Südtirol

Überblick

Entdecken Sie Südtirol!

Wo für Reisende aus dem Norden endlich der Süden beginnt, wartet eine kontrastreiche Landschaft mit so mancher Besonderheit auf. Schon im Namen klingen die Vorzüge Südtirols an: Es liegt auf der südlichen, der sonnenverwöhnten Seite der Alpen, es ist der südlichste deutsche Sprachraum und gleichzeitig die nördlichste Provinz Italiens. Das ideale Reiseland also, und außerdem ein landschaftlich faszinierender Übergang zwischen dem gebirgigen Norden und dem mediterranen Süden. Obstgärten in den Tälern, Rebhügel an den sonnenüberfluteten Mittelgebirgsterrassen, Kastanienhaine, Bergwälder, Almen und als Krönung die spektakulären Felstürme der Dolomiten und die Gletscher der Hochgebirge – abwechslungsreicher kann sich Natur kaum präsentieren.

Der wetterbegünstigten Lage ist es zu verdanken, dass für Südtirol das ganze Jahr über Reisezeit ist. Im Frühling stehen die Apfelbäume im Etschtal in voller Blüte, und im Sommer sind Radfahren, Wandern, Klettern, Schwimmen, Rafting und vieles mehr angesagt. Im Herbst wird inmitten der Farbenpracht der Wälder und Reben beim „Törggelen“ der neue Wein mit gebratenen Kastanien verkostet. Und im Winter locken die schneesicheren Hänge auf die Skipisten, während die stimmungsvollen Adventsmärkte in den Städten mit Handwerk und Kunsthandwerk verführen. Kulturinteressierte und Entdeckungsfreudige finden über 300 Burgen, Schlösser und Ansitze in oft spektakulärer Lage. Über 80 Museen präsentieren moderne Kunst und wertvolle sakrale Kunstwerke oder entführen in die Welt der berühmten Gletschermumie „Ötzi“.

Südtirols Besonderheiten sind damit noch nicht ausgeschöpft. Es ist zwar eine kleine Region (7400 km2), hat aber eine Bevölkerung, die drei Sprachen spricht: deutsch, italienisch und ladinisch, eine rätoromanische Sprache, die sich nach der Romanisierung aus dem Vulgärlatein und aus Resten des Regionaldialekts entwickelt hat. Unter den Römern sind auch die bestehenden Wege zu wichtigen Verbindungsstraßen entlang der Etsch und dem Eisack ausgebaut worden. An deren Zusammenfluss entwickelte sich das Städtchen Bozen von einem Marktflecken zu einer bedeutenden Handelsstadt. Heute ist Bozen mit seinen 100 000 Ew. politischer, kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt Südtirols. Das Sprachengemisch in den Straßen, der architektonische Mix aus mittelalterlichen Häusern, von Mussolinis Architekten entwickelten Gebäuden, Jugendstilvillen und Klimahäusern, die mehrsprachige Universität und Eurac (Europäische Akademie Bozen für angewandte Forschung und Weiterbildung), historisch bedeutendes Kunsthandwerk und moderne Kunst prägen die Atmosphäre der Stadt.

Südtirol erlebte im Lauf der Geschichte viele Herrscher. Auf die Römer, die Grafen von Tirol, die Habsburger und Napoleon folgten nicht zuletzt die Nationalsozialisten und die faschistischen Machthaber Italiens. Bis 1992, als der neue Autonomiestatus für vollzogen erklärt wurde, war es ein zerrissenes Land. Die Deutsch sprechende Minderheit rang um die Anerkennung und den Erhalt ihrer sprachlichen und kulturellen Eigenständigkeit, während es die in Südtirol angesiedelten Italiener schwer hatten, eine eigene Identität zu finden.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, der mit dem erfolgreichen Abschluss der Autonomieverhandlungen einhergegangen ist, haben sich allmählich auch die sozialen Spannungen gelöst. Die gut dotierte Autonomie ermöglicht gezielte finanzielle Förderungen und Investitionen in Kultur- und Bauprojekte, Naturschutz und Landwirtschaft. Die Arbeitslosenrate liegt seit Jahren um die Drei-Prozent-Marke, und der Wohlstand ist sichtbar.

Die Zufriedenheit der Bewohner Südtirols ist auch im täglichen Umgang mit ihnen spürbar, gerade Besucher aus dem Norden betonen die Herzlichkeit und Ausgeglichenheit der Menschen. Die beiden wichtigsten Landessprachen zu beherrschen ist für viele zur Selbstverständlichkeit geworden, italienische Kultur und Lebensart werden durchaus als Bereicherung verstanden. Das schließt nicht nur den italienischen Baustil, klassische und moderne Literatur oder Filme in italienischer Sprache mit ein, sondern auch das etwas andere Temperament und die nötige Gelassenheit. So gehört Genießen im Alltag dazu: Geschäftsbesprechungen finden oft in gemütlichen Cafès und Bars statt und Geselligkeit bei einem guten Glas Wein wird hoch geschrieben. Vor allem in der Küche sind die kulturellen Grenzen längst aufgehoben: Tiroler Hausmannskost mischt sich mit mediterranen Gerichten. Ob Knödel oder Lasagne, Apfelstrudel oder Tiramisu – Hauptsache, es schmeckt!

Geschmack und Qualität sind auch die Faktoren, die für Produkte wie Speck, Äpfel, Milch und Käse gelten. Nur rund 37 Prozent der Fläche Südtirols sind landwirtschaftlich nutzbar. Die Berglandwirtschaft an steilen Hängen und hohen Lagen mit langen Wintern und kurzer Vegetationszeit ist arbeits- und kostenintensiv. Hier wird daher nicht auf die Menge, sondern auf das Plus Natur gesetzt: gehaltvolle Milch von Kühen, die auf Bergalmen weiden, Speck nach traditionellen Herstellungsverfahren, aromatisches, knackiges Obst aus Hügellagen. Auch Bioläden expandieren und versorgen die Bewohner mit einem großen Sortiment an biologisch zertifizierten Lebensmitteln, Kosmetika und Haushaltsartikeln. Ökologischer Weinbau wird immer mehr geschätzt. Dem Weinbau, dessen Wurzeln bis in vorrömische Zeit zurückreichen, kommt das milde Klima in den Tälern besonders zugute: Der Alpenhauptkamm fängt das raue Wetter aus dem Norden ab, aus dem Süden ziehen warme Luftströme heran. Die fruchtbaren, mineralreichen Böden sorgen ebenfalls für gute Wachstumsbedingungen und Erträge der Apfelplantagen, die schachbrettartig die Talböden und deren Hänge überziehen.

Der Tourismus ist Südtirols wichtigstes Wirtschaftsstandbein. Sei es ein wärmender Tee im Becherhaus, der höchstgelegenen Schutzhütte Südtirols (3190 m), ein Wellness-Wochenende im exklusiven Vigilius Mountain Resort oder Urlaub auf dem Bauernhof in familiärem Ambiente – der Gast hat die Wahl. Der Erfolg auf dem Tourismussektor ist aber nicht nur der guten Infrastruktur zu verdanken, sondern vor allem der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft Südtirols. Im Südosten liegt eine Landschaft von unvergleichlichem Zauber: die bizarren Felsformationen und schroffen Zacken der Dolomiten, die 2009 von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt wurden. Sie sind die 200 Mio. Jahre alten Überreste einstiger Korallenriffe und weltbekannt: Die Namen Südtirol und Dolomiten – benannt nach dem französischen Forscher Déodat de Dolomieu – bleiben untrennbar miteinander verbunden. In den letzten Jahren wird der Druck aus allen Lagern größer, in den Schutz dieser einzigartigen Südtiroler Landschaftzu investieren. Das sichert auch die Zukunft der bereits bestehenden sieben Naturparks und des Nationalparks Stilfser Joch. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, findet – von der Schneeschmelze bis zum späten Herbst – ein dichtes Netz gut markierter Wege, von den Promenaden an den Hängen um Meran bis hin zu Kletterrouten in den Dolomiten.

Trotz der offensichtlichen Modernisierungen hat sich das Land viel Ursprüngliches und unverfälscht Einheimisches bewahrt. Statt künstlich gebauter Retortenferienorte gibt es schöne, historische Dörfer. Um ihre Kirchen herum gruppieren sich die alten Dorfgasthäuser, die sich in ihrem Inneren oft als Top-Hotels entpuppen. Aber wie könnte es in Südtirol auch anders sein, im faszinierenden Land der Kontraste.

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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Donnerstag / 17.10.2019
Vormittags
4 °C
Nachmittags
10 °C
Abends
6 °C
Freitag / 18.10.2019
Vormittags
6 °C
Nachmittags
9 °C
Abends
7 °C
Mehr Wetterinfos

Anreise

7h 36min
8h 47min
1h 5min
Frankfurt am Main
Südtirol
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Praktische Hinweise

Anreise

Vom Norden kommend, führt die direkteste Anreise nach Südtirol über die mautpflichtige Brennerautobahn A 22. Ausfahrten gibt es ins Gadertal und ins Pustertal. Nach Gröden oder zur Seiser Alm/Schlerngebiet führt die Ausfahrt Klausen, nach Bozen sowie in das Rosengarten-Latemargebiet die Ausfahrt Bozen-Nord, von Bozen nach Meran die MEBO (erreichbar über die Ausfahrt Bozen-Süd).

Wer von Österreich über den Reschen einreisen will, verlässt die Autobahn A 12 bei Landeck. Die gut ausgebaute B 180 hat nach 54 km am Reschenpass Anschluss an die italienische Staatsstraße SS 40. Von Osten, über das osttirolerische Lienz kommend, betritt man in Vierschach bei Innichen italienisches Staatsgebiet. Sowohl die Pustertaler als auch die Vinschgauer Staatsstraßen sind nur teilweise ausgebaut und darüber hinaus speziell zur Hauptreisezeit stark verkehrsbelastet.

Reisende aus der Schweiz nehmen am besten die Route über den Ofenpass in Graubünden und überqueren die Grenze am Übergang in Taufers. Da es sich um keine innerstaatliche EU-Grenze handelt, kann die Ausweis- und Zollkontrolle der italienischen Grenzbeamten manchmal kleinlich ausfallen.

Von Hamburg, Berlin und Düsseldorf gibt es Autozüge nach Bozen, im Sommer auch von Dortmund aus. Sie verkehren je nach Abfahrtsort an bestimmten Wochentagen, in manchen Wintermonaten fahren sie aber auch gar nicht. Auskunft und Katalog: DB Autozug GmbHKönigswall214413701805 241224www.dbautozug.de

Zwischen den Städten München, Innsbruck und Bozen gibt es gute Bahnverbindungen. Fahrplan- und Preisauskunft – auch über die Verbindungen nach Italien – erteilt die Deutsche Bahn: www.bahn.de. Auskünfte der italienischen Bahn (ferrovie dello stato) sind unter www.trenitalia.com in Italienisch und Englisch abrufbar, zur Vinschger Bahn unter www.vinschgerbahn.it. Auskünfte über Bus- und Zugverbindungen gibt auch www.sii.bz.it. Für Verbindungen aus Österreich über das Pustertal: www.oebb.at.

Bozen verfügt über einen eigenen Flughafen, dessen Liniennetz weiter ausgebaut werden soll. Informationen: Flughafen Bozen0471255255www.abd-airport.it

Linienflüge mit Ziel Innsbruck Airport0512 225250www.innsbruck-airport.com gibt es von Hannover und Wien, die Weiterreise nach Südtirol erfolgt dann per Bahn. Bei Flügen nach Bergamo/Mailand, Verona, Treviso, Venedig und Innsbruck gibt es günstige Bustransferverbindungen nach Bozen oder Meran (ab 22 Euro). Buchung bei Terravision0645441345. www.suedtirol.info

Auskunft
Enit Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsamt

069 237434enit.ffm@t-online.dewww.enit.de

Südtirol Marketing Gesellschaft

Infos zu Südtirol und den einzelnen Tourismusvereinen der Gebiete sind über die Südtirol Marketing Gesellschaft erhältlich. 0471999999info@suedtirol.infowww.suedtirol.info

Weitere nützliche Adressen und Links: Offizielles Bürgernetz der Provinz Bozen, www.provinz.bz.it; Alpenverein SüdtirolBozenVintlerdurchgang160471978141www.alpenverein.it; Internetseite der Tageszeitung „Dolomiten“: www.stol.it mit vielen aktuellen Themen

Auto

In den meisten Städten gelten wegen der wenigen Parkplätze strenge Beschränkungen. Falschparken kann sehr teuer werden, der Abschleppwagen ist meist schnell zur Stelle. Weiß umrandete Parkplätze sind für Anwohner, gebührenpflichtige und blau markiert.

Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Motorrad- und Mopedfahrer müssen auch bei Tag mit eingeschaltetem Licht fahren, ebenso die Autofahrer außerhalb geschlossener Ortschaften. Pflicht ist zudem das Tragen einer Warnweste bei Unfall oder Panne. Das Tempolimit auf Landstraßen liegt bei 90, auf Autobahnen bei 130, auf der Brennerautobahn vom Brenner bis Bozen bei 110 km/h.

Beim Einfahren in einen Kreisverkehr gilt es, die Vorfahrt zu achten. Bei großer Feinstaubbelastung werden in den größeren Städten örtlich und zeitlich begrenzte Fahrverbote verhängt.

Banken

Geöffnet sind Banken meist Mo–Fr 8.30–13 und 14.30–16.30 Uhr (in Touristenzentren oft auch länger). Kreditkarten wie Visa, Master Card und American Express werden in den größeren Hotels, Geschäften, an der Autobahn, bei der Bahn und in den Skipassbüros akzeptiert. Geldautomaten gibt es praktisch überall in Südtirol.

Camping

Informationen über Campingplätze der Region bietet der Campingverein Südtirolinfo@campingsuedtirol.comwww.camping.suedtirol.com. Einen Campingführer gibt es bei der Südtirol Marketing Gesellschaft: www.suedtirol.info.

Diplomatische Vertretungen
Honorarkonsulat der Bundesrepublik Deutschland

Doktor-Streiter-Gasse120471972118

Österreichisches Generalkonsulat

Piazza del Liberty8/402783743

Generalkonsulat der Schweiz

MailandVia Palestro2027779161

Gesundheit

EU-Bürger können in Südtirol den allgemeinen staatlichen Gesundheitsdienst in Anspruch nehmen. Als Nachweis gilt die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC (www.ehic.europa.eu) bzw. eine provisorische Ersatzbescheinigung.

Internet

Südtirol ist im Internet gut vertreten, neben den Seiten der einzelnen Regionen sind die folgenden Websites hilfreich: www.provinz.bz.it/museenfuehrer (informiert über 82 Südtiroler Museen). Zur Urlaubsvorbereitung bis hin zur Hotelbuchung ist folgende Website nützlich: www.suedtirol.info (Südtirol Marketing Gesellschaft), sehr schön aufgemacht und sehr informativ ist auch die Seite www.suedtirol.com. Über das Wetter informiert www.provinz.bz.it/wetter/suedtirol.htm, die Verkehrsberichte stehen unter www.provinz.bz.it/vmz/report. Landkarten, auf denen Campingplätze, Restaurants, Hotels und Gasthöfe oder Sehenswürdigkeiten mit den dazugehörigen Informationen verzeichnet sind, finden Sie unter www.info-suedtirol.com. Aktuelle Veranstaltungen, Ausstellungen, Partys und Konzerte listen www.inside.bz.it und www.eventguide.it auf. Infos zu Wintersport in den Dolomiten, Skikarten und Skitouren gibt www.dolomitisuperski.com.

Internetcafés

Bibliotheken und vereinzelte Internetcafès, in Bozen z. B. das Cafè BrennpunktBrennerstraße77 oder das MultikultiDoktor-Streiter-Gasse9, oder Internetpoints der Telefonanbieter sowie die meisten Tourismusbüros bieten kostenpflichtigen Zugang ins Netz.

Jugendherbergen

Die Adressen der Jugendherbergen und mehrerer Jugend- und Bildungshäuser finden sich unter www.jugendherberge.it

Klima

Die Alpensüdseite wird besonders von der Sonne verwöhnt, es gibt weniger Niederschläge, und auch die Tiefdruckgebiete des Atlantiks beeinflussen kaum das Klima in Südtirol. Schlechtwetter zieht meist mit feuchten, milden Strömungen von der nahen Adria heran.

Mietwagen

Große Mietwagenfirmen sind in Bozen und auch in den wichtigeren Ferienorten mit eigenen Niederlassungen vertreten.

Bozen: Avis AutonoleggioPiazza Verdi180471971467

Hertz Italia AutonoleggioVia Garibaldi340471981411

Maggiore/Budget Rent a CarVia Garibaldi320471971531

Notruf

Unter der Nummer 118 ist die zentrale Notrufstelle zu erreichen, deren Mitarbeiter den Anruf an Feuerwehr, Polizei, Rettung, Bergrettung oder Abschleppdienst des Automobilclubs weiterleiten.

Öffentliche Verkehrsmittel

Fahrkarten für Stadtbusse können an Automaten gelöst werden. Fahrplanauskünfte erteilt der Transportverbund Südtirol Mobil800846047. Auf der Internetseite www.sii.bz.it können Sie sich selbst Ihren Fahrplan zusammenstellen.

Die museumobil Card gilt als Fahrkarte für alle Bus- und regionalen Bahnlinien in Südtirol (bis nach Trient), für die Seilbahnen Meransen, Jenesien, Mölten, Vöran und Ritten, für die Rittner Trambahn und für die Standseilbahn auf die Mendel und ist gleichzeitig eine Eintrittskarte in 82 Südtiroler Museen. Für 3 Tage kostet sie 16 Euro, für 7 Tage 22 Euro. Für Kinder von 6 bis 12 Jahren 8 bzw. 11 Euro, für Kinder unter 6 Jahren ist sie gratis. Die Karte erhalten Sie bei allen teilnehmenden Museen und museumobil Card-Verkaufsstellen sowie den Tourismusbüros. Info: www.sii.bz.it/de/museumobilCard.php

Öffnungszeiten

Die öffentlichen Museen haben meistens am Montag Ruhetag, die privaten Museen öffnen unterschiedlich. Die Post- und Telegrafenämter sind meist Montag bis Freitag von 8 bis 13.30 und Samstag von 8 bis 11.45 Uhr geöffnet (am letzten Tag des Monats oder zu speziellen Anlässen kürzer). Die Postbank ist auch am Samstagvormittag geöffnet.

In den großen Touristenzentren haben Restaurants und Gaststätten während der Saison keinen Ruhetag. Die Essenszeiten in den Restaurants liegen üblicherweise zwischen 12 und 14 sowie 19 und 21 Uhr. In den Städten haben die Geschäfte üblicherweise Montag bis Freitag von 9 bis 12 und 15 bis 19 Uhr geöffnet, samstags von 9 bis 12 Uhr (größere Geschäfte auch samstags 15 bis 19 Uhr).

Passstrassen

Die Grenzübergänge Brenner und Reschen zählen zu den ganzjährig befahrbaren Pässen Südtirols. Nicht ganzjährig befahrbar sind TimmelsjochOkt.–Mai gesperrt, JaufenOkt.–Mai gesperrt, das Penser JochNov.–April gesperrt und das Stilfser JochOkt.–Juni gesperrt. Auf diesen höhergelegenen Passstraßen herrschen gelegentlich auch im Frühling und Herbst noch winterliche Verhältnisse, daher sind oft Winterreifen und Schneeketten angebracht. Über die Befahrbarkeit geben neben den Hinweistafeln an den großen Zufahrtsrouten auch die Automobilclubs sowie die Südtiroler Verkehrsmeldezentrale0471200198 in Bozen Auskunft.

Post

Postsendungen von Italien ins Ausland müssen mit posta prioritaria frankiert werden, das Porto für einen Brief bis 20 g beträgt 75 Cent.

Preise & Eintritt

Die Preise haben durchschnittliches europäisches Niveau. Teuer sind Restaurantbesuche, günstig Sport- und Designermoden, Schuhe, Lebensmittel, Wein, Spirituosen und Zigaretten. Der Eintritt für Museen liegt zwischen 2 und 8 Euro. Fast in jeder Disko wird Eintritt verlangt, dafür gibt es ein Freigetränk.

Strom

Nicht überall gibt es Schukostecker, entsprechende Adapter sollten daher im Gepäck nicht fehlen.

Telefon & Handy

Internationale Vorwahl für Deutschland: 0049, für Österreich 0043, für die Schweiz 0041. Bei einem Anruf nach Italien müssen Sie die 0039 vorwählen, dann wählen Sie die Anschlussnummer einschließlich der ersten Null.

Geschäftsstellen der Telefongesellschaft, Zeitungs- und Bahnhofskioske verkaufen Telefonwertkarten und Karten zum Aufladen der Mobiltelefone. Vier große Telefonanbieter teilen sich den Mobilfunkmarkt in Italien: Vodafone (die Nummer eins am Markt), TIM (gehörte zum einstigen Staatsmonopolisten Telecom Italia), Wind (dichtes Netz von Stützpunkten in Südtirol) und die Gesellschaft 3 (gutes Vertriebsnetz). Alle Anbieter vertreiben verschiedene SIM-Karten (auch Prepaid), die je nach Leistungsumfang schon mit wenig Euro starten. Im gebirgigen Südtirol ist der Handyempfang nicht überall gewährleistet; geben Sie daher immer im Hotel das Ausflugsziel an, damit die Bergretter auch ohne Handy-Notruf wissen, wo sie im Notfall suchen müssen. Der Vermittlungsdienst für Anrufe innerhalb Europas ist über die Nummer 15 erreichbar. Nicht vergessen: Im Ausland bezahlen Sie auch, wenn Sie auf dem Handy angerufen werden. Mit einer italienischen Prepaid-Karte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: besser noch im Heimatland abschalten!

Trinkgeld

Als Richtwert für Trinkgeld gelten 5–10 Prozent des Rechnungsbetrages. In manchen Lokalen wird für Gedeck und Bedienung ein Zuschlag berechnet, der in Pizzerias meist 1–2 Euro ausmacht und im Restaurant zwischen 10 und 15 Prozent des Rechnungsbetrages liegen kann. Dann wird kein Trinkgeld erwartet.

Zoll

EU-Bürger können Waren des persönlichen Gebrauchs innerhalb der Gemeinschaft frei ein- und ausführen, Grenzen gibt es bei Wein (90 l), Zigaretten (800 Stück) und Spirituosen (10 l). Bei der Einfuhr in die Schweiz sind Zigaretten (200 Stück), Wein bis zu 2 l und Spirituosen (ab 15 % Vol.) bis zu 1 l zollfrei, bei Mengen bis zu 20 l werden 0,60 Franken pro Liter Zollgebühr fällig.

Was kostet wie viel?

Jause

10 Euro für einen Tagesteller auf der Hütte

Kaffee

1,10 Euro für einen Espresso

Wein

1,80 Euro für ein Glas Tischwein

Benzin

1,40 Euro für 1 l Superbenzin

Mountainbike

17–32 Euro pro Tag (je nach Modell)

Skilift

Ab 28 Euro für eine Tageskarte

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Januar

Neujahr

6. Januar

Heilige Drei Könige

März/April

Ostermontag

25. April

Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

1. Mai

Tag der Arbeit

2. Juni

Tag der Republik

15. August

Mariä Himmelfahrt

1. November

Allerheiligen

8. Dezember

Mariä Empfängnis

25./26. Dezember

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen
Ganzjährig

Erster Donnerstag im Monat: Weinsafariwww.suedtiroler-weinstrasse.it an der Südtiroler Weinstraße.

Februar/März

Zusselrennen am Unsinnigen Donnerstag in Prad, bäuerliches Fasnachtsspiel in Stilfs. Beim Scheibenschlagen im Obervinschgau am Sonntag nach Aschermittwoch schleudern Jecken glühende Holzscheiben in den Nachthimmel.

März

Zweites Wochenende im März: Internationaler Käsemarkt in Sand in Taufers

Ende März: Südtirol Gardenissimawww.gardenissima.eu, längstes Riesentorlaufrennen der Welt

April/Mai

Kulturfrühling Dorf Tirol: authentische „alte“ und „schräge“ neue Volksmusik

Anfang Mai gehört der Waltherplatz dem Bozner Blumenmarkt.

Mitte Mai bis Mitte Juni: Südtiroler Weinstraßenwochenwww.suedtiroler-weinstrasse.it

Ende Mai: Reiterturnierspiel und Burgenritt an historischen Orten beim Internationalen Eppaner Burgenrittwww.burgenritt.com und beim Oswald von Wolkenstein-Rittwww.ovw-ritt.com

Juni

Anfang Juni: Das Genussfestival in der Bozner Innenstadt bietet vier Tage Verkostung kulinarischer Spezialitäten.

Letztes Juniwochenende: Erdbeerfest im Martelltal

Juli

Anfang Juli: Oldtimertreffen in Schenna mit Rundfahrten. Zeitgleich starten das größte Radrennen Südtirols, der Maratona dles Dolomiteswww.maratona-dolomites.com, von Stern bis Corvara über 4190 Höhenmeter, der Sella Ronda Bike Daywww.sellarondabikeday.com2. Termin Mitte Sept. im Sella-Massiv und für Mountainbiker das Dolomiti Superbike-Rennen im Pustertal.

Mitte Juli bis Ende August: Gustav Mahler Musikwochen in Toblach

Tauferer Straßenküche jeden Dienstagabend in Sand in Taufers

August

Erstes Wochenende: 600 Teilnehmer zeigen sich abwechselnd in St. Ulrich, St. Christina oder Wolkenstein beim Festumzug Gröden in Tracht.

10. August: Die Lorenzi-Nacht gehört in Bozen dem Wein und den Weinbauern.

Volksfest Marmor und Marillewww.marmorundmarillen.com in Laas

Ende August–Ende September: Die Meraner Musikwochen sind ein bedeutendes Festival für klassische Musik.

September

Anfang September: Kalterer Weintage mit mehr als 30 Weinbaubetrieben

Erster Samstag im September: Radtagwww.stelviobike.com am Stilfser Joch

Ende September: Der Große Preis von Meranwww.meranerland.com ist eines der größten Pferderennen Europas.

Oktober

Anfang Oktober: Villnösser Speckfestwww.villnoess.com

Kastelruther Spatzenfestwww.kastelruther-spatzen.de: Jährliches Fest der Volksmusikgruppe

1. bis 3. Woche: Geführte kulinarische „Kuchlkirchtig“-Wanderungenwww.eisacktal.info in Brixen

November

Merano WineFestival & Gourmetwww.meranowinefestival.com im Kurhaus

Dezember

5. Dez.: Ausgelassene Nikolausumzüge in Mals, Sterzing, Klausen, Schlanders oder Gröden

Christkindlmärkte in Bozen, Brixen, Meran, Glurns, Bruneck und St. Christina

Der Internationale Silvesterlauf Boclassic führt durch Bozens Gassen.

Im Trend

Bilder aus Eis und Holz
Skulpturen

Das Handwerk beherrschen sie, jetzt entdecken Südtirols Bildhauer die zeitgenössische Kunst für sich. Der Grödner Walter Pancheri sattelte um. Vom klassischen Holzbildhauer zum Skulpturen-Createur, der jetzt auch mal einen Golfer beim Abschlag aus Holz erschafft www.pancheri.net. Weniger haltbar sind die Kreationen des Internationalen Schneeskulpturenfestivalswww.snowfestival.com in Innichen und St. Vigil. Aus der ganzen Welt reisen Eis-Bildhauer für den Wettbewerb an. Hält das Wetter sind die Werke bis in den Frühling zu bestaunen.

Très Chic
Extravagant

Die Modemetropole Mailand ist nicht weit. Das spürt man bei VistWasserfallstraße13Auerwww.vist.it. Das Label designt Skikleidung, die sowohl Körper als auch Auge schmeichelt. ZillaEdisonstraße15Bozenwww.zilla.it kreiert abgefahrene Accessoires für Abseits der Piste. Alles was dann noch fehlt bzw. das Designerherz begehrt, gibt es bei BruschiMuseumsstraße13 in Bozen.

Guter Mime
Zum guten Spiel

An den Theatern tut sich was. Die regionalen Bühnen fördern ihren Nachwuchs und werden so zu innovativen Spielstätten. Das Stadttheater BruneckDantestraße21 lässt Profis und Amateure gemeinsam auf die Bühne. Auch im Theater BozenVerdiplatz40 hat man sich die Förderung der Südtiroler Künstler auf die Fahne geschrieben. Etwas Typisches will das Institut Ladin Micurà de Rüwww.micura.it fördern: die ladinische Sprache. Theateraufführungen holen die Minderheitensprache in den öffentlichen Raum.

Alles Käse
Die Milch macht's

24 Stunden am Tag gibt es das In-Getränk zu kaufen – an der Zapfsäule. Die Rede ist von frischer Südtiroler Kuhmilch. Den gesunden Drink können Sie bereits an vielen Standorten in der Region zapfen, beispielsweise in der Bindergasse in Bozen oder in Liezen Bachzeile8www.liezen.at Nicht nur die Milch liegt in Südtirol im Trend, sondern auch die Produkte daraus. Das Käsefestivalwww.kaesefestival.com in Sand in Taufers trägt dem alle zwei Jahre Rechnung. Findet das Festival nicht statt, können Sie sich bei Hansi Baumgartner – dem ersten Südtiroler, der in die aufgenommen wurde – informieren und im Rahmen einer Degustation in seiner Käserei samt Laden auch probieren: DegustEisackstraße22Vahrnwww.degust.com.

Zweifach gut
Biathlon

Als Zuschauersport ist Biathlon schon etabliert. Jetzt wollen aber immer mehr Hobbysportler ihren langen Atem und ihre Zielgenauigkeit auf die Probe stellen. Angebote, wie die von Antholz machen Neugierigen den ersten Schritt leicht. Im Antholztal werden Biathlonkurse für Einsteiger angeboten. Für einen halben Tag oder gleich eine Woche – selbst im Sommer kann mit Nordic Walking und Biathlon-Gewehren trainiert werden (www.langlauf-antholz.it Im Ridnauntal gibt es Schnupperkurse. Auf eigene Faust können Urlauber dort ebenfalls trainieren – auf der Schießanlage wird pro Schuss abgerechnet www.sv.ridnaun.it In der Biathlonschule im Martelltal kommen Einsteiger und Geübte auf ihre Kosten www.biathlon-martell.com.

Bloss nicht

Italienische Ortsnamen verwenden

In Südtirol italienische Ortsnamen zu verwenden, gilt nicht nur als Unsitte, es trifft die deutschsprachige Bevölkerung an einem nach wie vor empfindlichen Punkt. Die Herkunft der meisten italienischen Namen liegt nämlich in der Zeit des Faschismus, als Ettore Tolomei, ein überzeugter italienischer Nationalist, rund 20 000 deutsche Orts- und Flurnamen meist völlig willkürlich ins Italienische übersetzte.

Überall rauchen

In öffentlich zugänglichen Räumen, also nicht nur in Büros, Bahnhöfen und Geschäften, auch in Kaffeebars und Restaurants darf seit 2005 bei hoher Strafe (275 Euro) nicht mehr geraucht werden. Es heißt also: Espresso und Spaghetti ohne Zigarette, es sei denn, das Lokal bietet Räume an, in die sich die Raucher zurückziehen können.

Mit Turnschuhen in die Berge

Wanderwege, Höhenwege, Gipfelbesteigungen – sie sollten selbst bei gutem Wetter mit robusten Bergschuhen begangen werden, denn lang anhaltende Trockenheit oder unerwartete Wetterumschwünge können das Gelände schwer begehbar machen. Vor jeder Wanderung empfiehlt es sich, Erkundigungen über den genauen Wegverlauf einzuholen; gutes Kartenmaterial und warme Funktionskleidung mitzunehmen ist ein Muss. Plötzliche Gewitter sind nämlich in den Bergen nicht selten und bringen neben Blitzgefahr auch das Risiko starker Abkühlung mit sich.

Pilze sammeln

In Südtirol ist das Pilzesammeln nur nach Anmeldung, an ganz bestimmten Tagen, in ganz bestimmten Mengen und nach Bezahlen einer Gebühr erlaubt. Wer bei einer der scharfen und regelmäßigen Kontrollen erwischt wird, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen. Also: Kaufen Sie Steinpilze, Pfifferlinge oder andere Sorten lieber frisch oder getrocknet auf dem Markt.

Bei Schlechtwetter auf leere Städte hoffen

Verregnete Wochenenden oder Feiertage sind in fast allen Städten eine Garantie für großen Menschenauflauf. Viele nutzen die Zeit für Museumsbesuche oder zum Shoppen. Stellen Sie sich daher auf längere Wartezeiten an den Museumskassen ein. Reservieren Sie Eintrittskarten oder Restaurantplätze und reisen Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, so können Sie Stau und Parkplatzsuche ausweichen.

Bergstraßen unterschätzen

Vorsicht! Die kürzeste Strecke auf der Landkarte entpuppt sich in Südtirol oft als Kurvenhorror über hohe Pässe. So beliebt die Passstraßen vor allem bei Motorradfahrern sind, so oft werden die Kurven und Sichtverhältnisse unterschätzt.

Stichworte

Autonomie

Die Autonome Provinz Bozen-Südtirol hat innerhalb der Provinzen Italiens einen Sonderstatus: Das 1972 inkraftgetretene Autonomiestatut enthält konkrete Schutzmaßnahmen für die deutsch- und ladinischsprachige Minderheit. Dazu zählt der „ethnische Proporz“, nach dem unter anderem Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst, Kindergartenplätze oder auch Sozialwohnungen im Verhältnis zur zahlenmäßigen Stärke der jeweiligen Volksgruppe vergeben werden.

Außerdem ist die deutsche Sprache vor Gericht und in der Verwaltung der italienischen gleichgestellt, und Anwärter für die Aufnahme in den öffentlichen Dienst kommen um den Zweisprachigkeitsnachweis („Patentino“) nicht herum.

Durch den Status der Autonomie wurden der Provinz eine deutsche und eine ladinische Schule, Rundfunk und Fernsehen in der Sprache der Minderheiten sowie wesentliche Gesetzgebungs- und Verwaltungsbefugnisse mit adäquater finanzieller Ausstattung bewilligt: Ein Großteil der in Südtirol an den Staat bezahlten Steuern fließt auf diese Weise wieder in die Landeskassen zurück. Bozen und die benachbarte Provinz Trient bilden zusammen die Region Trentino-Südtirol.

Brennerbasistunnel

Der Güterverkehr über den Brennerpass hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt, mit weiter steigender Tendenz. Um die Umwelt zu entlasten, wird seit April 2011 der Brennerbasistunnel gebaut, der den Personen- und Gütertransport im Grenzgebiet 64 km auf Schienen im dann längsten Eisenbahntunnel der Welt unter dem Brenner durchführen soll. Umweltschützer bezweifeln allerdings, dass der neue Tunnel die erhoffte Entlastung der Straßen vom Gütertransport bringen wird. 2007 erfolgte die erste Sprengung für einen Erkundungsstollen in Aicha bei Brixen. Drei Jahre später gelang der 134 m langen Tunnelbohrmaschine der Durchbruch des 10,5 km langen Erkundungsstollens von Aicha nach Mauls. Die Fertigstellung des Tunnels (geschätzte Baukosten: 15 Mrd. Euro) ist für 2025 geplant.

Drei Sprachen

Südtirol ist ein dreisprachiges Land. Von seinen ca. 490 000 Ew. sind 69 Prozent deutscher, 26 Prozent italienischer und 4 Prozent ladinischer Muttersprache. Das Ladinische wird in einzelnen Dolomitentälern mit den entsprechenden lokalen Einfärbungen noch von rund 40 000 Personen gesprochen, davon leben 18 400 in Südtirol – vor allem in Gröden und im Gadertal. Die Italiener residieren vorwiegend in Städten wie Bozen, Meran oder Leifers. In Bozen stellen sie mit einem Bevölkerungsanteil von 69 Prozent auch den Bürgermeister. Deutsch und Italienisch sind in der Amtssprache gleichgestellt. Sonderregelungen der Autonomie schützen auch die ladinische Sprache und Kultur. Der Ausländeranteil liegt in Südtirol bei 8 Prozent.

Klimahäuser

In einer Zeit, in der vom absehbaren Ende fossiler Brennstoffe und von der Nutzung neuer, alternativer Energien die Rede ist, tut sich auch in Südtirol einiges. Zeichen des Umdenkens zeigen sich in gezielter Förderpolitik oder auch in strengen Auflagen, was den Energieverbrauch betrifft. Nicht zuletzt deshalb boomt seit einiger Zeit das „Klimahaus“. Das Konzept wurde in Südtirol entwickelt und ist mittlerweile international anerkannt. Durch kluge architektonische Besonderheiten kann in einem Gebäude eine beträchtliche Menge an Energie gespart werden. Allein in Südtirol wurden bereits mehr als 1000 Klimahäuser verwirklicht. Eine Landesagentur prüft und überwacht die Einhaltung der Standards. Auch bei der Nutzung alternativer Energien liegt Südtirol weit vorne: 2010 stammten bereits 56 Prozent der Energie aus alternativen Quellen wie Wasser-, Fernheizkraftwerken, Sonnenkollektoren oder Photovoltaikanlagen.

Extremsport

Höher, schneller, weiter, länger, steiler: sind die Wertstäbe für die neuen Abenteurer, abseits der ausgetretenen Wanderpfade, Promenaden, Golfplätze und Radwege. Etwas unbemerkt von den großen Strategien der Tourismusmanager haben sich nämlich einige Sportveranstaltungen zu wahren Publikumsmagneten entwickelt: Beim Ötzi Alpin Marathon geht es „von der Blüte auf den Gletscher“: 24,2 km Mountainbike, 11,8 km Laufen und 6,2 km Skitourengehen, dabei sind 3242 Höhenmeter zu überwinden. Auch Downhill findet immer mehr Anhänger. In Südtirol gibt es viele „Trails“, die zum Feinsten im Alpenraum gehören und handfeste Vorteile bieten: bequem mit der Seilbahn (Ritten, Kohlern, Meransen) in die Höhe und auf rassigen Strecken, die schon zeitig im Frühjahr trocken und sonnig sind, zu Tal. Verschiedene Radveranstaltungen ziehen jährlich Tausende Teilnehmer an, wie der Dolomitenmarathon, bei dem die Zahl der Voranmeldungen aus fast 40 Nationen regelmäßig die Kapazität der rund 8000 Startplätze um das Zwei- bis Dreifache übersteigt, sodass das Los entscheiden muss. Auch beim Mountainbike-Radrennen Dolomiti Superbike gibt es mehr Anmeldungen als Startplätze. Ebenfalls durch Südtirol führt das berühmt-berüchtigte, alpenquerende Mountainbikerennen Transalp, bei der sich ein riesiger Biker Tross in Etappen von Oberstdorf nach Riva am Gardasee über die Alpen schlängelt. Spaß und Action zugleich bietet das „river rafting“ auf den Bergflüssen von Ahr, Eisack und Passer. Mit Schwimmweste und Ruder gerüstet, geht es im Schlauchboot wildromantische Bergbäche hinunter. Dabei braucht es nicht einmal Erfahrung, eine kurze Einweisung und ein guter Bootsguide genügen.

Folklore und Brauchtum

Das soziale Leben der Bergbevölkerung wird heute noch von jahrhundertealten Bräuchen gefärbt. Ob es den religiösen Jahreskreislauf begleitet oder bei Dorffesten den arbeitsreichen Alltag vergessen lässt – das Brauchtum ist aus dem Landleben nicht wegzudenken.

Schon in frühen Dorfgemeinschaften, die gemeinsame Interessen verfolgten, entstanden Vereine und Verbände, die noch immer Bestand haben: Musikkapellen, die freiwillige Feuerwehr, Volkstanzvereine, Chöre, Volkstheatergruppen sowie die Schützenvereine. Letztere blicken auf ein fast 500-jähriges Bestehen zurück und marschieren bei festlichen Anlässen in Tracht auf: mit federbestücktem Hut, Kniebundhosen, weißen Kniestrümpfen und Halbschuhen mit Schnalle.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist der älteste Erwerbszweig Südtirols und prägt die Landschaft seit Jahrhunderten – von der fruchtbaren Tal- bis in die karge Almregion. Es gibt insgesamt 1733 Almen, die meisten sind in Privatbesitz. Es sind harte Bedingungen, unter denen dort gewirtschaftet wird, denn die Bergbauern müssen mit der Landwirtschaft und Viehhaltung in schwierigem Gelände kämpfen. Um der zunehmenden Abwanderung vorzubeugen und die Qualität der Milch- und Fleischproduktion zu erhalten, gibt es Unterstützung von der EU und der Provinzregierung: für die Erschließung der Berggebiete, für umweltgerechte Produktion und durch die Schaffung von Arbeitsplätzen für Nebenerwerbsbauern. Leichter haben es im Vergleich dazu die Kollegen im Obst- und Weinbau in den Tallagen. Auch wenn diese Anbaugebiete flächenmäßig einen viel kleineren Teil der Landwirtschaft ausmachen, sind sie sehr ertragreich: Rund 923 000 t Äpfel und Birnen sowie rund 400 000 hl Wein werden in Südtirol pro Jahr produziert.

Reinhold Messner

Der charismatische Bergsteiger, Abenteurer und Buchautor Reinhold Messner ist wohl der bekannteste Südtiroler weltweit. Rund 3500-mal ist er in die Berge aufgebrochen, hat etwa 100 Erstbesteigungen bewältigt, alle 14 Achttausender erklommen, zu Fuß die Antarktis, Tibet, die Wüste Takla Makan sowie Grönland der Länge nach durchquert und als Grenzgänger immer wieder Tabus gebrochen. In seinem Heimatland selbst setzt sich Messner für den Schutz der Berggebiete ein und fordert einen neuen Tourismus im Alpenraum. Er selbst betreibt neben mehreren Museen u. a. einen Bio-Bauernhof und sieht Chancen für die Erhaltung des Ökosystems nur im respektvollen Umgang mit der Natur.

Naturparks

Das flächenmäßig kleine Südtirol kann nicht nur mit dem Nationalpark Stilfser Joch aufwarten, sondern auch mit gleich sieben Naturparks. Die einzelnen Parks sind so verschieden wie das Land: Gletscher prägen zum Beispiel den Naturpark Rieserferner-Ahrn, während der Naturpark Trudner Horn besonders artenreich an Flora und Fauna ist. Zum Grundkonzept gehört es, nicht nur schützenswerte Arten zu erhalten, sondern auch das Wissen um die Besonderheiten der Umwelt in diesen Regionen an die Gäste weiterzugeben. Diese Aufgabe übernehmen die Naturparkhäuser vor Ort, die so gut ausgestattet sind wie Museen. Viele der Stützpunkte koordinieren geführte Naturparkwanderungen, die auch über die lokalen Tourismusbüros gebucht werden können. Amt für Naturparke: www.provinz.bz.it/natur/2803

Neues bauen

Die Bedeutung der Landwirtschaft für Südtirol zeigt sich auch in der Architektur. Die Gebäude prägen zweckbestimmte Elemente: die steilen Dächer lassen den Schnee abrutschen, auf einem gemauerten Erdgeschoss, dem Wohntrakt des Bauern sitzt das Obergeschoss, der als Speicher für Heu und Arbeitsgerät dient. Bis in die 1980er-Jahre waren „Bauernhäuser“ stilprägend, obwohl viele Südtiroler längst keine Bauern mehr waren. Die jungen Architekten hatten es schwer, zeitgenössische Bauten fanden wenig Akzeptanz. Mut zum Neuen zeigte erstaunlicherweise die Kirche und auch die öffentliche Hand.

Mittlerweile ist die neue selbstbewusste Architekturszene auch international vielbeachtet, das Flach- bzw. Pultdach, Glas, Stahl und Sichtbeton sind neben Massivholz plötzlich Ausdruck eines neuen modernen Geistes. Die Projekte der Architekten Matteo Thun, Walter Angonese, Werner Tscholl und Walter Dietl setzen auffällige Akzente und entsprechen den ökologischen Anforderungen. Seien es öffentliche Bauten, Weinkellereien, neue oder renovierte Bahnhöfe im Vinschgau und Pustertal, Seilbahnstationen, Thermen und Spa-Anlagen – neben Mut zum Ungewohnten ist ihnen eines gemeinsam: Einbeziehung lokaler Materialien, der Bezug zur Landschaft und der schonende Umgang mit historischer Bausubstanz.

Ötzi

Zunächst eine archäologische Sensation, dann ein (Massen-)Phänomen: Die Gletschermumie „Ötzi“, die 1991 auf dem Similaun-Gletscher in den Ötztaler Alpen gefunden wurde, hat vieles verändert – für die Forschung, für Bozen und für den Tourismus. Ihr Einzug in das Archäologiemuseum in Bozen 1998 gab auch Südtirols Museumslandschaft einen neuen Schub. Rund um den Gletschermann und jene Dinge, die er auf seiner letzten Reise bei sich hatte, ist eine vorbildliche Ausstellung nach modernsten Kriterien entstanden, die neue Maßstäbe für Ausstattung und Museumspädagogik setzte. Südtirol ist nicht zuletzt auch wegen dieses gut konservierten Menschen aus der Kupferzeit – er lebte rund 3000 Jahre v. Chr. – ein Reiseziel für Toristen aus aller Welt geworden. Nie zuvor waren beispielsweise so viele Amerikaner und Japaner in der Stadt, die auf ihrem Weg nach Venedig oder Rom auch dem „Iceman“ einen Besuch abstatten möchten.

Törggelen

Die Geburtsstunde des „Törggelens“ liegt mindestens so lange zurück, wie es zur Tradition wurde, im Herbst den neuen Wein im Kreis der Erntehelfer und Nachbarn zu kosten. Dazu wurde meist der Raum genutzt, in dem die „Torggl“, die Traubenpresse, stand. Ursprünglich gab es den Brauch vor allem im Eisacktal und in der Bozner Gegend. Heute ist das „Törggelen“ weit über Südtirol hinaus bekannt und wird auch von Gasthöfen angeboten, die kein eigenes Weingut haben. Im Mittelpunkt steht nach wie vor der neue Wein, zu dem gebratene Kastanien oder würziger Käse, Speck sowie Würste mit Schüttelbrot gereicht werden. Die aktuelle „Törggelen“-Adressen in Südtirol vermitteln Ihnen die Tourismusverbände.

Bücher & Filme

Südtirols Küche – raffiniert einfach

Sehr schön gestaltetes Kochbuch zu interessant verfeinerten Südtiroler Spezialitäten von Anneliese Kompatscher und Tobias Schmalzl

Schöne Welt, böse Leut

Humorvoll-ironisch porträtiert Claus Gatterer in diesem Roman die Lebensverhältnisse in Südtirol in der Zeit des Faschismus.

Dolomiten

Der Bildband von Jakob Tappeiner und Reinhold Messner ist voll eindrucksvoller Luftaufnahmen der Dolomiten.

Bergblut

Das Schicksal von Katharina aus Bayern, die die Zeit des Aufstandes unter Andreas Hofer gegen die französische und bayerische Übermacht im Passeiertal durchlebt. Der Film des Südtiroler Regiseurs Philipp J. Pamer gewann 2010 den Bayern-3-Publikumspreis.

Agenten, Schieber, Profiteure

Kriegsende und Neubeginn in Südtirol 1943–1945: Von Schloss Labers bei Meran aus wurden im Zweiten Weltkrieg von der SS gefälschte britische Pfundnoten in Umlauf gebracht und andere Geheimoperationen gelenkt, wie der Film von 2003 zeigt.

Rache ist honigsüß

Dieser packende Regionalkrimi von Ralph Neubauer spielt in einem kleinen Dorf in Südtirol. Comissario Fabio Fameo aus Rom recherchiert über einen dubioser Unfall und fördert Seltsames zu Tage ...

Fakten

Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
03:40 Uhr
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