Schwarzwald

Überblick

Entdecken Sie den Schwarzwald!

Alpine Gipfel im Süden, Schluchten und verwinkelte Täler in der Mitte, anmutige Hügelkämme im Norden: Das ist der Schwarzwald, Deutschlands prominentestes und meistbesuchtes Mittelgebirge. Wie eine Burg, ein allerdings freundlicher Brocken aus Granit und Buntsandstein, bewacht es den südwestlichsten Winkel des Landes, zwingt den jungen Rhein zu einem umständlichen Bogen bis Basel und ins Elsass hinein, ragt stolz und steil aus der sonnenüberfluteten Rheinebene auf und verläuft sich im Osten in sanften Wellen Richtung Schwabenland.

Diese prachtvolle Landschaft, eine gute Luft und wunderbare Küche sind immer noch die drei tragenden Säulen des Fremdenverkehrs, doch darüber hinaus haben die Themen Gesundheit, Sport, Erlebnisparks, bäuerliches Leben und Kultur ganz stark an Gewicht gewonnen. Aus dem heilklimatischen Kurwesen – lange mit dem Charme der Wadenwickel umgeben – ist die Wellness- und Beautybewegung entstanden, mit Schwerpunkten im Nordschwarzwald und seinen Ausläufern Richtung Oberrhein.

Derweil erlebt die Region in diesen Jahren eine interessante Entwicklung. Eine junge, selbst- und naturbewusste Generation wächst nach, die stolz ist auf ihre Heimat – und auf ihre Sprache. Besonders durch den Süd- und den Hochschwarzwald sehen Sie junge Frauen mit T-Shirts spazieren, auf denen in leuchtenden Buchstaben „Schwarzwaldmädel“ oder „Guzzischnitte“ steht. Letzteres bedeutet aus dem Alemannischen übersetzt Marmeladenbrot, bezeichnet im übertragenen Sinne aber auch allerlei anderes Verführerische zum Anbeißen.

Dieses Selbstbewusstsein hatten die Schwarzwälder nicht immer: „Der Schwarzwald war vor allen Dingen immer das, was man in ihm sehen wollte“, schreibt der Schriftsteller Jens Schäfer in seiner Gebrauchsanweisung für die Region. Die „Black-Forest-Big-Five“ lauteten in den letzten Jahrzehnten daher Kuckucksuhr, Bollenhut, Schinken, Kirschtorte und -wasser. Mittlerweile schämt man sich nicht mehr für dieses Heimatfilm-Image, sondern sagt vielmehr: Verdammt, hier ist es doch echt schön! Die Kirschtorte schmeckt prima, das Wässerle eh, kochen können wir granatenmäßig und jeden Abend ist es beim Wetterbericht nirgendwo so warm wie links unten. Selbst der Kuckuck zieht zuweilen um: Puristische Formen in knalligen Farben hängen an der Wand neben dem altbewährten Piepmatz-Domizil. Originale sind es dennoch, das Geschäft mit der modernen Tradition läuft prächtig. Und sogar aus den schlichten Ferien auf dem Bauernhof ist inzwischen eine neue Urlaubsform geworden, die wohl „Ökourlaub“ heißen könnte. Es scheint, als gelinge es dem Schwarzwald gerade, seine Klischees in Stärken zu verwandeln.

Insgesamt erstreckt sich diese starke Region auf rund 160 km Länge. Richtung Rheinebene wird der Wald regelmäßig durchbrochen von aufsässigen kleinen Flüssen und ihren malerischen, teils wildromantischen Tälern. Erdgeschichtlich gesehen ist der Schwarzwald das Ergebnis eines tektonischen Rülpsers, im Tertiär emporgehoben und später, in der Eiszeit, teilweise wieder abgeschmirgelt und gerundet. Von West nach Ost erreicht der Schwarzwald im Süden eine Breite von fast 60 km, im Norden verjüngt er sich zu einer schmalen Gebirgszunge von gerade noch 20 km Breite.

Rund 60 Prozent des Schwarzwalds sind bewaldet, vorwiegend mit der typischen Fichte. Fälschlicherweise wird diesem Baum wegen seiner finsteren Miene die Patenschaft für den Namen vom schwarzen Wald zugeschrieben. Doch als die Römer, auf die diese Bezeichnung zurückgeht, im 1. Jh. n. Chr. zum ersten Mal an den südlichen Ausläufern des Gebirges auftauchten, fanden sie vorwiegend lichte Buchen-, Eichen- und Kastanienwälder vor und nur auf den Höhen Tannen und Fichten. Dass die römischen Geschichtsschreiber trotz des grünen Buchenwalds vom schwarzen Wald sprachen, liegt daran, dass sie von Beschaffenheit und Bewohnern dieses Gebirges keinerlei Kenntnisse hatten, es deshalb als unbeschriebenen und somit schwarzen Fleck auf ihren Karten verzeichneten. Die Römer haben nie einen ernsthaften Besiedlungsversuch unternommen, aber sie haben die Thermalquellen im Rheintal entdeckt und genutzt, und den Weinbau hinterlassen, Erbstücke, von denen die Region heute noch bestens lebt.

Kelten in der vorrömischen und Alemannen in der nachrömischen Zeit gelten als die frühesten Eroberer des Schwarzwalds. Archäologisch greifbare Spuren haben sie nur in der Vorbergzone hinterlassen. Die mühsame Besiedlung einzelner Täler durch Mönchsorden im frühen Mittelalter hat in teilweise grandioser Lage imposante Klosterbauten hervorgebracht. Den Mönchen folgten bäuerliche Kleinsiedler, ab dem 12. Jh. gründeten süddeutsche Adelsfamilien zur Festigung ihrer Gebietsansprüche systematisch Städte. Im Spätmittelalter bildeten sich eigenständige Handwerkszweige aus. Am bekanntesten, und noch heute von Bedeutung, sind die Uhrmacher, die Glasbläser, die Geigenbauer, die Köhler und die Flößer.

Durch den Schwarzwald können Sie sich nicht bewegen, ohne auf Schritt und Tritt auf Spuren dieser Besiedlungs- und Kulturgeschichte zu stoßen. Das sind nicht nur die berühmten Klöster, das sind auch die mächtigen Schwarzwaldhöfe, die unter ihren weit heruntergezogenen Walmdächern ruhen. Und das sind genauso das klappernde Mühlrad und all die traditionellen Handwerkskünste, die bis heute bewahrt blieben.

In der Landwirtschaft heißen die großen Themen regionale Vermarktung, naturnahe Produktion von Lebensmitteln, Nutzung regenerativer Energien, Landschaftsschutz, artgerechte Tierhaltung. Wochenmärkte mit geradezu mediterranem Charakter, gut sortierte Bauernläden mit Produkten aus der Region, Höfe mit Sonnenkollektoren auf den Hausdächern, von Landwirten betriebene Windräder auf den Höhen und immer mehr kleine, dezentrale Wasserkraftwerke an allen Schwarzwaldbächen zeugen von einer Region, die sich modern, innovativ und doch traditionsbewusst der Zukunft zugewandt hat.

Auch jugendliche Trendsportarten wie Drachenfliegen, Inlineskaten und Klettern haben Einzug gehalten. Längst gilt der Schwarzwald europaweit als Eldorado für Mountainbiker. Für neuere Trends stehen weiterhin der Europapark in Rust, sportliche Großereignisse wie das Skispringen, Jazz- und Theaterfestivals sowie Openairkonzerte. Großereignisse ganz anderer Art bietet die alemannische Fasnet – ein fröhlicher Ausnahmezustand, von uralten Narrenzünften organisiert, der auf viele historische Wurzeln zurückgeht und sich in skurrilen, bisweilen schaurigen, immer aber ausgelassenen Bräuchen äußert. Sie variieren stark von Region zu Region.

Nicht nur in der Fasnetzeit werden die Schwarzwälder Gästen etwas eigenwillig und kompliziert erscheinen. Vordergründig sind sie verstockt und eigenbrötlerisch. Hinter dieser Schutzmaske verbirgt sich aber ein lebenslustiger, menschenfreundlicher und neugieriger Menschenschlag, der gern feiert, gern isst und trinkt und der stolz an seiner Heimat hängt. Auch das werden Sie bei einer Reise in den Schwarzwald entdecken.

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Beliebte Regionen in Schwarzwald

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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Freitag / 07.08.2020
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Nachmittags
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Abends
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Samstag / 08.08.2020
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Anreise

3h 24min
5h 12min
50min
Frankfurt am Main
Schwarzwald
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Praktische Hinweise

Anreise

Von Norden nehmen Sie auf der A 8 Karlsruhe–Stuttgart die Ausfahrt Pforzheim. Die A 5 Frankfurt–Basel bietet westliche Anbindungen wie Baden-Baden, Offenburg und Freiburg. Im Osten tangiert die A 81 Stuttgart–Singen den Schwarzwald; wichtigste Anschlüsse sind Horb, Oberndorf, Villingen-Schwenningen und Geisingen. Von Süden sind die wichtigsten Zugänge die B 317 ab Lörrach und die B 500 ab Waldshut.

Von den größeren Intercity-Bahnhöfen Karlsruhe, Offenburg, Freiburg und Baden-Baden fahren sowohl die Schwarzwaldbahn Offenburg–Donaueschingen als auch die Höllentalbahn Freiburg–Titisee–Schluchsee in den Schwarzwald. Bequem ist der Nachtreisezug City-Night-Line (www.citynightline.ch).

Wer mehrere Übernachtungen bucht, sollte nach dem Schwarzwald-Ticket fragen. Es bietet günstige Sonderkonditionen bei Anreisen von mehr als 100 km, ist aber nur buchbar über den Ferienort oder bei Schwarzwald Tourismus GmbH0721 37205388tourismus@kmkg.de in Karlsruhe. Die Zuganreise von Osten ist nicht empfehlenswert, denn sie führt über weitgehend unbedeutende Nahverkehrsstrecken.

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Baden-Airpark in Baden-Baden, im Süden ist der Airport Basel-Mulhouse-Freiburg (mit Flughafenbusanbindung, 60 km bis nach Freiburg) am günstigsten, im Norden der Flughafen Stuttgart. Auch die Flughäfen Frankfurt, Straßburg und Zürich sind entfernungsmäßig noch ganz brauchbare Alternativen. Passagierflüge ausschließlich für die Anreise in den Europapark Rust bietet der neue Black Forest Airport in Lahr.

Auskunft
Schwarzwald-Tourismus

0761 88581133www.schwarzwald-tourismus.de

Camping

Im Schwarzwald gibt es an die 70 Campingplätze, die meisten davon bieten auch Wintercamping. Wildes Zelten ist verboten, außer man holt sich die Erlaubnis bei einem Landwirt. Einen guten Überblick liefert die Broschüre „Camping & Caravan“, kostenlos zu beziehen bei Schwarzwald-Tourismus (0761 88581133www.schwarzwald-tourismus.de).

Ferien auf dem Bauernhof

Ein Urlaubsquartier auf einem Bauernhof bedeutet Erlebnis und Spaß für die ganze Familie in idyllischer Natur, mit Tieren zum Anfassen und Produkte aus eigener Herstellung und gibt Einblicke in die landwirtschaftliche Arbeit. Viele Bauern haben Spezialangebote wie etwa die „romantische Heunacht“ oder Urlaub auf dem Ponyhof im Programm. Bei Schwarzwald-Tourismus gibt es die Broschüre „Ferien auf dem Bauernhof“ (0761 88581133www.schwarzwald-tourismus.de), weitere Infos unter www.bauernhofurlaub.de. Informativ ist auch die Seite des Arbeitskreises Kinderbauernhöfewww.kinder-bauernhoefe.de in Donaueschingen, die die beteiligten Höfe auflistet.

Ferienwohnungen

Die Zahl der Pensionen und Höfe, die im Schwarzwald Ferienwohnungen anbieten, ist kaum zu überblicken. Dennoch haben sich Tourismus-Experten die Arbeit gemacht und gewaltige Datenbanken angelegt. Allein mehr als 4000 Ferienwohnungen mit Fotos und Angaben zur Ausstattung listet www.schwarzwald-tourismus.de auf. Dort können Sie die Wohnungen auch gleich buchen. Telefonisch berät man Sie unter 0761 88581133. Ein weiteres Portal heißt www.holidayinsider.com, das fast 1000 Ferienwohnungen auf dem Server hat.

Jugendherbergen

23 Jugendherbergen im Schwarzwald bieten günstige Übernachtungen in schöner Landschaft. Erforderlich ist ein gültiger Ausweis des Deutschen Jugendherbergswerks. Informationen und Ausweise beim Landesverband Baden-Württemberg0711 166860www.djh.de.

Motorrad

Viele Kurorte sind für Motorradfahrer gesperrt, auch manche Bergstrecke (z. B. Schauinsland) darf nicht immer von Motorrädern befahren werden. Trotzdem ist der Schwarzwald mit seinen kurvenreichen Sträßchen ein Eldorado für Motorradfahrer. Etliche Hotels sind besonders auf Biker eingestellt. Einen Überblick bietet der „Motorradführer Schwarzwald“, zu beziehen über die Touristeninformation oder über Sunrise Bike TravelGerbergasse27937907631 171895www.sunrise-bike-travel.de.

Naturschutz

Der gesamte Südschwarzwald und der Nordschwarzwald sind als Naturpark ausgewiesen. Es gelten dort z. T. sehr strenge Regeln (kein Feuer machen, Wege nicht verlassen, Bade- und Kletterverbot, keine Tiefschneefahrten abseits der Pisten, keine Pflanzen mitnehmen). In den besonders herausragenden Naturschutzgebieten Wutachschlucht und Feldbergregion im Südschwarzwald sind als Wutachranger und Feldbergranger eigens ausgebildete Naturschützer unterwegs, um auf die Einhaltung der Vorschriften zu pochen und über die Spielregeln zu informieren. Infos im Haus der Natur (Doktor-Pilet-Spur47986807676 933630www.naturschutzzentren-bw.de).

Oberrheinischer Museumspass

Das Ticket nicht nur für den Schwarzwald, sondern auch für Frankreich und die Schweiz, ist ein Jahr lang gültig und gewährt Ihnen freien Eintritt in 190 Museen in der Region. Der Pass kostet 73 Euro pro Person, im Preis inbegriffen sind aber auch 5 Kinder unter 18 Jahren. Urlauber dürfte der Kurzzeitpass interessieren, der 48 Stunden lang gültig ist und 26 Euro kostet. Sie erhalten ihn online oder bei den Tourist-Informationen z. B. in Freiburg und Schopfheim. Eine Liste der teilnehmenden Museen sowie die Möglichkeit zur Online-Bestellung finden Sie unter www.museumspass.com.

Öffentliche Verkehrsmittel

„Konus“ (Kostenlose Nutzung des Nahverkehrs) heißt das Projekt zur Gratisnutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für Schwarzwaldurlauber. Mit der Konus-Gästekarte dürfen Urlauber Bahnen und Busse in ihrer Ferienregion kostenlos und unbeschränkt nutzen. Über 70 Orte und sechs Verkehrsverbünde decken fast den gesamten Geltungsbereich im Schwarzwald ab. Die teilnehmenden Orte finanzieren den Service durch einen Aufschlag bei der Kurtaxe von 20 Cent pro Übernachtung.

SchwarzwaldCard

Von Juni bis Anfang November bietet die Karte ermäßigten Eintritt in mehr als 130 Freizeiteinrichtungen im Schwarzwald (u. a. Museen, Bergbahnen, Schaubergwerke, Spaßbäder). Sie kostet 32 Euro (Kinder 21 Euro) bzw. 57 Euro (Kinder 48 Euro) mit Europapark und kann in der Saison an drei beliebigen Tagen unbegrenzt genutzt werden. Die Karte gibt es bei allen Kurverwaltungen und in vielen Hotels oder online unter www.schwarzwald-tourismus.de.

Stadt- und Erlebnisführungen

Grusel, Gegacker und Gänsehaut statt trockener Faktenflut: Munter und unterhaltsam verwandeln schauspielerische Stadt- und Erlebnisführungen den Schwarzwald in eine große Bühne. Zum Beispiel in Freiburg veranstaltet Historix-Tours0179 1160722www.historix-tours.de mal gruselige, mal witzige Führungen durch die nächtliche Altstadt. Dabei trägt der Stadtführer gern das Gewand eines Nachtwächters und – als Erkennungszeichen – eine Laterne. Die Touren haben verheißungsvolle Namen wie „Bürger, Galgen, Alte Häuser“ oder „Werwolf, Hexen, Satansbraut“ und lassen einem zuweilen das Blut in den Adern gefrieren. Ganz nebenbei lernt man noch eine Menge über Stadt und Geschichte. Unterhaltsam sind auch die Erlebnisführungen von Original Schwarzwald (07634 5695626www.original-schwarzwald.de), z.B. mit dem „Geißefidel“ (ein Schauspieler, der einen Ziegenhirten mimt) auf den Belchengipfel. Bad Säckingenbietet neuerdings eine musikalische Trompeterführung durch die Stadt an; Buchung über die Tourist-Info07761 56830www.bad-saeckingen-tourismus.de. Und den Morlokhof in Baiersbronn erklärt Ihnen ein Schauspieler, der sich höchst unterhaltsam als sagenumwobener Ex-Bewohner und Wunderheiler ausgibt; über Hotel Bareiss (07442 470www.bareiss.com).

Was kostet wie viel?

Kaffee

2–3 Euro für eine Tasse

Skilift

10–25 Euro für eine Tageskarte

Wein

3–5 Euro für eine Viertele

Wurstsalat

6–10 Euro für eine Portion

Disko

4–8 Euro Eintritt

Kurtaxe

1–2,50 Euro pro Tag

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

6. Januar

Hl. Drei Könige

März/April

Karfreitag

1. Mai

Tag der Arbeit

Mai/Juni

Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam

3. Oktober

Tag der Deutschen Einheit

1. November

Allerheiligen

25. und 26. Dezember

Weihnachten

Fasnetmändig (Rosenmontag) ist zwar kein gesetzlicher Feiertag, wird aber von Ämtern, Schulen und Einzelhandel eisern so behandelt.

Feste & Veranstaltungen
Januar/Februar

Schlittenhunderennen in Todtmoos und Bernau

Alemannische Fasnet: z. B. Narrensprung in Rottweil, wo frühmorgens auf ein Signal hin Tausende Narren durchs Stadttor springen und die Stadt wecken, Bach-na-Fahrt in Schramberg, Schuttigumzug im Elztal und Buurefasnet mit Scheibenschlagen immer eine Woche nach der offiziellen Fasnet

März

Hornschlittenrennen im Südschwarzwald

Pferdezüchtertag in Sankt Märgen

Horn-Marathon in Menzenschwand

Puppentheater-Tage in Gernsbach

April

Weißer Sonntag mit Kindern in Tracht in St. Märgen, St. Peter und im Kinzigtal

Uhren-Sammlerbörse in Eisenbach

Müllheimer Weinmarkt: der älteste seiner Art in ganz Baden, seit 1872

Mai

Mühlentag. Am Pfingstmontag öffnen die Schwarzwaldmühlen Besuchern ihre Türen

Badische Weinmesse in Offenburg

Frühjahrsmeeting: Galopprennen in Baden-Baden, Iffezheim

Juni

Zelt-Musik-Festival in Freiburg

Internationales Klavierduo-Festival in Bad Herrenalb (alle zwei Jahre)

Hirsauer Klostersommer: Freilufttheater in der Klosterruine

Fronleichnamsprozession. Besonders prachtvoll in Hüfingen

Bad Herrenalber Sommernachtstheater an der Klosterruine

Juli

Internationales Orgelfest in Waldkirch (alle drei Jahre)

Stimmen-Festival in Lörrach, Open-Air-Konzerte mit namhaften Pop-, Blues-, Soul- und Rockkünstlern

Seenachtsfest in Titisee und Schluchsee

Musikfestival Rossini in Bad Wildbad

Hornberger Schießen (6 Vorstellungen bis Sept.) in Hornberg

Floßhafenfest in Wolfach: Mehrere Hundert zu einem Floß zusammengefügte Baumstämme werden stromabwärts rangiert.

August

Feldberger Laurentiusfest10. Aug. mit Freiluftgottesdienst und Festbetrieb auf Viehhütten

Waldshuter Chilbi: einwöchiges Heimatfest mit historischem Trachtenumzug

Hinterzartener Sommer-Skispringen

Antik-Uhrenmesse in Furtwangen

Holzbildhauersymposium in St. Blasien

September

Zwetschgenfest in Bühl

Öchsle-Fest (Wein- und Mostfest) in Pforzheim

Weinfest Offenburg: eine Verkostung der ganzen Ortenau

Oktober

Donaueschinger Musiktage: Treffen der musikalischen Avantgarde

November

Historischer Katharinenmarkt (Kätterlismärkt) in Seelbach (Totensonntag)

Dezember

Adventskalender in Schonach (tgl. ein anderes Haus) und in Gengenbach (24 Kunstmotive in den 24 Rathausfenstern)

Weihnachtsmärkte. Besonders empfehlenswert in Freiburg

Im Trend

Gastspiel
Von der Met ins Rex

Die New Yorker Metropolitan Opera zu Gast im Schwarzwald. Kinos der Region übertragen Aufführungen wie „Das Rheingold“ und „Boris Godunow“ via Satellit live aus der wohl berühmtesten Oper der Welt. Klassik soll somit allen zugänglich gemacht werden. Der Trend schwappt gerade aus den Großstädten ins Freiburger Harmonie KinoGrünwälderstraße16-18www.friedrichsbau-kino.deund ins Pforzheimer Rex KinoBahnhofstraße30.

Modisch
Made in Black Forest

Geben Sie Ihr Hemd für den Schwarzwald! Das Label Schwarzwaldwww.schwarzwald.co.uk pflanzt für jedes verkaufte Shirt einen Baum. Zu haben sind die witzigen Designs in Gaggenau bei Jeans BoxHauptstraße36oder im Unimog-MuseumAn der B 462, Ausfahrt Schloss Rotenfels. Extravagante Mode gibt es bei den Schauen der FH PforzheimHolzgartenstr.36www.gestaltung.hs-pforzheim.de. Denn dort lernen die Designer der Region ihr Handwerk. Bei den Semestermodeschauen gibt es ein Best of zu sehen.

Platz da!
Hindernislauf

Brücken oder Zäune – für Fans des Trendsports Parkour sind das keine Hindernisse. Im Gegenteil: Sie gehören dazu – um kunstvoll überwunden zu werden. Was verrückt klingt, macht irre Spaß. Einen Einblick in den Funsport gibt es freitags in der Freiburger PestalozzischuleStaufener Straße3. Nach ein paar Übungseinheiten kann man sich mit den coolen Freiburger Vorbildern Sven Feix www.parkourfreiburg.de.tl , oder dem Team Black Forestwww.sportbase-freiburg.devon Stefan Hinkelmann messen.

Der Nachwuchs bleibt
Musikalische Heimat

So heimelig die Region auch scheinen mag, unter der Oberfläche brodelt es. Während anderswo junge Leute abwandern, bleiben Schwarzwälder Musiker ihrer Heimat treu. Die Dichte der Nachwuchsbands steigt und die Zahl der Bandwettbewerbe. So zeigen die jungen Wilden im Nordschwarzwald beim Music Contestwww.netzwerk-musik.dewas in ihnen steckt. Und in Lahr tritt der Nachwuchs im Schlachthofwww.schlachthof-lahr.dean. Auch die Ergebnisse können sich sehen – bzw. hören lassen – lassen. Der Rock von Contenance in the Fridgewww.citf.deaus St. Georgen oder von The Confusedwww.the-confused.comsowie der Funk von Funkskirtwww.funkskirt.debegeistern bestimmt bald den Rest der Republik.

Regio-Spa
Wellness aus dem Wald

Fichtenwälder so weit das Auge reicht – Wellness-Anbieter bedienen sich nun an dem natürlichen Rohstoff und nutzen die ätherische Wirkung von Fichtennadeln, Brennnesseln und Co. für ihre Anwendungen. Das Wellness- & Vitalhotel Manglerhat sich auf heimische Heilmittel spezialisiert. Im Bergvital-SpaEnnerbachstraße28Todtnauberg wirken Stutenmilch und Tannenhonig, Heublumen und Wein wahre Wunder. Im Spa des Hotels Krone LammMarktplatz2-3Bad Teinach-Zavelsteinkommen Holunder, Brennnessel und sogar Bier zum Einsatz. Wer Schwarzwald-Beautyprodukte mit nach Hause nehmen will, greift auf dem OspelehofWindeck2Hinterzartenzu. Die Naturkosmetik soll mit frischer Molke für einen strahlenden Teint sorgen.

Bloss nicht

Anfassen

Bauernläden, Wochenmärkte, Hofverkauf: Die regionalen Produkte werden oft rustikal angeboten. Das heißt aber nicht, dass man jeden Käse dreimal in die Hand nehmen und umdrehen darf.

Pisten verlassen

Snowboarder und Skifahrer sollten sich an die markierten Pisten und Loipen halten. Wer abseits im Wald die Tiefschneerouten sucht, scheucht Wild aus der Winterruhe auf und stresst es unnötig. Zudem beschädigen harte Skikanten die vom Forstamt mühsam gepflanzten Baumsetzlinge unter dem Schnee.

Speck schneiden

Wer sein Speckvesper hübsch mit Messer und Gabel seziert, der macht sich zum Gespött der ganzen Wirtschaft.

Auto im Wald

Ein Schild „Wanderparkplatz“ meint, was es sagt: Hier das Auto abstellen, den Rest zu Fuß gehen! Versuchen Sie nie, entlegene Ziele über land- und forstwirtschaftliche Wege zu erreichen.

Ernteklau

Winzer und Obstbauern zäunen ihre Plantagen selten ein. Das ist aber keine Einladung zur Selbstbedienung. Wer erwischt wird, muss mit saftigen Geldstrafen rechnen.

Dialekt imitieren

Versuchen Sie erst gar nicht, so zu reden wie die Einheimischen. Entweder Sie machen sich selbst lächerlich oder Sie geben die Einheimischen der Lächerlichkeit preis.

Drängeln

Am Skilift ist Drängeln die schlimmste Sünde. Bleiben Sie gelassen, auch wenn die Schlange lang ist.

Über Wiesen gehen

Vom 1. Mai bis Ende Oktober des Jahres ist es im Schwarzwald überall verboten, über offene, noch ungemähte Wiesen zu gehen, etwa um Wege abzukürzen.

Kuhstalltourismus

Sie lieben es auch nicht, wenn wildfremde Menschen einfach in Ihr Wohnzimmer stiefeln. Auch ein noch so alter Bauernhof ist kein Freiluftmuseum. Und selbst wenn eine Kuhstalltür offen steht, bedeutet das nicht, dass Sie eingeladen sind, Ihren Kindern am lebenden Objekt den Unterschied zwischen Euter und Schwanz zu erklären. Wenn Sie wirklich mal in einen Kuhstall oder unter das Walmdach eines Schwarzwaldhofs schauen wollen, fragen Sie den Bauern, erklären Sie ihm, warum, interessieren Sie sich für sein Tagewerk und vermeiden Sie jede Besserwisserei.

Stichworte

Alemannen

Alemannia ist die fast ebenso gebräuchliche internationale Bezeichnung für Deutschland wie Germany. Dabei sind die Alemannen historisch gesehen nur ein kleiner westgermanischer Stamm gewesen, der ab dem 2. Jh. Südwestdeutschland sowie Teile der heutigen Schweiz und des Elsass besiedelte. Die am Ostrand des Schwarzwalds ins Schwäbische übergehende alemannische Mundart wird liebevoll vom Verein der „Muettersprochgesellschaft“ und seinen vielen Ortsgruppen gepflegt.

Bollenhut

Ursprünglich stammt dieser Strohhut mit den Bollen obendrauf aus zwei kleinen Seitentälern der Kinzig, dem Gutachtal und dem Kirnbachtal, wo er heute noch von den Frauen im Heimat- und Trachtenverein „Kirnbacher Kurrende“ stolz ausgeführt wird.

Vierzehn schwarze Bollen auf dem Hut signalisieren: Diese Frau ist verheiratet! Rote Bollen bedeuten: unverheiratet. Echte Bollenhüte – komplett mit Tracht für 2000 Euro – werden in Kirnbach und im Nachbardorf Gutach noch in Handarbeit gefertigt, aber nur an Einheimische verkauft. Als Souvenir tut es auch das Imitat ab 20 Euro; das gibt es überall im Schwarzwald.

Energie

Dass die Kuh Milch gibt, das wissen wir alle, und dass unter einem Kuhfladen auf der Weide im nächsten Jahr das Gras besonders grün wächst, also irgendeine geheime Kraft darin wohnt, hat sich auch schon herumgesprochen. Aber eine Kuh, die Strom gibt? Die Schwarzwaldkuh, das Wundertier, hat es geschafft. Sie produziert im Labyrinth ihrer vier Mägen nämlich Methangas, und der kluge Schwarzwaldbauer hat herausgefunden, wie er dieses Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung nutzen kann: Der Kuhmist und andere landwirtschaftliche Abfälle werden in Silos gesammelt. Bei der Zersetzung entstehen Faulgase, die in Generatoren abgeleitet werden. Durch die Verbrennung des Gasgemischs werden Strom und Wärme erzeugt. Dahinter steckt ein starker Trend mit noch ganz anderen Facetten: der Trend vom Landwirt als Energiewirt. Die Bauern betreiben zunehmend Wind- und Wasserkraftanlagen, nutzen Solarenergie, verfeuern ihr Holz in Holzhackschnitzelheizungen, sie bauen Raps an, aus dem Biodiesel gewonnen wird. Innovative, regenerative Energien spielen im Schwarzwald eine immer größere Rolle.

Der Schwarzwald als Vorreiter bei der Nutzung regenerativer Energien ist auf speziell ausgelegten Wanderrouten auch schon touristisch erfahrbar (Infos: www.naturenergie-wutachregion.de).

Fasnet

Das wichtigste Fest im Schwarzwald beginnt am schmutzigen Dunschdig mit einer Art Lynchjustiz. Der Bürgermeister muss den symbolischen Rathausschlüssel abliefern, und seltsam maskierte Gestalten in bunten Kostümen richten unter ohrenbetäubender, triumphaler Blasmusik vor dem örtlichen Rathaus einen großen geschälten Baum auf, den Narrenbaum. Bis Aschermittwoch herrscht dann Ausnahmezustand, ein Hexen- und Schelmentreiben mit von Ort zu Ort unterschiedlichen Traditionen. Was man wissen muss: Die Brauchtumsfasnet wird von Vereinen gepflegt, die sich Zünfte nennen. Hexen- und Teufelszünfte sind in der Überzahl, beliebt ist aber auch der lustige, spitzbübische Narr. Bei den Umzügen mit oft Tausenden von Maskenträgern sollten hübsche junge Mädchen am Straßenrand vor Verschleppungen auf der Hut sein, denn Käfige, Riesenkochtöpfe, hölzerne Pranger, leere Weinfässer und andere Foltergerätschaften werden nur zu diesem Zweck mitgeführt und wenig zimperlich genutzt.

Die alemannische Fasnet geht auf jahrhundertealte Bräuche zurück, mit denen der Winter vertrieben und die Obrigkeit verspottet wird. Am Aschermittwoch ist noch nicht alles vorbei, im Südschwarzwald folgt eine Woche später die Buurefasnet, bei der auf den Berggipfeln große Scheiterhaufen angezündet und brennende Holzscheiben ins Tal hinunter geschlagen werden. Ein Brauch, mit dem junge Burschen ihre Liebste grüßen.

Gelbfüßler

Schwaben und Badener pflegen liebevoll eine Feindschaft, die so recht niemand erklären kann. Sie werden staunen, über welchen Fundus an Schwabenwitzen jeder Badener verfügt. „Über Baden lacht die Sonne, über Schwaben die ganze Welt“ ist nur einer der Sprüche, die davon Zeugnis ablegen. Die Grenze zwischen den „Volksgruppen“ verläuft mitten durch den Schwarzwald: Die Schwaben leben in Württemberg, die Badender in Baden, so das landläufige Verständnis. Man erkennt seinen „Feind“ am jeweiligen Dialekt, der von Geburt an stolz gepflegt wird und eine eindeutige Zuordnung erlaubt. Die Schwaben haben derweil folgende Lüge über die Badener in Welt gesetzt: Einst wollten sechs Schwaben und ein Badener eine Fuhre roher Eier über die Alb befördern. Der an diesem Transport beteiligte Badener wollte es besonders schlau anstellen, hat aber alles vermasselt. Er zerstampfte die Eier, um möglichst viele auf das Fuhrwerk zu bekommen. Von der unglücklichen Aktion bekam er eiergelb gefärbte Füße und wurde von den sechs Schwaben deshalb als „Gelbfüßler“ verspottet, ein Name, der heute allen Badenern schmachvoll anhängt.

Grüner Wald

Mit ein bisschen Stolz können die Schwarzwälder behaupten, schon längst „grün“ gewesen zu sein, bevor in Freiburg ein Grüner Oberbürgermeister und im Land ein weiterer sogar Ministerpräsident geworden war. Eine „Teilschuld“ daran trägt – wie so oft – die Geschichte. Durch ihre Lage in dünn besiedelten Tälern waren die Schwarzwälder seit jeher gezwungen, sich in vielerlei Hinsicht selbst zu versorgen: Energie lieferte das Mühlrad im Bach, die Lebensmittel kamen – woher denn sonst? – aus eigenem Anbau oder vom Nachbarn. In jedem Fall aber schon immer aus der Region. Inzwischen ist viel passiert ringsum den Schwarzwald, so dass die Selbstversorgung mit Energie und Lebensmittel aus regionaler Zucht und regionalem Anbau voll im Trend liegen. Darüber hinaus zählt z. B. Freiburg zu den „grünsten“ Städten Deutschlands. Die Solarindustrie zahlt der Stadt reichlich Gewerbesteuer, man fährt viel Rad, bevorzugt Biokost vom Wochenmarkt und in Vierteln wie dem Vauban wird großer Wert auf ökologisch nachhaltiges Bauen gelegt. Dort rühmt man sich, mit dem „Sonnenschiff“, in dem u. a. ein Bio-Supermarkt und das Öko-Institut (www.oeko.de) residieren, das „weltweit erste solare Dienstleistungszentrum in Plusenergie-Bauweise“ zu haben (www.sonnenschiff.de).

Heimat

… ist im Schwarzwald mittlerweile ein sehr moderner Begriff. Vorbei sind die Zeiten, als Heimatfilme und Operetten wie das „Schwarzwaldmädel“ den Takt angaben, wenn es um Regionalpatriotismus ging. Ihre Heimat wissen die Schwarzwälder zu lieben, und so überführen sie Tradition und Geschichte in die Gegenwart. Wie zum Beispiel der Baiersbronner Hotelier Hermann Bareiss, der nicht nur einen alten Bauernhof (www.morlokhof.de) kaufte und ihn nach allen Künsten des Denkmalschutzes restaurierte, sondern sich auch für den Erhalt der bedrohten Hinterwälder Rinder einsetzte. Oder Alexander Stein und Christoph Keller, die in der Nähe von Freudenstadt als „Black Forest Distillers“ Schwarzwald-Gin erzeugen – nach einer sehr alten Rezeptur (www.monkey47.com). Auch den Strick-Omas von Original Schwarzwald (www.original-schwarzwald.de) werden die dicken Socken via Internet regelrecht aus den Händen gerissen. Eher differenziert setzt sich der Offenburger Künstler Stefan Strumbelwww.stefanstrumbel.com mit seiner Heimat auseinander. Bei ihm treffen Kuckucksuhr und Pop-Art aufeinander, Kunstwerke wie ein vermummtes Schwarzwaldmädel mit Bollenhut, Palästinensertuch und Gewehr im Anschlag haben ihn aber weltberühmt gemacht.

Hornberger Schießen

Anno 1564 erwarteten die Hornberger hohen Besuch: Der Herzog von Württemberg hatte sich zu einem Lokaltermin angesagt. Ganz Hornberg hatte sich schon frühmorgens herausgeputzt, das Salutkomitee stand bereit, nur der Herzog, der kam nicht. „Na, trinken wir erst mal einen“, verfügte der Hornberger Bürgermeister, und damit die Zeit nicht lang werde, wurde der Empfang schon mal geübt. Eifrig wurde übungshalber Salut geschossen, bis das Hornberger Tal im Pulverdampf versank. Als der Herzog schließlich eintraf, war alles Pulver verschossen. Au weia, wie denn nun den Herzog gebührend empfangen? Hornbergs Schützenelite, vom Festbier ermutigt, fand eine gewagte Lösung. Böllerschüsse gab es keine, dafür riefen sie aus vollen Kehlen „Piff-Paff! Piff-Paff!“ als der Herzog einritt. Seither steht das Hornberger Schießen für alle Großereignisse, die hoffnungslos in die Hose gehen. Und in Hornberg wird der berühmte Vorfall alljährlich als Freilichtstück nachgespielt.

Kuckucksuhr

Das Uhrmacherhandwerk im Schwarzwald war längst in Blüte, die eigentliche Schwarzwalduhr, die bemalte sogenannte Schilderuhr schon auf der ganzen Welt bekannt, da kreierte um 1730 ein Uhrmacher in Schönwald eine etwas verspielte Variante, die Kuckucksuhr. Die Vorderseite ist nicht bemalt, sondern geschnitzt. Den Kuckuck wählte der Uhrmacher als Stundenansager, weil sein Ruf sich besonders leicht mechanisch imitieren ließ. Mittlerweile werden aber auch im Schwarzwald Uhren verkauft, deren Zwitschern elektronisch erzeugt und zuweilen sogar noch mit Bachrauschen aufgepeppt wird. Viele dieser Modelle stammen aus Fernost und sind Touristennepp. Eine Original-Kuckucksuhr wird im Schwarzwald gefertigt und funktioniert ausschließlich mechanisch. Ob es sich um ein Original handelt, erkennen Sie am VdS-Siegel, das der Verein die Schwarzwalduhr vergibt (www.black-forest.org).

Mühlen

Ungezählte kleine und große Klappermühlen stehen im Schwarzwald und sind oft noch in Betrieb. Sie schaufeln das Wasser seit dem 17. Jh. unermüdlich aus den Schwarzwaldbächen und spucken es in glitzernden Kaskaden fröhlich plätschernd wieder aus. Mit dieser Wasserkraft treiben sie Sägegatter, Mahlsteine und Funzellampen im Kuhstall an. Der Pfingstmontag ist zum Mühlentag ernannt worden; da werden überall im Schwarzwald die knarrenden Holztüren für interessiertes Publikum geöffnet.

Schwarzwaldhaus

Nichts erscheint so typisch für den Schwarzwald wie das Schwarzwaldhaus. Es ist ganz von der Natur der Region bestimmt, in Form und Baustoff, in seiner inneren Gliederung und in seiner Stellung in der Landschaft – ein Gesamtkunstwerk. Das typische Schwarzwaldhaus, ganz aus Holz, trotzt mit seinem mächtigen, 45 bis 50 Grad geneigten Dach Wind, Regen und Schnee. Mensch, Tier und Vorräte sind unter diesem Dach geborgen. Zur Sonnenseite hin wohnt die Familie, oft drei oder vier Generationen unter einem Dach, Wand an Wand zum Kuhstall, der willkommener Wärmespeicher im Winter war. Früher war das Schwarzwaldhaus stroh- und schindelgedeckt, heute hat sich manche Sünde eingeschlichen. Auf den Giebelseiten zeigt das Dach eine abgeflachte Stirn, den Walm, auf der Wetterseite reicht es bis fast hinunter zum Erdboden. Überall im Schwarzwald können Sie solche uralten Höfe hautnah erleben, denn das Angebot für Ferien auf einem Bauernhof ist groß.

Bücher & Filme

Güllelochmord, Keltenkult und Kuckucksuhren, Hirschsprung

So heißen die drei Schwarzwaldkrimis von Roland Weis. Sie nehmen augenzwinkernd das Innenleben des Hochschwarzwalds unter die Lupe.

Winteräpfel

In Heidi Knoblichs Roman erwachen die Anfänge des Schwarzwaldtourismus und die Pioniere des Wintersports nochmal zum Leben.

Die Schwarzwaldklinik

Einen regelrechten Touristenboom löste in den 1980er-Jahren die kitschig-romantisierende Fernsehserie „Die Schwarzwaldklinik“ von Regisseur Hans-Jürgen Tögel aus. Sie spielt mit Klausjürgen Wussow und Sascha Hehn in den Hauptrollen im romantischen Glottertal. Alle Staffeln (1985–89) sowie zwei später entstandene abendfüllende Fernsehfilme (2004/05) sind als DVD im Handel.

Das kalte Herz

In der Filmadaption (1950) des gleichnamigen Märchens von Wilhelm Hauff führt Regisseur Paul Verhoeven mit poetisch-düsteren Bilder in die Zeit der Flößer und Köhler im Nordschwarzwald zurück.

Fakten

Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
00:31 Uhr
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