender Roman von 1857.

Filme

Der Soldat James Ryan

Steven Spielbergs Antikriegsfilm aus dem Jahr 1998 wurde zum Teil an Originalschauplätzen gedreht. Er schildert eindrücklich und sehr explizit die Heftigkeit der Kämpfe während und nach der alliierten Landung 1944.

14-21 °C
8 h/Tag
14 °C

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Hauptstadt Rouen
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 02:40 Uhr

Anreise

7h 31min
6h 57min
4h 26min
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