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Reiseführer
Schwäbische Alb

MARCO POLO Freizeitkarte

Bodensee, Schwäbische Alb

11.95 €

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Die Schwäbische Alb gehört zu den landschaftlich schönsten und vielfältigsten Regionen Süddeutschlands. An ihrem Nordrand erhebt sie sich bis auf 1000 m Höhe, im Süden fallen ihre Wälder und Wacholderheiden sanft nach Oberschwaben ab. Berühmte Fossilienfundstätten und Tropfsteinhöhlen haben dem Juragebirge zum Prädikat „Geopark“ verholfen. Wanderern und Radlern war die Alb schon immer ein Begriff, jetzt entdecken auch Montainbiker, Kletterer und Skater ihre Vorzüge. Burgen, Schlösser und das kulturelle Angebot der großen Städte am Fuße der Alb garantieren ebenfalls einen abwechslungsreichen Urlaub.

Ihre Wacholderflächen erinnern an die Lüneburger Heide, ihre schroffen Steilhänge an den Schwarzwald, und dünn besiedelte Hochebenen machen sie zu einem Arkadien für alle, die den Massentourismus wenig schätzen: „Die Alb“, wie die Schwaben sie liebevoll nennen, hat von vielem etwas und ist doch einzigartig.

Geschichte

  • vor 35000 Jahren

    Altsteinzeitliche Rentierjäger ziehen über die Alb

  • um 80-100 n. Chr.

    Römer bauen den Limes sowie Kastelle in Aalen und Heidenheim. Als Siedler folgen um 260 n. Chr. die Alamannen aus dem Norden

  • 11.-13.Jh.

    1070 errichten die Staufer ihre Stammburg auf dem Hohenstaufen. 1150 wird Schwäbisch Gmünd zur Stauferstadt ausgebaut, 1246 Aalen

  • 1377

    Grundsteinlegung des Ulmer Münsters

  • 1422

    Württemberg wird geteilt, Urach wird Residenzsitz

  • 1802-10

    Auflösung der Kleinstaaten; das Königreich Württemberg und das Großherzogtum Baden entstehen

  • 1847-50

    Die Eisenbahnstrecke Geislinger Steige wird gebaut

  • 1933-45

    In Grafeneck bei Reutlingen werden 10657 Menschen Opfer des Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten. KZ für politische Häftlinge auf dem Heuberg

  • 1952

    Zusammenschluss der drei Länder Südbaden, Württemberg-Hohenzollern und Württemberg-Baden zum Bundesland Baden-Württemberg

  • 1983

    Widerstand gegen die Stationierung von Pershing-II-Raketen bei Mutlangen (Schwäbisch Gmünd)

  • 2003

    Die Schwäbische Alb erhält das Prädikat „Nationaler Geopark“

  • 2004/05

    Der Bundeswehrstandort Münsingen wird aufgelöst

  • 2008

    Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wird errichtet

Wenn Sie Spannung lieben, sollten Sie eine Ballonfahrt wagen, um dieses Mittelgebirge im Herzen von Baden-Württemberg zu überblicken: Der Albanstieg, der über dem Vorland aufragt - für den Dichter Eduard Mörike wie eine „blaue Mauer“ -, offenbart sich als eine Sequenz aus Tafelbergen, erloschenen Vulkanen und lang gestreckten Felsrücken, gespickt mit weißen Felszinnen, gekrönt von Schlössern und Burgen. An diese bis zu 1000 m hohen Berge schließt sich eine weite Hochebene an, die nach Süden hin sanft abfällt. Sollte Sie ein günstiger Wind nach Osten treiben, tauchen drei weltberühmte Kegel auf: die Stauferberge, Wiege deutscher Kaiser. Und noch ein wenig weiter kommen bei Nördlingen und Steinheim zwei gewaltige Meteoritenkrater in Sicht - hier hat der Kosmos vor 15 Mio. Jahren einen Volltreffer gelandet.

Am besten erkundet man das 220 km lange und 60 km breite Mittelgebirge mit dem Rad oder zu Fuß. Seit 100 Jahren denken sich die Wanderführer des Schwäbischen Albvereins immer neue Strecken aus, 14500 km lang ist das Wegenetz bisher. Frauen und Männer in Outdoorkluft treffen hier auf Gleichgesinnte, große Gruppen, Familien, Pärchen und einsame Sinnsucher zerstreuen sich in Wälder und Wacholderheiden, um an grandiosen Aussichtspunkten wieder zusammenzuströmen. Auf der Alb sein heißt, das Alltagstempo zu reduzieren und wieder richtig hinzuschauen: Hier tändelt ein Schwalbenschwanz über Honigklee, ein Bussard zieht langsame Kreise im großen Blau, die Luft flimmert über den Frühlingswiesen, in der Wildnis duften Thymian und wilde Rosen, und über löwengelben Feldern singen die Lerchen.

Wo es hingegen klopft und pocht, sind Fossiliensammler am Werk. Stetiges Hämmergeräusch, immer wieder übertönt von Freudenjauchzern, verrät die beiden beliebtesten Klopfplätze der Alb: In Dotternhausen und Holzmaden gibt es besonders fossilienreiches Schiefergestein. Mit ein wenig Glück fallen Ihnen hier golden schimmernde Ammoniten in den Schoß, versteinerte Muscheln, Korallen, Krokodile oder Schmelzschuppenfische. Wenn Sie die Funde sichten, werden Sie feststellen: Das sind alles Meerestiere. Denn wo immer Sie gehen und stehen auf der Alb, bewegen Sie sich auf ehemaligem Meeresboden. Dieses Gestein entstand vor rund 200 Mio. Jahren. Damals trieben die Kontinente noch etwas unstet umher, Europa lag am Äquator und Süddeutschland unter Wasser, ein tropisches Meer überflutete den gesamten Raum. 50 Mio. Jahre ließ sich die Erde Zeit, um den Jura entstehen zu lassen. Erinnerungen aus dieser Zeit können Sie im Urwelt-Museum Hauff in Holzmaden bestaunen, das für seine einzigartig gut erhaltenen Fossilien weltberühmt ist.

Berühmt ist der „Jurassic Park“ Schwäbische Alb auch für seine Höhlen - rund 2000 zählen die Forscher bislang. Die zweifellos populärste Grotte ist die Bärenhöhle: Über eine Treppe steigen Sie steil hinunter ins Dunkel der Erde, und im dämmrigen Licht der Grubenlampen tut sich Schritt für Schritt eine Wunderwelt auf: Tropfsteine bilden zartfingrige Formen, türmen sich zu meterhohen Säulen auf und wachsen zu Wäldern aus Stein. Vorzeitliche Höhlenbären suchten hier Schutz - wie riesig sie waren, bezeugen die Skelette, die publikumswirksam aufgebaut sind. Die Menschen der Steinzeit jagten und fürchteten diese bis zu 8 m großen Kolosse, sie setzten den Tieren ihrer Umwelt aber auch ein bewegendes Denkmal. Hier, in den Höhlen der Schwäbischen Alb, entstanden die ältesten Kunstobjekte der Welt. Vor 35000 Jahren schnitzten begabte Künstler aus Mammutelfenbein ein Wildpferdchen mit langem, gebogenem Hals, Schneeleopard und Wollnashorn sowie eine bleistiftgroße Flöte aus Schwanenknochen. Diese Funde sind so einzigartig, dass sie in den Museen von Tübingen und Ulm stets unter dickem Panzerglas verwahrt werden. Ihren Zauber mindert das nicht.

Jurameer und Eiszeit sind längst vorbei. Heute zählt die Schwäbische Alb zu den sonnenreichsten Gebieten in Deutschland. Dennoch: „An Kittel kälter und meh Schtoiner als Kartoffla“, so beschreiben die Albbewohner ihre Heimat. Auf Ihren Touren tun Sie also gut daran, immer einen „Kittel“, eine Jacke, zusätzlich griffbereit zu haben. Dass die kargen Böden „mehr Steine als Kartoffeln“ hergeben, schreckte zwar weder Kelten noch Römer und Alamannen ab. Doch bis ins 19.Jh. zählte die Alb zu den ärmsten Gebieten in Schwaben. Von Armut ist in den Städten und Dörfern heute nichts mehr zu sehen, die Ortskerne sind saniert und die Fachwerkhäuser herausgeputzt, und auf den Fensterbrettern blühen bunte Blumen. Samstags können Sie Zeuge eines schwäbischen Rituals werden: Vor jedem Haus werden Gehsteig und Hof mit Ausdauer blitzblank gefegt. Andere mögen spotten, doch die Schwaben sind stolz auf ihre Kehrwoche. Wundern Sie sich daher nicht, wenn Sie ausgerechnet am Südrand der Alb auf das weltweit erste Besenmuseum treffen.

Traditionen sind den Schwaben zwar lieb und teuer. Als findig, Innovationen und Trends gegenüber aufgeschlossen gelten sie aber auch. Die Textilindustrie sorgte mit für den Aufschwung, den die Schwäbische Alb seit dem 19.Jh. erlebte, und inmitten all der Natur konnten internationale Firmen entstehen wie Hugo Boss - am Stammsitz in Metzingen verkaufen die Edelschneider ihre aktuellen Kollektionen preisgünstig. In der Folge öffneten auch Jil Sander, Ralph Lauren, Strenesse, Nike und andere Mode- und Sportartikelhersteller gleich um die Ecke ihren Fabrikverkauf. Metzingen hat sich darauf eingerichtet, große Parkplätze angelegt, Wegweiser aufgestellt und Websites eingerichtet und beklagt seinen Wandel von der Weinbaustadt zur Schnäppchenmetropole nicht allzu sehr.

Das typische „Produkt“ der Schwäbischen Alb ist allerdings ein vierbeiniges: das Schaf. Große Herden ziehen über die Wacholderheiden, und wenn Sie Glück haben, treffen Sie den Schäfer: breiter Hut und langer Stock, Besitzer der klügsten Hunde der Welt und Erzähler hochinteressanter Geschichten. Und Alblamm zählt zu den Spezialitäten vieler Restaurants in der Region.

So richtig verwöhnen lassen können Sie sich in den Badeorten auf der Alb, beispielsweise in Bad Ditzenbach, Bad Urach, Bad Überkingen, Beuren (nahe Kirchheim unter Teck) und Aalen. Mit Kneippkuren, Duftsauna und Fangopackungen hilft man dort nicht nur Kurgästen wieder auf die Beine. Luxuriöse Badetempel, Wohlfühlmassagen und 36 Grad warmes Thermalwasser laden zum Träumen ein, und wer will, entspannt sich beim Shiatsu oder erhält den letzten Schliff bei der Kosmetikerin. Wie genussvoll es sich auf der Schwäbischen Alb leben lässt, auch das werden Sie auf Ihrer Reise entdecken.

MARCO POLO Freizeitkarte
Bodensee, Schwäbische Alb

Karte, 4. Auflage · 11.95 €

Die Marco Polo Freizeitkarte Bodensee, Schwäbische Alb im Maßstab 1:100.000 ist ideal für deine detaillierte Ausflugs- und Urlaubsplanung. Die Karte enthält nicht nur wichtige Informationen, Wegpunkte und Einrichtungen, sondern auch 66 ausgewählte Tipps und Ziele in der Region: Bodensee, Schwäbische Alb. Ob Fahrradtouren, Wanderparkplätze oder gemütliche Ausflugslokale – mit dieser wetter- und reißfesten Karte bist du bestens vorbereitet für abwechslungsreiche Entdeckungen in der Region.

Und das bietet die Karte im Detail:

  • Maßstab: 1:100.000
  • 66 Freizeittips mit Bild und Kurzbeschreibung – für jedes Wetter etwas dabei
  • Radtouren mit Kilometer- und Zeitangaben, Wanderparkplätze, ÖPNV
  • Kulturelle und landschaftliche Sehenswürdigkeiten wie Museen, Schauwerkstätten, Schlösser und Burgen
  • Bäder, Strände, Zoos, Vergnügungsparks
  • Landschaftlich schöne Strecken – damit nicht nur das Ziel, sondern auch die Fahrt zum Erlebnis wird
  • Direktvermarkter, Biergärten, Ausflugslokale, Berghütten
  • Informationen über Autozüge- und fähren, inklusive Hinweise zu Sperren
  • Besonders plastische Darstellung und einfach zu erfassendes Kartenbild
  • Kompaktes Kartenformat – immer mit dabei
  • Robustes Kartenmaterial: Wetter- und reißfest

Über die Region:
Zwischen Bodensee und Schwäbischer Alb treffen unterschiedliche Landschaftsformen aufeinander und bieten Raum für Kultur, Natur und Freizeitaktivitäten. In Konstanz lassen sich Spuren römischer und mittelalterlicher Geschichte finden, während die Schwäbische Alb mit ihren Höhlen und Felsformationen Raum für Naturerkundung bietet. Die Gegend eröffnet vielfältige Möglichkeiten für Ausflüge und Entdeckungen.

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