Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Lärmempfindlich seinMopeds knattern durch die Gassen, in der Bar dröhnt der Fernseher, Plätze erbeben unter Palaver, später lärmen Reinigungsfahrzeuge durchs Zentrum. Wer Ruhe sucht, wählt sein Zimmer mit Bedacht. Faustregel: weit oben und nach hinten raus.
Sich zu Fremden an den Tisch setzenSelbst wenn an einem Sechser- oder Achtertisch nur zwei Stühle besetzt sind: Die Frage „Darf ich mich dazusetzen?“ gilt als distanzlos und übergriffig und bewegt die anderen unter Umständen sogar zum baldigen Abmarsch.
Rechnungen aufschlüsselnDas treibt der Bedienung den Schweiß auf die Stirn und lässt dich als knickrigen Erbsenzähler dastehen. Wer zu mehreren anrückt, bekommt eine gemeinsame Rechnung, die dann durch die Zahl der erwachsenen Teilnehmer dividiert wird. Oder es zahlt – wenn man von Bar zu Bar zieht – immer abwechselnd einer für alle.
Trinkgeld beim Bezahlen ansagenIn Spanien bleibt das Trinkgeld einfach auf dem Tellerchen fürs Wechselgeld liegen. Aufrunden und dann laut verkünden „65 Euro bitte!“ irritiert den Kellner oder die Kellnerin eher. Üblich sind in Restaurants fünf bis zehn Prozent, beim Barbesuch reicht auch eine Münze.
Um 18 oder 19 Uhr Abendbrot verlangenAbendessen gibt es in Spanien frühestens ab acht, eher um neun – im Süden und in den Städten auch noch später – und dann grundsätzlich warm. Belegte Brote bekommen höchstens Schulkinder nach dem Nachmittagsunterricht. Und auch dann wartet zu Hause noch ein warmes Abendessen auf sie.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Imbiss2-3 Euro für ein belegtes Häppchen (montadito bzw. pulga)
Espresso1,20-2,30 Euro für einen café solo
Wein2,50-4 Euro für ein Glas am Tresen der Bar
Fahrrad10-20 Euro für die Miete pro Tag
Benzinum 1,60 Euro für 1 l Super
Bus10-11 Euro für 100 km Überlandfahrt

Feiertage

Regional unterschiedlich kommen zusätzliche Feiertage wie Gründonnerstag, Ostermontag oder der Jakobustag 25. Juli dazu. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, wird er häufig am Montag nachgeholt.

1. Januar

  • Neujahr (Año Nuevo)

6. Januar

  • Hl. Drei Könige (Reyes Magos)

März

  • Valencia: Fallas

März/April

  • Karfreitag/Semana Santa

April

  • Sevilla: Feria de Abril

1. Mai

  • Tag der Arbeit (Día del Trabajo)

6.-14. Juli

  • Pamplona: Fiestas de San Fermín

15. August

  • Mariä Himmelfahrt (Asunción de la Virgen)

12. Oktober

  • Entdeckung Amerikas (Día de la Hispanidad)

1. November

  • Allerheiligen (Todos los Santos)

6. Dezember

  • Tag der Verfassung (Día de la Constitución)

8. Dezembr

  • Mariä Empfängnis (Inmaculada Concepción)

25. Dezember 

  • Weihnachten (Navidad)

Veranstaltungen

Januar

  • Reyes Magos: Am Abend des 5. Jan. ziehen die Hl. Drei Könige durch die Städte und verteilen Geschenke.

Februar

  • ARCO (Madrid): internationale Kunstmesse

März

  • Fallas (Valencia): Beim Stadtfest gehen Hunderte Pappmachéfiguren in Flammen auf und auch sonst lässt man es richtig krachen.

Ostern

  • Semana Santa (vor allem Andalusien und Zentralspanien): Mit Kapuzenmützen schleppen Laienbruderschaften tonnenschwere Standbilder durch die Straßen.

April

  • Feria de Abril (Sevilla): Sevillanas-Tänze, Pferdekutschen und üppig Sherry in einer riesigen Zeltstadt

Mai

  • Festival de los Patios (Córdoba): Blumenpracht in Hinterhöfen

Juni

  • San Juan/Sant Joan (ganz Spanien): Beim Mittsommerfest werden um lodernde Feuer die Nächte durchtanzt.

  • Batalla del Vino (Haro): Massen begießen sich mit Hektolitern Rioja.

Juli

  • San Fermín (Pamplona): wilde Stierhatz und üppig Rotwein

August

  • Tomatina (Buñol): Die Bewohner bewerfen sich mit tonnenweise Tomaten.

  • Misterio de Elche (Elx): Das Mysterienspektakel zählt zum Weltkulturerbe.

  • Marijaia (Bilbao): Stadtfest mit abschließendem Feuerspektakel

September

  • Donostia Zinemaldia (San Sebastián): internationales Filmfestival

Vorbereitung

Auskunft vor der Reise

Spanisches Fremdenverkehrsamt (spain.info):

– Lichtensteinallee 1 | 10787 Berlin | Tel. 030 8 82 65 43 | berlin@tourspain.es

– Walfischgasse 8 | 1010 Wien | Tel. 01 5 12 95 80 10 | viena@tourspain.es

– Seefeldstr. 19 | 8008 Zürich | Tel. 04 42 53 60 50 | zurich@tourspain.es

 

Ankommen

Anreise

Wer mit der Bahn reist, kommt mit dem französischen TGV bzw. dem spanischen Pendant AVE in ca. elf Stunden von Freiburg nach Barcelona und in etwa 17 Stunden von Frankfurt nach Madrid. Einen guten und schnellen Überblick über mögliche Verbindungen – zum Teil auch Bus und Bahn kombiniert – inklusive Buchungsmöglichkeit gibt thetrainline.com. Willst du den Umstieg in Paris per Metro von einem Kopfbahnhof zum anderen vermeiden, wähl eine andere Strecke, z. B. über Mannheim und Lyon oder über Brüssel und Nîmes. Die oftmals günstigste, aber auch zeitaufwendigste Anreisevariante sind Fernbusse (flixbus.de, eurolines.de).

Mit dem Auto führt die Hauptroute je nach Startort nach Nordspanien meist über Paris und Bordeaux, für Fahrten ans Mittelmeer und nach Südspanien über Lyon und Montpellier. Die Autobahnen in Frankreich sind mautpflichtig, in Spanien gibt es mautpflichtige (autopistas) und gebührenfreie (autovías) Autobahnen.

Die wichtigsten Flughäfen sind Madrid, Barcelona, Valencia, Alicante, Málaga, Sevilla, Jerez, Bilbao, Santiago, Girona, Murcia und Almería.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen alle Waren für den privaten Verbrauch frei ein- und ausgeführt werden. Richtlinien hierfür sind u. a. 10 l Spirituosen und 800 Zigaretten. Für Schweizer gelten wesentlich geringere Freimengen.

Weiterkommen

Auto

Höchstgeschwindigkeit innerorts 20, auf Straßen mit einer Fahrbahn für jede Fahrtrichtung 30, mit zwei oder mehr Fahrspuren je Fahrtrichtung 50 km/h, auf Landstraßen 90, teilweise 100 km/h, auf Schnellstraßen und Autobahnen 120 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger bei 0,3.Die Bußgelder sind hoch. Privates Abschleppen ist verboten, es muss immer ein servicio de grúa gerufen werden. In vielen spanischen Städten wurden und werden Umweltzonen eingerichtet – wer ein altes Dieselfahrzeug fährt, sollte sich vorab nach den Bestimmungen erkundigen.

Mietwagen

Die Autoverleiher haben Vertretungen an allen Flughäfen, in Städten und größeren Urlaubsorten. Wochenpreise (inkl. Freikilometer und Basisversicherung) für kleine Modelle beginnen je nach Region und Saison bei etwa 130–140 Euro. In der sommerlichen Hochsaison können sich die Preise verdoppeln. Buch in jedem Fall vor der Reise, am günstigsten über Vermittler wie z. B. billiger-mietwagen.de.

Öffentliche Verkehrsmittel

Fortbewegungsmittel Nummer eins ist der Bus – zuverlässig und recht günstig. Jede Stadt verfügt im Normalfall über einen Busbahnhof (estación de autobuses) für Überlandbusse. In Ferienzeiten empfiehlt sich der Vorabkauf des Tickets. Gleiches gilt für die Bahn (renfe.com, ouigo.com). Der Superschnellzug AVE sowie der Alvia garantieren gute, schnelle Langstreckenverbindungen zwischen den Metropolen (von Madrid nach Barcelona weniger als drei, nach Sevilla zweieinhalb, nach Valencia weniger als zwei Stunden). Speziell für Touristen hat die Renfe den Renfe Spain Pass mit vier, sechs, acht oder zehn innerhalb eines Monats frei wählbaren Reisen aufgelegt. In Madrid und Barcelona geht es sehr gut mit der Metro voran.

Vor Ort

Camping

Campingplätze finden sich vor allem an den Küsten. Einige Plätze, die Hütten oder fest installierte Mobilhomes vermieten, sind – vor allem zu mehreren Reisenden – eine preisgünstige Unterkunftalternative. camping.info, campings.com, campinguia.com

Eintrittspreise & Rabatte

Die Eintrittspreise in Museen und Monumente sind abhängig vom Bekanntheitsgrad und reichen von etwa 3–5 Euro in kleineren Städten bis zu über 20 Euro für die Gaudí-Bauten in Barcelona. Auch Wasser- und Freizeitparks sowie Aquarien langen meist kräftig zu. Bei den Hauptsehenswürdigkeiten empfiehlt sich immer eine Onlinereservierung. Preisnachlässe gibt es in der Regel für Kinder (niños), Studenten (estudiantes) und Rentner (jubilados). Einzelne Museen haben einmal in der Woche, entweder ganztägig oder zu bestimmten Stunden, freien Eintritt. Tourist Cards oder ähnliche Rabattkarten lohnen sich nur, wenn man mehrere Tage an einem Ort bleibt und dort viele Kulturziele auf dem Plan hat.

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten (cajeros automáticos) sind überall vorhanden. Fürs Abheben wird gelegentlich eine Extragebühr – zusätzlich zu der der Heimatbank! – berechnet, die am Bildschirm angezeigt wird. Bis auf wenige Ausnahmen kann man in fast allen Geschäften und Restaurants mit Kreditkarte zahlen.

Internetzugang & WLAN

WLAN heißt auf Spanisch wifi und wird in den meisten Hotels und kostenfrei in vielen öffentlichen Einrichtungen und teils auch auf städtischen Plätzen angeboten. Die Netzabdeckung und die Geschwindigkeit liegt im europäischen Vergleich im oberen Drittel.

Öffnungszeiten

Es gibt keine gesetzlich geregelten Ladenschlusszeiten. Überwiegend sind die Geschäfte montags bis freitags von 9.30 oder 10 bis 13.30 oder 14 und von 16.30 oder 17 bis 20 Uhr geöffnet, samstags teils nur vormittags. Kaufhäuser, Einkaufszentren und große Supermärkte machen keine Mittagspause.

Telefon & Handy

Für Auslandsgespräche 00 und die Landeskennzahl wählen (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41), die Ortsvorwahl ohne die erste Null und dann die Telefonnummer. Vorwahl nach Spanien: 0034, dann direkt die komplette Rufnummer. Innerhalb Spaniens gibt es keine Vorwahlen. Gebührenpflichtige Nummern beginnen in Spanien mit 803–807, 901, 902, 905 oder 907, Nummern mit 800 oder 900 am Anfang sind gebührenfrei.

Trinkgeld

Empfohlen werden fünf bis zehn Prozent, wobei Spanier eher fünf Prozent geben. In Restaurants und Bars wird das Trinkgeld auf dem Teller mit dem Wechselgeld liegen gelassen. Taxifahrer und Zimmermädchen freuen sich ebenfalls über einen kleinen Obolus.

Unterkunft

Ob im Hotel oder Gasthof (hostal): Die Unterkunftpreise in Spanien beinhalten meist kein Frühstück (desayuno). Check-out-Zeit ist überwiegend um 12 Uhr. In Katalonien erheben Unterkünfte eine Touristensteuer (tasa turística).

Strände

Mit mehr als 3000 Stränden ist Spanien ein Paradies für Wasserratten, an rund 650 davon weht die Blaue Flagge (Bandera Azul) – häufiger als sonstwo in der Welt. Die Infrastruktur mit Sanitäreinrichtungen und Rettungspersonal ist in allen touristischen Zentren gut bis sehr gut.

Notfälle und Sicherheit

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft Madrid

Fortuny 8 | Tel. 9 15 57 90 00 | madrid.diplo.de

Österreichische Botschaft Madrid

Paseo de la Castellana 91 | Tel. 9 15 56 53 15 | bmeia.gv.at/botschaft/madrid

Schweizer Botschaft Madrid

Núñez de Balboa 35 a | Edificio Goya | Tel. 9 14 36 39 60 | eda.admin.ch/madrid

Gesundheit

In Spanien gilt die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC, mit der Urlauber im Notfall im nächsten staatlichen Gesundheitszentrum (centro de salud) oder in der Notfallabteilung (urgencias) der staatlichen Krankenhäuser behandelt werden. In einigen Ferienorten gibt es deutschsprachige Ärzte, bei denen eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse vorab geklärt werden muss. Wer sichergehen will, schließt eine Reisekrankenversicherung ab.

Notruf

 Tel. 1 12

  1. Vorbereitung
  2. Ankommen
  3. Weiterkommen
  4. Vor Ort
  5. Notfälle und Sicherheit