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Montenegro

Check-in

Nicht einmal zwei Stunden Flugzeit von Berlin, Wien oder Zürich entfernt lockt ein kleines Urlaubsparadies mit landschaftlicher Vielfalt und Zeugnissen einer wechselhaften Geschichte: Montenegro, das Land der schwarzen Berge, das Land der Helden und Piraten, die im Mittelalter die Türken aus dem Gebirge vertrieben und venezianische Schiffe überfielen. Keine 300 km ist der montenegrinische Küstenstreifen lang, insgesamt 70 km Strand warten auf Badehungrige.

Die andere Hälfte des Landes beherrschen die Berge, die mehr als 1000 m über dem Meeresspiegel liegen. Reißende Flüsse winden sich durch die tiefen Schluchten des Durmitor- und des Bjelasicagebirges. Schneebedeckte Bergspitzen spiegeln sich in winzigen Bergseen. Auf einem der unzähligen Bergmassive, dem Lovćen, haben die Montenegriner ihren berühmtesten Dichter Petar II. Petrović Njegoš begraben - von dort reicht der Blick nach Bosnien, Kroatien, Albanien und an klaren Tagen bis nach Italien.

Gerade einmal 176 km beträgt die Entfernung zwischen dem westlichsten und dem östlichsten Punkt Montenegros, nur 200 km liegen zwischen Nord- und Südspitze. Aber die haben es in sich: Selten kann man auf einer so kleinen Fläche so viel sehen und erleben. Nach dem Grand Canyon ist die Taraschlucht im Nordwesten die tiefste der Welt. Einer der letzten Urwälder des Kontinents liegt verborgen im Hochland, im Nationalpark Biogradska gora. Am Skutarisee nisten so viele Vögel wie an keinem anderen See Europas, und zwischen den Orten Herceg Novi und Kotor liegt der einzige Fjord des Mittelmeers zwischen fast senkrecht aufsteigenden Bergwänden.

Und nirgendwo sonst an der östlichen Adria gibt es so schöne Sandstrände wie zwischen Bar und Ulcinj. Verträumte Buchten, hinter Felsen versteckt und von Pinien, Zypressen und Olivenbäumen umsäumt, prägen den Küstenstreifen Montenegros. Ein Spaziergang durch die Blumenstadt Herceg Novi, das Seefahrerstädtchen Perast oder über die verträumte Hotelinsel Sv. Stefan versetzt dich zurück in die Glanzzeiten europäischer Baukunst. In der autofreien Altstadt von Kotor zeigt sich ein Architekturmix aus venezianischen Barockbauten und österreichisch-ungarischen Bürgerhäusern. Im Landesinnern verstecken sich jahrhundertealte orthodoxe Klöster. Es gibt so viel zu entdecken in Montenegro!

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Drei Tore führen in die Altstadt von Kotor, das älteste ist jenes im Süden, das bereits im 13. Jh. entstand. Das nördliche und das Haupttor (Morska vrata) vor dem großen Parkplatz am Ufer – die…
Ursprünglich hatte die nur 1,6 ha große Insel keine Verbindung zum knapp 100 m entfernten Festland. Erst im 19. Jh. wurde eine Landzunge aufgeschüttet, die das Leben der Fischer auf Sv. Stefan…
Einer der letzten Urwälder Europas liegt in dem 1952 zum Nationalpark erklärten Naturreservat (15 km nordöstlich). Dass auf so engem Raum so viele unberührte Flecken erhalten bleiben konnten, ist…
Auf den ersten Blick wirken die Wände des kleinen Raums, in dem der Leichnam des heiligen Vasilije aufbewahrt wird, wie tätowiert: Direkt auf den Stein gepinselt sind Heiligenfiguren, die dem…
Die Stadt des ewigen Grüns, der Sonne und der Promenaden– so nannte einst der jugoslawische Literaturnobelpreisträger Ivo Andrićh Herceg Novi (14 000 E w.).
Die historische Hauptstadt Cetinje (14 000 E w.) ist ein einziges großes Freilichtmuseum.
Der 1980 von der Unesco zum Welterbe der Menschheit erklärte Nationalpark Durmitor bietet auf 390 km2 alles, was Sie sich schon immer gewünscht haben: tiefe Schluchten, hohe Berge, Höhlen,…
Weinbewachsene Vorgärten, verfallene Kirchen in den Tälern und weiß ummauerte Friedhöfe inmitten saftiger Weiden und fruchtbarer Felder: Die Anwohner des Skutarisees leben im Einklang mit der…
Perast, rund 14 km von Kotor entfernt, zählt zu den schönsten Barockstädtchen an der Adria und steht unter Denkmalschutz. Die Büsten vor der im 15. Jh. errichteten barocken St.-Nikola-Kirche mit…
Zu den Höhepunkten eines Besuchs an der Boka gehören die beiden Kircheninseln vor Perast. Der ursprüngliche Bau der Kirche Gospa od Škrpjela (Frau vom Felsen) wurde 1452 errichtet. Jedes Jahr am…
Die Geschichte des 55 km von Žabljak entfernten Klosters ist abenteuerlich: Um zu verhindern, dass die im 16. Jh. errichtete, dreischiffige Kirche dem Bau des Staudamms in Plužine zum Opfer fällt,…
Spannend: Gleich zwei Moscheen aus dem 18. Jh. gibt es im 63 km südöstlich gelegenen Plav (3600 Ew.). Die Vezirova-Moschee stammt aus dem Jahr 1741, drei Jahrzehnte später wurde die Redžepagića-…

Reisezeit

Januar
mäßig
3°C
Februar
mäßig
3°C
März
mittel
15°C
April
mittel
18°C
Mai
gut
22°C
Juni
sehr gut
26°C
Juli
gut
29°C
August
gut
29°C
September
sehr gut
26°C
Oktober
mittel
22°C
November
mittel
15°C
Dezember
mäßig
5°C

Die beste Reisezeit für Montenegro sind die Monate Juni und September. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 26° Celsius erreicht. Die sonnigsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 11 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur in den kältesten Monaten bei lediglich 3° Celsius bei durchschnittlich 14 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 18° Celsius und die Nachttemperatur bei 10° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 12 Tagen. Die regenreichsten Monate sind Januar, Mai, November und Dezember.

Mehr zu Klima und Reisezeit

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Auftakt

Entdecken Sie Montenegro!

Voller Leidenschaft verteidigen die Bewohner den Vielvölkergeist, der hier auch nach dem Zerfall von Josip Broz Titos sozialistischem Jugoslawien weiterlebt. Kroaten, Serben, Albaner, Roma und Muslime wohnen seit Jahrhunderten auf engstem Raum zusammen - Toleranzkapital, das die kleine Republik bei der von Regierung wie Opposition gleichermaßen angestrebten Aufnahme in die EU einbringen will. Denn dass ihr Land tief in Europa wurzelt, daran lassen die Montenegriner keinen Zweifel: wohin man kommt, Spuren der reichen Historie des kleinen Landes. In Cetinje etwa wecken alte Botschaftsgebäude Erinnerungen an die Zeit, als die Töchter Nikolas I. in die europäischen Höfe einheirateten und der wendige Diplomat so zum "Schwiegervater Europas" avancierte - bei neun Töchtern wahrlich ein angemessener Titel.

Schon zuvor hatten die Adelshäuser von Venedig bis Sankt Petersburg montenegrinische Maler und Kapitäne um ihre Dienste gebeten. Und die europäischen Wurzeln reichen noch weiter: Griechen, Illyrer und Römer siedelten auf dem Gebiet südlich von Dubrovnik, ehe das Römische Reich sein Territorium Ende des 4. Jhs. aufteilte. Danach verlief die Grenze zwischen West- und Ostrom direkt unterhalb der Bucht von Kotor. Hier sowie im Dreiländereck mit Kroatien und Bosnien leben heute die meisten Katholiken kroatischer Nationalität. Insgesamt sind etwa 3,5 Prozent der Montenegriner katholischen Glaubens. 16 Prozent der Einwohner bezeichnen sich als Muslime, die meisten gehören jedoch der Ostkirche an, es sind fast 73 Prozent. 2011 wurde die erste jüdische Gemeinde Montenegros gegründet - mit rund 100 Mitgliedern.

Lange musste das Land warten, bis es wieder unabhängig wurde. Der Berliner Kongress erkannte 1878 das Königreich Montenegro als souveränen Staat an. Crna Gora blieb bis 1918 unabhängig, doch die proserbischen Kräfte siegten, als das erste Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen ausgerufen wurde. Auch 1945, als Tito die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien ins Leben rief, war Montenegro dabei. Wirtschaftlich aber war das Land immer das Schlusslicht der sechs jugoslawischen Teilstaaten. Viele Menschen wanderten aus und gingen auf Arbeitssuche nach Westeuropa oder in die USA. Erst in den 1960er-Jahren wurde Montenegro als Urlaubsland entdeckt. Von da an ging es aufwärts. Jeder, der ein Bett frei hatte, vermietete es an Touristen. Überall entstanden Hotelanlagen mit "betörendem sozialistischen Charme". Sv. Stefan, das in Stein gehauene Fischerinselchen, wurde zur exklusiven Oase für Prominente wie Sophia Loren, Claudia Schiffer oder Michael Douglas.

Der Aufschwung währte jedoch nicht lange. Die Jugoslawienkriege in den 1990er-Jahren legten die gesamte Wirtschaft lahm. Zu Kampfhandlungen im Land selbst kam es zwar nicht, doch Montenegro litt an der unsicheren politischen Lage auf dem Balkan: Das beliebte Reiseziel der Europäer war nicht mehr gefragt. Hotels und Pensionen verrotteten, neue Armut brach über das Land herein, das auf den Tourismus angewiesen war. Vor allem junge Akademiker gingen ins Ausland, um dort Arbeit zu finden.

Der Staatenbund mit Serbien erschien vielen Politikern als Hindernis auf dem Weg zur EU. Milo Ðukanović, von 1998 bis 2002 Staatspräsident und danach mehrfach Premierminister, tat alles, um die Abspaltung voranzutreiben: 2002 führte er den Euro als Währung ein und legte Grenzen innerhalb des Staats Serbien-Montenegro fest. Vier Jahre später war es so weit: Im Volksentscheid votierte eine knappe Mehrheit (55 Prozent) für die Unabhängigkeit von Serbien.

Am 3. Juni 2006 wurde der neue Staat geboren und hatte gleich mit Kinderkrankheiten zu kämpfen: Der Übergang vom Sozialismus zum Kapitalismus gestaltete sich schwierig. Die Privatisierung der staatlichen Unternehmen schlug meist fehl, eine hohe Arbeitslosigkeit war die Folge. Die Elite jedoch lebte - und lebt - auf großem Fuß. Das Vermögen von Milo Ðukanović wird auf mehrere Millionen Euro beziffert. Gleichzeitig werden noch immer Korruptionsvorwürfe gegen das politische und wirtschaftliche Establishment laut. Gegen Ðukanović etwa wird in Italien ermittelt, er soll am Zigarettenschmuggel in den 1990er-Jahren unmittelbar beteiligt gewesen sein. All das scheint dem Politiker nichts anhaben zu können. 2012 gewann seine Partei die Wahlen und er wurde erneut Premierminister. Die EU-Mitgliedschaft bleibt das Ziel dieser Regierung. Nach dem Beschluss zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen scheint es in greifbare Nähe gerückt zu sein, doch es ist ungewiss, wie lange der Prozess noch dauern wird.

Jenseits aller wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten ist Montenegro noch immer ein Ort für Träumer und Entdecker. Mit dem Slogan "Wild Beauty" wirbt das Land um Touristen, und in der Tat finden Besucher hier noch viele unberührte Landschaften vor. Und: Die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der 625000 Montenegriner ist sprichwörtlich.

Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Entweder fahren Sie über Slowenien und Kroatien auf der Küstenstraße E 65 nach Montenegro oder über Österreich beziehungsweise die Schweiz in die italienischen Hafenstädte Bari oder Ancona (auf der E 45/E 55). Von dort setzen Autofähren (www.montenegrolines.net) über nach Bar. Die Fahrt von Bari dauert neun bis zehn Stunden, ein Deckplatz kostet in der Hauptsaison etwa 50 Euro, die einfache Kabine 80 bis 100 Euro; pro PKW sind rund 80 Euro zu zahlen. Die Fahrt von Ancona dauert etwa 16 Stunden und ist etwas teurer.

Bahn

Über Österreich fahren mehrmals täglich Züge nach Belgrad, der unumgänglichen Zwischenstation für die Weiterreise nach Montenegro. Von dort geht es über Bijelo Polje, Mojkovac, Kolašin, Podgorica und bis nach Bar an der Adriaküste. Die Strecke gehört zu den landschaftlich eindrucksvollsten auf dem Balkan, sodass sich die Strapazen der etwa zwölfstündigen Fahrt allemal lohnen.

Bus

Busunternehmen wie Touring Eurolines (www.touring.de) haben zwar ein gut ausgebautes Netz zu allen Balkandestinationen, die Busfahrten nach Montenegro sind jedoch umständlich, weil sie meistens über Dubrovnik oder Belgrad gehen.

Flugzeug

Linienflüge von deutschen Großflughäfen sowie aus der Schweiz gehen nach Tivat und Podgorica. Buchen können Sie bei Montenegro Airlines (www.montenegroairlines.com). Zum Flughafen Ćilipi in Dubrovnik fliegt German Wings (www.germanwings.com). Die Weiterfahrt mit dem Taxi von Dubrovnik nach Budva (90 km) kostet etwa 80 Euro, nach Herceg Novi (20 km) zahlen Sie rund 30 Euro.

Auskunft

Montenegro-Tourismusbüro

Große Eschenheimer Str. 39/39a | Frankfurt am Main | Tel. 069 24246212 | info-frankfurt@montenegro.travel

Nacionalna Turistička Organizacija Crne Gore (NTO)

Bulevar Sv. Petra Cetinjskog 130 | Podgorica | Tel. 077 100001 | 24 Std. erreichbares Infotel. 1300 | www.montenegro.travel

Zweigstellen der Nationalen Tourismusorganisation von Montenegro gibt es im ganzen Land, außerdem finden Sie in fast jedem Ort Reisebüros.

Nacionalni Parkovi Crne Gore

Hier bekommen Sie Informationen zu den montenegrinischen Nationalparks.

Trg Vojvode Bećir-Bega Osmanagića 16 | Podgorica | Tel. 020 601015 | www.nparkovi.me

Auto

Nationale Zulassung und nationaler Führerschein genügen. Die internationale grüne Versicherungskarte ist Pflicht und bei der Einreise an der Grenze vorzuzeigen. Höchstgeschwindigkeiten: innerorts 40 km/h, auf Landstraßen 80 km/h, auf Schnellstraßen 100 km/h. Fahrzeuge mit Anhänger dürfen höchstens 80 km/h fahren. Die Promillegrenze für Autofahrer liegt bei 0,5. Die Verkehrsstrafen sind empfindlich: überholen im Tunnel oder fahren bei roter Ampel: Führerschein weg; telefonieren im Auto: 20 Euro; unangeschnallt fahren: 15 Euro. Informieren Sie nach einem Unfall unbedingt die Polizei. Bei Pannen unterwegs hilft der Notdienst: Tel. 19807. Parkgebühren sind an der Küste extrem hoch, manchmal bis zu 15 Euro am Tag. Für die Sicherheit der Wagen wird selten garantiert.

Banken & Kreditkarten

An der Küste gibt es überall Banken und Geldautomaten. Wenn Sie in die Berge fahren, sollten Sie aber lieber auch etwas Bargeld mitnehmen. Das Tageslimit für die Automatenauszahlung beträgt 700 Euro. Hotels und Supermärkte akzeptieren die gängigen Kreditkarten, im Restaurant und in kleineren Geschäften sollten Sie vorher fragen.

Camping

Campingplätze heißen kampovi oder auto kampovi. Sie sind überall gut ausgestattet. Infos unter: www.camping.info/montenegro/campingplaetze

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaftt

Hercegovačka 10 | Podgorica | Tel. 020 441000 | Mobiltel. in Notfällen 067 211954 | www.podgorica.diplo.de

Österreichische Botschaft

Svetlane Kane Radević 3 | Podgorica | Tel. 020 201135 | podgorica-ob@bmeia.gv.at

Schweizer Generalkonsulat

Bulevar Sv. Petra Cetinjskog 1a | Podgorica | Tel. 020 245100 | www.eda.admin.ch

Einreise

Ein Personalausweis reicht für die Einreise aus, wenn Sie nicht länger als 30 Tage im Land bleiben. Für Aufenthalte bis zu 90 Tage benötigen Sie einen Reisepass. Beide Ausweisdokumente müssen bei der Einreise noch mindestens drei Monate gültig sein. Zudem muss jeder Tourist in Montenegro polizeilich gemeldet sein. In der Regel übernimmt das der Vermieter Ihrer Unterkunft für Sie, beim Einchecken müssen Sie deshalb meist einen Ausweis vorlegen. Wichtig: Nehmen Sie die Aufenthaltsanmeldung bei der Ausreise mit! Manchmal wird sie an der Grenze verlangt.

FKK

Grundsätzlich gibt es kaum Möglichkeiten, in Montenegro nackt zu baden. Einer der wenigen FKK-Strände befindet sich auf der Insel Ada Bojana, in der Nähe von Ulcinj. In Ulcinj selbst ist ein kleiner Felsen für Naturisten reserviert. An der äußersten Spitze von Igalo liegt der kleine FKK-Strand Njivice. In anderen Orten fahren Fischerboote zu den kleinen Buchten, in denen FKK-Touristen baden. Vor Ort fragen!

Gesundheit

In fast jedem Ort gibt es eine staatliche Ambulanz, die mit einem roten Kreuz gekennzeichnet ist. Die Rechnung muss vor Ort bezahlt werden, eine Auslandskrankenversicherung mit der Option des Krankenrücktransports ist empfehlenswert. In größeren Ortschaften haben sich Privatpraxen etabliert. Die Adressen der Ärzte - die meisten sprechen Englisch - erfährt man in jedem Touristenbüro vor Ort. Bei kleinen Notfällen helfen die gut ausgestatteten Apotheken.

Internetzugang & Wlan

Die Zeiten, als Montenegro eine Internetwüste war, sind längst vorbei. Fast alle Hotels bieten WLAN an, die meisten Privatunterkünfte oder Campingplätze auch. WLAN-Hotspots in den Cafés sind ausgewiesen, auch manche Kneipen und Bars haben Internet. Im Prinzip gilt: je größer der Ort, desto besser die Internetanbindung. Wenn Sie mit dem Laptop unterwegs sind und ihn auch nutzen wollen, wenn es kein WLAN gibt, können Sie Internetkarten bei den Postämtern kaufen.

Klima & Reisezeit

Wenn im Juli und August die Temperaturen an der Küste bis auf 40 Grad klettern, im Talkessel um Podgorica sogar darüber liegen, ist es im Durmitorgebirge noch immer frisch: höchstens 20 Grad. Die Winter am Meer sind mild, in den Bergen aber streng. Die schönsten Monate, um einen Badeurlaub zu machen, sind Mai/Juni, und September/Oktober. Juli und August sind wegen zu großer Hitze und aufgrund der Schulferien, die überfüllte Strände garantieren, etwas stressig. Das Wasser ist ab Juni über 20 Grad warm, am Ende der Saison bis zu 29 Grad. Zwischen Dezember und März liegt in den Bergen viel Schnee, Ski fahren können Sie mancherorts aber sogar im Sommer.

Kurtaxe

Die Kurtaxe von 1 Euro pro Tag ist meist im Preis für Ihre Unterkunft enthalten.

Mietwagen

Filialen internationaler oder nationaler Autovermietungen gibt es in allen größeren Ferienorten. Auch Reisebüros kümmern sich um die Buchung. Die Anmietung vor Ort ist meist preiswerter als die Reservierung über große Anbieter wie Avis oder Europcar. Vorab sollten Sie Preise und Leistung vergleichen, da manche Firmen Steuern und Versicherung zusätzlich berechnen.

Notruf

Polizei Tel. 122, Feuerwehr Tel. 123, Notarzt Tel. 124, Bergwacht Tel. 040 256084

Denken Sie bei Anrufen mit nicht montenegrinischer SIM-Karte an die Ländervorwahl: 00382.

Öffentliche Verkehrsmittel

Ein flächendeckendes Autobusnetz verbindet alle größeren Städte miteinander, auch an der Küste verkehren mehrere Linien regelmäßig zwischen den Hauptdestinationen. Tickets können sowohl am Busbahnhof (autobuska stanica) als auch beim Fahrer gekauft werden und sind, verglichen mit westeuropäischen Tarifen, sehr günstig. Die von Bar nach Belgrad verkehrende Bahn hält mehrmals täglich in Sutomore, Podgorica, Kolašin, Mojkovac und Bijelo Polje.

Öffnungszeiten

Es gibt keine festen Öffnungszeiten. Geschäfte und Restaurants sind im Sommer oft bis Mitternacht geöffnet. Viele Ämter haben ab 16 Uhr geschlossen. Die Postämter sind an Werktagen zwischen 7 und 20 Uhr geöffnet, in der Touristensaison mitunter sogar länger.

Preise

Die Lebensmittelpreise sind in den letzten Jahren um fast 50 Prozent gestiegen, Wurst und Käse etwa sind mittlerweile nur noch unwesentlich günstiger als in Deutschland. Das Gleiche gilt für Obst und Gemüse, das nicht importiert ist. Zudem sind die Preise im Land nicht einheitlich. Beispielsweise zahlen Sie in Bar für viele Produkte weniger als in Budva. Das Leben im Landesinneren ist grundsätzlich günstiger. Teuer sind auch die Sonnenliegen an den Stränden: Etwa 10 Euro ist die Regel, wer es fürstlich mag, der zahlt für Strandbetten mit Baldachin bis zu 100 Euro.

Sprache

Die Suche nach einer bestimmten Straße kann sich in Montenegro schwierig gestalten. Während in diesem Reiseführer und im Internet Adressen leicht lesbar, weil in der lateinischen Schrift sind, finden Sie vor Ort Straßennamen nur in kyrillischen Zeichen. Da hilft oft nur noch fragen. Im Süden und Nordosten Montenegros ist Albanisch neben Montenegrinisch zweite Amtssprache. Straßenschilder sind deshalb zweisprachig, die Stadt Ulcinj z. B. heißt auch Ulqin.

In Ihrem MARCO-POLO-Reiseführer finden Sie häufig die Abkürzung Sv. Sie steht für alle montenegrinischen Formen des Wortes Sankt, also Sveti (männlich), Sveta (weiblich) und Svetog (sächlich).

Telefon & Handy

Montenegro hat mehr Handys als Einwohner, drei Mobilfunkbetreiber buhlen um die Kundschaft: Telenor (069), m:tel (068) und T-Com (067). Die Minutenpreise sind höher als in Deutschland, auch Roaming sowie Internetverbindungen sind viel teurer. Wenn Sie vor Ort mit dem Handy telefonieren wollen, kaufen Sie am besten eine Prepaidkarte mit einer montenegrinischen Nummer am Zeitungskiosk oder im Supermarkt. Bei der Post gibt es Karten für Festnetzverbindungen, Sie können auch gleich vor Ort telefonieren. Wenn Sie innerhalb des Landes telefonieren, wählen Sie die Orts- bzw. Mobilfunkvorwahl, die immer mit einer Null beginnt, und dann die Anschlussnummer. Telefonieren Sie vom Festnetz innerhalb eines Orts, entfällt die Ortsvorwahl. Bei Anrufen aus dem Heimatland nach Montenegro und umgekehrt wählen Sie die Landesvorwahl, gefolgt von der Orts- bzw. Mobilfunkvorwahl ohne die führende Null und der Anschlussnummer. Internationale Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Montenegro 00382.

Trinkgeld

In Cafés ist es üblich, kleinere Beträge aufzurunden. Für Touristen ist es jedoch angemessen, 10 bis 15 Prozent des Gesamtbetrags auf die Rechnung aufzuschlagen.

Unterkunft

Die Zeit der dürftig möblierten Zimmer (sobe) an der Küste ist vorbei, sie werden nur noch in den Bergen angeboten. Unzählige Nobelherbergen wachsen an der Adria in den Himmel. Auch private Apartments (apartmani) sind überall zu finden - Internet und Kabel-TV gehören hier selbstverständlich dazu, und oft gibts sogar Meerblick. Das Preisgefälle an der Küste ist groß: Herceg Novi, Budva oder Perast haben die höchsten Preise, ab Petrovac Richtung Ulcinj wird es billiger. Außerdem: In der Vor- und Nachsaison fallen die Preise um bis zu 40 Prozent. Unzählige Angebote gibt es im Internet, z. B. auf www.montenegro-sea.com. In den Unterkünften, die direkt an der Promenade liegen, aber auch in den Altstädten (etwa in Budva oder Kotor) kann es nachts laut werden.

Zeit

Es gilt die MEZ beziehungsweise MESZ.

Zoll

Die Ein- und Ausfuhr von Devisen ist bis zu einem Betrag von 10000 Euro möglich. Eingeführt werden dürfen keine Lebensmittel, jedoch Trockenobst, Tee und Kaffee, 2 l Saft und 5 l Wasser. Weiterhin sind 2 l alkoholische Getränke mit weniger als 22 Prozent oder 1 l Spirituosen mit mehr als 22 Prozent Alkoholgehalt, 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak zollfrei. Dieselben Freimengen für Alkohol und Tabakwaren gelten bei der Rückkehr in die EU. Freimengen bei der Rückreise in die Schweiz: 5 l alkoholische Getränke bis 18 Prozent Alkoholgehalt und 1 l mit mehr als 18 Prozent, 250 Zigaretten bzw. Zigarren oder 250 g Tabak. Zusätzlich wird bei der Einreise in die Schweiz Mehrwertsteuer fällig, wenn der Wert der eingeführten Waren 300 Franken übersteigt. Weitere Infos: www.zoll.de, www.bmf.gv.at/zoll, www.ezv.admin.ch

Events, Feste & mehr

Feiertage

1./2. Jan.

Neujahr

7./8. Jan.

orthodoxes Weihnachtsfest

März/April

Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag

1./2. Mai

Tag der Arbeit

21. Mai

Tag der Unabhängigkeit

13. Juli

Tag der Staatsgründung

25.-27. Juni 2017, 15.-17. Juni 2018, 5.-7. Juni 2019

Bajramfest am Ende des Fastenmonats Ramadan

13. Nov.

Geburtstag des Dichterfürsten Njegoš, Tag der Kultur

24./25. Dez.

katholisches Weihnachtsfest

Feste & Veranstaltungen

Viele Veranstalter geben genaue Termine erst kurz vor ihrem Event bekannt. Wenn auf dieser Seite kein Datum angegeben ist, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Website der Tourismusorganisation www.montenegro.travel.

Januar

Weihnachten mal ganz anders: mit heidnischen Ritualen, orthodoxen Kirchenchören und farbenfrohen Prozessionen. Heiligabend am 6. Jan. ist ein besonderes Ereignis, das in Kirchen und Klöstern groß gefeiert wird. Ein Eichenast, der badnjak, soll Glück bringen.

Februar

Mimosenfest in Herceg Novi: Mit buntem Treiben werden an einem wechselnden Termin die ersten Mimosenblüten an der Uferpromenade begrüßt. Gelb, laut und empfehlenswert!

In der Karnevalszeit Maskenbälle und bunte Prozessionen entlang der Küste, unter anderem beim Karneval in Kotor

April

Palmsonntag (Vrbica) ist bei den Orthodoxen ein Kinderfest. Kränze aus Palmzweigen werden geflochten, eine kleine Glocke klingelt und Popen segnen die Festtagsprozession mit Weihrauch.

Jazz am Mittag heißt es am 30. April. Dann wird in zehn großen Städten, unter anderem Podgorica, Budva und Kotor, der Internationale Jazztag gefeiert.

Mai

Freeclimber klettern an den steilen Kliffs von Kotor und Nikšić um die Wette beim Montenegro Cup.

Am 19. Mai findet landesweit die Nacht der Museen statt.

Geburtstag Titos: Auch wenn nicht alle Jugoslawen ihren sozialistischen Staat geliebt haben, ihren Präsidenten Tito haben sie innig verehrt. Am 25. Mai wird in Tivat mit Fahnen und Revolutionsgesängen sein Geburtstag gefeiert.

Juli

Die Fashion Week von Kotor zeigt Dior und Gucci, aber auch Kreationen einheimischer Designer.

Festival der Männerchöre in Perast. Die klape haben höchstens acht Mitglieder und tragen ihr Repertoire a cappella vor.

Tage der Olive: In den letzten Juliwochen dreht sich in Tivat alles um die Olive. Es gibt Öl und beste Bioprodukte zum Kosten und Kaufen.

Brückenspringen in Mojkovac: Wagemutige stürzen sich von der Tarabrücke in den Fluss und werden prämiert.

August

Beim Montenegro Filmfestival Anfang des Monats werden auf der Festung Kanli kula in Herceg Novi Filme aus der Region und aller Welt gezeigt. Englische Untertitel gibt es nicht immer, aber die Vorführungen unter freiem Himmel sind in jedem Fall ein Erlebnis.

In Rožaje zeigen kundige Sammler auf einer Pilz- und Kräutermesse alles, was in der Umgebung wächst.

Schwimmmarathon an der Küste zwischen Bar und Sutomore

Sommerkarneval in Kotor und Petrovac

September

Foodmesse in Virpazar: Winzer, Obstbauern und Imker stellen ihre Produkte vor. Dazu gibt es Tanz und Gesang.

Oktober

Halloween in Budva: Hexen und Nixen haben einen Tag lang das Sagen.

Dezember

Am 31. Dez., kurz vor Mitternacht, sind in vielen Städten kostenlose Neujahrskonzerte unter freiem Himmel zu hören.

Bloss nicht

Zu schnell fahren

Es kann anstrengend sein, wenn Busse oder Lastwagen den Verkehr bremsen und Sie hinterhertuckern müssen. Lassen Sie sich in solchen Momenten nicht dazu verleiten, aufs Gaspedal zu drücken, sondern lehnen Sie sich lieber zurück und fahren langsam. Auf den kurvenreichen Straßen Montenegros ist das sicherer. Zudem wachen überall Radarkontrollen oder Polizisten über die Einhaltung des Tempolimits.

Leitungswasser trinken

In vielen Ortschaften, vor allem an der Küste, fließt noch immer das sogenannte technische Wasser aus dem Hahn. Es ist kein Trinkwasser! Deshalb: Lieber eine Flasche Mineralwasser an den Strand mitnehmen, es löscht den Durst und schmeckt auch gut.

Die schwarzen Berge unterschätzen

Der bergige Norden ist noch immer ein touristischer Geheimtipp. Jedoch ist das Wetter auf 1500 m Höhe oft unberechenbar, und die Wege sind nicht immer so gut gekennzeichnet, wie man es aus deutschen Gebirgsregionen kennt. Deshalb ist es ratsam, in Gruppen von mindestens drei Personen auf Tour zu gehen und auf Wanderungen einen Bergführer mitzunehmen. Informieren Sie sich außerdem vorher über das Wetter. Geben Sie vor dem Beginn der Tour in Ihrer Unterkunft Bescheid, und nehmen Sie zur Sicherheit die Nummer Ihres Hotels mit.

Einfach ins Taxi steigen

Taxen gibt es, vor allem an der Küste, sehr viele, doch nicht alle Fahrer sind ehrlich. Das Taxameter hat nicht viel zu sagen, der vorher ausgemachte Preis aber gilt. Also: Bevor Sie in den Wagen steigen, fragen Sie, was die Fahrt kostet, und handeln Sie. Die meisten Fahrer sprechen ein paar Brocken Englisch. Wenn Sie längere Fahrten planen, holen Sie direkt am Taxistand verschiedene Angebote ein.

Moscheen mit Schuhen betreten

In kleineren muslimischen Gemeinden sind spontane Einladungen, Moscheen zu besichtigen, keine Seltenheit. Ziehen Sie davor Ihre Schuhe aus, wie die Muslime es auch tun! Für Besuche von Kirchen und Klöstern gilt: Betreten Sie die Gebäude nicht in allzu lockerer Kleidung. Orthodoxe Gläubige verlassen religiöse Orte übrigens rückwärts - mit Blick auf die Ikonen.

Fragen Nach Sprache und Religion stellen

Montenegro ist ein multikulturelles Land: Serben, Albaner, Kroaten und Bosnier leben hier, weniger als die Hälfte der Einwohner bezeichnen sich als Montenegriner. Die Lage ist kompliziert, der Streit um Sprache und Nation dauert an. Nicht minder kompliziert ist die Frage nach der Religionszugehörigkeit. Wenn Sie mit Einheimischen ins Gespräch kommen, reden Sie lieber übers Wetter, das ist unproblematisch.

Bücher & Filme

Enzyklopädie der Toten

Danilo Kiš (1935-89) wird zu den bedeutendsten Literaten des Balkans gezählt. Seine Parabeln über Leben, Liebe und Tod haben ihn berühmt gemacht. Die meisten seiner Bücher sind auch auf Deutsch erschienen

Die Brücke über die Drina

Für die Geschichte der steinernen Brücke, die in der Türkenzeit über den Fluss Drina gebaut wurde, trug Ivo Andrić (1892-1975) 1961 den Nobelpreis nach Jugoslawien. Seinen Lebensabend verbrachte der Autor in Herceg Novi

Die neue Klasse

Das Hauptwerk von Milovan Ðilas (1911-1995) übt starke Kritik am Sozialismus im damaligen Jugoslawien. Auch andere Bücher des ehemaligen montenegrinischen Partisanen, der später unter Tito zum Dissidenten wurde, sind ins Deutsche übersetzt

Die Schlacht an der Neretva

Der Streifen (1969) ist einer von mehreren Filmen, die der aus Nikšić stammende Regisseur Veljko Bulajić in den 1960er-Jahren über den Kampf der jugoslawischen Partisanen gegen die deutschen Truppen während des Zweiten Weltkriegs drehte. Die Produktionen wurden mit viel Geld vom jugoslawischen Staat unterstützt. In "Neretva" spielen unter anderen Yul Brynner und Hardy Krüger

0-5 °C
3 h/Tag
15 °C

Fakten

Einwohner 622.359
Fläche 13.812 km²
Sprache Montenegrinisch
Währung Euro
Strom 220 V, 50 Hz
Regierungssystem Republik
Hauptstadt Podgorica
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 09:52 Uhr
Zeitverschiebung keine

Anreise

17h 45min
1d 3h 27min
1h 50min
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