
Reiseführer Amrum - Föhr

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„Wie Träume liegen die Inseln im Nebel auf dem Meer“ – so beschrieb der Dichter Theodor Storm den Blick auf die Halligen. Ganz anders bei klarer Luft, dann erscheinen sie gestochen scharf, zum Greifen nah. So dicht beieinander liegen die Inseln und sind doch so verschieden: Nordstrand – fast noch Festland, Pellworm – die Häuser hinterm Deich, die Halligen – winzig zum Teil, verloren im Meer, Amrum – Dünen, breiter Strand, Föhr – blühende Wiesen, bildhübsche Friesendörfer.
Mittendrin: Urlaub im Weltnaturerbe Wattenmeer
Viele Touristen sind genauso glühende Lokalpatrioten wie die Insulaner selbst und lassen auf „ihre“ Insel nichts kommen: Föhr-Fans schwören auf einen gemütlichen Dorfbummel, verträumte Stunden im Café mit Meerblick und eine Radtour oder einen ausgiebigen Marsch durch die Marsch. Eingefleischte Amrum-Urlauber lieben die Dünenlandschaft „ihrer“ Insel – für sie geht nichts über einen Strandtag auf dem Kniepsand oder einen langen Spaziergang am Flutsaum. Pellworm- und Nordstrand-Liebhaber freuen sich aufs Wattwandern und aufs Radfahren am Deich und durch die Felder, während für Hallig- Freunde das unmittelbare Erleben der Natur auf der Urlaubsagenda an erster Stelle steht. Einig aber sind sich alle Inselurlauber in einem: Ferien ohne Wattenmeer, ohne Nordsee sind keine Ferien. Das – zumindest auf Föhr und Amrum – vielfältige kulturelle Angebot ist eine willkommene Abwechslung bei so viel Naturerlebnis.
Die Urgewalt des Meeres
Für Abwechslung geologischer Art sorgt seit Urzeiten die Nordsee. Erst seit rund 500 Jahren besitzen die Inseln und Halligen ihre heutige Gestalt. Wind und Meer modellieren weiter an ihrer Form, genauso wie sie das Wattenmeer selbst unablässig umgestalten. Was u. a. dazu führt, dass ein- bis zweimal im Jahr die Pricken – junge Birken, die die Fahrrinnen für die Fähren und Ausflugsschiffe markieren – umgesetzt werden müssen. Die Geestrücken von Föhr, Amrum und Sylt bestehen aus Geröll und Gestein, das eiszeitliche Gletscher vor sich herschoben – der allmähliche Anstieg des Meeresspiegels schuf dann die drei Inseln, die seit ca. 2000 Jahren vom Festland getrennt sind. 1362 entstand durch die katastrophale Marcellusflut die Insel Strand. 1634 schlug die Burchardiflut zu und zerriss sie – das Ergebnis sind Pellworm und Nordstrand. Beide Inseln liegen großenteils unter dem Meeresspiegel – ohne Deiche würde das Meer sie verschlingen. Auch Föhr und Amrum sähen ohne teilweise Eindeichung ganz alt aus.
Geschichte
3000–1000 v. Chr.
Erste Besiedlungen von Föhr und Amrum
1231
Erste urkundliche Erwähnung Föhrs und Amrums
1362
Marcellusflut: Bei der „Großen Mandränke“ kommen über 10 000 Menschen um
1634
Burchardiflut: Über 8000 Menschen ertrinken. Aus der Insel Strand entstehen Nordstrand und Pellworm
19.Jh.
Tausende Inselfriesen wandern aus in die Neue Welt
1819
Wyk wird Seebad
1962
Sturmflut: Die Inseln und Halligen werden schwer getroffen
1985
Einrichtung des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
2011
Das deutsche Wattenmeer wird Unesco-Weltnaturerbe
2018
In Wyk eröffnet das erste große Luxushotel auf den Inseln
2022–2024
Großes Facelifting in Wyk: Seebrücke mit Eventplattform, Schwimmbad, Seglerbrücke, Fußgängerzonen und ein neues Hotel gibts auch noch
Holländer, Walfänger und Auswanderer
Von der Mitte des 17.Jhs. bis ins frühe 19.Jh. war die Seefahrt die Haupterwerbsquelle der bis dahin bettelarmen Insulaner, vor allem der Walfang. Zu verdanken war das den Holländern. Die brauchten gute Seeleute und Harpuniere, um im nördlichen Eismeer Wale und Robben zu jagen, und fanden sie auf den Nordfriesischen Inseln. Über alle Meere fuhren die Inselfriesen in dieser Zeit und verdienten so viel, dass die Historiker vom goldenen Zeitalter sprechen. Die enge Beziehung zu den Holländern dokumentieren noch heute die blau-weiß gekachelten Wände in den alten Friesenhäusern.
Anfang des 19.Jhs. brachten die Napoleonischen Kriege die Handelsschifffahrt zum Erliegen, viele Inselfriesen gerieten in wirtschaftliche Not und wanderten nach Amerika aus. Als dann die Inseln nach dem deutsch-dänischen Krieg 1864 an Preußen fielen, folgten ihnen noch mehr Insulaner, von denen viele in New York hängen blieben. Deswegen haben etliche Inselfriesen bis heute eine enge, auch familiäre Verbindung mit dem Big Apple.
Von Deichschafen und Badegästen
Landwirtschaft spielt – sieht man von Amrum ab – auf den Inseln seit der Eindeichung eine wichtige Rolle, Hauptdarsteller dabei ist das Schaf. Es liefert Fleisch und Wolle und ist auch im Inselschutz tätig: Auf den Deichen hält es das Gras kurz und tritt den Boden fest. Ab Anfang des 19.Jhs. erschlossen sich die findigen Inselfriesen allmählich eine neue Einkommensquelle: den Badebetrieb. Zuerst kamen Maler und Schriftsteller, ließen sich von den Wellen der Nordsee und dem weiten Himmel über den Inseln inspirieren. Bald erkannten Ärzte den Wert des insularen Nordseeklimas für die Gesundheit – Föhr errichtete 1819 in Wyk das erste Badehaus. Mitte des 19.Jhs. machte Dänemarks König Christian VIII. mehrmals Sommerurlaub in Wyk, was der neuen Branche einen Schub gab.
Bloss nicht wie Sylt werden
Heute sind aus Fremdenzimmern, die einst nach dem Motto „Kuh raus, Kurgast rein“ entstanden, längst Ferienapartments und -häuser geworden. Hotels werden renoviert oder neu gebaut, weil immer mehr Gäste Kurzurlaub machen, ganzjährig angelockt durch spezielle Angebote, kulturelle und sportliche Events. Und so sind die Inseln auf gutem Weg, Sylt als Lieblingsinsel der Deutschen den Rang abzulaufen: Abgeschreckt von deren Menschenmassen und Autoschlangen im Sommer wenden sich immer mehr Stammgäste und potenzielle Ferienhauskäufer Föhr und Amrum zu. Man spricht schon von einer drohenden Syltifizierung. Ob es so weit kommt, darf bezweifelt werden. Noch jedenfalls findest du auf Föhr und Amrum Natur pur und Ruhe, so viel du willst.
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Urlaub im Watt? Aber klar! Auf den Nordseeinseln bist du mittendrin im Weltnaturerbe. Wenn du mal genug hast von Dorfbummeln, Cafés mit Meerblick und Radtouren auf dem Deich, dann unternimm bei Ebbe eine Wanderung über den Meeresboden! Mit etwas Glück entdeckst du sogar ein paar Seehunde.
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