Französische Atlantikküste

Überblick

Willkommen an der französischen Atlantikküste

Die Zehen im weichen Sand, der Blick, wo sich Meer und Himmel treffen. Strandsegler sausen am Wasser entlang, die letzten Sonnenanbeter schütteln Sand aus ihren Handtüchern. In den Restaurants weiter oben am Strand klappern Kellner mit Geschirr. Bald werden sie Schaltiere auf Etageren türmen und gekühlte Weißweinflaschen entkorken. Das sprichwörtliche Savoir-vivre der Franzosen gehört zu den größten Vorzügen eines Urlaubs an der Atlantikküste. Den Rest erledigen Land und Landschaft: beinah unendliche Strände, sauberes Wasser, idyllische Fischerdörfer, geschichtsträchtige Städte und nicht zuletzt die 500 Weinschlösser rund um Bordeaux.

Abwechslung ist das Schlüsselwort für die Region, die sich von der südlichen Bretagne über die weite, flache Marschlandschaft der Vendée und die Pinien- und Kiefernwälder der Landes bis hin zur Felsenküste des Baskenlands erstreckt. Eine erste Perle in der langen Kette von Badeorten ist La Baule, ein Traditionsseebad mit herrlichem Strand, wunderschönen alten Villen und stilechtem Kasino. Bereits zur südlich sich anschließenden Côte de Lumière gehören die Inseln Noirmoutier und Yeu: ganz ohne Hochhäuser, dafür mit breiten Stränden, einem dichten Netz von Radwegen und blühenden Malven vor Ferienhäusern und kleinen Hotels.

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Französische Atlantikküste
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Auftakt

Entdecken Sie die Französische Atlantikküste!

Wer sich für Inseln begeistert, hat bei La Rochelle mit der Île de Ré und der Île d’Oléron zwei weitere Ziele, auf denen sich – insbesondere im Falle Rés – im Sommer halb Paris trifft. Kilometerlange Brücken erleichtern (wie auf Noirmoutier) das Hinkommen. In den Wäldern verbergen sich schicke Villen, meist Sommersitze Pariser Prominenz. Die kommt aus gutem Grund, vereinen die Inseln doch eine intakte Landschaft aus Salzgärten und schöner Küste mit einem gastronomischen Angebot, das sich hinter dem der Hauptstadt kaum verstecken muss.

Jenseits der breiten Mündung der Gironde schließt sich die Côte d’Argent an. Sie ist geprägt von einem endlosen Band breiter Sandstrände und den Wäldern und Strandseen der Landes. Die Landes, die südlich des Bassin d’Arcachon beginnen, eines kleinen Binnenmeers mit ungezählten Wassersportmöglichkeiten, sind dünn besiedelt: Nur 34 Menschen teilen sich dort einen Quadratkilometer – im Gegensatz zu über 100 im Landesdurchschnitt. Das Land ist weit und flach, Reiter und Radler finden hier Hunderte Kilometer Wege. Viele davon führen durch den Küstenwald, den man anpflanzte, um Wind und Wanderdünen daran zu hindern, das Land zu vereinnahmen. Ergebnis ist das mit 10 000 km2 größte Waldgebiet Europas. Er ist mit seinen Kiefern und Pinien heute ein ebenso wichtiger wie ansehnlicher Wirtschaftsfaktor der Côte d’Argent.

Südlich von Capbreton und Hossegor verändert sich die Landschaft noch einmal. Die Côte Basque ist eine Welt für sich: Zerklüftete Steilküsten, das schicke Surfer- und Jetsetseebad Biarritz, das wunderhübsche Hafenstädtchen Saint-Jean-de-Luz, die Pyrenäen im Hinterland, eine dem Französischen völlig fremde (Zweit-)Sprache und eine alte Kultur, deren archaische Sportarten liebevoll gepflegt werden – das ist das Baskenland, wo Männer mit Baumstämmen werfen und ihre Kräfte beim Holzhacken messen.

Teils im Hinterland, teils direkt an der Küste liegen die Handelsstädte Nantes, La Rochelle und Bordeaux. Sie besitzen außer einem urbanen Unterhaltungs- und Einkaufsangebot jede Menge Kultur und Geschichte. Alle drei verdankten einen wesentlichen Teil ihres Reichtums dem Sklavenhandel. In ihren Häfen wurden Schiffe mit glitzerndem Plunder beladen, der in Westafrika gegen Menschen getauscht wurde. Die wurden in die Karibik verschifft und dort verkauft. Mit Indigo, Kaffee, Zucker und Kakao beladen, kehrten die Schiffe in ihre Heimathäfen zurück; das Geld, das die Fracht einbrachte, verwandelte sich in prachtvolle Paläste.

Die alten Städte beweisen aber auch Sports- und Innovationsgeist. Bordeaux, dessen Fußballclub Girondins de Bordeaux sechsmal den Meistertitel holte, gehört 2016 zu den Austragungsorten der Fußball-EM. Und Nantes hat nicht nur den Niedergang seiner Werftindustrie verkraftet und den Strukturwandel geschafft. Die sechstgrößte Stadt Frankreichs und größte an der Atlantikküste verdiente sich auch den Titel der Grünen Hauptstadt Europas 2013 – als Auszeichnung für ihre gelungene Verbindung von wirtschaftlichem Wachstum einerseits und Umweltschutz sowie hoher Lebensqualität andererseits.

Schon vor knapp 2000 Jahren hatten sich die Römer hier niedergelassen. Doch auch wenn sie die Südwestküste Galliens Aquitanien nannten (von aqua = Wasser), dreht sich hier nicht alles nur ums Wasser. Schließlich zeigten schon die Römer den Bewohnern, wie man aus Trauben Wein macht – ein Umstand, der die Geschichte der Gegend und den Alltag der Menschen nachhaltig prägen sollte. In Bordeaux nahm der Weinhandel in großem Stil seinen Anfang, er bescherte der Stadt jenen Wohlstand, der bis heute die – mittlerweile aufwendig restaurierte – Architektur ihrer 2007 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärten Altstadt prägt.

Zwischen Royan und Soulac-sur-Mer wälzt sich breit wie ein Meeresarm die Gironde als größte Trichtermündung Europas in den Atlantik. 100 km weit dringt die Flut durch die Gironde ins Landesinnere vor. Ihr Westufer, das Médoc, ist die Heimat einiger der berühmtesten Rotweine der Welt. Und natürlich wäre dies nicht Frankreich, würden sich die Menschen nicht bestens mit der Zubereitung der passenden Speisen auskennen. Fisch und Meeresfrüchte prägen die Speisekarten an der Küste, aus dem Hinterland kommen begehrte Genüsse wie die umstrittene Stopfleber oder Entenbrust.

Trotz glanzvoller alter Seebäder wie Royan, Arcachon oder Biarritz ist die Französische Atlantikküste bodenständiger als weite Teile der Mittelmeerküste. An der Côte d’Argent liegt hinter den Dünen ein Campingplatz neben dem anderen, die Ufer der Binnenseen sind ein ideales Ziel für Familien mit Kindern. Das Preisgefüge ist deutlich familienfreundlicher als etwa zwischen Saint-Tropez und Nizza.

Und rund 500 km Strand lassen ahnen, dass die Atlantikküste ein Traumziel auch für Aktivurlauber ist. Wellen, Sand und Wind schaffen ideale Voraussetzungen zum Surfen, (Strand-)Segeln und Paragliden. Dank Flüssen und Binnenseen müssen aber auch Rafter, Angler und Bootssportler nichts entbehren, und wer die Kraft des Atlantiks fürchtet, findet an den Seen der Côte d’Argent sichere Badeplätze. Viele von ihnen sind durch courants, durch Wasserläufe, miteinander verbunden; an ihren Ufern finden sich Urlaubsorte mit Ferienhäusern, Campingplätzen, kleinen Hotels und einem umfassenden Sport- und Freizeitangebot.

Diese Vielseitigkeit ist es, die viele Urlauber immer wieder hierher an den Atlantik zieht. Und irgendwo an dieser Küste, mit den Zehen im Sand und frischen Meeresfrüchten auf dem Teller, fällt Ihnen garantiert der alte Spruch vom Leben wie Gott in Frankreich ein. Sie werden sehen: Es ist etwas dran!

Praktische Hinweise

Anreise

Von Deutschland kommen Sie am schnellsten über Paris und dann auf der A 11 Paris–Le Mans–Nantes (384 km) oder auf der A 10 über Tours und Poitiers nach La Rochelle oder Bordeaux (560 km) an die Französische Atlantikküste. Wer ganz in den Südwesten will oder aus Süddeutschland, Österreich oder der Schweiz kommt, fährt am besten die Strecke Lyon–Nîmes–Toulouse und von Toulouse auf der A 64.

Der Hochgeschwindigkeitszug TGV (Train à Grande Vitesse) schafft die Strecke Paris–Nantes in zwei, Paris–Bordeaux in drei Stunden. Die Bahnfahrt Hamburg–Paris dauert acht, die Strecke Frankfurt–Paris sechs Stunden. Für die Côte d’Amour und Côte de Lumière empfiehlt sich die Anreise über Paris, für die Côte d’Argent und Côte Basque nimmt man am besten den TGV bis zur spanischen Grenze. Für den TGV ist eine Reservierung erforderlich.

Air France (www.airfrance.de) fliegt Nantes ab Düsseldorf direkt an, nach Bordeaux und Biarritz geht es via Paris oder Lyon. Die sogenannten Billigflieger bieten derzeit keine Verbindungen zwischen Deutschland und West- bzw. Südwestfrankreich an.

Auskunft
Atout France

Deutschland60001Frankfurt100128info.de@rendezvousenfrance.com

ÖsterreichTuchlauben 181010info.at@rendezvousenfrance.com

Schweizinfo.ch@atout-france.fr

www.rendezvousenfrance.com

Regionale Fremdenverkehrsämter

Pays de la Loire (Côte d’Amour)Place de la Galarne14420202 40898989www.enpaysdelaloire.com

Vendée (Côte de Lumière)Boulevard des États-Unis458500002 51478820www.vendee-tourisme.com

Charente-Maritime (Côte de Lumière)Boulevard de la République851707605 46317171www.en-charente-maritime.com

Gironde (Côte d’Argent, Bordelais)Cours de l'Intendance213300005 56526140www.tourisme-gironde.fr

Landes (Côte d’Argent)Avenue Aristide Briand44001205 58068989www.tourismelandes.com

Béarn-Pays Basque (Côte Basque)Allées des Platanes46410005 59300130www.tourisme64.com

Infowebsites

Die Websites der Fremdenverkehrsämter von Städten und Regionen sind fast alle auch deutschsprachig und bieten neben praktischen Tipps sehr umfassende Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Unterkünften. Fast überall bieten außerdem Filme und Webcams Liveimpressionen vom Urlaubsort. Hier einige Websites mit allgemeinen Informationen für die Frankreichreise oder für ganz spezielle Interessen:

www.frankreich-Info.de/Reisen: praktische Tipps zur Reise, das Wetter in Frankreich, viele Hintergrundinformationen und Vermittlung von Unterkünften

www.ratgeberfrankreich.de: allgemeine Informationen übers Land und Reisetipps

www.frankreich-Sued.de: Informationen zu Städten, Regionen, Aktivitäten, Märkten und Festen im Südwesten

festivals.aquitaine.fr: Überblick über kulturelle Veranstaltungen an der Côte d’Argent und Côte Basque (französischsprachig).

Auto

Die französischen Autobahnen sind bis auf wenige Abschnitte mautpflichtig. Bezahlt wird an péage-Stationen, bar oder per Kreditkarte. Im Fall einer Panne findet man im Abstand von 2 km Notrufsäulen. Die Nationalstraßen sind meist sehr gut ausgebaut, aber auch entsprechend viel befahren. Höchstgeschwindigkeiten: 130 km/h auf Autobahnen (110 bei Regen), 110 km/h auf Schnellstraßen (100 bei Regen), 90 km/h auf National- und Departementstraßen (N, D; bei Regen 80), 50 km/h innerorts. Motorräder müssen auch tagsüber mit Abblendlicht fahren, bei Regen und Nebel gilt das für alle Fahrzeuge. Das Mitführen von Warndreieck und einer reflektierenden Sicherheitsweste ist vorgeschrieben. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Seit 2012 müssen Autofahrer ein Alkoholtestgerät im Wagen mit sich führen, um selbst prüfen zu können, ob sie weniger als 0,5 Promille Alkohol im Blut haben. Das Gerät gibt den Alkoholgehalt in der Atemluft des Fahrers an. Wer bei einer Kontrolle durch die Polizei kein (unbenutztes!) Gerät im Auto vorweisen kann, riskiert ein Bußgeld. Die Testgeräte sind für ca. 1 Euro an Tankstellen und in vielen Supermärkten erhältlich.

Camping

An Campingplätzen aller Kategorien herrscht an der Küste kein Mangel. Vor allem an der Côte d’Argent mit ihren Wäldern und Dünenlandschaften reiht sich einer an den nächsten. Während der Hochsaison muss man reservieren. Eine Übersicht über alle Plätze (mit Links) bietet die Website der Fédération Française de Camping: www.camping-france.com

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Generalkonsulat

Boulevard du Président Wilson377Bordeaux-Caudéran05 56171222www.bordeaux.diplo.de

Österreichisches Honorarkonsulat

Cours Balguerie-Stuttenberg86Bordeaux05 56000070

Schweizerisches Generalkonsulat

Place de la Bourse2Bordeaux05 56794444

Einreise

Ausweiskontrollen an der Grenze kommen dank dem Schengener Abkommen fast nicht mehr vor. Trotzdem müssen EU-Bürger und Schweizer – außer ggf. Führer- und Fahrzeugschein – auch einen gültigen Ausweis bei sich haben. Das gilt auch für mitreisende Kinder, die nicht im Pass der Eltern eingetragen sind.

FKK

Der naturisme, so der französische Begriff, ist in Frankreich sehr beliebt. Insbesondere an der Côte d’Argent gibt es viele FKK-Ferienanlagen. Diese domaines naturistes bestehen meist aus gut ausgestatteten Campingplätzen, teilweise auch mit Bungalows, zu denen Sport- und Freizeiteinrichtungen gehören. Aber auch anderswo gibt es fast immer Strandabschnitte oder Buchten, an denen das Nacktbaden toleriert wird. Diese sind jedoch nicht immer bewacht. Oben ohne geht an allen Stränden.

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten finden sich fast an jeder Ecke (für ec- und Kreditkarten), die Bezahlung mit Kreditkarten in Hotels, Restaurants, Geschäften und an Tankstellen ist in Frankreich weit verbreitet (insbesondere Visa und Eurocard), auch bei kleineren Beträgen.

Gesundheit

Die ärztliche Versorgung ist flächendeckend, Apotheken (pharmacies) sind buchstäblich an jeder Ecke zu finden. Als Versicherungsnachweis ist die European Health Insurance Card (EHIC) bzw. Ersatzbescheinigung (beide Dokumente gibt es bei der Krankenkasse) vorzulegen. Die neuen elektronischen Versichertenkarten beinhalten die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob das auf Sie zutrifft. Bei Arzt oder Zahnarzt muss der Patient das Honorar zunächst stets selbst auslegen. Anschließend wird erstattet: entweder direkt bei der französischen Krankenkasse (Caisse Primaire d’Assurance Maladie bzw. Caisse Générale de Sécurité Sociale) gegen Vorlage des vom Arzt ausgefüllten Vordrucks (feuille de soins) oder gegen Vorlage der quittierten und spezifizierten Rechnungen bei der heimatlichen Krankenkasse. Die prüft dann, welcher Betrag erstattet wird. Wer ganz sichergehen will, schließt zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung ab, die gegebenenfalls auch für einen Rücktransport aufkommt.

Internetzugang & WLAN

Internetcafés sind in den Badeorten und in den Städten zu finden. Die überwiegende Mehrheit der Hotels bietet WLAN gratis an.

Klima & Reisezeit

Ab Mitte Juli bis Anfang September ist ganz Frankreich unterwegs: Es ist die vollste, heißeste und teuerste Reisezeit, für die Unterkünfte auf jeden Fall vorausgebucht werden müssen. Wer kann, sollte auf die Nebensaison ausweichen. Der Atlantik hat zwischen Juni und September Badetemperatur, Abgehärtete baden schon im Mai. Im Spätherbst sind die Preise deutlich gesenkt, es ist eine ideale Zeit für Weinreisen, Thalassokuren und Städtetouren.

Kurtaxe

In den Badeorten schlagen die Hotels eine (obligatorische) taxe de séjour auf den Übernachtungspreis. Sie liegt pro Tag und Person je nach Ort bei 0,50–1 Euro.

Mietwagen

Die gängigen Mietwagenfirmen sind an Flughäfen und in größeren Städten vertreten. Den Führerschein müssen Sie nicht nur dabeihaben, sondern man muss zumeist auch seit mindestens einem Jahr in seinem Besitz sein. Fast immer ist es günstiger, den Wagen schon vor der Reise mit dem nötigen Versicherungsschutz zu buchen (z. B. über www.billiger-mietwagen.de); zudem kann man so etwaige Engpässe in der Hochsaison vermeiden. Wer einen Wagen im Voraus gebucht hat, muss den reservierten Wagen nur noch am vereinbarten Termin abholen und darauf achten, dass er unbeschädigt und vollgetankt ist. Manchmal versucht man, Ihnen an der Mietwagenstation weitere Versicherungen aufzudrängen. Das ist in aller Regel unnötig und kann leicht zur Kostenfalle werden.

Mücken

Insbesondere an Seen und Flüssen im Hinterland, aber gelegentlich auch an der Küste können die Quälgeister gegen Abend sehr lästig werden. Ein Mückenschutzmittel sollte daher im Reisegepäck nicht fehlen.

Notruf

Europäischer Notruf Tel. 112

Öffentliche Verkehrsmittel

In Nantes, La Rochelle und Bordeaux ist der öffentliche Personennahverkehr mit Straßenbahnen, Linienbussen, Fähren oder sogar Leihstationen für Elektroautos sehr gut organisiert. Das Umweltbewusstsein ist hoch entwickelt. In den touristischen Pässen der Städte, die ermäßigten oder kostenfreien Eintritt zu Sehenswürdigkeiten ermöglichen, ist die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel inbegriffen. In ländlichen Gegenden ist man jedoch meist aufs Auto angewiesen. Um sich Autofahrten am Urlaubsort zu ersparen, kann man jedoch überall Fahrräder mieten. Zwischen den Städten verkehren Regionalzüge (TER) und Überlandbusse der frenzösischen Eisenbahngesellschaft SNCF. Deutschsprachige Informationen und Buchungsmöglichkeit unter www.voyages-sncf.com/de.

Öffnungszeiten

Wo nicht anders vermerkt, gelten die in diesem Band angegebenen Öffnungszeiten für die Hochsaison im Sommer. Außerhalb der Saison sind vor allem kleinere Museen nur an bestimmten Tagen oder nach Voranmeldung zu besichtigen.

Post

Briefe bis 20 g und Postkarten in EU-Länder und die Schweiz müssen mit 77 Cent frankiert werden (prioritaire). Postämter haben in größeren Städten meist von 8 bis 18.30 geöffnet, in kleineren Orten ist eine Mittagspause üblich. www.laposte.fr

Preise

Die Eintrittspreise für Museen, Gärten, Schlösser und ähnliche Sehenswürdigkeiten liegen im Schnitt bei 3,50 bis 7 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen meist die Hälfte. Vergnügungsparks sind erheblich teurer. Studenten erhalten in Museen gegen Vorlage eines gültigen internationalen Studentenausweises 50 Prozent Ermäßigung.

Sicherheit

Normale Vorsicht, wie sie überall auf der Welt angebracht ist, reicht an der Französischen Atlantikküste völlig aus. Lassen Sie insbesondere nichts im geparkten Wagen liegen, was die Aufmerksamkeit von Autoknackern wecken könnte, und seien Sie im Gedränge besonders umsichtig.

Taxi

Taxen sind in Frankreich nicht auf eine Farbe festgelegt, haben aber ein „Taxi“-Schild auf dem Dach. Leuchtet es, ist das Taxi frei. Taxisammelstellen sind durch Schilder mit dem weißen Schriftzug „Taxi“ auf blauem Grund markiert. Bei Tag und bei Nacht gelten unterschiedliche Tarife. Unter www.taxis-de-france.com können Sie die in den einzelnen Départements gültigen Tarife einsehen.

Telefon & Handy

Auch in Frankreich werden Telefonzellen immer seltener. Für die noch vorhandenen benötigt man eine télécarte, die es in Tabakläden, bei Postfilialen und Tankstellen gibt. Frankreichs Westen wird von mehreren Mobilfunkanbietern flächendeckend versorgt. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Anbieter, welcher französische Netzbetreiber der für Sie günstigste Roamingpartner ist, und stellen diesen manuell ein, wenn automatisch ein anderer, teurerer ausgewählt wird. In Postfilialen und Tabakgeschäften sind außerdem französische Prepaidkarten zu kaufen, was im Einzelfall günstiger sein kann. Immer günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: Sie sollten sie noch im Heimatland abschalten.

Die internationale Vorwahl ist für Deutschland 0049, für Österreich 0043, für die Schweiz 0041, dann die Ortsvorwahl ohne Null und die Rufnummer des Teilnehmers. Ruft man von Deutschland in Frankreich an, wählt man 0033, dann ohne die Null am Anfang direkt die übrige (neunstellige) Nummer.

Trinkgeld

Im Restaurant und bei Taxifahrten ist Aufrunden bis zu zehn Prozent üblich. Im Hotel bedankt man sich für besonders aufmerksamen Service mit einem Trinkgeld; bleibt man länger, kann man die Dienste des Zimmermädchens mit 10–20 Euro pro Woche honorieren.

Unterkunft

Das Spektrum reicht von der Jugendherberge (Auskunft: FUIAJ01 44898727www.fuaj.org) über chambres d’hôtes, das französische Pendant zum Bed & Breakfast, bis hin zum Luxushotel. Allerdings muss man im Sommer und insbesondere während der französischen Schulferien vorausbuchen. An der Küste vermieten viele Hotels während der Hochsaison nur wochenweise, Ferienwohnungen und -häuser sind im Juli/August zum Teil erst ab zwei Wochen Mindestmietzeit zu bekommen.

Wohnmobile

Die Atlantikküste besitzt zahlreiche Campingplätze und ist ein ideales Ziel für den Urlaub mit dem Wohnmobil. Der „Guide Officiel des Étapes Touristiques en Camping Car“ listet 1700 Adressen in Frankreich für Wohnmobile auf. Das Parken kann jedoch problematisch sein, auch wenn viele Orte Stellplätze für Wohnmobile zur Verfügung stellen.

Zoll

EU-Bürger dürfen Waren für den persönlichen Bedarf frei ein- und ausführen, u. a. 90 l Wein, 10 l Spirituosen und 800 Zigaretten. Schweizer dürfen u. a. 2 l Wein und 1 l Spirituosen zollfrei ein- und ausführen.

Was kostet wie viel?

Kaffee

um 2,80 Euro für einen café crème

Eis

2-3 Euro für eine große Kugel

Wein

um 3,50 Euro für ein Glas

Mitbringsel

um 12 Euro für ein baskisches Streifenhandtuch

Benzin

um 1,50 Euro für 1 l Super 95

Fahrrad

um 10 Euro für die Miete pro Tag

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Jour de l’An

März/April

Lundi de Pâques (Ostermontag)

1. Mai

Fête du Travail

8. Mai

Kriegsende 1945

Mai/Juni

Ascension (Himmelfahrt); Lundi de Pentecôte (Pfingstmontag)

14. Juli

Fête Nationale

15. August

Assomption

1. Nov.

Toussaint

11. November

Kriegsende 1918

25. Dezember

Noël

Feste & Veranstaltungen
Januar

La Folle Journée de Nantes lautet der Titel einer Reihe klassischer Konzerte, die jedes Jahr (meist am letzten Wochenende des Monats) in Nantes und Umgebung aufgeführt werden – das größte Klassikevent des Landes. www.follejournee.fr

Pfingsten

Saint-Gilles-Croix-de-Vie in der Vendée ist am Pfingstwochenende die Kulisse des internationalen Jazzfestivals Saint Jazz sur Vie. www.saint-jazz-sur-vie.com

Juni

Ein Frühlingsfest mit Kostümumzug ist die Fête du Printemps in Saint-Émilion am dritten Junisonntag, bei der die Winzer zugleich die Qualität des neuen Weins bekanntgeben.

Zum Maraisthon im Naturschutzgebiet Marais Poitevin treffen sich am dritten Sonntag im Juni rund 1000 Marathonläufer und doppelt so viele Zuschauer im Dorf Coulon. Für Ungeübte sind alternativ zwei 10 bzw. 11 km lange Wanderrouten ausgeschildert. www.poitou-charentes-vacances.com

Bordeaux lädt in geraden Jahren Ende Juni/Anfang Juli zum Weinfest Bordeaux Fête le Vin. www.bordeaux-fete-le-vin.com

Juli

Junge und etablierte Künstler und Orchester konzertieren im Juli im Rahmen der Musique au Cœur du Médoc in châteaux und Klöstern des Médoc – mit anschließender Weinprobe.www.estivales-musique-medoc.com

Bei der Fête du Thon am zweiten Wochenende in Saint-Jean-de-Luz gibt es Straßenmusik und jede Menge Thunfischköstlichkeiten.

Am Nationalfeiertag, dem 14. Juli, geht es überall rund; die Feierlichkeiten beginnen meist bereits am Vorabend, oft mit einem großen Feuerwerk.

Beim Biarritz Surf Festival trifft sich in der dritten Juliwoche in Biarritz die internationale Surfergemeinde; die besten Wellenreiterinnen der Welt kommen kurz darauf zum Roxy Jam Biarritz.

Juli/August

Mitte Juli (Wiederholung Mitte August) gibts bei der Fête de la Sardine in La Turballe Unterhaltung und viele Kostproben.

Bei der Bataille de Castillon in Castillon-la-Bataille wird alljährlich die Schlacht zwischen England und Frankreich nachgespielt, die 1453 das Ende des 100-jährigen Kriegs und der englischen Besatzung bedeutete. www.batailledecastillon.com

Das Festival Jazz and Wine sorgt für beschwingte Abende mit Jazzgrößen und großen Weinen auf mehreren châteaux im Médoc. www.jazzandwine.org

August

Beim Festival der baskischen Kraftsportarten Force Basque messen sich Mitte August in Saint-Palais kräftige Männer im Tauziehen, Holzhacken, Steinestemmen.

Am Wochenende um den 15. treffen sich bei den Regates du Bois de la Chaise vor Noirmoutier über 140 Holzsegler.

Mitte August feiert Arcachon eine Fête de la Mer mit Feuerwerk, viel Musik und einem Riesenpicknick am Strand.

Ein Riesenfeuerwerk wird auch bei der Nuit Féerique Mitte des Monats in Biarritz abgefackelt.

Das Jazz- und Weltmusikfestival Les Rendezvous de l’Erdre in Nantes findet an vier Tagen Ende August an den Ufern der Erdre statt. www.rendezvouserdre.com

September

7000 überwiegend kostümierte Läufer nehmen am Médoc-Marathon am zweiten Septemberwochenende teil. www.marathondumedoc.com

Oktober

Bei der Course des Garçons de Café Ende des Monats in ungeraden Jahren müssen die Kellner in Saint-Émilion ein Tablett durch die Gassen balancieren.

Im Trend

Wakeskating
Sport

Surfen war gestern – heute wagt man sich zum Wakeskaten aufs Meer. Das ist wie Wasserskifahren ohne Bindung. Neueinsteiger wenden sich an das Lacanau Wake CenterAvenue de la Grande Escoure41lacanaukite-wakecenter.com in Lacanau oder an das Wakeskate Campwww.wakelagoona.com von Laurent Delacroix bei Bordeaux. Viele Wakeshops haben sogar eigene Teams, etwa VikteamAvenue d’Eysines305 bisLe Bouscatwww.vikteam.fr.

Revue
Musiktheater

Das Cabaret feiert mit Pomp und Federn, Sinnlichkeit und Humor sein Revival. So ein buntes Spektakel erwartet Besucher des Le Saint SabastienRue Charles Plumeau11Couquèqueswww.saintsabastien.com und des Café Théâtre des ChartronsCours du Médoc170Bordeaux. Die Künstler von Les Années BoumMoulin de BagatRoute de Peyrehoradewww.anneesboum.com zaubern mit ihren farbenfrohen Kostümen, mit Musik und Tanz ein Lächeln auf die Lippen.

Sitzen geblieben
Statt Eiche massiv

Frankreichs Möbelmacher setzen auf ein neuartiges und umweltfreundliches Material. Papier und Pappe recyceln die Kreativen zu Tisch, Stuhl und Schrank. Witzige Aufbewahrungsideen entstehen bei Dominique HalimiCité de Lisbonnes14Bordeaux aus Karton. Was man aus diesem Material alles herstellen kann, illustriert auch der Blog 100% Cartonwww.centpourcentkarton.blogspot.com. Wer Lust bekommen hat, selbst aktiv zu werden, lernt das Fertigen von Kartonmöbeln bei Singular’tRue Darrichon2–4assosingulart.monsite-orange.fr in Biarritz.

Fisch mal anders
Im Spa

Jeder kennt die kleinen Putzerfische, die ihre größeren Artgenossen im Meer begleiten und von deren Parasiten und abgestorbenen Hautschüppchen leben. So ähnlich funktioniert auch der neueste Beautytrend. Bei der Fischpediküre knabbern kleine Fische besonders sorgfältig und schonend an den Füßen. Im medizinischen Bereich werden die kleinen Knabberer schon länger eingesetzt, um bei Schuppenflechte oder Neurodermitis Linderung zu verschaffen. Die Pediküre wird in Bordeaux im Guily Fish SpaRue des Bahutiers18www.guily-spa.com und im Fish SpaRue Huguerie7 angeboten. Im L'Institut des Soins du MondePlace du Général Leclerc in Anglet kann man die Behandlung sogar zu zweit genießen.

Schnittsicher
Mode

Akkurate Schnitte sind das Markenzeichen von Frankreichs Designnewcomern. Marie Rebérat legt farbenfrohe Stoffe in Falten, drapiert und kombiniert. In ihrer BoutiqueRue Gretry2www.marie-reberat.com in Nantes bietet die Designerin auch Kreationen von Kollegen an. Bordeaux’ Aushängeschild Laurie-Anne FritzRue du Bosquet12laurieannefritz.com setzt ebenfalls auf Falten, Plissees und Rüschen. Ihre Entwürfe sind angenehm tragbar und doch extravagant. Im Petit Salon de la ModeCité Mondiale du VinParvis des Chartrons18www.lepetitsalondelamode.com dreht sich alles um Mode. Hier zeigen die Nachwuchstalente der Region, was sie aktuell schneidern. Modeschauen und der direkte Kontakt zu Dutzenden Kreativen machen Lust auf die zeitgenössische Fashion.

Bloss nicht

Zigarettenkippen wegschnipsen

Die Waldbrandgefahr ist gerade im Südwesten Frankreichs mit seinen riesigen Kiefern- und Pinienwäldern eine sehr reale Bedrohung. Entsprechend vorsichtig sollten Sie mit Feuer und Glut umgehen.

Im Restaurant getrennt bezahlen

Das ist in Frankreich nicht üblich und macht dem Kellner jede Menge Kopfzerbrechen. Besser: Einer zahlt für alle, und abgerechnet wird danach.

„Monsieur“ und „Madame“ vergessen

Es klingt ja auch viel netter: Bonjour, Madame!, Merci, Monsieur! In Frankreich gehört diese freundliche Anrede einfach zum guten Ton.

Die Kraft des Atlantiks unterschätzen

Auch bei schönem Wetter und ruhiger See gibt es viele Stellen an der Atlantikküste, wo gefährliche Strömungen selbst trainierte Schwimmer in Schwierigkeiten bringen können. Baden Sie daher nur an bewachten Stränden (plages surveillées), und achten Sie auf die Beflaggung: Bei grüner Fahne besteht keine Gefahr. Gelborange bedeutet, dass das Baden gefährlich ist, aber ein Rettungsschwimmer (poste de surveillance) Dienst tut. Eine rote Fahne bedeutet, dass das Baden verboten ist. Blaue Fahnen markieren die bewachten Abschnitte. Tückisch können die starken Gezeitenunterschiede an der gesamten Küste sein. Bei Ebbe zieht sich das Wasser bisweilen sehr schnell und mit regelrechter Sogwirkung zurück. Und auch die Flut legt ein beachtliches Tempo vor: etwa das eines Fußgängers. Halten Sie sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Sandbank auf, können Sie sehr schnell abgeschnitten werden, wenn das Wasser in tiefe Priele (baines) läuft. Achten Sie unbedingt auf Warnhinweise!

Hunde am Strand laufen lassen

Hunde werden während der Saison an vielen bewachten Stränden nur früh am Morgen oder am Abend geduldet. Achten Sie auf entsprechende Aushänge! An freien Küstenabschnitten dürfen Sie Ihren Hund laufen lassen.

Käse zerfleddern

Wenn Sie im Restaurant oder privat an die Käseplatte gebeten werden, säbeln Sie keine Scheiben, sondern schneiden Sie Tortenstücke heraus!

Zur Lesezeit beim Winzer hereinschneien

So freudig sie zu jeder anderen Zeit die Türen ihrer Keller zur Verkostung öffnen, so ungelegen kommt der Besuch von Weinfreunden den Winzern während der Weinlese.

Stichworte

Airbus

Auch wenn die Fertigstellung des A 380 länger dauerte als geplant, sonnt man sich an der Côte d’Amour gerne im Ruhm des Riesenjumbos. Der Flugzeughersteller Airbus spielt hier eine wichtige Rolle. Das liegt in erster Linie an den rund 2300 Arbeitsplätzen am Standort in Saint-Nazaire und weiteren 2000 in Nantes, die der nach dem Niedergang der Werftindustrie wirtschaftlich angeschlagenen Region entscheidende neue Impulse gegeben haben. Auch Urlauber können am Airbusenthusiasmus teilhaben: In Saint-Nazaire werden im Sommer regelmäßig Führungen für Touristen angeboten. Der Fliegerei ist man an Frankreichs Atlantikküste seit jeher verbunden: Schon in den Dreißigerjahren des 20. Jhs. wurden an der Côte d’Argent Wasserflugzeuge getestet.

Austern

Anderswo sind sie Luxus, an der Atlantikküste gehören sie zum Alltag: Austern. Sie sind sowohl eine Leidenschaft der Küstenbewohner als auch ein Wirtschaftsfaktor: 110 000 t Austern schlürfen allein die Franzosen Jahr für Jahr. Während die Bänke bei Flut unsichtbar im Wasser liegen, prägen die cabanes das Bild der Küste: Hütten, in denen die Züchter die Austern verarbeiten und die frischesten (und preiswertesten) oft auch gleich verkaufen. Außer sorgfältiger Pflege und Verarbeitung spielen die Wasserqualität und -temperatur die größte Rolle beim Geschmack dieser Meeresfrucht. Zu den besten zählen die Austern von Marennes-Oléron bei La Rochelle – mit 40 000 t im Jahr das ergiebigste Zuchtbecken Europas – und die des Bassin d’Arcachon, wo optimale Wassertemperaturen und ein ideales Zusammenspiel von Salz- und Süßwasser herrschen. Auch die Gezeitenunterschiede sorgen für Frische. Bei Ebbe sind die Austern geschlossen; dann gehen die Züchter in ihre Bänke, um die Säcke mit den Meeresfrüchten darin umzudrehen – die unteren wachsen langsamer. Flutet das Meer zurück, öffnen sich die Austern, um Nahrung aufzunehmen. Drei bis vier Jahre dauert es, bis eine Auster auf dem Teller liegt. Zuvor haben die Austernfarmer sie bis zu 20-mal aus dem Wasser geholt, gereinigt, sortiert und zurück auf die Austernbänke gebracht. Am besten schmecken sie pur, höchstens mit einem Spritzer Zitrone.

Im Sommer 2008 vernichtete ein rätselhaftes Austernsterben innerhalb weniger Tage einen großen Teil des Bestands. Vor allem ein- bis zweijährige Austern waren betroffen. Die Austernkrise ist noch nicht gebannt. Virusinfektionen und Bakterien machen den Meeresfrüchten zu schaffen und dezimieren die Bestände. Hintergrund ist die Erwärmung des Atlantiks im Küstenbereich. Auch Umweltgifte sind eine mögliche Ursache für Krankheiten.Da Austern kein Immunsystem haben und nicht geimpft werden können, bleibt den knapp 4000 Austernzüchtern der Atlantikküste wenig mehr als abzuwarten. Doch viele sehen ihre Existenz gefährdet. Konsumenten erleben keine Genusseinbußen, da die fehlenden Austern importiert werden. In Folge des Austernsterbens hat sich unterdessen eine neue Form der Kriminalität ausgebreitet: der massenhafte Diebstahl gesunder Meeresfrüchte von Austernbänken, die an die Restaurants der Küste verkauft werden.

Basken

250 000 Basken leben im Pays Basque im äußersten Südwesten Frankreichs, 2,5 Mio. im Norden Spaniens. Sie verbindet ihre eigentümliche Sprache euskara, die als die älteste in Europa gilt. Obwohl sie mittlerweile gefördert wird – Schilder etwa sind im Baskenland zweisprachig –, ist sie noch immer bedroht. Nicht einmal die Hälfte der Basken beherrscht sie, in Schulen wird sie nicht flächendeckend gelehrt. Baskische Traditionen wie das Pelotaspiel und archaische Kraftsportarten werden aber ebenso wie die baskische Architektur liebevoll gepflegt. Den französischen Basken ist ein eigener Staat anders als ihren Landsleuten in Spanien kein Anliegen, sie sind fest in Frankreich verwurzelt.

Course landaise

Zum Kampf zwischen Mensch und Kuh, der in den Landes zur lebendigen Folklore gehört, braucht es Mut und Geschicklichkeit – jedenfalls aufseiten des Toreros, denn wenn bei dem Kräftemessen am Schluss einer der Beteiligten verletzt – oder gar tot – ist, so ist es bei der course landaise der Torero. Denn er hat sich zwar dämpfende Polster unter Hose, Weste und Jacke gezogen, aber er ist unbewaffnet. So spät wie möglich weicht er der auf ihn zurasenden Kuh aus. Sinn der Sache ist, Mut und Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. 150 Arenen gibt es an der Küste und im Hinterland, zwischen März und Oktober geht es an jedem Wochenende rund. Termine unter www.courselandaise.org.

Eleonore von Aquitanien

Dieser Frau, auf Französisch Aliénor d’Aquitaine, werden Sie an der Küste immer wieder begegnen. Sie gibt Hotels, Restaurants und Straßen den Namen, sie hat einen festen Platz im Programm der Fremdenführer: Eleonore (ca. 1122–1204) war die Erbin des Herzogtums Aquitanien, wurde Königin von Frankreich und von England und war die vielleicht schillerndste Frauengestalt des Mittelalters. Dramatisch war auch ihre Biografie, und sie spielt an dieser Küste. Da aus der Verbindung mit Ludwig VII. kein Sohn hervorging, wurde die Ehe 1152 annulliert. Noch im selben Jahr heiratete sie Heinrich von Plantagenet, Graf von Anjou und Herzog der Normandie, der als Heinrich II. König von England wurde. Zusammen kontrollierten die beiden den Südwesten Frankreichs und England. Aber auch zwischen ihnen krachte es: Heinrich flirtete fremd, Eleonore führte in Poitiers ihren eigenen Hof. Unter ihrem Einfluss erhoben sich die Söhne gegen den Vater, Heinrichkämpfte die Rebellion nieder und kerkerte Eleonore ein. Erst nach seinem Tod 1189 übernahm sie neuerlich das Zepter, bis sie 1204 starb.

Jakobsweg

Seit über 1000 Jahren wandern die Menschen zum mutmaßlichen Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela. Die Jakobsmuschel, seit dem 11. Jh. Symbol der Pilger, findet sich an vielen Sakralbauten Aquitaniens. Eine der vier Hauptpilgerrouten durch Frankreich, die sich in den Pyrenäen treffen, führt von Soulac-sur-Mer an der Girondemündung an der Atlantikküste entlang bis nach Saint-Jean-de-Luz. Der Küsten- oder „Engländerweg“ (ihn wählten nämlich vor allem Engländer, aber auch Holländer und Bretonen) ist die direkteste Verbindung in die Pyrenäen. Heute ist er auf 550 km als Fahrradweg ausgebaut.

O

Klar, das Wasser spielt (neben dem Wein) die wichtigste Rolle in einer Region, deren größter Teil schon seit den Tagen der Römer Aquitanien heißt. Und so gibt das „O“ – im SMS-Französisch die Kurzform für eau = Wasser – derzeit angesagten Bars und Restaurants den Namen bzw. einen Teil desselben. Dort trifft sich trendiges Publikum – zum Beispiel in Biarritz.

Pêche à pied

Jeden Tag lässt das Meer auf dem Strand eine gewaltige Meeresfrüchteplatte zurück, wenn es sich bei Ebbe zurückzieht. Dann zieht eine bunte Schar aus Anwohnern und Urlaubern mit Schaufeln, Harken und Eimern los, um Muscheln, Austern und kleine Krebse fürs Abendessen zu sammeln. Erkundigen Sie sich aber erst bei der Touristeninformation über die Mindestgröße der einzelnen Arten, bevor diese gesammelt werden dürfen!

Rugby

An der Atlantikküste ist der Ball nicht immer rund, wenn es um die schönste Nebensache der Welt geht. Tatsächlich ist auch Rugby hier äußerst beliebt. Die Städte des Südwestens besitzen mit dem Stade Nantais Université Club, der Union Bordeaux Bègles, Atlantique Stade Rochelais sowie Biarritz Olympique erfolgreiche Rugbyteams. Insbesondere Biarritz Olympique stellt viele Spieler des Nationalkaders. Das bedeutet aber nicht, dass Fußball am Atlantik kein Pulsbeschleuniger wäre – weshalb Reisende bis zum Sommer 2016 den Schlachtruf „Allez, les Bleus“ akzentfrei beherrschen sollten.

Salzgärten

Die marais salants, die Salzgärten, reichten einstmals von der südlichen Bretagne bis zur Mündung der Gironde. Als sich später das Meer weiter zurückzog, versumpften die Salzgärten. Heute wird an der Küste wieder Salz gewonnen. Gewürzte Varianten und vor allem das kostbare fleur de sel, das sich nur an heißen Tagen als hauchdünne Schicht an der Wasseroberfläche absetzt und mit einer Holzschaufel abgeschöpft wird, werden von Feinschmeckern geschätzt. Die Salzgärten bestehen aus Kanälen, die Meerwasser ins Landesinnere in flache, aires genannte Becken mit leichten Niveauunterschieden leiten. Das Wasser fließt, durch Schieber gesteuert, von einem Becken zum anderen. An der Oberfläche bildet sich eine rosafarbene Kristallschicht, die beim Trocknen weiß wird. Die kleinen Kristalle an der Oberfläche bilden den Kern, um den die größeren Kristalle des grauen Salzes entstehen. Dies wird in der Mitte des Beckens aufgehäuft, damit es abtropft, und schließlich am Rand der Saline zu den charakteristischen, pyramidenförmigen Salzbergen aufgetürmt, die man in der Vendée und auf Noirmoutier und Ré sieht.

Thalassotherapie

Hinter dem Begriff Thalassotherapie verbergen sich Meerwasserkuren, die in den meisten Seebädern der Atlantikküste angeboten werden. Betreibt man dieses u. a. aus Wassergymnastik, Meerwassersprudelbädern, Massagen mit Jetstrahlduschen, Algen- und Schlickpackungen bestehende Unternehmen ernsthaft, sollte man mindestens eine Woche investieren, während der die Hälfte jedes Tages der Kur gewidmet ist. Aber auch ohne medizinische Indikation kann ein Tag im Thalassospa äußerst wohltuend und entspannend sein. Thalassotherapie hilft bei Rückenleiden, Atemwegs- und Hautkrankheiten, Rheuma und Stress und verbessert das allgemeine Wohlbefinden. Sonne und jodhaltige Meerluft tun ein Übriges.

Wein

Seit der Römerzeit wird in Südwestfrankreich Wein angebaut. Nach dem Niedergang des Römischen Reichs waren es die Mönche, die sich der Freuden des Rebensafts erinnerten. Zum Riesengeschäft machte den Weinbau indes die Heirat von Eleonore von Aquitanien mit Heinrich Plantagenet: Durch diese Verbindung entstand ein lebhafter Handel mit England und mit den Hansestädten, von dem vor allem Bordeaux und Bayonne profitierten. Heute garantieren allein rund um Bordeaux ungefähr 8000 châteaux, wie die oftmals geradezu fürstlich anmutenden Weingüter heißen, dafür, dass Ihrer Probierlust hier allenfalls zeitliche Grenzen gesetzt sind. Das Bordelais ist mit einer Produktion von 700 Mio. Flaschen im Jahr das größte Weinbaugebiet der Welt. Zu den weltbekannten Spitzenerzeugnissen aus dem Bordelais gehören z. B. die fünf premiers crus classés des rund 1500 châteaux zählenden Gebiets Médoc: Château Lafite-Rothschild, Château Latour und Château Mouton-Rothschild in Pauillac sowie, etwas weiter südlich, Château Margaux und Château Haut-Brion. Médoc und Haut-Médoc liegen in wunderschöner Landschaft am Mündungstrichter der Gironde.

Bücher & Filme

Georges Simenon

Die Atlantikküste, insbesondere die Côte de Lumière, hat viele Schriftsteller inspiriert. Georges Simenon (1903–1989), geistiger Vater des Kommissars Maigret, liebte die Vendée und La Rochelle: 15 Romane spielen in der Hafenstadt – z. B. „Die Fantome des Hutmachers“. „Maigret macht Ferien“ hat Les Sables-d’Olonne zur Kulisse

Tanja Kinkel

Wer sich für historische Schmöker begeistert, kann sich mit der deutschen Autorin Tanja Kinkel auf den Urlaub an der Atlantikküste einstimmen. „Die Schatten von La Rochelle“ spielt vor dem Hintergrund der Religionskriege, „Die Löwin von Aquitanien“ erzählt die Geschichte der Eleonore von Aquitanien

Die Ferien des Monsieur Hulot

Unverzichtbar zur Einstimmung ist dieser Klassiker (1953) von Jacques Tati. Der Film kommt fast ohne Sprache aus, schafft aber um so dichtere Urlaubsatmosphäre an der Atlantikküste

Pauline am Strand

Von 1982 ist dieser Film von Eric Rohmer, der nicht ohne Witz die amourösen Abenteuer der jungen Pauline und ihrer älteren Cousine Marion am Atlantik erzählt

Kleine wahre Lügen

Viel Atlantikküstenflair verströmt der 2010 gedrehte Film von Guillaume Canet über eine Freundes- und Pärchenclique im Sommerurlaub in Arcachon. Lustig und traurig, heiter und melancholisch, amüsant, aber nicht flach – très français eben

Unter dem Sand

Charlotte Rampling spielt in dieser 2001 von François Ozon verfilmten Geschichte von Verlust, Trauer, Lebenslügen eine Frau, deren Mann ins Meer schwimmen geht und nicht zurückkehrt

Fakten

Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
21:32 Uhr
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MARCO POLO Karte Frankreich Französische Atlantikküste 1:300 000
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