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Steht dir der Sinn nach Strand und Surfen? Oder eher nach Geschichte und Natur? Magst du hippe Bars oder lieber rustikale Pubs? Moderne Hotels mit Infinitypool oder doch eher gediegene Häuser mit afternoon tea und Garten? So oder so: Willkommen in Devon und Cornwall – einer Ecke der Britischen Inseln, in der tatsächlich jeder Urlaub nach seinem Geschmack findet.
Palmen im Garten
Die beiden südwestlichsten Grafschaften sind die besten Beispiele für die wunderbare Natur Großbritanniens, für die lange Architekturgeschichte und natürlich für einen Typ Mensch, den es wohl nur hier gibt, auf der Insel, die einmal ein Weltreich war. Und als wenn das noch nicht genug wäre, ist auch das Wetter allen Vorurteilen zum Trotz oftmals gut: Durch den Golfstrom sinken die Temperaturen selten unter null Grad, die Sommer sind warm, aber nicht zu heiß. Das lässt sogar Palmen im Vorgarten wachsen. Warum also zählen Devon und Cornwall zu den beliebtesten Ferienregionen des Vereinigten Königreichs? Deswegen!
Träumen, surfen, feiern
Es sind tatsächlich die oft kitschigen Klischees der Rosamunde-Pilcher-Romane, die vor allem viele Europäer in diese Gegend ziehen. Sie entdecken Szenen wie aus dem Bilderbuch, denn davon bieten Cornwall und Devon mehr als genug. Doch das ist nur ein kleiner Ausschnitt vom Alltag. Newquay im Südwesten Cornwalls beispielsweise hat sich längst zu einem der angesagtesten Surfhotspots Europas entwickelt. Hipster aus allen möglichen Ländern zieht es im Sommer hierher, um mit ihren Brettern die Welt zu erobern. Wer Rosamunde Pilcher ist? Das wissen hier die wenigsten. Ist ihnen aber auch egal.
Geschichte
6000 v. Chr.
Erste Menschen besiedeln das Dartmoor. Lange zuvor lebten Neandertaler in Kents Cavern in Torquay
43 n. Chr.
Römer besetzen England. Sie bleiben bis etwa zum Jahr 440
400
Der Name Kernow (Cornwall) wird erstmals erwähnt
500
Die Kämpfe der romanokeltischen Bevölkerung gegen Angeln und Sachsen bilden die Grundlage der Sagen um König Artus
1620
Die „Mayflower“ bringt von Plymouth aus die ersten englischen Siedler nach Amerika
1833
Durch den Bau der Great Western Railway kommen erstmals Touristen in größerer Zahl nach Devon und Cornwall
1998
Mit dem Aus für die South Crofty Mine enden 4000 Jahre Bergbau in Cornwall
2016
Die Briten stimmen mit knapper Mehrheit für den Brexit, den Austritt aus der Europäischen Union
2023
Der Cornwall Airport in Newquay wird der erste Weltraumflughafen Großbritanniens. Der Auftaktstart im Januar misslingt jedoch
Devon und Cornwall sind an vielen Stellen jünger, als man denkt. Devons Hauptstadt Exeter hat vor allem durch seine Universität einen exzellenten Ruf in der Forschung. Aus vielen Ländern der Welt zieht es Wissenschaftler hierher. Während die Altstadt rund um die majestätische Kathedrale als eine der Topattraktionen Englands gilt, hat sich parallel eine lebhafte Studentenszene entwickelt, mit einem entsprechend bunten Nachtleben – zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt findest du jede Menge coole Kneipen. Da geht es auf dem Land meist ruhiger zu. In Zentraldevon, im Exmoor, im Dartmoor, an den Küsten Cornwalls – hier scheint die Zeit stehen geblieben. Lokale Händler haben hier anders als sonst ihren Platz verteidigt. Es gibt zig kleine Läden mit einem bunten Sortimentsmischmasch von der Angelrute bis zum Liter Milch. Quirky nennen das die Engländer, schrullig. Gerade weil alles so ein bisschen quirky ist, kommen viele hierher.
Heute wird cornish wieder unterrichtet
Liebevoll, aber vielleicht ein bisschen speziell wirkt auch mancher Bewohner in diesem Teil Englands. Besucher werden überall freundlich und mit offenen Armen empfangen. Gleichzeitig sind viele hier geborene Menschen durchaus überzeugt von ihrer Heimat. Beim Brexit-Referendum etwa stimmte 2016 die Mehrheit der Wähler Devons und Cornwalls dafür, die EU zu verlassen. Dabei waren es nicht zuletzt gerade ihre Grafschaften, die mit am meisten von den Förderungen aus Brüssel profitierten. Oft und gern zeigt man in Cornwall noch die schwarze Fahne mit dem weißen Kreuz, die Flagge der Grafschaft. Sie weht an Häusern und klebt auf Heckscheiben von Autos. Cornish, die zwischenzeitlich fast ausgestorbene keltische Sprache, wird heute wieder unterrichtet.
Gemütlicher Luxus im Boutiquehotel
Devon wie Cornwall entwickelten sich im 19.Jh. zu Topreisezielen. Die Feriengäste kommen ohnehin – darauf hat man sich im Südwesten sehr lange verlassen und entwickelte ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, auch was etwa die Modernisierung von Hotels und Restaurants anging. Genauer gesagt die Überzeugung, dass dies nicht unbedingt notwendig sei. Noch heute fegt mancherorts der Wind durch die einfach verglasten Fenster, wird in (ur-)alter britischer Tradition kein Federbett verwendet, sondern ein Laken mit Wolldecke. Doch ansonsten wurde viel investiert, auch weil große Ketten in die Gegend drängten und Häuser mit einem neuen Verständnis von Komfort eröffneten.
Es gibt viel zu entdecken
Kaum ein Fleck, der sich nicht für Wanderungen anbieten würde – an den Küsten zuallererst der South West Coast Path, ein gut 1000 km langer Wanderweg. Auch zwei geografisch besondere Punkte liegen in Cornwall: Englands südlichster Punkt, Lizard Point, sowie der westlichste, Land’s End. Beide befinden sich in wunderschönen Küstenlagen, beide allerdings sind touristisch ausgeschlachtet worden – am besten lässt du den Besucherrummel gleich hinter dir und machst dich auf, den Küstenpfad zu erkunden. Oder flüchtest aufs Schiff, um in Ruhe eine der schönsten Inselgruppen Großbritanniens zu erleben: Die Isles of Scilly, rund 45 km vor Land’s End gelegen und damit das eigentliche westliche Ende Englands. Aber will man eigentlich so rasch ans Ende von solch einem schönen Teil der Welt? Es gibt schließlich noch so viel zu entdecken!
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Cornwall und Devon haben für jeden Geschmack etwas zu bieten. Wirf dich auf deinem Board in die Wellen vor Woolacombe Beach oder wandere den South West Coast Path entlang rund um die fantastische Steilküste. Beobachte dabei die süßen Dartmoor-Ponys oder schieße Selfies in Agatha Christies Garten, bevor du abends gemütlich einkehrst. Cream Tea mit Scones oder Pint im Pub? Du entscheidest – und mit den Tipps in deinem MARCO POLO Reiseführer Cornwall & Devon verpasst du garantiert keins der vielen Highlights!

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