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Menorca

Check-in

Menorca ist die Lieblich-Stille unter den eher vorlauten Schwesterinseln, denn Menorca wird von bodenständigen Menschen bewohnt, die der Vernunft dem schnell verdienten Geld meist den Vorzug geben. Die Insel hat damit Gäste gewonnen, die idyllische Buchten, traumhafte Strände, romantische Altstädte und geheimnisvolle Relikte aus grauer Vorzeit zu schätzen wissen.

Vor allem für Liebhaber der Natur hat Menorca viel zu bieten. Rund 40 Prozent der Insel sind bewaldet, im Inselnorden findet man Pinien und Aleppokiefern in großen Waldflächen. Beeindruckend ist der Artenreichtum; so kommen in den trockenen Sturzwassergräben, den barrancs, bis zu 200 Pflanzenarten vor, von denen 25 endemisch, also nur auf Menorca zu finden sind. Auch einige Tierarten sind eng mit dem menorquinischen Lebensraum verbunden. Die cavalls z. B. gehören einer nur auf der Insel heimischen Pferderasse an, und für zehn Tier- und vier Pflanzenarten wurde die Insel sogar zum genetischen Reservoir erklärt. Die rotbraunen Milchkühe gehören dazu, aber auch Milan, Adler und Falke, Wasserschildkröten und eine kleine Geierart.

Menorca ist – wie Paul Fallot, einer der führenden Inselgeografen, einmal humorvoll bemerkte – der Form einer gewaltigen Saubohne nicht unähnlich. Auch an einen Nierentisch fühlte sich der Forscher erinnert. In der Tat hat die Insel zwei grundverschiedene Seiten. Die Tramuntana im Norden kennzeichnen tief ins Landesinnere gefräste Fjorde (calas), bizarre Felsformationen und eine unregelmäßige Küstenlinie mit einer Reihe natürlicher Häfen. Hier herrscht dunkles Gestein vor, das, durch Wind und Meer geformt, weiten Teilen der Küstenlinie einen rauen Charakter verleiht. Hier leben von jeher weniger Menschen als im Zentrum und an der Südküste. Der Norden gehörte Fabelwesen und Göttern. Zahlreiche Inselsagen spielen an Schauplätzen entlang der windgepeitschten Nordküste. Andererseits stößt man in den nordwestlichen Teilen der Insel auch auf große Weideflächen. Goldgelbe Kornfelder und Blumen verwandeln die Landschaft im Frühjahr und Herbst in ein Farbspektakel. Die Vegetation reicht oft bis hinunter zur Küste, klammert sich immer enger an den felsigen Boden. Nur die äußersten Landzipfel, die Kaps, sind völlig kahl. Hier schäumt an stürmischen Herbst- oder Frühjahrstagen die Gischt bisweilen haushoch auf und überzieht den dunklen Küstenfels mit einem weißen Niederschlag aus Salz.

Ganz anders der Migjorn im Süden mit einer geschlosseneren Küste, mit kleinen Buchten, zumeist bewaldeten Tälern und Schluchten. Der Südteil Menorcas ist eine gewaltige Kalktafel von 50–60 m Höhe, die, leicht gen Süden abfallend, nur durch den Verlauf der Abflussschneisen aufgebrochen wird. Hier lacht Menorcas sonniges Gesicht, wirkt die Architektur leichter und mediterraner, hier wachsen Pinien und Kiefern gerade in den Himmel, weitgehend verschont von den starken Winden aus dem Golfe du Lion, die an über hundert Tagen im Jahr mit Spitzengeschwindigkeiten von über 100 km/h über den Inselnorden hinwegfegen. Im Süden liegt die Mehrzahl der Strände; demzufolge zieht es hierher auch die meisten Touristen.

Mit einer Gesamtfläche von 700 km2 ist Menorca etwa eineinhalbmal so groß wie Ibiza, besitzt aber nur ein Fünftel der Fläche Mallorcas. Vom Cap Sa Mola bis zum Cap de Bajolí erstreckt sich die Insel über eine Länge von 47 km, bei einer Breite von 10 bis 19 km. Vor der 220 km langen Küstenlinie liegen verstreut 30 unbewohnte, zum Teil winzige Inseln. Von der großen Schwester Mallorca im Westen trennen Menorca kaum 45 km an der schmalsten Stelle zwischen Cap d’Artrutx und Cap Freu. Die katalanische Metropole Barcelona ist 241 km entfernt, Afrika nur 380 km. Das erklärt die milden Durchschnittstemperaturen von mehr als 25 Grad im Sommer und 14 Grad im Winter, bei über 2450 Sonnenstunden im Jahr.

Gegensätzlich wie Nord- und Südküste sind auch die beiden Enden der Insel. Hier das korrekte, pflichteifrige Maó im Osten und dort das aufmüpfigere und doch zugleich nachgiebigere Ciutadella im Westen. Unterschiede zeigen sich nicht nur in der Architektur, sondern auch in der Lebensauffassung. Der Wettstreit der beiden Metropolen schwelt bereits seit Jahrhunderten. Auch heute noch fährt der echte Ciutadeller nur ungern nach Maó. Meist lediglich, um Geschäfte oder unvermeidliche Behördengänge zu erledigen. Der Maoneser hält einen gewissen Dünkel dagegen: Notizen aus der westlichen Provinz werden in der Hauptstadt gern mit einem vielsagenden Heben der Augenbraue kommentiert.

Menorcas Wurzeln reichen tief in die Geschichte. Schon vor über 6500 Jahren sollen Menschen die Insel bewohnt haben. Einst kamen die ersten Besiedler wahrscheinlich mit Schilfbooten über das Meer. Auf einigen Wandzeichnungen der Höhlen Menorcas sind Schiffstypen zu sehen, die stark an entsprechende Abbildungen auf Kreta erinnern. Bis zu 4000 Jahre alt sind die ältesten Spuren, unvergängliche Steinbauten, ohne Mörtel zusammengefügt. Vor allem prähistorische Höhlen (coves) und Siedlungen (poblats prehistòrics) mit ihren steinernen Tischen, den taules, und Türmen, den talaiots, sowie die sagenumwobenen naus (navetas), die vermutlich ältesten erhaltenen Bauwerke Europas, warten teilweise noch auf ihre Entschlüsselung. So um das 15. Jh. v. Chr. muss es zu einer ersten Blütezeit gekommen sein. Innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne entstanden nicht weniger als 1500 Megalithbauten und die ersten große Siedlungskerne. Später nutzten Phönizier, Griechen, Karthager und Römer die strategische Lage der Insel, die Byzantiner machten sie sich untertan, schließlich die Araber.

Erst 1287, so ziemlich als Schlusslicht der christlichen Rückeroberung Spaniens, wurde Menorca den „Ungläubigen“ wieder entrissen – für die Insulaner damals nicht unbedingt eine Wende zum Besseren. Hungersnöte und Epidemien waren die Folge, und erst die Besetzung Menorcas durch die Engländer brachte den Handel, das Handwerk und die Kultur wieder in Schwung. Für das Jahr 1784 bezeugen die Inselchroniken 21 Goldschmiede und 150 Schuhmacher, Ende des 19. Jhs. lebten fast 40 Prozent aller Menorquiner von der Schuhproduktion. Heute gehören Schuhe, Modeschmuck und Käse zu den Exportgütern. Fischfang und Landwirtschaft verlieren dagegen immer mehr an Bedeutung, das Dienstleistungsgewerbe tritt immer weiter in den Vordergrund. Heute sind rund 60 Prozent aller Insulaner direkt oder indirekt im Fremdenverkehr beschäftigt. Auf Menorcas Flughafen landen jährlich rund 1,3 Mio. Fluggäste. Dennoch setzt man statt auf Massentourismus lieber auf umweltbewusste Individualurlauber. Menorca scheint bewusst die Sünden der großen und der kleinen Schwestern im Südwesten vermeiden zu wollen, scheint die Auszeichnung als Reserva de la Biosfera nicht als geschickten Marketingschachzug zu verstehen und tatsächlich den Beweis dafür antreten zu wollen, dass ein vernünftiges Maß an Tourismus durchaus mit intakten sozialen und kulturellen Strukturen und einer weitgehend unzerstörten Natur in Einklang stehen kann. Ganz nach dem Motto: Urlaub muss nicht Sünde sein!

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Der Blick in der Umgebung des Leuchtturms, der sich auf dem Nordkap erhebt, ist traumhaft. Über gewaltige Abstürze hinweg schauen Besucher links auf das Felseiland Illa des Porros, rechts aufs Cap…
Ein markanter, schwarz-weiß geringelter Leuchtturm, bizarre Steinformationen in schwarzem Schiefer und seine große Abgeschiedenheit charakterisieren dieses Kap, das großartige Ausblicke über die…
Wie ein Igel mit Antennen und Spitzen besetzt, buckelt der Monte Toro (El Toro) seine 357 m aus der sonst nur leicht hügeligen Landschaft. Die höchste Erhebung der Insel bietet nicht nur einen…
In der Begründung für die Schaffung des Biosphärenreservats wird das zweitgrößte Feuchtgebiet der Balearen - das größte ist die Albufera Gran auf Mallorca - als Herzstück beschrieben. 1995 lö…
In dieser Bucht findet man ein 100 m langes Strandhalbrund mit feinem weißem Sand und anschließendem Pinienhain.
Klares, türkisfarbenes Wasser, eingefasst in einen Ring aus grauem Kalkstein, im Hintergrund der Sandstreifen und ein kleines Feuchtbiotop, in dem früher Schildkröten lebten: Menorcas Vision vom…
Obwohl etwas größer als Maó, legt Ciutadella einen gemächlicheren Lebensrhythmus an den Tag als die quirlige Konkurrenzmetropole. Die Menschen scheinen hier mehr Zeit zu haben als im geschäftigen…
Höhepunkte der größten Inselfiesta Festes de Sant Joan im Juni in Ciutadella sind Reiterprozessionen (caragols), Konzerte und Feuerwerk.
Diese Rundfahrt mit dem Glasbodenboot durch den größten Naturhafen des Mittelmeers ist ein Muss für jeden Menorca-Urlauber. Teilnehmer sollten möglichst früh starten, um den Besucherandrang zu…
Schön ist es, sich durch Maós Flanierstraßen treiben zu lassen, noch schöner ist es, die Stadt vom Wasser aus zu erleben. Lass dir die einstündige Hafenrundfahrt in Maó nicht entgehen.…
Bootstouren mit den Rutas Marítimas de la Cruz führen zu entlegenen Stränden und Badebuchten, die über Land oft kaum erreichbar sind. Das kleine Schiff fährt Teile der West- und Südküste ab,…

MARCO POLO Reiseführer

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Praktische Hinweise

Anreise

Nur rund zwei Flugstunden trennen Menorca von allen wichtigen Flughäfen Mitteleuropas. Die günstigsten Angebote findet man im Charter mit oder ohne Pauschalofferte sowie im Rahmen von Sonderangeboten der großen Reiseveranstalter, etwa „1–2-Fly“-Flüge. Aber auch Linienflüge (u. a. Condor direkt oder Iberia über Barcelona) verbinden das europäische Ausland mit dem Aeroport de Menorca.

Anreise über Frankreich am besten auf der Autobahn A7 Dijon–Lyon– Nîmes durchs Rhonetal, dann auf der A9 nach Perpignan, bei Figueres über die Grenze nach Spanien und zur Fähre ab Barcelona oder València. Autobahnen in Frankreich und Spanien sind gebührenpflichtig.

Fähren gehen ab Barcelona und València mehrmals wöchentlich, im Sommer häufiger, Zielhafen ist Maó (ca. 8 Std.). Mit der Nachbarinsel Mallorca ist Menorca durch die Fährverbindungen Maó–Palma verbunden (6–7 Std.TrasmediterráneaMaóMoll Comercial902454645www.trasmediterranea.es). Weitere Verbindungen: Alcúdia–Ciutadella (ca. 3 Std.Iscomar902119128), Alcúdia–Ciutadella/Maó (Schnellboot mit AutobeförderungBaleària902160180www.balearia.com) und Cala Ratjada–Ciutadella (Schnellboot ohne AutobeförderungCape Balear902160180www.balearia.com). Reservierungen sind in der Sommersaison (Mai–Okt.) vor allem für Fahrten mit Pkw vom Festland her zu empfehlen.

Auskunft

Spanisches Fremdenverkehrsamt Turespaña

FrankfurtMyliusstraße1460323069 725033www.spain.info

WienWalfischgasse8101001 5129580

ZürichSeefeldstrasse1980080442536050

Info und Hotelnachweis am Ort:

Oficina de Información Turística

Maó (im Rathaus902929015)

Ciutadella (Plaça de la Catedral5971382693www.ajciutadella.org)

Hilfe und Informationen an Ort und Stelle geben nicht nur die beiden Tourismusbüros in Maó und Ciutadella, sondern auch der Infostand am Flughafen (Ankunftshalle | nur im Sommer), das Büro am Hafen von MaóMoll de Llevant2971355952 sowie ein mobiles Hilfsbüro, das im Sommer jeweils für einen Tag die wichtigsten Ferienorte anfährt. Neu ist der Kultur-Informationsdienst der Stadtverwaltung von Ciutadella im Windmühlenmuseum Molí des Comte. Allgemeine Informationen: www.tourspain.es, www.visitmenorca.com, www.visitbalears.com oder über das Callcenter: 902929015

Auto

Wenn nicht anders ausgeschildert, beträgt die Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften 50, auf Landstraßen 80 km/h bzw., wenn diese mit einem mindestens 1,5 m breiten Randstreifen versehen sind, 100 km/h. Anschnallpflicht gilt auch für den Beifahrer und Mitreisende im Fond (wenn dort Gurte vorhanden sind). Für Mofas und Motorräder besteht Helmpflicht. Autofahrer müssen zwei reflektierende Westen und zwei Warndreiecke für den Pannenfall mitführen; die Benutzung des Handys ohne Freisprecheinrichtung ist dem Fahrer streng verboten. Mit Alkoholkontrollen ist mittlerweile immer häufiger zu rechnen; die Promillegrenze liegt bei 0,5.

Man fährt auf Menorca mit einer gewissen mediterranen Nonchalance. Das wird besonders deutlich vor Fußgängerüberwegen, die weitgehend ignoriert werden, und vor Ampeln, wo man gern noch bei Gelb/Rot durchrauscht.

Super, Diesel und Bleifrei (sin plomo) und auch Bleifrei Super oder Extra (98 Oktan) sind an elf Tankstellen zu haben: in Maó (3), Ciutadella (3), Alaior (2), Sant Lluís, Es Mercadal und an der Landstraße Maó–Fornells.

Banken & Kreditkarten

Banken und Sparkassen sind für gewöhnlich nur 9–13 bzw. 14 Uhr geöffnet, Wechselstuben (für Schweizer) in den Tourismusorten oft auch nachmittags. Geldautomaten sind zahlreich vorhanden. Kreditkarten sind durchaus üblich und werden von fast allen Boutiquen, Hotels und Restaurants akzeptiert. Kartenanbieter mit einem umfangreichen Netzwerk auf der Insel sind VISA, Mastercard und Eurocard; American Express und Diners Club sind bislang nicht sehr weit verbreitet.

Busse

Die meisten Reiseveranstalter verfügen über ein eigenes Transfernetz zwischen Flughafen und Unterkünften. Das öffentliche Verkehrsnetz wird von drei Unternehmen beherrscht: TMSA971360475, Autos Fornells686939246 und Torres971386461. Die aktuellen Busfahrpläne für den Raum Maó und zum Flughafen kann man im Netz unter www.e-torres.net abrufen.

Camping

Über Erlaubnis/Verbot befindet die jeweilige Gemeinde oder der jeweilige Grundstücksbesitzer. Von wildem Zelten ist unbedingt abzuraten. In den Naturschutzgebieten ist Campen verboten! Zwei Campingplätze gibt es: S'Atalaia (Ferreries–Cala Galdana (km 4)971374232www.campingsatalaia.comMai–Okt.), 3 km von der Küste entfernt, in einem Pinienhain zwischen Ferreries und Cala Galdana, und, neu und mit vielen Sportmöglichkeiten, Son Bou (Carretera de San Jaume, km 3,5971372727www.campingsonbou.comApril–Okt.).

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Konsulat

Carrer des Negres32Maó971361668Mo–Fr 12–13.30 Uhr

Österreichisches Honorarkonsulat

Carrer dels Paraires23Palma de Mallorca971425146Mo–Fr 10–13 Uhr

Schweizerisches Konsulat

Gran Via Carlos III9408028934090650Mo–Fr 9–12.30 Uhr

Einreise

Ein Personalausweis ist – auch wenn bei der Einreise aus Schengen-Ländern nicht mehr kontrolliert wird – gegebenenfalls notwendig bei Polizeikontrollen (für Autofahrer), bei der Anzeige eines Diebstahls usw.; ein Reisepass tut es natürlich auch.

Fernsehen

Fast alle Hotels verfügen auch über eine Satellitenschüssel mit Möglichkeiten zum Empfang deutsch- und englischsprachiger Sendungen.

FKK

Im Gegensatz zu den anderen Baleareninseln hat Menorca keinen FKK-Strand ausgewiesen. Oben ohne wird aber an allen Stränden geduldet. In kleinen, versteckten Buchten sonnen sich viele auch ganz hüllenlos.

Gesundheit

Apotheken (farmacias) sind mit einem grünen Kreuz – meist als Neonleuchte – gekennzeichnet. Nach Geschäftsschluss ist der nächste Notdienst im Aushang genannt.

Im Krankheitsfall gilt die deutsche bzw. europäische Krankenversicherungskarte resp. eine Ersatzbescheinigung. Oft müssen ärztliche Leistungen dennoch bar bezahlt werden; dann unbedingt vom Arzt (auch für teure Medikamente oder zahnärztliche Behandlung) eine Quittung (recibo oficial) ausstellen lassen, die die meisten deutschen Krankenkassen durch anteilige Kostenübernahme anerkennen.

In den Feriengebieten sind spezielle centros médicos auf Bedürfnisse, Verständigungsprobleme und die häufigsten Urlaubserkrankungen von Feriengästen vorbereitet. Den Zahnarzt findet man unter der Bezeichnung dentista. Vor Reiseantritt empfiehlt sich eine Schutzimpfung oder Immunglobulingabe gegen Reisehepatitis (Hepatitis A). Krankenwagen061 sind Tag und Nacht erreichbar.

Internet/Wlan

Offiziell sind nur etwa zwölf regionale WLAN-Hotspots (WiFi) auf ganz Menorca gemeldet, die alle im Bereich von Maó und Es Castell angesiedelt sind. Davon sind mindestens zwei frei zugängig (im Hafengebiet von Maó). Die Inselregierung richtet gerade in allen größeren Orten WiFi-Zugänge ein, bei denen die ersten 30 Minuten kostenlos sind. Eine Reihe von Lokalen (meist Cafés) und viele Hotels (fast immer im Aufenthaltsbereich) weisen dagegen kleine, lokal begrenzte WiFi-Zonen auf. Fast immer muss man jedoch an der Rezeption oder beim Lokalbesitzer den entsprechenden Zugangscode erfragen. Zum Beispiel mit diesem Worten: „Cual es la clave de la red inalambrica?“. Häufiger als z. B. auf dem spanischen Festland werden für die Nutzung allerdings Gebühren verlangt (3–6 Euro pro Tag). Informationen geben die Reiseleitung oder der Portier. Nützliche Websites:

www.menorca-info.de (deutsche Website mit aktuellen Infos); www.menorca-web.de (übersichtliche Website in Deutsch); www.visitmenorca.com (knapper Inselüberblick); www.travel.preisvergleich.de (Preisvergleich aller bekannten Reiseveranstalter vor allem für Last-Minute-Flüge); www.spanien-wetter.de/menorca (aktueller Wetterüberblick).

Internetcafés

Internetcafés sind dünn gesät. Bisher gibt es sie in Ciutadella (Plaça des Pins37), Maó (Carrer Nou25) und Es Mercadal (Ave. Mestre Gari48). www.caninternet.net

Mietfahrzeuge

Autos kann man am Flughafen und in allen größeren Touristenorten leihen. Fahrräder findet man in fast allen Feriengebieten, Motorräder nur in Ciutadella und Maó. Preisvergleiche lohnen sich; die teuersten Vermieter sind die am Flughafen. Ein Twingo ist für 25–40 Euro pro Tag zu mieten, ein Peugeot 206 bzw. ein Renault Megane für 33–53 Euro/Tag, Versicherung inbegriffen. Angebote für Mietwagen finden Sie auch unter www.autosmenorca.com, www.autosmaximo.com oder www.binicars-menorca.com. Mietangebote für Autos, kleinere Motorräder und Fahrräder gibt es in Maó bei Autos Mahon RentMoll de Llevant36–36971365666www.autosmahonrent.com. Fahrräder vom Mountainbike bis zum Straßenrennrad kann man bei Bike Menorca sowohl in CiutadellaPlaça Menorcawww.bikemenorca.com als auch in MaóAv. Francesc Femenías44 anmieten.

Post

Das Porto für Briefe (bis 20 g) und Postkarten ins übrige Europa beträgt zurzeit 61 Cent. Briefmarken gibt es bei der Post und in allen mit den Nationalfarben gekennzeichneten Tabakläden; Poststellen sind nur vormittags (in Maó ganztägig) geöffnet. Hauptpostämter: AlaiorCarrer Forn1, Es CastellCarrer Llevant, CiutadellaPlaça des Born5, MaóCarrer Bonaire15.

Preise

Verglichen mit den Preisen auf dem Festland sind die auf der Insel etwas höher, besonders bei vielen Lebensmitteln. Der Eintritt für Museen liegt bei 3–5 Euro, das Menü in einem mittleren Restaurant kostet 15–30 Euro.

Radio

Deutsche Welle über Kurzwelle: 49-m-Band, 6115 bzw. 6075 kHz, oder 31-m-Band, 9545 kHz, tagsüber

Sprache

Deutsch spricht fast niemand auf Menorca. Dafür kommt man mit Englisch gut oder noch besser natürlich mit Spanisch (castellano) weiter. Wer seine Gastgeber mit einigen Brocken català überraschen möchte, findet im Sprachführer ab S. 116 ein paar Redewendungen. Zu beachten ist jedoch, dass der Dialekt menorquí einige Unterschiede zum Katalanischen aufweist.

Strom

Die Netzspannung ist in Hotels und Hostals überall 220 Volt. Probleme gibt es nur ganz selten bei älteren Installationen mit den Steckdosen; Adapter für diese Fälle findet man aber in jedem Elektrogeschäft.

Taxi

Taxis bekommt man selbst in kleineren Ortschaften, zumeist an einem ausgewiesenen Taxistandplatz. Sollte am Ort keines bereitstehen, hilft die Taxizentrale weiter. 971367111

Telefon & Handy

Telefoniert wird mehr und mehr mit der Magnetkarte (tarjeta telefónica), die in vielen Tabakläden, in Kiosken und Poststellen zu bekommen ist. Auslandsgespräche sind von jeder Telefonzelle mit der Aufschrift Internacional und von den locutores públicos (Telefonzentralen) aus möglich. Letztere bieten den Vorteil, dass erst nach Gesprächsende zeitgenau abgerechnet wird. Zum spanischen „Mondscheintarif“ telefoniert man zwischen 20 und 8 Uhr, Sa, So und feiertags durchgehend.

Mit mitgebrachten Handys können Sie problemlos telefonieren. Allerdings läuft die Verbindung stets über den heimischen Provider, sodass Sie immer ein teures Ferngespräch führen, auch wenn Sie nur eine Nummer auf der Insel anwählen. Die Möglichkeit neuerer Smartphones, sich ins Internet einzuloggen, sollte allerdings nur im Notfall genutzt werden, denn die Anschlussgebühren sind teilweise extrem hoch. Um kostspielige Überraschungen zu vermeiden, sollte man auch darauf achten, dass alle automatischen Dienste (z.B. Software-Aktualisierungen etc.) für den Zeitraum der Reise deaktiviert sind. Für den, der viel innerspanisch telefonieren möchte, könnte die Anschaffung eines Handys mit Prepaidkarte (móvil con tarjeta prepago) von einem spanischen Anbieter interessant werden, z.B. von Movistar, Vodafone, Orange oder Yoigo. Zur Anschaffung ist lediglich ein gültiger Pass oder Personalausweis nötig.

Die Landesvorwahl für Spanien ist 00340 (eine innerspanische Vorwahl gibt es nicht mehr), für Deutschland 00490, für Österreich 00430 und in die Schweiz 00410. Es folgt die Ortsvorwahl ohne Null, dann die Nummer. Telefonauskunft: 11818, 11825

Trinkgeld

Als Faustregel gilt: 5–10 Prozent des Rechnungsbetrags sind für Dienstmädchen, Kellner und Portiers angemessen. Aber auch Taxifahrer, Platzanweiser und Fremdenführer freuen sich über ein Trinkgeld.

Zeitungen

Alle wichtigen bzw. auflagenstarken deutsch- und englischsprachigen Tages- und Wochenzeitungen sowie Magazine sind auch auf Menorca zu haben, meist allerdings mit einem oder zwei Tagen Verspätung. Eine deutschsprachige Urlauberzeitung wie auf Mallorca oder Ibiza gibt es aber nicht.

Zoll

Für EU-Bürger gelten folgende Zollfreimengen (Ein- und Ausfuhr): für den eigenen Konsum 800 Zigaretten, 400 Zigarillos, 200 Zigarren, 1 kg Tabak, 20 l Aperitif, 90 l Wein (mit einem Anteil von maximal 60 l Schaumwein) und 110 l Bier.

Schweizer Bürger dürfen u. a. maximal 200 Zigaretten und 1 l Spirituosen mit nach Hause nehmen.

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Cap d’any (Neujahr)

6. Januar

Tres Reis (Hl. Drei Könige)

17. Januar

Festa de Sant Antoni

1. März

Dia de les Illes Balears (Tag der Balearen)

März/April

Dijous Sant (Gründonnerstag)

Divendres Sant (Karfreitag)

1. Mai

Festa de Treball (Tag der Arbeit)

15. August

L’Assumpció (Mariä Himmelfahrt)

2. Oktober

Dia de l’Hispanitat (Entdeckung Amerikas)

1. November

Tots Sants (Allerheiligen)

6. Dezember

Dia de la Constitució (Verfassungstag)

8. Dezember

La Immaculada Concepció (Mariä Empfängnis)

25./26. Dezember

Nadal (Weihnachten)

Örtliche Feste & Veranstaltungen

März/April

Setmana Santa (Karwoche); Karfreitagsprozession in Maó; am Ostersonntag singen Chöre überall auf der Insel

April

23.: Festa de Sant Jordi (Georgstag); auf den Marktplätzen werden Rosen und Bücher verkauft

Letzte Aprilwoche: Setmana internacional de l’orgue (Internationale Orgelwoche) in den Kirchen in Maó

Mai

8.: Festa de la Verge del Toro; als Schutzpatronin der Insel wird die hl. Jungfrau vom Monte Toro geehrt

Mai/Juni

Pentecostés (Pfingsten); typisch die Landausflüge, oft verbunden mit einem Picknick der ganzen Familie

Juni

Setmana de l’opèra (Opernwoche) im Teatre Principal in Maó

Diumenge des Be (Sonntag des Schafs); der Beginn der Johannisfeiern wird mit einer Schafsprozession eingeleitet

23./24.: Festes de Sant Joan; Höhepunkt der Festwoche mit Reiterprozessionen (caragols), Konzerten und Tanz, Reiterspielen und Feuerwerk

29. Juni: Festa de Sant Pere; Fischerfest mit Segelregatten am Hafen von Maó

Juli

Ab 9.–Anf. Sept.: Festival de Música d’Estiu (Sommermusikfestival) im Priesterseminar in Ciutadella

15./16.: Festa del Carme in Maó, Ciutadella, Fornells; Schiffsprozessionen zu Ehren Unserer lieben Frau von Karmel

24./25., Es Castell: Festa de Sant Jaume zu Ehren des hl. Jakobus mit Pferdeumzügen, Musik und Feuerwerk am Hafen

3. So, Es Mercadal: Festa de Sant Martí zu Ehren des hl. Martin mit Umzügen und Reiterprozession

Ende Juli–Ende Aug.: Nits de música clàssica (klassische Musik) in Fornells

August

Erstes Wochenende, Es Migjorn Gran: Festa de Sant Cristófol zu Ehren des hl. Christophorus

2. Wochenende, Alaior: Festes de Sant Llorenç zu Ehren des hl. Laurentius; Pferderennen, Umzug

3. Wochenende, Sant Climent: Festes de Sant Climent zu Ehren des hl. Klemens, Wasserschlachten, Reiterumzug.

23.–25., Ferreries: Festes de Sant Bartomeu zu Ehren des hl. Bartholomäus; Pferdeumzüge, Jahrmarkt

4. Wochenende, Sant Lluís: Festes de Sant Lluís zu Ehren des hl. Ludwig, Umzug mit geschmückten Kutschen, Konzerte, Jahrmarkt, Feuerwerk

September

7.–9., Maó: Festes de la Verge de Gràcia zu Ehren der Schutzpatronin der Hauptstadt; Prozessionen, Reitervorführungen, Messen, Feuerwerk

Bloss nicht

Beim Baden leichtsinnig sein

Besonders Menorcas Süden ist bekannt für starke Meeresströmungen, die gerade an den größeren, offenen Stränden tückisch sein können. Deshalb stets Warnbojen beachten und nicht zu weit hinausschwimmen. Der Inselnorden kann beim Wehen der tramuntana gefährlich werden. Beachten Sie die rote Warnflagge an Stränden! In den letzten Jahren ist es im Sommer immer wieder zu einem massiven Auftreten von Quallen gekommen, die schmerzhafte Nesselverbrennungen hervorrufen können. Auch hier sollte man an bewachten Stränden auf Warnzeichen achten.

Bei fliegenden Händlern kaufen

Plötzlich tauchen sie am Strand auf: fliegende Händler mit einem mehr oder minder reichen Angebot an Früchten oder oder Getränken. Fast nie erfüllen sie die amtlichen oder hygienischen Voraussetzungen. Besser nichts kaufen!

Über Mauern klettern

Nicht jeder Menorquiner sieht gern Fremde über sein Grundstück laufen. Gelegentlich wurde sogar schon die Schrotflinte gezogen, öfter werden die Hunde losgelassen. Deshalb auf Wanderungen und bei der Suche nach einem „wilden“ Campingplatz unbedingt vorher mit dem Besitzer sprechen. Auf festen Wanderrouten immer darauf achten, nach Durchgang über Privatgrund alle Tore wieder zu schließen.

Waldbrandgefahr unterschätzen

Immer wieder kommt es zu Waldbränden, die nicht selten durch menschliches Fehlverhalten verursacht werden. Von Mai bis Oktober sind die Wälder besonders gefährdet, weil dann die Böden ausgetrocknet sind. Deshalb: kein offenes Feuer entzünden, keine Zigarettenkippen wegschmeißen, keine Abfallreste (gefährlich sind Glasreste und -flaschen) zurücklassen! Im Notfall sofort die 112 anrufen.

Auf Nelkenfrauen reinfallen

Neben den altbekannten Hütchenspielern treten in den Tourismusorten im Sommer auch „Nelkenfrauen“ in Aktion. Sie versuchen Urlaubern eine Blume anzustecken. Letztere – von soviel Herzlichkeit entwaffnet – zücken nicht selten die Geldbörse. Dieser Augenblick wird von den Nelkenfrauen genutzt, um sich im Getümmel oder im Eifer der Kommunikation selbst zu bedienen. Besser den „freundlichen“ Damen von vornherein aus dem Wege gehen oder bei zudringlichem Verhalten laut nach der Polizei (policia!) rufen.

Wasser verschwenden

Der Grundwasserspiegel Menorcas ist in den letzten Jahren Besorgnis erregend gesunken, viele Brunnen sind schon versalzen. Auch als Tourist können Sie durch den sparsamen Umgang mit Leitungswasser helfen, Wasser zu sparen.

Bücher & Filme

Balearen in Wort und Bild

Das 1897 erstmals erschienene Werk des Erzherzogs Ludwig Salvator (neu aufgelegt 2002) zeichnet ein beeindruckendes Bild der Inseln um die vorletzte Jahrhundertwende.

Geschichten von Menorca, über Menschen und Meer

Schöne Märchen und Erzählungen, die der auf der Insel lebende Autor Lothar Papst selbst illustriert hat.

Ciutadella de Menorca

Bildbände gibt es viele, jedoch nur wenige mit Erklärungen in deutscher Sprache. Eine Ausnahme ist dieser gelungene Band mit Texten von Florit Nín und Fotos von Lluís Beltran.

Habe Mohn gesucht

Der Schweizer Holzschnitzer und Maler Hansueli Holzer hat seine Inseleindrücke in eindringlichen Bildern auch filmisch festgehalten. Bezug über den Künstler: 052 7431477holzer.ramsen@dplanet.ch

Menorca

Aktuelle Menorca-Ansichten (60 Min. 2006) bietet diese DVD aus dem Komplett Media Verlag (www.digitalvd.de/anbieter/Komplett+Media.html).

11-18 °C
5 h/Tag
18 °C

Fakten

Einwohner 94.885
Fläche 692 km²
Sprache Katalanisch
Strom 220 V, 50 Hz
Hauptstadt Mahon
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 05:27 Uhr

Anreise

2h 10min
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In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

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