Niederländische Küste

Überblick

Die Niederländische Nordseeküste ist mehr als 350 km lang, wobei sie fast durchgängig von Sandstränden flankiert wird. Hinter den Deichen wechseln sich historische Städtchen und lebendige Metropolen in dichter Folge ab. In Kombination mit einer perfekten Infrastruktur für Urlaub und Alltag bürgt dies für eine in dieser Form weltweit einzigartige Ferienregion.

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Wetter & Klima

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Anreise

4h 37min
4h
1h 15min
Frankfurt am Main
Niederländische Küste
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Entdecke die Niederländische Küste

Ans Meer

Die Luft ist schon jetzt spürbar salzig, und es weht eine angenehme Brise. Nun wirfst du die Strandtasche über die Schulter und nimmst die letzten Treppenstufen bis zum Scheitel der Düne in Angriff. Endlich siehst du das Meer. Genauer gesagt: die Nordsee, die sich gerne ein bisschen launisch gibt, die auch in der warmen Jahreszeit Wellen produziert, die nur selten über 20 Grad warm wird und die gerade dadurch ein Garant für Sommerfrische ist. In den Niederlanden zeigt sich die Nordsee von ihrer besten Seite: Von Cadzand, das de facto ein Anhängsel des flämischen Festlands ist, über die dünn besiedelte Provinz Zeeland bis hinauf nach Den Helder und zu den Wattenmeerinseln breiten sich feine Sandstrände aus. Fast überall gehen diese in Dünenlandschaften über, die eine sehr effektive Trennlinie markieren zwischen dem Ort, wo du die schönsten Stunden des Jahres verbringst, und dem Hinterland, dessen Entwicklung kaum irgendwo so ausgeprägt ist, wie in den fortschrittlichen, erfindungsfreudigen und dicht besiedelten Niederlanden.

Schlemmen im Strandpavillon 

Gut, der Wind mag manchmal kräftig sein, aber du bist ja auch nicht in der Südsee. Mach es wie die Einheimischen, die ein Schutzsegel einpacken, wenn sie zum Strand gehen. Oder sich gleich auf die rundumverglasten Terrassen eines Strandpavillons setzen, die noch vor wenigen Jahren zur billigen Abfütterung dienten, mittlerweile aber zum kulinarischen Kulturgut aufgestiegen sind. Wo du auch gut mal einen halben Tag verbummeln kannst. Mit bitterballen und einem Bierchen, immer häufiger aber auch mit frischem Seefood, Craft Beer und anständigem Wein.

Grachten und Giebel 

Das aber ist nur der Anfang, hinter den Dünen gehen die Freuden unvermindert weiter: Die niederländische Küste ist seit vielen Jahrhunderten besiedelt – und die vielen kleinen Städtchen im Hinterland haben sich seitdem wenig verändert. Sei es das einst stolze Middelburg auf der Halbinsel Walcheren, das ehrwürdige Zierikzee auf Schouwe-Duivenland oder das früher geschäftige Hoorn am IJsselmeer, überall ist die Geschichte der Seefahrer- und Handelsnation greifbar. Besonders hier an der einstigen Zuiderzee lebt in Marken, Volendam und Monnickendam ein scheinbar längst vergessener Teil niederländischer Geschichte weiter – mit kleinen Grachten, herausgeputzten Giebelhäusern und verwinkelten Gassen, die ein Gesamtensemble ergeben, das jedem noch so zivilisationsmüden Auge schmeichelt. Doch auch einer der größten europäischen Ballungsräume touchiert die Küstenlinie. Die Niederländer haben dem Trapez zwischen Utrecht, Amsterdam, Haarlem, Den Haag und Rotterdam den Namen Randstad verpasst. Dessen Existenz steigert die Attraktivität eines Urlaubs an der Nordsee nur noch mehr. Das wird nirgendwo greifbarer als in Den Haag, das für sich beanspruchen darf, die einzige europäische Großstadt mit gleich zwei Seebädern zu sein: dem familienfreundlichen Kijkduin und dem betriebsamen Scheveningen.

Tatendrang und Fortschrittsglaube 

Der Regierungssitz hat sich zu einer weltgewandten Metropole mit vielen guten Restaurants und hübschen Geschäften gewandelt, deren rasant wachsende Skyline in schrillem Kontrast zu den urholländischen Straßen der Innenstadt steht. Noch ausgeprägter ist der Fortschrittsglaube in Rotterdam. Die Bewohner der Hafenstadt halten sich nicht lange mit Planungen auf. Nein, hier werden Ideen gleich in die Tat umgesetzt: Würfelförmige Behausungen wie die Kubuswoningen oder die umwerfende Markthalle verleihen der Stadt seither eine Aufbruchstimmung, die kreative Menschen geradezu anzieht. Versteht sich von selbst, dass solche Bewohner Besuchern gegenüber freundlich und aufgeschlossen sind. Auch Delft, Leiden und Haarlem sind Teil der Randstad – und obwohl die Städte deutlich kleiner sind, ist ihr authentischer Charme Anlass genug für einen ausgedehnten Ausflug während des Urlaubs an der Küste. Eine willkommene Überleitung zu einem weiteren Vorteil der Region: die geografischen Abstände, die an der Küste gering sind. Egal, ob du nun in Zeeland oder Noord-Holland bist, überall sind attraktive Städte, Themenparks und Sehenswürdigkeiten wie Tulpenfelder im Rahmen eines Tagesausflugs erreichbar. Und nicht selten bieten sich der Nahverkehr oder gar das Fahrrad als Alternative zum Auto an.

Allein auf der Insel

Große Ausnahme vom geschäftigen Treiben sind die fünf Wattenmeerinseln vor der Niederländischen Küste. Schon bei der Überfahrt nach Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog kommt ein Gefühl der Abgeschiedenheit auf, das den Erholungsprozess unmittelbar in Gang setzt. Hier sind Brise und Brandung vielleicht noch ein wenig ungestümer. Der perfekte Ort, um buchstäblich Abstand zum Alltag zu gewinnen, Geist, Seele wie Körper auf Hängemattenmodus zu schalten.

Praktische Hinweise

Anreise

Über die deutschen Autobahnen sind die Niederlande über viele Grenzübergänge zu erreichen. Vom Westen (Köln) über die Autobahn 57 oder die A 3, aus Richtung Hamburg über die A 1 und A 30, aus Richtung Berlin über die A 2/A 30.

Das Streckennetz der Eisenbahn und der Busse ist in Richtung Küste gut ausgebaut. Es verkehren Schnellzüge und Intercity-Züge in kurzen Abständen. Mit den IC- und EC-Zügen sind die Niederlande von allen europäischen Städten aus schnell erreichbar. Ab Frankfurt und Köln fährt auch der ICE nach Amsterdam. Fahrzeit von Osnabrück nach Amsterdam: etwa 3 Stunden, ab Frankfurt mit dem ICE etwa 4 Stunden. Von Berlin und München gibt es einen direkten Nachtzug, ebenso wie von Basel. Tagsüber muss man von der Schweiz in Frankfurt, von Österreich in München umsteigen.

Der internationale Flughafen Schiphol liegt 18 km von Amsterdam entfernt. Täglich gibt es mehrere Flugverbindungen mit allen wichtigen europäischen Städten. Ein regulärer Economy-Flug von Hamburg nach Amsterdam kostet ungefähr 300 Euro. Transavia fliegt von Berlin und Easyjet von Basel nach Amsterdam. Vom unterirdischen Bahnhof des Flughafens Schiphol aus ist jeder Ort des Landes erreichbar. Nach Den Haag, Rotterdam und Amsterdam fahren pro Stunde bis zu sechs Züge. Einige Low-Budget-Fluglinien fliegen inzwischen aber auch den kleineren Flughafen Rotterdam an, so etwa Intersky ab Friedrichshafen und Transavia ab Salzburg. Vom Flughafen Rotterdam fährt Bus 33 in 20 Min. zum Bahnhof. Möchten Sie nach Zeeuws Vlaanderen, kann der Flughafen Brüssel die günstigste Lösung sein.

Auskunft
Niederländisches Büro für Tourismus (NBT)

0221 9257170www.niederlande.de

VVV

Im Land gibt es 350 Verkehrsbüros, die VVV (Vereniging voor Vreemdelingenverkeer). Die meisten Touristeninformationen haben Sondertelefonnummern (Vorwahl 0900), deren Tarif variiert und über dem normalen liegt. Die Vorwahl 0800 ist kostenlos.

Gegen Gebühr vermitteln die VVV-Büros Unterkünfte, Ausflüge und verkaufen Prospekte, Wander- und Straßenkarten (geöffnet meist Mo–Fr 9–17, Sa 10–13 Uhr, im Sommer z. T. auch am Sonntag).

Auto

Auf Autobahnen sind 120 km/h, auf Schnellstraßen 100 km/h und auf Landstraßen 80 km/h erlaubt. In den Ortschaften darf man 50 km/h bzw. 30 km/h fahren. Die Einhaltung der Geschwindigkeit wird geprüft. Auf der Autobahn Utrecht–Amsterdam wird rund um die Uhr regelmäßig kontrolliert. Die Bußgelder sind gepfeffert: Eine Geschwindigkeitsübertretung von 20 km/h kostet je nach Tatort zwischen 75 und 150 Euro.

Bahn

Das öffentliche Verkehrsnetz ist mit Bus und Bahn gut ausgebaut. Platzreservierungen und IC-Zuschläge kennt man hier nicht. Kinder (4–11 Jahre) zahlen in Erwachsenenbegleitung nur 2 Euro (railrunner). Auch sonst sind Bahnfahrten recht günstig: Ein einfaches Ticket für die einstündige Fahrt von Rotterdam nach Haarlem kostet z. B. 10,70 Euro, von Leiden nach Haarlem nur 5,20 Euro – die grandiose Aussicht vom Fenster aus über die Tulpenfelder ist gratis. Karten zieht man in der Regel am Automaten, der EC-Karten mit Maestro-Zeichen akzeptiert. Am Schalter bezahlt man pro Karte 50 Eurocent Zuschlag. Karten beim Zugschaffner kosten deutlich mehr als am Schalter oder Automaten. 0900 9296. Zugfahrpläne finden Sie unter www.ns.nl, internationale Züge unter www.nshispeed.nl.

Das eigene Rad können Sie im Zug mitnehmen (Wagen mit Fahrradsymbol beachten), dafür ist eine Fahrkarte (Tageskarte 6 Euro) notwendig. Von Sept. bis Juni ist die Mitnahme zu folgenden Zeiten nicht erlaubt: Mo–Fr 6.30–9 und 16.30–18 Uhr.

Bed & Breakfast

Die niederländische Küste ist gespickt mit kleinen Pensionen und privaten Zimmervermietungen, die man z. B. über www.bedandbreakfast.nl findet. Für Friesland gibt es eine separate Webseite: www.bedenbrochje.nl. Wer auf einem Bauernhof übernachten möchte, schaut bei www.boerderijkamers.nl. Unterkünfte in historischen Gebäuden vermittelt www.erfgoedlogies.nl.

Camping

Campingplätze gibt es in hoher Zahl an der Küste, pro Tag und Person muss man 15 bis 20 Euro rechnen. Wildes Campen ist verboten, die Geldbußen sind hoch. Auf der Seite www.camping.info/niederlande ist beinahe jeder niederländische Campingplatz verzeichnet, inklusive Beschreibung und Bewertung. Dort können Sie auch nach unterschiedlichen Kriterien suchen wie etwa Kinderfreundlichkeit oder FKK.

Charterboote

Das niederländische Wassernetz ist rund 6000 km lang, rund 900 000 Urlauber befahren es jährlich. Eng kann es dann in den Häfen und vor den Schleusentoren werden. Beliebt sind Fahrten in Zeeland, im IJssel- und Wattenmeer. Inzwischen gibt es etwa 400 Boote in der bruine vloot, die wegen der Farbe ihrer Segel so genannt wird, deren Eigentümer sich in der Stiftung Traditionelle Charterfahrten (TCN) zusammengeschlossen haben. Enkhuizen gehört zu den großen Yacht- und Segelzentren. Gruppen- und Individualreisen per Boot bietet die Reederei NAUPAR088 2525150www.naupar.nl. Sie besitzt 140 Segelschiffe, mit denen sie unter anderem Törns auf IJsselmeer und Wattenmeer anbietet.

Diplomatische Vertretungen
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

070 3420600www.duitse-ambassade.nl

Botschaft der Republik Österreich

070 3425470www.bmeia.at/denhaag/

Botschaft der Schweiz

070 3642831www.eda.admin.ch/denhaag

Einreise

Schweizer benötigen eine Identitätskarte, für EU-Bürger genügt ein Personalausweis, eine Grenzkontrolle findet aber kaum noch statt. Tiere benötigen eine Bescheinigung über die Tollwutimpfung.

Ferienwohnungen

Das umfassendste Angebot und Möglichkeit zur Online-Buchung bieten www.aanzee.com und www.nederlandsvakantiehuis.nl. Luxuriöse Villen finden Sie bei www.specialvillas.nl. Bei der Staatlichen Forstverwaltung kann man einsame Häuser in Waldgebieten mieten: www.staatsbosbeheer.nl (dann auf „Overnachten“ klicken).

Gruppenunterkünfte

Familien, Schulklassen und Vereine haben die Möglichkeit, größere Häuser für Veranstaltungen und Ausfahrten zu mieten. Sie können unter Bauernhäusern, Bungalows in Feriendörfern und Herrenhäusern wählen. Informationen erhalten Sie unter 0487 594641www.groepen.nl

Hunde

Die Niederländer sind ein tierliebes Volk. Die meisten Hotels und Vermieter von Ferienhäusern haben keine Einwände gegen die Mitnahme von Vierbeinern. Für die Einreise benötigen Sie einen EU-Heimtierausweis, der Hund muss gechipt oder tätowiert und gegen Tollwut geimpft sein. An den Stränden gibt es sehr unterschiedliche Regelungen. In manchen Gemeinden dürfen Hunde das ganze Jahr über an den Strand, in anderen nur außerhalb der Hochsaison und zu bestimmten Zeiten. Über die Regeln des jeweiligen Urlaubsorts sollte man sich im Vorfeld informieren. Eine Übersicht finden Sie unter www.travel4dogs.de/hunde-am-strand-holland.html

Jugendherbergen

In den Niederlanden gibt es 30 Jugendherbergen – die wohl schönste ist Kastell Westhove bei Domburg, auch Familien und Nichtmitglieder können dort übernachten. Mit einer Mitgliedskarte von Hostelling International erhält man 2,50 Euro Rabatt pro Übernachtung. Auskunft und Reservierung: StayokayZandpad51054 GA020 5513155www.stayokay.com

Klima & Reisezeit

Das Klima wird durch das Meer und den Golfstrom bestimmt und ist gemäßigt: Die Sommer sind nicht zu heiß und die Winter sind mild. In Zeeland scheint die Sonne zudem häufiger als anderswo im Land. Die Wassertemperaturen liegen im Sommer bei frischen 16 °C, manchmal auch darüber. Mai und Juni sind die niederschlagsärmsten Monate. Dennoch sollten Sie nie den Regenschirm und Regenkleidung vergessen.

Museumskarte (MK)

Wer mehrere Museen besuchen will, sollte die Museumskarte (Museumkaart) kaufen. Sie ist ein Jahr gültig und berechtigt zum kostenlosen Besuch der meisten Museen in den Niederlanden. Die Jahreskarte kostet 44,90 Euro, für Jugendliche bis 24 Jahren 24,90 Euro (www.museumkaart.nl). Sie ist online und in den Museen erhältlich. Passfoto nicht vergessen!

Die Museen, die die Museumskarte akzeptieren, sind im Text mit „MK“ gekennzeichnet.

Notruf

Die kostenlose Notrufnummer ist landesweit die 112. Für weniger dringende Fälle gibt es in den meisten größeren Orten den centrale doktersdienst, der rund um die Uhr erreichbar ist. Die Telefonnummer erfährt man an der Hotelrezeption oder im VVV-Büro.

Öffentliche Verkehrsmittel

In Bussen und Straßenbahnen fahren Sie entweder mit einer strippenkaart (Streifenkarte) oder mit einer OV-chipkaart (OV-Chipkarte). Derzeit ist das Fahrkartensystem in einer Übergangsphase, auf Dauer soll die alte strippenkaart abgeschafft und durch die moderne chipkaart ersetzt werden. Vorsicht: In weiten Teilen Noord-Hollands und im Großraum Rotterdam ist bereits nur noch die chipkaart gültig!

Wo sie noch gelten, kosten Streifenkarten mit 15 Streifen 7,70 Euro. Für eine Zone stempeln Sie zwei Coupons ab. Die Karten können Sie am Fahrkartenschaltern kaufen, es gibt sie aber auch bei Zeitschriftenhändlern, an manchen Hotelrezeptionen oder beim Fahrer – dort sind sie jedoch teurer.

OV-Chipkarten erhalten Sie am Fahrkartenautomaten. Es gibt Wegwerfkarten, die nur für einzelne Fahrten oder einige Stunden gültig und relativ teuer sind. In Rotterdam bekommen Sie auch günstige Tages- und Mehrtagestickets. Eine Alternative für alle, die öfter mit den Öffentlichen fahren, ist eine wiederverwendbare Chipkarte, die aufgeladen wird. Sie kostet einmalig 7,50 Euro.

Geld auf die Karte laden können Sie am Fahrkartenautomaten und an gelben Automaten, die in vielen Supermärkten und Zeitschriftenläden stehen. Für alle Chipkarten gilt, dass man damit unbedingt beim Einsteigen ein- und beim Aussteigen wieder auschecken muss – auch wenn man nur umsteigen will! Dafür halten Sie die Karte vor ein Lesegerät neben der Tür bzw. auf dem Bahnsteig, bis es kurz piept. Vergessen Sie das Auschecken, wird die Karte ungültig. Informationen: www.ov-chipkaart.nl.

Öffnungszeiten

Allgemeine Öffnungszeiten: 8.30 bis 18 Uhr, Supermärkte oft bis 20 Uhr, am Sa bis 17 Uhr, Mo vormittags sind die meisten Geschäfte geschlossen. In einigen Urlaubsorten und in den Zentren der Großstädte haben Läden auch So 12–17 Uhr geöffnet.

Parken

Aus den Städten wird der Autoverkehr verbannt, da den Parkproblemen anders nicht mehr beizukommen ist. Das Parken ist relativ teuer (es gibt Parkuhren und Parkautomaten, also an Münzen denken). Die Tarife schwanken zwischen 1,50 und 5 Euro pro Std. Je nach Stadt muss täglich zwischen 9 und 19 Uhr, in Amsterdam bis 24 Uhr bezahlt werden. Auch an den Stränden stehen Parkautomaten. Ist die Parkzeit überschritten, wird im schlimmsten Fall eine Radklemme (wielklem) angeschraubt und man muss das Auto dann gegen eine, dreistellige saftige Gebühr (die Höhe ist unterschiedlich) auslösen. Hotels in Küstenorten, wo das Parken kostenpflichtig ist, haben häufig private Parkplätze, die man bei der Zimmerbuchung mitreservieren kann. Manche bieten auch einen Parkschein zum Parken auf der Straße an.

Post

Die Post heißt in Holland TNT, die Ämter sind mit roten Schildern gekennzeichnet und Mo–Fr 9–18 Uhr geöffnet, am Sa 9–12 oder 13 Uhr. In den Bahnhöfen gibt es keine Post. Briefe und Postkarten innerhalb der EU kosten 79 Cent. Briefmarken kann man aber auch in allen größerern Supermärkten am Kioskstand kaufen.

Telefon & Handy

Landesvorwahl Deutschland: 0049, Schweiz 0041, Österreich 0043. Vorwahl Niederlande: 0031. Viele Auskunftsbüros haben 0900-Nummern, die teurer sind als der normale Telefontarif. 0800-Nummern sind kostenlos.

In den Niederlanden finden Sie vor allem Kartentelefone. Telefonkarten kauft man in Bahnhöfen, bei der Post, in Souvenirläden und in vielen VVV-Büros. Prepaid-Karten für Mobiltelefone können Sie in Telefongeschäften kaufen, vielerorts werden Sie sie aber auch in Kiosken und Supermärkten finden. Eine aktuelle Übersicht der Tarife finden Sie unter www.bellen.com.

Trinkgeld

Trinkgeld um die zehn Prozent im Restaurant ist üblich. Das Personal in den öffentlichen Toiletten erwartet bis zu 50 Cent Servicegeld.

Wettervorhersage

Für das gesamte Küstengebiet wurde eine kostenpflichtige Servicetelefonnummer eingerichtet, die Urlauber über die aktuelle Wettersituation vor Ort unterrichtet (45 Cent/Min.). 0900 9725www.wetteronline.de/niederlande.htm

Zeitungen & Zeitschriften

Noch am Erscheinungstag erhält man an Bahnhöfen oder Kiosken vor allem in den touristischen Ballungsgebieten alle großen deutschsprachigen Tageszeitungen, Wochenzeitungen und viele Illustrierte.

Zoll

Im privaten Reiseverkehr der Europäischen Union ist die Mitnahme von Waren zum eigenen Gebrauch unbegrenzt möglich, sie dürfen zollfrei ein- und ausgeführt werden. Als Obergrenze für den privaten Verbrauch gelten z. B. 800 Zigaretten oder 1 Kilo Tabak, 90 l Wein, 110 l Bier oder 10 l Spirituosen. Die Einfuhr von Arzneimitteln ist erlaubt, wenn sie für den persönlichen Bedarf bestimmt sind. Für Schweizer gelten andere Obergrenzen, z. B. 200 Zigaretten oder 250 g Tabak; weiterhin 2 l alkoholische Getränke oder 1 l Spirituosen sowie andere Waren zu Geschenkzwecken im Gegenwert von bis zu 100 CHF.Informationen: www.zoll.de

Was kostet wie viel?

Kaffee

2,50 Euro für eine Tasse Kaffee

Fisch

5 Euro für eine Portion frittierten Fisch am Strand

Bier

2,20 Euro für ein kleines Glas Bier

Radmiete

8 Euro pro Tag

Benzin

1,70 Euro für einen Liter Super

Tulpen

10 Euro für 30 Zwiebeln

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Januar

Neujahrstag

März/April

Karfreitag, Ostermontag

30. April

Koninginnedag

4. Mai

Nationaler Gedenktag für die Opfer des Zweiten Weltkrieges

5. Mai

Gedenktag zur Befreiung von der deutschen Besatzung (alle 5 Jahre ein offizieller Feiertag)

Mai

Christi Himmelfahrt

Mai/Juni

Pfingstmontag

25./26. Dezember

Weihnachten

Feste und Lokale Veranstaltungen
Januar

Scheveningen: Nieuwjaarsduik. Neujahrsschwimmen in der Nordsee

März

Keukenhof (Lisse): tollste Blumenshow der Niederlande.Ab Ende März

Alkmaar: Käsemarkt. Von Ende März bis Anfang Sept. (Fr 10–12.30 Uhr) ist der traditionelle Markt Touristenattraktion Nummer eins in der Region.

April

Koninginnedag. Knalliges Orange prägt an diesem Tag die Straßen: Der Geburtstag der Königin ist ein feuchtfröhliches Fest. 30. April

Scheveningen: Internationales Sandskulpturen-Festival. Ende April–Juli

Noordwijk-Haarlem: Großer Blumenkorso. Am 3. Sa im Monat

Den Oever: Fischmarkt Klein, aber fein.April–Okt. jeden Sa 9–12.30 Uhr. Bei schlechtem Wetter geschl.

Mai

Nationaler Mühlentag. Am zweiten Sa im Monat ist Tag der offenen Mühlen im ganzen Land

Jazzfestival Middelburg: Auftritte internationaler Stars in der ganzen Stadt. Pfingstwochenende

Juni

Scheveningen: Vlaggetjesdag. Traditionelles Fischerfest zur Eröffnung der Heringssaison.Anfang Juni

Den Haag: Tong Tong Fair. Beliebter indonesischer Jahrmarkt. Anfang Juni

Terschelling: Oerol-Festivalwww.oerol.nl. 10 Tage Theater und Konzerte auf der Insel. Mitte–Ende Juni

Den Haag: Parkpop. Größtes niederländisches Gratis-Popfestival im Zuiderpark. Ende Juni

Gouda: Käsemarkt. Mitte Juni–Ende Aug., jeden Do 10–12.30 Uhr

Juli

Leiden: Lakenfeesten. Tuchmarkt mit Kirmes und Musik. Anfang Juli, sonntags

Rotterdam: North Sea Jazz Festival. Dreitägiges Jazzfestival mit Auftritten internationaler Stars. Mitte Juli

Kinderdijk: Mühlentage. Windmühlen sind jeden Sa in Betrieb. Juli–Ende Aug.

Skûtsjesilen. Regatten zwischen friesischen Plattenbodenschiffen an zehn Orten in Friesland. Ende Juli–Mitte Aug.

August

Sneek: Sneekweek. Segelfest in der ersten Augustwoche

Yerseke: Muscheltag. Muschelessen satt und Fischerfest. 3. Sa im Aug.

Scheveningen: dreitägiges Int. Feuerwerkfestival am Pier. Mitte Aug.

September

Rotterdam: Welthafentage. Volksfest am ersten Wochenende im Monat

Nazomer Festival Zeeland. 125 Aufführungen in historischen Gebäuden in der ganzen Provinz. Anfang Sept.

Open Monumentendag. Landesweit öffnen zwei Tage lang tausende denkmalgeschützte Gebäude ihre Türen für Besucher. 2. Septemberwochenende

Oktober

Workum: Strontrace. Plattbodenbootregatta übers IJsselmeer, begleitet von Fischereitagen und Seemannsliederfest. Monatsende

November

Den Haag: Crossing Border. Fünftägiges Literatur- und Weltmusikfestival. Monatsmitte

Dezember

Sinterklaas. Der niederländische Nikolaus kommt am 5. Dez.

Im Trend

Huiskamer-Lokale
Wohnzimmerrestaurants

Die niederländischen Hobbyköche laden in die eigene Wohnung: Peter und Hilda Rijksstraatweg5Schalsumwww.de-bijkeuken.nl servieren ihren Gästen Indonesisches, ebenso wie Hausmannskost. Ron Belts Kalmoeslaan14www.kokaanhuis.com edle Kreationen müssen sich vor keinem Profikoch verstecken. Mehr Huiskamer Restaurants finden Sie unter www.huiskamermenu.nl.

Blokart
Segel setzen

Mit dem Liegedreirad samt Segel geht es rasant über den Strand. Der Blokartclub Niederlandwww.blokartclub.nl ist unter anderem auf der Insel Terschelling aktiv. Der Brouwersdam in Ouddorp ist ein Eldorado für Blokarter. Dort finden sich gleich mehrere Anbieter wie der Beachclub Natural HighKabbelaarsbank1www.natural-high.nl oder das Kite Surf CentrumBrouwersdam1www.kitesurfcentrum.nl. Ideal für den Anfang ist die rund fünf Kilometer lange Asphaltstrecke von FlevOniceStrandgaperweg20Biddinghuizenwww.flevonice.nl.

Film ab!
Abseits des Mainstreams

Ungewöhnliche Themen, Medien und Erzählformen haben es den Niederländern angetan. Das www.northseafilmfestival.com in Den Haag widmet sich ganz der Unterwasserwelt – nicht nur der Nordsee Beim www.filmfestivalrotterdam.com dreht sich alles um innovative und experimentelle Filme. Hier treffen sich die Nachwuchstalente. Das www.shoot-me.nl setzt ebenfalls auf Filme abseits des Mainstreams.

Maagd van Holland
Trendviertel Maho

Individuelle Shops, hippe Bars und coole Cafés haben das Viertel Maagd van Holland, kurz Maho, in Rotterdams heißestes Pflaster verwandelt www.mahokwartier.nl. Rund um die namensgebende Statue machen Trendsetter Station in der Urban Espresso BarBotersloot44awww.urbanespressobar.nl wo man auf dem Bürgersteig Snacks und Kaffee genießen kann. Liebhaber zeitgenössischen Designs treffen sich bei Depot RotterdamPannekoekstraat66www.depotrotterdam.nl. Kaum einer schafft es, den Shop ohne Tüten zu verlassen. Ein paar Häuser weiter können Sie limitierte Turnschuhe erstehen: I am FoolPannekoekstraat80iamfoolrotterdam.hyves.nl. Zu Ende gehen lässt man den Abend im LevelPannekoekstraat76awww.levelrotterdam.nl, einer coolen Cocktailbar samt Restaurant.

Gutes Nachtleben
Nachhaltigkeit

Selbst vor dem Nachtleben macht der grüne Gedanke nicht Halt. Wer auf dem tanzt, erzeugt Energie. Das Konzept für den Sustainable Dance Clubwww.sustainabledanceclub.com stammt von Enviuwww.enviu.org und Döll Architectenwww.dollab.nl. Auch in Rotterdams WATTWest-Kruiskade26-28 hat ein Umdenken eingesetzt. Serviert wird Biobier, Regenwasser spült die Toiletten. Wormwww.wormweb.nl ist ein avantgardistisches, wegweisendes Projekt. Der Musikveranstalter ist in nachhaltige Räume gezogen. Die Wände sind mit ausrangierten Flugzeugfenstern getäfelt, die Bepflanzung auf dem Dach gedeiht Dank der Abwärme des Clubs prächtig.

Bloss nicht

Deutschen Service erwarten

Die Niederländer haben ein sehr entspanntes Verhältnis zum Service. Gerade im Restaurant kommt es schon mal vor, dass man lange warten muss. Beschwert man sich zu barsch, geht oft gar nichts mehr. Auch sonst lautet häufig die erste Antwort, die man auf eine Frage hört: „Das geht nicht.“ Bleiben Sie freundlich, aber geben Sie nicht auf! Nach einem kleinen Schwätzchen geht in den Niederlanden fast alles.

Dünen beschädigen

Die Dünen bilden eine natürliche Schutzzone gegen die See. Das Betreten der Dünen ist abseits der Wege streng verboten. Klettern Sie nicht über Zäune, und beachten Sie die Hinweisschilder!

Vögel füttern

Eine große Unsitte ist es, Möwen oder Tauben zu füttern. Beide Vogelarten sorgen für massive Probleme, man sollte nicht noch durch Füttern zu ihrer Vermehrung beitragen.

Rasen mit dem Auto

Die Polizei hat ein bestimmtes Soll an Strafzetteln zu erfüllen, die sie verteilen muss. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden schon deshalb streng kontrolliert. Bußgelder werden sofort eingezogen. Lassen Sie sich von einheimischen Autofahrern nicht provozieren, auch wenn diese Sie schneiden und überholen.

Erster Kontakt auf Deutsch

Nicht jeder Niederländer spricht Deutsch, vor allem unter den jungen Leuten ist Deutsch keine favorisierte Fremdsprache. Niederländer empfinden es als überheblich, wenn sie in Restaurants, auf der Straße oder im Geschäft auf Deutsch angesprochen werden. Machen Sie sich zunächst mit Englisch verständlich. Es hilft auch, vor der Reise einige alltägliche Wörter und kleine Sätze Niederländisch zu lernen. Man wird es Ihnen anrechnen.

Strandkuhlen graben

Ein beliebtes Thema für niederländische Karikaturisten sind all jene dickleibigen Touristen, die am Strand ihr Territorium abstecken und Kuhlen im Sand graben. Das Bauen von Strandburgen, an der deutschen Ost- und Nordseeküste noch immer üblich, ist an der Niederländischen Küste verpönt.

Falsch parken

Parkplatzknappheit herrscht in praktisch allen Küstenorten und in den Zentren der Städte. Wenn Sie einen freien Platz gefunden haben, vergewissern Sie sich, dass Sie nicht doch aus Versehen im Parkverbot stehen. Die Bußgelder sind hoch, oft genug wird abgeschleppt. Planen Sie einen Ausflug nach Amsterdam, nehmen Sie am besten die Bahn, auch am Wochenende herrscht dort lebhafter Verkehr, und es kommt immer wieder zu Staus.

Stichworte

Coffeeshops

Die Niederlande sind das einzige Land Europas, in dem es sogenannte Coffeeshops gibt, Cafés, in denen weiche Drogen wie Haschisch und Marihuana gekauft bzw. konsumiert werden dürfen. Der Besitz ist nicht legal, aber die Verfolgung dieses Delikts hat eine sehr niedrige Priorität. Wer nicht mehr als 30 g bei sich trägt, bekommt keine Probleme mit der Polizei. Auch der Eigenanbau von Hanf wird toleriert, allerdings dürfen es nicht mehr als fünf Pflanzen sein. Die Duldung weicher Drogen steht jedoch schon seit einigen Jahren unter politischem Beschuss, und immer mehr Gemeinden erzwingen die Schließung von Coffeeshops, vor allem im näheren Umkreis von Schulen.

Deiche

Römer waren es, die die ersten Deiche entlang der Flüsse anlegten. Erst um das Jahr 1000 begannen die Holländer mit dem Bau von Deichen an der Küste und machten so eine dauerhafte Besiedlung des Landes möglich. Auf den Warften – aufgeschüttete Hügel – wurden Bauernhöfe und Kirchen errichtet. Die Sorge für den Unterhalt der Deiche lag beim Deichgrafen. Um Inseln und Strände, etwa bei Scheveningen oder auf Texel, vor einer Abtragung durch die Fluten zu bewahren, werden aufwendige Sandaufspülungen vorgenommen. Auch die Flüsse sind mit Deichen versehen, die allerdings nicht immer halten: 1995 mussten wegen Überflutung von Maas und Rhein 250 000 Menschen evakuiert werden.

Deltawerke und Oosterschelde

Rund 5,5 Mio. Euro wurden zwischen 1953 und 1997 für das sogenannte Deltaprojekt zum Schutz des Hinterlandes in Zeeland ausgegeben – das damals wohl kostspieligste Wasserbauprojekt der Welt. Das Oosterschelde-Wehr hat 65 Öffnungen, jede von ihnen ist 40 m breit. Bei normalem Wasserstand hat das Meer freien Zugang in die Mündungsarme der Flüsse Rhein, Maas und Schelde, nur in Sturmflutzeiten werden die Tore geschlossen. Die Oosterschelde ist ein beliebtes Überwinterungsquartier von Vögeln. Ihre Artenvielfalt und hohe Population ist bemerkenswert. Auch die Seehunde fühlen sich wohl. An warmen Sommertagen werden mittlerweile wieder durchschnittlich 78 Tiere gezählt.

Dünen

Dünen prägen das Gesicht aller niederländischen Inseln und der Küste von Den Helder bis nach Belgien. Das Dünensystem entstand etwa im 12. Jh. Bis heute ist nicht sicher, was den plötzlichen Sandzuwachs verursachte. Man vermutet, dass das Abschlagen der Wälder im Inland dazu beitrug. Dabei wurde eine Menge Sand freigesetzt, der sich mit den Ablagerungen, die die Flüsse Rhein und Maas seit Jahrhunderten an die Küste getragen hatten, vermischte. Dünen werden im Laufe der Zeit von Gräsern überwuchert. Wird die Pflanzendecke zerstört, trägt der Wind die Dünen ab, und das Wasser hat freien Zulauf. Der Schutz der Dünen gehört daher zu den vordringlichen Aufgaben der niederländischen Behörden.

Gewächshäuser

Gewächshäuser sind in den Niederlanden allgegenwärtig: Insgesamt bedecken sie eine Fläche von etwa 10 000 Hektar. Vor allem im Westland, also der Gegend zwischen Den Haag und Hoek van Holland, stehen die gläsernen Gebäude dicht an dicht. Unter der Glasdecke wachsen Gemüse, Obst und Zierpflanzen, von denen 80 Prozent exportiert werden. In Deutschland sind vor allem Hollandtomaten ein Begriff – wenngleich kein positiv besetzter. Lange waren die Gewächshausfrüchte aufgrund ihrer Aromalosigkeit als Wasserbomben verschrieen. Inzwischen werden aber verstärkt aromatische Sorten angebaut, denen man ihre Treibhausjugend kaum noch anmerkt.

Damit die Pflanzen schneller wachsen, werden sie rund um die Uhr beleuchtet. Bis vor einigen Jahren konnte man deshalb die Glashäuser vom Flugzeug aus beim nächtlichen Landeanflug auf die Niederlande wie leuchtende Würmer in der Landschaft liegen sehen. Bis man auf das Problem der „Lichtverschmutzung“ aufmerksam wurde: Der Tages- und Nachtrhythmus von Wildpflanzen in der Umgebung der Gewächshäuser durch die ständige Beleuchtung wurde gestört, und in manchen Gegenden der Niederlande wurde es nachts nie mehr richtig dunkel. Seither müssen die Züchter die Dächer der Gewächshäuser nachts mit lichtundurchlässigen Planen abdecken.

Holland

Holland ist eigentlich nur ein Teil der Niederlande, der aus den zwei Provinzen Nord- und Südholland besteht. Da diese Provinzen, in denen mit Amsterdam, Rotterdam und Den Haag die bedeutendsten Städte des Landes liegen, schon seit Jahrhunderten eine wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung haben, wurde „Holland“ im deutschen Sprachgebrauch zum Synonym für die Niederlande. Doch es kann schon passieren, dass ein Friese oder Zeeländer etwas verschnupft reagiert, wenn man ihn als Holländer bezeichnet.

Königshaus Oranien-Nassau

Stammvater des Königshauses Oranien-Nassau ist Wilhelm I. von Nassau, der 1533 im hessischen Dillenburg geboren wurde. Er war unter Karl V. Statthalter von Holland, Zeeland und Utrecht. Im Zuge der Auflehnung des Adels gegen die radikale katholische Machtpolitik Philipps II. von Spanien (Sohn Karls V.) setzte sich Willem von Oranje an die Spitze der Aufständischen. Er wurde 1584 ermordet. Der Freiheitskampf gegen Spanien endete erst mit dem Westfälischen Frieden 1648. Die Oranier blieben weiterhin Statthalter des Landes.

Erster König der Vereinigten Niederlande wurde König Willem I. (regierte 1813–40). Die heutige Königinmutter Juliana regierte bis 1980. Seitdem ist Beatrix Königin der Niederlande. 1966 heiratete sie den deutschen Diplomaten Claus von Amsberg, der 2002 verstarb. Der älteste ihrer drei Söhne, Prinz Willem-Alexander, heiratete im Februar 2002 die Argentinierin Máxima Zorreguieta. Sie ist inzwischen beinahe so populär wie ihre Schwiegermutter. Wann immer das Thronfolgerpaar mit seinen drei blonden Töchtern Amalia (geb. 2003), Alexia (geb. 2005) und Ariane (geb. 2007) im Fernsehen erscheint, schießen die Einschaltquoten in die Höhe.

Kolonialmacht

Ebenso wie andere Kolonialmächte kamen die Niederlande durch Ausbeutung und Sklaverei zu Reichtum. Um die zerrütteten Staatsfinanzen im 19. Jh. zu sanieren, führte man für die Kolonie Nederlands-Indië (heutiges Indonesien) das cultuurstelsel ein, ein Zwangsanbausystem für Kaffee, Tee, Tabak, Zimt und Indigo, dessen Ertrag zwischen 1830 und 1870 ca. 375 Mio. Euro betrug. Mit diesem „Blutgeld“ bauten die Niederländer Deiche sowie Schulen, senkten Steuern und begannen mit dem zügigen Ausbau der Infrastruktur ihres Landes. Erst 1862, 30 Jahre nachdem England die Sklaverei abgeschafft hatte, entschlossen sich auch die Niederlande zu diesem Schritt. Nach dem Zweiten Weltkrieg führten sie noch zwei Kriege in Indonesien, um die Unabhängigkeit des Landes zu verhindern. Der Freiheitskampf (1945 bis 1949) kostete rund 200 000 Indonesier das Leben.

Malerei

Im Goldenen Zeitalter entstand ein reger bürgerlicher Kunstmarkt. Reiche Kaufleute verlangten nach Gemälden, die ihre Lebenswelt naturgetreu darstellen, aber auch moralische Botschaften enthalten sollten. Porträt-, Genre- und Landschaftsmalerei florierten. Die berühmtesten Vertreter waren Rembrandt van Rijn (1606–69), Jan Vermeer van Delft (1632–75), Jan Steen (1626–79) und Jacob van Ruisdael (1628–82). Markenzeichen der damaligen niederländischen Malerei ist ihr Realismus.

Muscheln

An niederländischen Stränden findet man viele Muschelarten, aber auf der Speisekarte stehen nur zwei Sorten: Miesmuscheln und Austern. Miesmuscheln werden meist mit Pommes und Mayonnaise serviert. Gezüchtet werden sie im Wattenmeer und in der Oosterschelde in Zeeland. Die Saison dauert von Mitte Juli bis Mitte April – was in den anderen Monaten angeboten wird, ist Tiefkühlware aus dem Ausland.

Bis vor einigen Jahren wurde die Hälfte der Muschelsaat aus Irland importiert, da das heimische Angebot die Nachfrage nicht befriedigen konnte. Anfang 2006 wurde diese Aussaat jedoch aus Sorge um das Ökosystem verboten. Die Bedenken sind verständlich, wenn man das Schicksal der noch heißer begehrten niederländischen Austern bedenkt, die in Oosterschelde und Grevelingen-Meer gezüchtet werden. Dort wurde in den 1970er Jahren die japanische Auster ausgesetzt, die sich inzwischen zur Plage entwickelt hat und die Larven der einheimischen platte oester frisst.

Dabei hat diese Gattung es ohnehin nicht leicht, ist sie doch sehr anfällig für die Austernkrankheit Bonamiasis, was ihre Zucht noch schwieriger macht. Dementsprechend sind platte Austern in den Niederlanden deutlich teurer als ihre zugereisten Verwandten.

Nationalparks

Unter den 20 niederländischen Nationalparks befinden sich auch einige Küstenregionen, wie die Kennemerduinen, der Biesbosch bei Dordrecht, das Wattenmeer und die Insel Schiermonnikoog. Außerdem gibt es zahlreiche kleinere Naturschutzgebiete, etwa Het Oerd im Osten Amelands, wo man auf über 50 Vogelarten trifft, das Sandgebiet Vliehors auf Vlieland oder De Muy auf Texel. Auch die meisten Dünengebiete stehen unter Naturschutz und dürfen nur mit Eintrittskarte betreten werden (im Tourismusbüro oder am Bahnhof erhältlich).

Polder

Polder, eingedeichtes Grünland, das von schnurgeraden Wassergräben durchzogen ist, gibt es auf allen Inseln und hinter der Küste. Polderwiesen gelten als gute Viehweiden. Es waren Zisterziensermönche, die im 13. Jh. mit der Einpolderung von Land in Friesland und Zeeland begannen. Erst mit dem Einsatz von Windmühlen im 15. Jh., die das tief liegende Land leer pumpen konnten, wurde das Einpoldern effektiv. Ein besonders großer Polder entstand im südlichen IJsselmeer: der Flevoland-Polder.

Sprache

Die Amts- und Umgangssprache ist Niederländisch. In Europa wird es von 21 Mio. Menschen gesprochen, von den Niederländern und den 6 Mio. Flamen in Belgien (Flämisch). Friesisch ist in Friesland als Minderheitensprache anerkannt und wird an den dortigen Schulen gelehrt. In Zeeland hört man noch oft den Dialekt Zeeuws, der dem Flämischen sehr ähnlich ist.

Stadtwaagen

In allen historischen niederländischen Städten gibt es ein Stadtwaagengebäude, das meist auf dem Marktplatz steht und schlicht als de waag bekannt ist. Um zu verhindern, dass sie ihre Kunden mit gezinkten Waagen um einen Teil der Ware betrogen, mussten Händler Butter und Käse früher in der von der Stadtbehörde geeichten Stadtwaage wiegen lassen. Dafür zahlten sie ein Wiegegeld an die Stadt. Heutzutage beherbergen die meisten Stadtwaage-Gebäude Restaurants oder Museen. Die Stadtwaage von Alkmaar wird aber beim Käsemarkt noch immer zu ihrem ursprünglichen Zweck benutzt.

Strandcafés

Jedes Jahr kurz vor Ostern werden die ersten Strandcafés an der Küste aufgebaut. Früher waren diese Cafés meist nur schlichte Schuppen mit dem Charme von Eckkneipen, in denen ebenso einfache Speisen wie Käsebrötchen oder Erbsensuppe mit Speck serviert wurden. In den letzten Jahren mutieren sie aber immer öfter zu hippen Lounge-Bars oder freundlichen Familiencafés, je nach Standort. Viele Strandcafés vermieten auch Liegen und Sonnenschirme, einige sogar kleine Wochenendhäuser, die ebenfalls am Strand stehen. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Im Herbst, vor den großen Winterstürmen, werden sie wieder abgebaut und bis zum nächsten Frühjahr eingemottet.

Voc und Wic

In Middelburg oder Hoorn, in Delft oder Haarlem – überall an der Niederländischen Küste werden Sie auf Bauwerke und Spuren der Vereinigten Ostindischen Kompanie treffen. 1602 wurde die „Verenigde Oostindische Compagnie“ (VOC) in Amsterdam gegründet. Sie hatte das alleinige Recht, in der östlichen Hemisphäre einen Wirtschaftskrieg gegen Portugal und Spanien zu führen und eine Kriegsflotte und ein Heer zu unterhalten. Sie durfte eigene Münzen prägen und Verträge abschließen. Als die VOC am 31. Dezember 1799 formell aufgelöst wurde, stand ihr Name bezeichnenderweise für „vergaan onder corruptie“, also „untergegangen durch die Korruption“. Zwischen 1602 und 1799 fuhren insgesamt 622 000 Personen auf 4510 VOC-Schiffen nach Asien. Die Schwestergesellschaft, die „Westindische Compagnie“ (WIC), trieb Handel mit Afrika und Amerika, war führend im Sklavenhandel und gründete Neu-Amsterdam, das heutige New York.

Windmühlen

Die allgegenwärtigen Mühlen wurden mit der Einpolderung von Land seit dem 15. Jh. wirtschaftlich eingesetzt. Von den ausgeklügelten Windmaschinen existieren noch etwa 980. Sie sind denkmalgeschützt. Die schönsten Ansammlungen sieht man in Kinderdijk, in Zaandam und in Schermer bei Alkmaar. Mit einer Flügelspannweite von 28 m treiben Windmühlen eine Schraubwinde an, die das Wasser aus Gräben in höher gelegene Kanäle hebt. Außer Poldermühlen gab es Getreide-, Öl- und Tabakmühlen.

Bücher & Filme

Frau Antje und Herr Mustermann

Ein ebenso amüsantes wie lehrreiches Buch von Dik Linthout über Vorurteile, Klischees und Mentalitätsunterschiede zwischen Niederländern und Deutschen, in dem man auch viel über die holländische Geschichte und Sprache erfährt

Die Zwillinge

Tessa de Loos faszinierende Geschichte der Zwillingsschwestern Lotte und Anna, die in der Nachkriegszeit getrennt voneinander aufwachsen – die eine in Deutschland und die andere in den Niederlanden

Inselgäste

In diesem Episodenroman von Vonne van der Meer kommentiert die Putzfrau eines Ferienhauses auf der Watteninsel Vlieland das Kommen und Gehen der Gäste. Jeder von ihnen bringt seine eigenen Probleme und Geschichten mit

Antonias Welt

Skurrile Familiensaga um fünf Frauengenerationen in einem südniederländischen Dorf. Im Zentrum steht die selbstbewusste Bäuerin Antonia, die sich in der Männerwelt behauptet. Der Film von Regisseurin Marleen Gorris erhielt 1996 einen Oscar

Schwarzbuch

Regisseur Paul Verhoeven erzählt in seinem Film von 2006 die Geschichte der niederländischen Jüdin Rachel Stein, die vor den Nazis aufs Land flieht, Widerstandskämpferin wird und sich dann ausgerechnet in einen SS-Mann verliebt

Fakten

Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
08:00 Uhr
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