Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Im Bikini ins RestaurantBikini und Badehose haben jenseits des Strands nichts zu suchen. Ausgenommen von dem Tabu ist der Bikini auf der Speisekarte: Wer den bestellt, bekommt einen Schinken-Käse-Toast serviert.
Separat bezahlenNichts ruiniert einen Abend verlässlicher, als wenn der Kellner bei jedem Gast einzeln abkassieren muss. Nach dem gemeinsamen Tafeln wird die Gesamtsumme plus Trinkgeld durch die Zahl der Teilnehmer geteilt.
Vom König und Real Madrid schwärmenDas spanische Königshaus hat in Katalonien nur wenig Fans. Drei von vier Katalanen wünschen sich eine Republik. Das hat historische Gründe: 1714 löste der damalige spanische König Philipp V. die katalanische Selbstverwaltung auf und führte ein hartes Regiment. Ähnlich unbeliebt ist nur noch Real Madrid.
Nachts laut grölenAuf Menschen, die singend durch die Straßen ziehen, reagieren Anwohner eher ungehalten. Auch beim Fußball verbieten sich Fangesänge. Man jubelt beim Tor oder nach Abpfiff, ansonsten wird fachkundig kommentiert.
An fremde Tische setzenSelbst wenn von sechs Plätzen noch fünf frei sind, ist es nicht üblich, sich einfach dazusetzen. Auch eine entsprechende Bitte gehört nicht zum guten Ton. Anders an der Bar: Ist dort ein Hocker frei, kann man sich einfach dazusetzen.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Kaffeeum 1,80 Euro für eine Tasse im Café
Tapas4–7 Euro für eine Portion patates braves
Wein2-4 Euro für ein Glas (0,2 l)
Fahrradum 25 Euro Miete für ein Mountainbike pro Tag
Benzin1,50–1,70 Euro für 1 l Super
Schuheum 60 Euro für ein Paar Espadrilles (espardenyes)

Feste & Feiertage

1. Januar

  • Año Nuevo (Neujahrstag)

6. Januar

  • Los Reyes Magos (Heilige Drei Könige)

März/April

  • Karwoche, Viernes Santo (Karfreitag), Lunes de Pascua (Ostermontag)

1. Mai

  • Día del Trabajo (Tag der Arbeit);

Mai/Juni 

  • Lunes de Pentecostés (Pfingstmontag)

24. Juni

  • Johannistag

15. August

  • Asunción de la Virgen (Mariä Himmelfahrt)

11. September

  • Katalanischer Nationalfeiertag

24. September

  • Festa Major de la Mercè (Schutzpatronin von Barcelona, nur hier Feiertag)

12. Oktober

  • Día de la Hispanidad (Kolumbus entdeckt Amerika)

1. November

  • Todos los Santos (Allerheiligen)

6. Dezember

  • Día de la Constitución (Tag der Verfassung)

8. Dezember

  • Inmaculada Concepción (Unbefleckte Empfängnis)

25./26. Dezember

  • Weihnachten

Ankommen

Anreise

Durch den Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes hat sich die Anreise mit dem Zug verkürzt. Von Frankfurt am Main, Stuttgart oder Köln benötigt man im günstigsten Fall knapp 13, von Zürich zwölf Stunden. Mit Figueres-Vilafant, Girona und Barcelona gibt es entlang der Costa Brava drei Zielbahnhöfe. Unkompliziert buchen kannst du internationale Zugreisen auf thetrainline.com.

Wer ausreichend Sitzfleisch, aber einen kleinen Geldbeutel hat, kommt günstig mit dem Bus an die Costa Brava. Von Frankfurt dauert die Fahrt nach Barcelona 21–23 Stunden, von Berlin ab 31 Stunden. Von beiden Städten wird auch Girona angefahren. Auf bus liniensuche.de lassen sich verschiedene Anbieter vergleichen. In Barcelona und Girona befinden sich die zentralen Busbahnhöfe für Fernbusse jeweils neben den Bahnhöfen mit Metro- bzw. Busanbindung in die Innenstadt. Wer in Barcelona Zwischenstation macht und von dort aus weiter an die Costa Brava will, fährt mit den Linienbussen ab Estació del Norte (Metro Arc de Triomf).

Mit dem Auto erreicht man die Costa Brava über die spanische A 7.In Spanien wurden fast alle Autobahngebühren abgeschafft. Gebühren fallen in Katalonien nur noch für drei Strecken mit Tunneln an. An der Costa Brava herrscht freie Fahrt. Die Autobahngebühren in Frankreich hingegen sind hoch; wer Zeit hat, kann in Frankreich die gebührenfreien Nationalstraßen nutzen.

Den Flughafen Barcelona mit zwei großen Terminals steuern alle großen Airlines an; besonders günstig sind Vueling und Easyjet. Über den dicht getakteten Aerobus (aerobusbarcelona.es) ist der Flughafen ans Stadtzentrum angebunden (einfache Fahrt 7,25 Euro), an die Messe außerdem über die Metrolinie L 9 Sud. Der Low-Cost-Flughafen Girona-Costa Brava wurde aus dem deutschsprachigen Raum zuletzt nur von Ryanair angeflogen. Einen Shuttledienst vom Flughafen Girona zu wichtigen Ferienorten an der Küste betreibt das Busunternehmen Sagalés (sagalesairportline.com).

Klima & Reisezeit

An der Costa Brava herrscht grundsätzlich ein mildes Klima. Im Sommer sind die Temperaturen oft sehr hoch. Nachts kann es am Meer empfindlich frisch werden. Mit Regen ist am ehesten im Frühjahr und Herbst zu rechnen. Beste Reisezeit ist zwischen Ostern und Mitte Oktober. Im August macht ganz Spanien Ferien – dann herrscht überall entsprechender Massenandrang.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Waren für den privaten Gebrauch frei ein- und ausgeführt werden. Richtwerte hierfür sind u. a. 800 Zigaretten und 10 l Spirituosen. Freimengen in die Schweiz: 250 Zigaretten, 5 l Wein und 1 l Spirituosen, Waren und Geschenke bis zu einem Gesamtwert von 150 Franken. zoll.de, bmf.gv.at, bazg.admin.ch

Weiterkommen

Auto

In geschlossenen Ortschaften beträgt die Höchstgeschwindigkeit auf Straßen mit einer Fahrspur für beide Richtungen 20 km/ h, auf Straßen mit einer Fahrbahn pro Richtung 30 km/ h, auf Straßen mit zwei oder mehr Spuren pro Richtung 50 km/ h. Auf Landstraßen gilt 90 km/ h, auf Autobahnen 120 km/h. In Großstädten wie Barcelona und Girona empfehlen sich Parkhäuser, bewirtschaftete Parkplätze oder die blau gekennzeichneten, nur für eine begrenzte Zeitspanne benutzbaren Straßenparkplätze. Gratis zu parken ist in Barcelona inzwischen so gut wie unmöglich. Bei der Parkplatzsuche – auch mit Steckdosenanschluss für E-Autos – hilft die städtische Gratisapp Smou (smou.cat). In anderen Städten findet man teils noch grün markierte Anwohnerparkplätze, Nichtanwohner können dort kostenpflichtig maximal zwei Stunden parken. Außerhalb der Bewirtschaftungszeiten (in der Regel am Wochenende und ab 20 Uhr) ist Parken dort kostenlos. 

Bei Alkohol gilt die 0,5-Promille-Grenze. Bei einem Verkehrsunfall solltest du dir möglichst zwei (am besten spanische) Zeugen sichern und die eigene Haftpflichtversicherung verständigen. Bei Pannen ist außerhalb des Fahrzeugs eine Warnweste zu tragen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Küste ist durch verschiedene Buslinien hervorragend vernetzt, fast jede Ortschaft hat ihren eigenen Busbahnhof. An deren Schaltern können Tickets in alle Hauptferienorte gekauft werden. Außerdem verkehren zwischen Barcelona, Girona und Figueres mehrmals täglich AVE-Schnellzüge. Die Fahrt von Barcelona nach Figueres dauert etwa eine Stunde. Tickets kosten zwischen 15 und 25 Euro und sind auf der Website der spanischen Eisenbahn (renfe.com) erhältlich. Günstiger und etwas langsamer fährt man mit den Regionalzügen (rodalies.gencat.cat). Tickets gibt es im Bahnhof am Schalter und am Automaten.

Taxi, Uber & Co.

Im Vergleich zu Deutschland sind Taxifahrten relativ günstig. Der innerstädtische Kilometerpreis bewegt sich unter der Woche tagsüber zwischen 1,10 und 1,90 Euro/km, Aufschläge fallen nachts sowie für Fahrten an Sonn- und Feiertagen an. Auf taxienpalamos.com kann man den Preis vorab berechnen (auch auf Deutsch). Für Flughafenfahrten werden meist Fixpreise berechnet, die Tarife sind im Taxi ausgehängt. Fahrdienste wie Uber oder Cabify sind nicht in allen Städten zugelassen. Lizenzierte Fahrzeuge haben ein rotes oder grünes VTC-Schild in der Windschutzscheibe.

Vor Ort

Geld & Kreditkarten

Mit den üblichen Girokarten kann man aus den Bankautomaten Bargeld ziehen. Falls von der ausgebenden Bank eine Zusatzgebühr erhoben wird, wird diese angezeigt. Das Bezahlen mit Kredit- oder Debitkarten ist sehr viel weiter verbreitet als in Deutschland. Fast alle Restaurants und Geschäfte akzeptieren die gängigen Karten.

Internet & WLAN

Die Mehrheit der Hotels, Pensionen und Restaurants bietet kostenlosen Zugang ins Internet. In größeren Städten wie Barcelona und Girona gibt es auch in Parks, öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden kostenlose Hotspots, in Lloret de Mar und Calella de Palafrugell sogar am Strand. Solche öffentlichen Spots sind mit Hinweisschildern markiert, allerdings ist die Geschwindigkeit dort reduziert.

Öffnungszeiten

In den Touristenorten sind die Läden in der Regel länger geöffnet als im Hinterland. An den Küste wird zudem nach Winter- und Sommersaison (zwischen April und September) unterschieden. Selbst Institutionen wie z. B. die Post sind in den einzelnen Orten zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet. Wenig falsch macht, wer sich an folgende Kernzeiten hält: Geschäfte haben in der Regel von 9 bis 13.30 Uhr geöffnet und nach einer längeren Mittagspause von 17 bis 20 Uhr. Touristenbüros sind ab ca. 10 Uhr bis mindestens 13 Uhr besetzt, dann noch einmal von 17 bis 20 Uhr.

Telefon & Handy

Vorwahl für Deutschland 0049, für die Schweiz 0041, für Österreich 0043, für Spanien 0034.Innerhalb Spaniens gibt es keine Vorwahlen, es wird immer die komplette Telefonnummer, auch innerorts, gewählt. Auch zu einem spanischen Mobiltelefon wird innerhalb und von außerhalb des Landes die ganze Nummer gewählt, die bei spanischen Mobilrufnummern mit einer 6 beginnt. Das Handy wird in Spanien móvil genannt.

Trinkgeld

Bei Zufriedenheit mit dem Service sind je nach Summe fünf bis zehn Prozent Trinkgeld üblich. In Restaurants und Cafés lässt man sich zunächst immer das Wechselgeld bringen; das Trinkgeld wird dann auf dem Teller mit dem Wechselgeld liegen gelassen – das in Deutschland verbreitete Aufrunden ist nicht gebräuchlich. Auch Reiseführer erwarten ein Trinkgeld und in Hotels freuen sich die meist sehr schlecht bezahlten Zimmermädchen über einen Obolus.

Übernachten

Als eine der beliebtesten spanischen Urlaubsregionen hat die Costa Brava eine gut ausgebaute Hotelinfrastruktur. Die meisten Hotels sind solide Drei- bis Viersternehäuser, zu den großen Hotelklötzen in den Hauptferienorten kam in den letzten Jahren eine Anzahl feiner Boutiquehotels dazu. Campen ist an der Costa Brava seit den 1960er-Jahren populär; die meisten der über 120 000 Stellplätze finden sich am südlichen Küstenabschnitt. Einen Überblick gibt es auf campingsingirona.com. Wer einen ruhigen Urlaub verbringen möchte, ist auf den etwa 240 zu agroturismes umgestalteten Bauernhöfen und Landgütern gut aufgehoben (turismeruralgirona.org).

Katalonien erhebt eine Touristenabgabe, die je nach gebuchter Unterkunft zwischen 0,60 und 3 Euro pro Person und Nacht liegt, wobei Übernachtungen in Fünfsternehotels mit dem höchsten Tarif zu Buche schlagen. In Barcelona liegt die Abgabe bei 1–3,50 Euro, hinzu kommt ein pauschaler Barcelona-Aufschlag in Höhe von 3,25 Euro.

Sprache

Die Autonome Region Katalonien ist offiziell zweisprachig, allerdings wird im öffentlichen Raum dem Katalanischen der Vorzug gegeben. Straßen- und Hinweisschilder sind auf Katalanisch beschriftet, die Speisekarte auf Katalanisch ist Pflicht. An öffentlichen Schulen und Universitäten ist Katalanisch Unterrichtssprache, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sendet auf Katalanisch, auch für die meisten Jobs müssen Katalanischkenntnisse nachgewiesen werden.

Die mit dem Französischen, Spanischen und Italienischen eng verwandte romanische Sprache war in der Diktatur unter Franco jahrzehntelang aus dem öffentlichen Raum verbannt. Das erklärt zum Teil die Vehemenz, mit der heute für sie gestritten wird.

Während im Hinterland von Girona und an vielen Orten der Küste Katalanisch dominiert, spricht man im Ballungsraum Barcelona überwiegend Spanisch. Trotz der zuweilen erhitzten politischen Debatten wechseln die meisten Einheimischen im Alltag problemlos zwischen den beiden Sprachen hin und her. Als Reisender kommst du zwar überall bestens mit Spanisch durch, ein paar Worte auf català öffnen dir aber Türen und Herzen. Englisch wird vor allem von jüngeren Einheimischen gesprochen.

Strände

Die Qualität der Strände an der Costa Brava ist exzellent. Gut zwei Dutzend sind in der Provinz Girona mit der bandera azul ausgezeichnet, der Blauen Flagge für Qualität. An diesen Stränden werden Wasser und Sand regelmäßig auf Schadstoffe überprüft, Haustiere sind dort verboten. Auch sind die meisten Strände der Costa Brava inzwischen rauchfrei.

Oben ohne ist in Spanien weit verbreitet und toleriert. Nackt baden ist zwar nirgends verboten, stört aber vielleicht andere Strandbesucher. Wer also ganz die Hüllen fallen lassen will, besucht daher am besten einen der offiziellen FKK-Strände wie Cala Sa Boadella in Lloret de Mar oder Cala Estreta bei Palamós. Mehr Nacktbadestrände findest du auf naturismo.org. An praktisch allen größeren Stränden werden Liegen und Sonnenschirme vermietet.

Info-Websites

Viele nützliche Adressen und gute Tipps in deutscher Sprache finden sich auf der Tourismus-Website der Provinz Girona costabrava.org, auf der Website des katalanischen Tourismusverbands katalonien-tourismus.de sowie auf der Website des spanischen Tourismusportals: spain.info/de/region/costa-brava

Diplomatische Vertretungen in Barcelona

Deutsches Konsulat

Tel. 9 32 92 10 10 | spanien.diplo.de

Österreichisches K****onsulat

Mo, Mi, Fr 10–12 Uhr | C/ Marià Cubí 7 | 08008 Barcelona | Tel. 9 33 68 60 03 | bmeia.gv.at

Schweizerisches Konsulat

Mo–Fr 9–12.30 Uhr | Gran Via de Carlos III 94 | 08028 Barcelona | Tel. 9 34 09 06 50 | eda.admin.ch

Notfälle und Sicherheit

Gesundheit

Alle größeren Krankenhäuser haben Notfallaufnahmen. Sie heißen urgencias, in ihnen wird man über die Europäische Versicherungskarte EHIC gratis behandelt. In den touristischen Zentren gibt es meist auch deutschsprachige Praxen; dort wird in der Regel privat abgerechnet. Ob die Kosten dann später von der heimischen Krankenkasse übernommen werden, müssen Patienten selbst klären. Das deutsche Konsulat in Barcelona verfügt über eine Liste deutschsprachiger Ärzte.

Notruf

Notruf: Tel. 1 12

Sicherheit

Grundsätzlich ist die Costa Brava ein sicheres Reisegebiet. Allerdings gilt auch hier: Gelegenheit macht Diebe. Niemals sollte man seine Sachen unbeaufsichtigt im Restaurant oder auf Busbahnhöfen lassen. Vor allem in Barcelona kommt es sehr häufig zu Taschendiebstählen.

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