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Languedoc-Roussillon

Check-in

Strandvergnügen und Kultur, pralles Leben in quirligen Städten und wildromantische Landschaften - all das bietet das Languedoc-Roussillon. Das Freizeitangebot in den Badeorten am Mittelmeer ist riesig, auch für Kinder und Jugendliche. Historisch Interessierte können im Hinterland auf den Spuren der Katharer wandeln, die beeindruckende Burgen und Klöster hinterlassen haben, oder sich in der Festung von Carcassonne ins Mittelalter zurückversetzen lassen. Naturfreunden bieten die Pyrenäen und Cevennen überwältigende Landschaften und Abenteuerlustige stürzen sich mit Kanu oder Kajak in die Wildwasser von Tarn, Ardèche und Aude.

Haben Sie schon mal vom "französischen Florida" gehört? Da denkt man unwillkürlich an Sonne, Sand, Palmen und sonnengebräunte Menschen in bunten Freizeitklamotten. Der Golfe du Lion zwischen der Rhônemündung und der spanischen Grenze hat genau das zu bieten: Hier reiht sich am 200 km langen Sandstrand ein Badeort an den nächsten. Die Geburt dieses "französischen Florida" war ein groß angelegtes Planspiel. Als der französische Staat in den 1960er-Jahren beschloss, die mückenverseuchte und bis auf vereinzelte Ausnahmen als Badeplatz ungenutzte Küste des Golfe du Lion für den Tourismus zu erschließen, begann das Projekt mit einem Paukenschlag: La Grande-Motte. Die pyramidenförmig gestaffelte Ferienanlage mit allem, was dazugehört, um die Ferienideen der Zukunft zu verwirklichen, wurde zu einem weltweiten Medienspektakel. Und selbst heute ist diese futuristische Ferienmaschine an der Küste des Languedoc-Roussillon so einmalig wie bei der Entstehung. Wer hier Urlaub macht, hat eine eindeutige Wahl getroffen: für Sonnenbaden und für das Meer, für Surfen, Schnorcheln, Segeln. Oder für zwei oder drei Wochen im Adams- und Evakostüm, zum Beispiel in der Naturistenhochburg Cap d'Agde.

Die Region Languedoc-Roussillon mit den Departements Gard, Lozère, Hérault, Aude und Pyrénées-Orientales ist allerdings weit mehr als nur ein "französisches Florida". Vom Rhônetal bis zu den Pyrenäen, von der Petite Camargue bis zu den einsamen Höhen der Cevennen finden Sie unterschiedlichste Landschaften, die alle einen Urlaub wert sind. Schon bei Ausflügen ins küstennahe Hinterland gibt es viel zu entdecken, von Plätzen, an denen der älteste Europäer jagte, der "Mensch von Tautavel", über einmalige Meisterwerke römischer Baukunst wie den Pont du Gard, die Arena und die Maison Carrée in Nîmes oder frühe Siedlungen wie Oppidum d'Ensérune oder so attraktive Städte wie Béziers, Montpellier, Narbonne und Perpignan. Dabei entdecken Sie dynamische, dem Fortschritt verpflichtete Regionalmetropolen: die Universitätsstadt Montpellier etwa, die kühne Stadtprojekte wie Antigone und Odysseum verwirklicht hat. Oder Perpignan, das am Schnittpunkt der Kulturen zwischen Spanien und Frankreich seine katalanische Tradition kultiviert.

Die Städte im Languedoc-Roussillon sind zum Paradies für Architekten von Weltruf geworden. Montpellier hat nach Ricardo Bofill (Antigone) Stars wie Jean Nouvel für das 130 Mio. Euro teure Rathaus, Zaha Hadid für die 125 Mio. Euro teure Bibliothek des Departements Hérault oder Rudy Ricciotti für ein Wohn- und Geschäftshaus im nagelneuen Viertel Port-Marianne verpflichtet. Nîmes hat sich für das Kunstmuseum in der Nachbarschaft des römischen Tempels Maison Carrée an Sir Norman Foster gewandt, der Millau eine der schönsten Autobahnbrücken der Welt beschert hat. Der Preis ist hoch, die Kommunen wie Perpignan haben sich für die architektonischen Juwele wie das Theater L'Archipel von Jean Nouvel hoch verschuldet und verlangen mit Montpellier oder Nîmes mittlerweile die höchsten Wohnsteuern in ganz Frankreich.

Im Hinterland der Küste geht es etwas ruhiger zu. Auch das pays cathare, das Land der Katharer, der südfranzösischen Ketzer aus dem späten Mittelalter, hat sich dem Fortschritt nicht verschlossen. Das Prinzip der skywalks etwa, der Aussichtsplattformen mit schwindelerregendem Ausblick auf die Landschaft, wie man sie zum Beispiel vom Grand Canyon kennt, wurde für Schlösser wie Peyrepertuse übernommen. Die Besichtigung der Felsenburgen wird mit Attraktionen wie Raubvogelvorführungen garniert. Kann man es den heutigen Nachkommen der Katharer verdenken, dass sie aus dem tragischen Schicksal ihrer Altvorderen Kapital schlagen und ihre Produkte - vom Wein über Konfitüren bis Kunsthandwerk - mit diesem Etikett schmücken?

Oder locken Sie die Cevennen? Die Welt der einsamen Bergdörfer, der Kastanienwälder, der aufgegebenen, halb verfallenen Bauernhöfe? Zwar hat sich die Landflucht in den letzten Jahren etwas verlangsamt und wurde so manches leer stehende Haus von Zuzüglern aus anderen französischen Regionen oder aus dem europäischen Ausland zum Feriendomizil umgebaut - doch mit nur 10 Ew./km2 ist das Departement Lozère noch immer eines der am dünnsten besiedelten in Frankreich. Im Frühjahr beginnt die transhumance, der Auftrieb der Kuh- und Schafherden zu ihren Sommerweiden. Das weit verzweigte Netz der drailles, der seit Urzeiten von den Herden ausgetretenen Pfade, überzieht die Landschaft bis zu den Höhen des Mont Aigoual, Mont Lozère und Mont Aubrac. Doch die Cevennen sind nicht nur Höheneinsamkeit. Ebenso berühmt wie die in den Fels geschlagene Corniche des Cévennes sind die Schluchten der Gorges du Tarn. Es gibt daneben noch andere, weniger bekannte, aber genauso wildromantische Canyons: die Gorges de la Jonte, Gorges de la Dourbie, Gorges de la Vis. Sie durchziehen und trennen die Causses, karge, fast baumlose Kalkhochplateaus.

Die Cevennen waren von jeher ein Ort der Rebellion: Anfang des 18. Jhs. erhoben sich hier rund 3000 protestantische Kamisarden gegen die Truppen des katholischen Königs. Der Aufstand wurde erst nach blutigen Kämpfen niedergeschlagen. Während des Zweiten Weltkriegs fanden zahlreiche Widerstandskämpfer, aber auch Flüchtlinge aus Deutschland Unterschlupf in abgelegenen Cevennendörfern. Und in den 1980er-Jahren verwandelten Pazifisten und Atomkraftgegner das Larzac-Hochplateau in ein Protestlager gegen den geplanten Ausbau eines Militärstützpunkts. Nicht von ungefähr wählten Globalisierungsgegner, angeführt vom rebellischen Bauernführer José Bové, vor einigen Jahren diesen symbolträchtigen Ort für eine Massenkundgebung mit mehr als 200000 Demonstranten. Die Proteste der 1980er-Jahre haben bis heute Konsequenzen. Auf den Causses haben sich nach 1981 und dem Beschluss des damaligen Staatspräsidenten François Mitterrand, das Militärgelände nicht zu erweitern, Landwirte angesiedelt, die für Nachhaltigkeit stehen und auf biologischen Anbau setzen. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass die Causses zusammen mit den Cevennen 2011 von der Unesco als Welterbe eingestuft wurden: Der Titel steht für eine schützenswerte Kulturlandschaft, die durch das Zusammenspiel von Landwirtschaft und Viehzucht entstand. Seit Jahrtausenden pflegen hier die Menschen einen halbnomadischen Lebensstil, den sogenannten Agropastoralismus. Die Cevennen sind schon seit 1970 als französischer Nationalpark eingestuft, hier kreisen über den Schluchten des Tarn wieder die Geier, hier werden die einst aus Osteuropa eingeführten Przewalski-Pferde vor dem Aussterben gerettet.

Weiter südlich, nahe der Küste des Roussillon, lockt der 2784 m hohe Pic du Canigou, mit touristischen Highligths. Außerhalb der Badesaison ist die Bergwelt des Roussillon, die Pyrénées-Orientales, ein großartiges Ziel für alle, die einsame Bergnatur und Begegnungen mit der Bevölkerung suchen. Am Ende der Straße, die von Prades über Villefranche-de-Conflent Richtung Andorra führt, liegt die urige Bergwelt der Cerdagne, im Sommer ein Traumziel für Bergenthusiasten. Und wenn die Strände und Badeorte im Winterschlaf dösen, herrscht auf den Pisten der Skizentren in den Pyrenäen von Font-Romeu bis zum Puigmal Hochbetrieb. Das Languedoc-Roussillon ist also mehr als nur ein "französisches Florida". Nehmen Sie sich die Zeit, abseits der Touristenzentren auf Entdeckungsreise zu gehen - es lohnt sich.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Über dem schmucken Dorf Duilhac erhebt sich die mächtigste aller Katharerburgen. Ein steiler Weg führt hinauf zu den 2,5 km langen Mauern des Château de Peyrepertuse. Mit gut 1 ha ist es das gr…
Weltberühmte Architekten wie Jean Nouvel, Philippe Starck oder Sir Norman Foster haben der uralten Römerstadt südwestlich von Avignon ein modernes Gesicht gegeben. Sehr gut erhalten sind der rö…
Ein technisches Meisterwerk der Antike ist das Aquädukt "Pont du Gard". Einst versorgte es das römische Nemausus mit Wasser, das heute Nîmes heißt. Täglich flossen damals ca. 20.000m3 Wasser…
Collioure besitzt mehrere Sandstränden, oberhalb derer die Sehenswürdigkeiten wie z.B. das Château Royal liegen. Am schönsten ist jedoch ein Spaziergang auf dem ausgeschilderten Chemin du Fauvisme…
Die beeindruckende Gorges du Tarn kann man mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Kajak erkunden. Für die spektakuläre Canyontour entlang der tiefen Schlucht, die sich der Fluss Tarn gegraben hat, gibt…
Die wichtige Universitätsstadt und Hauptstadt der Region Languedoc-Roussillon ist von der Sonne verwöhnt, hat ein hübsches Zentrum und dank der Universität eine junge Bevölkerung. Die Touristen…
Wunderschöne Dörfer, herrliche Wanderungen, Thermalbad mit Operettenfestival, kräftige Weine in Faugères oder tolle Badeseen: Das Naturschutzgebiet in den beiden Departements Hérault und Tarn…
Die mittelalterliche Stadt Cité, eine der am vollständigsten erhaltenen Festungsstädte Europas und Unesco-Welterbe, liegt auf einem Plateau am rechten Ufer der Aude. Der Eingang zur Cité befindet…
Trotz seiner Industrie- und Hafenanlagen ist Sète (45 000 Ew., 23 km nordöstlich) einen Besuch wert. Bunt und mediterran präsentiert sich die Häuserfront am Canal de Sète. Sète ist der größte…

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Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Die Autoroute du Soleil (A7) durchs Rhônetal ist die schnellste Verbindung. Bei Orange fährt man weiter auf die A9 (La Languedocienne), erste Etappe ist Nîmes. In die Cevennen gehts von hier auf der N106 Richtung Alès. Die Autobahn verbindet Nîmes mit Montpellier, Béziers, Narbonne und führt weiter als La Catalane über Perpignan nach Spanien. Falls Sie über Paris anreisen, können Sie alternativ über Orléans und Vierzon entweder über die A20 über Limoges und Toulouse nach Carcassonne fahren oder Sie nehmen die A75 über Clermont-Ferrand in die Lozère oder über Millau (die berühmte Autobahnbrücke kostet Extramaut) bis kurz vor Montpellier. Die französischen Autobahnen sind mautpflichtig (rund 6-7 Euro/100 km).

Bahn

Der reservierungspflichtige TGV (train à grande vitesse) ist die schnellste Verbindung. Von Paris nach Nîmes braucht er knapp drei, nach Perpignan gut fünf Stunden. Gute Zugverbindungen bestehen auch von der Schweiz aus. Wollen Sie weiter ins Landesinnere, gibt es nur wenige Bahnverbindungen. Die französische SNCF (www.sncf.de) ergänzt den Zug dann mit dem Bus (train + autocar), der von bestimmten Bahnhöfen aus weiterfährt. Seit 2012 ist eine neue TGV-Strecke von Frankfurt nach Marseille in Betrieb, über die Sie via Avignon ins Languedoc-Roussillon kommen (www.tgv-europe.com).

Flugzeug

Der wichtigste Flughafen im Languedoc-Roussillon ist Montpellier, der von den großen Airlines, aber auch von Billigfliegern von vielen deutschen Flughäfen angesteuert wird. Die kleineren Flughäfen wie Béziers sind per Billigflug direkt von Düsseldorf aus zu erreichen, Nîmes oder Perpignan nur über Paris.

Auskunft

Atout France - Französische Zentrale Für Tourimus

- Deutschland: Postfach 100128 | 60001 Frankfurt |Fax 069745556 | info.de@rendezvousenfrance.com

- Österreich: Tel. 01 5032892

- Schweiz: Tel. 0442174600

Für alle deutschsprachigen Länder gilt die Internetadresse www.rendezvousenfrance.com

Comité Régional du Tourisme Languedoc-Roussillon

L'Acropole | 980, avenue Jean Mermoz | 34960 Montpellier-Cedex | Tel. 0467200220 | www.sunfrance.com

Comité Départemental du Tourisme de l'Aude

Allée Raymond Courrière | 11855 Carcassonne Cedex 9 | Tel. 0468116600 | www.audetourisme.com

Comité Départemental du Tourisme du Gard

3, rue Cité Foulc | BP 122 | 30014 Nîmes Cedex 4 | Tel. 0466369630 | www.tourismegard.com

Agence de Développement Touristique de l'Hérault

Avenue des Moulins | 34184 Montpellier Cedex 4 | Tel. 0825340034 | www.herault-tourisme.com

Comité Départemental du Tourisme de la Lozère

14, boulevard Henri Bourrillon, B4 | 48001 Mende Cedex | Tel. 0466656014 | www.lozere-tourisme.com

Comité Départemental du Tourisme des Pyrénées-Orientales

16, avenue des Palmiers | 66005 Perpignan Cedex | Tel. 0468515253 | www.cdt-66.com

Auskunft im Internet

Sehr ausführliche touristische und allgemeine Informationen über das gesamte Languedoc-Roussillon in übersichtlicher Form bietet www.sunfrance.com. Ferienhäuser und -wohnungen finden Sie bei www.abritel.fr, www.gites-de-france.fr, www.homelidays.com oder www.ferienhaus-privat.de. Weinfexe informieren sich auf www.vins-languedoc-roussillon.fr oder www.languedoc-wines.com, zwei Websites mit Tipps für (Rad-)Wanderer sind short.travel/lgr3 und short.travel/lgr4. Die Museen im Languedoc-Roussillon finden Sie unter short.travel/lgr5.

Auto

Das Autobahnnetz Frankreichs wird ständig erweitert; die Benutzung ist mautpflichtig. Sehr dicht und wenig befahren ist das Netz der Landstraßen; dagegen herrscht auf den meisten Nationalstraßen starker Verkehr. Höchstgeschwindigkeiten: auf Autobahnen 130, bei Regen 110 km/h, National- und Departmentstraßen 90, bei Regen 80 km/h, in Ortschaften 50 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Motorräder müssen auch am Tag mit Abblendlicht fahren, für alle Verkehrsteilnehmer gilt das bei Regen und Nebel.

Autofahrer - auch Touristen - müssen ein Einweggerät für einen Alkoholtest mitführen, das Sie für etwa 1,50 Euro in Apotheken, an Tankstellen oder in Supermärkten bekommen. Ebenfalls vorgeschrieben ist das Mitführen von Warnweste und Warndreieck. Wer bei Geschwindigkeitskontrollen erwischt wird, muss schon bei geringen Tempolimitüberschreitungen hohe Geldbußen zahlen. Bei Unfällen muss Personenschaden vorliegen, damit die Polizei eingreift. Pannenhilfe (dépanneur-remorqueur) vermitteln die Polizei (Tel. 17) bzw. die Notrufsäulen an der Autobahn.

Vorsicht vor Dieben! Am besten stellen Sie den Wagen nachts in Hotelgaragen bzw. auf gesicherten Parkplätzen ab - ohne jedes Gepäck. Wertsachen sollte man auch tagsüber keinesfalls im geparkten Wagen liegen lassen, schon gar nicht an Parkplätzen am Strand.

Camping

Die meisten Campingplätze liegen an der Küste. Adressen bei den örtlichen Offices du Tourisme und unter www.campingfrance.com oder www.camping-infrankreich.com. Auf Anfrage erhalten Sie die Broschüre "Camping-Caravaning" auch bei den Fremdenverkehrsämtern.

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Konsulat in Marseille

338, avenue du Prado | Tel. 0491167520 | www.marseille.diplo.de

Österreichisches Konsulat in Marseille

27, cours Pierre Puget | Tel. 0491530208 | www.bmeia.gv.at

Schweizer Konsulat in Marseille

7, rue d'Arcole | Tel. 0496101410 | www.eda.admin.ch

Einreise

Pass oder Personalausweis genügt zur Einreise, eine Grenzkontrolle findet normalerweise nicht statt.

FKK

Die Franzosen schätzen den naturisme. An der Küste des Languedoc-Roussillon sind rund ein Dutzend FKK-Zentren entstanden, von denen einige zu den größten des Landes gehören. Informationen: www.naturisme.fr oder www.campingo.com/camping-naturiste-france.htm

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten sind fast überall vorhanden. Das Zahlen mit Kreditkarten (Mastercard/Eurocard oder Visa) ist wesentlich verbreiteter als in Deutschland, auch bei kleineren Beträgen.

Gesundheit

Falls Sie die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC nicht dabeihaben oder Zusatzkosten entstehen, legen Sie Arzt- und Apothekengebühren aus und reichen die Belege der heimischen Kasse zur Erstattung ein. Um einen eventuellen Eigenanteil abzudecken, ist eine Reisekrankenversicherung ratsam.

Internetzugang & WLAN

Frankreich ist bestens für mobilen Internetzugang ausgerüstet. Nicht nur in Hotels, sondern auch auf öffentlichen Plätzen sind WLAN-Verbindungen (in Frankreich wifi genannt) möglich. Trotzdem gibt es in den großen, aber auch in manchen kleineren Orten weiter Internetcafés, die das Surfen im Netz ermöglichen.

Kurtaxe

Taxe de séjour wird in der Saison für alle Unterkünfte, Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze erhoben, allerdings ist der Zeitraum für die einzelnen Badeorte nicht einheitlich. Sie ist gestaffelt nach Unterkunftsart und -kategorie, z. B. pro Person im Dreisternehotel rund 0,75 Euro pro Tag, im Zweisternehotel 0,55 Euro, im nicht klassifizierten Hotel 0,35 Euro; für Kinder ab zehn Jahren wird im Allgemeinen der halbe Satz berechnet.

Notruf

Polizei, Notarzt, Feuerwehr: Tel. 112

Öffentliche Verkehrsmittel

Die größeren Städte sind tagsüber problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. In Montpellier ist das Netz von Bussen, Straßenbahn und Radwegen so gut, dass ein Urlaub auch ohne Auto kein Problem ist (www.montpellier-agglo.com/tam). Im Hinterland wird es schwieriger mit Bus- oder Bahnverbindungen, auch wenn die Touristenzüge wie in den Cevennen, in den Pyrenäen oder im Land der Katharerschlösser eine Renaissance erleben.

Eine Besonderheit ist das Busnetz im Departement Pyrénées-Orientales (www.cg66.fr/252, www.ctpmperpignan.com), wo von Perpignan aus die einfache Fahrt nur 1 Euro und das Wochenabonnement gerade 8 Euro kostet, selbst wenn Sie die 100 km lange Strecke bis zur spanischen Grenze nach Bourg-Madame fahren. Der Nachteil: Es gibt keine Nord-Süd-Verbindungen zwischen den Linien, sodass Sie immer nach Perpignan zurückfahren müssen.

Post

Briefe bis 20 g und Postkarten in EU-Länder und die Schweiz kosteten bei Redaktionsschluss 0,80 Euro Porto.

Strom

Die Netzspannung beträgt 230 Volt. Flachstecker passen auch in französische Steckdosen. Sonst braucht man einen Adapter.

Telefon & Handy

Fast alle öffentlichen Zellen, wenn es sie denn überhaupt noch gibt, sind auf Telefonkarten umgestellt, die es in Postämtern und Tabakläden gibt. Vorwahlen: nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Nach Frankreich wählt man 0033, dann direkt die Teilnehmernummer, jedoch ohne die Null am Anfang.

Es gibt drei große Anbieter in Frankreich - Orange (www.orange.com), SFR (www.sfr.fr) und Bouygues (www.bouyguestelecom.fr) -, die zum Teil unterschiedliche Reichweiten haben. Für Gespräche innerhalb Frankreichs kann es sich lohnen, eine Karte dieser Anbieter zu kaufen, auch wenn die Roaminggebühren inzwischen erheblich reduziert wurden. Vorsicht: In manchen Regionen wie den Schluchten des Tarn oder Le Pont-de-Montvert oder in manchen Tälern der Pyrenäen kommen mobile Telefone nicht ins Netz!

Trinkgeld

Im Restaurant wird nach oben bis zu zehn Prozent aufgerundet; den Betrag lässt man auf dem Tisch liegen. Im Hotel gibt man bei besonderen Dienstleistungen dem Portier und dem Zimmerservice ein Trinkgeld, ebenso bei längerem Aufenthalt dem Zimmermädchen. Im Taxi sind zehn Prozent üblich.

Unterkunft

Weil das Languedoc-Roussillon eine typische Ferienregion ist, sind die Preisunterschiede zwischen der Hochsaison im Juli/August und den ruhigeren Monaten enorm. In der Hauptreisezeit der Franzosen sind die Hotelzimmer oder auch die Ferienhäuser oft doppelt so teuer als an Pfingsten oder im Oktober.

In Frankreich sind alle internationalen Hotelketten vertreten, die selbst in Städten wie Montpellier zum Teil ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Dasselbe gilt für die weit verbreiteten Häuser der Kette Logis de France (www.logishotels.com).

Im Gegensatz zu Hotels ist in den allermeisten privaten Gästezimmern das Frühstück im Preis inbegriffen. Relativ strenge Normen gelten für die chambres d'hôtes des Gîtes de France (www.gites-de-france.com), die sogar eine Nummer für Reservierungen in letzter Minute (Allo Chambres d'Hôtes | Tel. 0891162222) eingerichtet haben. Die lokalen Verkehrsämter führen Adressen für die französische Version des Bed & Breakfast. Weitere Dachverbände für Gästezimmer in Frankreich sind Fleurs de Soleil (www.fleursdesoleil.fr) oder Clévacances (www.clevacances.com). Eine Fülle von Adressen, zum Teil auch von Biobauernhöfen, hat der Nationalverband Accueil Paysan (www.accueil-paysan.com) zusammengetragen. So sind nicht nur klassische Gästezimmer, sondern vor allem die in Frankreich sehr beliebten Ferienwohnungen auf dem Land (gîte rural) in ihrem Programm, die oft erst ab einer Mietzeit von einer Woche, normalerweise von Samstag bis Samstag, gebucht werden können.

Größter französischer Anbieter für Ferienimmobilien ist Pierre & Vacances (www.pierre-et-vacances.fr), zu den größten deutschen Anbietern gehört Inter-Chalet (www.interchalet.com). Ganze Häuser gibt es von Privatleuten unter www.homelidays.com zu mieten. Jugendherbergen (www.fuaj.org) gibt es in der Region Languedoc-Roussillon zum Beispiel in Montpellier, in der mittelalterlichen Cité von Carcassonne, in Nîmes, Perpignan, Sète oder Quillan.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Sie Waren für den privaten Bedarf frei ein- und ausführen. Richtwerte hierfür sind zum Beispiel 800 Zigaretten, 1 kg Tabak und 10 l Spirituosen. Für Schweizer gelten erheblich niedrigere Freimengen. www.zoll.de, www.ezv.admin.ch

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

1. Jan.

Nouvel An

März/April

Ostermontag Lundi de Pâques

1. Mai

Fête du Travail

8. Mai

Fin de la Guerre en Europe (Kriegsende 1945)

Mai

Christi Himmelfahrt Ascension

Mai/Juni

Pfingstmontag Lundi de Pentecôte

14. Juli

Fête Nationale

15. Aug.

Assomption

1. Nov.

Toussaint

11. Nov.

Armistice (Kriegsende 1918)

25. Dez.

Noël

Feste & Veranstaltungen

Karfreitag

Bei der Procession de la Sanch ziehen in Perpignan die Büßer in roten oder schwarzen Kapuzen durch die Straßen. Der Brauch entstand im 15. Jh., um die zum Tod Verurteilten auf ihrem letzten Gang zu begleiten.

Anfang April

Primavera d'Elne, großer Frühlingsmarkt in Elne

Ein Sonntag um den 25. Mai

Immer ein großes Erlebnis ist die Fête de la Transhumance, der Almauftrieb von Aubrac in den Cevennen, bei der die bunt geschmückten Kühe und Schafe auf die Sommerweiden ziehen.

Pfingsten

Eine Woche lang feiert Nîmes die Feria de la Pentecôte mit Corridas in der Arena, Bällen und Konzerten.

Juni-September

Die Joutes Nautiques, die Schifferstechen, sind farbenprächtige Spektakel, bei denen Mannschaften der Küstenorte gegeneinander antreten, zum Beispiel in Sète und Palavas-les-Flots.

Juni/Juli

Das Festival Montpellier Danse versammelt zwei Wochen lang die besten Choreografen der Welt in der Stadt. Viele Veranstaltungen sind kostenlos. www.montpellierdanse.com

Juli

Bei der Fête de la Mer wird am ersten Juliwochenende in Palavas-les-Flots der Schutzheilige St-Pierre gefeiert - mit Prozession, Weihe der Fischerboote, Schifferstechen, Feuerwerk und Tanz.

Am 14. Juli erstrahlt um 22.30 Uhr beim Festival de la Cité das mittelalterliche Carcassonne magisch in bengalischer Beleuchtung.

Radio France baut das Festival de Musique in Montpellier und der Region weiter aus. Neben Klassik finden Weltmusik, Jazz oder Techno ihren Platz. Rund 90 Prozent der Konzerte mit Profis und Meisterklassen sind kostenlos. www.festivalradiofrancemontpellier.com

400 kostümierte Tänzer, hinreißende Musik und Kuhkämpfe sind die Hauptattraktionen beim Festival de la Sardane Ende Juli in Céret.

Juli/August

Ein Musikereignis von internationalem Rang ist Mitte Juli bis Mitte August das Festival Pablo Casals mit berühmten Orchestern und Solisten in der Abbaye St-Michel-de-Cuxa bei Prades.

Im historischen Zentrum von Perpignan gibt es jeden Donnerstagabend Straßentheater, Musik und Tanz - kostenlos!

August

Beim Tournoi de Chevalerie von Carcassonne in der ersten Augusthälfte werden die kühnsten Ritterträume wahr.

Am großen Festival de la Sardane in Banyuls-sur-Mer Mitte August nehmen Hunderte von Tänzern teil.

Béziers lädt um den 15. Aug. zu einer viertägigen Feria ein - mit Musik, Tanz, Stierkämpfen und jeder Menge Stimmung.

Im Mittelpunkt der Fête de St-Louis um den 25. in Sète stehen die Schifferstechenkämpfe Joutes Nautiques. Feuchtfröhlich ist auch der große Schwimmwettbewerb auf den Kanälen der Stadt.

September

Das Festival Visa pour l'Image mit Presse- und Dokumentarfotos aus der ganzen Welt findet in ganz Perpignan statt. Alle Ausstellungen sind kostenlos, dazu gibt es am Abend Gratisfilmvorführungen. www.visapourlimage.com

Ende Oktober/Anfang November

Suppen aller Art können Sie beim Festival de la Soupe im Cevennenstädtchen Florac kosten.

Bloss nicht

Unvorbereitet losziehen

Das Languedoc-Roussillon ist ein großartiges Wandergebiet - von den Cevennen bis zu den Pyrenäen. In den Höhenlagen müssen Sie aber auch im Sommer mit plötzlichen Wetterumschwüngen rechnen, also nie allzu leicht bekleidet und ohne solides Schuhzeug losziehen! Das gilt auch für kürzere Bergwanderungen.

Dieben Gelegenheit bieten

Sie halten auf einem Parkplatz an der Küste oder in einem Badeort. Aufgepasst: Selbst ein kurzer Blick, ob am Strand noch ein schönes Plätzchen frei ist, kann teuer zu stehen kommen! Im Handumdrehen ist der Wagen ausgeräumt. Vorsicht auch, wenn ein anderer Autofahrer Ihnen unterwegs Zeichen macht anzuhalten: Das kann ein Trick sein, mit dem Ganoven ihr Opfer zum Halten veranlassen wollen, um es dann auszurauben. Seien Sie in solchen (vermeintlichen) Pannensituationen besonders wachsam und lassen Sie sich nicht ablenken!

Drängeln

Die Gorges du Tarn sind nicht nur landschaftlich atemraubend schön, sondern im Juli und August auch brechend voll mit Besuchern - sowohl zu Wasser wie zu Land. Wenn man auf der schmalen Uferstraße auf den gemütlich dahinzuckelnden Vordermann achten muss, hat man nicht mehr viel von der dramatischen Schönheit der Schlucht.

Verkühlt unter Tage

Ein Grottenbesuch gehört zum Urlaub im Languedoc-Roussillon, sei es die berühmte Aven Armand, die Grotte des Demoiselles oder eine andere der zahlreichen Tropfsteinhöhlen. Vergessen Sie dabei nicht den warmen Pullover oder Anorak, denn die Temperatur unter Tage liegt je nach Grotte bei 8, 10 oder 12 Grad. Und da ist die Gefahr, sich zu erkälten, groß - besonders an warmen Sommertagen.

Wild campen

So verlockend ein schönes Plätzchen in freier Natur sein mag, um dort für eine Nacht sein Zelt aufzuschlagen - überlegen Sie sich besser dreimal, ob das wirklich sein muss. Viele Grundbesitzer sehen es ausgesprochen ungern. Schon anders verhält es sich, wenn Sie Gelegenheit haben, vorher um Erlaubnis zu fragen. In beiden Fällen gilt: Kommen Sie nicht auf die Idee, ein kleines Lagerfeuer zu entfachen: Die Gefahr von Waldbränden ist in ganz Südfrankreich im Sommer extrem hoch.

Rasen

Die französische Polizei kennt seit Jahren kein Pardon für Raser mehr. Es gibt häufig Radarkontrollen und wer bei - selbst geringfügigen - Geschwindigkeitsüberschreitungen ertappt wird, wird gleich zur Kasse gebeten. In schweren Fällen kann sogar an Ort und Stelle der Führerschein konfisziert werden!

Bücher & Filme

Das verlorene Labyrinth

Der spannende Mysterythriller der britischen Krimiautorin Kate Mosse spielt in der Cité von Carcassonne zur Zeit der Inquisition gegen die Katharer. Das Buch ist 2012 verfilmt worden und als DVD erhältlich

Geschichte der Katharer / Die große Ketzerei

Bücher zum Thema Katharer eignen sich durchaus auch als Ferienlektüre, wenn sie so lebendig und dabei historisch fundiert geschrieben sind wie diese beiden opulenten Werke von Malcolm Lambert bzw. Lothar Baier

Sakrileg

Der Bestseller von Dan Brown hat seine Wurzeln im Roussillon: Inspiriert wurde er von den Thesen des Priesters Bérenger Saunière, der 1885 im Dorf Rennes-le-Château bei Quillan in einer Kapelle Pergamentrollen fand, die die Geschichtsschreibung des Vatikans zu Maria Magdalena infrage stellen

Couscous mit Fisch

Die Hafenstadt Sète bildet die Kulisse dieses preisgekrönten Films von 2007 von Abdellatif Kechiche, der die bewegende Geschichte eines tunesischen Einwanderers erzählt, der von einem eigenen Restaurant träumt

Hinter den Dingen

Im autobiografischen Roman des Tübinger Schriftstellers Thomas Vogel spielen das Languedoc-Roussillon und vor allem die Montagne de la Clape bei Narbonne und Gruissan eine wichtige Rolle

16-26 °C
9 h/Tag
18 °C

Fakten

Fläche 27.376 km²
Strom 230 V, 50 Hz
Hauptstadt Montpellier
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 23:30 Uhr

Anreise

10h 8min
8h 15min
1h 35min
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