Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Italienische Ortsnamen verwendenFür Deutsche ist es in Südtirol einfach: Jeder Ort, jeder Weiler, jeder Berg hat einen deutschen Namen. Die italienischen Bezeichnungen stammen aus der Zeit des Faschismus und sind – zum größten Teil – frei erfunden oder willkürlich übersetzt. Das Thema ist deshalb nach wie vor heikel.
An Ferragosto reisenUm „Ferragosto” (15. August) nehmen die Italiener ihren Sommerurlaub – in Südtirol (vor allem in den Dolomiten) wird es voll, stressig und teuer. Wer keinen Wert auf allzu viel Geselligkeit legt, wählt besser andere Urlaubszeiten.
Pilze sammelnIn Südtirol ist das Pilzesammeln nur nach Anmeldung, an bestimmten Tagen, in bestimmten Mengen und nach Bezahlen einer Gebühr erlaubt. Wer bei einer der scharfen und regelmäßigen Kontrollen erwischt wird, muss hohe Geldstrafen zahlen.
Bei Schlechtwetter auf leere Städte hoffenAn Regentagen heißt es vor allem in der Hochsaison für alle Besucher: auf in die Städte. Dort werden Geschäfte überrannt, vor Museen bilden sich lange Schlangen, selbst auf den Plätzen steht man sich auf den Zehen. Wer trotzdem hinwill, sollte Eintrittskarten und Restaurantplätze reservieren und mit den Öffis anreisen.
Bergstraßen unterschätzenDie kürzeste Strecke auf der Landkarte entpuppt sich in Südtirol oft als Kurvenhorror über Pässe. So beliebt die Passstraßen sind, so oft werden sie auch unterschätzt.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Jause18 Euro für einen Tagesteller auf der Hütte
Kaffee1,50 Euro für einen Espresso
Wein2 Euro für ein kleines Glas Tischwein
Benzin1,80 Euro für 1 l Superbenzin
Mountain-/E-Bike25-50 Euro pro Tag (je nach Modell)
Skiliftab 50 Euro für eine Tageskarte

Feste & Feiertage

1. Januar

  • Neujahr

6. Januar

  • Heilige Drei Könige

März/April

  • Ostern

25. April

  • Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

1. Mai

  • Tag der Arbeit

2. Juni

  • Tag der Republik

15. August

  • Mariä Himmelfahrt

1. November

  • Allerheiligen

8. Dezember

  • Mariä Empfängnis

25./26. Dezember

  • Weihnachten

Vorbereitung

Strom

Adapter Typ L

Üblich sind Steckdosen wie in Deutschland, in seltenen Fällen trifft man aber noch auf Exemplare des Typs L.

Ankommen

Anreise

Gute Bahnverbindungen gibt es zwischen München, Innsbruck und Bozen. Mittels Anschlusszug am Morgen in Innsbruck kann man über Nacht mit dem ÖBB-Nightjet aus Hamburg, Düsseldorf oder Köln anreisen. Aus Österreich bietet sich eine Anreise per Bahn auch über Osttirol und das Pustertal an.

Wer mit Eurocity-Zügen der DB / ÖBB nach Südtirol reist, kann das Anschlussticket Südtirol zum Preis von 5 Euro erwerben. Dieses Anschlussticket ist am Tag der Anreise oder Rückreise für alle Südtirolmobil-Busse, für die Rittner Seilbahn und Schmalspurbahn sowie für die Mendelbahn gültig. Fahrplan- und Preisauskunft – auch über die Verbindungen nach Italien – erteilt die Deutsche Bahn: bahn.de. Auskünfte der italienischen Bahn (ferrovie dello stato) sind unter trenitalia.com auf Italienisch und Englisch abrufbar, zur Vinschger Bahn unter vinschgerbahn.it. Auskünfte über Bus- und Zugverbindungen gibt auch suedtirolmobil.info. Für Verbindungen aus Österreich: oebb.at. Landesunabhängige Auskünfte auch über trainline.com

Autoreisezüge verkehren zur Hauptreisezeit auf den Strecken Düsseldorf– Verona, Düsseldorf–Innsbruck, Hamburg– Innsbruck, Hamburg–Verona. Infos auf autoreisezug-planer.de

Mit dem Bus erreichst du die westliche Landeshälfte. Ab der österreichischen Stadt Landeck, mittels Schiene mit mehreren Großstädten Deutschlands verbunden, fährt mehrmals täglich ein Direktbus bis nach Mals. Ebenfalls bis Mals fährt der Schweizer Anschluss von Zernez mit dem Post-Auto, dem „Südtirol Express”. Ein Ticket etwa bei Flixbus (flixbus.de) gibt’s schon ab 19,99 Euro, bis zu sieben Busse fahren täglich von München nach Bozen. Detaillierte Anreiseinformationen finden sich auf der offiziellen Tourismus-Homepage von Südtirol: suedtirol.info. Aus der Schweiz fährt Südtirolexpress (suedtirolexpress.ch).

Wer mit dem Auto von Norden anreist, tut dies am besten über die mautpflichtige Brennerautobahn A 22 mit Ausfahrten u. a. ins Eisacktal, Pustertal und nach Bozen. An der Ausfahrt Bozen-Süd gibt’s einen Anschluss an die mautfreie Schnellstraße MeBo (für MEran-BOzen) nach Meran. Von Österreichs Westen fährt man über den Reschenpass, von Osttirol über das Pustertaler Innichen. Aus der Schweiz gilt die Einreise über den Ofenpass als beste Alternative.

Info Brennerautobahn: kostenlose Tel.- Nummer (nur aus Italien) 8 00 27 99 40, aus Deutschland und Österreich Tel. 0 08 00 22 02 20 22 (*), Straßenzustandsbericht, Stauwarnung, auch auf Deutsch: autobrennero.it

Die Fluggesellschaft Skyalps (skyalps.com) fliegt den Flughafen Bozen direkt von Berlin, Hamburg, Stuttgart, Kassel und Düsseldorf an. Low-Cost- Airlines wie Ryanair, Eurowings oder Easyjet landen in Innsbruck (118 km von Bozen | innsbruck-airport.com), Treviso (200 km | trevisoairport.it), Verona (145 km | aeroportoverona.it), Venedig (230 km | veniceairport.it) und Bergamo (230 km | milanbergamoairport.it). Von den Bahnhöfen, Fernbushaltestellen oder einem der umliegenden Flughäfen bringen dich dann Anschluss-Shuttles bis ans endgültige Ziel, die verschiedenen Dienstleister findest du unter: short.travel/sti22

 

Klima & Reisezeit

Südtirol ist eine Ganzjahresdestination, die Jahreszeiten sind ausgeprägt und alle haben ihren ganz besonderen Reiz. Im Winter ist vor allem der Alpenhauptkamm schneesicher, im Sommer ist es in den südlich gelegenen Talniederungen heiß. Bozen etwa ist nicht selten die heißeste Stadt Italiens. Vor allem die Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst warten mit mildem Klima auf.

Egal zu welcher Jahreszeit: Die Alpensüdseite wird von der Sonne verwöhnt, es gibt weniger Niederschläge und die Tiefdruckgebiete des Atlantiks beeinflussen das Klima in Südtirol kaum. Schlechtwetter zieht meist mit feuchten, milden Strömungen von der Adria heran.

Zoll

EU-Bürger können Waren des persönlichen Gebrauchs innerhalb der Gemeinschaft frei ein- und ausführen, Grenzen gibt es bei Bier (110 l), Zigaretten (800 Stück) und Spirituosen (10 l). Wer seinen Keller mit guten Tropfen aus Südtirol auffüllen möchte: Wein für den privaten Verbrauch darf in unbegrenzten Mengen ein- und ausgeführt werden. (zoll.de).

Bei der Einfuhr in die Schweiz sind Zigaretten (250 Stück), 5 l alkoholische Getränke (bis 18 Vol.-%) und Spirituosen (ab 18 Vol.-%) bis zu 1 l zollfrei (ezv.admin.ch). Falls du über Silvester Urlaub in Südtirol machen und lautstark feiern willst: Die Einfuhr von Feuerwerkskörpern muss bei der Zollstelle gemeldet werden.

Weiterkommen

Auto

In Städten (vor allem Bozen und Meran) und größeren Orten sind meist weite Teile des Zentrums verkehrsberuhigt, die Ein- und Durchfahrt ist verboten. Kostenlose Parkplätze sind Mangelware, Falschparken ist teuer. Weiß umrandete Parkplätze sind für Anwohner, gebührenpflichtige blau markiert.

Die Promillegrenze liegt bei 0,5.Motorrad- und Mopedfahrer müssen auch bei Tag mit eingeschaltetem Licht fahren, ebenso die Autofahrer außerhalb geschlossener Ortschaften. Bei Unfall oder Panne ist das Tragen einer Warnweste Pflicht. Das Tempolimit auf Landstraßen beträgt 90, auf Autobahnen 130 und auf der Brennerautobahn vom Brenner bis nach Bozen 110 km/h.

Mietwagen & Carsharing

Wer mit dem Auto unterwegs sein möchte: Die großen Mietwagenfirmen sind in Bozen und größeren Ferienorten mit Niederlassungen vertreten.

Bozen: Avis (Galvanistr. 1 | Tel. 04 71 21 25 60), Hertz (Tel. 04 71 25 42 66) und Europcar (Tel. 04 71 25 21 52), beide: Francesco-Baracca-Str. 1 | Flughafen Bozen.

Auch Carsharing ist eine option: Dank einer Kooperation mit der Deutschen Bahn (Flinkster) und deren Vertragsfirmen können die Partner Carsharing-(Elektro)-Fahrzeuge per App an 23 Stationen in neun Südtiroler Gemeinden nutzen. Infos unter carsharing.bz.it und alpsgo.it

Öffentliche Verkehrsmittel

Wer das Auto in Bozen oder Meran stehen lassen will – was sich durchaus empfiehlt: Fahrkarten für Stadtbusse können an Automaten gelöst werden. Fahrplanauskünfte erteilt der Transportverbund Südtirol Mobil (Tel. 8 40 00 04 71 | suedtirolmobil.info). Auf der Website kannst du dir selbst deinen Fahrplan zusammenstellen.

Die Museumobil Card gilt als Fahrkarte für alle Bus- und regionalen Bahnlinien in Südtirol (bis nach Trient) und viele Seilbahnen. Sie ist gleichzeitig eine Eintrittskarte in die meisten Südtiroler Museen. Für 3 Tage kostet sie 55 Euro, für 7 Tage 65 Euro. Für Kinder von 6 bis 13 Jahren 27,50 bzw. 32,50 Euro, für Kinder unter 6 Jahren ist sie gratis. Die Karte erhältst du bei allen teilnehmenden Museen und Museumobil-Card-Verkaufsstellen sowie in den Tourismusbüros. Info: Tel. 04 71 22 08 80 | short.travel/sti20

Vor Ort

Auskunft vor Ort

– Enit Italienische Zentrale für Tourismus: enit.de, enit.at

– Südtirol Information: Mo–Sa 10–18 Uhr | Kornplatz 11 | Bozen | Tel. 04 71 99 99 99 | info@suedtirol.info | suedtirol.info

Weitere nützliche Adressen: Alpenverein Südtirol (Südtiroler Str. 60 | Bozen | Tel. 04 71 97 81 41 | alpenverein.it). Wetter: wetter.provinz.bz.it; Verkehr: verkehr.provinz.bz.it; Events und Veranstaltungen: kultur.bz.it

Banken & Kreditkarten

Geöffnet sind Banken meist montags bis freitags von 8.30 bis 13 und 14.30 bis 16.30 Uhr (in Städten und Touristenzentren durchgehend und oft länger), Geldautomaten gibt es flächendeckend und Bezahlung mit der Kreditkarte ist ebenfalls kein Problem.

Camping

Ausführliche Infos über die Campingplätze der Region: Campingverein Südtirol (camping.suedtirol.com). Campingführer unter suedtirol.info.

Internetzugang

Freier Internetzugang gehört mittlerweile zum Standard in den Hotels, zusätzlich bieten viele Restaurants und Bars, die Tourismusbüros, öffentliche Bibliotheken und Museen, aber auch Städte und Gemeinden kostenlosen Zugang an.

Jugendherbergen

Adressen der Jugendherbergen und Jugend- und Bildungshäuser finden sich unter jugendherberge.it.

Öffnungszeiten

Die öffentlichen Museen haben meistens am Montag Ruhetag. Die Postämter sind meist montags bis freitags von 8 bis 13.30 und samstags von 8 bis 11.45 Uhr geöffnet. Die Postbank ist auch am Samstagvormittag geöffnet. In großen Touristenzentren haben Restaurants während der Saison keinen Ruhetag. Die Essenszeiten liegen in der Regel zwischen 12 und 14 sowie 19 und 21 Uhr. In den Städten haben die Geschäfte üblicherweise von Montag bis Samstag von 9 bis 12 und 15 bis 19 Uhr geöffnet, in Tourismuszentren sind die meisten Supermärkte durchgehend offen.

Passstrassen

Die Grenzübergänge Brenner und Reschen zählen zu den ganzjährig befahrbaren Pässen Südtirols. Nicht das ganze Jahr über befahrbar sind Timmelsjoch (Okt.–Mai und im Sommer nachts gesperrt), Jaufen (Okt.– Mai nachts gesperrt), das Penser Joch (Nov.–April gesperrt) und das Stilfser Joch (Okt.–Juni gesperrt). Auf diesen höher gelegenen Passstraßen herrschen gelegentlich auch im Frühling und Herbst noch bzw. schon winterliche Verhältnisse, daher sind in diesen Jahreszeiten Winterreifen und Schneeketten angebracht. Infos: suedtirol.com/verkehr/berg-paesse

Über die Befahrbarkeit geben neben den Hinweistafeln an den großen Zufahrtsrouten auch die Automobilclubs sowie die Südtiroler Verkehrsmeldezentrale (Tel. 04 71 20 01 98 | provinz.bz.it/verkehr) in Bozen Auskunft.

Post

Das Porto für eine Postkarte oder einen Brief bis 20 g ins europäische Ausland beträgt 1,30 Euro.

Preise & Eintritt

Die Preise haben durchschnittliches europäisches Niveau. Südtirol ist kein Billigreiseland mehr, dafür sind der Ausstattungsstandard der Hotels und die Qualität in der Gastronomie sehr hoch. Etwas über dem Durchschnitt liegen die Preise in Restaurants, günstig dagegen sind (italienische) Sport- und Designermode, Wein, Spirituosen und Zigaretten. Orts- und Gästekarten lohnen sich, der ÖPNV und viele Museen sind dann kostenlos.

Telefonieren

Die internationale Vorwahl für Deutschland lautet 0049, für Österreich 0043, für die Schweiz 0041.Bei einem Anruf nach Italien musst du die 0039 vorwählen, dann wählst du die Anschlussnummer einschließlich der ersten Null.

Vorsicht: Der EU-weite Wegfall der Roaminggebühren bedeutet nicht, dass eine Flatrate für das deutsche Netz auch automatisch eine für das italienische ist. Es lohnt sich deshalb, sich vorab beim eigenen Anbieter zu informieren. Wenn du eine Smartphone-Flat inklusive Internet hast, zahlst du keine Extragebüren, solange dein Volumen reicht. Ausführliche allgemeine Informationen findest du u. a. auf teltarif.de/roaming/italien

Im gebirgigen Südtirol ist Handyempfang nicht überall gewährleistet. Gib bei Wanderungen in den Bergen daher im Hotel immer das Ausflugsziel an, damit die Bergretter auch ohne Handy-Notruf und -Ortung wissen, wo sie dich im Notfall suchen müssen.

Trinkgeld

Als Richtwert für das Trinkgeld gelten 5–10 Prozent des Rechnungsbetrags. In wenigen Lokalen wird für Gedeck, Bedienung und Brot ein Zuschlag berechnet, dann wird kein Trinkgeld erwartet.

Urlaub auf dem Bauernhof

Ein Urlaub zwischen Heuschober, Stall und Feldern ist der direkteste und intensivste Weg, das ländliche Südtirol kennenzulernen. Der Südtiroler Bauernbund betreut mehr als 1600 Betriebe unter der Dachmarke Roter Hahn (Tel. 04 71 99 93 25 | roterhahn.it).

Notfälle und Sicherheit

Diplomatische Vertretungen

Honorarkonsulat der Bundesrepublik Deutschland

Doktor-Streiter-Gasse 12 | 39100 Bozen | Tel. 04 71 97 21 18

Österreichisches Generalkonsulat

Piazza del Liberty 8/4 | 20121 Mailand | Tel. 0 27 78 07 80

Generalkonsulat der Schweiz

Via Palestro 2 | 20121 Mailand | Tel. 0 27 77 91 61

Gesundheit

EU-Bürger können in Südtirol den allgemeinen staatlichen Gesundheitsdienst in Anspruch nehmen. Als Nachweis für eine Versicherung gilt die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC (ehic.europa.eu) bzw. eine provisorische Ersatzbescheinigung. Krankenhäuser unter sabes.it.

Notruf

Auch in Südtirol gilt die Notrufnummer 112.Über sie erreicht man die Notrufzentrale, die – je nach Notsituation – die jeweils zuständigen Institutionen (Feuerwehr, Polizei, Bergrettung, Abschleppdienst) alarmiert. Nicht vergessen: Nicht selten hast du im Gebirge keinen Handy-Empfang, daher ist es wichtig, im Hotel oder an anderer Stelle Informationen über dein Ziel zu hinterlassen, wenn du zum Wandern in die Berge aufbrichst.

  1. Vorbereitung
  2. Ankommen
  3. Weiterkommen
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  5. Notfälle und Sicherheit