© travelpeter/shutterstock

Costa Brava

Check-in

Von den wie ein Riegel zwischen Frankreich und Spanien aufragenden Pyrenäen bis hin zum Städtchen Blanes trägt diese über 200 km lange Küste das Attribut „wild“: die Costa Brava. Der Journalist Ferran Agulló soll den Begriff Mitte des 20. Jhs. auf einem Festbankett im Kreise von Kollegen geprägt haben. Was er damit genau gemeint hat, ist nicht überliefert. Jedenfalls kann der Taufpate nicht die wilden Nächte in den Touristenzentren gemeint haben, denn die gab es damals, in den frühen 1950er-Jahren, noch nicht. Tatsache ist, dass sich der Norden der autonomen Region Katalonien durch eine recht wild zerklüftete Küste vom Mittelmeer abgrenzt.

Costa Brava: Das sind kleine Fischerorte im Norden, wie Cadaqués und Palamós, charmante Seebäder wie Sant Feliu oder Tossa und Kulturzentren wie Girona und Figueres. Wer nicht nur Strandleben genießen möchte, findet viele Möglichkeiten, die Ferien aktiv zu gestalten. In den Naturparks von Cap de Creus und Empordà können Sie herrlich wandern, am Meer gibt es Tauchgründe, Segelreviere und Surfstrände. Neu zu entdecken sind kleine Städte im Hinterland mit echtem spanisch-katalanischem Leben.

Land des Meers und der Berge – dazwischen liegen nicht mehr als 50 km. Neben einigen größeren Ebenen, etwa den Flussmarschen östlich von Figueres oder bei La Bisbal, wellt sich das Land überwiegend in sanften Hügeln. Früher dehnten sich große Pinien- und Eichenwälder aus, exzessiver Schiffbau im Mittelalter hat viel davon vernichtet. Doch von Pinien eingerahmte Meeresbuchten sind nach wie vor ein Markenzeichen dieses Teils der Mittelmeerküste.

Die Garnelen von Palamós und die Sardinen der Nordküste haben die Costa Brava in Spanien populär gemacht. Sie ist jedoch nicht nur berühmt für den Fischfang. Im Hinterland der Küste blüht eine vielfältige Landwirtschaft. Die Dörfer sind gepflegt, die Felder gut bestellt. Hier sieht man Olivenhaine, Wein- und Getreidefelder, Äcker mit Artischocken, Tomaten und Auberginen, außerdem Eichen- und Korkeichenwälder. Die Korkeichen bildeten für Jahrhunderte die Basis für einen bedeutenden Industriezweig; im Wettbewerb mit synthetischen Produkten hat Naturkork heute jedoch an Bedeutung verloren. Je weiter Sie landeinwärts fahren, desto rauer wird es. Bald rücken die Gipfel der Pyrenäen und ihrer Ausläufer nahe, statt Traktoren kreuzen Schafherden den Weg.

Das Land ist wasserreich. Einige Bäche und Flüsse kommen von den Bergen herab und münden ins Meer. Die beiden wichtigsten sind der Riu Ter und der Riu Fluvià. Auch sie haben große Bedeutung für die Region, weil in ihren Niederungen das Land fruchtbar ist und mit seinem Lehm- und Tongehalt die Basis für die Töpfereien im Baix Empordà liefert. Das Baix Empordà ist eine von vier comarcas an der Costa Brava, die den deutschen Landkreisen entsprechen. Die anderen sind das Alt Empordà im Norden, Girona im Innern und La Selva im Süden.

An der Costa Brava herrscht ein ausgeglichenes Klima. Die Sommer sind warm, die Winter mild, und es regnet wenig. Einen Schatten auf diese klimatische Idylle wirft die tramontana. Dieser stürmische Wind fegt von den Pyrenäen herab, rüttelt an den Fischerbooten und zerrt an den Nerven der Menschen. Zum Glück zieht er nach wenigen Tagen wieder weiter.

Das Meer nagt an diesem Land, hat sich hineingefressen und Stücke herausgerissen. Geblieben sind unzählige Felsbuchten, zum Teil derart geschützt, dass natürliche Häfen entstanden sind. Diese Küstenformation fanden die ersten Siedler ideal. Man hatte Zugang zum Meer und zu seinen Fischgründen, konnte Werften und Schiffe bauen. Die Handelswege hinaus aufs Meer standen offen, vor Piratenangriffen konnte man sich ins hügelige Hinterland zurückziehen.

Die Ersten waren die Iberer vor etwa 7000 Jahren – ihre Siedlungen sind die Wiege Spaniens. Es folgten Griechen, Römer und Westgoten. Später kamen weitere Einflüsse hinzu, aus dem maurischen Süden Spaniens und aus Nordeuropa. So entstand eine Melange, die bis heute die katalanische Kultur prägt. Viele Spuren dieser Vergangenheit können Sie immer noch entdecken: etwa die antike iberische Siedlung Ullastret, die römische Stadt Empúries oder die Burgen aus dem Mittelalter, die Wehrkirchen und Klöster.

Es war ebenfalls die Costa Brava, die zum ersten Ziel des Massentourismus in Spanien wurde. Anfang der 1950er-Jahre kamen die ersten Touristen aus den nord- und mitteleuropäischen Ländern. Sonne, Strand und niedrige Preise zogen zunächst nur einige Tausende an. Doch jedes Jahr kamen mehr. An der Küste setzte ein Bauboom ein, es entstanden die bekannten Hotelhochbauten und Touristenzentren wie Platja d’Aro oder Lloret de Mar. Diese Orte prägen das Image der Costa Brava. Was die einen als Ziel aller Urlaubsträume sehen – billiges, lautes und schnelles Vergnügen rund um die Uhr –, erzeugt bei anderen große Abneigung.

In den vergangenen Jahren haben sich die touristische Infrastruktur an der Costa Brava und offensichtlich das Bewusstsein der touristischen Dienstleister verändert, was allmählich einen neuen Tourismus nach sich zieht. Qualität rückt in den Vordergrund. Zwar hat der Massentourismus immer noch „seine“ Orte, wo noch immer lange Hotelfassaden die Strände säumen, wo Restaurants weiterhin Allerleikost bieten und wo lauter Trubel die Ferienidylle stört.

Der Wandel macht sich, wenn auch langsam, besonders bei den Themen Wellness, Familien- und Natururlaub bemerkbar. Doch den größten Qualitätsschub erfuhr die Gastronomie. Seit Ferran Adrià mit der „Molekularküche“ und seinem Restaurant El Bulli zur Legende wurde, haben sich viele Kochkollektive mit neuen Künstlern am Herd gegründet. Die orientieren sich an die Tradition der mar-i-muntanya-Küche, der Küche mit heimischen Produkten des Meeres und der Berge, womit die authentische Küche Kataloniens eine wahre Renaissance erfährt.

Die Katalanen haben in Spanien das Image, fleißig, ordentlich, geschäftstüchtig, aber auch übertrieben sparsam zu sein. Sie gelten als verschlossen. Ihr Temperament hat nichts mit der leichten Unbeschwertheit ihrer Landsleute im Süden Spaniens gemein. Und tatsächlich: Die Orte an der Costa Brava sind gepflegt, die Läden gut sortiert, das Personal ist freundlich und bemüht. Doch jenseits der geschäftlichen Kontakte mit den Touristen lebt man gern für sich.

In der Zeit nach Franco hat Katalonien wieder mehr Eigenständigkeit erhalten. Die unter Franco verbotenen Bräuche können heute wieder ausgelebt werden, die Katalanen dürfen wieder ihre eigene Sprache sprechen.

Wirtschaftlich gesehen ist die Region stark, sie erbringt den größten Anteil am gesamtspanischen Bruttosozialprodukt. Natürlich prägt auch die Landschaft zwischen Meer und Gebirge die Menschen. Ob Fischer, Bauer, Geschäftsmann oder Schafhirte: Was sie eint, ist die Liebe zu ihrer Heimat und ihrer Kultur. Wenn Katalanen zusammen sind und sich in ihrer eigenen Sprache, dem català, unterhalten, spürt man die Verbundenheit mit ihrem Land – einem Land voller Schönheiten und mit vielen Möglichkeiten für einen erholsamen Urlaub an der „wilden Küste“.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Die romanische Burg im Ortskern von La Bisbal d'Emordà war einst Sitz der Bischöfe. Sehenswert sind außerdem die zweibogige mittelalterliche Brücke "Pont Vell" über den Riu Daró und das…
Seit Beginn des 20. Jhs. zog das "schönste Dorf" der Welt die Künstler an, von Max Ernst und Pablo Picasso über Gabriel García Márquez bis zu Mick Jagger. Salvador Dalí ist es zu verdanken, dass…
"Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?", fragte einst Goethe. Eine Antwort wäre: "Hier!" "Meer und Myrte" nannte der deutsche Botaniker Karl Faust seinen Garten, den er 1924 auf einem felsigen…
Der Ort sieht sich selbst gern als Königin oder Hauptstadt der Costa Brava. Tatsächlich strahlt die hübsche Kleinstadt, verglichen mit ihren turbulenten Nachbarn, majestätische Gelassenheit aus.…
Malerisch liegt der Ort zwischen bewaldeten Hängen und dem Meer. Er gilt als einer der schönsten an der Costa Brava, wohl auch, weil er sich seine mittelalterliche Altstadt mit 80 historischen…
Das einstige Fischerdorf mit seiner 2000-jährigen Besiedlungsgeschichte, die das Heimatmuseum erzählt, wird heute von Hotelburgen aus Beton geprägt. Etwas Vergangenheit hat sich mit der Església…
Im historischen Gebäude Can Quintana informiert das "Museu de la Mediterrània" mit vielen interaktiven Elementen über die Zivilisation des Mittelmeerraumes, insbesondere über das Gebiet des…
Dies ist eines der meistbesuchten Museen Spaniens. Auf den Ruinen des im spanischen Bürgerkrieg zerstörten Theaters der Stadt baute Dalí sein eigenes Museum. Der surrealistische Maler hielt seine…
In der authentischen mittelalterlichen Altstadt von Girona haben arabische, jüdische und christliche Kulturen ihre Spuren hinterlassen. Highlight ist die Kathedrale, mit 50 m Länge und 35 m Höhe…
Nördlich von Bisbal liegt das Ausgrabungsfeld von Ullastret. Als die Griechen im 5. Jh. v.Chr. die Gegend erreichten, fanden sie bereits Siedlungen der Iberer vor. Eine von ihnen war Ullastret. Hier…
Das Kap von Begur beginnt ca. 4 km nördlich von Begur mit den herrlichen, von Felsen und Pinien eingerahmten Buchten Aiguafreda und Sa Tuna. Südlich von Begur erreicht man über eine enge, kurvige…
Gleich hinter dem Meer befindet sich eine große Ausgrabungsstätte, die auf Spuren menschlichen Lebens vor 6000 Jahren hinweist. Münzfunde belegen, dass hier später Griechen siedelten, gefolgt von…
Dieses Dorf ist eigentlich kein "echtes" Dorf mehr: Hier wohnen wohlhabende Ausländer und Barceloneser. Sie haben darauf geachtet, dass jeder Stein so bleibt, wie er im Mittelalter gesetzt wurde. So…
Dieser Naturpark erstreckt sich über eines der größten Feuchtgebiete Kataloniens, das durch die Flüsse Muga und Fluvia gespeist wird. Das Gebiet ist Station Tausender Zugvögel auf ihrem Weg in…
Hier enden die Pyrenäen. Der Park umfasst ein Gebiet, das beinahe die gesamte Halbinsel zwischen El Port de La Selva und Roses einnimmt. In den Bergen gibt es zahlreiche, gut ausgeschilderte…

MARCO POLO Reiseführer

MARCO POLO Reiseführer Costa Brava, Barcelona
MARCO POLO Reiseführer Costa Brava, Barcelona
12,99 €
MARCO POLO Karte Costa Brava, Andorra, Perpignan, Barcelona 1:200 000
MARCO POLO Karte Costa Brava, Andorra, Perpignan, Barcelona 1:200 000
9,99 €

Praktische Hinweise

Anreise

Mit dem Auto erreicht man die Costa Brava über die A7. Die Autobahngebühren in Frankreich und Spanien sind hoch; wer Zeit hat, sollte in Frankreich die gebührenfreien Nationalstraßen bzw. in Spanien die Autovías nutzen. Es gibt Autozüge von deutschen Bahnhöfen nach Narbonne. Auskunft: DB Autozug01805 241224www.dbautozug.de

Bahnreisen zur Costa Brava sind teuer und mit häufigem Umsteigen verbunden. Von Zürich gibt es mit dem Zug Pau Casals viermal pro Woche eine Verbindung über Figueres und Girona nach Barcelona. Infos bei der spanischen Bahn unter 902240202www.renfe.com

Die billigste Anreise bieten Linienbusse der Eurolines aus vielen europäischen Städten. Die 22-Stunden-Fahrt von Frankfurt am Main bis Barcelona z. B. kostet hin und zurück etwa 179 Euro. Infos: Deutsche Touring GmbH069 790350www.deutsche-touring.com

Von der Estación del Norte in Barcelona fahren Linienbusse in die Hauptorte der Costa Brava.

Girona kann man direkt von Deutschland aus nur noch mit Ryan Air von Karlsruhe bzw. Düsseldorf erreichen. Einen Flug mit Rückflug gibt es bei dieser Airline schon um 100 Euro (www.ryanair.com). Nach Barcelona fliegt Air Berlin (www.airberlin.com), u. a. von den Flughäfen Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, Hamburg und Köln. Zum Schnäppchenpreis gibt es den Flug bei frühzeitiger Vorbuchung mitunter schon ab 30 Euro (one way). Die Normalpreise bewegen sich um die 200 Euro für den Hin- und Rückflug.

Auskunft

Spanisches Fermdenverkehrsamt

BerlinLietzenburger Straße9910707Berlin030 8826543

DüsseldorfGrafenberger Allee10040237Düsseldorf0211 6803980

Frankfurt/MainMyliusstraße1460323Frankfurt/Main069 725033

MünchenSchubertstraße1080051München089 53074611

WienWalfischgasse81010Wien01 5129580

ZürichSeefeldstrasse198008Zürich0442536050

– Internet: www.spain.info

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in geschlossenen Ortschaften 50, auf Landstraßen 90 und auf Autobahnen 120 km/h. Bei Alkohol gilt die 0,5-Promille-Grenze. Besonders in Ortschaften wird auf Einhaltung der erlaubten Geschwindigkeit geachtet. Speziell geschaltete Ampeln schalten umgehend auf rot, sollte man die Geschwindigkeit überschreiten. In den meisten Orten gibt es Parkuhren, in größeren Orten wie Barcelona, Figueres oder Girona sollte man unbedingt ein Parkhaus aufsuchen, denn die Suche nach einem freien Parklatz ist meist zwecklos. Empfehlenswert sind die grüne Versicherungskarte, ein Auslandsschutzbrief und eine Vollkaskoversicherung.

Bei einem Verkehrsunfall sollten Sie sich möglichst zwei (am besten spanische) Zeugen sichern und die eigene Haftpflichtversicherung sowie die spanische Korrespondenzgesellschaft verständigen. Unterschreiben Sie keine Schuldanerkenntnis! Bei Bagatellunfällen einigen Sie sich am besten mit dem Kontrahenten, rufen Sie bei schweren Karambolagen (Personenschäden) die Polizei! Bei Pannen ist außerhalb des Fahrzeugs eine Warnweste zu tragen. Mehr zur spanischen Straßenverkehrsordnung erfahren Sie unter www.adac.de.

Banken & Kreditkarten

Banken haben in der Regel Mo–Fr 9–13.30 Uhr geöffnet. Mit den üblichen Scheckkarten kann man aus den Bankautomaten Bargeld ziehen (ca. 5 Euro Gebühr). Die cajas, den Sparkassen vergleichbar, verlangen geringere Gebühren als die großen Banken. Viele Restaurants, Hotels und Geschäfte akzeptieren die gängigen Kreditkarten (am häufigsten gebräuchlich: Visa).

Camping

Wegen der ideal zum Campen geeigneten Landschaft gibt es in Katalonien überdurchschnittlich viele Campingplätze aller Standards. Obwohl manche Küstenorte sogar mehrere Plätze haben, muss man damit rechnen, dass selbst die im Sommer rasch ausgebucht sind. Infos beim Katalanischen Campingplatzverband972208667. Darüber hinaus geben die Touristikbüros Listen mit Campingplätzen heraus. Für die Provinz Girona: www.campingsgirona.com

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Konsulat

Passeig de Gràcia11108008Barcelona932921000Mo–Fr 9–12.30 Uhr

Österreichisches Konsulat

Maria Cubí708008Barcelona933686003Mo–Fr 10–12 Uhr

Schweizerisches Konsulat

Gran Via Carlos III9408028Barcelona934090650Mo–Fr 9–12.30 Uhr

Gesundheit

In Spanien gilt die Europäische Versicherungskarte, die in den meisten EU-Ländern anerkannt ist und mit der man Sachleistungen erhält. Auskunft erteilt Ihre Krankenkasse oder www.reiseversicherung.de.

In allen größeren Orten an der Costa Brava gibt es ein hospital (Krankenhaus), in den Dörfern die Dispensari Medic (Erste-Hilfe-Stellen). Dort tut ein Arzt, zumindest aber eine ausgebildete Krankenschwester Dienst. In den Touristikzentren findet man mittlerweile auch deutschsprachige Praxen. Informationen über die nächstgelegene Praxis gibt Ihnen jedes Hotel.

Internetcafés & Wlan

In vielen Hotels sowie in Cafés und bei Behörden hat sich WLAN durchgesetzt. In Spanien heißt WLAN WiFi (Wireless Ethernet Compability Alliance). Fast jeder Touristenort an der Costa Brava hat ein Internetcafé. Auch die öffentlichen Bibliotheken haben meist Internetanschluss.

Jugendherbergen

Im Reisegebiet Costa Brava gibt es fünf Jugendherbergen, davon allein drei in Barcelona. Ein Verzeichnis mit den Tarifen bekommen Sie bei Xarxa d’Albergs de CatalunyaCarrer Calàbria14708015www.xanascat.cat. Reservierungen werden unter der folgenden Nummer entgegengenommen: 934838341.

Klima & Reisezeit

An der Costa Brava herrscht grundsätzlich ein mildes Klima. In den letzten Jahren hat allerdings auch hier im Hochsommer die Hitze mitunter unerträgliche Ausmaße angenommen. Kühlt der Seewind am Tag, so kann es nachts am Meer empfindlich frisch werden. Im Winter regnet es häufig, auch Dauerregen von November bis Januar ist möglich.

Beste Reisezeit ist zwischen Ostern und Anfang Oktober. Im Sommer sollten Sie Ihre Reise, wenn möglich, nicht für den August planen. Denn dann sind in Spanien Ferien – mit dem entsprechenden Massenandrang.

Mietwagen

Wer an der Costa Brava flexibel herumfahren möchte, kommt um einen Mietwagen nicht herum. Am günstigsten bucht man ihn schon von zu Hause aus. Bei den meisten Reiseveranstaltern kann man einen Mietwagen auch gleich mitbuchen. Mietpreise unter 20 Euro pro Woche für einen Kleinwagen sind günstig. Es wird eine Kaution von bis zu 400 Euro verlangt, und vor Ort, wenn man den Wagen in Empfang nimmt, benötigt man eine Kreditkarte und den Führerschein. Es empfiehlt sich, genau die Mietbedingungen zu studieren, insbesondere, ob im Vertrag Vollkaskoversicherung bzw. Selbstbeteiligung im Falle eines Schadens verzeichnet sind.

Notruf

Allgemeiner Notrunf: Tel. 112

Öffentliche Verkehrsmittel

Wer die Costa Brava mit dem Bus bereisen möchte, hat die Auswahl zwischen verschiedenen Busunternehmen, wie z. B. SARFA oder AUTOCARES PUJOL, die die Hauptorte an der Küste in hoher Frequenz anfahren. Diese Unternehmen fahren auch direkt zum und vom Flughafen Barcelona an die Costa Brava. Zwischen Barcelona und der französischen Grenze verkehrt fast stündlich die spanische Staatsbahn RENFE, mit Halt in Girona, Figueres und Portbou.

www.sarfa.com, www.transpujol.com, www.renfe.es

Öffnungszeiten

In den Touristenorten sind die Geschäfte in der Regel länger geöffnet als in den Orten des Hinterlandes. An den Küstenorten wird zudem nach Winter- und Sommersaison (zwischen April und September) unterschieden. Selbst staatliche Geschäfte, wie z. B. die Post, sind in den einzelnen Orten zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet.

Wenig falsch machen Sie, wenn Sie sich an folgende Kernzeiten halten: Geschäfte öffnen in der Regel von 9 bis 13.30 Uhr und von 17 bis 20 Uhr. Touristenbüros sind ab ca. 10 Uhr bis mindestens 13 Uhr besetzt, dann wieder von 17 bis 20 Uhr.

Post

Öffnungszeiten in der Regel: Mo–Fr 9–13 und 16–18, Sa 9–13 Uhr. Die Postämter (Correos y Telégrafos) beschränken sich auf den rein postalischen Dienst. Sie können hier keine Telefongespräche führen. Hin und wieder gibt es zwar die Möglichkeit, E-Mails oder Faxe zu versenden, die entsprechenden Privatdienste sind jedoch preiswerter.

Innerhalb Europas kosten Standardbriefe bis 20 g sowie Postkarten 70 Cent, nach Übersee 78 Cent. Briefmarken können Sie auch in Tabakläden kaufen.

Preise

Preiswerter als im Heimatland sind alkoholische spanische Erzeugnisse wie Wein und Brandy. Auch viele gängige rezeptfreie Medikamente wie Aspirin kosten weniger als zu Hause.

Rauchen

Prohibido fumar – „Rauchen verboten“, so heißt es seit Januar 2011 in Spanien. Das bisherige Anti-Raucher Gesetz wurde noch verschärft. Jetzt darf man weder in Restaurants, Bars, Kneipen oder Diskotheken, noch in öffentlichen Gebäuden wie z. B. auf Flughäfen rauchen. Selbst Raucherzonen sind weder am Arbeitsplatz noch in Gaststätten erlaubt. Es drohen hohe Strafen, von 30 bis 600.000 (!) Euro für all jene, die sich nicht an das Verbot halten. Die spanische Regierung hofft, mit diesem Gesetz mittelfristig etwa 3 Mio. Menschen vom Rauchen abzubringen.

Sicherheit

Grundsätzlich ist die Costa Brava ein sicheres Reisegebiet. Allerdings gilt auch hier: Gelegenheit macht Diebe. Niemals sollte man seine Sachen unbeaufsichtigt im Restaurant oder auf Busbahnhöfen lassen. Kritischer ist es diesbezüglich in Barcelona. Dort, wo sich Touristen in größerer Zahl aufhalten, sind auch Diebe nicht weit. Taschenreißen ist gang und gäbe in den engeren Gassen des Barrio Gotic und im Barrio Chino. Auf dem Terrassentisch eines Restaurants auf den Ramblas sollte man auf keinen Fall Kameras, Mobiltelefone oder sonstige Dinge ablegen, umherziehende Diebe arbeiten diesbezüglich sehr schnell und können mit der Beute in der Menge leicht untertauchen.

Strom

Spanien hat ein Wechselstromnetz mit 220 Volt. In manchen einfachen Unterkünften gibt es keine Schuko-Steckdosen, deshalb Zwischenstecker mitnehmen!

Taxi

In jedem größeren Ort gibt es Taxistände an Markthallen, Busbahnhöfen oder in der Nähe der Einkaufsstraßen. In Spanien sitzt man als Taxigast hinten. Achten Sie darauf, dass der Fahrer den Taxameter einschaltet. Wenn nicht, sollte man unbedingt vor der Fahrt den Preis aushandeln.

Telefon & Handy

Vorwahl für Deutschland 0049, für die Schweiz 0041, für Österreich 0041, für Spanien 0034. Innerhalb Spaniens gibt es keine Vorwahlen.

Die öffentlichen Telefonzellen werden in Spanien nach und nach auf Kartentelefone umgestellt. Entsprechende Telefonkarten sind in den Postämtern oder in Zeitungskiosken für etwa 6 und 12 Euro erhältlich.

Das Handy wird in Spanien móvil genannt. Bei ankommenden Gesprächen auf nichtspanischen Mobiltelefonen kassiert die noch immer marktbeherrschende Telefónica mit. Beim Roaming spart, wer das günstigste Netz wählt. Mit einer spanischen Prepaid-Karte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Preiswerte Prepaid-Anbieter sind Happy Movil, Lebara, Simya und Yoigo. Preise und Angebote finden Sie unter www.gsmwebshop.com. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: noch im Heimatland abschalten!

Trinkgeld

Bei gutem Service sind, je nach Summe, 5 bis 10 Prozent üblich, auch Reiseführer erwarten ein Trinkgeld.

Urlaub auf dem Land

Auch in Katalonien kann man Ferien auf dem Bauernhof machen. Informationen gibt es beim Dachverband Agroturismowww.agroturisme.com.

Verständigung

Katalanen stehen unter dem Ruf, Fremden gegenüber reserviert zu sein. Naturgemäß sind jedoch die im Tourismus beschäftigten Personen ihren Gästen gegenüber aufgeschlossen, auch wenn man mitunter nicht die gleiche Sprache spricht. Seit 1977, als Katalonien nach Francos Tod Autonomiestatus erhielt, ist in Katalonien das Català, also Katalonisch, Amtssprache. Auch wenn man untereinander Katalanisch spricht, versteht und spricht doch jeder in Katalonien Spanisch. Wer als Reisender das Spanische beherrscht, hat also keine Schwierigkeiten durch das Land zu kommen. Jede erbetene Auskunft wird dann in Spanisch gegeben. Anders sieht es mit Deutsch und Englisch aus. In den Touristenzentren, wie z. B. Lloret de Mar, kommt man in Restaurants und Hotels bei Bestellungen und Fragen einigermaßen mit Deutsch durch. Auf Englisch kann man sich eher mit jüngeren Einheimischen verständigen. Der Stolz der Katalanen auf ihre eigene Sprache treibt die eine oderandere sonderbare Blüte. Das reicht von Hinweisschildern auf Katalanisch bis hin zu den Websites diverser touristischer Dienstleister, die weder auf Spanisch noch auf Englisch übersetzt sind.

Zeitungen

In allen größeren Orte der Costa Brava erhalten Sie schon am Erscheinungstag Zeitungen und Zeitschriften aus EU-Ländern. Regionale Blätter berichten auf Spanisch und català.

Zoll

Grundsätzlich gibt es für den privaten Bedarf keine Zollgebühren in der EU. Bei folgenden Mengen wird eine private Verwendung angenommen, alles, was darüber hinausgeht, muss verzollt werden: 800 Zigaretten, 400 Zigarillos, 200 Zigarren, 1 kg Rauchtabak, 10 l Spirituosen, 20 l Likör, 90 l Wein (davon höchstens 60 l Schaumwein), 110 l Bier. Näheres unter www.zoll-d.de. Freimengen in die Schweiz: 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 1 l Alkohol über und 2 l Alkohol unter 15 Prozent, andere Waren zu Geschenkzwecken bis zu einem Gesamtwert von 100 Franken.

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

1. Januar

Año Nuevo (Neujahrstag)

6. Jan.

Los Reyes Magos (Heilige Drei Könige)

März/April

Karwoche, Viernes Santo (Karfreitag), Lunes de Pascua (Ostermontag)

1. Mai

Día del Trabajo (Tag der Arbeit);

24. Juni

Sant Joan (San Juan, hl. Johannes, Namenstag des Königs)

15. August

Asunción de la Virgen (Mariä Himmelfahrt)

11. September

Diada Nacional de Catalunya (katalonischer Nationalfeiertag)

24. September

Festa Major de la Mercè (Schutzpatronin von Barcelona, nur hier Feiertag)

12. Oktober

Día de la Hispanidad (Kolumbus entdeckt Amerika)

1. November

Todos los Santos (Allerheiligen)

6. Dezember

Día de la Constitución (Tag der Verfassung)

8. Dezember

Inmaculada Concepción (Unbefleckte Empfängnis)

25./26. Dezember

Navidad (Weihnachten)

Besondere Veranstaltungen

Januar

28. Festa Major in Tossa de Mar. Feuerwerk, sardanas und Kirmes

Februar/März

Karneval in fast allen größeren Orten, besonders in Girona. Das närrische Treiben hat seinen Höhepunkt in Umzügen und Straßentänzen

März/April

Die Semana Santa, die Osterwoche, wird in fast allen Gemeinden mit Prozessionen begangen

April

23. Sant Jordi, der Patron Kataloniens, wird überall mit Umzügen, sardanas und öffentlichen Essen gefeiert

Mai

Ab 3. Festa de la Santa Creu, das Fest des hl. Kreuzes, wird in Figueres mit Feuerwerk, Umzug und sardanas begangen

Mitte Mai: Temps de Flors, Blumenfest in Girona. Öffentliche Gebäude, Straßen und die Stufen der Kathedrale werden mit einem Meer von Blumen geschmückt

Juni

22.–26. Festa Major in Palamós. Der Patron der Stadt wird mit Feuerwerk, Tanz und sardanas geehrt

24. In ganz Katalonien wird Sant Joan, die Johannisnacht, mit Tanz und Feuerwerk lautstark begrüßt

Juli/August

16. Festa del Carme: Die Schutzheilige der Fischer wird in Cadaqués, aber auch in den meisten anderen Häfen mit Bootsprozessionen, Tanz und öffentlichem Essen gefeiert

23.–26. Festa Major in Lloret de Mar und Blanes. Sardanas, Straßentanz und Kirmes

25. Concurso de Sardanas, traditioneller Wettbewerb der sardanas in Sant Feliu de Guíxols

Ende Juli: Internationaler Feuerwerk-Wettbewerb in Blanes. Feuerwerker aus vielen Ländern zeigen eine Woche lang ihr Können

Juli/August: internationales Musikfestival in Torroella de Montgrí

August

25. Festa Major in Toroella de Montgrí. Zu Ehren des Schutzheiligen: Kirmes, sardanas und Feuerwerk. Ähnliche Feiern gibt es in der letzten Augustwoche bei der Festa Major in Llafranc

September

11. La Diada: Der katalonische Nationalfeiertag wird in vielen Orten mit Umzügen und sardanas gefeiert

Dritter Sonntag Festa Major in Begur

Oktober/November

23. Okt.–1. Nov. Festas de Sant Narcís: sardanas und Tanz sowie kulturelles Beiprogramm wie Kunsthandwerksmesse

Dezember

Vorweihnachtszeit Fira de Santa Llúcia, Weihnachtsmarkt in Barcelona vor der Kathedrale

Bloss nicht

Anhalten auf der Autobahn

Autobahnpiraten auf dem Abschnitt zwischen der französischen Grenze und Barcelona operieren so: Ein überholendes Auto gibt Ihnen Zeichen, als ob Sie einen Reifenschaden hätten. Wenn Sie anhalten, stoppt auch der „freundliche“ Überholer. Ehe Sie sich’s versehen, ist Ihr Fahrzeug schon ausgeraubt. Vorsicht ist auch auf Rastplätzen und Parkplätzen der Autobahntankstellen geboten.

Mit dem Feuer spielen

Im Sommer sind die Costa Brava und ihr Hinterland ausgetrocknet. Die Brandgefahr ist selbst in Küstennähe groß. Lassen Sie deshalb extreme Vorsicht mit offenem Feuer walten!

In Strandkleidung in Barcelona

Die zentrumsnahen Strände Barcelonas verführen manchen dazu, in Bikini oder Badehose zurück ins Hotel zu laufen. 2010 haben die Stadtväter eine Medienkampagne gegen diese Unsitte gestartet. Strafen gibt es (noch) nicht.

Kamera auf den Tisch legen

Immer wieder ist zu beobachten, wie Cafébesucher Kameras, Handys oder andere Wertgegenstände auf den Tisch legen – eine Einladung für flinke Diebe. Auch Taschen sollten Sie nicht über Stuhllehnen hängen. Beliebte Taschendiebreviere: Metro und Las Ramblas.

Rasen

Spanien ahndet Verkehrsdelikte mit den wohl härtesten Strafen in Europa. Wer auf der Autobahn mehr als 200 km/h auf dem Tacho hat oder in geschlossenen Ortschaften über 110 km/h fährt, muss nicht nur mit hohen Geldstrafen, sondern auch mit Freiheitsentzug von drei bis sechs Monaten rechnen. Das Gleiche gilt für Alkoholsünder, die mit mehr als 1,2 Promille am Steuer erwischt werden. Auch Falschparken wird streng geahndet.

An fremde Tische setzen

Die zuvorkommende Art der Spanier, und noch mehr der Katalanen, endet an einem Tisch im Restaurant oder im Casino. Selbst wenn von sechs Plätzen noch fünf frei sind, ist es nicht üblich, sich einfach dazusetzen. Es verletzt die Intimsphäre der Einheimischen. Auch eine entsprechende Bitte ist nicht üblich. Anders an der Bar. Ist dort ein Hocker frei, kann man sich dazusetzen.

In jede Flamencoshow gehen

Die Heimat des Flamenco ist Andalusien. Groß aufgemachte Ankündigungen von Flamencovorführungen in den Ferienorten Kataloniens sind daher eher mit Skepsis zu betrachten. Oft ist ihr Besuch den Eintritt nicht wert, weil die Shows nichts Authentisches haben. In Barcelona gibt es aber mitunter künstlerisch wertvolle Vorführungen bekannter Flamencointerpreten.

Bücher & Filme

Auf der Plaça del Diamant

Der Klassiker der katalanischen Literatur: Mercè Rodoreda erzählt die Lebensgeschichte einer Frau, deren Ehemann im Bürgerkrieg fällt und die ihr Leben selbst in die Hand nimmt

Gebrauchsanweisung für Katalonien

Auf unterhaltsame Weise beschreibt Michael Ebmeyer Katalonien: Geschichte, Kultur, Lebensart, Küche und Feste

Auf den Spuren von Salvador Dalí

Hochinteressanter Dokumentarfilm (2004) von Ingeborg Koch Haag über den katalanischen Maler

Vicky Cristina Barcelona

Woody-Allen-Film (2008) mit Starbesetzung (Scarlett Johansson, Javier Bardem und Penelope Cruz): Zwei amerikanische Freundinnen verlieben sich in einen verheirateten Spanier

Enge Straße

Josep Pla schildert mit hintergründigem Humor das Leben der Leute in der katalanischen Provinz nach dem 2. Weltkrieg, vor dem Tourismus

10-17 °C
5 h/Tag
16 °C

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 11:41 Uhr

Anreise

13h 2min
13h 6min
2h
Route planen
In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

MARCO POLO Produkte

MARCO POLO Reiseführer Costa Brava, Barcelona
MARCO POLO Reiseführer Costa Brava, Barcelona
12,99 €
MARCO POLO Karte Costa Brava, Andorra, Perpignan, Barcelona 1:200 000
MARCO POLO Karte Costa Brava, Andorra, Perpignan, Barcelona 1:200 000
9,99 €