Ibiza - Formentera

Überblick

Willkommen auf Ibiza und Formentera

Ibizas Sommernächte sind legendär. Und so schwebt Europas Jugend unverändert zum Dauer-Event ein. Man vergnügt sich in Gay- und Cocktailbars, tanzt in Szenetreffs und Megadiskos bis zum Umfallen, trifft sich nach den relaxenden Stunden am Strand zu Sundownern und Schaumpartys. Wer hierher kommt, weiß, was er will und sucht – besinnliche Ruhe ganz bestimmt nicht. Oder doch?

Denn auch heute gibt es noch das „andere“, das beschauliche Ibiza, das einen Besuch zu jeder Jahreszeit lohnt und das mit seinem Zauber aus Farben, Licht und Gerüchen schon zu Beginn des 20. Jhs. Künstler und Intellektuelle aus ganz Europa in seinen Bann zog. Während im Sommer die wildesten Partys toben, und das Diskofieber bis zum Delirium steigt, genießt man außerhalb der Saison die Stille und die Natur. Ideal für die persönliche Auszeit sind Aufenthalte in einsam gelegenen Landhäusern mit urigen Zimmern und erstklassigem Service. Agroturismo, der Tourismus auf dem Land, setzt den Kontrastpunkt zur Partytime. Frei von wummernden Bässen führen Rad- und Wanderwege durch abgeschiedene Wacholderhaine und Pinienwälder, Berge und Buchten laden zu Entdeckungen ein.

Ibiza und Formentera bilden ein faszinierendes Inseldoppel, das vor Spaniens Festlandsküste im Mittelmeer liegt, zu den Balearen gehört und neben Partys und Stränden auch eine atemberaubende Natur bietet. Entdecken lohnt sich also!

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Perfekte Insel für alle Ansprüche 

Es gibt wohl kaum einen anderen Ort, an dem Menschen mit derart unterschiedlichen Lebenslinien und -plänen, Erwartungen und Backgrounds – auch finanziellen – zusammentreffen. Alle mit dem Ziel, eine gute Zeit zu verbringen. Und das gelingt den partywütigen Teenagern genauso wie der Familie mit Kindern, dem verliebten Pärchen, der Gruppe junger BWLer, den Freundinnen, dem Reichen mit seiner Yacht oder den Aussteigern und Lebenskünstlern. Ibiza ist die perfekte Insel für jedes Alter und alle, die mehr von einem Sonnenziel erwarten als All-inclusive. Eines ist Ibiza aber schon lange nicht mehr: preiswert. Ibiza ist teuer – insbesondere in der Hauptsaison (Juli/August). Aber dann sollte die Insel ohnehin meiden, wer nicht bewusst kommen will, wenn Ibiza regelrecht brennt. Dann ist es einfach zu voll, sowohl auf den Straßen als auch an den Stränden. Die schönsten Sonnenmonate sind für viele der Juni und der September, wenn es angenehm warm ist und sich der Ansturm im Rahmen hält. Einen besonderen Reiz versprühen die Hippiemärkte: Kleider, Tücher, Schmuck und Kunsthandwerk aller Art wechseln den Besitzer, irgendwo erklingt Livemusik. Hippiemärkte wie der von Las Dalias machen die Aura des legendären Ibiza greifbar, die Aura der Blumenkinder, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren kamen. In ihrem Sog strömte die internationale Feriengemeinde nach und ließ die Mittelmeerinsel zum Inbegriff von Sun & Fun aufsteigen, von Drogen- und Alkoholkonsum, Rock ’n’ Roll und freier Liebe. Die im Winter wie jungfräulich daliegenden Straßen und Plätze verwandeln sich im Sommer in heiße Adern voll Leben: in Laufstege, in Anmachmeilen, Tummelbecken von gelifteten Jetsettern, ergrauten Althippies und amüsierlustigem Jungvolk. Man vergnügt sich in Beachbars, trifft sich zum Sundowner, tanzt in Megadiskos bis zum Umfallen. Wer hierher kommt, weiß, was er will und sucht – besinnliche Ruhe ganz bestimmt nicht. Oder etwa doch?

Das andere, das unerwartet ländliche Ibiza 

Tatsächlich gibt es auch das „andere“, das beschauliche Ibiza, das einen Besuch zu jeder Jahreszeit lohnt und das mit seinem Zauber aus Farben, Licht und Gerüchen schon zu Beginn des 20. Jhs. Künstler und Intellektuelle in seinen Bann zog. Während mancherorts die Partys toben, genießt man abseits der vibrierenden Epizentren die Ruhe und die Natur. Eine faszinierende Parallelwelt! An den Stränden nutzen die Fischer ihre Bootsschuppen, zwischen kupferroten Feldern grasen Schafe. Bike- und Wanderwege führen durch abgeschiedene Wacholderhaine und Pinienwälder, Berge und Buchten laden zu Entdeckungen ein. Der Natur wird auf Ibiza und Formentera ein besonderer Stellenwert zugemessen, weite Gebiete stehen unter Schutz. So wie die Salinen oder die Seegraswiesen vor den Küsten. Am höchsten hinaus geht es auf Ibizas Sa Talaia mit 475 m Höhe und genialem Weitblick. Formentera zeigt sich von flacherer Gestalt. Im Norden schieben sich die Strände bis an die vorgelagerte Privatinsel Espalmador heran, im Osten erreicht das Hochplateau La Mola um den Berg Sa Talaiassa bescheidene 192 m. Zum Glück steht nicht alles im Zeichen des Fremdenverkehrs, der den Inseln inzwischen mit über 2 Mio. Touristen im Jahr den Stempel aufdrückt.

Inseln mit Charakter & Historie 

Ibiza und Formentera bilden ein Inseldoppel, das zu den Balearen gehört und unter dem Begriff Pityusen firmiert. Schon Karthager, Römer und Mauren fühlten sich hier wohl. Aus Frühzeitepochen haben sich Grabhöhlen erhalten, die Wachtürme legen Zeugnis von den stets befürchteten Piratenattacken (16.–18. Jh.) ab. Viele Kirchen haben Wehrcharakter. Der Furcht vor Übergriffen ist auch die Silhouette von Eivissa zu verdanken, der befestigten Hauptstadt Ibizas. Die Oberstadt Dalt Vila mit ihren gewaltigen Mauerverbünden zählt zum Unesco- Welterbe – das erfüllt die Insulaner mit Stolz! Wie viele der heutigen Ibicencos rein ibizenkisches Blut in den Adern haben, lässt sich kaum ermessen. Offiziell beziffert man die Einwohnerzahl auf 154 000, wovon 12 000 auf Formentera entfallen. Längst haben viele Auswärtige hier eine neue Heimat gefunden. Auf den Pityusen bleibt alles in überschaubarem Rahmen. In maximal einer Stunde erreicht man quasi jedes Ziel. Autobahnen sucht man auf beiden Inseln vergebens. Formentera hat nicht einmal Ampeln! Ibiza und Formentera liegen in Sichtweite voneinander, zwischen den Inseln herrscht reger Fährverkehr. Strände gibt‘s ohne Ende, allein auf Ibizas Karten sind über 60 verzeichnet. Das wohltemperierte Wasser glänzt tiefblau bis türkis, in den Buchten ankern Yachten. Für Kontraste sorgen Täler im Inland und eine vielfältige mediterrane Pflanzenwelt. Weingärten, Feigenbäume, Mandel- und Orangenhaine fügen sich harmonisch ins Bild. Sieht man einmal von den „Großstädten“ Eivissa, Sant Antoni und Santa Eulària ab, fällt die verstreute Besiedlung auf. Als stille Wahrzeichen sind die kalkweißen Häuser allgegenwärtig, Siedlungen wie Santa Agnès de Corona und Sant Mateu d’Albarca pflegen ihr Dorfidyll.

Praktische Hinweise

Anreise

Je nach Saison steht Ibiza im deutschen Sprachraum auf den Flugplänen von Eurowings (www.eurowings.com), Ryanair (www.ryanair.com), Germania (www.flygermania.de) und Air Berlin (www.airberlin.com; Flüge mitunter via Palma de Mallorca). Steuern, Service Charge, Kreditkarten- und Gepäckgebühren können sich erheblich summieren. Vergleichsportale für Preise und Verbindungen: www.opodo.de, www.fluege.de.

Ein Flug nach Ibiza dauert je nach Startort etwa 2½ bis 3 Stunden. Auf der Insel liegt der internationale Flughafen etwa 6 km südwestlich der Hauptstadt Eivissa. In die City oder in einen anderen Inselteil, z.B. nach Sant Antoni oder Santa Eulària, fahren Sie entweder mit dem Taxi oder mit einem der regelmäßig verkehrenden Linienbusse.

Formentera ist nicht ans Flugnetz angeschlossen; ab dem Hafen von Eivissa gibt es Fährverkehr (vornehmlich Personen, aber auch Fahrzeuge), wobei es wegen der Transportkosten nicht ratsam
ist, mit dem Leihwagen überzusetzen. Besser, man mietet sich dort ein neues Fahrzeug.

Wer sich über Land Richtung Zielgebiet aufmacht, steuert am besten Barcelona an: ob mit dem Zug (www.reiseauskunft.bahn.de), den Europabussen (www.eurolines.de) oder dem eigenen Fahrzeug. Ab Barcelona bestehen regelmäßige Fährverbindungen nach Eivissa (www.trasmediterranea.es), außerdem ab Dénia (www.balearia.com).

Auskunft
Spanisches Fremdenverkehrsamt

– Berlin (Lietzenburger Str. 99/6. OG, 10707 Berlin, Tel. 030 8826543, berlin@tourspain.es)
– Düsseldorf (Grafenberger Allee 100, 40237 Düsseldorf, Tel. 0211 6803981, duesseldorf@tourspain.es)
– Frankfurt (Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt, Tel. 069 725033, frankfurt@tourspain.es)
– München (Postfach 151940, 80051 München, Tel. 089 5307460, munich@tourspain.es)
– Wien (Walfischgasse 8, 1010 Wien, Tel. 01 5129580-11, viena@tourspain.es)
– Zürich (Seefeldstr. 19, 8008 Zürich, Tel. 04 42536050, zurich@tourspain.es)

Informationen vor Ort in den Tourismusbüros auf Ibiza (Eivissa, Sant Antoni, Santa Eulària) sowie am Hafen von La Savina auf Formentera. Hilfreich sind auch die offiziellen Tourismusportale im Netz: www.spain.info (Spanien), www.illesbalears.es (Balearen), www.ibiza.travel (Ibiza) und www.formentera.es (Formentera).

Auto

Fahren Sie defensiv, und stellen Sie sich auf kurvenreiche Strecken und – abseits der gut ausgebauten Hauptstraßen – auf staubige Rumpelpisten ein, die zum Strand, zum Beachtreff oder zum Landhotel führen. Zur Hochsaison kann das Parken in den Städten zum Problem werden, achten Sie stets auf die blau markierten gebührenpflichtigen Zonen sowie auf gelbe Randmarkierungen (Parken verboten). Polizisten kennen bei Falschparkern keine Gnade, stellen saftige Strafzettel aus und ordern rasch den Abschleppwagen (grúa). Bei gebührenpflichtigen Parkzonen in Eivissa kann es sein, dass Sie am Automaten das Kennzeichen des Fahrzeugs eingeben müssen! Kleinere Orte wie z. B. Santa Agnès de Corona haben sich mit großen Parkflächen auf die sommerlichen Zuströme eingestellt, während es an den Stränden zu erheblichen Engpässen kommen kann. Doch nicht nur das. Während der Saison sind in der Nähe populärer Strände und Buchten (auf Ibiza u. a. Platja d’es Cavallet, Platja de ses Salines) gebührenpflichtige Parkplätze ausgewiesen, die auf Dauer ganz schön ins Geld gehen können. Gebührenpflichtig ist auf Formentera für Nicht-Anwohner zwischen Mitte Mai oder Anfang Juni bis Ende September die gesamte Zufahrt zu den im Naturpark gelegenen Stränden Platja de Llevant und Platja de ses Illetes; die Preise variieren je nach Saison und liegen für Vespas bei 2–4 Euro bzw. für Autos bei 4–6 Euro pro Tag (Fußgänger, Radler und umweltschonende Elektrofahrzeuge sind bislang frei). Munter abkassiert wird z. B. auch auf den staubigen Parkflächen beim Hippiemarkt von Sant Carles.

Die Promillegrenze liegt bei 0,5, es herrscht Anschnallpflicht und Handyverbot, zwei Warndreiecke und eine reflektierende Schutzweste müssen im Auto, Radio und Handy beim Tanken ausgeschaltet sein. Höchstgeschwindigkeit innerorts 50 sowie auf Landstraßen – je nach Beschilderung – 90 bzw. 100 km/h. So schnell darf man auf Ibiza jedoch auf den wenigsten Strecken fahren, oftmals sind nur 60 km/h erlaubt. Achtung Radarkontrollen!

Banken & Kreditkarten

Öffnungszeiten der Banken: Mo–Fr 9–14 Uhr. Es gibt Geldautomaten für EC- oder Kreditkarten, gängige Kreditkarten sind weit verbreitet. Bei Bezahlung mit Kreditkarte wird gelegentlich das Ausweisdokument verlangt.

Camping

Camping spielt eine absolut untergeordnete Rolle. Auf Ibiza gibt es nur einige wenige, auf Formentera keinen einzigen Campingplatz, dort ist Campen verboten. Infos zu Plätzen auf Ibiza: www.campingcalanova.com, www.campingescana.com, www.campingsanantonio.com, www.campingcalabassa.com, www.campingibizalaplaya.com

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

C/ de Fortuny 8, Madrid, Tel. 915579095, www.madrid.diplo.de

Österreichische Botschaft

Paseo de la Castellana 91, Madrid, Tel. 915565315, www.bmeia.gv.at/botschaft/madrid

Schweizer Botschaft

C/ Núñez de Balboa 35 A/7. OG, Edificio Goya, Madrid, Tel. 914363960, www.eda.admin.ch/madrid

Fähren

Zwischen Eivissa und Formenteras Hafen La Savina pendeln täglich Schiffe, die im Schnitt 25–30 Min. benötigen (z. B. Trasmapi, www.trasmapi.com). Die Preise liegen um 27 Euro für die einfache Strecke; Senioren ab 60 Jahre und Kinder bis 13 Jahre bekommen Rabatt. Statt jedes Ticket einzeln zu lösen, lässt sich mit dem Kauf eines Hin- und Rückfahrtickets ein wenig sparen. Dank der vielen
Verbindungen können Sie während der Hauptsaison nach Formentera zu einem Tagesausflug in See stechen; in der Nebensaison kann dieses Vorhaben bei täglich nur zwei bis drei Verbindungen schwierig werden, dann ist die Zeit allzu knapp bemessen.

FKK

Auf Ibiza ist die nahe der Salinen im Inselsüden gelegene Platja d'es Cavallet beliebt, auf Formentera suchen sich FKK-Anhänger an der Platja de Llevant ihr Plätzchen. Oben ohne ist sowieso an vielen Stränden weit verbreitet und wird toleriert.

Gesundheit

Mit der Europäischen Gesundheitskarte ist eine unentgeltliche medizinische Versorgung im Grundsatz gewährleistet. Allerdings ist das spanische Gesundheitssystem nicht das allerbeste, so gibt es z. B. keine freie Arztwahl. Angeraten sei deshalb eine private Auslandskrankenversicherung. Deutsche Sprachkenntnisse dürfen Sie von den Medizinern nicht erwarten. Zahnärztliche Behandlungen sieht das spanische Versorgungssystem nicht vor (nur Privatbehandlung). Apotheken, die Sie am grünen, leuchtenden Kreuz erkennen, sind inflationär verbreitet und durchweg gut ausgestattet. Manche Medikamente gibt es rezeptfrei und deutlich günstiger als zu Hause.

Internet/Wlan

WLAN ist auf Spanisch als Wifi bekannt. Viele Hotels bieten ihren Kunden Internetterminals und WLAN an. Ob kostenfrei oder nicht, hängt vom Haus ab. Mitunter kann im Hotel eine Stunde mit 5–6 Euro berechnet werden.Eine Alternative sind Internetcafés bzw. Internetzentren, die meist privaten Telefonzentren (locutorios) angeschlossen sind. Dort ist das Preisgefüge ganz unterschiedlich. Mal kostet eine halbe Stunde 1 und eine volle Stunde 2 Euro, mal schlagen 10 Minuten mit 1 Euro zu Buche.

Klima & Reisezeit

Um die 300 Sonnentage pro Jahr sprechen eine deutliche Sprache: Die Pituysen sind ein Reiseziel für jede Jahreszeit! Dank fehlender größerer Gebirgsmassen herrscht auf den Inseln ein durchweg ausgeglichenes Klima. Selbst im Winter können Sie durchschnittlich fünf bis sechs Sonnenstunden pro Tag genießen. Im Sommer übersteigt die Quecksilbersäule gelegentlich die 30-Grad-Marke, in den Hauptferienmonaten Juli und August geht es in jeglicher Hinsicht hitzig zu.

Mietwagen

Während die Wochenmietpreise in der Nebensaison bei ca. 120–130 Euro beginnen, schlagen sie im Sommer durchaus mit dem Doppelten zu Buche. Für Preisvergleiche und Buchung empfiehlt sich www.billiger-mietwagen.de (kostenlose Hotline in Deutschland: Tel. 0800 334334334, sonst Tel. 0761 5577250). Vorteil hier: Bis 24 Stunden vor Abholung
des vorbestellten Fahrzeugs lässt sich der Vorgang kostenlos stornieren, Kunden erhalten in dem Fall ihr Geld zurück. Im Allgemeinen eingeschlossen bei der Automiete auf den Inseln sind Freikilometer, Steuern und Basis-Haftpflichtversicherung; im Schadensfall fällt in der Regel jedoch ein Selbstkostenanteil an. Insassenunfallversicherung,
eingetragener Zusatzfahrer, mobiles Navigationssystem, Kindersitze etc. kosten pro Tag extra. Begutachten Sie vor der Übernahme des Fahrzeugs mögliche Lack- und Blechschäden und lassen Sie sie peinlich genau notieren, sonst kann es bei der Rückgabe Ärger geben. Achten Sie ebenfalls darauf, das Fahrzeug mit der gleichen Tankfüllung zurückzugeben, sonst droht ein Aufschlag. Falls es auf Portalen heißt „Vermieter verlangt Zusatzkosten“, dann lieber Finger weg! Hier bestehen die Zusatzkosten aus einer Servicepauschale und einem überhöhten Festpreis für die erste Tankfüllung.

Auf Ibiza finden Sie die größte Auswahl an Verleihern am Flughafen, auf Formentera rund um Port de La Savina. Auf Formentera bieten Mietautos mit Elektromotor eine umweltfreundliche Alternative (www.emobile-formentera.com, www.cooltra.com); inselweit stehen inzwischen über 20 Ladestellen zur Verfügung. Wegen möglicher Knappheit vor Ort sollten Sie den gewünschten Wagen von daheim aus buchen; das gilt für Formentera wie für Ibiza. Das geforderte Mindestalter des Fahrers liegt meist bei 21 Jahren, überdies muss jeder seit mindestens einem Jahr im Besitz der Fahrerlaubnis sein. Der nationale Führerschein reicht aus.

Notruf

Allgemeine Notfälle: 112

Nationalpolizei: 091

Städtische Polizei: 092

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Busnetze sind gut ausgebaut. Mit dem Bus erreicht man auch viele Strände, womit Sie sich die
leidige Parkplatzsuche ersparen, der Mietwagenfahrer ausgesetzt sind. Die Busse sind durchweg in gutem Zustand, die Preise niedrig. Eine wiederaufladbare Chipkarte (tarjeta bonobús; einmaliger Grundpreis plus jeweilige Aufladung) könnte sich für jene lohnen, die häufiger fahren; damit ist es dann noch billiger. Züge gibt es auf den Inseln nicht.

In Eivissa liegt die Fernbusstation (Katalan. Estació d’autobusos) zentrumsnah in der Avinguda Isidor Macabich. Infos zu Busverbindungen über die Fremdenverkehrsbüros oder unter ibizabus.com.

Post

Briefe bis 20 g und Postkarten in EU-Länder sowie in die Schweiz brauchen nur wenige Tage. Briefmarken sind nicht nur in den Postämtern, sondern auch in Tabakläden (tabacos) erhältlich. Die Höhe des Portos ändert sich meist jedes Jahr.
Wichtige Sendungen nur per Einschreiben (certificado) verschicken oder internationale Kurierdienste beauftragen; eider verschwindet im normalen spanischen Postwesen viel Post.

Preise

Das Preisniveau auf den Inseln entspricht mitteleuropäischen Standards. Die Einfuhr der meisten Waren auf dem See- oder Luftweg verteuert das Ganze, wie der Blick in die Regale von Supermärkten zeigt. Cocktails, Diskoeintritte, Automiete und abendliche Restaurantbesuche verschlingen bei manchen mehr vom Urlaubsbudget
als geplant. Dagegen sind Benzin und Mittagsmenüs in einfachen Restaurants günstiger als gewohnt. Die Hotelpreise fallen in der Nebensaison häufig auf die Hälfte (oder noch darunter) der Juli-August-Tarife.

Strom

Überall kommt der Strom mit 220 Volt aus der Dose, normale Stecker.

Telefon & Handy

Internationale Gespräche mit der Vorwahl 00. Danach folgen die Landeskennzahl (49 für Deutschland, 43 für Österreich, 41 für die Schweiz), die Vorwahl der Stadt ohne 0 und die Teilnehmernummer. Vorwahl für Spanien: 0034. Alternative zu den oftmals schlecht gewarteten Telefonzellen der Gesellschaft Telefónica sind private Fernsprechzentren (locutorios), von wo Sie deutlich günstiger telefonieren können. Ihr eigenes Handy können Sie in Spanien problemlos benutzen. Vor Ort wählt es automatisch den frequenzstärksten Netzbetreiber aus, nimmt dabei auf den Preis allerdings keine Rücksicht. Telefonläden verkaufen Prepaid-Karten.

Handynummern beginnen in Spanien mit 6 oder 7, teurere „Servicenummern“ mit 901 oder 902.

Trinkgeld

In Restaurants sind 5 Prozent der Gesamtsumme üblich, vorausgesetzt, Sie waren zufrieden. In Bars rundet man den Betrag allenfalls ein wenig auf. Die Spanier selbst zeigen sich gemeinhin nicht allzu großzügig. Kein Trinkgeld für Taxifahrer.

Unterkunft

Die Palette der Unterkünfte reicht vom einfachen Gasthaus (hostal) über das Apartmenthotel (aparthotel) bis zum luxuriösen Hotel (hotel). Achten Sie darauf, ob der angegebene Preis das Frühstück und den verminderten Mehrwertsteuersatz von 10 Prozent (IVA) enthält. Dazu gibt es keine einheitliche Regelung. In Mode gekommen ist der „Tourismus auf dem Land“ (agroturismo) mit zumeist schönen, komfortablen
Landhotels, die meist zur Hochpreiskategorie zählen. Während auf Formentera (von Ausnahmen abgesehen) kleinere Beherbergungsbetriebe verbreitet sind, werden Sie auf Ibiza auch manch abstoßenden Hotelkasten sehen. Infos im Internet: www.ibiza-hotels.com oder www.ibizahotelsguide.com. Viele Unterkünfte schließen in der Nebensaison komplett, d.h. von etwa Anfang Oktober bis Ostern oder sogar Mai.

Zeitungen

Deutschsprachige Zeitungen sind meist schon am Erscheinungstag erhältlich. Besucher mit Spanischkenntnissen werfen einen Blick in die Tageszeitung „Diario de Ibiza“ (www.diariodeibiza.es). Infos, Storys, Kleinanzeigen und Veranstaltungstermine finden Sie im deutschsprachigen Monatsmagazin „Ibiza heute“ (www.ibiza-heute.de).

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Waren für den persönlichen Gebrauch frei ein- und ausgeführt werden, u. a. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen, 90 l Wein und Waren im Wert von 430 Euro (bei Schiffs- und Flugreisen).

Was kostet wie viel?

Busfahrt

2 Euro Eivissa–Sant Antoni

Kaffee

ab 1,10 Euro kleiner Kaffee in der Bar

Diskoeintritt

20-80 Euro für Ibizas In-Clubs

Formentera-Fähre

ab 39 Euro hin und zurück

Strandliege

ab 7 Euro Tagesmiete

Tagesmenü

ab 8 Euro mittags im einfachen Restaurant

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Januar

Neujahr

6. Januar

Hl. Drei Könige

März/April

Jueves Santo (Gründonnerstag), Viernes Santo (Karfreitag), Lunes de Pascua (Ostermontag)

1. Mai

Tag der Arbeit

15. August

Mariä Himmelfahrt

12. Oktober

Tag der Entdeckung Amerikas

1. November

Allerheiligen

6. Dezember

Tag der Verfassung

8. Dezember

Mariä Empfängnis

25. Dezember

Weihnachten

26. Dezember

San Esteban (Tag des hl. Stephan)

Feste und lokale Veranstaltungen
Januar

5. Januar: bunte Umzüge am Vorabend des Dreikönigstages u. a. in Eivissa, Sant Miquel, Sant Antoni und Santa Eulària

In Sant Antoni steht der Monat ganz im Zeichen des Schutzpatrons Antonius: stimmungsvolle Konzerte im Festzelt auf dem Passeig de ses Fonts, außerdem Tänze, Kino, Spiele für Kinder, Theater, am Tag des Heiligen (17. Jan.) Festumzug und Segnung der Haustiere

2. Monatshälfte Patronatsfest in Santa Agnès de Corona mit Trachtentänzen und musikalisch begleiteter Bildnisprozession am Tag der hl. Agnes (21. Januar)

Februar

Um den 12. Februar: Patronatsfest in Santa Eulària des Riu, Tanz und Musik

Große Karnevalsparade in Eivissa

März

Um den 19. März: Fiesta des Schutzpatrons in Sant Josep de sa Talaia

März/April

Karwoche (Semana Santa) mit Büßerumzügen der Bruderschaften besonders lohnend in Eivissa (Karfreitag in Dalt Vila)

Um den 23. April: Patronatsfest in Sant Jordi de ses Salines; mit Musik und Tanz

Mai

Mittelalterfest (Feria Medieval) in Dalt Vila mit Gauklern, Tänzen und Verkaufsständen (meist am 2. Mai–Wochenende)

Festival Internacional Mare Nostrum, internationales Folklorefest beider Inseln an jährlich wechselnden Schauplätzen, meist am letzten Mai–Wochenende

Juni

Semana de la Moda, Modewoche in Eivissa, Präsentation der neuesten Adlib-Kreationen (mitunter auch im Juli)

24. Juni: Patronatsfest des hl. Johannes in Sant Joan de Labritja, am Vorabend vielerorts Johannisfeuer, auch Feuerwerk und Livemusik

August

Am Monatsanfang: doppeltes Patronatsfest in Eivissa Festes de la Terra zu Ehren der Mare de Deu de la Neu (5. Aug.) und des Sant Ciriac (8. Aug., Tag der katalanischen Conquista Ibizas)

In der zweiten Augusthälfte Fiestas de Sant Bartomeu in Sant Antoni: mit Konzerten, Märkten, Sportveranstaltungen, Volkstänzen und Verkostungen typischer Produkte

Gegen Monatsende (mitunter auch erst im Sept.) Internationales Jazzfestival in Eivissa

September

Meist Anfang des Monats in Sant Antoni am Strand von S'Arenal Fiesta de Cartagineses y Romanos (Fest der Römer und Karthager) mit „kriegerischem“ Aufeinandertreffen der beiden Parteien, bei dem der Spaß im Vordergrund steht

Um den 29. Sept.: Volksfest in Sant Miquel de Balansat

Im Trend

Farbe bekennen
Kunst & Gastro

Kreative Luft außerhalb eines Museums schnuppern die im Sommer im Restaurant in der Cala Nova und im Winter im Namibia CaféJuan Tur13Santa Eulalia del Río. Denn dort trifft sich der Art Club Ibizabei Kaffee und Wein regelmäßig zum künstlerischen Austausch. Zur kreativen Riege der Insel gehört auch Patrizia Pribeti www.pribetic.de. Die gebürtige Italienerin lässt sich von der Natur und den Menschen Ibizas inspirieren. Das moderne Ergebnis ist so lebens- wie farbenfroh.

Auf Wiedersehen!
Das Hippie-Revival

spiegelt den Geist der Inseln wider: Blumenkleider und Tuniken sind immer Teil der Kollektion. Erhältlich bei Grass Life & MoreCarretera Sant Miquelkm 3,2www.sweetdreamsibiza.com. Die typischen schwingenden Röcke gibt es auch bei Reina & RosesApartado 736Santa Eulalia del Ríowww.la-reina.com. Aurobelle Ibiza–IndiaCan Serreta4Santa Gertrudis de Fruiterawww.aurobelle.demacht seinem Namem mit indisch inspirierten Designs Ehre.

Bio-Phantastisch
So schläft man heute

Vorbei die Zeiten der Bettenburgen. Auf Ibiza florieren nachhaltige Hotels, die jeden Komfort bieten. Wie das Can MartíSant Joan de Labritja, das in einem 400 Jahre alten Gebäude untergebracht ist und nach ökologischen Gesichtspunkten renoviert wurde. Das PalladiumCarrer Los Lirios1Santa Eulalia del Ríoist dagegen ganz modern, aber nicht minder nachhaltig. Wer nicht nur einen grünen Flecken, sondern auch sich selbst finden möchte, ist im Jardín de LuzSant Miquel, einem Hotel samt Yogaschule, richtig.

Wellness am Wasser
Beach Life

Ibiza ist bekannt für seine Beachbars und Lounges. Dass man dort nicht nur feiern, sondern sich auch auf das wilde Nachtleben vorbereiten kann, spricht sich gerade erst herum. Geübte Masseure und Chill-Out-Musik sorgen im berühmten Jockey ClubPlatja de Ses Salineswww.jockeyclubibiza.com für Entspannung. Weiße Liegen und Holzbetten direkt im Sand lassen im Blue Marlinwww.bluemarlinibiza.comin der Cala Es Jondal keinen Stress aufkommen. Im PK2Camí de S'Estanyolwww.pk2ibiza.comstehen DJ-Größen wie Sven Väth und David Moreno nicht nur an den Platentellern, sie liegen dort auch einfach in der Hängematte oder lassen sich das Essen schmecken. Im Sa TrinxaPlatja de Ses Salineswww.satrinxa.comtreffen sich tagsüber die Inselschönheiten, bevor es abends auf die Piste geht.

Vorfahrt fürs Fahrrad
Weg frei!

Bislang galt Ibiza für Radfahrer als gefährliches Pflaster. Die Inselverwaltung setzt sich nun aber verstärkt für die Zweiradfahrer ein – mit Erfolg. Immer mehr Radler nutzen die 21 neuen, vom Tourismusverband ausgeschilderten Radwege der Insel www.illesbalears.es. Die nötige Ausrüstung stammt vielfach vom eigenen Hotel. Einer Reihe von Herbergen wurden Zweiräder für die Gäste gratis zur Verfügung gestellt, Langzeiturlauber und Auswanderer sollen künftig ein Jahresabo für die Drahtesel erstehen können. Auch der Fahrradladen Can ManoloCarrer Gaspar Puig6an der Platja d'en Bossa unterstützt das Projekt. Der wichtigste Schritt war jedoch der jährliche ein autofreier Infotag.

Bloss nicht

Falsch parken

Polizisten kennen bei Falschparkern keine Gnade, stellen saftige Strafzettel aus und ordern rasch den Abschleppwagen (grúa). Höllisch aufzupassen gilt es überdies bei gebührenpflichtigen Parkzonen, die Sie leicht an den blau markierten Randstreifen erkennen und die Parkscheine erfordern. An den Automaten sind die maßgeblichen Zeiten angeschlagen. Während der mittäglichen Siesta, samstagnachmittags und sonntags hat man meist Glück, dann ist Parken frei.

Allzu förmlich sein

Oft geht man von vornherein zum Du über, ohne Brüder- oder Schwesternschaft getrunken zu haben. Wer sich in Spanisch übt und sein gleichaltriges Gegenüber mit Usted (Sie) anspricht, wird befremdliche Blicke ernten. Das „Sie“ bleibt eher älteren Herrschaften vorbehalten oder ist bei formelleren Anlässen gebräuchlich. Ansonsten geht es durchweg locker zu, nicht nur während der Urlaubszeit.

Im Straßenverkehr unachtsam sein

Klar, die Inselkulissen lenken Leihwagenfahrer leicht ab: Hügel, Kiefernhaine, Traumbuchten. Vermeiden Sie unter allen Umständen, den Blick auch nur kurz von Straßen und Pisten zu nehmen! Schlaglöcher lauern überall, abgeschiedene Strecken verfügen weder über Rand- noch Mittelstreifen und schlängeln sich schmal dahin. Bedenken Sie auch, dass sich viele spanische Fahrzeuglenker nicht gerade durch vorausschauende Fahrweise auszeichnen – als Kurvenschneider können sie unangenehm entgegenkommend sein. Ein Hinweis für Fußgänger: Spielen Sie auf Zebrastreifen nicht mit Ihrem Leben, und fordern Sie Ihr Recht nicht auf Gedeih und Verderben ein. Nicht jeder Fahrer stoppt an den Übergängen automatisch!

Dieben das Leben leicht machen

Wo viele Menschen zusammenströmen, sind dunkle Gesellen oftmals nicht weit. Lassen Sie niemals Wertsachen, Kleidung oder Taschen, die lukrativen Inhalt vermuten lassen, sichtbar im Innern Ihres Wagens zurück. Auch im Gedränge von Märkten oder bei jeglicher Art von Events sollten Sie vor Taschendieben auf der Hut sein. Nehmen Sie im Zweifelsfall nur das Nötigste mit, lassen Sie Handtaschen nicht unbedarft über den Rücken baumeln, geben Sie Dokumente und Geldreserven vorsichtshalber in den Safe Ihres Hotels.

Einfach abdampfen

Rauchern ist es jetzt in Spanien gnadenlos an den Kragen gegangen. Für öffentlich zugängliche, geschlossene Räume herrscht ein striktes Rauchverbot. Das gilt u.a. für Kneipen, Cafés, Restaurants und Diskos. Darüber hinaus muss man sich von Kinderspielplätzen und Kliniken ein Stück fernhalten.

Stichworte

Architektur

Aus der Ferne wirken manche Dörfer wie Schachtelwerke aus weißen Kuben – die würfelförmigen Bauelemente scheinen wie miteinander verwachsen. Andernorts vermitteln einsame Bauernhäuser den Eindruck von kleinen Bastionen, weisen Fremdlinge regelrecht ab. All das ist kein Zufall, sondern typisch für die ländliche Architektur, die sich an historische Einflüsse aus der maurischen Welt und des östlichen Mittelmeerraums anlehnt. Das über zahlreiche Menschenzeitalter gepflegte Konzept beim Hausbau basierte weniger auf ästhetischen Vorlieben denn auf nüchterner Zweckmäßigkeit. Stets hatte und hat man die klimatischen Gegebenheiten vor Augen. Dicke Mauern und kleine Fenster halten Hitze und Kälte zurück, das Kalkweiß reflektiert die Sonnenstrahlen. Über das von innen mit wuchtigen Balken gestützte Dach kann das Regenwasser direkt in die Zisterne ablaufen. Und um den Eintritt kühlerer Nordwinde zu vermeiden, legte man die Haupteingangstür an die Südseite. Einblicke in traditionelle Baustrukturen erhalten Reisende von heute z.B. in etlichen restaurierten Landhäusern, die zu Hotels umfunktioniert wurden. Nicht wirklich stilecht allerdings: Bad mit Dusche gab es in früheren Zeiten nicht!

Dichter und Künstler

Zu den frühen Insel-„Entdeckern“ von auswärts zählten der katalanische Maler, Schriftsteller und Journalist Santiago Rusiñol i Prats (1861–1931), der Ibiza im Überschwang Isla blanca, „weiße Insel“, taufte, sowie der deutsche Philosoph, Zeit- und Literaturkritiker Walter Benjamin (1892–1940), der zwei längere Aufenthalte auf Ibiza hatte: von April bis Juli 1932 und von April bis September 1933. Die Insel war ihm von einem Bekannten empfohlen worden. Beide Male ließ er sich an der Bucht von Sant Antoni de Portmany nieder, während er seine Berliner Wohnung vermietete. Daheim wurde er allerdings um die Mieteinnahmen betrogen. Zu den Ergebnissen seines literarischen Schaffens unter südlicher Sonne zählt die lesenswerte Essay-Sammlung „Ibizenkische Folge“.

Eine prägende historische Gestalt in der Kunstszene Ibizas war der Münchner Maler und Architekt Erwin Broner (1898 bis 1971), der nach seiner Flucht aus Nazi-Deutschland 1934 auf die Insel kam. Zusammen mit anderen Künstlern gründete er die Gruppe „Ibiza 59“ und veranstaltete bis zu deren Auflösung Mitte der 1960er-Jahre zahlreiche Ausstellungen. In Eivissas einstigem Fischerviertel Sa Penya baute er sich sein eigenes, mittlerweile zum Museum umfunktioniertes Haus aus (siehe auch Kapitel „Eivissa“, „Sehenswertes“).

Das Flair der Inseln regt auch heute noch ungebrochen Kunstschaffende aller Länder und unterschiedlichster Metiers an, die sich im Art Club Ibizawww.art-club-ibiza.com zusammengeschlossen haben. Auf ihrer „Kunstroute“ (Ruta del Arte) animieren sie zu Atelierbesuchen und machen mit wechselnden Initiativen und Ausstellungen auf sich aufmerksam. In der Reihe der Mitglieder des Art Club Ibiza stehen Maler wie der Münchner Peter Ritzer und die Madrilenin Carmen Palomino, die sich vom Licht des Mittelmeers regelrecht „gefangen“ fühlt. Eine besondere Beziehung zu Formentera unterhält der bekannte französische Designer Philippe Starck, der sich Mitte der 1990er-Jahre dort ein Haus baute.

Fauna

Weit gefehlt, wer auf den Inseln einzig schräge Vögel vermutet. Inmitten einer reichen Vogelwelt halten ornithologisch Interessierte Ausschau nach dem seltenen Fischadler und der zur Familie der Kormorane gehörenden Krähenscharbe, die es auf eine stattliche Größe von 75 cm bringt und an ihrem hakenförmigen Schnabel erkennbar ist. Die Krähenscharbe lebt ebenso an den Felsenküsten wie die Weißkopfmöwe, die Korallenmöwe und der Gelbschnabel-Sturmtaucher. Gelegentlich taucht der Eleonorenfalke auf, ein kleiner Raubvogel, der sich im Spätherbst in die afrikanischen Winterquartiere aufmacht und im Frühling zurückkehrt. Wer Glück hat, bekommt in den Salinen Flamingos vor das Fernglas oder das Objektiv. Darüber hinaus findet man diverse Eulen- und Reiherarten, während sich die restliche Tierwelt am Boden mit Hasen, Kaninchen, Igeln, Feldmäusen und Rebhühnern nicht so spektakulär ausnimmt. Ganz selten kommen Ginsterkatze und Steinmarder vor. Ebenfalls eine Rarität ist der Podenco ibicenco, eine windhundähnliche Rasse, die hier gezüchtet wird; typisch für diesen schlanken, hochbeinigen Jagdhund ist sein weiß-rotbraunes Fell. Allgegenwärtig sind Eidechsen, teils grün, teils bläulich schimmernd, ob an den Felsenküsten oder den Stadtmauern von Dalt Vila. Giftige Tiere braucht man auf den Inseln zum Glück nicht zu fürchten!

Flora

Knorrige Oliven-, Orangen-, Zitronen-, Feigen-, Johannisbrot- und Mandelbäume versprühen mediterrane Exotik. Neuerdings sieht man sogar Avocadobäume. Charakteristisch ist die Aleppokiefer mit ihrer schirmartigen Krone sowie der oftmals verkrüppelt wirkende Phönizische Wacholder. Hinzu gesellen sich Zwergpalmen, Mastixsträucher, Bougainvilleen, Zistrosen, Oleander und ibizenkischer Ginster. Außerdem sind über zwanzig verschiedene Orchideengewächse dokumentiert, in den Salinen kommen Binsen vor. Wer durch die Natur streift, wird sich an der Vielfalt kaum sattsehen und vor allem -riechen können, denn Rosmarin, Thymian, Lavendel und andere Wildkräuter verbreiten überall würzigen Duft. Eine Besonderheit ist das staudenähnliche, gelbe Rutenkraut, das bis zu drei Meter groß werden kann.

Folklore

Ohne einen Gedanken an touristische Showeffekte zu verschwenden, pflegen die Insulaner ihre Folklore und haben sich mancherorts in Volkstanzgruppen (colles de ball pagès) zusammengeschlossen. Die vier wichtigen Tänze heißen La Llarga, La Curta, Les Nou Rodades und La Filera. Während sich die Frau mit sanften Bewegungen eher zurückhält, vollführt der Mann um sie herum regelrechte Sprünge. Für den musikalischen Rahmen sorgen Flöten, Trommeln und große Kastagnetten. Bei den Trachten sind orientalische Einflüsse unverkennbar, die Frau legt an hohen Festtagen traditionsgemäß ihre wertvolle Gold- und Korallenkette an, die emprendada. Die Männer kommen schlichter daher: Weiße Hosen, rote Schärpen, rote Mützen sowie einfaches Schuhwerk aus Hanf und Segeltuch (espardenya) zählen zu ihrer typischen Festtracht.

Katalanisch

Der 8. August des Jahres 1235 war von entscheidender Tragweite und markiert im Rückblick den wichtigsten Tag der Lokalgeschichte. Damals stürmten die Katalanen auf Geheiß ihres expansionsfreudigen Königs Jaume I. die Insel Ibiza und drückten den Pityusen fortan mit Kultur und Sprache ihren Stempel auf. Erhalten hat sich bis heute das Katalanische (català), das hier in einer für Außenstehende kaum wahrnehmbaren Dialektvariante gesprochen wird und nicht zuletzt als Ausdruck regionalen Selbstbewusstseins gilt. Katalonien steht den Bewohnern Ibizas und Formenteras halt näher als das stets mit Gedanken an Zentralgewalt verknüpfte spanische Kernland mit seinem behördlichen Wasserkopf Madrid. Die auf den Inseln verbreitete Zweisprachigkeit ist für Auswärtige mitunter schwer nachvollziehbar. Jeder Einheimische spricht im Regelfall Spanisch (castellano), aber nicht immer català. Manche Gemeinden bieten Katalanisch-Intensivkurse für Erwachsene an. Im Reisealltag sieht man Orts- und Verkehrsschilder durchweg auf Katalanisch, während sich bei Adressenangaben teils katalanische, teils spanische Ausdrücke finden.

Promis

Vor allem im Sommer tummeln sich auf Ibiza Stars und Sternchen aus Film, TV, Showbiz und Mode. Spaniens Gazetten berichten ausgiebig vom bunten Treiben, ob in den Megadiskos oder an der Marina Botafoc in Eivissa. Die Liste bekannter Inselbesucher liest sich wie ein Who-is-who des internationalen Showgeschäfts. Was mit Roman Polanski, Ursula Andress und Nina Hagen begann, hat sich bis heute mit Madonna, Elle McPherson, Eros Ramazzotti und Kultregisseur Pedro Almodóvar fortgesetzt. Auch europäische Fußballgötter und Spaniens Royals werden immer wieder gesichtet – Promialarm!

Salinen

Die Tradition der Salzgewinnung reicht bis in phönizische Zeiten zurück. Heute gehört die ökologisch wertvolle Landschaft der alten Salinen zusammen mit einigen Dünen und Stränden wie Es Cavallet und Ses Salines zum Parque Natural de Ses Salines d’Eivissa i Formentera, in dem über 200 Vogel- und rund 180 Pflanzenarten vorkommen. Die jährliche Salzgewinnung schreitet dennoch voran und liegt zurzeit bei etwa 35 000 t. Exportiert wird das Salz u. a. auf die Faröer-Inseln, wo es für die Einsalzung von Fisch dient.

Sport

Bei der Sportbegeisterung stehen die Insulaner den Festlandsspaniern in nichts nach. Surfen, tauchen, Rad fahren, wandern – alles ist möglich. Auch wenn es auf den Pityusen kein Erstligateam aus überbezahlten Balltretern gibt, bleibt König Fußball Spitzenreiter in der Zuschauergunst – zumindest im Fernsehen. Wenn die Ligamatches der Primera División samstags und sonntagabends live im TV übertragen werden, trifft man sich gerne in den Kneipen und lässt die Torschreie heraus – aber nicht für Real Madrid! Im katalanischen Sprachgebiet drücken die meisten dem FC Barcelona die Daumen.

Umweltschutz

Groß haben sich die Pityusen das Thema Natur und Umweltschutz auf die Fahne geschrieben; allein auf Ibiza stehen mehr als 40 Prozent der Fläche unter Schutz. Zwischen dem Süden Ibizas und dem Norden Formenteras breitet sich der Parque Natural de Ses aus, der auf seinen knapp 120 km2 Salinen, Strände, Dünen, Klippen und die Meereszonen samt kleineren Eilanden umfasst. Neid erweckend ist die Sauberkeit vieler Strände, von denen etliche mit der „Blauen Flagge“ geadelt wurden. Um die Dünen zu schützen, wurden eingezäunte Holzstege angelegt. Gleich daneben mahnen Schilder, die fragilen Ökosysteme nicht zu betreten. Auf den Inseln mangelt es an natürlichen Wasserquellen, und zum mediterranen Klima gehören lange Trockenperioden. Wasser ist deshalb knapp und kostbar, sodass die Behörden mit Appellen wie „Sparen Sie Wasser im Urlaub!“ Feriengäste zu sensibilisieren versuchen.

Müll ist ein weiteres Dauerthema, das unter den Nägeln brennt. Auf Formentera z. B. bleibt bislang keine andere Wahl, als die Abfälle nahe dem Kap de Barbaria auf der Deponie von Es Cap „offiziell kontrolliert“ abzuladen – sicher keine Lösung für die Ewigkeit und der Sauberkeit der Luft nicht gerade zuträglich.

Wachtürme

Klobig und erhaben stehen sie dort, trotzen seit Jahrhunderten Wind und Wetter: die Wachtürme auf den Pityusen, die von einst unruhigen Zeiten künden. Geriet ein Piratenschiff in Sicht, entzündeten die Wächter auf dem Dach ein Warnfeuer. Statt über ebenerdige Türen verfügten die Türme meist über einen Einstieg auf halber Höhe, zugänglich nur über Strickleitern, die bei Angriffen eingezogen werden konnten. Heute haben die Rundbauten ihre ursprüngliche Funktion selbstredend eingebüßt, sind nur noch monumentaler Zierrat in herrlichen Lagen über der Küste. Manche erreicht man nur zu Fuß, betreten oder besteigen darf man sie allerdings leider nicht.

Weinbau

„Es hatte mich immer gewundert“, sagt Juan Bonet Riera, „wie wir auf Ibiza aus so guten Trauben einen solch üblen Wein machen konnten.“ Sein Vater sei keine Ausnahme gewesen, auch der habe den Most mehr schlecht als recht „home-made“ gären lassen. Anfang der 1990er-Jahre entschloss sich der eigentlich im Tourismus tätige Juan, aus seinem Hobby einen Beruf zu machen und den Weinbau auf eine professionelle Basis zu stellen. Er kaufte ein paar Erbgrundstücke der Familie zusammen, hegte und pflegte die Pflänzchen und experimentierte nach Herzenslust – bis er vom Resultat überzeugt war und die ersten Tropfen seiner bei Sant Mateu d'Albarca gelegenen Bodega Sa Cova auf den Markt brachte (siehe auch Kapitel „Der Südwesten“, Sant Mateu d'Albarca). Damit leistete er Pionierarbeit auf der Insel. Im Landesvergleich ist Ibiza aber noch immer ein Zwerg unter den spanischen Weinproduzenten. Offiziell registriert sind nur fünf Bodegas, die gesamte Jahresproduktion beläuft sich auf ca. 130 000 Liter. Zu den wichtigsten Rebsorten zählen Monastrell, Tempranillo und Merlot. Die Weine tragen die geografische Herkunftbezeichnung Vino de la tierra Ibiza.

Bücher & Filme

Flughafen Ibiza

Überfall auf einen Geldtransporter am Flughafen, einige Euromillionen verschwinden: Spannend geht es zu in dem Kriminalroman von Wolfhard Klein, der seine Leser an bekannte Schauplätze auf Ibiza führt. Mit Schwarzgeld Ibiza liegt ein weiterer Kleinkrimi vor

Sommernachtsmord

Raubeiniger Schauspieler, Autor, Herzens- und Gesetzesbrecher, Ex-Knacki: Burkhard Driest, der auf Ibiza lebt, hat viele Gesichter. In Sommernachtsmord ermittelt Kommissar Toni Costa auf Ibiza, es geht um ein verschwundenes Mädchen aus einer Talentshow. Toni Costa tritt auch in Küchenkunst, Liebestod, Der rote Regen und Brennende Schuld auf Driests Wahlheimatsinsel in Aktion; die Krimis sind angefüttert mit viel Lokalkolorit

Pura Vida Ibiza – Die Mutter aller Parties

Diesen Film (2003) von Gernot Roll, der auch bei „Ballermann 6“ Regie geführt hat, werden vor allem Fans deutscher Klamauk-Komödien lieben. Im Mittelpunkt stehen drei Freunde, die in einem Clubhotel auf Ibiza als Animateure anheuern

Undercover Ibiza

In dieser deutschen Low-Budget-Produktion (2007) spielt Regie-Guru Klaus Lemke gleich selbst die Hautrolle eines pensionierten Militärs, der auf Ibiza seinen Sohn sucht. In Wahrheit geht es dem Alten darum, die Freundinnen seines Sprösslings aufzureißen...

Lucia und der Sex

Anspruchsvoller und ziemlich freizügig kommt dieser spanische Streifen (2001) daher, bei dem eine junge Frau, gespielt von Paz Vega, nach einer Enttäuschung auf eine Mittelmeerinsel flüchtet. Gedreht wurde an Originalschauplätzen auf Formentera, darunter am Cap de Barbaria

Fakten

Einwohner
12.111
Fläche
83 km²
Sprache
Spanisch
Strom
220 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
17:59 Uhr
Zeitverschiebung
keine
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