Normandie

Überblick

Willkommen in der Normandie - Bienvenue en Normandie!

Wie ein Fanal steht sie in der endlosen Weite einer einzigartigen Meereslandschaft: die Abteifestung des Mont-Saint-Michel, das „Wunder des Abendlands“. Schon im Mittelalter zog sie magisch die Pilgerscharen an. Ihren heutigen Besuchern hat die Region im Nordwesten Frankreichs noch viel mehr zu bieten: Fachwerkdörfchen wie aus dem Bilderbuch, kilometerlange Sand- und Kiesstrände, imposante Steilküsten aus Kreidefelsen, berühmte Kathedralen und Abteien, eine üppig wuchernde, grüne Natur, weltbekannte Käse und die drei großen C – Camembert, Cidre und Calvados – stehen für das Savoir-vivre à la normande.

Nicht nur für Gourmets wissen die Normandie zu schätzen, auch Badeurlauber, Segler und Surfer zieht es hier her. Und das Spektrum für Aktivitäten beschränkt sich nicht auf Wasser- und Strandsport. Ein dichtes Wanderwegenetz lockt Spaziergänger, Jogger und Nordic Walker. Kluge Streckenplaner entdecken die Region auf verkehrsarmen Straßen und Sträßchen durch Postkartenlandschaften mit dem Rad. Auf den größeren Flüssen finden sich Kanu- und Kajakreviere. Und selbst Felskletterer können sich hier austoben.

Kurzum: Die Normandie bietet eine Palette an Attraktionen, die kaum einen Wunsch offen lässt. Die Frische des Maritimen, der rustikale Reiz des Hinterlands und das urbane Flair von Großstädten wie Caen, Rouen oder Le Havre – das mit seiner stilprägenden Nachkriegsarchitektur zum Unesco-Weltkulturerbe der Menschheit zählt – mischen sich zu einem faszinierenden Cocktail.

Bilder

Bildergalerie starten

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Ansicht:
Alle Sehenswürdigkeiten Alle Hotels & Übernachtungsmöglichkeiten Alle Restaurants Alle Aktivitäten

Beliebte Regionen in Normandie

Sortierung:

Reisezeit Normandie

Januar
mäßig
9°C
Februar
mittel
9°C
März
mittel
12°C
April
gut
14°C
Mai
sehr gut
17°C
Juni
sehr gut
21°C
Juli
gut
22°C
August
gut
23°C
September
sehr gut
22°C
Oktober
sehr gut
17°C
November
mäßig
14°C
Dezember
mäßig
12°C
MARCO POLO Reiseführer
MARCO POLO Reiseführer Normandie
MARCO POLO Reiseführer Normandie
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich

Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Samstag / 04.04.2020
Vormittags
3 °C
Nachmittags
15 °C
Abends
11 °C
Sonntag / 05.04.2020
Vormittags
7 °C
Nachmittags
18 °C
Abends
15 °C
Montag / 06.04.2020
Vormittags
10 °C
Nachmittags
15 °C
Abends
11 °C
Mehr Wetterinfos

Anreise

7h 31min
6h 57min
4h 26min
Frankfurt am Main
Normandie
Route planen
In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

Auftakt

Entdecke die Normandie!

Wie ein Fanal steht sie in der endlosen Weite einer einzigartigen Meereslandschaft: die Abteifestung des Mont-Saint-Michel, das „Wunder des Abendlands“. Schon im Mittelalter zog sie magisch die Pilgerscharen an. Ihren heutigen Besuchern hat die Region im Nordwesten Frankreichs noch viel mehr zu bieten: Fachwerkdörfchen wie aus dem Bilderbuch, kilometerlange Sand- und Kiesstrände, imposante Steilküsten aus Kreidefelsen, berühmte Kathedralen und Abteien, eine üppig wuchernde, grüne Natur, weltbekannte Käse und die drei großen C – Camembert, Cidre und Calvados – stehen für das Savoir-vivre à la normande.

Die Normandie: seit 200 Jahren Inbegriff klassischer „Sommerfrische“, Garten und Badewanne für die Bürger nicht nur der nahen Hauptstadt. In Seebädern wie Cabourg, Deauville, Dieppe oder Granville begann für Kontinentaleuropa die Geschichte des Küstentourismus. Schon 1812 begab sich der Pariser Hofstaat nach Dieppe pour prendre l’air, um Luft zu schnappen. Mitte des 19. Jhs. importierten dann die Engländer, Nachbarn auf dem anderen Ufer des Ärmelkanals, das Baden im Meer.

15 Uhr. Herrliche Frühsommerluft liegt warm über dem Vieux Bassin, dem alten Hafenbecken von Honfleur. Moderne und historische Segler dümpeln im Wasser. Die Mittagsgedecke auf den Holztischchen sind abgeräumt, vereinzelt sitzen Nachzügler noch an riesigen Platten mit hübsch drapierten frischen Meeresfrüchten. Fast jedes Lokal mutiert jetzt zum Café, nur das Nötigste ist auf dem Tisch: Zuckerstreuer, Servietten, die Getränkekarte. Zu einem petit crème, dem kleinen Milchkaffee, genießen Mütter mit Kinderwagen die Gunst der Stunde, bevor sie ihren älteren Nachwuchs von der Schule abholen. Nebenan sitzen vier Touristen, die mutig Getränke mit ihnen unbekannten Namen bestellen: diabolo, grenadine, noisette, trou Normand.

Wenige Kilometer westlich liegen frisch verliebte, junge Pärchen im feinen Sand des mondänen Strands von Deauville. Teure Strandcafés und das schicke Publikum in Designerhosen und -blusen interessieren sie nicht. Ihr Blick gilt den draußen auf dem Ärmelkanal vorbeiziehenden Fischkuttern. Nahe den Planches, der weltberühmten hölzernen Flaniermeile mit ihren Strandkabinen, kämpft ein älterer Herr mit einem der zahlreichen bunten Sonnenschirme.

Im Hinterland spaziert derweil der maître du chai, der Kellermeister, durch riesige Apfelgärten in voller Blüte, prüft mit kundigem Blick die aufgesprungenen Knospen seiner Schützlinge, die einen guten Calvadosjahrgang versprechen. Zwischen den Bäumen grasen friedlich kunstvoll gefleckte Kühe auf den saftiges Wiesen. Ob sie so zufrieden wirken, weil sie wissen, dass aus ihrer Milch bald weltberühmte Käse hergestellt werden?

Die Normandie vollzieht schon seit Jahrhunderten gekonnt den Spagat zwischen dem Leben auf dem Land und an der Küste. Über die Seine, die Lebensader der Region, versorgt die Provinz die Bevölkerung von Paris mit Lebensmitteln; ihr Steueraufkommen finanzierte einst große Teile des Staatsetats. Früher wirtschaftlicher Reichtum zog den kulturellen nach sich: Die Region verfügt über einen üppigen Schatz an Baudenkmälern, allen voran das Wahrzeichen der Normandie: der Klosterberg Mont-Saint-Michel. Prächtige Kathedralen wie in Rouen, Bayeux, Sées oder Coutances, Abteien oder deren immer noch beeindruckende Ruinen, Schlösser aller Stilrichtungen sowie Hunderte Herrensitze (manoirs) und Gutshöfe runden das Bild ab.

Trotz der Vorteile der strategisch günstigen Lage am Meer weiß man hier aber aus Erfahrung: Nicht nur Gutes kommt von fernen Gestaden. Wer kann sagen, ob das Schiff am Horizont friedliche Absichten hegt? Kamen doch die Wikinger, die die Region erst ausplünderten, danach besiedelten und ihr als nortmanni schließlich zum Namen verhalfen, über die See. So wie auch die Engländer im Hundertjährigen Krieg, die spanische Armada, die deutsche Kriegsmarine … Und am 6. Juni 1944 die alliierte Landungsflotte auf dem Weg, die „Festung Europa“ endlich vom Naziregime zu befreien. Wochenlang herrschte in der Normandie das flammende Inferno, Städte wie Le Havre, Cherbourg, Caen, Saint-Lô und vor allem Rouen lagen in Schutt und Asche. Diese Periode ist vor allem im Umfeld der Landungsstrände noch immer gegenwärtig. Die Normandie hat aber nicht nur eingesteckt, sie hat auch kräftig ausgeteilt – durch Wilhelm den Eroberer etwa, der 1066 auszog, die ihm versprochene englische Krone zurückzuerobern, die Neider ihm vorenthielten. Auch als Seeräuber versuchte man sich, jedoch eher erfolglos. Die Nachbarn aus Saint-Malo und Dunkerque teilten bereits die größten Batzen unter sich auf. Nur die Korsaren aus Granville konnten hier und da „Gewinne“ vorweisen.

Der berühmteste Normanne? Vielleicht Christian Dior. Sein Geburtshaus in Granville gilt vielen als Kultstätte der Haute Couture. Die Schriftsteller Jacques Prévert, Guy de Maupassant und Gustave Flaubert gehören zu den Geistesgrößen der Normandie, ebenso der Staatsphilosoph Alexis de Tocqueville. Auch Musiker wie Erik Satie und Kinostars wie der Regisseur Jacques Rivette, die Schauspieler Jean Marais, Laetitia Casta und André Raimbourg, bekannt als Bourvil (seinem normannischen Geburtsort Bourville zu Ehren), sind hier geboren. Und was wäre aus dem Impressionismus eines Claude Monet, Edgar Degas, Eugène Boudin oder Camille Pissarro geworden, hätte ihnen das Land nicht seine unvergleichlichen Motive geliefert?

Politisch gliedert sich die Normandie heute in fünf Departements: Manche, Calvados und Orne im Westen bilden zusammen die Basse (Untere) Normandie, Seine-Maritime und Eure im Osten die Haute (Obere) Normandie. Die Landwirtschaft profitiert von Ausläufern des Golfstroms mit angenehmen Jahresdurchschnittstemperaturen. Ein guter Teil der französischen Milchkühe grast hier und ein noch größerer Teil der Vollblutpferde. Bei den Franzosen steht die Normandie für Käse, Butter und Sahne sowie für Calvados und Cidre. Kurze Wege vom Produzenten zum Verbraucher sorgen für eine hervorragende Qualität der meisten Lebensmittel. Einige Dutzend Fischerhäfen prägen nach wie vor das Küstenbild, wenngleich auch für die normannische Flotte die Ressourcen knapper werden. Wegen der teils immensen Kosten für Treibstoff, Mannschaft, Versicherungen und Boot ist Fisch trotz ökologisch bedenklicher Preispolitik der Konkurrenz aus Übersee nicht zum Dumpingpreis zu haben.

Apropos Küste: Da gibt es auf mehr als 600 km Länge etwas für jeden Geschmack. Im Nordosten stehen mächtige Kreideklippen an den Kiesstränden der Côte d’Albâtre, der Alabasterküste, darunter das zweite Wahrzeichen der Normandie, die 70 m hohe, fast nadelspitze Aiguille bei Étretat. Weiter westlich folgen die mondäne Côte Fleurie (Blumenküste), die Côte de Nacre (Perlmuttküste) und die Plages de Débarquement, die Landungsstrände im Calvados mit Namen wie Utah Beach oder Omaha Beach. Auf der Halbinsel Cotentin, zwischen der wilden Landspitze von La Hague im Norden und dem Mont-Saint-Michel im Süden, finden Sie 100 km endlose, goldgelbe Sandstrände – durchsetzt von hübschen Häfen und Steilküsten wie dem monumentalen Nez de Jobourg.

Auf Entdeckungstouren durch das grüne Hinterland zeigt sich die von Flusstälern – allen voran natürlich dem der Seine – geprägte Landschaft, deren Ruhe und Farbenpracht einen Reiz birgt, dem Sie sich kaum werden entziehen können. Trotz der touristischen Beliebtheit hat sich die Normandie ihren urtümlich-rustikalen Charme bewahrt und kommt praktisch ohne Bettenburgen aus. Die Gästebetten verteilen sich auf etwa 1000 Hotels und noch viel mehr Schlösser, Ferienhäuser und -wohnungen. Rund 400 Campingplätze bieten relativ preiswerte Urlaubsdomizile. Nur im Hochsommer sind die meisten Adressen schon lange im Voraus ausgebucht.

Praktische Hinweise

Anreise

Aus dem Norden Deutschlands mit dem Thalys nach Paris-Gare du Nord, aus dem Süden auf der Hochgeschwindigkeitstrasse via Straßburg nach Paris-Gare de l’Est. In Paris per Metro, Bus oder Taxi zu den verschiedenen Abfahrtsbahnhöfen: von der Gare Saint-Lazare Richtung Rouen, Caen, Le Havre oder Cherbourg, von der Gare du Nord über Beauvais nach Le Tréport und von Paris-Montparnasse nach Argentan und Granville. www.sncf.de

Wer will, kann den Großraum Paris mit dem berüchtigten Boulevard Périphérique vermeiden. Bei Anreise aus der Südhälfte Deutschlands: Auf der A 4 westlich von Reims der Beschilderung Rouen folgen und dann über die A 26 und A 29 via Saint-Quentin und Amiens nach Neufchâtel-en-Bray. Diese Strecke ist geringfügig länger als die Route über Paris, meist aber viel schneller und vor allem stressfreier. Bei Anreise aus der Nordhälfte Deutschlands: Aachen–Lüttich–Valenciennes oder Eindhoven–Antwerpen–Lille und weiter über Amiens in die Normandie.

Von allen größeren Flughäfen aus bestehen tägliche Verbindungen nach Paris. Der Weiterflug zu den Provinzflughäfen in der Normandie (Rouen, Caen, Le Havre, Dieppe, Cherbourg) ist wegen des erforderlichen Flughafenwechsels in Paris und wegen der enormen Kosten nicht sinnvoll. Besser die Bahn benutzen! Billigflüge in die Normandie gibt es aus dem deutschsprachigen Raum nicht.

Auskunft

Von Atout France erhalten Sie allgemeine Reiseinfos und Prospekte. Das Fremdenverkehrsbüro der Region Normandie in Évreux antwortet schriftlich (auch auf Deutsch) und telefonisch (auch auf Englisch) auf E-Mails und Anfragen. Im Detail kennen die fünf comités départementaux de tourisme ihre Region. Auf deren Websites finden sich auch verschiedene Pauschalangebote. In den mehreren Hundert lokalen offices de tourisme bekommen Sie spezielle Auskünfte über den jeweiligen Ort.

Französische Zentrale für Tourismus Atout France

Deutschland60001100128info.de@rendezvousenfrance.com

Österreich01 5032892info.at@rendezvousenfrance.com

Schweiz0442174600info.ch@atout-france.fr

Französische Zentrale für Tourismus Wien

Comité Régional de Tourisme de Normandie

Rue Charles Corbeau14270000232337900www.normandie-tourisme.fr

Comité Départemental de la Seine-Maritime

0235121010www.seine-maritime-tourisme.com

Eure Tourisme

0232620427www.eure-tourisme.fr

Calvados Tourisme

0231279030www.calvados-tourisme.com

Comité Départemental du Tourisme de la Manche

0233059870www.manchetourisme.com

Comité Départemental du Tourisme de l’Orne

0033233288871www.ornetourisme.com

Informationen im Internet

Eine weitere gute Website mit allgemeinen Informationen zu Frankreich ist neben den oben genannten www.frankreich.de. Eine kostenlose Wetterprognose für alle Regionen oder Departements bekommen Sie unter www.meteofrance.com, Infos zu Hotels, Schlössern und Restaurants u. a. auf www.chateauxcountry.com und www.normandie-qualite-tourisme.com.

Auto

Die Höchstgeschwindigkeiten beträgt auf Autobahnen 130 (bei Regen 110) km/h, auf Schnellstraßen 110 (100) km/h, sonst 90 (80) km/h, innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/h. Wer es zu eilig hat, riskiert erhebliche Summen. Die Promillegrenze beträgt 0,5. Seit 2012 gilt – auch für Touristen und ausländische Fahrzeuge – eine Pflicht zum Mitführen eines kleinen Atemalkoholmessgeräts, die Sie für ca. 1 Euro in Tankstellen, Supermärkten etc. erhalten. Motorräder müssen auch tagsüber mit Abblendlicht fahren. Dies gilt für alle Verkehrsteilnehmer bei Regen und Nebel.

Wenn Sie rasch vorankommen möchten, lohnt es sich, trotz der Mautgebühren (péage) die Autobahn zu benutzen. Rechnen Sie mit ca. 6 Euro für 100 km. Manche Strecken wie die A 84 Caen–Mont-Saint-Michel sind gebührenfrei. Am schnellsten passiert man die Mautstationen, indem man mit Kreditkarte zahlt. Den Abschleppdienst (dépanneur-remorqueur) vermittelt im Pannenfall die Polizei17.

Beim Tanken bringen Preisvergleiche bis zu 15 Cent pro Liter an Ersparnis. Die niedrigsten Preise finden sich in aller Regel an den Zapfsäulen der großen hypermarchés, die höchsten auf der Autobahn. Die aktuellen Preise nahezu aller Tankstellen finden Sie auf der Website www.prix-carburants.gouv.fr.

Camping

Die Kategorien der herkömmlichen Campingplätze reichen von einfachem Komfort bis zur Luxusklasse. Daneben werden Plätze auf aires naturelles de camping (kleine Campingplätze in freier Natur) und camping à la ferme (auf schön gelegenen Bauernhöfen, allerdings mit wenig Komfort) angeboten. Wildes Camping ist am Strand und in touristischen Gebieten verboten. Einen Überblick über die Qualität der vier Dutzend campings labellisés der Normandie bietet die Website www.normandie-qualite-tourisme.com.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft in Paris

Avenue Franklin D. Roosevelt13–150153834500www.paris.diplo.de

Österreichische Botschaft in Paris

Rue Fabert60140633063www.amb-autriche.fr

Schweizer Botschaft in Paris

Rue de Grenelle1420149556700www.eda.admin.ch/paris

Geld & Kreditkarten

Kreditkarten (vor allem Visa und Master-/Eurocard) sind in Frankreich ein sehr gängiges Zahlungsmittel, auch für kleinere Beträge. Geldautomaten sind praktisch überall vorhanden. EC-Karten werden so gut wie nirgends als Zahlungsmittel angenommen, Sie können aber an vielen Bankautomaten Geld damit abheben.

Gesundheit

Ein grünes Kreuz zeigt an, wo es eine pharmacie gibt. Die European Health Insurance Card EHIC wird in der Theorie zwar anerkannt und bei umfangreichen medizinischen Leistungen als Nachweis einer ordnungsgemäßen Versicherung im Heimatland akzeptiert; Konsultationen beim Arzt sind jedoch normalerweise bar zu bezahlen (Kosten ca. 21–25 Euro). Auslagen für Arzt und ggf. Apotheke werden dann nach den Sätzen des Heimatlands erstattet. Eine Reisekrankenversicherung deckt eventuelle Kosten ab, die von der Kasse nicht übernommen werden.

Hunde

Erkundigen Sie sich vor Strand- oder Küstenspaziergängen, ob Ihr vierbeiniger Freund mitdarf; während der Badesaison dürfen Hunde verständlicherweise oft nicht an den Strand.

Internetzugang & Wlan

In zahlreichen Restaurants, Hotels und Cybercafés (Liste auf www.cybercafe.fr) stehen Ihnen WLAN-Hotspots, auf Französisch wifi genannt, zur Verfügung. In vielen Städten bieten auch Bibliotheken bzw. Mediatheken einen meist kostenlosen Internetzugang. Einige davon haben sich zu einer Organisation zusammengeschlossen, zu finden unter www.villes-internet.net. Unter www.orange-wifi.com/listehotspots.htm finden Sie eine Liste von Hotspots des größten französischen Telefonanbieters Orange inklusive Lageplänen.

Jugendherbergen

Mit einem internationalen Mitgliedsausweis kommen Sie auch ohne Altersbegrenzung in einer der zahlreichen, oft schön gelegenen Jugendherbergen unter. In der Hochsaison sollten Sie jedoch unbedingt rechtzeitig reservieren. Ein vollständiges Verzeichnis erhalten Sie über die Fédération Unie des Auberges de la JeunesseRue Pajol27750180144898727www.fuaj.org. In der Normandie gibt es Jugendherbergen in Caen, Cherbourg, Eu, Genêts, Granville, Rouen und Vernon.

Klima & Reisezeit

Dem meist recht kurzen und relativ milden, dafür aber vergleichsweise regenreichen und häufig windigen Winter folgt der meteorologische Frühling schon einige Wochen früher als in den meisten deutschen Regionen. Die offizielle Badesaison geht von Mitte Juni bis Mitte September. In den Küstenregionen bleibt die sommerliche Hitze stets erträglich. Die Nachsaison hält oft bis in den Spätherbst noch Tage mit 20 Grad bereit, und das Meer erreicht zum Teil noch im Oktober bis zu 17 Grad.

Die absolute Hochsaison mit entsprechenden Preisen für Hotels, Ferienwohnungen etc. ist meist auf Juli/August begrenzt. Die Normandie gilt vor allem den Parisern im Juli und August als klassische Sommerfrische. In Hotels, Ferienhäusern und sogar auf Campingplätzen heißt es dann: complet. Wer über keine Reservierung verfügt, läuft Gefahr, keine Bleibe zu finden. Wer kann, kommt direkt vorher oder nachher. Die Preise liegen dann um ca. ein Drittel niedriger. Viele Hotels und Restaurants haben im Winter ein paar Wochen Betriebsferien, einige Hotels – vor allem an der Küste – schließen auch das ganze Winterhalbjahr. Im Landesinneren wiederum haben mehrere Häuser während den Schulferien im Juli bzw. August zwei oder drei Wochen geschlossen.

Medien

In Zeitungsläden (maison de la presse), Papierwaren-, Buch- und Tabakgeschäften gibt es reichlich französische und mitunter auch ausländische Presse. Kino- und Veranstaltungshinweise erscheinen meist mittwochs unter der Rubrik „Loisirs“. Hotels bieten zwar oft moderne Flachbildfernseher, allerdings, wenn überhaupt, nur selten mehr als ein oder zwei deutsche Fernsehprogramme.

Notruf

Allgemeiner Notruf (Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen):112

Öffentliche Verkehrsmittel

Frankreich besitzt ein ausgezeichnetes Eisenbahnnetz. In den ländlichen Regionen wird es durch einen gut ausgebauten Buslinienverkehr ergänzt. Alle Fahrkarten müssen Sie vor Besteigen des Zugs an den Stempelautomaten im Bahnhof entwerten. www.sncf.com

Öffnungszeiten

Frische Baguettes können Sie in Bäckereien schon ab 6.30 oder 7 Uhr kaufen. Lebensmittelgeschäfte öffnen gegen 8 Uhr, Kaufhäuser, Läden und Boutiquen um 9 oder 10 Uhr. Abgesehen von den großen Supermärkten schließen die meisten Geschäfte in der Mittagszeit von 12 bis 14 Uhr. Ladenschluss ist meist gegen 19 oder 19.30 Uhr. Manche Bäckereien und Supermärkte haben auch am Sonntagvormittag geöffnet, dafür sind montags viele Läden geschlossen. In Restaurants gibt es im Allgemeinen zwischen 12 und 14 Uhr Mittagessen, Abendessen nie vor 19 Uhr; in Touristenzentren bestätigen Ausnahmen diese Regel.

Post

Die meisten Postämter (Poste/PTT) sind montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Die Hauptpost in größeren Städten ist meist auch von 14 bis 17 und auch Sa von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Das Porto für Briefe und Karten bis 20 g in EU-Länder und die Schweiz betrug bei Redaktionsschluss 77 Cent. www.laposte.fr

Privatunterkünfte

In den meisten Orten bieten Privatvermieter mit Gästezimmern (chambres d’hôtes) und Ferienhäusern (gîtes) eine meist kostengünstige Alternative zu Hotelzimmern. Die lokalen Fremdenverkehrsämter halten Listen mit Verfügbarkeit und Preisen bereit, die oft auch über das Internet einsehbar sind. Sie unterziehen mitunter das Angebot einer vorherigen Prüfung und verleihen Qualitätssiegel. Eine nationale private Institution ist Gîtes de Francewww.gites-de-france-normandie.com, die ein besonders reichhaltiges Angebot an Privatunterkünften besitzt. Achtung: Vor allem in den Sommermonaten sind viele Ferienhäuser nur wochenweise (Samstag bis Samstag) zu mieten.

Strom

Die Netzspannung beträgt 220 Volt. Flachstecker passen auch in französische Steckdosen, für Schukostecker Adapter mitnehmen.

Telefon & Handy

Von jeder der inzwischen seltenen Telefonzellen können Auslandsgespräche geführt werden. Sie brauchen dafür eine télécarte, die in Postämtern, Tabakläden und bei der Télécom erhältlich ist (zwei Varianten à 5 und 10 Euro für Gespräche in Frankreich oder innerhalb Europas).

Gespräche aus Frankreich: Vorwahl Deutschland 0049, Vorwahl Österreich 0043, Vorwahl Schweiz 0041, danach Ortsvorwahl ohne die Null und dann die Rufnummer. Gespräche nach Frankreich: Vorwahl Frankreich 0033, dann direkt die neunstellige Rufnummer ohne die Null am Anfang. Das trotz gesenkter Roamingpreise immer noch recht teure Telefonieren mit dem Handy wird billiger mit einer französischen Prepaidkarte, z. B. von Kertel (bei der Post, im Tabakladen oder in Supermärkten zu 7,50 oder 15 Euro). Praktisch: Sie kann auch in Telefonzellen oder von Festnetztelefonen aus benutzt werden.

Trinkgeld

Trinkt man nur einen Kaffee, lässt man ein paar Münzen auf dem Tisch liegen. Wenn man genug Kleingeld hat, muss man den Kellner nicht zum Zahlen herbeirufen, meist wird ein Preiszettel gleich zur Bestellung gelegt. Hilfsbereite Kellner, Taxifahrer, Friseure, Fremden- und Stadtführer sowie Hotelpagen und Zimmermädchen freuen sich immer über ein ihrem Service und ihrer Freundlichkeit entsprechendes Trinkgeld (ca. fünf bis zehn Prozent). Auch sprachlich versierte und fachlich besonders kompetente Reiseleiter, Fremden- und Stadtführer sollten Sie entsprechend belohnen.

Wohnmobile

In der Normandie ist die Wohnmobil fahrende Klientel meist gern gesehen. Während der Sommermonate ist das Campieren jedoch nicht überall und jederzeit erlaubt. Quadratische, blaue Schilder mit Wohnmobilpiktogramm kennzeichnen erlaubte, meist städtische Plätze. Oft finden sich hier auch Wasserablass- oder -aufnahmestellen. Mitunter geben Zusatzschilder Auskunft über Anmeldung oder über eventuell anfallende Gebühren. Außerhalb des Sommers toleriert man das Übernachten im Wohnmobil, auch an der Küste – Voraussetzung ist, dass Sie sich rücksichtsvoll verhalten.

Zoll

In der EU gibt es keine Ein- und Ausfuhrbeschränkungen, sofern die Waren für den privaten Gebrauch bestimmt sind. Richtwerte hierfür sind z. B. 800 Zigaretten, 90 l Wein, 10 l Spirituosen. Für Schweizer gelten erheblich geringere Freimengen, u. a. 200 Zigaretten und 2 l Wein.

Was kostet wie viel?

Kaffee

2–3 Euro für eine Tasse Espresso

Eis

2–3 Euro für zwei Kugeln Eis

Snack

2–3 Euro für ein Käsesandwich

Benzin

1,60–1,70 Euro für einen Liter Super

Taxi

1,56–1,78 Euro pro Kilometer plus Grundgebühr

Fahrrad

10–15 Euro für die Miete pro Tag

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage
8. Mai

Ende Zweiter Weltkrieg

14. Juli

Französischer Nationalfeiertag

11. November

Ende Erster Weltkrieg

Festivals & Veranstaltungen
Februar/März

Karneval in Granville: Der farbenfrohe Umzug lockt Zigtausende verkleidete Narren in die Hafenstadt.

März

Mortagne-au-Perche: Foire au Boudin (Blutwurstmarkt) in der zweiten Monatshälfte, drei Tage mit Verkauf und lustigen Wettbewerben wie Blutwurstwettessen

Ostern

Festival de Pâques de Musique Classique: Zu Ostern trifft sich in Deauville die Elite junger Solisten.

Mai

Alljährlich findet am zweiten Maiwochenende in Pont-l’Évêque die dreitägige Fête du Fromage statt, ein Käsefest, bei dem etwa 80 Aussteller ihre Erzeugnisse anbieten.

Ende Mai Seefeste in den Häfen des Departements Seine-Maritime

Mai/Juni

Rouen: Festival Jeanne d’Arc mit Theater, Musik und Ausstellungen

Jazz sous les Pommiers: 30 000 Musikpilger kommen in der Himmelfahrtswoche zum Festival „unter den Apfelbäumen“ mit internationalen Jazzgrößen nach Coutances.

Fête des Marins: traditionelles Pfingstfest in Honfleur mit Meeressegnung am Sonntag und Prozession der Seeleute zur Kirche Notre-Dame-de-Grâce am Montag

Juni

Die Alliiertenlandung 1944 jährt sich am 6. Juni und wird überall in der Normandie im Gedenken an die Befreier feierlich begangen.

Balleroy: Internationales Heißluftballonfestival in ungeraden Jahren am zweiten Wochenende

Marché d’Art de La Perrière: Am zweiten Juniwochenende bieten 120 Künstler in den Gassen des Dorfs bei Mortagne-au-Perche ihre Werke an.

Juli

Wegen Finanzierungsproblemen in unregelmäßigem Rhythmus veranstaltet Rouen ein großes Seglertreffen, die Armada.

Festival und Pferderennen um den Grand Prix de Deauville am ersten Wochenende

Feiern in fast allen Orten am Vorabend des 14. Juli und am Nationalfeiertag selbst

Bayeux: Mittelalterlicher Markt

Fête de la Mer am ersten Wochenende in Fécamp, am dritten Wochenende in Trouville

Juli/August

Les Heures Musicales de l’Abbaye de Lassay: Konzertreihe und Orgelkonzerte in der Abteikirche von Lassay

August

Festival des Traversées Tatihou: einwöchiges Folklorefestival auf der Insel und in Saint-Vaast-la-Hougue Mitte bis Ende August

September

Lessay: Foire Saint-Croix, riesiger Jahrmarkt am zweiten Wochenende

Deauville: Große Namen des US-Kinos geben sich beim Festival du Cinéma Américain ein Stelldichein. www.festival-deauville.com

Oktober

Der Charme einer längst vergangenen Seefahrerromantik: Anfang Oktober verwandelt die Fête de la Crevette Grise (Krabbenfest) das alte Hafenbecken von Honfleur in eine filmreife Kulisse mit Segeloldtimern, Shantychören und Krabbenverkäufern.

Octobre en Normandie: Tanz- und Musikfestival mit Aufführungen in Rouen und im Departement Calvados

November

Heringsmärkte in Dieppe und Fécamp

Im Trend

Kultur im Grünen
Kulturprogramm

Die schönsten Gärten der Region werden jetzt noch schöner: Klassische Konzerte verwandeln den Jardin FrançoisPréaux-du-PercheLe Clos in ein Paradies, in dem nicht nur Vögel singen. Im Parc du Manoir de VillersRoute de Sahurs30Saint-Pierre-de-Manneville kitzelt das Gras an den Füßen, während auf der Bühne Theaterstücke aufgeführt werden. Auch Ausstellungen zwischen Blumenbeeten gibt es.

Pommes-Spa
Schön & entspannt

Keine schweren Sahnesaucen, sondern Apfelwellness gibt es in den Spas der Normandie. Die Thermes de Bagnoles de l'OrneRue du Professeur Louvel setzen ebenso auf die Wellnesswirkung der Frucht wie das Spa PomMoulin de VillerayCondeau im Herzen des Naturparks Perche. Dass in einer alten Apfelkelterei auch Äpfel zum Einsatz kommen, ist klar. So wird im SpomLa Vallée du ManoirSaint-Aubin-de-Bonneval aus Apfelkernen Massageöl gewonnen.

Retromobil
Segel setzen

Geschwindigkeit ist zweitrangig. Statt mit einem schnittigen Flitzer durch die Landschaft zu jagen, entdecken immer mehr Urlauber den Genuss einer Kutschfahrt – nicht als kurzes Vergnügen, sondern als mehrtägige Rundfahrt. Die Association Les Roulottes de la Suisse NormandeLes Moutiers-en-CinglaisLe Hameau Hue hat komfortable hölzerne Waggons im Sortiment. Oder stechen Sie in See, aber nicht mit einer motorisierten Yacht, sondern mit einem Segelboot. Mit dem SkipperBoulevard des Amiraux260Granvillewww.tourisme-paysgranvillais.com lernen Sie das Kreuzen und pendeln zwischen Granville und den Kanalinseln .

Gut gebettet
Übernachtung

Nicht im Château oder in der Pension steigen trendgerechte Normandieurlauber ab – sie steigen auf: in das komfortable Baumhaushotel in La RenardièreBellou-le-Trichard . Vogelgezwitscher hören Sie auch im Woody ParkAvenue du Maréchal de Lattre de Tassigny198Fécamp. Dort übernachten die Gäste in Zelten, die in den Bäumen hängen und per Leiter zu erreichen sind. Tiere hautnah erleben auch die Gäste des Zoos Cerza, und zwar nach Dienstschluss. Denn in der Safari LodgeHermival-les-Vaux auf dem Zoogelände können Sie übernachten – wenn Sie denn das gelegntliche Löwengebrüll schlafen lässt. Schlafen im Müll?! Das ist weniger schlimm, als es klingt: Das EarthshipRue de la Selune42 bGer besteht aus recycelten Wertstoffen.

Ungewöhnliche Aromen
Spezialitäten neu aufgelegt

Edward McLean stellt nicht etwa Whisky her. Der Schotte produziert in Blangy-le-Château erfolgreich Calvados und Cidre. Wie der schmeckt? Probieren Sie am besten selbst! Trinkbare Abwechslung gibt es in Courtils: In der Brasserie de la BaieRoute de Roche Torin6 braut Christophe Lesénéchal sein normannisches Bier und stellt auch Essige und Chutneys aus den Nebenprodukten her. Ob es den richtigen Happen dazu auf der Farm von Jean François und Christine gibt? Das Paar führt zwischen Caen und Vire eine Schneckenfarm. Wem bei den kleinen Tierchen der Appetit vergeht, der kommt vielleicht auf dem informativen Lehrbauernhof Les Escargots de L’OdonSaint-Georges-d’AunayLe Pied Taillis auf den Geschmack.

Bloss nicht

Leichtsinnig baden und wattwandern

Ungefähr alle zwölf Stunden und 25 Minuten zieht sich das Meer bei Ebbe teils sehr weit zurück – vor allem beim Mont-Saint-Michel – und läuft dann gefährlich schnell wieder auf. In Zeitungen und an den Stationen der Strandwächter stehen die genauen Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser, an Letzteren finden Sie auch Hinweise auf Strömungen oder andere Gefahrenquellen. In der Umgebung des Mont-Saint-Michel sollten Sie wegen gefährlicher Treibsande nur geführt wattwandern. Ähnliche Vorsicht gilt beim Baden im Meer, vor allem an unbewachten Strandabschnitten.

Handtasche im Auto lassen

Lassen Sie nichts sichtbar im Auto liegen – vor allem dann, wenn es an einem einsamen Platz, etwa am Strand, abgestellt ist.

Von Aliierter „Invasion“ reden

Mitunter allergisch reagiert man zu Recht in der Normandie, wenn jemand von der alliierten „Invasion“ spricht. Denn dieses ist die Bezeichnung des Hitler-Regimes für die Landung der verbündeten Streitkräfte im Juni 1944. Invasion bedeutet „Einmarsch feindlicher Truppen“. Die Alliierten kamen aus französischer Sicht aber durchaus als Freunde, um ihr Land von den deutschen „Invasoren“ zu befreien.

In Touristenhochburgen essen

Viele Restaurantbesitzer profitieren gnadenlos von der Beliebtheit touristischer Highlights. Tun Sie es den Einheimischen gleich, und speisen Sie ein wenig abseits. Die Autokennzeichen auf dem Parkplatz verraten Ihnen, wo. An allen größeren Durchgangsstraßen finden Sie Truckerrestaurants. Ist der dortige Parkplatz zur Essenszeit voller Laster, können Sie im Allgemeinen sicher sein, dass Sie dort in ungezwungenem Ambiente ein bodenständig-deftiges, preisgünstiges menu routier serviert bekommen.

Mit großen Scheinen bezahlen

Da die Franzosen mittlerweile selbst kleinste Einkäufe mit der Kreditkarte bezahlen, können kleine Läden und Cafés oft nicht auf 100 oder gar 200 Euro herausgeben, morgens zum Teil nicht einmal auf 50 Euro.

Brandgefahr unterschätzen

Vor allem an der Küste trocknet der Wind bodennahe Vegetation wie Farne, Ginster und Heidekraut schnell aus. Schon eine aus dem Autofenster geworfene Zigarette oder eine Glasscherbe kann ausreichen, einen ganzen Küstenstrich in Flammen aufgehen zu lassen.

Stichworte

Bocage

Romantischer kann eine Agrarlandschaft kaum aussehen: Die bocage ist grüner Inbegriff der Normandie und lebendiges Zeugnis vom Geschick unserer Vorfahren, Wind und Wetter zu trotzen. Sie säumten Felder mit dichten, auf Wällen angelegten Hecken, ähnlich den norddeutschen Knicks. So schützten sie sie vor dem Wind und damit der Austrocknung und dem Verwehen des Saateintrags. Die Hecken bieten Nistraum für Vögel, die wiederum bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung helfen. Zudem spart man so teure Zäune und Mauern – und schafft ganz nebenbei eine Landschaft von großem Reiz: eben die bocage. Mit der vermeintlich segensreichen Flurbereinigung schien dann im 20. Jh. das Verschwinden der bocage besiegelt. Große Agrarmaschinen wollen weite, ebene Flächen. Inzwischen hat zum Glück die Trendwende eingesetzt: Die Austrocknung der ungeschützten Böden und vermehrter Insektizidbedarf zeigten den Nutzen der Hecken auch in ökonomischer Sicht. Und so wird nun, staatlich gefördert, die bocage rekonstruiert und sogar erweitert.

D-Day

Als „Der längste Tag“ ging der 6. Juni 1944 in die (Film-)Geschichte ein. Militärisch gesehen bedeutete die Landung der Alliierten an den Stränden der Normandie den Anfang vom Ende des Naziregimes in Europa. Jahrelang hatten die US-amerikanischen und britischen Generalstäbe den „D-Day“ vorbereitet. Ziel: den deutschen Atlantikwall durchbrechen. Knapp 7000 Schiffe und rund 156 000 Mann Landungstruppen warfen sie – mit massiver Unterstützung aus der Luft – in der Operation Overlord gegen die Flachküste des Calvados und der Manche. Nach äußerst heftigen Gefechten beendete die Einnahme von Rouen am 30. August 1944 die deutsche Besetzung der Normandie endgültig. Der Preis war hoch und blutig: Etwa 87 000 Menschen, darunter 37 000 Alliierte, verloren ihr Leben. Zahlreiche Soldatenfriedhöfe und Bunkerruinen zeugen noch heute von der Landung, die in Frankreich zu Recht nie als Invasion bezeichnet wird – die Invasoren waren schließlich die Deutschen.

Christian Dior

Als der Knabe Christian 1905 in der elterlichen Strandvilla an der Steilküste von Granville das Licht der Welt erblickte, ahnte niemand, dass er diese mit seinen Kreationen erobern sollte. 1947 sorgte der Modeschöpfer mit seiner Kollektion corolle für internationale Furore. Sie machte den Normannen zur Lichtgestalt der französischen Haute Couture. Mit seinen Modellen mit schmaler Taille, schwingenden Röcken und figurbetontem Oberteil kreierte er den New Look und mit ihm das Modeideal der „ewigen Pariserin“. Die zum Modemuseum umgewandelte Villa mit ihrem schönen Park ist für Fashionfans aus aller Welt zum Pilgerziel geworden.

Emmaüs

Unter anderem in Alençon, Caen, Cherbourg, Rouen, Eu und Saint-Pierre-sur-Dives fallen die Wiederverwertungszentren der Wohltätigkeitsorganisation Emmaüs ins Auge. Gegründet wurde die Bewegung 1949 von Abbé Pierre (1912–2007), einem katholischen Priester aus Lyon, mit dem Ziel, Armen und Menschen ohne Obdach zu helfen. Abbé Pierre führte über 30 Jahre lang die in Frankreich populäre Umfrage nach dem beliebtesten Franzosen an. In der Normandie erhielt er 1964 in Esteville als Schenkung ein manoir, auf dessen Friedhof er begraben liegt. In den Zentren sind Arbeitslose und ehemalige Häftlinge gegen Gehalt damit beschäftigt, gebrauchte Alltagsgegenstände und Möbel fachmännisch aufzufrischen oder zu restaurieren. Schauen Sie ruhig einmal dort vorbei, es lassen sich tolle Schnäppchen machen. Zudem tun sie Gutes in sozialer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht. Eine komplette Liste der Zentren mit Öffnungszeiten finden Sie auf www.emmaus-france.org.

Fachwerkkunst

Wunderschöne Fachwerkhäuser sind das Markenzeichen historischer normannischer Architektur. Orte wie Beuvron-en-Auge oder manche Straßenzüge der Altstadt von Rouen gleichen regelrechten Fachwerkmuseen. Man unterteilt die colombages in sechs meist regionaltypische Stilrichtungen. Allesamt sind sie geprägt durch lange, parallele Balken (Ständer) und/oder durch feines, manchmal auf dem Kopf stehendes Ähren- bzw. Fischgrätmuster.

Flamboyantstil

Prägend für das Bild der normannischen Baukunst ist die spannungsvolle, Flamboyant genannte Stilvariante der Spätgotik. Während sich Ende des 15. Jhs. die Baumeister anderswo bereits der Renaissance zuwandten, blieb man in Frankreich noch bis in die zweite Hälfte des 16. Jhs. dem Flamboyantstil treu. Diese sich in verspielter, filigraner Ornamentik und an Flammen erinnernder Verlängerung des Maßwerks ausdrückende Bauform ist besonders eindrucksvoll an der Kathedrale in Rouen und am Dekor der Kathedrale in Évreux zu sehen. Weitere Beispiele sind die Kathedralen von Bayeux oder Coutances.

Gezeiten

Die Küste lebt im Rhythmus der Gezeiten, die sich vor allem an der Westküste des Cotentin mit einem immensen Tidenhub bemerkbar machen. Häfen erwachen mit dem Öffnen der Schleusentore (ca. 1,5 bis 2,5 Stunden vor dem Scheitelpunkt der Flut) zum Leben, um nach deren Schließen bei Ebbe wieder in Lethargie zu verfallen. Einige Strände verwandeln sich bei Hochwasser in schmale Sandstreifen und bei Niedrigwasser zu weiten, bis zum Horizont reichenden Flächen. Die Abfahrtszeiten von Ausflugsbooten und Fähren folgen häufig dem Gezeitenkalender. Ein Blick in die Tageszeitung gibt Auskunft über Uhrzeit und Höhe von Hochwasser (marée haute oder pleine mer) und Niedrigwasser (marée basse bzw. basse mer). Vielerorts können Sie für wenig Geld einen nützlichen lokalen Gezeitenkalender (horaires des marées) erwerben; in allen coopératives maritimes und manchen Verkehrsämtern gibt es ihn auch gratis.

Jeanne d’Arc

Schon als Kind erlebte Jeanne die Schrecken des Hundertjährigen Kriegs, des Machtkampfs zwischen England und Frankreich um die französische Krone. Göttliche Eingebungen ließen sie ihr kurzes Leben dem Kampf gegen die Engländer widmen. Das 1412 in Domrémy in Lothringen geborene Bauernmädchen, zeitlebens Analphabetin, überzeugte den Thronfolger Karl VII., ihr ein 3000-Mann-Heer zur Verfügung zu stellen, mit dem sie 1429 das belagerte Orléans befreite. Beim Versuch, die Engländer völlig zu vertreiben, fiel Jeanne 1430 dann in die Hände der Burgunder, die sie an die mit ihnen verbündeten Engländer auslieferten. Ein Tribunal aus Bischöfen und Äbten machte ihr den Prozess u. a. wegen Ketzerei und Hexerei und ließ sie am 30. Mai 1431 19-jährig auf dem Scheiterhaufen in Rouen verbrennen. Der Vatikan sprach sie 1920 heilig. So wurde sie als „Heilige Jungfrau von Orléans“ zur Schutzpatronin Frankreichs.

Claude Monet

Das weiche, wechselnde Licht der Normandie zog Mitte des 19. Jhs. viele junge Maler an die Küste. Honfleur und Étretat mit ihren spektakulären Motiven wurden zu Künstlerkolonien. In seiner Geburtsstadt errichtete Eugène Boudin die „Schule von Honfleur“ und war damit einer der Vorläufer des Impressionismus, der die europäische Malerei revolutionieren sollte. Unter seinem Einfluss entwickelte sich der 1840 geborene Claude Monet zum herausragenden Repräsentanten der neuen Stilart. Viele großartige Gemälde zeugen von seiner Genialität. 1881 zog er von Honfleur in das ländliche Giverny und machte aus seinem Garten ein einzigartiges Idyll. Es wurde Kulisse für viele seiner Bilder. 1926 starb Claude Monet; er liegt auf dem Friedhof von Giverny begraben.

Nor(d)mannen

Mit kleinen, wendigen Schiffen kamen sie aus dem Norden über das Wasser, überfielen immer wieder das Land und raubten, was sie bekommen konnten: die Wikinger. Dabei nahmen sie nicht die Normandie allein für ihre Raubzüge aufs Korn – weite Teile Europas zitterten vor ihnen. Als die Wikinger des Kommens und Gehens müde waren, begannen sie, sich anzusiedeln, und wurden zu Beginn des 10. Jhs. unter ihrem Anführer Rollo zu einem starken Machtfaktor im Land. Rollo ließ sich taufen und wurde als Robert erster Herzog der Normandie. Damit vollzog sich die Geburtsstunde des Lands, das nunmehr aufblühte.

Pferde

Mehr als ein Drittel aller französischen Pferde werden in der Normandie geboren. Gezüchtet werden Renn- und Reitpferde, Lastentiere für die Landwirtschaft und Schlachttiere. Pferdefreunde sollten nicht versäumen, im berühmten Gestüt Haras du Pin bei Argentan von Juni bis September die Pferdeparade zu erleben. Der zweite Haras National der Normandie befindet sich in Saint-Lô.

Spitzenkunst

Das kunstvolle Fadenschlagen um die Nadeln des Nadelspitzenkissens wurde wahrscheinlich in Venedig erfunden. Ab 1665 wurden Spitzen auch im normannischen Alençon hergestellt. Bald fand der französische Geschmack eine eigene Variante, die stark konturierte Ornamentik auf zartem, handgenähtem Netzgrund. Der lang anhaltende Erfolg der dentellière normande war dem Point d’Alençon von Madame La Perrières zu verdanken. Tausende von Frauen und Kindern, vor allem in ländlichen Gebieten der Basse-Normandie, sicherten mit Hand- und Heimarbeit die Existenz ihrer Familie. Im 19. Jh. setzte sich die maschinelle Herstellung der Spitzen durch. In den Museen in Alençon und Argentan wird die Spitzenklöppelkunst angemessen gewürdigt.

Trou normand

Calvados (oft kurz: calva) nennen die Normannen wie das Departement den 40-prozentigen Geist aus dem Apfel. Die hiesigen Apfelsorten haben zwar klimabedingt nicht die gleiche Qualität wie diejenigen aus der bretonischen Region Cornouaille, von wo die anerkannt besten Cidre und Calvados (die dort Lambig heißen) herstammen, haben aber zu Recht ebenso den Ruf eines Tropfens edler Herkunft begründet. Die Nähe zur Metropole Paris begünstigte dabei früh eine rasche Verbreitung. Neben den Äpfeln selbst entscheidet eine ganze Reihe von Faktoren über die Qualität des Calvados: Im Idealfall wird er zweifach destilliert (wie z. B. im Landstrich Pays d’Auge) und altert dann in Eichenfässern in einem rundherum belüfteten und gleichmäßig feucht gehaltenen Keller. Dabei gilt: je älter, desto besser und – logisch – desto teurer! Zu Discountpreisen kann es eben keinen guten calva geben. Aber Achtung: Ein steril sauberer Alterungskeller ist kein gutes Zeichen. Kenner wissen: Calvados muss „leben“, nicht das Alter allein, auch die Mikrooxidation durchs Fassholz hindurch bestimmt die Qualität. Exzellent ist folglich ein natürlich „atmender“ Keller mit scheinbar schmutzigen Wänden und Decken. Das rührt von einem speziellen Pilz, der sich von den Ausdünstungen der Fässer ernährt, die man in der Normandie poetisch den „Anteil der Engel“ nennt. Zum viel zitierten trou normand wird der Calvados, wenn er – während eines üppigen Menüs gereicht – für den nächsten Gang ein Loch (trou) im Magen schaffen soll. Mediziner haben nachgewiesen, dass tatsächlich die Magenscheidewände geweitet werden.

Bücher & Filme

Madame Bovary

Ein Klassiker der französischen Literatur ist dieser weltberühmte Roman des in Rouen geborenen Gustave Flaubert.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Dieser Schlüsselroman des 20. Jhs. von Marcel Proust spielt größtenteils in der Normandie.

Guy de Maupassant

Der auf Schloss Miromesnil geborene Schriftsteller ließ sich in vielen seiner Werke von der Normandie inspirieren.

Arsène Lupin

Die Krimis von Maurice Leblanc aus Rouen um den Meisterdieb sind Klassiker. Auch im Film stellt der gebildete Gentleman und Frauenkenner Lupin immer wieder seine Spitzfindigkeit unter Beweis, zuletzt 2004 neben Kristin Scott-Thomas und Matthieu Carrière.

Paul dans sa Vie

Der Dokumentarfilm des Fernsehreporters Rémi Mauger über einen Bauern am Cap de la Hague mit überwältigenden Landschaftsaufnahmen besitzt inzwischen Kultstatus in der Normandie. Er läuft immer mal wieder in normannischen Kinos und ist als DVD in den einschlägigen Geschäften erhältlich.

Der Soldat James Ryan

Steven Spielbergs Antikriegsfilm wurde zum Teil an Originalschauplätzen gedreht. Er schildert in beeindruckender Weise die Heftigkeit der Kämpfe während und nach der alliierten Landung 1944.

Ein Mann und eine Frau

Als cineastisches Meisterwerk gilt Claude Lelouchs Film von 1966, der im Rahmen einer der schönsten Liebesaffären der Filmgeschichte auch eine Ode an Lelouchs Fetischort Deauville darstellt.

Fakten

Strom
230 V, 50 Hz
Hauptstadt
Rouen
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
08:24 Uhr
MARCO POLO Produkte
MARCO POLO Reiseführer Normandie
MARCO POLO Reiseführer Normandie
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich
Nach oben