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Bayerischer Wald

Check-in

Der südöstlichste Teil Bayerns hält unter dem Grünen Dach Europas eine einladende Urlaubsregion mit faszinierenden Gegensätzen bereit. Im größten Waldgebiet des Kontinents, wo die Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava liegen, warten Natur- und Kulturschätze darauf, entdeckt zu werden. Dazu zählen die unergründlich tiefen, stillen Wälder, die wilden Schluchten und Bachläufe, die Sommerweiden und die geheimnisvollen Hochmoore. Die 200 Mio. Jahre alten Gipfel sind heute ein behutsam erschlossenes Wanderparadies. Zwischen Further Senke und Dreisessel überragt ihr König, der Große Arber, 132 Kuppen, die alle höher als 1000 m sind. Ein Netz aus Wegen und Naturpfaden durchzieht die Region, 300 km allein auf deutschem Nationalparkgebiet, dazu kommen die 660 km des Goldsteigs.

Einfach war das Leben nie in diesem rauen, erst im Mittelalter von Benediktinern zivilisierten und missionierten Landstrich. 2008 wurde einmal mehr alles anders. Seit die letzten Schlagbäume entlang der 356 km langen Grenze zur Tschechischen Republik fielen, beobachten Politiker und Naturschützer gespannt, wie die grenzenlose Freiheit ihrer Dreiländerregion bekommt. Heute trennen Waldwirtschaftsphilosophien statt der Schlagbäume die Menschen: Naturschutz gegen Erschließung - wo immer sich da etwas tut, gibt es einen Aufschrei der jeweiligen Gegner.

Die älteren Waidler, wie sich die Einheimischen nennen, kannten ihn noch, den ungeteilten Böhmerwald. Lange konnten sie nur schwelgerisch von früher träumen, vom praktischen Miteinander der Nationalitäten, der Menschen beiderseits des trennenden Eisernen Vorhangs. Ihre Väter und Großväter haben die Region zu dem gemacht, was sie heute ist. Sie trotzten der Natur die Ländereien ab, kultivierten sie durch Rodungen. Diese Sturheit ist ihnen ebenso geblieben wie die katholische Frömmigkeit, die sich in prachtvollen Brauchtumsveranstaltungen, aber auch im Alltag offenbart. Typisch für die Menschen hier ist eine eher zupackende als beredte Art. Selbst die sprachlich nicht allzu exotischen Oberbayern gelten zunächst als "Fremde", wie etwa die Studierenden an den Unis in Passau und Regensburg. Aber wenn eine Waidlerfamilie jemanden erst einmal respektiert, hat er Freunde fürs Leben gefunden.

In der Mitte des Bayerischen Walds wirkten einst die Mönche aus Niederaltaich und Metten. Den Oberen Wald übernahm das Regensburger Kloster St. Emmeram, den Unteren beherrschte fast 800 Jahre lang das Fürstbistum Passau. Burgen entlang der mäandernden Ilz schützten die Grenzen des Hochstifts und seine Handelswege. Diese sogenannten Goldenen Steige nach Bergreichenstein, Winterberg und Prachatitz waren bis in die frühe Neuzeit die einzigen Zivilisationsspuren im Hinteren Wald. Auch die Wittelsbacher im 13. Jh. vermochten ihn nicht zu erschließen.

Etwa um diese Zeit ließen sich die ersten Glasmacher nieder, fanden Quarz und Holz für Pottasche und Brennöfen im Überfluss. Pferdefuhrwerke brachten die grünen Fenstergläser und Trinkgefäße nach Wien, Warschau und bis nach St. Petersburg. In das grenznahe Gebiet um den Dreisessel und den Haidel arbeiteten die Siedler sich erst Anfang des 19. Jhs. vor. Es ist nur etwa ein halbes Jahrhundert her, dass die Bewohner von Leopoldsreut vor den strengen, schneereichen Wintern kapitulierten und ihre Höfe verließen. Der Graineter Kessel in der Haidelregion war lange das Revier von Fernseh-Waidmann Stefan Leitner, der hier in Geschichten rund um sein Forsthaus Falkenau spielte. Das Umland von Breitenberg im Südosten heißt zwar Neue Welt. Doch das liegt nicht an später Besiedlung. Vielmehr war das Gebiet lange an die österreichische Herrschaft Rannariedl verpfändet, kam erst spät ans Abteiland zurück. Erste Siedler drangen auch dort ab dem 13. Jh. vor. Gänzlich unbeeindruckt zeigt sich zwischen Cham und Oberösterreich der Pfahl, ein 140 km langes Quarzriff, das die Einheimischen "Teufelsmauer" nennen. Am deutlichsten tritt er bei Viechtach und bei der Regener Burgruine Weißenstein zutage.

Harmonisch eingebunden in die vielgesichtige Landschaft ist das Kontrastprogramm zum Naturerlebnis: Kirchen, Kulturtempel und Kunsthandwerk, Kurse von Bauernbrot backen bis Volkstanz füllen mühelos eine eigene Entdeckungsreise. Sehenswert sind die 2000 Jahre alten Bischofsstädte Regensburg und Passau. Die historische Schönheit Regensburgs ist lebendig wie nie, seit die Stadt 2006 Unesco-Weltkulturerbe wurde. Kopflastigkeit verhindern in der Region flächendeckend Wellness- und Sportangebote sowie Abstecher in das bodenständige Wirtshaus neben der Kirche, einen Biergarten oder ein Restaurant mit regionaler Küche. Rund 2 Mio. Gäste jährlich können nicht irren - der Bayerische Wald ist das ganze Jahr über eine Reise wert: Der Frühling bietet in den Hochlagen noch Schnee, wenn in den Tälern schon die Obstbäume blühen. Wer auch nur einmal nach einem Hitzegewitter von einer Anhöhe auf den Fleckerlteppich kraftstrotzender Wälder und frisch gewaschener Dörfer blickt, die im satt orangefarbenen Licht der Abendsonne liegen, der wird den Sommer im Bayerischen Wald nie vergessen. Der farbenprächtige, intensive Herbst kann noch viele milde Tage bringen. Man braucht sich nur zu gedulden, bis die schon recht morgenmuffelige Sonne den Dunst aus den Tälern und Donauniederungen weggefrühstückt hat. Im Winter ist Einmummeln angesagt, der "Böhmische", ein eiskalter Ostwind, führt das Regiment. Jetzt glänzt die Region auch wegen der weißen Glitzerpracht ihrer tief verschneiten Wälder und Felder: Modernste Pisten- und Loipengebiete mit Ausrüstungsverleih ermöglichen Wintersportvergnügen satt.

Von harter und bewegter Vergangenheit über Generationen geprägt, gibt es unter den Hiesigen naturgemäß Skeptiker. Die fürchten grenzenlose Kriminalität und den Ausverkauf ihrer Heimat. Doch das bleibt wohl Unkerei. Beidem hat die Polizei mit ihrer in Grenznähe lange vorbereiteten Umstrukturierung vorgebaut. Unvermindert halten die Proteste der Bayern gegen den Atommeiler Temelin 100 km jenseits der Grenze an. Und freilich blieb auch der malerische Woid nicht von Umweltproblemen verschont - der Lusengipfel bietet seit Sturm "Kyrill" mit einer von Borkenkäfer und saurem Regen zusätzlich gezeichneten Baumskelett-Bergwelt einen irritierenden Anblick. Obwohl die Naturverjüngung unübersehbar ist, halten Nationalparkgegner weiter 4000 ha Hochlagenwald für an den Borkenkäfer verschwendet und finden in Tschechien bis in die Regierung hinein mächtige Verbündete. Sie wettern mit dem Schlagwort "Waldvernichtung" gegen den Leitsatz, Natur Natur sein zu lassen. Diese Einstellung sorgt auch im Tal für Zoff - wo es lange um den Donauausbau ging und die Erweiterung auf dem letzten Teilstück weiterhin heftig diskutiert wird. Und in Untergriesbach kämpfen die Einheimischen gegen einen Stausee, der Anlieger vertreiben, ein Naturschutzgebiet zerstören, zugleich aber alternative Energie liefern kann. Baubeginn soll 2014 sein. Bauzeit: vier Jahre.

Zwar mauserte der Untere Bayerische Wald sich mit starken Dienstleistern zur Aufsteigerregion. Doch die Grenzöffnung bringt der mittelständischen Wirtschaft nicht nur Segen. Neue Strategien will der Tourismusverband Ostbayern unter dem Motto "Der Bayerische Wald - erfrischend natürlich" erproben. Recht unabhängig davon setzen die Landwirte schon seit Langem auf Qualität und Direktvermarktung - das hat auch für die Urlauber köstliche Folgen.

Vergessen Sie also alles, was Sie über das einstige Armenhaus Bayerns und seine vermeintlichen Hinterwäldler gehört haben. Und lassen Sie sich ein auf eine spannende Provinz, die dieser Bezeichnung eine ganz neue und kostbare Bedeutung gibt.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Im "Gläsernen Herzen" des Bayerischen Waldes liegen die zwei bekanntesten Bayerwald-Glashütten. Die eine ist die älteste Glasfabrik der Welt und seit 1568 in Besitz des Geschlechts der Poschinger,…
Überregional populäre Themenausstellungen, etwa über den Salzhandel ("Weißes Gold" oder die tausendjährige Beziehung Bayerns zu Ungarn. Porzellansammlung und Zweigstelle der Staatsgalerie.…
Nicht nur an Regentagen ist das Infozentrum in Neuschönau einen Besuch wert: Hier sind Dauerausstellungen zu Naturthemen, ein Raum für Tast- und Anfasserlebnisse, Multimediashows und eine Bibliothek…
Imposant ragt der sagenumwobene Quarzfelsen nordöstlich der Stadt (Schutzgebiet Großer Pfahl) bis zu 35 m hoch auf. 300 Mio. Jahre Erdgeschichte hat das hier zu Tage tretende Riff auf dem Buckel,…
Was für eine Trutzburg! Die Veste (1219) hoch über dem Zusammenfluss von Ilz und Donau thronend ist Europas größte Burganlage. 1298, 1367 und 1387 erhoben die Bürger sich gegen die Fürstbischö…
Greif doch statt nach den Sternen mal nach den Wipfeln! In bis zu 25 Metern über dem Boden führt der Baumwipfelpfad dich über 1300 m Steglänge barrierefrei zwischen den Nadelbäumen hindurch…
Ein Meisterwerk mittelalterlicher Brückenbaukunst ist die im 12. Jh. errichtete Regensburger Steinerne Brücke, ein beliebtes Wahrzeichen der Stadt. Die 300 m lange Brücke verbindet über die Donau…
Um das gut 13 m tiefe Gewässer ranken sich viele Sagen. Fische ohne Augen sollen dort leben und Wassernixen, die männliche Uferwanderer zum nächtlichen Bad locken, was jeden Verführten das Leben…
Der Ort (9000 Ew.) hat sich dem Lindwurm verschrieben. Seit 500 Jahren erstechen die Further jeden August eine Feuer speiende Bestie: Der Drache steht für Kriege und die Not der Menschen im Tal. Der…
Moosbewachsene Felsen, gurgelnde Quellen und Bäume wie aus dem Feenwald: Wenn der Wildbach rauscht, geht das Herz auf – so schee! Einstieg hinterm Hotel Michel & Friends, danach den Schildern…
Wildromantisch rauscht der Riesbach durch die felsige Schlucht. Die 55 m hohen Wasserfälle mitten im Hochwald mit Totholz und viel Moos sind die größten im Bayerischen Wald. Von Bodenmais führt…
Mehr als 45 Wanderwege führen hinauf und um ihn herum, den König im Bayerischen Wald (1456 m). Der Aufstieg lohnt, aber auch die Gondelbahn (tgl. 9–16.30 | 13 Euro, Kinder 9,50 Euro | arber.de)…

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Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Von Westen her leiten Sie A 6 und A 3 (über Nürnberg) nach Regensburg und weiter über Deggendorf nach Passau. Für Urlauber aus Berlin bietet sich die A 9 bis Dreieck Bayerisches Vogtland an, danach geht es weiter auf der A 72 und am Dreieck Hochfranken auf der A 93 Richtung Weiden (ab hier B 22 für Furth im Wald und den übrigen nördlichen Oberpfälzer Wald) und Schwandorf (ab hier B 85 für Cham und Umgebung) nach Regensburg, Deggendorf, Passau. Vom Norden fahren Sie am besten auf der A 7 bis Biebelrieder Dreieck und wechseln dort auf die A 3. Aus dem Großraum München führt die A 92 über Landshut nach Deggendorf.

Bahn

Von Hamburg fährt täglich ein ICE über Fulda und von Dortmund der EC 29 nach Regensburg und Passau. Von Berlin fahren alle zwei Stunden Intercitys über Leipzig nach Nürnberg, wo die DB-Hauptstrecke über Regensburg und Passau nach Wien beginnt. Freitags und samstags besteht einmal täglich eine ICE-Direktverbindung von Berlin nach Passau. ALEX - ein Zug der Länderbahn - fährt von München über Regensburg, Schwandorf, Furth im Wald nach Prag. Auf www.bahn.de finden Sie Infos zum günstigen Bayern- und Bayern-Böhmen-Ticket. Fahrplan, Preise und Routentipps im Raum Regen/Cham/Freyung-Grafenau bietet www.bayerwaldticket.com.

Flugzeug

Je nach Region, die Sie erreichen wollen, sind die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen Nürnberg, München, Linz und Salzburg.

Auskunft

Tourismusverband Ostbayern

Luitpoldstr. 20 | Regensburg | Tel. 0800 1212111 | www.ostbayern-tourismus.de

Bayerischer-Waldverein e. V.

Angerstr. 39 | Zwiesel | Tel. 09922 9265 | www.bayerischer-wald-verein.de

Auto

Das gut ausgebaute Straßennetz hat nicht nur Vorteile: Die Fahrweise vieler Einheimischer ist leichtfertig, die Unfallquote hoch. In fast allen größeren Orten gibt es ein Parkplatzproblem. Geldbeutel- und nervenschonend sind da Park-and-ride-Angebote und Parkhäuser.

Bergbahnen

Bergbahnen kommen im Bayerischen Wald als Gondeln oder Sessellifte daher. Am Arber (Winter ab 8.30, Sommer ab 9 Uhr | www.arber.de) gibt es neben Schleppliften Sesselbahnen und Flutlichtbetrieb. Bequeme Bergfahrten bieten per Sessellift auch der Hohe Bogen (www.hohenbogen.de), der Silberberg (www.silberbergbahn.de) und der Geißkopf (www.bischofsmais.com).

Berghäuser

Die schmucken Berghäuser im Bayerwald laden vor allem im Sommer zur Einkehr und zur günstigen Übernachtung. Der Bayerischer-Wald-Verein betreibt das ganze Jahr über Schutzhäuser. Daneben gibt es etliche privat bewirtschaftete Häuser. Eine Auflistung finden Sie unter short.travel/bay14.

Camping

Knapp 40 Campingplätze gibt es im Bayerischen Wald, viele liegen an Seen oder Seefreibädern, manche sind ganzjährig in Betrieb. Eine Karte mit Campingplätzen auch in den angrenzenden Regionen können Sie über den Tourismusverband Ostbayern bestellen (www.ostbayern-tourismus.de).

Ferienhäuser

Die Häuser in den Feriendörfern des Bayerischen Walds sind fast immer aus Holz und werden auch für bis zu 20 Personen angeboten. Meist gibt es auf dem Gelände eines Feriendorfs einen See oder ein Hallenbad. Detaillierte Auskünfte geben die örtlichen Touristinformationen und die Homepages der Gemeinden.

Internet

Im Netz ist inzwischen jede Stadt und nahezu jede Gemeinde mit einer eigenen Homepage vertreten. Einige nützliche Adressen sind: www.nationalpark-bayerischer-wald.de, www.ostbayern-tourismus.de, www.pnp.de (Auftritt der Zeitung Passauer Neue Presse), www.btl.de (Reiseportal Bayern-Tourismus-Line) und www.bayern.by.

Internetzugang & Wlan

Internetcafés haben sich kaum etabliert. Eine der wenigen konstanten Adressen ist das Café Alibi (Kapuzinerstr. 36a | Tel. 0851 31771) in der Passauer Innstadt und in Straubing (Ittlinger Str. 150 | Tel. 09421 330440). WLAN-Hotspots finden Sie in allen Autobahnraststätten und vielen Hauptpostämtern, auch viele Orte sind bereits großflächig erschlossen, etwa Deggendorf und Straubing.

Jugendherbergen

17 Jugendherbergen gibt es im Bayerischen Wald. Für die Übernachtung benötigen Sie eine Mitgliedschaft beim Deutschen Jugendherbergswerk, die Sie aber beim ersten Einchecken abschließen können. Infos gibt es beim Landesverband in München (Tel. 089 9220980).

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Bahn zieht sich aus der Region zurück und setzt immer mehr Busse ein. Entsprechend gut sind die ÖPNV-Verbindungen. Infos: www.rbo.de. Erlebenswert sind Regionalbahnen wie die Waldbahn zwischen Deggendorf und Bayerisch Eisenstein, die Wanderbahn (www.wanderbahn.org) im Regental zwischen Viechtach und Gotteszell, der sommerliche Böhmerwaldcourier (www.boehmerwaldcourier.de) von Deggendorf nach Spitzberg und Klatovy oder Ilztal-Sonderfahrten (www.passauer-eisenbahnfreunde.de). Im und um den Nationalpark verkehren gasbetriebene Igelbusse. In den größeren Orten fahren, teils im Zehnminutentakt, Stadtbuslinien.

Post

Die Postfilialen sind auf dem Rückzug, vielerorts verkaufen Lebensmittelläden und Bäcker Briefmarken und nehmen Post an.

Preise

Je größer ein Ort, umso teurer ist im Zentrum ein Besuch in Café, Bistro und Kneipe. Je ländlicher das Dorf, umso günstiger lebt und urlaubt es sich dort. In traditionellen Gasthäusern und -höfen wird man preiswert mit einem regionaltypischen Tagesgericht (6-12 Euro) satt.

Reisezeit

Das späte Frühjahr gilt vielen Wanderern als beste Zeit. Andere bevorzugen den Herbst mit beständigerem Wetter und Fernsicht. Hochsaison ist im Juli und August. Für Wintersport sind von Dezember bis April Arber und Mitterfirmiansreut schneesicher. Die Übergänge zwischen Winter und Frühling bzw. Herbst und Winter können unangenehm vernebelt, feuchtkalt und matschig sein.

Telefon & Handy

Mobilfunkläden für Service und Prepaidkarten gibt es in allen größeren Orten. Der Empfang bleibt in manchen Tallagen mäßig. Außerdem schnappen sich österreichische Betreiber im Grenzland gern die Nutzer - und das wird als Auslandstelefonieren teuer. Deshalb sollten Sie Ihr Display immer im Auge behalten, notfalls auf manueller Netzwahl und damit auf Ihrem deutschen Anbieter bestehen.

Zoll & Grenzverkehr

Formalitäten beim Grenzübertritt nach Österreich und Tschechien haben sich weitgehend erledigt. Personalausweis oder Reisepass sollten Sie trotzdem dabeihaben. Im Reiseverkehr nach Tschechien gelten folgende Freimengen: 800 Zigaretten, 400 Zigarillos, 200 Zigarren, 1 kg Tabak und 10 l Spirituosen.

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

Allgemein

Neben den bundesweiten gelten einige katholische Feste als gesetzliche Feiertage

1. Januar

Neujahr

6. Januar

Dreikönig

März/April

Karfreitag, Ostermontag

Mai

Himmelfahrt

Mai/Juni

Pfingstmontag

Mai/Juni

Fronleichnam

15. August

Mariä Himmelfahrt

3. Oktober

Tag der Deutschen Einheit

1. November

Allerheiligen

25./26. Dezember

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen

Januar

Neujahrsanblasen in Geyersberg bei Freyung und Passau und -anschießen in Grafenau, Konzerte und Bälle

Januar/Februar

Das Elefantentreffen (www.bvdm.de) mit winterlichem Woodstock-Flair in Loh bei Solla ist der weltweit größte und älteste Wintertreff für Motorradfahrer aus ganz Europa (letztes Januar- oder erstes Februarwochenende).

Februar/März

Vielerorts finden Faschingsumzüge (Gaudiwürmer) und -feste statt. Sehenswert ist die Frauenauer Raunacht am Faschingssamstag.

Die Fastenzeit wird durch Starkbierfeste bereichert.

April

Frühlingsfeste (Kirmes) finden in Passau ("Mai-Dult" Ende April) und Straubing, an Ostern auch in Regen und Furth im Wald statt.

Mai

In der Nacht zum 1. Mai versuchen die Burschen, den Maibaum im Nachbarort zu stehlen. Gelingt es, muss die geschmückte Holzstange mit Bier und Brotzeit ausgelöst werden, bevor sie im Rahmen eines Fests auf dem Dorfplatz aufgestellt wird.

Mai/Juni

An Pfingsten Kerzenwallfahrt in Holzkirchen bei Ortenburg: Zum Dank für das Ende einer Borkenkäferplage wird seit über 500 Jahren eine 13 m lange, mit Wachs umwickelte Fichte auf den Bogenberg getragen.

In Salching bei Straubing steigt das Pfingst-Openair mit Rock und Weltmusik.

Pfingstmontag eröffnen über 1000 Berittene mit dem berühmten Pfingstritt eine Festwoche in Bad Kötzting.

Juni

Beginn der internationalen Kulturfestspiele Europäische Wochen in Passau

Juli

In Passau werden beim Eulenspiegel-Zeltfest Kabarett und Musik geboten.

Beim Ilzer Haferlfest in Passau, das mit Feuerwerk und historischen Fischerspielen gefeiert wird, sind Tonkrüge, früher "Hafen", Eintrittsmarken.

Altstadtfest und Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele in Regensburg

August

In Straubing wird das Gäubodenfest gefeiert.

Seit einem halben Jahrtausend erstechen die Further am Marktplatz den Drachen in Deutschlands ältestem Historienspiel, dem Further Drachenstich, der an die Hussitenkriege erinnert.

Arberkirchweih mit Bergmesse und Gipfelfest am Sonntag vor oder nach dem 24. August (St. Bartholomäus)

Musik, Familienspaß sowie regionale Schmankerl beim Festival Woid-Wejd in Lindberg

August-September

Das edle Festival Kulturwald im Raum Deggendorf bietet zu kleinen Eintrittspreisen Kunst und Kultur auf dem Land.

September-November

Rund um Zwiesel findet das Wolfauslassen statt: Früher liefen Männer, mit Kuhglocken behängt, umher, um Raubtiere vom Hof fernzuhalten.

Leonhardiritte als fromme Wallfahrt zu Pferde etwa in Kellberg bei Passau

Dezember

Christkindlmärkte, besonders sehenswert in Passau beim Dom, am Schloss in Regensburg und beim Granitzentrum Hauzenberg

Wilde Gesellen sind in den Raunächten vom Thomas- (21. Dez.) bis zum Dreikönigstag polternd unterwegs.

Bloss nicht

Ohne Karten wandern

Die ausgedehnten Wälder der Region bieten Ortsunkundigen selten markante Orientierungspunkte. Die Wanderstrecken sind zwar gut markiert, aber man kommt trotzdem leicht vom Weg ab und kann sich dann verlaufen. Das passiert schon bei der Suche nach einem Fotomotiv. Ziehen Sie deshalb nie ohne gute Karte los!

Waffensouvenirs mitbringen

In Tschechien werden Schreckschusspistolen, Springmesser und echt aussehende Spielzeugwaffen günstig angeboten. Davon sollten Sie die Finger lassen. Schon der Besitz, also das bloße Mitführen in der Jacken- oder Umhängetasche, ist bei vielen dieser Gegenstände in Deutschland verboten und wird in Bayerns Grenzland drakonisch bestraft!

Den Stammtisch belagern

Wenn Sie in einem Wirtshaus selbst im größten Gedränge einen Tisch entdecken, an dem niemand sitzt, obwohl kein "Reserviert"-Schild zu sehen ist, stehen Sie vermutlich vor dem sakrosankten Stammtisch. An diesem sollten Sie sich niemals ohne ausdrückliche Aufforderung niederlassen. Andererseits gibt es kaum einen herzlicheren Beweis für Ihr Ansehen im Urlaubsort als die Einladung der Stammtischgesellschaft: "Hock di zura!" ("Nehmen Sie doch bei uns Platz!")

Verkleiden

Wenn Sie auf "bayerisches Gewand" nicht verzichten möchten, sollten Sie sich trotzdem niemals verkleiden, sondern auf schlichte Landhausmode beschränken. Für die echten Trachten gibt es tradierte Regeln, wer was wann trägt. Schon deshalb ist die Gefahr groß, sich zu blamieren.

Zur Rushhour fahren

Die steigungsreichen Routen von und nach Tschechien, vor allem durch Philippsreut und Bayerisch Eisenstein, sind regelmäßig von Brummis verstopft. Außerdem sind viele Arbeitnehmer im Bayerischen Wald Nah- und Fernpendler. Wollen Sie nicht mit im Stau stehen, sollten Sie zur Rushhour morgens und nachmittags Innenstädte und Hauptverkehrsadern meiden.

Ranger ärgern

Im Nationalparkgebiet passen uniformierte Ranger auf die Natur auf. Meist sind die Parkwächter einfach wandelnde Infostellen. Sie können aber auch richtig grantig werden, z. B. gegenüber uneinsichtigen Besitzern freilaufender Hunde (Leinenpflicht) oder notorischen Naturniedertramplern abseits markierter Pfade (Wegegebot im Kerngebiet). In Šumava kostet es bis zu 1000 Kronen (ca. 41 Euro) Bußgeld, wenn Sie verbotene Bereiche betreten. Ärgern Sie die Ranger nicht: Ihnen die Personalien zu verweigern, kann die Polizei ins Spiel bringen. Die Wächter sind zum Platzverweis befugt.

Bücher & Filme

Der Untergang der Stadt Passau

1975 geschrieben von Christian Anton Mayer, besser bekannt unter dem Namen Carl Amery: ein Science-Fiction-Klassiker als "nachträgliche Huldigung an den Zauber einer Jugendstadt"

Gabriel

Im zweiten Bayerwaldthriller (2012) des Autorenduos Alexander Frimberger und Lothar Wandtner ermittelt Kommissar Bender im Landkreis Regen und in Tschechien

Das schreckliche Mädchen

BRD 1989, Regie Michael Verhoeven. Lena Stolze spielt die Geschichte der 1994 nach Maryland emigrierten Passauer Autorin Anja Rosmus-Wenninger nach. Sie wurde von den Einheimischen wegen ihrer Recherchen über Juden im nationalsozialistischen Passau als Nestbeschmutzerin vertrieben

Wildfeuer

BRD 1990, Regie Jo Baier. Der Film zeigt den rauen Lebensweg der rebellischen Wirtstochter Emerenz Meier (Anica Dobra) aus Schiefweg bei Waldkirchen über Passau nach Amerika. Das "Dichterweib aus dem Bayerischen Wald" ist für Baier eine "Heimatdichterin ohne Heimat"

Leopoldsreut

BRD 2008, Regie Peter Reichardt. Ein starkes Stück Heimatgeschichte: Der Dokumentarfilm erzählt von der Besiedlung dieser Waldeinsamkeit und der Abwanderung der letzten Dorfbewohner in den 1950er-Jahren

0-6 °C
2 h/Tag

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 12:11 Uhr

Anreise

4h 40min
6h 27min
1h
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