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Thüringen

Check-in

Am Vormittag durch dichte Wälder wandern. Nachmittags Kunstschätze bewundern oder auf den Spuren historischer Persönlichkeiten unterwegs sein. Abends Kultur genießen und gut essen gehen. Wer bislang nur von der Thüringer Bratwurst, den Thüringer Klößen und dem Thüringer Wald gehört hat, der weiß von dem Freistaat herzlich wenig. Denn Thüringen ist viel mehr! Im Nationalpark Hainich spazieren Besucher einen halben Kilometer in bis zu 44 m Höhe zwischen Baumkronen hindurch, hören den Buchfinken zu und lauschen dem Klopfen der Spechte. Wenn es irgendwo raschelt, wird die Aufregung groß. Eine Wildkatze? Doch die nachtaktiven, scheuen Tiere bekommt selten jemand zu Gesicht.

Wer viel Zeit mitbringt, kann die Vogelarten im Wald zählen. Auf 188 kommen alle, die richtig gezählt haben. Einmal dabei, können Sie die Zählerei in Erfurt fortführen. In der Landeshauptstadt sind 142 Brücken zu entdecken, überschwänglich sprechen die Einheimischen deshalb manchmal von Klein-Venedig. Eine der Brücken hat Kultstatus erreicht: Die Krämerbrücke, die als Pendant der Ponte Vecchio von Florenz gilt. Einmal auf dem Kopfsteinpflaster hin- und zurücklaufen kann Stunden dauern. Jedenfalls dann, wenn Sie sich in den hübschen Lädchen nicht entscheiden können, welches der regionalen Produkte zu Hause an Thüringen erinnern soll. Oder wenn die Leckereien der Schokoladenmanufaktur locken und Sie sich danach noch zu einer Erfrischung an einen der kleinen Cafétische setzen. Eisenach ist stolz auf die Wartburg, auf Martin Luther und die Südstadt mit ihrer Fülle von architektonisch bedeutenden Villen und Gotha auf seine Kunstkammer, dem "Grünen Gewölbe" Thüringens. Weimar, das sind Goethe und Schiller. Aber nicht nur, auch Cranach, Bach und der Bauhausgründer Gropius haben in der Stadt ihre Spuren hinterlassen. Gera ist ein lohnendes Ziel, wenn es im Sommer zu heiß wird: mit einem Abstieg in das nischenreiche Labyrinth unter dem Altstadtpflaster. Einen Teil der Höhler genannten Bierkeller hat man begehbar gemacht. Wer nach Wandern und Sightseeing nicht mehr kann, fährt nach Bad Sulza. Er lässt sich in der Toskana Therme auf dem Wasser treiben, von sanften Klängen und Lichteffekten umgeben, und beschließt den Tag entspannt mit einem der regionalen Saale-Unstrut-Weine. Thüringen ist wahrlich ein abwechslungsreiches Land voller Überraschungen.

"Das grüne Herz Deutschlands" wird Thüringen gern genannt. In der Tat: Seit der Einheit liegt es wieder in der Mitte Deutschlands - und mit dem Thüringer Wald und dem Thüringer Schiefergebirge kann es eine Menge Grün vorweisen. Doch mit dem, was die Natur ihnen geschenkt hat, waren die Thüringer nicht so recht zufrieden. Was Seen anbetrifft, wurden sie beispielsweise arg vernachlässigt. Hier halfen die Menschen nach und stauten das Wasser von Flüssen und Bächen. Auf diese Weise entstand das "Thüringer Meer" mit der Bleilochtalsperre, dem größten künstlichen Gewässer Deutschlands, und der Hohenwarte-Talsperre, die an dritter Stelle rangiert. Um die Landschaften zu erhalten, wurden großräumige Schutzgebiete geschaffen: die beiden Biosphärenreservate Rhön und Vessertal, die Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal, Kyffhäuser, Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale sowie der Nationalpark Hainich. Auf dem Gebirgskamm des Thüringer Walds verläuft der mit einem weißen R ausgeschilderte Rennsteig, der wohl bekannteste und traditionsreichste Wanderweg Deutschlands. Im Sommer stiefeln auf ihm täglich Hunderte, andere strampeln auf dem parallel verlaufenden Rennsteig-Radwanderweg. Überhaupt sind die Möglichkeiten für aktive Betätigung vielfältig. Tennis und Golf, Kegeln und Bowling, Squash und Badminton oder Reiten - alles ist möglich. Auf den Seen kann man rudern, paddeln und surfen, die zahlreichen Erlebnisbäder machen mit originellen Einfällen auf sich aufmerksam. Nachtschwimmen gibt es ebenso wie Beachparty. Auch am Goldwaschen, Rafting und Flößen haben viele ihren Spaß. Bei Schnee und Eis kommen zahlreiche Urlauber wieder, schnallen die Ski unter und erfreuen sich am Winterzauber des Thüringer Walds. Insgesamt gibt es in Thüringen 16000 km ausgeschilderte Wanderwege, im Winter warten gespurte Loipen, weiße Pisten und lange Rodelbahnen. Wer einen Adrenalinkick sucht, jagt in Oberhof im Gästebob mit 75 km/h ins Tal. Viele kommen auch nur, um sich verwöhnen zu lassen und zu entspannen. Der prall gefüllte Veranstaltungskalender bietet eine Menge Abwechslung. In Jena, Ilmenau und Weimar prägen Tausende von Studenten das Stadtbild. Sie veranstalten Workcamps und Performances, laden zu Feten ein und haben die Kneipen in Besitz genommen.

Thüringen ist das Land der Burgen und Schlösser. Besonders im Saaletal finden sich viele, mehr als 400 insgesamt sollen es sein. An erster Stelle rangiert unbestritten die Wartburg bei Eisenach, ein Nationaldenkmal Deutschlands, das seit 1999 auf der Welterbeliste der Unesco steht. Beachtlich sind die Schätze, die sich hinter den dicken Mauern von Burgen und Schlössern verbergen, beliebt sind die Konzerte in mittelalterlichen Räumen und die Führung mit Pechfackeln durch die schmalen Gänge der Erfurter Zitadelle oder die Museumsnächte in Jena und Weimar.

Thüringen war vom 16. Jh. bis ins 18. Jh. hinein das klassische Beispiel deutscher Kleinstaaterei, es sah auf der Landkarte wie ein Flickenteppich aus. Das hatte auch seinen Vorteil, denn die Fürsten, die keine politische Macht erlangen konnten, entwickelten das, was heute als Standortwettbewerb bezeichnet wird. Jeder wollte im Kulturleben besonders glänzen, was zu dem Kunst- und Kulturreichtum führte, mit dem Thüringen heute aufwartet. Den Spitzenplatz errang Regent Carl August: Er holte die vier großen Denker Goethe, Schiller, Christoph Martin Wieland und Johann Gottfried Herder und machte Weimar zur Hauptstadt der deutschen Klassik. Tausende von Touristen aus aller Welt kommen deshalb angereist und besuchen die Altstadt.

Weimar war aber auch Schauplatz deutscher Politik. Am 11. August 1919 gab sich im Nationaltheater das deutsche Volk die Weimarer Verfassung. Und noch einmal schrieb Weimar ein Kapitel deutscher Geschichte, das jedoch zu den dunklen gehört. Auf dem nahen Ettersberg bauten die Nationalsozialisten das Konzentrationslager Buchenwald, in das sie etwa 250000 Menschen verschleppten. Über 50000 von ihnen kamen ums Leben. In die negativen Schlagzeilen geriet Thüringen wieder im Herbst 2011, als entdeckt wurde, dass aus Jena stammende Mitglieder einer rechtsextremen Terrorzelle ein Jahrzehnt lang ungestört in Deutschland gemordet hatten.

Aber auch Geniales stammt aus Thüringen. Die meisten Gäste erfahren erst in den Museen davon: In Lauscha entstanden um 1835 die ersten künstlichen Menschenaugen aus Glas in Deutschland, in Apolda wurde 1923 die mit 24 t größte frei schwingende Glocke der Welt gegossen (für den Dom in Köln), und eine Ohrdrufer Holzspielwarenfabrik stellte 1865 das erste Schaukelpferd her. Die Instrumente des Carl-Zeiss-Werks in Jena und das feuerfeste Jenaer Glas erlangten Weltruf, wie auch Suhler Jagd- und Sportwaffen. Und Thüringen ist die Wiege des Skatspiels. Spieler aus aller Herren Länder lassen ihre Streitigkeiten in Altenburg vom Internationalen Skatgericht schlichten. Und bei Einbruch der Dunkelheit schleicht sich mancher Spieler zum Skatbrunnen. Wer seine Karten in dessen Wasser taucht, soll Glück im Spiel haben, erzählt man sich. Thüringen ist längst nicht nur das Wanderparadies und das Land der Klöße, es ist nicht nur das Land von Goethe und Schiller. Thüringen hat sich gemausert und ist mit seiner überraschenden Vielfalt eine der beliebtesten Ferienregionen Deutschlands geworden.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Weltältestes Planetarium mit hochmoderner Projektionstechnik. Die Vorführungen dauern etwa 40 bis 50 Minuten.
Beeindruckendes Ensemble aus Dom und Severikirche, zu dem vom Domplatz eine Freitreppe mit 70 Stufen führt. Die Glocke Gloriosa aus dem 15. Jh., die im Dom hängt, gehört zu den größten frei…
Das Theater ist nicht mehr das Gebäude, in dem Goethe die Dramen Schillers zur Uraufführung brachte. Dieses fiel 1825 einem Brand zum Opfer und musste dem 1908 eröffneten heutigen Theater weichen,…
Beiderseits des Flüsschens Ilm zieht sich ein großer Landschaftspark hin. Goethe und Herzog Carl August waren an der Gestaltung maßgeblich beteiligt.
Bauhausdirektor Walter Gropius plante Anfang der Zwanzigerjahre des 20. Jhs. eine Siedlung, doch konnte das Projekt nicht realisiert werden. Nur das "Haus am Horn", vom Bauhausmitarbeiter Georg Muche…
1530 schlossen die protestantischen Fürsten Deutschlands in der Stadt den Schmalkaldener Bund, um ihren Glauben zu verteidigen. Die historische Altstadt lockt mit Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18…
Über dem Domplatz erhebt sich die beeindruckende Architekturschöpfung von Dom und Severikirche. In der Severikirche steht der Sarkophag des hl. Severus, eine großartige Leistung der deutschen…
Über dem Domplatz erhebt sich die beeindruckende Architekturschöpfung von Dom und Severikirche. Die im Mittelteil des Doms hängende Gloriosa aus dem 15. Jh. gehört mit 11.450 kg Gewicht und einer…
Schloss Belvedere war zu Goethes Zeiten nach Tiefurt und Ettersburg einer der Sommersitze der herzoglichen Familie. Den Bau der Anlage südlich der Stadt veranlasste Herzog Ernst August 1724, als…
Der Park im englischen Landschaftsstil wurde von Hermann Fürst von Pückler-Muskau gestaltet. Im Park befinden sich die Orangerie und der Rote Turm, der bis 1820 im Garten des Wittumspalais stand und…
Im festlichen Rokokosaal der kulturgeschichtlichen Forschungsstätte von internationalem Rang erhält der Besucher in wechselnden Ausstellungen Einblicke in den etwa eine Mio. Bücher umfassenden…
Hoch über Eisenach thront das über 900 Jahre alte Nationaldenkmal, ein steinernes Dokument deutscher Geschichte und Kultur: Wirkungsstätte der hl. Elisabeth, die ihr Leben den Armen widmete,…
Hier werden Sie in eine unterirdische Märchenwelt entführt. Die Saalfelder Feengrotten werden im "Guinness- Buch der Rekorde" als die "farbenreichsten Schaugrotten der Welt" bezeichnet. Der Rundgang…
Eigentlich ist der Kyffhäuser am südlichen Harzrand ein eigenes kleines Gebirge. Schon von weitem kann man den Höhenzug mit dem Kyffhäuser Denkmal (auch: Barbarossa-Denkmal oder Kaiser-Wilhelm-…
Der Friedhof ist eine der bedeutendsten Begräbnisstätten in Deutschland, denn hier ruhen zahlreiche Persönlichkeiten der deutschen Geistes- und Kunstgeschichte. 1818 als Neuer Friedhof vor dem…

Reisezeit

Januar
sehr gut
2°C
Februar
sehr gut
3°C
März
sehr gut
8°C
April
sehr gut
14°C
Mai
sehr gut
19°C
Juni
sehr gut
22°C
Juli
sehr gut
24°C
August
sehr gut
24°C
September
sehr gut
20°C
Oktober
sehr gut
14°C
November
sehr gut
8°C
Dezember
sehr gut
4°C

Die beste Reisezeit für Thüringen sind die Monate Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 14° Celsius erreicht. Der sonnigste Monat ist der Juni mit durchschnittlich 8 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur im kältesten Monat bei lediglich 2° Celsius bei 17 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 14° Celsius und die Nachttemperatur bei 5° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 14 Tagen. Der regenreichste Monat ist der Januar.

Mehr zu Klima und Reisezeit

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Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Die Autobahn A4 durchquert Thüringen in Ost-West-Richtung, die A9 in Nord-Süd-Richtung. Von Niedersachsen (Braunschweig) und Bayern (Bamberg) kommt man auf der B4 nach Thüringen, von Hessen (Kassel) und Sachsen (Rochlitz) auf der B7, von Sachsen (Leipzig) und Bayern (Hof) auf der B2. Die A71 führt von Erfurt nach Schweinfurt durch den Thüringer Wald, die A38 von Halle nach Göttingen.

Bahn

In Ost-West-Richtung erschließt die ICE-Linie von Frankfurt/Main über Fulda und Leipzig nach Dresden den Freistaat mit den Stationen Eisenach, Erfurt und Weimar. In Nord-Süd-Richtung durchquert die ICE-Linie (Hamburg-)Berlin-Leipzig-Nürnberg-München Thüringen mit Halt in Jena und Saalfeld. IC-Verbindung nach Erfurt, Weimar und Eisenach besteht von Berlin über Halle und von Frankfurt/Main. www.bahn.de

Aus dem Südwesten ist die Anreise mit dem modernen Nachtreisezug "Semper" der City-Night-Line angenehm. Ab Zürich geht es mit Zustiegen in Basel, Freiburg, Offenburg, Karlsruhe, Mannheim und Frankfurt/Main nach Erfurt und Weimar. www.citynightline.ch

Flugzeug

Der Flughafen Thüringens befindet sich in Erfurt (www.flughafen-erfurt-weimar.de). In das etwa 5 km entfernte Stadtzentrum fahren Busse (Linie 99).

Auskunft

Die Tourist-Informationen und Kurverwaltungen der Städte und Ferienorte verschicken kostenlos Informationsmaterial. In der Regel liegt jedoch eine Zahlkarte mit der freundlichen Bitte bei, einen kleinen Unkostenbeitrag (meist 3 bis 4 Euro) zu leisten. Auskünfte über das touristische Angebot des gesamten Freistaates Thüringen, Eintrittskarten sowie kostenlose Buchungen:

Tourist Information Thüringen

Postfach 900407 | 99107 Erfurt | Willy-Brandt-Platz 1 | Tel. 0361 37420 | Mo bis Fr 9-19, Sa, So 10-16 Uhr | www.thueringen-tourismus.de

"Bettensteuer"

Immer mehr Städte versuchen, ihre klammen Haushaltkassen aufzubessern, in dem sie Touristen Geld aus der Tasche ziehen. In Weimar, Erfurt, Jena, Gera, Eisenach und Suhl - weitere Städte wollen nachziehen - haben Sie zuzüglich zum Übernachtungspreis die so genannte "Bettensteuer", oft auch als "Kulturförderabgabe" getarnt, zu zahlen. Diese beträgt je nach Stadt und Ausstattung der Beherbergungsbetriebe zwischen 1 und 2,50 Euro pro Bett und Übernachtung.

Camping

Rund 60 Campingplätze und Reisemobilstellplätze hat Thüringen zu bieten. Ob im Thüringer Wald, an den Saale-Stauseen oder in der Nähe der größeren Städte, das Angebot reicht von 5-Sterne-Plätzen in Neumannshof am Hohenwartestausee und Paulfeld am Fuß des Inselsbergs bis zu einfachen Caravan-Stellplätzen. www.campingverband-thueringen.de, www.thueringen-tourismus.de

Geld & Preise

In den Städten ist meist alles teurer als in den Gebirgsdörfern, bei den Übernachtungspreisen ebenso wie beim Essen. Fragen Sie nach günstigen Angeboten, beispielsweise in Museen nach Familienkarten. Gängige Kreditkarten und EC-Karten werden in den meisten Hotels und größeren Restaurants akzeptiert. Bankautomaten gibt es auch in den bedeutenden Ferienorten.

Preisbewusste Touristen übernachten nicht in den Zentren der großen Städte oder Ferienorte, sondern weichen in die Umgebung aus, vor allem in allein stehende Hotels oder Pensionen. Hier finden sie keine schlechtere Qualität vor, aber die Preise bei den Übernachtungen und in den Restaurants sind niedriger. Weiterer Vorteil: Hier wohnen sie ruhiger als in den Touristenzentren. Auch nach Sonderkonditionen bei Übernachtungen oder nach Familienkarten beim Museumseintritt zu fragen lohnt fast immer.

Jugendherbergen

Wegen des unschlagbar niedrigen Preises sind Jugendherbergen nicht nur bei jungen Leuten gefragt. Voraussetzung für das Übernachten ist der Besitz eines gültigen Ausweises des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) für Junioren (bis 26 Jahre) oder für Senioren (ab 27 Jahre).

Auskunft: Service-Center Weimar | Carl-August-Allee 13 | 99423 Weimar | Tel. 03643 850000 | www.djh-thueringen.de

Klima

Bedingt durch die verschiedenen Höhenlagen, fällt das Klima in den einzelnen Landesteilen sehr unterschiedlich aus. Am Rennsteig bleibt die Temperatur auch im Hochsommer mit durchschnittlich 16 bis 17 Grad relativ kühl. Schnee liegt hier an manchen Stellen bis in den Mai. Nördlich des Thüringer Walds herrscht mildes Klima mit nur mäßigen Temperaturschwankungen, der Niederschlag ist im Vergleich zum Thüringer Wald geringer - ab und zu regnet es jedoch auch hier.

Kurtaxe

In einigen Ferienorten im Thüringer Wald wird Kurtaxe erhoben, zu zahlen ist sie zuzüglich zum Übernachtungspreis der gewählten Unterkunft. Die Höhe der Gebühr liegt je nach Ort bei 1-2 Euro pro Person und Übernachtung. Mit der Kurkarte gibt es Ermäßigungen bei Museen und Veranstaltungen in den entsprechenden Orten.

Notrufe

Feuerwehr, Rettungsdienst Tel. 112

Polizei Tel. 110

Medien

Die "Thüringer Allgemeine" und die "Thüringer Landeszeitung" mit ihren Regionalteilen sind die meistgelesenen Tageszeitungen im Freistaat. Im Süden des Landes ist die "Südthüringer Zeitung", im Osten die "Ostthüringer Zeitung" marktführend. Alle vier Zeitungen erscheinen von montags bis samstags. Gern gekauft wird das anspruchsvolle sechsmal im Jahr erscheinende "Kulturjournal Mittelthüringen" für die Regionen Erfurt, Weimar, Weimarer Land und Jena. Der MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) ist das Regionalfernsehen auch für Thüringen. Bei den Radiosendern dominiert Antenne Thüringen.

Öffnungszeiten

Wer bei den Restaurants sichergehen möchte, dass geöffnet ist, sollte sich telefonisch erkundigen. Kleinere Restaurants haben häufig Ruhetage, die sich aber oftmals auch ändern. Die Museen bleiben, wie international üblich, meist am Montag geschlossen, einige haben im Winterhalbjahr geschlossen. Die Türen der großen Kirchen in den Städten sind vielfach stundenweise geöffnet, auf dem Land ist man im Pfarramt meist bereit, interessierten Gästen die Kirchentür zu öffnen. Nur wenige Geschäfte machen Gebrauch vom neuen Ladenschlussgesetz, demzufolge sie Mo-Fr rund um die Uhr und Sa bis 20 Uhr öffnen dürfen. Die meisten schließen um 20 Uhr, in den kleineren Orten noch eher, auch eine Mittagspause ist durchaus üblich.

Pannenhilfe

Pannennotruf des ADAC rund um die Uhr: Tel. * 01802 222222

Reisezeit

Thüringen ist zu allen Jahreszeiten ein reizvolles Reiseziel. Wanderer, Radler und Städtetouristen bevorzugen das Frühjahr und den Herbst. Auf dem Kamm des Thüringer Walds wandert und radelt es sich auch im Sommer gut, denn im Gegensatz zu den Tallagen herrschen hier fast immer erträgliche Temperaturen. Im Winter sind vor allem die Orte im Thüringer Wald das Ziel von Touristen, Freizeitsportler finden gute Bedingungen vor. Die Höhenlagen sind relativ schneesicher, auch wenn, bedingt durch den Klimawandel, das leider nicht mehr so selbstverständlich ist wie vor einigen Jahren. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die traditionellen Weihnachtsmärkte.

Schiffsausflüge

Fahrgastschiffe kreuzen auf dem Hohenwartestausee und der Bleilochtalsperre. Getränke und Imbiss werden an Bord angeboten. Abfahrten von der Staumauer des Hohenwartestausees und in Saalburg. Auskunft: Fahrgastschifffahrt Hohenwarte | Tel. 036733 21528 | www.fahrgastschiffahrt-hohenwarte.de; Fahrgastschifffahrt Saalburg | Tel. 036647 22250 www.saalburg.de

Telefon & Handy

In Thüringen besteht eines der modernsten Telefonnetze in Deutschland. In öffentlichen Telefonzellen gibt es meist Kartentelefone, fast alle Hotelzimmer haben Telefon. Handybesitzer haben im Allgemeinen guten Empfang, nur ab und zu gibt es kleine Funklöcher.

Thüringen-card

Geld sparen kann man mit der Thüringen-Card. Sie bietet in über 200 Einrichtungen freien oder ermäßigten Eintritt, etwa in Burgen und Schlösser, Museen, Höhlen und Schaubergwerke, Parks und Zoos sowie Freizeit- und Erlebnisbäder. Die Karte kostet für 24 Stunden 16 Euro (Kinder 6-14 J. 11 Euro), für drei frei wählbare Tage 36 Euro (Kinder 23 Euro) und für sechs frei wählbare Tage 56 Euro (Kinder 34 Euro). Die Drei- und die Sechstagekarte bieten zudem freie Fahrt mit dem Hopper-Ticket der Deutschen Bahn im Umkreis von 50 km. Erhältlich ist die Thüringen-Card in den Tourist-Informationen und bei fast allen beteiligten Einrichtungen. www.thueringencard.info. Auch einige Städte wie Weimar, Erfurt oder Jena bieten Touristencards an, mit denen sich gut sparen lässt.

Events, Feste & mehr

Feiertage

Offizielle Feiertage

Im überwiegend protestantischen Teil Thüringens

1. Jan.

Neujahr

März/April

Karfreitag, Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

Mai

Himmelfahrt

Mai/Juni

Pfingstmontag

3. Okt.

Tag der Deutschen Einheit

31. Okt.

Reformationstag

25./26. Dez.

Weihnachten

Katholische Feiertage

Im katholischen Eichsfeld sind auch der 6. Jan. (Hl. Drei Könige), Fronleichnam und der 1. Nov. (Allerheiligen) gesetzliche Feiertage.

Besondere Veranstaltungen

März

Eisenacher Sommergewinn: Die Austreibung des Winters wird mit einem prachtvollen Umzug gefeiert. Dritter Sa vor Ostern, www.sommergewinn.eisenachonline.de

Thüringer Bachwochen: Mit Konzerten in ganz Thüringen gedenkt man des großen Komponisten Johann Sebastian Bach. www.thueringer-bachwochen.de

Mai

Guts-Muths-Rennsteiglauf: Der härteste Crosslauf Europas mit rund 10000 Teilnehmern, die verschiedene Strecken laufen. Sa Mitte des Monats, www.rennsteiglauf.de

Juni

Krämerbrückenfest: Thüringens größtes Altstadtfest rund um die Krämerbrücke in Erfurt. Eröffnet wird es traditionell mit Späßen von Till Eulenspiegel. Höhepunkte: Mittelaltermarkt, Vorführungen von Handwerkern. Drittes Wochenende

Juli

Tanz- & Folkfest Rudolstadt: Gruppen aus fast allen Kontinenten treten auf knapp zwei Dutzend Bühnen auf und ziehen singend und tanzend durch die Straßen der Stadt. Wochenende Anfang des Monats, www.rudolstadt.de

Domstufenfestspiele Erfurt: Open-Air-Spektakel mit aufwendigen Kostümen, interessanten Bühnenbildern und raffinierten Lichteffekten vor der Kulisse von Mariendom und Severikirche. www.domstufen.de

Juli/August

Kulturarena Jena: Das Sommerfestival hat sich zu einem rauschenden Theater-, Musik- und Filmfest entwickelt. www.kulturarena.com

Thüringer Orgelsommer: In ganz Thüringen wird zu Konzerten geladen. www.orgelsommer.de

MDR-Musiksommer: Hochkarätig besetzte Konzerte an historischen Orten und im Freien. www.mdr.de/musiksommer

August

Sonne-Mond-Sterne-Festival Saalburg: Eins der größten Oper-Air-Festivals elektronischer Tanzmusik. Am zweiten Augustwochenende an der Bleilochtalsperre in Saalburg. www.sonnemondsterne.de

August/September

Pèlerinages - Kunstfest Weimar: Im Mittelpunkt des breit gefächerten Programms steht die Musik. Die Konzerte unterschiedlicher Couleur werden ergänzt durch Ausstellungen, Tanz, Literatur, Theater, Politik und Kino. www.kunstfest-weimar.de

Oktober

Zwiebelmarkt Weimar: Schon Goethe mochte den Markt, der 1653 erstmals stattgefunden haben soll. Der Zwiebelmarkt entwickelte sich vom Gemüsemarkt zu einem der beliebtesten Volksfeste in Thüringen. Die Zwiebel steht mit kunstvoll geflochtenen Rispen, den Zwiebelzöpfen, im Mittelpunkt des Geschehens. Zweites Wochenende Fr-So

Oktober/November

Jazzmeile Thüringen: Mehr als hundert Jazzkonzerte werden in 18 Thüringer Städten aufgeführt. Im Programm finden sich große Namen internationaler Jazzmusiker ebenso wie noch unbekannte junge Talente. www.jazzmeile.org

Bloss nicht

Burgen unvorbereitet besuchen

Weder für den Aufstieg noch für den Bummel durch die Burghöfe eignen sich Schuhe mit hohen Absätzen. Beim Aufstieg kommt man rasch ins Schwitzen, doch in das Burginnere sollte man etwas zum Überziehen mitnehmen, denn dort ist es oft selbst an heißen Sommertagen frisch.

Einbruch riskieren

Manche Gegenden Thüringens sind vom Bergbau unterhöhlt, was zu Geländesenkungen führen kann. Schilder mit der Aufschrift "Lebensgefahr" oder "Halt! Nicht weitergehen" warnen vor dem Betreten solcher Gebiete. Respektieren Sie auch die Verbotsschilder an Geröllhängen. Das Gestein kommt beim Betreten schnell ins Rutschen.

Beim Radeln träumen

Zahlreiche Radwege führen durch naturgeschützte Gebiete, sie sind deshalb oftmals nicht befestigt. Bei Regen bilden sich rutschige, manchmal sogar tiefe Pfützen. Im Wald sollte man immer die Augen offen halten, auf herumliegende oder herabfallende Äste achten sowie auf umgestürzte Bäume, die den Weg versperren.

Mundarten verwechseln

Nördlich des Rennsteigs, im Bereich vom Großen Inselsberg bis zur Schwarzaquelle, wird die Sprechweise weich, das k zum g, das p zum b. Hüten Sie sich, das als Sächsisch zu bezeichnen, auch wenn es ähnlich klingt. Einen eigenen Thüringer Dialekt gibt es nicht, "in Düringe schwoatzt fast jeder anersd". Beispielsweise sagt man im Norden Blümchen, im Süden Blümle.

Naturfrevel begehen

In den Naturschutzgebieten (und den Zonen I und II der beiden Biosphären-reservate und des Nationalparks) ist der Mensch Gast der Natur. Beeren, Pilze, Kräuter und Mineralien dürfen hier nicht gesammelt werden. Ärger gibt es, wenn Sie Tiere beunruhigen, die Wege verlassen oder die Wiesen betreten.

Regenschutz vergessen

Auch wenn anderswo in Thüringen die Sonne scheint - ein Regenschutz ist bei Wanderungen auf den Kammlagen unerlässlich. Nebel und Regen überraschen den Wanderer allzu oft: Mit 1348 mm fällt im Jahresdurchschnitt auf dem Rennsteig bei Oberhof mehr als doppelt so viel Regen wie in Eisenach.

Leicht bekleidet Höhlen besichtigen

In den Naturhöhlen und vielen Schaubergwerken ist es das ganze Jahr über meist nur 9 Grad kühl. Deshalb sollte man auch an warmen Sommertagen stets Pullover oder Jacke dabeihaben. Festes Schuhwerk ist ebenfalls erforderlich, denn die Wege sind nicht asphaltiert und oft rutschig.

Bücher & Filme

Goetheglut

Ein Literaturexperte aus Frankfurt am Main gerät in Weimar unter Mordverdacht. Der zweite Goethe-Krimi von Bernd Köstering, in dem auch der Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek eine Rolle spielt

Goethe & Schiller. Geschichte einer Freundschaft

Spannend erzählte Biografie von Rüdiger Safranski

Luther

Der Film (2003) von Eric Till ist großes internationales Kino mit hochkarätigen Darstellern wie Joseph Fiennes in der Hauptrolle, Alfred Molina, Bruno Ganz und Sir Peter Ustinov in seiner letzten Rolle

Die Glasbläserin - Die Amerikanerin - Das gläserne Paradies

Historientrilogie von Petra Durst-Benning: um 1890 in der Glasbläserstadt Lauscha

Der Grenz-Gänger

Landolf Scherzer ist auf dem ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen zwischen Thüringen, Bayern und Hessen entlanggewandert und hat seine Erlebnisse in dieser sehr aktuellen Reportage aufgeschrieben

Familie Dr. Kleist

Großen Erfolg heimste die in Eisenach spielende ARD-Abendserie ein; 2011 und 2012 wurde die fünfte Staffel gedreht, die voraussichtlich 2013 zu sehen sein wird

2-8 °C
2 h/Tag

Fakten

Einwohner 2.143.145
Fläche 16.171 km²
Strom 230 V, 50 Hz
Hauptstadt Erfurt
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 04:16 Uhr

Anreise

2h 44min
2h 22min
55min
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Beliebte Städte in Thüringen

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