USA West

Überblick

Entdecke den Westen der USA!

Amerikas Westen ist seit jeher ein Land der Verheißung. Früher lockten Gold, Öl und freies Land die Siedler. Heute sucht man oft ein ganz persönliches Erlebnis von Freiheit und Abenteuer. Zu Recht, denn in grandiosen Landschaften, bekannt aus ungezählten Roadmovies und Western kannst du raften und biken, surfen und Ski fahren, herrlich verrückte Traumstädte wie San Francisco oder Las Vegas erleben und in großartigen Nationalparks staunend vor feuerroten Schluchten und dampfenden Geysiren stehen.

Der Westen Amerikas beginnt mit den großen Prärien jenseits des Mississippi. So sahen es die Pioniere, die vor gut 150 Jahren auf dem legendären Oregon Trail westwärts zogen, und so will es auch die Geografie. Doch der „Westen“ ist mehr. Er symbolisiert nach wie vor die Zukunft des Landes, er ist ein Traum, ein Mythos und eine Geisteshaltung in Amerika. Wer im Westen lebt, fühlt sich dem Klischee nach oft freier, fährt ein größeres Auto (Pick-up-Trucks sind selbst heute in Zeiten steigender Ölpreise mancherorts häufiger als normale Autos), pflegt einen aktiveren Lebensstil und glaubt noch weniger als andere Amerikaner an die Regierung in Washington. Der Westen steht für Kreativität und für Hollywood, für das Lebensgefühl der Surfer in Südkalifornien und der Mountainbiker in Colorado. Und er liefert nach wie vor die Rohstoffe, die Amerikas Wirtschaft prägen. Aus den Prärien kommen Mais, Weizen und Soja, aus Wyoming Rinder, aus Texas das Öl und aus Oregon das Holz für die Häuser Amerikas. Aber es wird hier auch verarbeitet: In Seattle werden Flugzeuge gebaut, in San Francisco Computerchips.

Im Westen heißt es, sind die Menschen zupackend und aufgeschlossen für Neues. Vor rund 30 Jahren wurden hier Microsoft und Apple gegründet und später auch Google. Hier ist Platz für gesellschaftliche Experimente, wie sie schon die Mormonen vor 150 Jahren in ihrem Gottesstaat in der Wüste Utahs versuchten. Der Westen weist den Weg, von hierher kommen die Trends in Amerika – positiv wie negativ. Wenn in Kalifornien der Strom knapp wird, wenn eine Blase der New Economy entsteht oder der Immobilienboom in sich zusammenfällt, dann wird das zumeist im Westen als Erstes deutlich. Dort werden aber oft auch die Lösungen für Probleme ausprobiert und gefunden.

Was Klima und Landschaften angeht, bietet die Region ein verblüffendes Spektrum. Schon die Dimensionen sind für uns schwer fassbar: Zwischen der Grenze zu Kanada am 49. Breitengrad bis zur mexikanischen Grenze am 33. liegen gut 2.000 km Luftlinie, von Kansas City in den Prärien bis San Francisco sind es ebenfalls gut 2.500 km. Das heißt, im Süden ist man auf der Höhe von Marokko – was das Wüstenklima in Südkalifornien, Arizona und Texas erklärt. 40, ja 45 Grad im Schatten sind im Sommer hier der Normalfall. Die Staaten Washington, Idaho und Montana dagegen liegen auf der Höhe von Süddeutschland, entsprechend kühler ist das Klima.

Ebenso kontrastreich zeigen sich die Landschaften des Westen, die am Mississippi mit den schier unendlichen, flachen Prärien beginnen und fast unmerklich ansteigen, bis man in Denver schon auf 1.600 m über dem Meer ist – und immer noch in der weiten Ebene steht. Die gesamte Region westlich davon wurde vor rund 30 bis 60 Mio. Jahren geformt. Mächtige Bergzüge wurden damals von der Kontinentalverschiebung aufgeworfen: die Rocky Mountains, die Sierra Nevada in Kalifornien und die Cascade Mountains in Oregon und Washington etwa, deren eisbedeckte Vulkangipfel noch immer aktiv sind, wie der Ausbruch des Mount Saint Helens im Jahr 1980 eindrucksvoll bewies. Bis heute sind all diese Gebirge nur ganz dünn besiedelt, ein Dorado für Outdoor-Fans: In den Rockies warten die Geysire des Yellowstone, in den Bergen der Olympic Peninsula in Washington verwunschene Regenwälder. In den Küstenbergen Kaliforniens wachsen über 100 m hohe redwoods und am Westhang der Sierra Nevada die seltenen Sequoias, 3.000 Jahre alte Mammutbäume mit bis zu 10 m Stammdurchmesser – Superlative kann der Westen der USA reichlich bieten.

Wirklich spektakulär wird es im Südwesten, in der Region des Colorado-Plateau von Utah, Arizona und New Mexico. Hier haben der Colorado River und seine Nebenflüsse fantastische Canyons in die roten Sandsteinfelsen geschnitten. Dies sind die Kulissenwelten der großen Hollywoodwestern und von Roadmovies. Hier liegen die schönsten Nationalparks und Naturwunder Amerikas und natürlich der Grand Canyon. Südlich davon beginnt entlang der Grenze zu Mexiko eine weitere Großlandschaft: die Sonorawüste, in der pittoreske Saguarokakteen ihre Arme gen Himmel recken, wo einst die Apachen unter Geronimo gegen die US-Kavallerie kämpften – und wohin heute die Winterurlauber in Scharen aus dem kalten Norden flüchten.

Nicht weniger grandios ist die Pazifikküste ganz im Westen. Eine Küste, die zu Recht als eine der schönsten der Welt gilt. Mit langen Sandstränden im Süden, wilden Klippen, Dünen und Buchten im Norden. Besonders berühmt ist die Steilküste entlang des Highway 1 in Kalifornien: die viel besungene Traumstraße der Welt. Big Sur, das sind 50 Meilen zwischen Himmel und Meer, zwischen Gischt und steilen Graten. Hier stürzen die Coast Mountains direkt in den Pazifik hinab, hier verdichtet sich das kalifornische Naturerleben zur prickelnden Essenz. Salbei und Rizinus schwängern die milde Seeluft mit ihren Düften. In ständigem Auf und Ab windet sich der Highway durch die archaische Landschaft, dramatisch zerklüftet, wild wie am ersten Schöpfungstag. „Das schönste Zusammentreffen von Land und Meer“ nannte es Robert L. Stevenson.

Eingebettet in den berauschenden Naturszenerien des Westens liegen die Städte, manche übrig geblieben aus der Goldgräberzeit, manche noch heute Cowboytreffs und manche mutiert zu schicken Urlaubsorten – alle jedoch mit einer wechselvollen Geschichte voller Wildwestanekdoten und skurriler Begebenheiten. Sie haben viel zu erzählen, die kleinen Nester des Westens. Dazwischen, meist abgelegen im Hinterland, liegen die Reservate der Native Americans, der einstigen Herren des Landes. Erst in jüngster Zeit regt sich ein kulturelles Erwachen. In den Reservatsdörfern aber herrscht oft noch Tristesse, es ist schwer für die Natives, neue Lebensinhalte im modernen Amerika zu finden.

Ganz anders präsentieren sich die Metropolen. Städte wie Los Angeles, San Francisco, Phoenix, Dallas, Seattle oder Denver sind Hochburgen des „American Way of Life“: vital, jung, in sich selbst verliebt und in ihren Trends dem alten Europa meist einige Jahre voraus. Gerade auch sie machen auf einer Reise in den Westen das Erlebnis Amerika aus. Das Gefühl der Freiheit und der Weite aber wartet draußen auf den Highways des Westens und in den grandiosen Naturparks. Dort wird man bald auch die kribbelnde Abenteuerlust verspüren, die bestimmt schon die Pioniere auf dem Oregon Trail antrieb.

Bilder

Bildergalerie starten

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Ansicht:
Alle Sehenswürdigkeiten Alle Hotels & Übernachtungsmöglichkeiten Alle Restaurants Alle Aktivitäten

Beliebte Regionen in USA West

Sortierung:

Reisezeit USA West

Januar
mäßig
13°C
Februar
mäßig
15°C
März
mittel
16°C
April
gut
17°C
Mai
sehr gut
17°C
Juni
sehr gut
18°C
Juli
gut
18°C
August
gut
18°C
September
gut
20°C
Oktober
gut
20°C
November
mittel
18°C
Dezember
mäßig
14°C
MARCO POLO Reiseführer
MARCO POLO Reiseführer USA West
MARCO POLO Reiseführer USA West
14,00 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich
MARCO POLO Kontinentalkarte USA West 1:2 000 000
MARCO POLO Kontinentalkarte USA West 1:2 000 000
11,99 €
≫ Jetzt kaufen
MARCO POLO Reiseführer USA Südwest, Las Vegas, Colorado, New Mexico, Arizona
MARCO POLO Reiseführer USA Südwest, Las Vegas, Colorado, New Mexico, Arizona
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich

Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Samstag / 26.09.2020
Vormittags
17 °C
Nachmittags
23 °C
Abends
14 °C
Sonntag / 27.09.2020
Vormittags
8 °C
Nachmittags
13 °C
Abends
7 °C
Montag / 28.09.2020
Vormittags
3 °C
Nachmittags
10 °C
Abends
4 °C
Mehr Wetterinfos

Anreise

11h 35min
Frankfurt am Main
USA West
Route planen
In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

Praktische Hinweise

Anreise

Nonstopflüge in den Westen der USA werden von Lufthansa/United Airlines angeboten (Flugzeit ca. 10–12 Std.). Die anderen amerikanischen Airlines bieten gute Umsteigeverbindungen über ihre Drehkreuze im Osten (je nach Saison 600–1400 Euro, viele Sondertarife). Vor der Landung müssen Sie die Formulare für Einreise (immigration) und Zoll (customs) ausfüllen. Wichtig: Bei Umsteigeflügen muss das Gepäck an der baggage claim area abgeholt, durch den Zoll gebracht und danach am connecting baggage counter für den Weiterflug abgeben werden.

Vom jeweiligen Flughafen in die City gibt es in einigen der Metropolen S-Bahnen, so z. B: in San Francisco und Seattle. Ansonsten verkehren Taxis, Flughafenbusse und häufig auch preisgünstige Sammeltaxis wie z. B. SuperShuttlewww.supershuttle.com, die jedes gewünschte Ziel im Stadtgebiet anfahren. Den Mietwagen können Sie meist am oder nahe beim Flughafen übernehmen. Ein Wohnmobil sollten Sie erst am Tag nach der Ankunft anmieten, da die Einweisung einige Zeit dauert.

Auskunft

Viele US-Bundesstaaten und -Großstädte unterhalten Infobüros in Europa, die auf Anfrage Material versenden. Die Adressen erfahren Sie bei: Visit USA Committee Germany e. VEisgrubweg23551160700 84748872www.vusa-germany.de

Vor Ort helfen die staatlichen Tourism Offices, die Visitors Centers und – in den kleinen Orten – die Chambers of Commerce weiter. Meist findet man bereits an den Flughäfen oder an den Staatsgrenzen entlang der Autobahnen gut ausgestattete Welcome Centers.

Bundesstaaten

AZ – Arizona; CA – California; CO – Colorado; KS – Kansas; Hwy. – Highway; MT – Montana; Mt. – Mount; NM – New Mexico; NV – Nevada; OR – Oregon; SD – South Dakota; TX – Texas; UT – Utah; WA – Washington; WY – Wyoming

Camping & Jugendherbergen

Die schönsten Campingplätze liegen in den State Parks. Reservierungen sind möglich (Gebühr: 7,50 $) über Reserve America1 800 4447275www.reserveamerica.com. Viele Details über die einzelnen Parks sind im Internet auf der Seite des Department of Parks and Recreationwww.parks.ca.gov einzusehen. Übernachtungen in einem der AYH Youth Hostels sollten Sie im Voraus reservieren. Die Häuser liegen häufig an ausgesprochen malerischen Orten. Auch für Familien zu empfehlen. Verzeichnis im Buchhandel oder unter www.hiusa.org.

Diplomatische Vertretungen

Konsulate und Honorarkonsulate gibt es in einer Vielzahl der größeren Städte, aufgeführt unter den jeweiligen Internetadressen der Konsulate.

Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland

Wilshire Boulevard62221 323 9302703www.germany.info

Österreichisches Generalkonsulat

Wilshire Boulevard118591 310 4449310www.austria-la.org

Schweizer Generalkonsulat

Wilshire Boulevard117661 310 5751145www.eda.admin.ch/la

Einreise

Für Deutsche, Österreicher und Schweizer genügt für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen ein maschinenlesbarer Reisepass. Neu ausgestellte Kinderpässe erfordern zudem ein Visum – besser ist es, für Kinder einen regulären Pass zu beantragen.

Wichtig: Vor Reisebeginn müssen Sie sich im Internet für die Einreise registrieren: esta.cbp.dhs.gov/esta. Dabei wird eine per Kreditkarte zu bezahlende Gebühr (14 $) fällig. Diese Registrierung gilt dann zwei Jahre lang für alle US-Reisen. Bei Umsteigeverbindungen müssen alle Zoll- und Passformalitäten am ersten Flughafen in den USA erledigt werden.

Detaillierte Informationen zu Visa- und Einreisebestimmungen finden Sie auch unter german.germany.usembassy.gov.

Geld & Kreditkarten

US-Banken lösen zwar gegen Gebühr Reiseschecks ein, doch nur Großfilialen wechseln auch europäische Währungen. Die können Sie meist nur in den Wechselstuben der großen Flughäfen sowie (zu schlechtem Kurs) in manchen großen Hotels tauschen. Für die Reisekasse nehmen Sie eine Kreditkarte (Mastercard, Visa), mit der auch kleine Beträge an Tankstellen und in Läden zu bezahlen sind, und etwas US-Bargeld für die Ankunft. Weiteres Bargeld können Sie mit EC-Karte und Geheimzahl an den meisten Bankautomaten ziehen. Reiseschecks in US-Dollar werden überall in Läden und Restaurants akzeptiert.

Gesundheit

Die ärztliche Versorgung in den USA ist im Allgemeinen sehr gut – und sehr teuer. Schließen Sie daher unbedingt eine Auslandskrankenversicherung ab! Medikamente gibt es in der pharmacy und im drugstore, die teils rund um die Uhr geöffnet sind.

Je nach Art eines Notfalls fahren Sie bei schweren Fällen entweder zur Notaufnahme (emergency room) des nächsten Krankenhauses, fordern einen Nortarzt (paramedics) an oder lassen sich bei leichten Fällen vom Hotelempfang die Adresse der nächsten Arztpraxis (day clinic) geben.

Inlandsflüge

Am preiswertesten ist es meistens, Inlandsflüge bereits mit dem Transatlantikticket zu kombinieren, da manche Airlines dafür vergünstigte Tarife haben. Ebenfalls sehr günstig sind Inlandsflüge auch bei Regional- und Lowcost-Airlines wie Jetblue, Alaska Airlines oder Southwest Airlines, die dann separat im Reisebüro oder über das Internet zu buchen sind.

Internet / Wlan

Amerikas Westen ist bestens vernetzt. Der Anschluss in Businesshotels kostet meist 8–15 $ pro Tag, oft steht aber ein kostenlos zu nutzender Computer in der Hotellobby. Für den eigenen Laptop finden Sie in vielen Hotels und Internetcafés WLAN (WiFi, wireless network), teils sogar kostenlos. Zum E-Mails-Checken gibt es Webcomputer in Coffeeshops oder Büroläden wie Kinko's für 2–3 $ pro 10 Minuten.

Klima & Reisezeit

Entsprechend den gewaltigen Dimensionen des Landes herrschen in den USA ähnlich ausgeprägte Klimaunterschiede wie zwischen Nordafrika und Schweden. Die beste Reisezeit für die Rockies und den Nordwesten ist der Sommer – dann haben allerdings auch die Amerikaner Schulferien. In den wüstenhaften Südwesten, nach Kalifornien und Texas reisen Sie am besten im Frühjahr oder im Herbst. Da anders als in Europa eine Klimabarriere wie die Alpen in Nordamerika fehlt, sind die Winter in den Rocky Mountains und in den Prärien meist weitaus kälter und schneereicher als bei uns, aber auch viel trockener. Dafür sind die Sommer meist heißer – und im Süden von Texas auch recht schwül. Wichtig für Ihre Reiseplanung: An der Küste von Kalifornien herrscht im Hochsommer häufig Nebel.

Maße & Gewichte

1 inch = 2,54 cm

1 foot = 30,48 cm

1 mile = 1,6 km

1 acre = 0,4 ha

1 gallon = 3,79 l

1 pound = 453,6 g

Mietwagen & Verkehrsregeln

Zur Automiete genügt der nationale Führerschein, selten wird der internationale Führerschein verlangt. Es ist meist preisgünstiger, den Wagen vorab im Reisebüro zu buchen (Steuern, Versicherung inklusive). Auch sollten Sie das Auto möglichst am selben Ort wieder abgeben, da sonst hohe Rückführgebühren fällig werden.

Mietwagen sind vor allem in Kalifornien recht preisgünstig (ab 50 $/Tag, 250 $/Woche, Kilometer inklusive). Das Mindestmietalter beträgt 21 bzw. 25 Jahre. Neben den großen Mietwagenfirmen gibt es preisgünstige Regionalfirmen, die für einen Stadtbesuch durchaus sinnvoll, aber für eine Rundfahrt nicht zu empfehlen sind.

Das Straßennetz ist gut ausgebaut, die Überlandstraßen sind nach einem Nummernsystem klassifiziert. Anschnallen ist Pflicht. Die Höchstgeschwindigkeit wird von den einzelnen Staaten festgesetzt: auf Landstraßen meist 55 mph (88 km/h), in Orten 25–35 mph (35–50 km/h), auf Autobahnen 65–75 mph (105–120 km/h).

Die Verkehrsregeln gleichen denen in Europa. Ausnahmen: An Ampeln darf man auch bei Rot nach rechts abbiegen, auf Autobahnen auch rechts überholen. Schulbusse mit blinkender Warnanlage dürfen dagegen überhaupt nicht passiert werden – auch nicht aus der Gegenrichtung. Außerdem gibt es sogenannte 3-way- oder 4-way-stops, Kreuzungen mit Stoppschildern, an denen jedes Fahrzeug halten muss. Wer zuerst an der Kreuzung gehalten hat, darf zuerst weiterfahren. Bei Pannen hilft die AAA (American Automobile Association)1 800 2224357. Für Mitglieder des ADAC, TCS und ÖAMTC mit Mitgliedsausweis ist der Service kostenlos.

Notruf

Fast überall in den USA gilt die Notrufnummer911, gebührenfrei von jedem Telefon anwählbar. Nur in manchen ländlichen Gegenden gibt es andere, am Münztelefon vermerkte Notrufe. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an den Operator: 0 wählen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Routennetze der Greyhound-Überlandbusse und Amtrak-Züge sind für längere Sightseeingreisen zu weitmaschig, aber die größeren Orte lassen sich gut erreichen. Auskunft über die Netzkarten von Greyhound (Discovery Pass) und Amtrak (USA Railpass/California Rail Pass) in Reisebüros oder unter www.greyhound.com, www.discoverypass.com und www.amtrak.com.

Öffnungszeiten

Läden sind meist geöffnet: Mo–Sa 9.30–18 Uhr; Malls: 10–21 und So 12–17 Uhr. Große drugstores und Lebensmittelsupermärkte sind auch abends und an Wochenenden offen, teilweise sogar rund um die Uhr. Museen meist: Di–Sa 9–17 und So 13–17 Uhr.

Post

Postämter haben Mo–Fr 9–17 Uhr geöffnet, größere auch Sa 9–12 Uhr. Das Porto für Luftpostbriefe und Postkarten nach Europa beträgt 98 Cents. Von Großstädten aus ist eine Karte etwa 4–6 Tage nach Europa unterwegs, aus ländlichen Regionen 3–4 Tage länger.

Steuern

In den meisten Staaten wird auf alle Einkäufe eine Verkaufssteuer (4–7 Prozent) aufgeschlagen. Diese sales tax wird erst beim Kauf hinzugerechnet, ist also z. B. auf der Speisekarte oder auf dem Preisschild im Laden noch nicht berücksichtigt. Und Hotels veranschlagen eine Übernachtungssteuer von einigen Prozent.

Strom

Netzspannung: 110 Volt, 60 Hertz. Einen Steckdosenadapter für den (umschaltbaren!) Fön oder Rasierapparat sollten Sie mitbringen.

Telefon & Handy

Alle Telefonnummern in den USA sind 7-stellig, dazu kommt in einigen Großstädten und für Ferngespräche noch eine 3-stellige Vorwahl, der area code. Bei Ortsgesprächen wählen Sie nur die Nummer, bei Ferngesprächen zusätzlich eine 1 vor Vorwahl und Nummer.

Ortsgespräche vom öffentlichen Fernsprecher kosten 25–50 Cent, bei Ferngesprächen gibt nach dem Wählen eine Computerstimme die Gebühr an. Vorsicht: Im Hotel werden oft horrende Aufschläge berechnet. Preiswerter sind für Anrufe von öffentlichen Fernsprechern oder vom Hotel die an Kiosken erhältlichen prepaid phone cards.

Bei Telefonproblemen hilft der Operator 0 weiter, er vermittelt auch R-Gespräche (collect calls). Über die in den USA gebührenfreien Nummern mit der Vorwahl 800, 866, 877 oder 888 reserviert man Hotels oder Mietwagen.

Triband- und Quadhandys aus Europa funktionieren auch in den USA, aber nur in dichter besiedelten Regionen und gegen Aufpreis (bis 1,50 Euro/Min.). Für eine längere Reise können Sie vor Ort bei Netzbetreibern wie CellularOne oder t-mobile auch eine amerikanische Prepaid-Sim-Karte kaufen.

Vorwahl nach Deutschland: 011-49, Österreich: 011-43, in die Schweiz: 011-41, dann die Ortsvorwahl ohne die erste Null und die Rufnummer wählen. Vorwahl in die USA: 001

Trinkgeld

In den Restaurantpreisen ist kein Bedienungsgeld enthalten. Kellner bekommen daher 15–20 Prozent Trinkgeld (tip) vom Endpreis. In Hotels rechnen die Gepäckträger (bell boys) mit mindestens 1 $ pro Gepäckstück. Und vergessen Sie das Zimmermädchen nicht!

Zeitzonen

Westküste: Pacific Standard Time, Mitteleuropäische Zeit (MEZ) –9 Std., Rocky Mountains, Südwesten: Mountain Time, MEZ –8 Std., Prärien: Central Time, MEZ –7 Std.

Vom zweiten Sonntag im März bis zum ersten Sonntag im November gilt die Sommerzeit mit einer Zeitverschiebung von plus einer Stunde.

Zoll

Gegenstände für den persönlichen Gebrauch sind zollfrei. Pflanzen und frische Lebensmittel dürfen nicht eingeführt werden. Erlaubt sind pro Erwachsenen 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 2 kg Tabak sowie 1,1 l Spirituosen und Geschenke in einem Wert von bis zu 400 Dollar.

In die EU zollfrei eingeführt werden dürfen: 1 l Alkohol über 22 Prozent, 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 50 g Parfüm oder 250 g Eau de Toilette und andere Artikel im Gesamtwert von 430 Euro.

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter www.zoll.de.

Was kostet wie viel?

Kaffee

1,50 Euro für einen Becher im Coffeeshop

Bier

2,50–4,50 Euro für ein Glas in der Bar

Steakdinner

12–22 Euro für ein Steak mit Salat, Baked Potato und Maiskolben

Eintritt

45 Euro in einen Vergnügungspark

Jeans

30–45 Euro für ein Paar Levi’s

Benzin

2,50 Euro für eine Gallone (3,78 l) bleifrei

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Januar

Neujahr

3. Montag im Januar

Martin Luther King Jr. Day

3. Montag im Februar

Presidents' Day

Letzter Montag im Mai

Memorial Day (Heldengedenktag)

4. Juli

Independence Day

1. Montag im September

Labor Day (Tag der Arbeit)

2. Montag im Oktober

Columbus Day

11. November

Veterans' Day

4. Donnerstag im November

Thanksgiving Day (Erntedankfest)

25. Dezember

Christmas (Weihnachten)

Allgemein

Staatliche Feiertage fallen in den USA meist auf einen Montag, so wird automatisch ein verlängertes Wochenende daraus.

Andere Feste
Februar

Chinese New Year Knallerei und bunte Drachenparaden in den Chinatowns von San Francisco, Portland und Los Angeles

Mai

Cinco de Mayo Der mexikanische Unabhängigkeitstag wird in vielen Grenzstädten von Texas bis Kalifornien mit Fiestas, Mariachibands und Paraden ausgelassen gefeiert.

Sacramento, CA: Dixieland Jazz bietet das Sacramento Jazz Jubilee.

Houston, TX: Hunderte von großartig dekorierten und kreativ umgebauten Autos fahren bei der Art Car Parade durch die Innenstadt.

Juni

Portland, OR: Rose Festival mit Blumenparaden, Musik und großem Feuerwerk

Oklahoma City, OK: Zum Red Earth Festival kommen Tänzer aus über 100 Indianerstämmen.

San Francisco, CA: Pride Weekend der Schwulengemeinde mit großer Parade in schrillen Kostümen; ähnliche Events auch in anderen Großstädten

Juli

Fourth of July: Picknicks, Paraden und Feuerwerk zum Unabhängigkeitstag

Colorado oder Wyoming: Wildwest pur beim Rocky Mountain National Rendezvous mit Originalkostümen und stilechtem Trappercamp, www.rmnr.org

Seattle, WA: Paraden, Flugshows und Straßenkünstler beim dreiwöchigen Volksfest Seafair

Cheyenne, WY: Cheyenne Frontier Days, das größte Outdoor-Rodeo und Westernfestival der Welt, Monatsende

August

Sturgis, SD: Hunderttausende Harleyfans treffen sich zur Sturgis Rallye in den Black Hills.

Santa Fe, NM: Mitte des Monats Indian Market, der älteste Markt für Indianerkunst in den USA

Billings, MT: Indianische Tänze, Rodeo und Jahrmarkt zum Crow Fair im Crowreservat

September

Pendleton, OR: Zum originellen Rodeo, dem Pendleton Round-up, kommen Profireiter und Westernfans von weither.

Oktober

Albuquerque, NM: Skurril geformte Ballons steigen zur International Balloon Fiesta in den Himmel.

Dallas, TX: State Fair of Texas, größter Jahrmarkt der USA mit Rodeo und Countrymusik

Tombstone, AZ: Helldorado Days Pulverdampf und Westernparade

Halloween: Die Kids ziehen verkleidet durch die Straßen, Kostümpartys.

Dezember

Lichterketten und Christmas Parades; besonders schön: Santa Fe, Hollywood, Salt Lake City, die viktorianischen Orte der Rockies und die Häfen von Newport und Santa Barbara

Im Trend

Bella nuova Italia
San Diego

Italiener ist nicht gleich Italiener. San Diegos Restaurants haben das gewisse Etwas. So wie die Cucina UrbanaLaurel Street505, wo die Pizza mit Eiern und Speck daherkommt, der Martini nach Basilikum schmeckt und Sie den Wein im hauseigenen Shop kaufen können. klingt nicht spannend? Nach einem Besuch im Bertrand at Mister A’s5th Avenue2550 denken Sie anders! Parmesanpommes und Knoblauchmayo gefällig? Gibt's im Alchemy30th Street1503, dessen Karte nach Erdteilen unterteilt ist.

Gerstensaft
Bier statt Wein

In Denvers Cheeky MonkEast Colfax Avenue534www.beer-chef.com gibt es zu jedem Gericht auf der belgisch inspirierten Speisekarte eine Bierempfehlung. Fein abgestimmt sind auch die Kreationen von „Bierkoch“ Bruce Paton. Wer etwas Zeit mitbringt, sollte bei Christina Perozzi die Schulbank drücken. Die Expertin veranstaltet Bierproben und Seminarewww.beer4chicks.com außerdem berät sie Lokale als Biersommelier, z. B. die Rustic Canyon Wine BarWilshire Boulevard1119 in Santa Monica.

Burger at its best
Burger

Die Amis lieben ihr Fast Food – immer öfter auch in Gourmetvarianten. Im Gourmet Burger GrillUS Highway 281 North18414San Antonio landen Koberind und Mango-Avocado-Salsa im Bun. Im mobilen Green Truckwww.greentruckonthego.com sind die handgeschnittenen Bio-Pommes mit Chipotle-Ketchup eine Sünde wert. Im Blu Burger GrilleNorth Scottsdale Road32409Scottsdale stehen sieben Käsesorten und 13 Saucen zur Wahl.

Gute Nacht!
Boutique Motels

Für Horrorfilme und Tête-à-Têtes sind sie der bevorzugte Schauplatz. Den besten Ruf haben Motels nicht. Dabei macht sich gerade eine neue Generation schicker Motels im Lande breit. Das Orbit InWest Arenas Road562 in Palm Springs ist ein Eldorado für Designfans. Das Äußere stammt von Herbert W. Burns, im Inneren stehen Werke von Eames und Saarinen. Das PresidioState Street1620Santa Barbara sieht von der Straße unscheinbar aus. Doch tritt man durch die Tür, erwarten einen liebevoll und individuell gestaltete Räume. Trendy und günstig! In L. A. sollten Sie im The StandardSunset Boulevard8300 haltmachen. Allerdings nicht nur zum Schlafen. Die Herberge besticht durch Poolpartys, DJs und Performancekunst. Hier wollen Sie nie wieder ausziehen!

Dabei sein ist alles
Wettstreit

Hauptsache, ein fahrbarer Untersatz unter dem Hintern. Das könnte das inoffizielle Motto des Urban Assault Ridewww.urbanassaultride.com sein. Bei der verrückten Schnitzeljagd werden kniffelige Hindernisse überwunden und witzige Rätsel gelöst. Beim Great American Duck RaceDemingwww.demingduckrace.com steht nicht nur ein Gummientenrennen auf dem Programm, Tortillaweitwurf ist eine weitere Disziplin. Ein Wettrennen in Pappbooten? Das findet jedes Jahr auf Arizonas Tempe Town Lake statt. Die Boote sind echte Hingucker – bis sie untergehen: Great Cardboard RegattaTempe Trocken bleiben Sie beim Rock ‘n’ Roll Marathonrunrocknroll.competitor.com in San Antonio. Dutzende Livebands spielen entlang der Laufstrecke.

Bloss nicht

Hände schütteln

Hi, how are you? Nice to meet you. Das sagt Ihnen einer zur Begrüßung, Sie freuen sich, strecken die Hand aus – und greifen ins Leere. Politiker schütteln sich die Hand, Vertragspartner und alte Freunde. Leute, die einander flüchtig kennenlernen, nicht. Es reicht völlig, seinen (Vor-)Namen zu nennen und I'm doing fine oder my pleasure zu murmeln.

Den Helden spielen

„Geld oder Leben!“ – so lautet die alte Aufforderung, und sie gilt noch heute bei den zum Glück seltenen Überfällen. Sollte es einmal passieren: Leisten Sie auf keinen Fall Widerstand! Diejenigen, die Sie bedrohen, sind oft geübte Kämpfer, die auch vor Gewalttaten häufig nicht zurückschrecken. Geben Sie deshalb schnell Ihr Bargeld heraus. Und als Vorsichtsmaßnahme: Nehmen Sie wenig Bargeld mit, und zeigen Sie das, was Sie bei sich tragen, nicht.

Bier im Auto trinken

Die Versuchung ist groß, auf dem einsamen Highway durch die Berge oder die Wüste ein kühles Bud zu zischen. Tun Sie's nicht! Alkohol im Auto ist strikt verboten. Schon eine angebrochene Whiskyflasche auf dem Rücksitz kann bei einer zufälligen Kontrolle zur Anzeige führen. Alle geöffneten Flaschen müssen in den Kofferraum. Außerdem zahlt die Versicherung bei einem Unfall nicht, wenn Sie auch nur ein Quäntchen Alkohol intus haben.

Rauchen

Kalifornien hat die Antiraucherbewegung erfunden, die übrigen Staaten folgen. Nirgendwo in öffentlichen Gebäuden, Restaurants, ja sogar Bars wird mehr geraucht.

Den Pass im Hotel lassen

Nicht weil er dort geklaut würde, sondern weil es immer wieder Gelegenheiten gibt, bei denen man das Dokument braucht: Mal fragt die Dame an der Kasse beim Einlösen von Reiseschecks nach der „ID“, mal der Barmann in der Kneipe, mal der Tankwart beim Kauf von Zigaretten oder Alkohol. Ohne „ID“, Identifikation, geht nichts.

Nachts im Stadtpark spazieren gehen

So verlockend Amerikas Stadtparks sein mögen, nach Einbruch der Dunkelheit sind sie keineswegs mehr einladend. Denn in allen amerikanischen Großstädten ist die Zahl der Verbrechen, besonders der Gewaltverbrechen, hoch. Jugendbanden und bewaffnete Irre streifen umher. Der schöne Abendspaziergang – hier sollte er unterbleiben!

Witze reißen

Und zwar an Flughäfen. Weder beim Security-Check noch bei der Grenzkontrolle schätzen die Beamten jedwede Sprüche über Terroristen oder versteckte Stinkbomben in den Socken. Im Sicherheitsbereich sind solche Witze sogar strafbar.

Stichworte

Campus

Auch in Europa hat sich der Begriff durchgesetzt, auch dort steht eine Universität auf einem Campus. Doch dort ist das vielleicht nur ein gepflasterter Platz mit verstreuten Seminargebäuden und hat wenig mit dem amerikanischen Campus gemein. Besonders die Elitestätten der höheren Bildung, die Universities of California in Berkeley oder Los Angeles, zeigen, was ein Campus wirklich ist: eine nach außen fast geschlossene Gelehrtenrepublik. Überall müssen die jüngeren Semester in dormitories, recht karg ausgestatteten Studentenwohnheimen, Unterkunft nehmen. Und die Seminargebäude sind nicht selten Stiftungen ehemaliger Studenten. Dennoch liegen die Studiengebühren in astronomischer Höhe. Doch wer seinen Nachwuchs durch eine gut angesehene Universität bringt, kann fast sicher sein, dass dem Antritt einer gehobenen Stellung nichts mehr im Weg steht.

Drogen

Drogen sind leicht und an vielen Stellen erhältlich. Crack, crack hört man an einschlägigen Orten die Dealer rufen, H oder pot. Im Norden Kaliforniens ist der (illegale) Anbau von Marihuana sogar der bedeutendste landwirtschaftliche Erwerbszweig. Deswegen eine besondere Warnung: Die Amerikaner halten die Rauschgiftsucht für das Problem Nummer eins, und entsprechend hart greift die Polizei durch. Bei Ausländern wird keine Ausnahme gemacht, auch sie werden nach den Gesetzen des Landes abgeurteilt. Und der Aufenthalt im state penitentiary ist weitaus ungemütlicher als in einer europäischen Vollzugsanstalt.

Frauen

Den Einwanderern und Siedlern blieb gar nichts anderes übrig, als ihre Frauen gleichrangig zu behandeln. In der Neuen Welt musste die Frau von Anfang an ihren Mann stehen. Vor allem galt dies in den Pionierzeiten des Wilden Westens, wo die Frauen oft allein die Familie durchbringen mussten. Nicht umsonst führte Wyoming bereits 1869 als erster Bundesstaat das Frauenwahlrecht ein. Spätestens in der Wohlstandszeit nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Rolle der Frau. Es galten wieder die drei K: Kinder, Küche, Kirche. Hinter den Kulissen aber hielten die Frauen ihre Position: Daheim zogen sie die Fäden. Ab den 1970er-Jahren und durch die stetig teurer werdenden Lebenshaltungskosten gab es erneut eine Kehrtwende. Damit die Raten für das Häuschen, das wegen der Entfernungen nötige zweite Auto, überhaupt der Lebensstandard gehalten werden konnten, blieb wieder nichts anderes übrig, als dass die Frauen mitarbeiteten. Heute ist mehr als die Hälfte der Jobs, die von professionals (im Großen und Ganzen: Hochschulabgängern) besetzt werden, in den Händen von Frauen. Und auch außerhalb von Büros zeigt sich ein Bild, das in Europa noch nicht überall und immer üblich ist: Soldatinnen, Feuerwehrfrauen, Bauarbeiterinnen.

Nur ganz oben, da blieb etwas, das die Amerikaner glass ceiling nennen, eine unsichtbare Decke, durch die nur Männer in die höchsten Positionen vorstoßen können. San Francisco aber war die erste Großstadt mit einer Bürgermeisterin: Dianne Feinstein.

Dieser Riss in der Glasdecke war 2008 zwar noch nicht groß genug, dass Senatorin Hillary Clinton, die erfolgreiche Frau des ehemaligen Präsidenten, hätte hindurchschlüpfen können. Doch die Realität einer ersten Präsidentin der USA liegt bestimmt nicht mehr fern.

Gay pride

If you're going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair. Nein, nicht mehr nötig. Scott McKenzies Aufforderung war ein musikalischer Hit – zur Hippiezeit. Tragen Sie etwas anderes: Vorurteilslosigkeit. Denn eines ist San Francisco geblieben: die Symbolstadt schwulen und lesbischen Stolzes, des gay pride. Kein ängstliches Sichverstecken, kein Sich-als-andersartig-abstempeln-Lassen. Gay pride gibt es auch anderswo, wenn auch nicht so demonstrativ. Aber wo auch immer: If you're going, be sure to wear some acceptance in your heart.

Indianer

Amerikas Ureinwohner kamen vermutlich vor 15 000 bis 30 000 Jahren aus Asien über die Beringstraße nach Amerika. Sie lebten von der Jagd, dem Fischfang und der Landwirtschaft. Aber sie verfügten weder über eine Schrift, noch bearbeiteten sie Metall. So konnten sie außer Namen von Flüssen, Gebirgen und Landstrichen wenig hinterlassen. Anfängliche Freundschaft zu den Eroberern und Siedlern aus Europa wich bald der Feindschaft. Zwangstaufen, Vertragsbrüche und eine geradezu systematische Ausrottung hörten erst auf, als die meisten überlebenden Indianer in abgelegene Reservate verdrängt worden waren.

Dort leben heute noch viele – misstrauisch, kulturell zerrissen. Keine Volksgruppe der Vereinigten Staaten ist weniger integriert. Viele von ihnen leben in den Slums der Großstädte oder in ärmlichen Reservaten. Einige jedoch kamen zu Reichtum, da ihnen vielerorts Sondergesetze erlauben, legal Glücksspielzentren zu betreiben. Andere, wie die Cahuilla von Palm Springs, verdienen gut an der Grundstücksspekulation.

Kirche

Eine der meistgestellten Fragen auch im Westen der USA lautet: Which church do you belong to? Baptisten, Buddhisten, Methodisten, Episkopale, Holy Rollers, Latter-day Saints (Mormonen), Juden, Katholiken, Moslems, unzählbare Abzweigungen von den Hauptkirchen – die Vielfalt hat mit der Einwanderungsgeschichte zu tun, aber auch damit, dass Staat und Kirche wirklich strikt getrennt sind. Ein Geistlicher muss schon zusehen, dass er sein Gotteshaus voll bekommt. Denn die Kirchen werden ausschließlich von den Spenden ihrer Gläubigen finanziert. Der Staat gibt keinen Cent dazu.

Nationalparks

Die Nationalparks des amerikanischen Westens sind die schönsten, die weitläufigsten und die bestgehüteten der Welt. In den Naturschutzgebieten leben Tiere und Pflanzen weitgehend unbeeinträchtigt von den Menschen. Berühmte Parks wie der Yosemite oder der Grand Canyon sind chronisch überlaufen – aber nur an den touristischen Ballungspunkten. Das Hinterland ist wie in den übrigen Parks ruhig, und die Natur so unberührt wie kaum in einem anderen hoch entwickelten Land.

Ein Heer von park rangers sowie von überaus engagierten Naturschützern wacht über die Parks, zu denen noch National Forests (Wälder), National Seashores (Küstenabschnitte) und National Recreation Areas (Erholungsgebiete mit Zelt- und Picknickplätzen) kommen, und bemüht sich um ihre Erweiterung. Bundesstaaten und Gemeinden folgten dem vor rund 140 Jahren aufgekommenen Schutzgedanken und stellten ihrerseits State Parks oder County Parks unter Schutz.

Patriotismus

Mit wehender Fahne und Trommelwirbel: Amerikaner lieben ihr Land. Rally around the flag heißt das Phänomen, bei dem sich in der Stunde wirklicher oder vermeintlicher Not alle um die Fahne sammeln. Kein Parteitag ohne Fahnenmeer, kein Baseballspiel ohne bejubelten Flaggengruß. Vor allem in stramm republikanischen Staaten wie Arizona oder Utah zeigen die Bürger ihren Stolz auf Amerika. Würden in Deutschland derartig viele Staatsbanner wehen und so viele Bekenntnisse zur Größe der Nation abgelegt, die restliche Welt würde aufschreien. In puncto Patriotismus verstehen die Amerikaner keinen Spaß, mögen sie keine Kritik hören. Right or wrong, heißt der Spruch, it's my country.

Politik und Gesetze

Die föderative Ordnung garantiert den 50 Bundesstaaten große Gestaltungsspielräume, besonders im Erziehungswesen und im Strafrecht. Manche praktizieren auf lokaler Ebene direkte Bürgermitbestimmung durch Versammlungen (town meetings), in denen etwa über den städtischen Haushalt entschieden wird.

Gängig ist überall das Misstrauen gegen jedwede Regierung, das besonders in den nur dünn besiedelten Staaten der Rocky Mountains ausgeprägt vorhanden ist. Man will keine Einmischung des Staats – und vor allem möglichst wenig Steuern bezahlen. Bei Präsidentschaftswahlen eilt gerade mal die Hälfte der Bürger an die Urnen, bei Lokalwahlen kaum ein Viertel. Eine hohe Beteiligung kommt aber bei Volksentscheiden zustande.

Rednecks

Die Sonne brennt, und wer unter ihr arbeiten muss, der wird sich ihr, anders als jemand am Strand, nicht schutzlos ausliefern. Also Baseballkappe auf, T-Shirt an. Der Nacken wird trotzdem rot, die Arme von knapp über den Ellbogen hinab auch. Ein Redneck ist also einer, der in der Sonne arbeitet, typischerweise ein Farmer. Der abfällige Volksmund hat leider noch mehr aus dem Redneck gemacht. Engstirnige Leute mit aufgemotzten, tiefergelegten, chromverzierten Autos, langsam Sprechende – eben mehr oder weniger alle, denen großstädtische Raffinesse abgeht.

Umwelt

Auf der Weltbühne haben die USA im Umweltschutz nicht den besten Ruf – vor allem seit George W. Bush das Kyoto-Abkommen zu den Akten legte. In manchen Staaten werden zwar auf eine Getränkedose 15 Cent Pfand erhoben, und die Strafe für das Wegwerfen von Abfall auf der Straße beträgt 500 Dollar. Anderswo, etwa in Hanford im Staat Washington, wurde bei der Plutoniumherstellung für Bomben derart gepfuscht, dass ganze Landstriche radioaktiv strahlen.

Die Amerikaner verbrauchen mehr Energie, verpesten die Atmosphäre stärker und betreiben mehr Raubbau als die meisten anderen Völker zusammen. Andererseits sind ihre Abgasnormen oft strenger als anderswo. Kalifornien ist schon lange führend bei neuen Vorschriften für Autos, und der rasante Anstieg der Ölpreise in neuester Zeit leitet endlich auch in Amerika ein Umdenken ein. Nachhaltigkeit, sustainability, ist das neue Schlagwort der Ökoszene, die vor allem in Kalifornien, Oregon und Colorado stark ist. San Francisco verbot bereits 2007 als erste Stadt Amerikas alle Plastiktüten. Viele Restaurants servieren Fisch nur aus nachhaltigem Fang – Wissenschaftler des Monterey Bay Aquarium geben dafür eine ständig kontrollierte Liste heraus. Öffentliche Gebäude und auch Hotels werden immer häufiger nach sogenannten LEED standards gebaut. LEED steht für Leadership in Energy and Environmental Design, das besonders strikte Regelwerk des US GreenBuilding Council (www.usgbc.org).

Waffen

Das Recht auf Waffenbesitz haben die Gründerväter den Amerikanern in die Verfassung geschrieben. Sie wollten sich damit von Europa absetzen, wo nur die Adeligen das Jagdrecht besaßen und nur ihre Soldaten Waffen für den Krieg tragen durften. In Amerika durfte und darf jeder jagen, und jeder konnte und kann Teil einer Nationalgarde werden. Vor allem die Bürger im weiten Wilden Westen pochen heute noch darauf, Waffen zu Hause zu haben – auch wenn mit Schusswaffen immer wieder Unfälle passieren. Die National Rifle Organization (NRA), die sehr konservative Waffenlobby Amerikas, zählt zu einer der mächtigsten politischen Vereinigungen im Land.

Wirtschaft

Mit Flugzeugbau (Boeing in Seattle), Computerindustrie (San Francisco, Seattle), Filmproduktion (Los Angeles), Ölindustrie (Kalifornien, Texas, Wyoming) und vielen anderen Wirtschaftszweigen trägt der Westen Amerikas ganz wesentlich zum Reichtum der größten Wirtschaftsmacht der Welt bei. Doch die enormen Schulden und die Rezession zeigen auch, dass der Wirtschaftsriese massive Probleme hat. Die Grundstückspreise und die enorm wichtige Baubranche haben sich noch längst nicht wieder erholt. Zudem leiden fast alle Bundesstaaten unter chronischem Geldmangel, ausgelöst durch die niederen Steuersätze. So kann die öffentliche Hand kaum Bauprojekte für die Infrastruktur finanzieren – Schlaglöcher in den Autobahnen und marode Brücken bezeugen es.

Bücher & Filme

Schnee, der auf Zedern fällt

Der auch verfilmte Roman des jungen Autors David Guterson erzählt in ruhigen Bildern von einem mysteriösen Mordfall in der nebligen, stürmischen Inselwelt Washingtons (1994).

Mitten in Amerika

Annie Proulx vermittelt mit ihrem 2002 erschienenen Roman über das Kleinstadtleben in Texas und Oklahoma tiefe Einblicke in die Seele der Amerikaner, die in den weiten Prärien leben.

Stumme Zeugen

Krimis aus dem heutigen „wilden Westen“ sind die Spezialität von C. J. Box. Sein 2008 erschienener Thriller ist in den nördlichen Rocky Mountains angesiedelt, wo Polizisten aus Los Angeles gern ihren Ruhesitz wählen.

Ocean's Eleven

Las Vegas ist die glitzernde Kulisse für den kultigen Gaunerfilm in Starbesetzung: George Clooney, Brad Pitt und Julia Roberts (2001).

Die Spur des Falken

Echter Genre-Klassiker des film noir: Dashiell Hammett schrieb 1930 das Buch, John Huston machte 1941 den Film, und Humphrey Bogart spielt darin die legendäre Hauptrolle als cooler Privatdetektiv Sam Spade in San Francisco.

Fakten

Strom
120 V, 60 Hz
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
10:15 Uhr
MARCO POLO Produkte
MARCO POLO Reiseführer USA West
MARCO POLO Reiseführer USA West
14,00 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich
MARCO POLO Kontinentalkarte USA West 1:2 000 000
MARCO POLO Kontinentalkarte USA West 1:2 000 000
11,99 €
≫ Jetzt kaufen
MARCO POLO Reiseführer USA Südwest, Las Vegas, Colorado, New Mexico, Arizona
MARCO POLO Reiseführer USA Südwest, Las Vegas, Colorado, New Mexico, Arizona
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich

News

Nach oben