Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Deutschen Service erwartenDie Niederländer haben ein sehr entspanntes Verhältnis zum Service. Gerade im Restaurant kommt es schon mal vor, dass man lange warten muss. Beschwert man sich zu barsch, geht oft gar nichts mehr. Auch sonst lautet häufig die erste Antwort, die man auf eine Frage hört: „Das geht nicht.“ Bleib freundlich und gib nicht auf! Nach einem kleinen Schwätzchen geht fast alles.
Draußen kiffenDass Drogenkonsum im öffentlichen Raum der Niederlande okay wäre, ist ein Missverständnis, das ggf. geahndet und außerdem von den Einheimischen gar nicht gern gesehen wird.
Den Radweg für sicher haltenKlar, Fahrradfahren ist in den Niederlanden sehr angenehm. Das aber bedeutet keineswegs, dass du auf dem Radweg nicht aufpassen müsstest. Auf den meist abgetrennten Wegen sind auch E-Bikes, Fatbikes, Mofas (auch wenn sie nicht erlaubt sind), Cantas (Miniaturautos für Leute mit Beeinträchtigungen) und diverse andere Gefährte unterwegs. Vorsicht ist also immer angebracht.
Erster Kontakt auf Deutsch herstellenNicht jeder Niederländer spricht Deutsch, v. a. unter den jungen Leuten ist Deutsch keine favorisierte Fremdsprache. Niederländer empfinden es als überheblich, wenn sie in Restaurants, auf der Straße oder im Geschäft auf Deutsch angesprochen werden. Am besten sprichst du Englisch, dann ist der Person selbst überlassen, eventuell auf Deutsch zu antworten.
Falsch parkenParkplätze sind in allen niederländischen Küstenorten und den Stadtzentren knapp. Hast du einen freien Platz gefunden, vergewissere dich, dass du nicht aus Versehen im Parkverbot stehst. Die Bußgelder sind hoch, oft wird abgeschleppt. Wann immer möglich, nimm am besten die Bahn.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Kaffee3 Euro für eine Tasse Kaffee
Fisch7,50 Euro für eine Portion frittierten Fisch
Bier2,75 Euro für ein kleines Glas Bier
Radmiete15 Euro pro Tag
Benzin2 Euro für einen Liter Super
Tulpen12 Euro für 30 Zwiebeln

Feste & Feiertage

1. Januar

  • Neujahrstag

März/April

  • Karfreitag, Ostermontag

27. April

  • Koningsdag

4. Mai

  • Nationaler Gedenktag für die Opfer des Zweiten Weltkrieges

5. Mai

  • Gedenktag zur Befreiung von der deutschen Besatzung (alle 5 Jahre ein offizieller Feiertag)

Mai

  • Christi Himmelfahrt

Mai/Juni

  • Pfingstmontag

5. Dezember

  • Sinterklaas (Nikolaus)

25./26. Dezember

  • Weihnachten

Ankommen

Anreise

Die niederländische Küste ist gut per Bahn erreichbar. Von Frankfurt, Köln und Düsseldorf fahren täglich bis zu sieben nagelneue ICE-Neo in 3 ½ bzw. 2 ¼ Stunden nach Utrecht (ab 29 Euro pro Strecke). Ab Berlin verkehren sechs IC-Zugpaare über Hannover und Osnabrück nach Utrecht (5 ½ Stunden) und zurück. Wer aus der Schweiz anreist, muss in Frankfurt umsteigen, von Innsbruck fährt jeden Abend der Nachtzug (Liegewagen ab 50 Euro | nightjet.com) über München und Frankfurt nach Utrecht. Von dort geht es mit Schnellzügen direkt weiter nach Den Haag, Rotterdam, Haarlem und Amsterdam. Mit einem Umstieg sind mit Harlingen und Den Helder die Fährhäfen zu den Inseln angebunden. Für Destinationen in Zeeland fährst du am besten über Venlo und Breda nach Middelburg oder Vlissingen und vor dort weiter mit dem Bus. Amsterdam, Den Haag und Rotterdam werden von Deutschland aus auch mit Fernbussen (fernbusse.de) angesteuert, Flixbus und Eurolines fahren täglich (ab Köln ab 13 Euro/ Pers.).

Von deutschen Autobahnen aus sind die Niederlande über diverse Grenzübergänge zu erreichen. Vom Westen (Köln) über die A 57 oder die A 3, aus Richtung Hamburg über die A 1 und A 30, aus Richtung Berlin über die A 2/A 30.

Der Flughafen Schiphol liegt 18 km von Amsterdam entfernt. Täglich gibt es mehrere Flugverbindungen aus allen wichtigen europäischen Städten. Ein regulärer Economy-Flug von Hamburg nach Amsterdam kostet ab 150 Euro. Vom Bahnhof Schiphol wird jeder Ort des Lands angesteuert: Nach Den Haag, Rotterdam und Amsterdam fahren pro Stunde bis zu sechs Züge.

Einreise

Schweizer benötigen eine Identitätskarte, für EU-Bürger genügt ein Personalausweis, eine Grenzkontrolle findet aber kaum noch statt. Tiere benötigen eine Bescheinigung über die Tollwutimpfung.

Klima & Reisezeit

Das Klima wird durch Meer und Golfstrom bestimmt und ist gemäßigt: Die Sommer sind nicht zu heiß und die Winter mild. In Zeeland scheint die Sonne häufiger als anderswo im Land. Die Wassertemperaturen liegen im Sommer bei 18 bis 20 °C, manchmal auch darüber. Mai und Juni sind die niederschlagsärmsten Monate. Dennoch solltest du Regenschirm und Funktionskleidung nicht vergessen.

Zoll

Waren für private Zwecke können innerhalb der EU in unbegrenzten Mengen zollfrei ein- und ausgeführt werden (zoll.de). Für Schweizer gelten Mengenbeschränkungen, z. B. 250 Zigaretten, 5 l Wein und 1 l Spirituosen.

Weiterkommen

Auto

Auf Autobahnen sind 100 km/h (19–6 Uhr 130 km/h) und auf Landstraßen 80 km/h erlaubt. In den Ortschaften darf man 50 km/h bzw. 30 km/h fahren. Die Einhaltung der Geschwindigkeit wird geprüft, auf manchen Autobahnen auch mit ständiger Streckenkontrolle. Die Bußgelder in den Niederlanden sind gepfeffert: Eine Geschwindigkeitsübertretung von 20 km/h kostet bis zu 240 Euro.

Öffentliche Verkehrsmittel

Inlandszüge: Zuschläge und Platzreservierungen kennt man nur bei Zügen, die ins Ausland fahren. Kinder (4–11 Jahre) zahlen in Erwachsenenbegleitung nur 2,50 Euro (railrunner). Auch sonst sind Bahnfahrten recht günstig: Ein einfaches Ticket für die Fahrt von Rotterdam nach Haarlem kostet z. B. 14,50 Euro, von Leiden nach Haarlem nur 6,90 Euro – die grandiose Aussicht vom Fenster aus über die Tulpenfelder ist gratis. Karten sind online, über die App der Nederlandse Spoorwegen oder am Automaten erhältlich, der Debitkarten akzeptiert. Die landesweite OV-Chipkaart gilt mit einer Mindestaufladung von 20 Euro auch im Zug. An den meisten Bahnhöfen musst du dein Ticket an einer Schranke scannen. Im Zug sind keine Karten erhältlich. Tel. Auskunft gibt‘s unter 030 7 51 51 55.Zugfahrpläne listet ns.nl, internationale Züge unter nsinternational.nl.

Das eigene Rad kannst du im Zug mitnehmen (Wagen mit Fahrradsymbol beachten!), dafür ist eine Fahrkarte (Tageskarte 7,50 Euro) nötig. Sept.– Juni ist die Mitnahme Mo–Fr 6.30–9 und 16–18.30 Uhr nicht erlaubt.

Das öffentliche Verkehrsnetz ist auch im Nahverkehr gut ausgebaut, Verbindungen kannst du unter 9292.nl abrufen. Doch die Niederländer sind davon besessen, ihre Bezahlsysteme permanent zu perfektionieren. Galt gestern noch für die Benutzung von Bussen, Straßenbahnen und Metros (sowie die Züge des NS, s. o.) die OVchipkaart (OV-Chipkarte) als Maß aller Dinge, so ist nun OV Pay an der Reihe. Das System erlaubt es, ohne vorherige Anmeldung mit Debit- und Kreditkarte sowie mit dem Smartphone an den in jedem Verkehrsmittel eingebauten Lesegeräten ein- und auszuchecken (bis es kurz piept!). Die fälligen Fahrpreise werden dann automatisch abgebucht. Das ist praktisch – kann aber auch unangenehm werden, wenn du auszuchecken vergisst oder aus Versehen unterschiedliche Zahlmittel für ein und dieselbe Reise benutzt. Vorsicht ist angesagt!

Auch besagte OV-Chipkarte ist bis voraussichtlich Ende 2025 noch gültig. Du bekommst sie in Bahnhöfen am Fahrkartenautomaten. Sie kostet einmalig 7,50 Euro, ist aufladbar und funktioniert ebenso mit Ein- und Auschecken. Du aktivierst am Fahrkartenautomaten „Reizen op Saldo“ bzw. „Travelling with Credit“ und lädst mindestens 20 Euro auf die Karte. Nach der Fahrt wird der Fahrpreis vom Guthaben abgebucht. Informationen: ovchipkaart.nl. In einigen Städten gibt es auch noch Karten für Einzelfahrten, die aber relativ teuer sind. In Rotterdam bekommst du auch günstige Tages- und Mehrtagestickets.

Parken

Viele Städte in den Niederlanden versuchen recht radikal, den Autoverkehr zu verbannen. Das Parken ist vielerorts teuer (an Münzen denken für Parkuhren und Parkautomaten!). Tarife schwanken zwischen 1,50 und 7,50 Euro/Std. Je nach Ort muss täglich zwischen 9 und 19 Uhr bezahlt werden. Auch an den Stränden stehen Parkautomaten. Ist die Parkzeit überschritten, wird im schlimmsten Fall eine Radklemme (wielklem) angeschraubt und nur gegen eine dreistellige, saftige Gebühr (Höhe unterschiedlich) abgenommen. Hotels in Küstenorten haben oft Privatparkplätze, die man bei der Buchung mitreservieren kann. In vielen Städten gibt es Park & Ride, etwa in Rotterdam (Infos im Internet: short.travel/nik12) oder in Den Haag (short.travel/nik10). Meist stellt man dann sein Auto gratis auf einem Parkplatz nahe einer U- oder S-Bahnstation ab und zahlt einen verbilligten Betrag fürs Bahnticket. Alle Parkuhren kannst du über die App Stadsparkeren bequem bedienen.

Fahrrad

Das natürliche Verkehrsmittel in den Niederlanden ist das Fahrrad. Das Radwegenetz ist nahezu perfekt. Fahrradverleihe sind in Städten und Strandorten leicht zu finden. Für die Benutzung des effektivsten Systems der Nederlandse Spoorwegen (ns.nl) ist der Besitz einer personalisierten OV-Chipkaart (ov-chipkaart.nl) Voraussetzung. Wer in Deutschland lebt, kann diese vor der Reise über die Website beantragen, für Adressen in der Schweiz und Österreich ist dies aktuell nicht möglich. Der Aufwand lohnt, da an mehr als 300 Orten (Bahnhöfe, Innenstädte, P & R-Parkplätze) Räder für 4,55 Euro/Tag ausgeliehen werden können.

Vor Ort

Auskunft vor Ort

Im Land gibt es 350 Verkehrsbüros, die früher VVV hießen, heute aber vielerorts andere Namen tragen. Ein Besuch lohnt sich zur Beratung und für Infobroschüren (meist Mo–Fr 9–17, Sa 10–13 Uhr, im Sommer z. T. auch sonntags).

Charterboote

Das niederländische Wassernetz ist rund 6000 km lang, etwa 900 000 Urlauber befahren es jährlich. Bei der Menge kann es in Häfen und vor Schleusen schon mal eng werden. Touristen beschränken sich meist auf Fahrten in Zeeland, im IJsselmeer und in Friesland. Über 500 Boote gibt es in der bruine vloot, die wegen der Farbe ihrer Segel so genannt wird. Enkhuizen gehört zu den großen Yacht- und Segelzentren. Gruppen- und Individualreisen bietet NAUPAR (Tel. 088 2 52 50 00 | naupar.de). Sie besitzt 140 Segelschiffe z. B. für Törns auf IJsselmeer und Wattenmeer.

Unterkünfte

An der Küste existieren gute Alternativen zu Hotels. Landestypisch sind die Campingplätze, die es in allen Variationen und Größen gibt und in der Regel 25–30 Euro/Nacht kosten. Viele Plätze vermieten gegen Aufpreis kleine Hütten, große Zelte oder coole Wohnwagen. Wildes Campen ist verboten, die Geldbußen sind hoch. Auf camping.info/niederlande ist fast jeder niederländische Campingplatz verzeichnet. Ferienwohnungen findest du über die Portale naturhaeuschen.de und heerlijkehuisjes.nl, Luxusvillen bei specialvillas.nl. Die Staatliche Forstverwaltung vermietet einsame Häuser in Waldgebieten: staatsbosbeheer.nl. Schwer im Trend sind saisonal aufgestellte Strandhäuser (strandhuisje.nu). Eine weitere Alternative sind private Zimmervermietungen, z. B. über bedanbreakfast.nl. In den Niederlanden gibt‘s 20 Jugendherbergen, von denen das ehrwürdige Schloss Kastell Westhove bei Domburg die schönste ist. Mit der Mitgliedskarte von Hostelling International gibt es 2,50 Euro Rabatt pro Übernachtung. Auskunft/Reservierung: Stayokay (Timorplein 21 a | Amsterdam | Tel. 020 5 51 31 33 | stayokay.com)

Museumskarte (MK)

Wer von einem Museum zum anderen tingelt, sollte den Kauf der Museumskarte (Museumkaart | museumkaart.nl) erwägen. Sie ist ein Jahr gültig und berechtigt zum kostenlosen Besuch der meisten Museen in den Niederlanden. Die Jahreskarte kostet 75 Euro, für Jugendliche bis 18 Jahren 39 Euro. Sie ist online und in den Museen erhältlich. Die Museen, die die Museumskarte akzeptieren, sind im Band mit „MK“ gekennzeichnet.

Öffnungszeiten

Läden haben meist 8.30–18 Uhr geöffnet, Supermärkte oft bis 22 Uhr, am So bis 20 Uhr. Montagvormittags sind im ganzen Land fast alle Geschäfte geschlossen. In einigen Urlaubsorten und in den Zentren der Großstädte haben Läden auch So 12–17 Uhr geöffnet.

Post

Die Post heißt in Holland Post NL, die Ämter sind mit orangefarbenen Schildern gekennzeichnet und Mo–Fr 9–18 Uhr geöffnet, am Sa 9–12 oder 13 Uhr. In Bahnhöfen gibt es keine Post. Briefe und Postkarten innerhalb der EU kosten 1,80 Euro. Briefmarken kannst du aber auch in allen größeren Supermärkten und am Kioskstand kaufen.

Telefon & Handy

Landesvorwahl Deutschland: 0049, Schweiz 0041, Österreich 0043.Vorwahl Niederlande: 0031.

Deutsche und Österreicher können ihre Smartphones ohne zusätzliche Kosten wie zu Hause benutzen. Dies gilt auch für die im Vertrag festgelegte Datenmenge zur Internetnutzung. Wer einen Schweizer Vertrag besitzt, sollte sich vorab bei seinem Anbieter über die aktuellen Konditionen informieren.

Trinkgeld

Trinkgeld zwischen fünf und zehn Prozent im Restaurant ist üblich. Das Personal in den öffentlichen Toiletten erwartet bis zu 50 Cent Servicegeld.

Notfälle und Sicherheit

Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Groot Hertoginnelaan 18–20 | Den Haag | Tel. 070 3 42 06 00 | den-haag.diplo.de

Botschaft der Republik Österreich

Van Alkemadelaan 342 | Den Haag | Tel. 070 3 42 54 70 | bmeia.at/denhaag/

Botschaft der Schweiz

Lange Voorhout 42 | Den Haag | Tel. 070 3 64 28 31 | eda.admin.ch/denhaag

Notruf

Kostenlose Notrufnummer ist landesweit 1 12.Für weniger dringende Fälle haben die meisten größeren Orte den centrale doktersdienst (doktersdienst.info | rund um die Uhr erreichbar).

Gesundheit

Küstenbesucher neigen dazu, die Kraft der Sonne zu unterschätzen. Schon um Ostern besitzt die Sonne in Kombination mit viel Wasser das Potenzial, erhebliche Verbrennungen an der Haut zu verursachen. Eine Gefahr, die sich erhöht, je weiter der Sommer fortschreitet. Sonnenmilch und leichte Klamotten zum Überziehen sind also unverzichtbar. Regelmäßige Probleme haben die medizinischen Dienste auch mit ausländischen Besuchern, die den THC-Gehalt von gekauften Joints unterschätzen. Nicht wenige Konsumenten fallen davon in Ohnmacht – Vorsicht ist geboten.

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