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Costa Blanca & Umgebung

Check-in

„Hier, nimm das“, sagt Marisol und schiebt dem Fremden ein Tellerchen hin, „das musst du probieren!“ Per Zahnstocher wandert ein gummiartiges Häppchen in den Mund. „Jetzt langsam kauen – na?“, fragt die Spanierin erwartungsvoll, während ihr Mann Antonio genüsslich den dritten Happen aufpikst. Im Gaumen breitet sich tiefstes Meeresaroma aus, das gleichermaßen befremdet und nach mehr schmeckt. „Pulpo seco hier aus Águilas“, schwärmt Marisol, „das ist etwas ganz Besonderes!“ Getrockneter Oktopus, frisch aus der Grillpfanne. Ein echtes Erlebnis, einfach köstlich, dazu der Blick hinüber zum Hafen. Wenn da keine Ferienlaune aufkommt …

Ungewöhnliche Spezialitäten, eine pfiffige Gastroszene, traumhafte Strände und Stadtkultur, rauschende Feste, Ausgehfreuden, Naturschutzgebiete, das Hinterland mit urigen Steindörfern – es gibt viele gute Gründe für eine Reise in diese Küstenregion. Die „Weiße Küste“ (Costa Blanca), die „Heiße Küste“ (Costa Cálida) und die „Küste der Orangenblüte“ (Costa del Azahar) tragen nicht nur klingende Namen, sondern halten selbst für Spanien-Kenner Überraschungen bereit: versteckte Buchten, Häfen, Märkte, kleine Kneipen und Restaurants für Genießer. Auf einem Extrablatt steht València, eine der pulsierendsten Städte des Landes. Spaniens östliche Mittelmeerküste sonnt sich im Glanz eines beneidenswerten Klimas und eignet sich jederzeit als Ziel für Individualisten wie für Pauschalreisende. Zur Auswahl stehen Hunderte Küstenkilometer, die im Norden mit der Costa del Azahar beginnen. Dieser Abschnitt gehört zur valencianischen Provinz Castelló de la Plana und findet mit den Stränden von Peñíscola und Benicàssim seine Höhepunkte. Südwärts schließen sich die Strände um València an, gefolgt von der eigentlichen Costa Blanca. Hier werden Urlaubsträume wahr, gepaart mit sommerlichem Highlife im Stil von Benidorm, der Hafenstadt Alacant/Alicante oder ruhigeren Fleckchen für Familien mit Kindern. Südwärts geht die Costa Blanca in die Küste von Murcia über, die mit den Feriengebieten um La Manga del Mar Menor und der Costa Cálida bis hinab nach Andalusien reicht; zu den Charakteristika dieses Küstenabschnitts zählen herrliche Felsenbuchten. Der Übergang nach Murcia markiert auch eine Sprachgrenze. Ist bis dahin parallel zum normalen Spanisch (castellano) das Valencianische (valencià) verbreitet, das wiederum dem Katalanischen sehr nahesteht, so gibt in Murcia nur noch castellano den Ton an. Verwirrend ist im valencianischen Sprachraum die uneinheitliche Handhabung. Die zeigt sich z.B. bei unterschiedlichen Schreibweisen von Orts- und Straßennamen, die Besuchern im Reisealltag begegnen, und sie erklärt die doppelte Ausweisung in diesem Buch: parallel zu Valencianisch auch auf Spanisch, denn als Alacant ist Alicante z. B. international weniger bekannt.

An den Küsten sind mindestens 300 Sonnentage und über 3000 Sonnenstunden pro Jahr Standard, Regenfälle mancherorts ein nahezu unbekanntes Phänomen! Das wissen auch viele Auswanderer oder „Teilzeit-Auswanderer“ aus Deutschland zu schätzen, die Mitteleuropa die kalte Schulter zeigen. An der Costa Blanca gibt es eine große Zahl von Residenten. Blickt man in den tiefsten Süden des Zielgebiets, kann sich die Quecksilbersäule im Hochsommer um die 40-Grad-Marke bewegen, insbesondere um Murcia und Cartagena. Was die Ferienzeiten betrifft, so sind um Ostern sowie im Juli und August sind die meisten Spanier unterwegs – und dann herrscht allseits das meiste Leben samt aller Vor- und Nachteile. Wer im Winter an Spaniens Mittelmeerküste abtaucht, wird die Ruhe genießen können und sich zu jenen Privilegierten zählen, die zu Jahresbeginn auf der Terrasse frühstücken. In der Gegend um Alacant liegt der jährliche Temperaturschnitt bei 18,5, im Januar immerhin bei 13 Grad.

València, eine der schönsten Metropolen Spaniens, bietet sich zu jeder Jahreszeit für einen Citytrip an. Die Eindrücke von Stränden und Naturschönheiten werden durch Santiago Calatravas moderne Architektur in der „Stadt der Künste und der Wissenschaften“ und eine gewaltige Zusatzportion Kultur ergänzt. Renommee genießen das Valencianische Zentrum für Moderne Kunst und das Museum der Schönen Künste. Die Seidenbörse zählt zum Weltkulturerbe, gleich gegenüber bezaubern die riesigen Markthallen mit ihrem ganz eigenen Flair. In der Stadt tanken Sie südländische Stimmung allerorten: in den Kneipen, in den Parks, an den Stränden, am Hafen. Plätze und Promenaden sind den Spaniern verlängerte Wohnzimmer, zumal Einladungen nach Hause unüblich sind. Die Mentalität ist – allen Krisen, Preiserhöhungen und Pressemeldungen zur Korruption zum Trotz – tendenziell positiv und nicht selten an das „Mañana“-Syndrom geknüpft. Scheinbar wichtige Anliegen werden gerne auf das ewige Morgen verschoben: mañana! Kein Klischee, sondern ebenso Wirklichkeit wie die Tatsache, dass „grünes Denken“ im internationalen Vergleich noch unterentwickelt ist.

Zwischen der Costa del Azahar und der Küste von Murcia gehen Kultur und Natur Hand in Hand, präsentieren sich blühende Landschaften voll mediterraner Exotik. Unter südlicher Sonne gedeihen Orangen und Zitronen, Oliven, Dattelpalmen, Mimosen, Mandel- und Feigenbäume. Rasch wird man sehen, dass Spaniens Ostküste nicht aus feinsandigen langen Stränden allein besteht. Immer wieder schieben sich versteckte kleine Buchten und wildromantische Klippen ins Bild. Zwischen Dénia und Calp ragen die Kaps Sant Antoni und Nao in die See hinein, Küstengebirge wie El Montgó und die Serra d’Irta stehen unter Naturschutz, im Hinterland bäumen sich imposante Bergwelten auf. Dort liegt der Duft von Kiefern und Kräutern in der Luft, die Gegend um Callosa d’en Sarrià ist mit Mispelbäumen übersät. In manchen Orten leuchten Hibiskus und Bougainvilleen vor weißen Fassaden, auf dem Land wuchern Mittagsblumen, Agaven und Feigenkakteen.

Die Menschen in dieser Region haben im Laufe der Zeit zahlreiche Fremde kommen und gehen sehen: in vorgeschichtlicher Ära phönizische Händler und Seefahrer, später die Römer, im Mittelalter die Mauren, dann Piraten aus Nordafrika, die napoleonischen Truppen. Inmitten der Franco-Diktatur, ab Ende der 1950er-Jahre, begann Spanien sich als Touristenziel zu öffnen und an den Küsten selbst einzubetonieren. In Städten wie Benidorm sind die Bausünden noch sichtbar. Heute blüht das Business – und jeder weiß es als Einkommensquelle zu schätzen. Viele Einheimische finden Arbeit in der Gastronomie, in der Hotelellerie, in Freizeitparks. Andere gehen Knochenjobs in Handelshäfen, Raffinerien und Ziegelbrennereien nach. Auch die Arbeit im Orangenhain ist kein Zuckerschlecken. „Manche glauben, ich würde den ganzen Tag nur die Sonne und die frische Luft genießen“, sagt Paco, der im Hinterland von Dénia eine Plantage bewirtschaftet. „Allein hier stehen 3000 Bäume, das ist kein Hobby, das ist Arbeit von früh bis spät.“ Auch Marisol, die in Águilas ein Kleinunternehmen leitet, muss arbeiten, wo andere Urlaub machen, weiß aber den Hebel umzulegen: Traditionen wie die tägliche Siesta und die Einkehr in die örtlichen Kneipen sind ihr heilig. Sie und Antonio würden nie davon abrücken. Denn was gibt es Schöneres als die klare Luft, das Meer und dazu ein paar Stückchen pulpo seco …?

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Calpes Felsgigant, das millionenfach auf Speicherkarten gebannte Fotomotiv der Costa Blanca, steht als Parc Natural unter Schutz und ist Lebensraum zahlreicher Seevögel und Hunderter Pflanzenarten.…
Unter dieser Bezeichnung versteht man die Gesamtheit der Dattelpalmenpracht von Elche, verteilt auf mehrere Bereiche und Gartenanlagen. Der frequentierteste Palmenpark beginnt gleich hinter den…
In Relation zu seinen knapp 200 Einwohnern schluckt Guadalest mit jährlich ca. 2 Mio. Besuchern einen der größten Anstürme dieser Art in ganz Spanien. Auf eine Schneise aus Souvenirshops folgt der…
Südlich von Peñíscola wirft sich parallel zur Küste der Höhenzug der Serra d’Irta (oder Sierra de Hirta) bis zu 573 m hoch auf. Der Naturpark ist von Wanderwegen durchsetzt, die Touristeninfo h…
Die unbestrittenen Königinnen der Strände sind die Platja de Llevant/Playa de Levante und die Platja de Ponent/Playa de Poniente. Zwischen beiden Sandstrandlinien erhebt sich ein Vorsprung mit der…
Die unbestrittenen Königinnen der Strände sind die Platja de Llevant/Playa de Levante und die Platja de Ponent/Playa de Poniente. Zwischen beiden Sandstrandlinien erhebt sich ein Vorsprung mit der…
Rein in die Boote, die Köpfe einziehen und die bizarren Tropfsteinformationen bestaunen: Auf einem unterirdischen Flüsschen geht’s durch die faszinierende Welt der Sankt-Josephs-Grotten. Hö…
Diese Ansicht ist unverwechselbar an der gesamten Mittelmeerküste: Hoch über Hafen und Stränden schiebt sich die wehrhafte Altstadthalbinsel von Peñíscola (9000 Ew.) tief ins Meer hinein. Kalkwei…

Reisezeit

Januar
sehr gut
16°C
Februar
sehr gut
17°C
März
sehr gut
19°C
April
sehr gut
21°C
Mai
sehr gut
24°C
Juni
sehr gut
27°C
Juli
sehr gut
30°C
August
sehr gut
31°C
September
sehr gut
28°C
Oktober
sehr gut
25°C
November
sehr gut
19°C
Dezember
sehr gut
17°C

Die beste Reisezeit für Costa Blanca & Umgebung sind die Monate Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 23° Celsius erreicht. Der sonnigste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 12 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur im kältesten Monat bei lediglich 16° Celsius bei 4 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 23° Celsius und die Nachttemperatur bei 12° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 4 Tagen. Der regenreichste Monat ist der November.

Mehr zu Klima und Reisezeit

MARCO POLO Reiseführer

MARCO POLO Karte Costa Blanca, Valencia, Alicante, Castellón, Murcia 1:200 000
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9,99 €

Praktische Hinweise

Anreise

Die Hauptroute führt über Lyon ans Mittelmeer und weiter über Perpignan und Barcelona parallel zur Küste nach Richtung. In Frankreich schlagen Autobahngebühren zu Buche, in Spanien unterscheidet man zwischen gebührenpflichtigen
autopistas (Autobahnen) und kostenlosen autovías (Schnellstraßen). Im Internet helfen Routenplaner wie www.viamichelin.de nicht nur bei der Streckenführung, sondern auch bei der Preiskalkulation für gebührenpflichtige Autobahnen durch Frankreich und Spanien.

Bahnverbindungen ans spanische Mittelmeer gibt es u.a. über/ab Basel–Mulhouse–Avignon–Montpellier oder über den Knotenpunkt Paris. Für die Strecke Hamburg–València benötigt man allerdings gut 26 Stunden, inklusive mehrmaligen Umsteigens. Infos unter reiseauskunft.bahn.de und www.renfe.com.

Gutes Sitzfleisch und viel Geduld braucht man bei der langwierigen Busanreise; so dauert z.B. die Fahrt von Frankfurt/M. nach Alicante gut 30 Stunden. Regelmäßige Verbindungen unterhalten die Eurolines (Tel. 06196 2078501 www.eurolines.de). Auf den Standardtarif gibt es Ermäßigungen für Kinder, Jugendliche, Studenten und Senioren. Tickets gibt es auch in DER-Reisebüros und in DB-Reisebüros in Reisezentren der Deutschen Bahn. Die Schweiz wird von Eurolines Switzerland/Alsa-Bussen bedient
(www.eurolines.ch).

València, Alicante und Murcia sind die internationalen Flughäfen der Region. Alle drei stehen auf den Flugplänen verschiedener Airlines. Je nach Saison gibt es viele Verbindungen. València
wird ab zahlreichen Städten von Air Berlin (www.airberlin.com; österreichischer
Partner ist Niki, www.flyniki.com; Verbindungen mehrheitlich via Palma de Mallorca) und vereinzelt auch von Eurowings (www.eurowings.com) angeflogen. Nach Alicante und Murcia geht es ebenfalls mit Air Berlin/Niki. Neu sind seit 2014
Billigflüge von Norwegian Airlines (www.norwegian.com) ab Berlin, Hamburg,
Köln/ Bonn und München nach Alicante. Achtung bei Aktionspreisen: Bei Online-Buchungen erschließen sich Steuern und versteckte Gebühren nicht immer auf den ersten Blick. Das gilt vor allem für Ryanair (www.ryanair.com), die je nach Saison Alicante und València ansteuert. Verbindungen und Preise checkt man gut unter www.opodo.de.

Auskunft

Spanische Fremdenverkehrsämter:

DeutschlandLietzenburger Straße9910707 Berlin030 8826543berlin@tourspain.es

ÖsterreichWalfischgasse81010Wien 01 512958011viena@tourspain.es

SchweizSeefeldstrasse198008 Zürich0442536050zurich@tourspain.es

In Deutschland gibt es weitere Fremdenverkehrsbüros in Düsseldorf, Frankfurt/M. und München. In Spanien hilft das jeweils örtliche Tourismusbüro (oficina de turismo) weiter.

Auto

Streng geahndet werden das Überschreiten der Promillegrenze von 0,5 und die Handybenutzung am Steuer. Zu rechnen ist mit Strafen in dreistelliger Eurohöhe. Auch wer sich nicht ans Tempolimit hält, wird heftig zur Kasse gebeten. Ist man nicht in Spanien gemeldet, muss der Strafzettel umgehend beglichen werden, sonst legt die Polizei das Fahrzeug still. Fahrzeuge dürfen nicht privat abgeschleppt werden (dafür sind nur autorisierte Abschleppdienste zuständig), beim Tanken müssen Licht und Radio ausgeschaltet sein. Höchstgeschwindigkeit innerorts 50, auf Landstraßen – je nach Beschilderung – 90 bzw. 100 km/h, auf Autobahnen 120 bzw. auf ausgewählten Strecken 130 km/ h. Ins Auto gehören zwei Warndreiecke und eine reflektierende Warnweste. Spaniens Unfallraten sind hoch, Sicherheitsabstand
und Rücksichtnahme häufig Fremdworte. Und Fußgänger sollten auf Zebrastreifen nicht ihr Recht einfordern, indem sie ihr Leben aufs Spiel setzen.

Banken & Kreditkarten

Banken haben in der Regel Mo–Fr 9–14 Uhr geöffnet. Kreditkarten wie Visa sind weit verbreitet, Geldautomaten (cajeros automáticos) Standard. Bei der Bezahlung mit Kreditkarte müssen Sie mitunter
ein Ausweisdokument vorlegen (Geheimzahl nicht vergessen!). Bezahlt man bar, kann es bei  100-Euro-Scheinen aus Angst vor Falschgeld vereinzelt zu Problemen kommen; wählen Sie lieber eine kleinere Stückelung.

Camping

An der Küste finden Camper gute Verhältnisse vor. Dabei findet man nicht nur die üblichen Stellplätze, sondern mitunter auch Areale mit Bungalows. Zu beachten ist, dass nicht alle Campingplätze ganzjährig öffnen, manche sind nur von Ostern bis Oktober in Betrieb. Internetinfos auch auf Deutsch unter www.infocamping.com, ansonsten hilfreich: www.spaincamping.com, www.campinguia.com

Diplomatische Vertretungen

Deutsche BotschaftCalle Fortuny8Madrid915579095www.spanien.diplo.de

Österreichische BotschaftPaseo de la Castellana91Madrid915565315www.bmeia.gv.at/botschaft/madrid

Schweizer BotschaftCalle Núñez de Balboa35aEdificio Goya, 7. OG Madrid 914363960www.eda.admin.ch/madrid

Es gibt außerdem deutsche Honorarkonsulate in Alicante96518070 und València963106253 sowie ein Österreichisches Honorarkonsulat963522212 in València.

Einreise

Für EU-Bürger reicht der Personalausweis. Bei der Einreise aus EU-Ländern findet im Regelfall keine Kontrolle statt.

FKK

Oben ohne mag zum Standard gehören, ganz ohne nicht. Für Liebhaber textilfreier Sonnen- und Badefreuden sind vereinzelt eigene Strandabschnitte ausgewiesen (playas naturistas).

Gesundheit

In Spanien gilt die Europäische Krankenversicherungskarte, doch gibt es weder freie Arztwahl, noch sind Zahnbehandlungen enthalten. Zuständig ist das nächste Gesundheitszentrum. Die Notfallabteilung eines Krankenhauses heißt urgencias, wo die Wartezeiten lang sein können. Wer sichergehen will, schließt zusätzlich eine Reisekrankenversicherung ab. Mit Blick auf die Kostenerstattung ist wichtig, dass man sich vom behandelnden Arzt die Rechnung genau aufschlüsseln lässt; das gilt auch für Medikamente. Im Zielgebiet haben sich einige deutschsprachige Ärzte niedergelassen. In Apotheken sind Artikel wie Sportgels und Wärmepflaster im Regelfall günstiger als daheim, und manche Medikamente, die andernorts rezeptpflichtig sind, werden frei abgegeben. Erkennungsmerkmale von Apotheken sind ihre leuchtenden grünen Kreuze.

Internetcafés & Wlan

WLan ist auf Spanisch als Wifi bekannt und wird auf Flughäfen, in Hotels und anderen Einrichtungen immer öfter als Service angeboten; in manchen Hotels ist Wifi jedoch kostenpflichtig. Darüber hinaus findet man in vielen Städten und Touristenorten Internetcafés und -zentren (ciber oder cibercafés), allerdings wechseln die Adressen häufig. Preisliche Richtwerte: eine halbe Stunde kostet 1,50–2 Euro, die ganze Stunde 2,50–4 Euro. In öffentlichen Bibliotheken ist die Benutzung von Internetterminals gegen Vorlage von Pass oder Personalausweis meist kostenlos, evtl. müssen Sie aber mit Wartezeiten und älteren Geräten rechnen.

Mietwagen

An den internationalen Flughäfen sind bekannte Verleiher ansässig, Vorbuchungen sparen Geld. Vergleichen Sie die Angebote im Internet, z. B. bei Auto Europe (www.autoeurope.de) und www.billigermietwagen.de. Bei frühzeitiger Buchung
bekommt man einen Kleinwagen in der Vorsaison ab ca. 110 Euro/ Woche, inklusive Freikilometer und Steuern. Je nach Autoverleiher variiert das Mindestalter des Anmieters (meist 21 Jahre). Die Vorlage einer Kreditkarte wird vorausgesetzt. Spanische Anbieter ködern oft mit vermeintlich guten Angeboten, doch wird gerne mit dem Fallstrick der sogenannten „Benzinpolitik“ (política de gasolina) operiert; dahinter verbergen sich nicht unerhebliche Kosten. Die „Politik“ besteht darin, dass der Mieter bei Übernahme des Fahrzeugs eine je nach Modell variierende und vorab nicht konkret
ausgewiesene Zusatzsumme für die Tankfüllung zu entrichten hat, ab ca. 50 Euro aufwärts und z. T. über 100 Euro. Den Wagen kann man nach Ende der Miete zwar mit leerem Tank zurückbringen, doch das vorab Kassierte liegt um Längen über dem einer Komplettbefüllung; Erstattungen sind nicht möglich. Um unangenehme Überraschungen zu
vermeiden – das gilt auch für eine zusätzliche, vollkommen willkürliche „Servicegebühr“ – sollten Sie z. B. bei www.billiger-mietwagen.de den Hinweis „Vermieter verlangt Zusatzkosten“ beachten; wählen Sie stattdessen die Filterbox für
Angebote ohne Zusatzkosten.

Notruf

Nationale Notrufnummer112

Nationalpolizei091

Städtische Polizei092

Guardia Civil 062

Öffentliche Verkehrsmittel

Das beliebteste Verkehrsmittel in der Region, vor allem für kürzere Strecken, ist der Bus, für den das durchweg sehr gut ausgebaute Streckennetz spricht. Die Buspreise sind meist niedriger und die
Verbindungen häufiger als bei der Bahn. Alicante und València sind bei Verbindungen nach Madrid ans Netz des Superschnellzuges AVE angebunden. Jeder größere Ort verfügt über eine Busstation bzw. über einen zentralen Busbahnhof (estación de autobuses). Auf dem Weg zum Zug führt Sie der Weg Richtung Bahnhof, zur estación de Renfe.

Öffnungszeiten

Strenge Ladenschlusszeiten gibt es in Spanien nicht. Man kann davon ausgehen, dass die Geschäfte Mo bis Sa 9.30/10–13.30/14 und 16.30–20 Uhr öffnen, während der Hauptsaison in Touristenzentren auch sonntags. Spanier kaufen gerne in Großsupermärkten (hipermercados) an den Stadträndern ein, die Mo–Sa 10–22 Uhr ohne Mittagspause geöffnet haben. Uneinheitlich gehandhabt sind die Öffnungszeiten bei Postämtern; manche schieben Siesta ein, samstags ist gegen Mittag jedoch bei allen Schalterschluss. Behörden öffnen in der Regel Mo–Fr 9–14 Uhr. Sollten Museen und Monumente an Feiertagen geöffnet sein, dann entsprechen die
Öffnungszeiten meist denen von Sonntagen.

Post

Briefe bis 20 g und Postkarten in EU-Länder sowie in die Schweiz brauchen wenige Tage Laufzeit, das Porto steigt immer zu Jahresbeginn. Briefmarken sind in Postämtern sowie in Tabakläden (tabacos) erhältlich.

Preise

Angesichts der Preissteigerungen der letzten Jahre in Spanien ist das Preisniveau mit dem daheim inzwischen vergleichbar. Manches ist billiger (z. B. Wein, Nahverkehr, Obst, Gemüse), anderes kann sogar teurer sein (z. B. ein Abendessen). Achtung: Bei Hotel- und Restaurantpreisen ist meist klein vermerkt, ob die Mehrwertsteuer (Iva, 21 Prozent)
noch hinzukommt oder bereits enthalten ist. Manche Freizeitparks langen bei den Eintrittspreisen übermäßig zu.

Sicherheit

In touristisch stark frequentierten Orten und Städten hat sich die Polizeipräsenz erhöht, um der Kleinkriminalität Einhalt zu gebieten. Damit sind Taschendiebstähle jedoch nicht vom Tisch. Autofahrer sollten dringend den Ratschlag beherzigen, nicht das Geringste sichtbar im Wageninneren zurückzulassen – nicht einmal Kuli, Landkarte oder Sonnenbrille! Insgesamt gesehen ist der Alltag in Spanien jedoch nicht gefährlicher als daheim.

Sprachferien

In Städten wie Alicante und València werden an Sprachschulen unterschiedlichste Spanischkurse angeboten, ob für Anfänger oder Fortgeschrittene, mitunter auch als Sommercamp für junge Leute. Die Gruppen sind meist klein und die Lehrer motiviert, Unterkünfte auch in Gastfamilien werden auf Wunsch arrangiert. Zu den Adressen, die als Referenz des Instituto Cervanteseee.cervantes.es geführt werden, zählen Proyecto EspañolGarcía Morato41965230655www.proyecto-es.com in Alicante und Costa de ValenciaBlasco Ibañéz66963610367www.costadevalencia.com in València.

Strom

220 Volt, normale Stecker.

Telefon & Handy

Bei Auslandsgesprächen: 00, dann die Landeskennzahl (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41), die Ortsvorwahl ohne 0 und die Teilnehmernummer. Die Vorwahl nach Spanien ist die 0034, dann direkt die Rufnummer. In Spanien beginnen kostenintensivere Servicenummern, bei denen man häufig lange in der Warteschleife hängt, mit 902; spanische Handynummern erkennt man an der 6 zu Beginn. Öffentliche Telefónica-Zellen benutzt man am besten mit Telefonkarten (tarjetas telefónicas). Diese Karten zu 5 und 10 Euro sind in Tabakläden erhältlich.

Recht günstige Preise bieten Telefonzentren (locutorios). Manche Handybenutzer legen sich eine spanische Prepaid-Karte (z.B. von Amena oder Orange) zu.

Trinkgeld

Spanier sind keine Trinkgeldfanatiker. Zufriedene Gäste geben im Restaurant um die 5 Prozent. In Kneipen reicht es, den Betrag allenfalls aufzurunden, doch erwartet wird dies nicht. Zimmermädchen im Hotel freuen sich über 1 Euro/ Tag, Taxifahrern gibt man kein Trinkgeld.

Unterkunft

Die Spanne reicht von der einfachen Pension (pensión) über den Gasthof (hostal) bis zum Spitzenhotel. Als gute Hotelketten gelten NHwww.nh-hotels.com und Tryp bzw. Meliáwww.solmelia.com sowie die Paradoreswww.parador.es. Im Trend liegen Landhäuser (casas rurales) im Hinterland, bei denen es sich dringend empfiehlt, die GPS-Koordinaten zu notieren oder eine Anfahrtskizze auszudrucken. Auf die Vermittlung charmanter, exklusiver Bleiben auf dem Land hat sich die Kette Rusticaewww.rusticae.es spezialisiert. Sparfüchse quartieren sich in Jugendherbergen ein (www.reaj.com). In Spanien gibt man Zimmerpreise meist ohne Frühstück an, während in vereinzelten Hotels Halb- oder Vollpension gebucht werden muss. Die Check-out-Zeit in spanischen Unterkünften ist meist erst um 12 Uhr.

Zeitungen

In Ferienzentren haben sich die Zeitungsläden auf die internationale Klientel eingestellt. Tageszeitungen sind aktuell erhältlich. Spanier sind eifrige Zeitungsleser, obgleich der Sport im Vordergrund steht; meist liegen in Kneipen die aktuellen Publikationen aus. Auf nationaler Ebene ist man mit den seriösen Blättern „La Razón“, „El Mundo“ und „El País“ gut beraten.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen alle Waren für den persönlichen Gebrauch frei ein- und ausgeführt werden, u.a. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen und 90 l Wein pro Person. Für Schweizer gelten geringere Freimengen, u. a. 1 l Spirituosen und 200 Zigaretten.

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

1. Januar:

Año Nuevo (Neujahr)

6. Januar:

Reyes Magos (Dreikönigstag)

März/April:

Viernes Santo (Karfreitag)

1. Mai:

Fiesta del Trabajo (Tag der Arbeit)

15. August:

Asunción de Nuestra Señora (Mariä Himmelfahrt)

12. Oktober:

Día de la Hispanidad (Tag des Spaniertums)

1. November:

Todos los Santos (Allerheiligen)

6. Dezember:

Día de la Constitución (Tag der Verfassung)

8. Dezember:

Inmaculada Concepción (Mariä Empfängnis)

25. Dezember:

Navidad (Weihnachtstag).

Je nach Landstrich gesellen sich weitere Feiertage wie der Día de San José (Sankt-Josefs-Tag, 19. März), Jueves Santo (Gründonnerstag), Lunes de Pascua, (Ostermontag) und Día del Corpus (Fronleichnam) hinzu. Auch den lokalen Schutzpatronen sind Feiertage gewidmet, in València z.B.

22. Januar

San Vicente Mártir

1. Mo nach Ostern

San Vicente Ferrer

9. Okt.

ist Regionalfeiertag in der Autonomen Gemeinschaft València.

Feste & Veranstaltungen

Januar

5. Jan.: Umzüge am Vorabend des Dreikönigstages, u.a. in Alacant, Dénia, Benicàssim, Elx und Benidorm; an der Küste landen die drei Weisen aus dem Morgenland häufig per Boot an

Februar/März

Karneval u.a. in Peñíscola, Alacant, Benidorm, Torrevieja; als Rio de Janeiro im Kleinformat feiert Águilas seinen Karnevalwww.carnavaldeaguilas.org

März

Fallas: Vielerorts stellt man Monumentalgebilde aus Holz und Pappmaché auf und verbrennt sie am St.-Josephs-Tag (19.) bzw. in der Nacht auf den 20.; dazu schießt man Feuerwerkskörper ab. Unerreicht ist die Fallastradition in València, aber auch in kleineren Städten wie Sagunt und Xàtiva, außerdem geht‘s in Benidorm und Burriana hoch her

Fiestas de la Magdalena: Stadtfest in Castelló de la Plana mit Umzügen, Tanz, Feuerwerk (Monatsende, mitunter auch erst Anfang April)

März/April

Ostern ( Semana Santa) mit Karprozessionen u.a. in València, Alacant, Murcia, Cartagena, Elx, Lorca und Sagunt

Um den 23. April Moros y Cristianos in Alcoi (wobei es, abhängig vom Osterfest, zu Terminverschiebungen bis in den Mai kommen kann)

Juni

Am Vorabend des Johannistages (24.) Johannisfeuer, Hogueras de San Juan, u.a. in Benidorm und Dénia

Juli

Fiestas Mayores Santísima Sangre, Patronatsfest in Dénia

August

Misteri d’Elx, Mysterienspiel von Elx in der Basilika Santa María (zur Monatsmitte); www.misteridelx.com

Tomatina, Tomatenschlacht von Bunyol, mit über 100 000 kg zum Spaß verschwendeter Tomaten aber ein zweifelhaftes Vergnügen (am Monatsende)

September

Feria in Murcia mit Folklore, Moros y Cristianos; www.fiestasdemurcia.es

In der zweiten Monatshälfte Fiestas de Cartaginenses y Romanos, das „Fest der Karthager und Römer“ in Cartagena; www.cartaginesesyromanos.es

Oktober

Meist Anfang des Monats Moros y Cristianos in Benidorm

November

Patronatsfest in Benidorm

Bloss nicht

Unbedacht rauchen

Seit Spaniens Politspitzen unlängst Rauchern den Kampf angesagt haben, darf man den Glimmstängel nicht mehr überall anstecken. In vielen Hotels gibt es allenfalls Raucherzimmer. Ansonsten ist das Rauchen dort ebenso komplett verboten wie in Bars, Cafés und Restaurants, was zu neuen Treffpunkten geführt hat: draußen vor der Tür.

Abheben

Innerorts gehören künstliche Bodenwellen vielerorts zum Standard, um Rasern Einhalt zu gebieten. Fatal: Nicht alle dieser „ruhenden Polizisten“ sind deutlich als solche gekennzeichnet. Wer nicht auf der Hut ist, hebt ab …

Ausrutschen

Spaniens Mittelmeerküste genießt ein vorzügliches Klima, doch das schließt Regen nicht aus. So manch dekoratives Promenadenpflaster steckt Niederschläge nicht gut weg, sondern verwandelt sich in einen schlüpfrigen Untergrund. Dann ist äußerste Vorsicht geboten!

Das Auto falsch abstellen

Das gilt in Städten für gelb markierte Bereiche (Parkverbot) und Blaumarkierungen (Parkscheine). Tückisch sind Überschwemmungszonen (z. B. Straßen in vormaligen Flussläufen), die auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar sind. Nach Regenfällen staut sich dort Wasser; mitunter sind solche Zonen als zonas inundables beschildert. Polizisten kennen bei Falschparkern keine Gnade. Strafzettel (multa) und Abschleppwagen (grúa) kommen Sie außerordentlich teuer zu stehen!

In der Nebensaison auf Ruhe hoffen

Sind die sommerlichen Urlauberschwärme wieder abgezogen, nutzen manche Hotels die Nebensaison für Renovierungs- und Ausbesserungsarbeiten. Dann kann der Pool schon mal geschlossen und der Baulärm ganz erheblich sein. Vorher erkundigen!

Club mit Club verwechseln

Nach heimischen Maßstäben denkt man bei dem in Spanien häufiger vorkommenden Hinweis auf einen „Club“ eher an einen Nacht- oder Tanzclub. Damit liegt man grundweg falsch. Bei einem „Club“ blinkt das Rotlicht – es ist nichts weiter als ein Freudenhaus. Die Etablissements liegen meist an Stadträndern oder viel befahrenen Straßen.

Sich im Restaurant dazusetzen

Wer freie Plätze an einem halb belegten Tisch im Café oder Restaurant ausmacht, wird fragen wollen: „Darf ich mich zu Ihnen setzen?“ Auf keinen Fall! Diese Sitte ist in Spanien nicht nur unbekannt, sondern würde die anderen verstören, verärgern oder zum baldigen Abmarsch bewegen.

Bücher & Filme

Kulturschock Spanien

MARCO-POLO-Autor Andreas Drouve bietet mit diesem Buch einen umfassenden Schlüssel zum Verständnis des Landes: Fiestas, Legenden, Glaube und Aberglaube, Familie, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart, Alltag und Opus Dei.

25 Jahre Costa Blanca

Der ungeschminkte Bericht einer Auswanderin: Lilac Namez erzählt einen Teil ihres Lebens. Der Untertitel lautet „Mein Tagebuch“.

Costa-Blanca-Connection oder die Hundehaufenaffäre

Kriminalkomödie von Christel Görres-Strohmeier, bei der man die literarische Messlatte nicht allzu hoch legen darf. Trotzdem durchaus unterhaltsamer Stoff um eine Diamantenjagd und skurrile Charaktere.

El Cid

Spätestens, wenn Hollywoodstar Charlton Heston alias El Cid vor den Kulissen von Peñíscola entlangreitet, stellen sich die Wiedererkennungseffekte ein. Der im Mittelalter angesiedelte Klassiker wurde 1961 von Anthony Mann an der Küste gedreht, in weiteren Hauptrollen Sophia Loren und Raf Vallone.

Die Reisen des Santiago Calatrava

Dokumentarfilm über den valencianischen Star-Architekten und seine Bauwerke.

7-17 °C
6 h/Tag
15 °C

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 02:22 Uhr

Anreise

18h 36min
19h 25min
4h 10min
Route planen
In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

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