Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Dialekt imitierenWie oft geübt das „Oans, Zwoa, Gsuffa“ von der Wiesn auch sein mag, wer des Bayerischen nicht mächtig ist, sollte es sein lassen. Wer den Dialekt respektiert, sich beim Verständnis Mühe gibt und offen ist für eine nette Unterhaltung, wirkt ohnehin viel sympathischer.
Von der Provinz sprechen„Ihr habt es ja idyllisch hier in der Provinz!“ Ein einfaches „Schön hier!“ hätte es auch getan und dein Gegenüber weit weniger verärgert. Dass sie hier etwas ab vom Schuss leben, wissen die Einheimischen bereits, aber ihre Heimat, die würden sie für keine Großstadt der Welt eintauschen.
Den Stammtisch belagernWenn du in einem Wirtshaus selbst im größten Gedränge einen Tisch entdeckst, an dem trotz fehlendem „Reserviert”-Schild niemand sitzt, stehst du vermutlich vor dem sakrosankten Stammtisch. An dem darfst du dich nur aufgefordert niederlassen. Wirst du eingeladen, gibt es kaum einen herzlicheren Sympathiebeweis.
VerkleidenTracht ist im Wald nicht weit verbreitet und unterliegt wenn, dann strengen Regeln. Also Finger weg von Landhausmode und billigem Trachtenverschnitt à la Oktoberfest. Auch wer Dirndl und Lederhosn als „Kostüm“ bezeichnet, hüpft mit Anlauf in den Fettnapf. Kleine Trachtenmode-Geschäfte in den Ortschaften beraten gerne, wenn du echtes Interesse zeigst.
Ranger ärgernIm Nationalparkgebiet passen Ranger auf die Natur auf. Meist sind sie wie wandelnde Infostellen, die Touristen gern mit ihrer Begeisterung anstecken. Sie können aber richtig grantig werden, wenn sich Besucher nicht an die Regeln halten. Eigentlich klar: Müll wieder mitnehmen, Hunde an die Leine und immer auf den Wegen bleiben.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Kaffeeab 2,50 Euro für eine Tasse
Bier3,50 Euro für ein Helles (ein halber Liter)
Imbiss2,30 Euro für eine Leberkassemmel
Souvenirab 17 Euro für eine Flasche Blutwurz
E-Bikeab 35 Euro für die Ausleihe pro Tag
Busfahrtab 5 Euro für ein Tagesticket mit dem Igelbus im Nationalpark

Feiertage

1. Januar

  • Neujahr

6. Januar

  • Dreikönig

März/April

  • Karfreitag, Ostermontag

Mai

  • Himmelfahrt

Mai/Juni

  • Pfingstmontag

Mai/Juni

  • Fronleichnam

15. August

  • Mariä Himmelfahrt

3. Oktober

  • Tag der Deutschen Einheit

1. November

  • Allerheiligen

25./26. Dezember

  • Weihnachten

Veranstaltungen

Februar/März

  • Rauhnacht (Frauenau): größtes Maskenfest des Waldes

Mai/Juni

  • Maidult (Passau): traditionsreiches Volksfest. passauer-dult.de

  • Pfingstritt (Bad Kötzting): Trad. Pfingstprozession; läutet die Festwoche ein.

  • Rock the Hill (bei Bischofsmais): Rockbands spielen bei dem Bike-Festival am MTB-Park auf. rockthehill.de

Juli

  • Europäische Wochen (Passau): internationale Kulturfestspiele Ende Juni, Anfang Juli. ew-passau.de

  • Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele (Regensburg): Konzerte internationaler Top Acts, Opern und Galas.

  • Deggendorfer Donaufest: Fest im Donaupark, alle zwei Jahre. deggendorfer-donaufest.de

  • Waldfestspiele (Bad Kötzting): Theaterklassiker auf Bairisch und unter freiem Himmel. waldfestspiele.de

August

  • Ilzer Haferlfest (Passau): Auf und längs der Ilz gibt‘s am Festwochenende Leckerbissen, Musik und Feuerwerk.

  • Further Drachenstich Historienspiel auf dem Further Marktplatz.

  • Gäubodenfest (Straubing): zweitgrößtes Volksfest Bayerns. volksfeststraubing.de

  • Arberkirchweih (Großer Arber): Älteste Bergfeier des Waldes. arber.de

August/September

  • Herbstdult (Regensburg). r-dult.com

November

  • Wolfauslassen (Rinchnach): Männer laufen durch den Ort und läuten Kuhglocken, ein uralter Brauch, der früher Raubtiere fernhalten sollte.

Dezember

  • Christkindlmärkte, besonders schön in Passau beim Dom, am Schloss in Regensburg, im Granitzentrum Hauzenberg, in Vilshofen auf dem Schiff.

Ankommen

Anreise

Von Westen her führen die A 6 und A 3 (über Nürnberg) nach Regensburg und weiter über Deggendorf nach Passau. Für Urlauber aus Berlin bietet sich die A 9 bis Dreieck Bayerisches Vogtland an, danach geht es weiter auf der A 72 und am Dreieck Hochfranken auf der A 93 Richtung Weiden und Schwandorf nach Regensburg, Deggendorf, Passau.

Wer mit der Bahn anreist, kommt von vielen deutschen Städten problemlos per ICE zu den Bahnhöfen Regensburg, Passau oder Plattling. Ab Plattling fährt die Linie 1 der Waldbahn (waldbahn. de) über Deggendorf, Gotteszell, Regen und Zwiesel an den Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein. Viele Infos zum Bahnfahren in der Region gibt es auf bayerwaldticket.com.

Fernbusse fahren von vielen deutschen Städten nach Regensburg und Passau. Weiter in kleinere Städte und Gemeinden geht‘s dann mit den regionalen Buslinien von DB Regio.

Wichtige Hinweise

Die ausgedehnten Wälder der Region bieten Ortsunkundigen selten markante Orientierungspunkte. Die Wanderstrecken sind zwar gut markiert, aber man kommt trotzdem leicht vom Weg ab, deshalb solltest du deine Wanderungen immer vorbereiten. Rechne aber nicht damit, immer online zu sein – zieh daher besser nicht ohne gute Karte los! Im Nationalpark besteht bei starkem Wind Gefahr durch herabfallendes Totholz und umstürzende Bäume. Auf den Bergen kann es rasch abkühlen. Wetterfeste Kleidung ist ratsam, ebenso ausreichend Proviant und Trinkflüssigkeit, da die Hütten außerhalb der Sommermonate nicht immer offen sind.

Zoll & Grenzverkehr

Beim Grenzübertritt nach Österreich und Tschechien solltest du Personalausweis oder Reisepass sicherheitshalber dabeihaben. Im Reiseverkehr gelten folgende Freimengen: 800 Zigaretten, 400 Zigarillos, 200 Zigarren, 1 kg Tabak, 10 l Spirituosen, 110 l Bier und 10 kg Kaffee. zoll.de

Weiterkommen

Auto

Das gut ausgebaute Straßennetz hat nicht nur Vorteile: Die Fahrweise einiger Einheimischer ist leichtfertig, die Unfallquote relativ hoch. In fast allen größeren Orten gibt es ein Parkplatzproblem.

Dank der kostenlosen ÖPNV-Karten, die in zahlreichen Gästetickets automatisch enthalten sind, kann es sich deshalb lohnen, das Auto vor Ort auch mal stehen zu lassen.

Carsharing & Mietwagen

Leihwagen findet man in den großen Städten, wo die Bahnhöfe in der Innenstadt liegen, sicher auch spontan. Carsharing gibt’s auf der Plattform Mer eCarsharing (mer.eco). Hier können registrierte Nutzer ab 7 Euro/Stunde an vielen Verleihstandorten der Region E-Flitzer mieten, die einen umweltschonend von A nach B bringen. Mit der Gästekarte Aktiv-Card sind die Anmeldung sowie die ersten 3 Stunden gratis.

Öffentliche Verkehrsmittel

Besonders intensiv genutzte Mobilitätsangebote sind die Waldbahn (waldbahn.de), von Juni bis Mitte Oktober jeden Samstag und Sonntag viermal täglich zwischen Passau und Freyung die Ilztalbahn (ilztalbahn.eu) sowie die Igelbusse, die dich durchs Nationalparkgebiet fahren. Fahrpläne und Tarife auf bayerwald-ticket.com.

In den Großstädten Regensburg und Passau lässt sich eine ganze Menge zu Fuß erkunden. Wenn es doch mal mit dem Bus vorangehen muss, kostet ein Tagesticket in Regensburg ab 2,50 Euro und in Passau 5,50 Euro.

Das Gästeservice-Umwelt-Ticket GUTi bietet freie Fahrt im gesamten Tarifgebiet.

Wenn du den Wald mit öffentlichen Verkehrsmitteln entdecken willst, dann ist die Bayern-Fahrplan-App dein bester Freund, mit Liniennetzplänen aller bayerischen Verkehrsverbünde auf einen Blick und mit Routenplaner. Und wer spontan unterwegs sein will, kann sich mit der Abfahrtsfunktion einfach die nächsten Verbindungen von seinem Standort anzeigen lassen und ins Blaue fahren – sofern die Internetverbindung mitspielt, versteht sich.

Insbesondere wenn man die dichtere Taktung urbaner Regionen gewöhnt ist, sollte man im Voraus einen Blick auf den Fahrplan werfen und checken, wann am Abend die letzten Verbindungen bestehen.

Radverleihe

Leihräder gibt es an den meisten Orten; im hügelig bis bergigen Bayerwald ist ein Rad mit E-Motor praktisch, erhältlich z. B. bei ebike-bayerwald.de mit individuellem Hol- und Bringservice. Informationen zu Anbietern vor Ort haben die Touristinformationen, die häufig selbst Leihstation sind.

Vor Ort

Auskunft vor Ort

Touristinformationen finden sich in fast jedem größeren Ort. Geöffnet sind sie in der Regel mindestens von Montag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr; man ist aber gut damit beraten, in kleineren Orten mit Mittagspausenzeiten und früher Schließung am Samstag zu rechnen.

Informationen im Internet:

ostbayern-tourismus.de, bayerischerwald.de, nationalpark-bayerischer-wald.de oder erlebe.bayern. Viele Auskünfte zu Wanderwegen und Schutzhütten gibt es auch auf der Seite des Bayerischer-Wald-Vereins unter bayerischerwald-verein.de. Die Nationalpark-App mit aktuellem Kartenmaterial, Tourenvorschlägen, aktuellen Infos zum Zustand von Wegen und vielen Hintergründen ist ein fantastischer Begleiter für alle, die das Nationalparkgebiet auf eigene Faust erkunden wollen. Ein Ranger für die Hosentasche quasi.

Berg-/Schutzhütten

Live dabei bei Sonnenauf- und -untergängen bist du, wenn du auf den bewirtschafteten Schutzhäusern der Region übernachtest. Beliebt sind das Falkensteinhaus (Tel. 09925 90 33 66 | schutzhaus-falkenstein.de) bei Lindberg oder das Arberschutzhaus (Tel. 09925 9 41 40 | arberschutzhaus.de). Neben den vom Bayerischer-Wald-Verein betriebenen Häusern gibt es etliche privat bewirtschaftete. Eine Auflistung bietet short.travel/bay14.

Camping

Eine Karte mit den knapp 40 Campingplätzen im Bayerischen Wald kannst du über den Tourismusverband Ostbayern (ostbayern-tourismus.de) bestellen. Am Nationalpark ist auch Wintercamping möglich.

Jugendherbergen

6 Jugendherbergen hat die Region. Infos gibt es beim Landesverband (Tel. 089 9 22 09 80) in München. Mittelalter-Feeling bieten die Schlossherbergen auf Burg Saldenburg, Burg Waldmünchen und in Passau. bayern.jugendherberge.de

Telefon & Internet

Nationale Vorwahlen: Deutschland 0049; Österreich 0043; Tschechien 00420

Die Netzabdeckungen der Anbieter können im Bayerischen Wald stark unterschiedlich sein. Am besten versorgt sind in der Regel Benutzer des D1-Netzes.

Freies WLAN ist in fast allen Unterkünften Standard. Informationen zu WLAN-Hotspots findest du auch im Internet unter wlan-bayern.de.

Öffnungszeiten

In Bayern dürfen Geschäfte und Supermärkte Montag bis Samstag von 6 bis 20 Uhr öffnen, sofern keine Ausnahmegenehmigung vorliegt. Das gilt auch für Supermärkte in Großstädten. In kleineren Orten auf dem Land machen viele Geschäfte Mittagspause oder öffnen mittwochs und samstags am Nachmittag gar nicht.

Vergünstigungen

Die meisten Regionen bieten kostenlose Rabattkarten an. Am weitesten verbreitet sind die Aktiv Card (aktivcard-bayerischer-wald.de) und die Nationalpark-Card, die Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten und sogar Skiverleih vergünstigen, sowie das GuTi-Ticket, das Gästeservice-Umwelt-Ticket. Es berechtigt zur kostenlosen Nutzung des ÖPNV im gesamten Bayerwald-Ticket- Tarifgebiet. Ob dein Gastgeber in einem der Verbünde organisiert ist, erfährst du meist direkt bei der Buchung oder auf Nachfrage. Aktiv Card, GuTi und Co. bekommst du dann beim Einchecken in der Unterkunft.

Die Bayerwald-Card plus (bayerwaldcard-plus.de) gibt es ab 24,90 Euro; sie bietet zeitlich begrenzt allerlei Vergünstigungen wie auch die Passau Regio Card (passauregiocard.de, ab 16,50 Euro), die sowohl in Stadt und Landkreis sowie Teilen Böhmens und Österreichs als Einkaufsausweis, Busticket und Eintrittskarte gilt.

Notfälle und Sicherheit

Gesundheit

Krankenhäuser gibt es in Regensburg, Passau, Deggendorf, Straubing, Zwiesel und Viechtach. Bereitschaftsdienste und Notfallapotheken findest du unter 116117.de oder aponet.de.

Notfallnummern

Medizinische Notfälle: Tel. 112 (Polizei: 110). Funktioniert auch in Österreich und Tschechien.

Notfälle unterwegs in den Bergen: Bayerwald-Bergwacht in Deggendorf: Tel. 0991 38 30 81 82

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