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Italien Süd

Check-in

Der Mezzogiorno ist das Land des Mittags: Hier scheint die Sonne zu Hause zu sein. Das milde Klima, die zahllosen Spuren der europäischen Kulturgeschichte, eine vorzügliche Mittelmeerküche und die kontrastreiche Natur mit unendlichen Küsten, urtümlichen Bergwelten und uralten Olivenbaumhainen machen aus dem Süden ein besonders attraktives Reiseziel.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Seit 2015 ist die Kathedrale von Monreale UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist die Bischofskirche des Erzbistums Monreale und vor allem durch die Mosaiken auf Goldgrund aus byzantinischer Zeit bekannt, die…
Das Tal der Tempel oder auf Italienisch Valle dei Templi ist nicht nur eine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit in Sizilien. Auch italienweit ist diese archäologische Ausgrabungsstätte aus der Zeit…
Im Süden Siziliens liegt die spätbarocke Stadt Noto, die Teil der Welterbeliste der UNESCO ist. Von den Sikelern gegründet, finden sich hier auch Spuren der Griechen und Römer. 1091 war Noto zudem…
Die Ursprünge Lecces reichen weit zurück bis in die Zeit vor Christus. Ihre heutige Gestalt bekam die Stadt jedoch im 16. und 17. Jahrhundert, als Lecce zum Verwaltungszentrum der Halbinsel Salento…
Kaum touristisch und trotzdem zauberhaft, so findet man den auf einer Anhöhe gelegenen Hauptort des Valle d'Itria. Statt einer Mauer umschließt eine dichte weiße Häuserfront die kreisförmige…
Obwohl Apulien bekannt ist für seine kegelförmigen Steinbauten mit spitzen Schieferdächern, findet man sie nirgends so gehäuft wie auf den Altstadthügeln von Alberobello. Die UNESCO hat dieses…
Als Stauferkaiser Friedrich II im 12. Jahrhundert einen Platz für ein Jagdschloss suchte, fiel seine Wahl nicht von ungefähr auf einen Hügel vor den Toren Andrias. Aus den Fenstern des Castel del…
Bedingt durch seinen karstigen, stark wasserdurchlässigen Steinboden haben sich in Apulien zahlreiche unterirdische Höhlensysteme gebildet. Zu ihnen gehören auch die Höhlen, von Castellana. Bald…
Um die größte archäologische Stadtruine der Welt wirklich kennen zu lernen, braucht man mindestens einen Tag und festes Schuhwerk. Zum Verstehen der antiken Stadtstruktur empfiehlt sich die…
Herculaneum war mit ca. 3000 Einwohnern viel kleiner als Pompeij. Nur ein Drittel der antiken Stadt ist freigelegt. Besonders sehenswert sind die Thermen, das Haus des Telephos-Reliefs, das Casa della…
Einer der schönsten Orte Kalabriens zieht sich als verschachtelte Pyramide eine Bergkuppe hinauf. Im Hintergrund bildet das meistens bis ins späte Frühjahr hinein verschneite Kalksteinmassiv des…
Hübsche Kleinstadt den südlichen Abhängen der Sila Piccola. Hier kam 1613 Mattia Preti, auch als Il Cavalier Calabrese bekannt, zur Welt. Seine Gemälde sind in den Kirchen und Museen des Orts zu…
In drei Kaskaden stürzen die gewaltigen Wassermassen der Cascata einen 165 m hohen Felsen hinab. Dichte Laubwälder bilden einen höchst malerischen Rahmen für das Schauspiel, das bei Sonnenschein…
Die Benediktinerabtei wurde vom Langobarden-Herzog Faroald II. gegründet, der sich als Mönch in diese Waldeinsamkeit nördlich von Ferentillo zurückzog und 728 hier starb. Die heutigen Bauwerke…
Über Jahrhunderte hinweg wurde von diesem Ort das gesamte Römische Reich regiert. Doch das Forum Romanum war nicht nur Schauplatz für die ganz große Politik. Hier befanden sich ebenso die ehrwü…

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Als Rückgrat der verbindende Apenin

Italiens Süden beginnt in den Abruzzen mit dem kalkhellen Massiv des Gran Sasso d’Italia, mit 2912 m die höchste Spitze des italienischen Apennins. Hinzu kommen die Bergwelt des Nationalparks der Abruzzen, in dem wieder Wölfe und Bären leben, sowie die Maiellagruppe. Zu entdecken gibt es eine vielfätige Bergwelt mit kleinen, malerischen Ortschaften und Seen sowie schroffe Küstenabschnitte. Apulien prägen die mit Weizenfeldern und Trauben überspannten Ebenen des Tavoliere und der wunderbare Wald auf dem Stiefelsporn Gargano, die Foresta Umbra. Die Basilikata teilt sich mit Kalabrien das stille, weite Pollinomassiv mit den bizarren, uralten Panzerföhren. Ganz im Süden folgen schließlich die dichten Wälder im Sila- und Aspromontegebirge, mit denen der Apennin auf der Stiefelspitze ausläuft. Und dann natürlich Kampanien mit Bergen, Wäldern und Grotten im Cilento und dem zwar schlafend wirkenden, aber dennoch aktiven Vulkan Vesuv.

Traumstrände ohne Ende

Auch die vielseitige Küstenlandschaft hat alles zu bieten, was Urlauber sich nur wünschen können: Auf die kinderfreundlichen, flachen Sandstrände an der Adriaküste der Abruzzen und des Molise folgt das bewegte Wechselspiel aus Sand- und Kiesbuchten, Felsküsten und Meeresgrotten in Apulien. Dem schließt sich in der Basilikata die Ebene von Metapont am Golf von Tarent an mit ihren flachen, weiten Stränden. Die Küste Kalabriens wiederum bietet ein Auf und Ab an Stränden und Felsklippen, Höhepunkte sind die Halbinsel Isola di Capo Rizzuto und die Klippen über dem traumhaften Sandstrand von Tropea. An das Tyrrhenische Meer stößt dann noch mal ein Stück der Basilikata mit einem besonders schönen Küstenabschnitt an, dem Golf von Policastro mit dem Hauptort Maratea. Darauf folgt der Cilento, die Bergwelt Kampaniens, die mit wunderbaren Strandbuchten und geheimnisvollen Grotten ins Meer hineinreicht. Der vielleicht schönste Küstenabschnitt ganz Italiens bei Amalfi an der Südseite der Halbinsel von Sorrent heißt zu Recht Costiera Divina, Göttliche Küste. An der Nordseite der Halbinsel beginnt der weite Golf von Neapel mit seinen drei so unterschiedlichen Inseln Capri, Ischia und Procida. Höhepunkte an der Küste des Latium bilden die Dünen des Naturparks Circeo, der Golf von Gaeta und die Inseln Ponza und Ventotene.

Die Zukunft des Südens

Naturschutz wird neuerdings vor allem von den jüngeren Generationen großgeschrieben, was auch dringend nötig ist, denn die wilde Zersiedelung der letzten Jahrzehnte sowie unzählige im Rohbau stehen gelassene Schwarzbauten haben ihre unschönen Spuren hinterlassen. Junge Süditaliener tun sich zu Kooperativen zusammen und erschließen als Wanderführer die grandiosen Bergwelten für sanften Naturtourismus. Sie greifen traditionelle Volksmusik, altes Handwerk, kulinarische Traditionen wieder auf und überall ist spürbar, dass sie die Zukunft des Südens im Tourismus sehen.

Wiege der europäischen Kultur

Politisches, wirtschaftliches und religiöses Zentrum (Süd-)Italiens ist Rom. Die Römer mischten sich mit dem alten Kulturvolk der Etrusker, die Jahrhunderte vor der Zeitenwende Mittelitalien mit komplexen, hochkulturellen Stadtgemeinschaften besiedelten. Ihr kostbares Erbe kannst du heute in ihren ausgegrabenen Totenstädten und in den reichen Museen in und um Rom bewundern. Die Römer assimilierten aber auch das griechische Erbe: Die Griechen waren vor 2700 Jahren zunächst auf Ischia, dann auf dem Festland bei Neapel sowie in Sibari an der Ostküste Kalabriens gelandet. Damit begann der Aufbau einer durch Handel, hoch entwickeltes Handwerk, wissenschaftliche Kenntnisse und philosophische Schulen reichen Kolonie aus über 40 Städten längs der Küste Süditaliens – die Wiege der europäischen Kultur. Ausgrabungsstätten, Museen und die wunderbare Tempelanlage in Paestum zeigen die sichtbaren Reste.

Multikulti-Einflüsse schon im Mittelalter

Mit dem Zusammenbruch des römischen Imperiums im 4. Jh. begann ein neues Kapitel der Geschichte Süditaliens: das der ständig wechselnden Herrscher, die aus fremden Ländern über die Alpen oder vom Meer kommend eindrangen: Byzantiner, Sarazenen, Langobarden, Araber, Normannen, Staufer, Spanier, Franzosen, Bourbonen, Habsburger. Von ihnen sieht man heute überall noch Paläste, mächtige Kastelle und schöne Kirchen. Mit der Verständigung klappt es übrigens selbst in abgelegenen Dörfern oft erstaunlich gut: Die Jungen sprechen heute selbstverständlich Englisch und von den Älteren können viele noch etwas Deutsch aus ihrer Zeit als Arbeitsimmigranten in Deutschland und der Schweiz. Nun leben sie friedlich ihren Lebensabend im Heimatort, wo sie Gemüse und Wein ziehen und am Nachmittag auf die Piazza oder in die Bar zu einer Kartenrunde briscola gehen.

Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Die Autofahrt bis hinunter in die Stiefelspitze kann sehr lang werden: z. B. von Mailand nach Bari knapp 900 km, nach Neapel knapp 800, nach Reggio di Calabria knapp 1300 km. Fahren Sie besonders vorsichtig auf der engen, alten Autobahn Salerno-Reggio di Calabria! Die italienischen Autobahnen sind bis auf einige Abschnitte im Süden mautpflichtig - vom Brenner bzw. von Como bis an die südliche Adria oder zur Amalfiküste müssen Sie mit Gebühren von rund 50 Euro rechnen. Auch die Autobahnen in der Schweiz und Österreich sind mautpflichtig. Die italienischen Autobahngebühren können Sie auf www.autostrade.it ausrechnen lassen.

Bahn

Mit dem Zug bis hinunter in den Süden bedeutet mindestens einmal umsteigen, z. B. in Mailand oder in Rom. Platz-, Liege- und Schlafwagenkarten in der Hauptreisezeit sollten Sie frühzeitig reservieren. www.bahn.de

Flugzeug

Internationale Flughäfen in Süditalien sind Rom, Bari, Pescara, Brindisi, Lamezia Terme, Reggio di Calabria und Neapel. Sie werden von vielen deutschen Flughäfen direkt oder mit Zwischenstopp in Mailand bzw. Rom angeflogen. Auch sind sie Ziel zahlreicher Billiglinien wie Easy Jet, Air Berlin, Ryan Air, Germanwings und Tuifly. Aus Wien fliegt Niki in den Süden, aus Zürich Helvetic. Von Mailand auch Weiterflüge nach Crotone. Im Sommer wird der Flughafen Lamezia Terme in Kalabrien von Chartermaschinen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz direkt angeflogen.

Auskunft

Italienische Zentrale für Tourismus Enit

- Barckhausstr. 10 | 60325 Frankfurt | Tel. 069 237434

- Mariahilfer Str. 1 b | 1060 Wien | Tel. 01 5051639

- Uraniastr. 32 | 8001 Zürich | Tel. 0434664040

- www.enit.it

Informative Websites

(Süd-)Italienportale mit allgemeinen Reise-, Lese- und Linktipps: www.italien-aktiv.info, www.italien-ratgeber.de, www.ratgeber-italien.de, www.in-italy.de, www.italianita.de, www.emmeti.it, www.italienwelten.de, www.teletour.de/italien. Museen und archäologische Stätten in Italien: www.museionline.it, Natur- und Nationalparks: www.parks.it, das Wetter: www.meteo.it, www.tempoitalia.it

Auskunft in Italien

In den Küstenorten öffnen während der Saison (Mai/Juni-Sept./Okt.) meist recht gut mit Material ausgestattete Informationsbüros (Informazioni Turistiche oder Pro Loco).

Auto

Vorgeschrieben sind Führerschein und Fahrzeugschein, empfohlen wird die grüne Versicherungskarte. In Ortschaften beträgt die Höchstgeschwindigkeit 50, ansonsten 90, auf Autobahnen (autostrada) 130 km/h, auf einigen dreispurigen Abschnitten 150 km/h. Außerhalb der Ortschaften muss auch am Tag mit Abblendlicht gefahren werden. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Bei Unfall oder Panne muss außerorts beim Verlassen des Wagens eine Warnweste angelegt werden. Nach hinten über das Fahrzeug hinausragende Ladungen (Surfbretter, Fahrräder) müssen mit einer 50 × 50 cm großen, rot-weiß gestreiften Warntafel gekennzeichnet sein.

Die Autobahnen in Italien sind bis auf einige Abschnitte im Süden gebührenpflichtig (100 km ca. 6 Euro). An den Mautstellen kann man bar und mit den gängigen Kreditkarten bezahlen.

Tankstellen sind montags bis samstags meist von 7.30 bis 12.30 und von 15 bis 19 Uhr geöffnet, sonntags nur vereinzelt und auf den Autobahnen, doch immer mehr Tankstellen haben Tankautomaten. In größeren Städten und während der Hochsaison in den Touristenzentren ist das Parken eine zeitraubende und kostspielige Angelegenheit. Zum Tagesausflug in Städte wie Neapel, Salerno, Bari sollten Sie mit dem Zug fahren oder den Wagen auf einem bewachten Parkplatz abstellen. Ein großes Problem ist das Autofahren und vor allem das Parken in der Saison und am Wochenende an der Amalfiküste; für Campingwagen und Caravans ist die enge Küstenstraße Amalfitana von April bis Oktober gesperrt.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Via San Martino della Battaglia 4 | 00185 Roma | Tel. 06492131 | www.rom.diplo.de

Österreichische Botschaft

Via Pergolesi 3 | 00198 Roma | Tel. 068440141 | www.aussenministerium.at/rom

Schweizerische Botschaft

Via Barnaba Oriani 61 | 00197 Roma | Tel. 06809571 | www.eda.admin.ch/roma

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten (bancomat) sind flächendeckend vorhanden. In vielen Restaurants und den meisten Hotels, in besseren Geschäften, an Tankstellen und bei Autovermietungen sind Kreditkarten Standard.

Internetzugang & Wlan

Italienische Netcafés finden Sie über cafe.ecs.net (auch auf Englisch) oder www.cybercafe.it. In Rom kann man sich am einfachsten kostenlos ins Netz einklinken: Auf den Websites www.romawireless.com und 85.18.173.117/mappe/index.php sind alle Hotspots angezeigt. Auf Englisch muss dazu ein Formular ausgefüllt werden mit persönlichen Angaben (https://wasp.provinciawifi.it/owums/account/signup), danach kann man täglich für zwei Stunden surfen. In immer mehr Städten und Ortschaften im Süden setzt sich kostenloses WLAN - auf Italienisch wifi genannt - durch: Meist wird es auf öffentlichen Plätzen in der Nähe des Rathauses angeboten; aufmerksam darauf machen WLAN-Schilder. Auch viele Hotels, B & Bs, Bars und Restaurants bieten WLAN-Service an.

Mietwagen

Mietwagenvertretungen gibt es in größeren Städten, an den Flughäfen und großen Bahnhöfen sowie in einigen Touristenzentren. Ein Kleinwagen kostet pro Tag ca. 80 Euro. Günstiger ist der Wochenendtarif, z. B. drei Tage um 110 Euro. Am günstigsten sind Wochentarife um rund 270 Euro, jedoch teilweise mit Kilometerlimit. Deutlich billiger wird es, wenn man vor der Abreise bzw. online (dann z. T. schon ab 30 Euro/Tag) über eines der großen Mietwagenportale bucht, z. B. www.billiger-mietwagen.de.

Notrufe

Polizei und Unfallrettung: Tel. 112 (gebührenfrei aus dem Mobil- und Festnetz). Der italienische Automobilclub ACI leistet kostenpflichtig Pannenhilfe rund um die Uhr: Tel. 803116, mobil Tel. 800116800 bzw. Notrufsäulen an den Autobahnen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Bahn

Bahnfahren ist in Italien immer noch relativ preiswert, zumindest die Lokal- und Regionalverbindungen - nicht jedoch die nationalen Hochgeschwindigkeitszüge Freccia Rossa und Eurostar, die nur mit Aufschlag und Platzreservierung benutzt werden dürfen. Den Gesamtfahrplan (orario ferroviario) oder auch nur die Südausgabe bekommt man an Zeitungskiosken. Vor dem Besteigen des Zugs muss man die Fahrkarte und, wenn getrennt, auch den Zuschlag in den Automaten entwerten, die in der Bahnhofshalle vor den Bahnsteigzugängen stehen. Im Internet können Sie sich die besten Verbindungen zusammenstellen lassen (auch auf Englisch): www.fsitaliane.it

Bus

Die Städte haben dichte Busnetze (Rom und Neapel dazu ein paar Metro- und Straßenbahnstrecken), Nachbarstädte und Dörfer sind auch mit Überlandbussen zu erreichen. www.italybus.it, www.orariautobus.it

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten der großen staatlichen Museen sind recht besucherfreundlich. Fast alle haben über Mittag geöffnet, und im Sommer öffnen manche sogar bis spät in den Abend. In diesem Band ist für Museen und ähnliche Einrichtungen stets die Schließzeit angegeben, Kassenschluss ist oft früher. Streiks und Mitarbeiterversammlungen sind in Italien nach wie vor an der Tagesordnung. Bevor Sie ein Museum oder eine andere Sehenswürdigkeit besuchen, ist es immer ratsam, auf der Website zuvor die Öffnungszeiten zu überprüfen. Streiks (sciopero) und Gewerkschaftssitzungen (assemblea sindacale) werden dort meist angekündigt. Viele Kirchen schließen in der Mittagszeit zwischen 12 und 16 Uhr. Lebensmittelgeschäfte sind werktags meist von 8.30 bis 13 und von 17 bis 19.30 Uhr geöffnet, alle anderen Läden öffnen gewöhnlich von 8.30/9 bis 12.30 und von 15.30 bis 19.30 Uhr. An einem Nachmittag in der Woche sind alle Geschäfte geschlossen. In Badeorten bleiben die Geschäfte in der Hochsaison bis spät in den Abend offen.

Post

Die Postämter sind im Allgemeinen montags bis freitags von 8.15 bis 13.20, samstags bis 12.20 Uhr geöffnet. Das Porto für einen Brief oder eine Postkarte ins EU-Ausland und die Schweiz betrug bei Redaktionsschluss 75 Cent.

Preise

Die Eintrittspreise in die Museen variieren zwischen 3 und (im Extremfall) 15 Euro (Vatikanische Museen in Rom). Erkundigen Sie sich in den großen Städten wie Neapel und Rom nach den sogenannten artecards, die freien Eintritt zu mehreren Museen sowie die Gratisnutzung öffentlicher Verkehrsmittel erlauben. Die staatlichen Museen (musei nazionali) sind für EU-Bürger bis 18 und ab 65 gratis, von 18 bis 25 Jahren zum halben Preis zugänglich. Im Mai findet die settimana della cultura statt: eine Woche mit freiem Eintritt in alle staatlichen Museen und Archäologieparks.

An der Theke in der Bar kostet der Cappuccino maximal 2,50 Euro, wer ihn am Tischchen sitzend trinkt, muss mit einem deutlichen Aufschlag rechnen. Sitzt man allerdings an berühmten oder besonders touristischen Plätzen, kann die Tasse doppelt oder dreimal so teuer werden. Öffentliche Verkehrsmittel sind preiswert: Eine einfache Buskarte kostet zwischen 1 und 1,50 Euro, für die Bahnfahrkarte zahlt man ungefähr ein Drittel weniger als in Mitteleuropa. Teuer sind die Diskotheken in exklusiven Badeorten: der Eintritt ab 15 oder 20 Euro aufwärts.

Telefon & Handy

Vorwahlen: Italien 0039, Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041. Telefonieren können Sie in immer selter werdenden Telefonzellen (mit Telefonkarten, perforierte Ecke abreißen) und Bars. Telefonkarten (wie auch Briefmarken, Parktickets und Busfahrkarten) bekommt man in Tabakläden. Innerhalb Italiens gibt es keine Vorwahl, daher müssen Sie immer die komplette Nummer wählen und auch bei Anrufen aus dem Ausland die Null am Beginn der Nummer mitwählen. Das italienische Mobilfunknetz ist nach GSM- und UMTS-Standard aufgebaut. Das eigene Handy (telefonino bzw. cellulare) wählt sich problemlos ein. Wer öfters in Italien telefonieren will, tut gut daran, sich eine italienische Simkarte zu kaufen (Vodafone, Tim); wer in Italien aus dem Ausland angerufen wird, spart mit einer italienischen Simkarte ebenfalls. Mehr Infos finden Sie auf Websites wie www.tariftip.de.

Trinkgeld

Man sollte nicht zu knauserig sein, Trinkgeld (ca. fünf bis zehn Prozent) bekommen nette Kellner in Restaurants und Cafés, Zimmermädchen, Kofferträger usw.

Unterkunft

Agriturismo

Auch in Süditalien bieten immer mehr Bauernhöfe Zimmer, Ferienwohnungen und Stellplätze für Campingmobile und Zelte an, die Spanne reicht von preiswert bis luxuriös. Informationen in den Fremdenverkehrsämtern, auf zahlreichen Websites (Suchwort "agriturismo") oder bei Organisationen wie Agriturist (Tel. 066852342 | www.agriturist.it).

Bed & Breakfast

Setzt sich auch in Italien rapide durch, begünstigt durch das Internet als Vermittlungsforum, z. B. www.bbitalia.it, www.bed-and-breakfast-italien.com, www.anbba.it oder www.airbnb.de.

Camping

Überall in den Küstengebieten und bei touristisch interessanten Städten finden sich Campingplätze. In den Enit-Büros bekommt man die Carta d'Italia Parchi Campeggio. Ein stets aktualisiertes Verzeichnis von Campingplätzen und Feriendörfern ist "Campeggi e Villaggi Turistici in Italia", erhältlich im Buchhandel oder beim Touring Club Italiano (www.touringclub.it). Informationen im Internet unter www.camping.it oder www.campeggitalia.com. Wildes Camping ist in Italien verboten und gefährlich.

Hotels

Hotelverzeichnisse vergeben die Fremdenverkehrsämter, an die man sich auch bei Beschwerden wendet. In der Hochsaison im Sommer kann man in den Ferienhotels an der Küste oft nur mit Halb- oder Vollpension bei mindestens drei Tagen Aufenthalt fündig werden. Außerhalb der Saison ist es dafür genau umgekehrt: Man findet mehr oder weniger geschlossene Ferienorte vor. Natürlich gibt es auch dann geöffnete Hotels, aber man muss sie suchen, und sie liegen meist in den Ortschaften im Hinterland. Die in diesem Führer genannten Hotels sind fast alle ganzjährig geöffnet. Wer flexibler und preiswerter reisen möchte, sollte sich in der Nebensaison auf den Weg machen oder Unterkunft im Landesinneren suchen.

Jugendherbergen

Jugendherbergen heißen in Italien Ostelli della Gioventù. Auskunft: Associazione Italiana Alberghi per la Gioventù (Via Cavour 44 | 00184 Roma | Tel. 064871152 | www.aighostels.com) bzw. auf www.ostellidellagioventu.org.

Zeitungen

In den Tageszeitungen finden Sie die Adressen der Notärzte und Nachtapotheken, am Wochenende auch Veranstaltungskalender. Die Touristenzentren sind mit ausländischen Zeitungen versorgt.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Waren für den persönlichen Bedarf zollfrei ein- und ausgeführt werden. Richtwerte hierfür sind u. a. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen und 90 l Wein. Für Schweizer gelten stark eingeschränkte Freimengen, u. a. 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen, 2 l Wein.

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

1. Jan.

Capodanno

6. Jan.

Epifania

März/April

Ostersonntag und -montag (Pasqua)

25. April

Befreiung vom Faschismus (Liberazione)

1. Mai

Festa del Lavoro

2. Juni

Ausrufung der Republik 1946 (Proclamazione della Repubblica)

15. Aug.

Ferragosto

1. Nov.

Ognissanti

8. Dez.

Immacolata Concezione

25. Dez.

Natale

26. Dez.

Santo Stefano

Lokale Feste und Volksfeste

Ostern

Settimana santa (Karwoche): Überall im Süden Italiens finden ergreifende Passionsspiele und Osterprozessionen im Büßergewand und zu Misereregesängen statt, besonders eindrucksvoll in Tarent (Apulien), auf Procida im Golf von Neapel, am Ostermontag in Pomigliano d'Arco bei Neapel, in L'Aquila und Chieti (Abruzzen). Ein anrührendes Auferstehungsfest am Ostersonntag in Sulmona in den Abruzzen ist La Madonna che Scappa in Piazza.

Mai

Ein gigantischer Jugendtreff sind die Rockkonzerte in Rom auf der Piazza San Giovanni und in Neapel auf der Piazza Plebiscito am 1. Mai.

Il Rito dei Serpari am ersten Maidonnerstag im Abruzzendorf Cocullo: Dutzende von Schlangen winden sich um die Statue des San Domenico Abate, des Schutzheiligen gegen Schlangenbisse.

Mai und Oktober

Die Madonna del Rosario in Pompeji zieht am 8. Mai und am ersten Sonntag im Oktober jedes Jahr 4 Mio. Gläubige an.

Fronleichnam

Infiorata di Corpus Domini, Prozessionen über Blumenteppiche auf den Straßen in Genzano und Bolsena (Latium)

Auch durch das apulische Brindisi zieht eine große Fronleichnamsprozession.

Juni

I Gigli im kampanischen Nola am letzten Sonntag: der Tanz acht riesiger, bunter Türme durch die Stadt auf den Schultern der Mitglieder der alten Handwerksgilden zu Ehren des Schutzheiligen San Paolino.

Cavalcata dei Turchi am 29. in Potenza (Basilikata), Reiterfest in Kostümen zu Ehren von San Gerardo, der der Legende nach die Türken besiegt hat

Juli

Madonna della Bruna in Matera (Basilikata) am ersten Sonntag: Nach der Prozession mit einem riesigen, barocken Festwagen aus Pappmaché reißen die Leute den Wagen in Stücke, eine "Beute", die Glück bringt.

Internationales Renommee genießt das Festival Pescara Jazz (www.pescarajazz.com).

August

Ferragosto (Mariä Himmelfahrt) am 15. ist der wahrscheinlich wichtigste Feiertag der Italiener überhaupt, die Städte sind ausgestorben, alle sind am Meer und an den Seen. In den Ferienorten gibt es viele Sportwettkämpfe, Schlemmerfeste, Konzerte, Feuerwerke.

Gli Spinati di San Rocco in Palmi zwischen Tropea und Reggio di Calabria am 16. Aug.: erschütternde Prozession dornenbehangener Büßer zu Ehren des hl. Rocco

September

Macchina di Santa Rosa in Viterbo (Latium) am 3. Sept.: Auf den Schultern von 120 Männern wird ein tonnenschwerer, 30 m hoher Prozessionsobelisk als Huldigung an die Stadtheilige durch die Altstadt getragen.

Sagra a Mare in Molfetta (Apulien) am 8. Sept.: eines von vielen farbenprächtigen Bootsfesten zur Mariengeburt in den Küstenorten an der Adria

Bloss nicht

Sich beklauen lassen

In Touristenzentren und an gut besuchten Stränden sollten Sie vor Taschendieben und Autoknackern auf der Hut sein - nicht nur in Italien. Besondere Vorsicht ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Gewimmel der Märkte geboten. Beim Stadtbummel trägt man Handtasche und Fotoapparat stets quer über die Brust auf der zur Häuserwand gerichteten Seite, nie zur Straßenseite. Auffälligen und kostbaren Schmuck lässt man am besten gleich zu Hause oder jedenfalls im Hotelsafe. Das geparkte Auto sollte leer oder, wenn unumgänglich, das Gepäck im abgeschlossenen und nicht einsehbaren Kofferraum verstaut sein.

Ungeduldig werden

Sie werden im Süden einem anderen Zeitgefühl begegnen. Das kann dazu führen, dass man mit organisatorischer Effizienz nicht weit kommt, oft scheinbar sinnlos warten muss, die Zeit von Mittag bis zum frühen Abend stillzustehen scheint. Dafür haben die Leute aber auch mehr Zeit für einen, was zu netten Begegnungen und manchmal fast wundersamen Lösungen von Problemen führen kann.

Rauchen

Auch in Italien darf man nicht mehr in Restaurants, Bars, Zügen, kurz: an allen öffentlichen Orten rauchen. Drastische Bußgelder können bei Zuwiderhandlung verhängt werden.

Überall oben ohne

Oben ohne ist nicht verboten und auch unter den Italienerinnen verbreitet, doch eher im Zentrum und im Norden des Landes. An süditalienischen Familienstränden sollten Sie sich damit lieber etwas zurückhalten.

Cappuccino nach dem Essen

In Süditalien gibts nur eins nach dem Essen: caffè. Der kleine, starke Espresso ist deutlich bekömmlicher als ein Milchkaffee.

Gefälschte Markenware kaufen

Eine billige, weil nur scheinbar echte Prada-Sonnenbrille oder Gucci-Handtasche kann teuer werden: Bis zu 10000 Euro Strafe können beim Kauf gefälschter Markenware fällig werden!

Ohne Preisabsprache

In manchen Fällen tun Sie in Italien gut daran, vorher nach dem Preis zu fragen, z. B. vor Antritt einer Taxifahrt, bei der Bestellung eines Hotelzimmers, vor Inanspruchnahme der Dienste einer Autowerkstatt. Wenn Sie im Restaurant Fisch bestellen, der häufig nach Gewicht berechnet wird, d. h., sein Preis ist auf der Speisekarte pro 100 g (etto) angegeben: Fragen Sie, auf wie viel sich eine Portion summiert!

Bücher & Filme

Gomorrha

Heißer Stoff ist der auch verfilmte Thriller von Roberto Saviano zu Neapels Camorra

Das Wunder von Castel di Sangro

Voller Situationskomik schildert der US-Amerikaner Joe McGinniss den märchenhaften und von mafiosen Verquickungen begleiteten Aufstieg der Fußballmannschaft einer 5000-Seelen-Ortschaft in den Abruzzen

Christus kam nur bis Eboli

Weltberühmter Tatsachenroman des 1936 während des Faschismus in die Basilikata verbannten Turiner Arztes und Schriftstellers Carlo Levi über den bitterarmen Süden und die verheerenden Lebensbedingungen in den Höhlenwohnungen der sassi von Matera. Der Stoff wurde 1979 vom neapolitanischen Regisseur Francesco Rosi kongenial an Originalschauplätzen verfilmt

Edoardo Winspeare

Der angesagte Salento, die Südspitze Apuliens, ist die Heimat dieses Multitalents. Als Musiker und Absolvent der Münchner Filmhochschule sorgt er selbst für den mitreißenden Tarantella-Soundtrack seiner Filme "Sangue Vivo" und "Il Miracolo"

7-13 °C
3 h/Tag
14 °C

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 15:04 Uhr

Anreise

14h 56min
13h 10min
1h 55min
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In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

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