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Spanien

Check-in

Der letzte Leuchtturm, das letzte Stück Land. Hoch oben am Ende des Sträßchens peitscht der Wind über Klippen und Ginstersträucher. Hinter den Nebelhörnern liegen die schönsten Aussichtspunkte, jeder Felsbuckel kommt einem Thron über dem Atlantik gleich. Die See kocht und gurgelt, in der Ferne kämpft ein Fischerboot gegen die Wellen. Kap Fisterra, das "Ende der Welt" im äußersten Nordwesten der Iberischen Halbinsel, ist ein magischer Platz, der die Zeit vergessen lässt, von dem man sich nicht losreißen mag - und davon gibt es in Spanien viele.

Was hat dieses Land, in das Österreich sechsmal hineinpassen würde, nicht alles zu bieten: pulsierende Städte und hohe Berge, Schlösser, Burgen und Klöster, rauschende Fiestas, den Jakobsweg, das maurische Erbe in Andalusien, Nationalparks, goldgelbe Strände, Tausende Küstenkilometer insgesamt. Was für Kontraste! Es gibt viele gute Gründe für eine Reise. Ob individuell oder pauschal, ob für einen kurzen Citytrip in die Weltstädte Madrid und Barcelona oder ein paar warme Wochen lang ans Mittelmeer.

Landschaften und Kultur sind kaum auf einen Nenner zu bringen: hier die mediterrane Milde, dort die wilde Atlantikküste, im Süden Wildwestkulissen und weiße Dörfer, im Zentrum die karge Hochebene von Kastilien, im Nordosten die eisgekrönten Gipfel der Pyrenäen. Die Küsten von València sind von Orangenplantagen durchsetzt, im Norden Andalusiens wellen sich Olivenbaumhaine über die Hügel, weiter südlich kratzt die Sierra Nevada mit fast 3500 m an den Wolken. Im Winter setzt sie weithin sichtbare Schneekränze auf und lockt - wenngleich oft künstlich mit Schneekanonen unterstützt - Skisportfans auf ihre Pisten. Nach Osten hin senken sich die Berge zum Meer und gehen bei Almería in ein rotbraunes Halbwüstenszenario mit Büschelbewuchs und Kakteen über.

Spanien überrascht in jedem Winkel - sogar die Spanier selber, die ebenso wie auswärtige Besucher immer öfter vom puren Badeaufenthalt in sattgrüne Täler und Berge abdriften. Statt Kokosöl- und Sangriaschwaden des Strandliegennachbarn atmen Urlauber den würzigen Duft von Gebirgskräutern ein, genießen die ländliche Ruhe und Idylle, durchwandern Kiefern- und Korkeichenwälder, radeln über umfunktionierte alte Bahntrassen oder beobachten Adler und Geier.

Ob in Andalusien, Galicien oder Navarra: Zurück zur Natur ist ungebrochen trendy, was Übernachtungsangebote aus dem Boden hat schießen lassen, die nichts mit manch zubetoniertem Küstenabschnitt gemein haben. Alte Dorfhäuser und Gehöfte sind zu rustikalen Unterkünften umgebaut worden, Boutique- und Landhotels pflegen Stil und Flair. Da fühlt sich der Gast noch als Gast, was gleichermaßen für Wellnessoasen wie für Reiterferien auf Fincas gilt. Wer es abenteuerlicher mag, setzt auf Höhlentrips und Canyoning.

In die Reihe spanischer Neu- und Wiederentdeckungen gehört auch das große Erlebnis des Mittelalters: eine Tour auf dem Jakobsweg, dem Camino de Santiago, zur letzten Ruhestätte des Apostels Jakobus im galicischen Santiago de Compostela. Ob dort wirklich der "wahre Jakob" begraben liegt, ist nicht erwiesen, doch Abenteuerlust und Glaube versetzen Berge. Ab dem Alto de Ibañeta, dem wichtigsten Pyrenäenpass, zieht sich diese weltweit einzigartige Kulturroute rund 750 km weit gen Westen, von Klöstern, Kirchen und Burgen gesäumt, durch Weingärten und traumhafte Steindörfer. Zu den Highlights am Weg zählen die gotischen Kathedralen von Burgos und León. Der Weg ist durchgehend mit dem Symbol der Jakobsmuschel ausgewiesen, Pilgerherbergen bieten Wanderern und Radlern Unterkunft. Auch für motorisierte Reisende ist die Strecke bestens zu bereisen.

Knapp 60 Mio. Besucher pro Jahr können sich nicht irren: Auf gut 500000 km2 stoßen sie in España auf eine Vielfalt, die schwer zu toppen ist und schon zahlreiche Literaten in ihren Bann geschlagen hat. In Pamplona fand sich der Franzose Victor Hugo "plötzlich in einem der schönsten Kreuzgänge wieder, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe", die Dekors der Alhambra von Granada verglich der Däne Hans Christian Andersen bei seinem Besuch mit einer Tüllstickerei aus Stein, in der Kathedrale von Santo Domingo de la Calzada sah der Niederländer Cees Nooteboom "den schönsten Hühnerstall der Welt". Und das war keine Einbildung, den Käfig mit leibhaftigem Federvieh gibt es nach wie vor! Nicht minder verwundert die "Weinquelle" bei Estella, wo im Hahnumdrehen in der Tat kostenlos Wein hervorschießt. Oder ein Gewerbegebiet bei Logroño, wo sich die Pforten des exzellenten Kunstmuseums Würth öffnen. Oder in Madrid die Terrasse des Zirkels der Schönen Künste, wo Sie mitten im Zentrum über den Dächern der Hauptstadt stehen.

Nirgendwo in Spanien kommt die Pflege von Gaumen und Magen zu kurz. Für leibliche Genüsse nehmen sich die Einheimischen ausgiebig Zeit. In der Rioja und im Duerogebiet reifen vorzügliche rote Spitzenweine, Galicien ist für seine weißen Albariños bekannt, das andalusische Jerez de la Frontera für seine Sherrys und Brandys. Klassiker der Küche sind kalte und warme Appetithäppchen, die Tapas oder - im Baskenland, der Heimat vieler Spitzenköche - pintxos heißen. Diese Schlemmerkleinkunst indes ist nur das Vorspiel für Lammkoteletts und geschmorten Stierschwanz, für Tintenfisch und Paella und eine Fülle weiterer, ideenreicher Köstlichkeiten.

Spaniens Zutaten überzeugen nicht nur beim Trinken und Essen. Der Süden des Landes lockt mit über 300 Sonnentagen pro Jahr. An den Mittelmeerküsten gilt nach wie vor: Wer Fun will, bekommt Fun. Torremolinos, Benidorm und Lloret de Mar zählen zu den unverwüstlichen Klassikern und bersten vor Musicbars, Diskos, Paarungslust und sommerlichem Highlife. Wer hierhin reist, weiß, was er will. Gleiches gilt für jene, die nach Madrid und Barcelona reisen. Die Metropolen buhlen um die Gunst der Besucher, jede begeistert durch ihre eigene, unverwechselbare Art: Madrid mit dem lockeren Open-Air-Ambiente um die Plaza Mayor und musealer Hochkultur wie dem Prado, Barcelona mit einem Bummel über die Rambles und der bislang unvollendeten Sagrada Família des katalanischen Meisterarchitekten Antoni Gaudí. Die gigantische Sühnekirche zählt ebenso zum Welterbe der Unesco wie eine Reihe bekannter und weniger bekannter Stätten, die sich kreuz und quer über das Land verteilen und eigene Reisen wert sind. Im sonnendurchfluteten Süden geht Kunst- und Kulturliebhabern ohnehin das Herz auf: Die Alhambra in Granada und die Mezquita in Córdoba, erbaut von den Mauren, zählen zu den Höhepunkten in ganz Europa. Zwischen 711 und 1492 waren die orientalischen Besatzer auf der Iberischen Halbinsel präsent - und in jener Zeit wesentlich weiter entwickelt als die Spanier.

Das Land weist aber nicht nur Spuren einer prachtvollen Vergangenheit auf, sondern steckt inmitten der Moderne. Unübersehbar sind neue Museen, avantgardistische Restaurants, Designhotels. Doch ebenso gibt es eine neue Protestkultur gegen Politik, Banken, Korruption. In einer Zeit anhaltender Krise, die Millionen in die Arbeitslosigkeit gestürzt hat, während die Mächtigen in Luxus schwelgen und sich aus öffentlichen Kassen bedienen, lassen sich die Spanier von ihren Landsleuten in führenden Positionen nicht mehr alles gefallen. Dazu trägt bei, dass sich das Land mit seinen unterschiedlichen Sprachen und Volksgruppen alles andere als homogen zeigt. Städte und Gemeinden wollen in Konkurrenz zu anderen den Fokus auf sich gerichtet sehen. Wer ist die Schönste, wer hat das Größte im ganzen Land? Seht her, was Barcelona kann und Madrid nicht! Oft dringt dergestalt das regionale Selbstbewusstsein von Basken, Galiciern und Katalanen durch.

Allen Annäherungen an Mitteleuropa und EU-Bestimmungen zum Trotz: Das südländische Lebensgefühl hat sich bisher über die Zeiten gerettet, und immer noch liegen Welten zwischen Spanien und Zentraleuropa. Nicht nur mit Blick auf das soziale System, das bei der persönlichen Absicherung eine Katastrophe ist. In Spaniens Arenen befördert man unverändert Stiere ins Jenseits - Katalonien immerhin hat dem ein Ende gesetzt -, viele Einheimische halten an der Zauberformel des ewigen mañana fest. Traditionen, Widersprüche, kultiviertes Chaos, provinziell versus universell, ein Schuss Exotik: All dies gibt dem Land seine besondere Note.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Die romanische Burg im Ortskern von La Bisbal d'Emordà war einst Sitz der Bischöfe. Sehenswert sind außerdem die zweibogige mittelalterliche Brücke "Pont Vell" über den Riu Daró und das…
Seit man 813 die Gebeine des Apostels Jakobus d. Ä. entdeckte, ist die Stadt nach Jerusalem und Rom der drittwichtigste Wallfahrtsort der Christenheit. Hier findet man grandiose Kirchen, allen voran…
Das festungsartige Herrenhaus, erbaut um 1700, mit Hauskapelle, Weinkeller, Stallungen, Gesindekammern und noblen Salons, vermittelt einen Eindruck vom einstigen Feudalleben.
In der Calle San Francisco stehen sich mehrere Stadthäuser von schlichter Eleganz gegenüber. Ihre wunderbaren, für die Kanaren typischen, fein gedrechselten Holzbalkone, die wie Galerien außen an…
Südlich der Stadtgrenze von València beginnt dieser reizvolle Naturpark mit Sümpfen und Reisfeldern. Im Mittelpunkt steht der weitläufige Albufera-See. Die vielgestaltige Vogelwelt – u. a. mit…
Unter dieser Bezeichnung versteht man die Gesamtheit der Dattelpalmenpracht von Elche, verteilt auf mehrere Bereiche und Gartenanlagen. Der frequentierteste Palmenpark beginnt gleich hinter den…
Javier Padura hat bei zwei der größten Köche Spaniens gearbeitet: bei Martín Berasátegui und Ferran Adrià.
Das elegante Clubhotel am Rand der Steilküste ist als weitläufiges Ensemble mit Bungalows im kanarischen Stil gestaltet und eingebettet in eine üppig angelegte und gut gepflegte Grünanlage mit…
Die lang gestreckte, schmale und schroffe Halbinsel ist ein absolutes Muss und stark besucht. In den frühen Morgen- und den späten Nachmittagsstunden besteht eine Chance für weniger Verkehr auf der…
Nordwestlich von Málaga liegt die Garganta del Chorro oder Desfiladero de los Gaitanes, eine spektakuläre Schlucht, vom Guadalhorce durchflossen.
Gäbe es den Titel des "kanarischsten" aller Orte, das in der Nordcumbre gelegene Städtchen hätte ihn garantiert verdient. Architektur, Religiosität, kulinarische Genüsse - alles hat hier eine…
Top-Strandareal im äußersten Norden, das wegen seines feinen Sandes und des klaren Wassers allseits gerühmt wird. Die Strandgebiete schirmen nach Westen hin jenen flachen Landfortsatz ab, der wie…
Gleich hinter dem Meer befindet sich eine große Ausgrabungsstätte, die auf Spuren menschlichen Lebens vor 6000 Jahren hinweist. Münzfunde belegen, dass hier später Griechen siedelten, gefolgt von…
Hier enden die Pyrenäen. Der Park umfasst ein Gebiet, das beinahe die gesamte Halbinsel zwischen El Port de La Selva und Roses einnimmt. In den Bergen gibt es zahlreiche, gut ausgeschilderte…
Obwohl etwas größer als Maó, legt Ciutadella einen gemächlicheren Lebensrhythmus an den Tag als die quirlige Konkurrenzmetropole. Die Menschen scheinen hier mehr Zeit zu haben als im geschäftigen…

Reisezeit

Januar
sehr gut
8°C
Februar
sehr gut
11°C
März
sehr gut
18°C
April
sehr gut
22°C
Mai
sehr gut
27°C
Juni
sehr gut
31°C
Juli
sehr gut
30°C
August
sehr gut
25°C
September
sehr gut
19°C
Oktober
sehr gut
12°C
November
sehr gut
9°C
Dezember
sehr gut
2°C

Die beste Reisezeit für Spanien sind die Monate Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 18° Celsius erreicht. Der sonnigste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 13 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur im kältesten Monat bei lediglich 2° Celsius bei 7 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 18° Celsius und die Nachttemperatur bei 8° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 6 Tagen. Die regenreichsten Monate sind März und November.

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Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Die beiden Hauptrouten führen über Paris und Bordeaux nach Nordspanien und Madrid sowie über Lyon-Nîmes ans Mittelmeer und nach Südspanien. Autobahnen in Frankreich sind mautpflichtig, in Spanien gibt es mautpflichtige Autobahnen (autopistas) und gebührenfreie Schnellstraßen (autovías).

Bahn

Die Bahnanreise nach Spanien erfolgt über Paris oder über Genf-Lyon und erfordert mehrfaches Umsteigen. Durch Frankreich geht es am schnellsten mit dem Superschnellzug TGV, für den Platzkarten unerlässlich sind. Wer über Paris reist, muss ausreichend Zeit für den Bahnhofswechsel einplanen. Die Fahrt von Berlin nach Madrid dauert um 24 Stunden, von München nach Barcelona geht es in 14 bis 16 Stunden.

Bus

Nach festen Fahrplänen verkehren die Europabusse (www.eurolines.de, www.eurolines.ch), die von vielen Städten Deutschlands und der Schweiz aus diverse spanische Ziele ansteuern. Es gibt Preisnachlässe für Studenten, Senioren, Kinder und Jugendliche; auch Frühbuchertarife lohnen den Check. Allerdings ist die Anreise sehr zeitaufwendig.

Flugzeug

Ein dichtes Streckennetz in Spanien bedient Air Berlin; österreichischer Kooperationspartner ist Niki. Weitere Fluglinien, die Spanien ansteuern, sind u. a. Lufthansa/Germanwings und Ryanair. Gute Vergleiche zu Flugpreisen und Verbindungen u. a. unter www.fluege.de und www.opodo.de.

Auskunft

Spanisches Fremdenverkehrsamt

- Lietzenburger Str. 99 | 10707 Berlin | Tel. 030 8826543

- Walfischgasse 8 | 1010 Wien | Tel. 01 512958011

- Seefeldstr. 19 | 8008 Zürich | Tel. 0442536050

- www.spain.info

Auto

Höchstgeschwindigkeit 50, auf Landstraßen 90, teilweise 100 km/h, auf Schnellstraßen und Autobahnen 120 km/h, vereinzelt 130 km/h; die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger bei 0,3. Vorgeschrieben ist das Mitführen von zwei Warndreiecken und einer Warnweste. Privates Abschleppen ist verboten, es muss immer ein Abschleppdienst (servicio de grúa) gerufen werden. Die Strafen selbst für kleinere Verfehlungen sind drakonisch. Wer seinen Wohnsitz nicht in Spanien hat, muss die Geldstrafe direkt vor Ort begleichen, anderenfalls kann das Fahrzeug von der oftmals harsch agierenden Polizei stillgelegt werden.

Camping

Campingplätze finden sich vor allem an den Küsten; manche Anlagen im Hinterland sind noch echte Geheimtipps. Einige Plätze, die Hütten oder fest installierte Mobilhomes vermieten, sind - vor allem zu mehreren Reisenden - eine preisgünstige Unterkunftalternative. www.campingsonline.com, www.campinguia.com

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft Madrid

Fortuny 8 | Tel. 915579000 | www.spanien.diplo.de

Österreichische Botschaft Madrid

Paseo de la Castellana 91 | Tel. 915565315 | www.bmeia.gv.at/botschaft/madrid

Schweizer Botschaft Madrid

Núñez de Balboa 35 a | Edificio Goya | Tel. 914363960 | www.eda.admin.ch/madrid

Einreise

Personalausweis genügt. Kinder müssen über ein eigenes Reisedokument verfügen. Bei der Einreise aus Schengen-Ländern findet normalerweise keine Ausweiskontrolle statt.

Eintrittspreise & Rabatte

Die Eintrittspreise in Museen und Monumente sind abhängig vom jeweiligen Bekanntheitsgrad und reichen von etwa 2,50-4 Euro in kleineren Städten bis zu 5-8 Euro in größeren Städten. Aber es gibt viele Ausnahmen! Extrem teuer ist es in Barcelona, wo der Basisbesuch der Sagrada Família 14,80 Euro und der Eintritt in die Casa Batlló von Antoni Gaudí stolze 21,50 Euro kostet. Auch Familienziele wie Wasser- und Freizeitparks sowie Aquarien verlangen nach einem größeren Budget. Preisnachlässe gibt es in der Regel für Kinder (niños), Studenten (estudiantes) und Rentner (jubilados). Einzelne Museen haben einmal in der Woche, entweder ganztägig oder zu bestimmten Stunden, freien Eintritt. In Städten ist oft eine "Tourist Card" o. ä. erhältlich, deren Kauf sich für jene lohnt, die viele Kulturziele auf dem Plan haben.

Geld & Kreditkarten

Kreditkarten sind weit verbreitet, vor allem Visa. Geldautomaten (cajeros automáticos) sind überall in großer Zahl vorhanden.

Gesundheit

In Spanien gilt die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC. Freie Arztwahl gibt es allerdings nicht, zuständig ist das nächste Gesundheitszentrum (centro de salud). Die Notfallabteilung im Krankenhaus (hospital, clínica) heißt emergencias. Wer sichergehen will, schließt zusätzlich eine Reisekrankenversicherung ab.

Internetzugang & Wlan

Internetcafés kosten meist 1 bis 2 Euro pro 30 Minuten. In öffentlichen Bibliotheken ist der Zugang im Normalfall kostenlos (Ausweis nicht vergessen!), doch die Geräte können alt und die Wartezeiten lang sein. WLAN heißt auf Spanisch wifi und wird in vielen Hotels angeboten, zum Teil allerdings gebührenpflichtig. Ansonsten gibt es mancherorts kostenfreie wifi-Zonen.

Mietwagen

Die internationalen Autoverleiher haben Vertretungen an allen Flughäfen, in Städten und größeren Urlaubsorten. Wochenpreise (inkl. Freikilometer und Basisversicherung) für kleine Modelle beginnen je nach Region und Saison bei etwa 90-100 Euro. In der sommerlichen Hochsaison können sich die Preise verdoppeln. Häufig müssen Sie vor Übernahme des Fahrzeugs die Tankfüllung bezahlen. Das Auto können Sie dann zwar mit leerem Tank zurückbringen, doch das vorab Kassierte ist deutlich teurer.

Notruf

Landesweit Tel. 112

Öffentliche Verkehrsmittel

Fortbewegungsmittel Nummer eins ist der Bus - zuverlässig und recht günstig. Jede Stadt verfügt im Normalfall über einen Busbahnhof (estación de autobuses). In Ferienzeiten empfiehlt sich der Vorabkauf des Tickets. Gleiches gilt für die Bahn. Der Superschnellzug AVE (www.renfe.com) garantiert gute Langstreckenverbindungen zwischen den Metropolen (von Madrid nach Barcelona weniger als drei, nach Sevilla zweieinhalb Stunden), ansonsten müssen Sie mit zuweilen langwierigen Umsteigeverbindungen rechnen. Im Norden verkehren neben den Renfe-Züge die Schmalspurbahnen der Feve (www.feve.es). In Madrid und Barcelona geht es sehr gut mit der Metro voran.

Öffnungszeiten

Es gibt keine geregelten Ladenschlusszeiten. Überwiegend sind die Geschäfte montags bis freitags von 9.30 oder 10 bis 13.30 oder 14 und von 16.30 oder 17 bis 20 Uhr geöffnet, samstags mitunter nur vormittags. Manche Geschäfte in Touristenorten und generell Großsupermärkte haben durchgehende Öffnungszeiten. Museen und Monumente ändern bis zu sechsmal jährlich ihre saisonalen Öffnungszeiten; montags und sonntagnachmittags haben viele geschlossen.

Post

Die Postgebühren für internationale Briefe bis 20 g und Postkarten sind gleich und erhöhen sich in der Regel zu Jahresbeginn. Briefmarken gibt es auch in Tabakwarenläden (estancos).

Telefon & Handy

Für Auslandsgespräche 00 und die Landeskennzahl wählen (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41), die Ortsvorwahl ohne die erste Null und dann die Telefonnummer. Vorwahl nach Spanien: 0034, dann direkt die komplette Rufnummer. Das eigene Handy lässt sich problemlos benutzen, wählt aber automatisch den frequenzstärksten Netzbetreiber aus. Telefonläden verkaufen spanische Prepaidkarten. Gebührenpflichtige Nummern beginnen in Spanien mit 807, 901 oder 902.

Trinkgeld

In Restaurants sind fünf Prozent angebracht, wenn Sie zufrieden waren. Spanier geben wenig Trinkgeld. In Bars lässt man allenfalls etwas Wechselgeld liegen. Trinkgeld für Taxifahrer ist nicht üblich.

Unterkunft

Ob im Hotel, Gasthof (hostal) oder der Pension (pensión): Die Unterkunftpreise in Spanien beinhalten meist kein Frühstück (desayuno). Check-out-Zeit ist überwiegend um 12 Uhr. In Katalonien erheben Unterkünfte eine Touristensteuer (tasa turística).

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Waren für den privaten Verbrauch frei ein- und ausgeführt werden. www.zoll.de

Events, Feste & mehr

Nationale Feiertage

1. Jan.

Año Nuevo

6. Jan.

Reyes Magos

März/April

Karfreitag (Viernes Santo)

1. Mai

Fiesta del Trabajo

15. Aug.

Asunción de la Virgen

12. Okt.

Día de la Hispanidad

1. Nov.

Todos los Santos

6. Dez.

Día de la Constitución

8. Dez.

Inmaculada Concepción

25. Dez.

Navidad

Allgemein

Regional unterschiedlich kommen zusätzliche Feiertage wie Gründonnerstag, Ostermontag und der Jakobustag 25. Juli dazu. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, wird er häufig am Montag nachgeholt.

Feste & Veranstaltungen

Januar

Reyes Magos: am 5. Jan., Vorabend des Dreikönigstags, vielerorts bunte Umzüge

Am 20. Jan. Stadtfest in San Sebastián mit der 24-stündigen Trommelparade tamborrada

Februar/März

Einer der Festpole des Karnevals ist Cádiz, wo man besonders ausgelassen feiert. Eine weitere Karnevalshochburg ist Águilas in der südspanischen Region Murcia.

19. März

Bei den Fallas de València gehen Hunderte Kolossalfiguren aus Holz und Pappmaché in Flammen auf.

Ostern

Semana Santa (Karwoche): Bei zahlreichen Prozessionen sind Laienbruderschaften in gespenstischen Aufzügen unterwegs und schleppen Aufbauten mit tonnenschweren Standbildern durch die Straßen. In Sevilla, Málaga, Granada, Cuenca, Valladolid und León erlebt man die Karwoche besonders ergreifend. In Calanda in Aragonien, in Hellín und in Tobarra (beide in der Provinz Albacete) kommt es zu gigantischen Trommelparaden (tamborradas). In San Vicente de la Sonsierra (La Rioja) sind Geißler unterwegs.

April

Ganz Sevilla steht im Zeichen der Feria de Abril auf einem riesigen Festgelände.

Historienspektakel Moros y Cristianos ("Mauren und Christen") in Alcoi in der Provinz Alicante

Mai

Mitte Mai Pferde-Feria in Jerez de la Frontera

Pfingsten

Massenwallfahrt mit geschmückten Karren und Traktoren ins andalusische El Rocío

Juni

24. Juni: San Juan, das Mittsommerfest, geht vielerorts mit großen Feuern einher, die man in der Nacht zuvor entzündet. Besonders beeindrucken die "Feuerläufer" von San Pedro Manrique (Kastilien-León), die barfuß über einen Glutteppich laufen.

29. Juni: Die "Weinschlacht" Batalla del Vino bei Haro (La Rioja) verläuft nicht kriegerisch, sondern als Massengaudi mit einigen Zehntausend Litern Munition.

Juli

6.-14. Juli: Fiesta de San Fermín in Pamplona; ab 7. Juli jeden Morgen Stiertreiben durch die Altstadt

Beim Stelzentanz von Anguiano um den 22. Juli stürzen sich waghalsige Männer auf Stelzen zu Musik und in bauschigen Röcken eine Dorfgasse hinunter.

Stadtfest mit Konzerten und Feuerwerk in Santiago de Compostela um den Gedenktag des hl. Jakobus (25. Juli)

Ende des Monats musikalisches Low-Cost-Festival in Benidorm u. a. mit Indie, Pop und Rock

August

Flamencofestival Cante de las Minas in La Unión in der Region Murcia

Mysterienspiel Misterio de Elche der Stadt Elx am 14./15. Aug.

September

Um den 20. Sept. Weinfest in Logroño (La Rioja)

Silvester

Jahreswechselfiesta in Madrid: Zu jedem der von der Puerta del Sol im Fernsehen übertragenen zwölf Glockenschläge isst man eine Weintraube - das soll Glück bringen!

Bloss nicht

Lärmempfindlich sein

Typisch südländisch, dass es in Spanien laut zugeht. Armadas an Mofas knattern durch die Gassen, in den Kneipen dröhnen die Fernseher, Plätze erbeben unter fröhlichem Palaver, Open-Air-Konzerte beginnen kurz vor Mitternacht - später dröhnen Reinigungsfahrzeuge durch die Altstädte. Unter den Einheimischen stört das kaum jemanden. Wer als Auswärtiger Ruhe sucht, sollte mit Bedacht sein Hotelzimmer auswählen. Faustregel: weit oben und nach hinten heraus.

Auf Verkehrsregeln verlassen

Regeln sind eine Sache, ihre Einhaltung eine andere. Wer als Fußgänger bei Grün oder über den Zebrastreifen geht, sollte sich vergewissern, dass wirklich kein Fahrzeug kommt bzw. dass die Fahrer willig sind anzuhalten. Spanische Steuerhalter, speziell Taxi- und Busfahrer, zeigen sich vielfach respektlos und scheren sich wenig um Zebrastreifen. Seien Sie stets auf der Hut und fordern Sie nicht unter Lebensgefahr Ihr Recht ein!

Auf Profibettler hereinfallen

In größeren Städten sitzen vor Kirchenportalen oft ärmliche Gestalten, Straßenmusiker sehen bedauernswert aus - doch das ist oft nur Show. Nach "Dienstschluss" zieht man das Handy hervor und setzt sich ins nahebei geparkte Auto.

Das Kleingedruckte übersehen

Auf Speisekarten in Restaurants und in Preisaushängen von Hotels steht oft ganz klein zu lesen "IVA no incluido". Will heißen: IVA, die Abkürzung der spanischen Mehrwertsteuer, ist hier nicht inbegriffen. Dies passiert in Spanien häufig. In Restaurants und Hotels bezahlt man zehn Prozent IVA zusätzlich, ansonsten 21 Prozent. Gelegentlich ist die Steuer jedoch eingeschlossen, dann heißt es "IVA incluido". Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie am besten vorher.

Heikle Themen diskutieren

Vermeiden Sie im Gespräch mit Einheimischen, gewisse Aspekte des Landes zu diskutieren: Im Süden ist das der Stierkampf, in Katalonien und im Baskenland eine mögliche Loslösung von Spanien. Dies sind problembehaftete Themenfelder, aus denen man sich als Auswärtiger besser heraushalten sollten. Offener hingegen lassen sich die allgegenwärtige Krise und Korruption ansprechen.

Den Tisch teilen

Freie Plätze an einem halb belegten Tisch im Pub oder Restaurant: Da denkt man gleich an die Frage "Darf ich mich dazusetzen?" Auf keinen Fall in Spanien! Diese Sitte ist nicht nur unbekannt, sondern würde die anderen verstören oder sogar zum baldigen Abmarsch bewegen.

Bücher & Filme

Der zweisprachige Liebhaber

Juan Marsé, einer der schrägsten Erzähler der spanischen Gegenwart, gießt kübelweise Spott über Kataloniens Oberschichtler und Sprachnationalisten aus. Ein Roman voller Sprachwitz und Absurditäten

Kulturschock Spanien

MARCO POLO Autor Andreas Drouve bietet mit diesem Buch einen umfassenden Schlüssel zum Verständnis des Landes. Da geht es um Fiestas und Legenden, Glaube und Aberglaube, Familie und Gesellschaft und natürlich um die Krise

Alles inklusive

Doris Dörries 2014 erschienene Mutter-Tochter-Komödie mit Hannelore Elsner und Nadja Uhl lässt ihre Protagonistinnen in die Sphären eines All-inclusive-Urlaubs an der Costa del Sol eintauchen

Dein Weg

Emilio Estevez' sensibler, leiser Film von 2010 über eine besondere Pilgerschaft: Ein Vater, dargestellt von Hollywoodstar Martin Sheen, geht für seinen verstorbenen Sohn den Jakobsweg durch Spaniens Norden

Ocho apellidos vascos

Regisseur Emilio Martínez Lázaro landete 2014 mit dieser gesellschaftskritischen Komödie um regionale Befindlichkeiten einen Überraschungserfolg - in Spanien ist es der bislang meistgesehene Kinofilm aller Zeiten

Helena oder das Meer des Sommers

Für die Tageszeitung El País zählt dieser leise Roman von Julián Ayesta zu den zehn wichtigsten spanischen Prosawerken des 20. Jhs. Eine berührende Hommage an die Kindheit, aufgezogen an zwei unbeschwerten Sommern an der Küste Asturiens

Vicky, Cristina, Barcelona

Beziehungskomödie von 2008 mit Scarlett Johansson, Penélope Cruz und Javier Bardem, von Woody Allen an Schauplätzen in Barcelona gedreht

Die schwarze Finca

Eduard Freundlingers Kriminalroman mit viel Lokalkolorit spielt in Andalusien und hält mit geschickten Wechseln der Erzählperspektiven die Spannung

2-2 °C
5 h/Tag

Fakten

Einwohner 46.733.038
Fläche 505.990 km²
Sprache Spanisch
Währung Euro
Strom 230 V, 50 Hz
Regierungssystem Parlamentarische Monarchie
Hauptstadt Madrid
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 09:27 Uhr
Zeitverschiebung keine

Anreise

18h 49min
15h 4min
2h 10min
Route planen
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