Kapverdische Inseln

Überblick

Entdecken Sie Die Kapverden!

Kap Verde ist bunt: türkisblauer Ozean, sattgrüne Tropentäler, weiße und schwarze Sandstrände, und immer wieder leuchtend gelbe Bananen, orangefarbene Papayas, grüne Kohlköpfe oder rote Pfefferschoten. Und erst die Menschen! Hautfarben gibt es in allen Schattierungen, von ganz hellem über Kaffee- bis zu Dunkelbraun, und dazu leuchten Augen in Grün, Blau oder Braun - eine aufregende Mischung! Die Kapverdier lieben leuchtend bunte Kleidung, am besten mit viel Glitter, und auch über junge Männer mit Glitzerschmuck an Hals und Ohren sollten Sie sich nicht wundern. Doch nicht nur der beliebte Modeschmuck, sondern auch das Leben auf den Kapverden hat außerordentlich viele verschiedene Facetten.

Am weißen Sandstrand liegen bunte Fischerboote, der tiefblaue Ozean schimmert so weit das Auge reicht, eine frische Brise mildert die stechende Sonne. Der Dorfplatz und die engen Kopfsteinpflastergassen wirken verlassen, nur ein paar Kinder vergnügen sich mit selbst gemachtem Spielzeug. Auf dem Gemüsemarkt, dem Zentrum jeden Orts, herrscht allerdings lebhaftes Durcheinander. Lautes Rufen und Lachen, freundliche Gesichter, Berge leuchtender Früchte. Am Straßenrand hocken Frauen vor Schüsseln voll silbrig glänzender Fische, eine Gruppe von Männern sitzt im Schatten eines Baums und spielt Karten. Gemächlich geht es zu - und ganz entspannt; man hat Zeit, man hat Ruhe, und Geduld hat man auch. Die ruhige Gelassenheit der Menschen auf Kap Verde ist bemerkenswert. Und das, obwohl das Leben hier so hart ist, dass zwei Drittel der Bevölkerung im Ausland leben.

Cabo Verde - das grüne Kap - trägt einen irreführenden Namen. Denn die Inselgruppe im Atlantischen Ozean, 460 km vor der Westküste Afrikas, ist alles andere als grün. Der 4033 km2 große Archipel aus 15 Inseln liegt in den Ausläufern der Sahelzone und leidet unter extremer Hitze und Trockenheit.

Nur auf fünf der neun bewohnten Inseln gibt es, falls der jährliche Regen nicht ausbleibt, genügend Wasser für die Landwirtschaft. 90 Prozent der Nahrungsmittel müssen importiert werden, Tendenz steigend. Die vier anderen Inseln sind knochentrocken; braune Wüsten, deren vereinzelte Berge die Wolken, die der stete Nordostwind heranträgt, nicht aufhalten können. Man unterscheidet zwischen den Inseln über dem Wind (Barlavento) und denen unter dem Wind (Sotavento) oder nach der geografischen Lage: drei flache, wüstenhafte Ostinseln sowie je drei von verschieden hohen Gebirgen geprägte Nord- und Südinseln. Jede Inselgruppe und jede Insel ist anders. Die Ostinseln Sal, Boavista und Maio haben herrliche weiße Sandstrände und sind ein Paradies für Wassersportler. Im Norden liegen Santo Antão und São Nicolau mit grandiosen Gebirgspanoramen und Tropentälern sowie São Vicente mit der Hafenmetropole Mindelo. Im Süden finden Sie die Hauptstadtinsel Santiago, die fast 3000 m hohe Vulkaninsel Fogo und das abgeschiedene, beschauliche Brava.

Die bis 1461 unbewohnten Inseln wurden von Seefahrern, die im Auftrag des portugiesischen Königs unterwegs waren, entdeckt. Als Überseekolonie Portugals wurden die Kapverden innerhalb weniger Jahrzehnte zum Drehkreuz des Sklavenhandels zwischen Afrika, Europa und Amerika. Auf Santiago trafen weiße Auswanderer aus Europa auf einen wachsenden Strom schwarzer Sklaven aus Afrika. Die gemeinsamen Kinder waren die erste Generation eines neuen Volks: der Kreolen. Gene, Traditionen, Bräuche und Sitten zweier Kontinente brachten eine Bevölkerung hervor, die ebenso viele verschiedene Hauttöne aufweist wie Eigenarten in Kultur und Lebensart. Die kreolische Kultur ist bunt und lebensfroh, in ihrer gefühlvollen Musik, ihren Tänzen, ihren täglichen Gepflogenheiten. Von Kap Verde aus nahm das kreolische Volk seinen Weg nach Südamerika und in die Karibik. Übersprudelnde Lebenslust bei Karnevalsumzügen mit schönen Tänzerinnen in prunkvollen Federkostümen gibt es nicht nur dort - fahren Sie nach Mindelo oder São Nicolau! Keineswegs als Gegensatz dazu haben besonders viele christliche Traditionen ihren Platz. Prächtige Messen und Prozessionen sind ganz nach dem Geschmack der Kapverdier, und man feiert die Vielzahl von religiösen Festen mit fröhlicher Inbrunst und Lebensfreude.

Fast die Hälfte der rund 470000 Inselbewohner lebt auf Santiago, davon etwa 130000 in der Hauptstadt Praia. Etwa 800000 Kapverdier haben iihren Wohnsitz im Ausland, vor allem in den USA, Portugal, Frankreich und Westafrika. Immer wieder auftretende Dürre- und Hungerkatastrophen kosteten bis in die 1940er-Jahre viele Menschen das Leben, noch mehr mussten auswandern oder sich als Sklaven verkaufen, um nicht zu verhungern. Die Generation der heute 55- bis 70-Jährigen fehlt deshalb fast völlig. Derzeit liegt das Durchschnittsalter bei 20 Jahren.

Noch bis vor wenigen Jahren gehörten die Kapverden zu den ärmsten Ländern der Erde. Nach 500 Jahren kolonialer Ausbeutung durch Portugal erlangte das Land 1975 die politische Unabhängigkeit. Deren Wegbereiter war der kapverdische Freiheitskämpfer Amílcar Cabral, der 1956 an der Gründung der Unabhängigkeitspartei PAIGC beteiligt war. Er wurde 1973 ermordet und ist noch heute eine wichtige Symbolfigur im politischen und gesellschaftspolitischen Alltag auf Kap Verde. Erst nach dem Ende der Kolonialzeit konnte sich das Land, das unter der faschistischen Diktatur Salazars (1928-74) extrem vernachlässigt worden war, langsam von der systematischen Ausbeutung erholen. Seit 1991 gibt es ein demokratisches Mehrparteiensystem, und Kap Verde ist eine pluralistisch-parlamentarische Republik.

In den letzten 30 Jahren gelang eine politische und wirtschaftliche Wende, die es dem Land erlaubte, Hunger und Armut zu trotzen. Von großer Bedeutung ist dabei der Tourismus. Die Inseln Sal und Boavista werden derzeit mit der nötigen Infrastruktur versehen, um weitaus mehr Urlauber auf die Kapverdischen Inseln zu locken als bisher. Für Individualtouristen werden die Gebirgsinseln des Archipels immer attraktiver, denn auch hier stellt man sich mehr und mehr auf Urlauber ein.

Neben den charakteristischen Merkmalen der einzelnen Inselgruppen ist die vielerorts noch vorhandene Kolonialarchitektur aus dem 17.-19. Jh. für Besucher interessant. Die Gebäude leuchten in vielerlei hellen Pastelltönen und kolorieren die Geschichte der Inseln ebenso farbenfroh wie die kapverdische Kultur und Traditionen. Die Pflege ihrer Traditionen und vor allem ihre Musik sind für die Kapverdier lebenswichtig. Damit ist es ihnen möglich, in der unwirtlichen Umgebung nicht nur zu überleben, sondern ein Leben in bewundernswerter Würde und Freude zu führen. Bringen Sie Zeit und Neugier mit, um sich auf diese Menschen und ihre bunte Welt einzulassen.

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Anreise

Frankfurt am Main
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Praktische Hinweise

Adressen

Auch in größeren Orten tragen nicht alle Straßen einen Namen. Besitzt die Straße einen solchen, dann haben deren Häuser meist auch Hausnummern, allerdings nicht immer. Oft bestehen Adressen nur aus dem Ortsteil oder einem nahen Bezugspunkt.

Anreise
Flugzeug

Bislang gibt es auf den Kapverden vier internationale Flughäfen: auf den Inseln Sal (SID), Boavista (BVC), Santiago (RAI) und São Vicente (VXE). Ab Deutschland beträgt die reine Flugzeit auf die Kapverden etwa sechs, ab Lissabon etwa drei Stunden.

Direktflüge ab Deutschland nach Sal und Boavista gibt es mit TUIfly (www.tuifly.de) und Condor (www.condor.de). Abflughäfen sind Frankfurt/Main, München, Hannover, Köln, Hamburg und Stuttgart.

Über Lissabon fliegt die portgiesische TAP (www.flytap.com). Mehrmals wöchentlich werden von Hamburg, Frankfurt/Main, München, Berlin und Düsseldorf aus mit Zwischenlandung in der portugiesischen Hauptstadt die Inseln Sal, Santiago und São Vicente angeflogen.

Die kapverdische Fluggesellschaft TACV fliegt mehrmals in der Woche von Lissabon nach Sal und Santiago.

Auskunft
Botschaft der Republik Kap Verde in Deutschland

Stavanger Str. 16 | 10439 Berlin | Tel. 030 20450955 | www.embassy-capeverde.de

Honorarkonsulat der Republik Kap Verde in Österreich

Dornbacherstr. 89 | 1170 Wien | Tel. 01 4897882 | www.konsulat-kapverde.meixner.at

Honorarkonsulat der Republik Kap Verde in der Schweiz

Rümelinsplatz 14 | 4001 Basel | Tel. 061 2698095 | www.kapverde-konsulat.ch

Diplomatische Vertretungen
Vertretung der Bundesrepublik Deutschland

Die zuständige deutsche Botschaft befindet sich in Dakar (20, Av. Pasteur | B. P. 2100 | Dakar | Senegal | Tel. 00221 33894884 u. 776386441 (Notfall) | www.dakar.diplo.de).

In Kap Verde wird die Bundesrepublik durch das französische Konsulat vertreten (Avenida da O.U.A. | Praia | Tel. 2623100).

Botschaft der Republik Österreich

Auch Österreichs Botschaft ist in Dakar (18, Rue Émile Zola | B. P. 3247 | Dakar | Senegal | Tel. 00221 338494000 | dakar-ob@bmeia.gv.at).

Schweizer Konsulat

Praia | Rua Andrade Corvo 25 | Tel. 2616710 | c.suisse@cvbtelecom.cv

Einreise

Bürger der EU benötigen ein Visum. Auf der Website der kapverdischen Botschaft können Sie das Formular herunterladen; die Gebühren (Einzelvisum: 45 Euro, Familienvisum: 57 Euro) sind per Banküberweisung zu bezahlen. Seit einigen Jahren ist es auch möglich, direkt bei der Einreise ein Visum zu kaufen, das zudem mit nur 25 Euro günstiger ist. Darauf gibt es jedoch kein verbrieftes Recht, dieser Service kann jederzeit widerrufen werden. Achtung: Ihr Reisepass muss mindestens noch 6 Monate gültig sein.

Geld & Banken

Die Landeswährung ist der Kapverdische Escudo (CVE). Er ist zu einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden (1 Euro = 110,265 CVE) und darf nicht ein- oder ausgeführt werden. Auf Sal können Sie auch in Euro bezahlen, meist zum Kurs 1 Euro = 100 CVE. Die Preise in einfachen Restaurants und Pensionen sind recht günstig, Produkte des täglichen Bedarfs allerdings nicht - fast alles muss importiert werden.

Den geringsten Aufwand haben Sie, wenn Sie für die erste Zeit Bargeld mitnehmen - der Umtausch ist in Banken und Western-Union-Zweigstellen problemlos möglich - und dann per Visa-Card Geld abheben. Den ersten Umtausch sollten Sie noch am Flughafen vornehmen. Nur große Hotels nehmen Kreditkarten.

In größeren Orten gibt es Banken, die mit einem Geldautomaten ausgerüstet sind, der meist nur die Visa-Card akzeptiert. Damit können Sie auch am Schalter (Mo-Fr 8-15 Uhr) Geld abheben.

Gesundheit

Apotheken und Krankenstationen (centro de saúde), wo rund um die Uhr eine Krankenschwester oder ein -pfleger erreichbar ist, gibt es auf jeder Insel. Staatliche Hospitäler befinden sich auf Santiago, São Vicente, Santo Antão, Fogo und Sal. Dort muss man mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand und langen Wartezeiten rechnen. Eine günstige Alternative für Urlauber bieten Privatkliniken niedergelassener Ärzte, dort ist auch die Verständigung einfacher. Apotheken sind an einem grünen Kreuz zu erkennen und führen in der Regel die gängigsten Medikamente. Nichtsdestotrotz sollten Sie eine Reiseapotheke dabeihaben: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Mückenschutz, Schmerzmittel sowie Magen-Darm-Tabletten sind von Vorteil.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen in Europa übernehmen die Behandlungskosten in der Regel nicht. Der Abschluss einer privaten Auslandskrankenversicherung ist ratsam. Impfungen sind für Reisende aus Europa nicht vorgeschrieben.

Inlandsverkehr

Außer Santo Antão und Brava werden alle Inseln von der TACV (www.tacv.de) angeflogen. Zwingend erforderlich ist die Rückbestätigung aller Flüge zwei Tage vor Abflug in einem TACV- oder einem Reisebüro. Die zweite nationale Fluggesellschaft Halcyonair (www.halcyonair.com) fliegt Sal, Santiago, São Vicente, Boavista und Fogo an. Brava und Santo Antão sind nur per Fähre zu erreichen. Die Fähre nach Santo Antão verkehrt zuverlässig zweimal täglich, eine Fährverbindung nach Brava besteht mehrmals wöchentlich. Die Überfahrt dauert jeweils etwa eine Stunde.

Internet

Informationen über die Kapverden, Fotos und weitere Links bieten folgende Internetadressen: www.kapverden.de, www.kapverden.com, www.capeverde.com.

Eine Internetverbindung und -cafés gibt es auf allen Inseln, WLAN steht nur in den Städten zur Verfügung. Es kann jedoch vorkommen, dass die Internetverbindung unterbrochen ist, manchmal sogar für mehrere Tage.

Lärm

Auf jeden Fall ins Reisegepäck gehören Ohrenstöpsel. Der Straßenlärm kann spätabends oder frühmorgens sehr lästig sein, besonders in den Ortszentren. Auf Boavista und Sal muss mit Baulärm gerechnet werden. Nächtliches Hundegebell ist die Regel, nicht die Ausnahme.

Medien

Radiohören ist weit verbreitet - etwa 80 Prozent der Bewohner hören täglich zu. Gesendet wird auf Portugiesisch, bei regionalen Sendern auch auf Kriolu.

Die beiden nationalen Zeitungen "A Semana" und "Expresso das Ilhas" erscheinen wöchentlich auf Portugiesisch. Internationale Presseerzeugnisse sind, wenn überhaupt, nur an den internationalen Flughäfen erhältlich.

Mietwagen

Auf fast allen Inseln stehen Mietwagen zur Verfügung. Doch Straßen, Umgebung und Verkehrsgewohnheiten sind ungewohnt, der zeitliche und finanzielle Aufwand (hohe Kaution) ist erheblich. Zum Preis eines Mietfahrzeugs können Sie auch ein Taxi oder ein aluguer mit ortskundigem Fahrer mieten.

Notruf

Die kostenfreien Notfallnummern gelten auf allen Inseln: Krankenhaus Tel. 130, Feuerwehr Tel. 131, Polizei Tel. 132.

Öffentliche Verkehrsmittel

Aluguers fahren zwischen den größeren Orten sowie zwischen Dörfern und nächstgrößeren Städten. Fragen Sie, wo die Sammeltaxis losfahren, oder halten Sie eines auf freier Strecke an. Kurzstrecken kosten um 100 CVE; der Fahrer führt eine offizielle Preisliste mit. In Mindelo und Praia verkehren auch Linienbusse im Stadtgebiet und in die Vororte.

Öffnungszeiten

Geschäfte sind montags bis freitags von 8 bis 12.30 und von 15 bis 18.30 Uhr sowie samstags von 8 bis 13 Uhr geöffnet, plus/minus eine halbe Stunde. An Sonn- und Feiertagen ist geschlossen.

Post

In allen größeren Ortschaften finden Sie eine Post- und Telefonstation CCT. Dort kaufen Sie Briefmarken und Telefonkarten, können (teuer) telefonieren und geben Ihre Post ab. Das Porto für Postkarten und Briefe nach Euopa kostet 60 CVE. Die Öffnungszeiten (in der Regel Mo-Fr 9-13 und 15-17 Uhr) können variieren.

Reiseveranstalter

Eine Kapverdenreise selbst zu organisieren kostet viel Zeit und Nerven. Neben lokalen Agenturen haben sich einige Reiseveranstalter auf die Kapverden spezialisiert.

Alsatour

Seit 1987 Experte für sozial- und umweltverträgliche Kapverdenreisen, erhielt der Veranstalter 1995 den Internationalen Umweltpreis des Deutschen Reiseverbands. Maßgeschneiderte Reisen für Individualreisende und kleine Gruppen. Santo Antão | Chã de João Vaz | Tel. 0231 5897920 | www.alsatour.de

One World - Reisen mit Sinnen

Erlebnis- und Wanderreisen in Kleingruppen und individuelle Angebote. Roseggerstr. 59 | 44137 Dortmund | Tel. 00238 2231213 | www.kapverdischeinseln.de, www.reisenmitsinnen.de

Olimar Reisen

Aktiv- und Rundreisen nach dem Baukastenprinzip auf alle Inseln, Inselhopping. Pasteurstr. 1a | 50735 Köln | Tel. 0221 20590490 | www.olimar.com

Seabreeze Travel

Individual- und Gruppenreisen auf fast alle Inseln, Wanderreisen, Tauchaufenthalte auf Sal. Franz-Kobinger-Str. 3 | 86157 Augsburg | Tel. 0821 2278370 | www.kapverden-reisen.com

Schwimmen

Die heftige Brandung und starke Strömungen machen das Baden an vielen Stränden gefährlich. Schwimmen Sie am besten nur an ausgewiesenen Badestränden und achten Sie auf die Beflaggung: grün = Schwimmen ungefährlich, gelb = Schwimmen mit Einschränkungen gestattet, rot = Schwimmen verboten.

Sicherheit

Kap Verde ist ein sicheres Reiseland, auf den touristisch besser erschlossenen Inseln ist es allerdings an Stränden und auf einsamen Wegen schon zu Überfällen gekommen. Wertvolle Gegenstände wie Kamera, Computer oder Schmuck sollten Sie nicht offensiv zur Schau stellen. In Praia und Mindelo ist es sicherer, bei Dunkelheit ein Taxi zu nehmen.

Strom

Strom ist nicht immer und überall verfügbar. Das marode Netz und die alte Technik sorgen immer wieder für stunden- oder tagelange Stromausfälle. In den kleinen Dörfern wird der Strom um 23 oder 24 Uhr abgeschaltet. Adapter für die Steckdosen (220 V/50 Hz) werden nicht benötigt.

Taxi

Die Fahrt von den Flughäfen São Vicente, Praia und Sal ins Stadtzentrum bzw. zum Hauptort der Insel kostet tagsüber rund 1000 CVE. Nachts wird ein geringfügiger Zuschlag erhoben. In den Städten gelten festgelegte Einheitspreise. So kostet z. B. in Mindelo am Tage eine Fahrt im Stadtgebiet 200 CVE, in Praia in der Innenstadt 200-400 CVE. Auch hier kommt abends und nachts ein Zuschlag hinzu.

Telefon & Handy

Post, Hotels und viele Geschäfte verkaufen Telefonkarten, mit denen Sie aus einer der zahlreichen Telefonzellen anrufen können. Am günstigsten ist das Telefonieren über Internet, das fast auf allen Inseln in einem Cyber- oder Telefonshop möglich ist. Bei Gesprächen nach Deutschland wählen Sie 0049 vor der Ortsnetzkennzahl ohne die Null, nach Österreich 0043 und in die Schweiz 0041. Die Vorwahl von Kap Verde ist 00238, gefolgt von der siebenstelligen Teilnehmernummer. Der Handyempfang innerhalb der meisten europäischen Netze funktioniert, ist aber wegen des exorbitanten Preises nur für Notfälle und Textnachrichten zu empfehlen. Auch Europa-Telefonate aus dem kapverdischen Mobilfunknetz sind kostspielig.

Trinkgeld

In Restaurants sind etwa fünf bis zehn Prozent Trinkgeld angemessen, wenn Sie mit dem Service zufrieden waren. Gegen ein kleines Trinkgeld sind Ihnen in Häfen und auf Flughäfen Gepäckträger zu Diensten.

Trinkwasser

Leitungswasser ist zum Trinken nicht geeignet, und auch zum Zähneputzen sollten Sie lieber auf Wasser in Flaschen zurückgreifen. Achten Sie in Restaurants darauf, dass die Ihnen servierten Wasserflaschen noch original verschlossen sind.

Unterkunft

Luxushotels gibt es noch nicht auf allen Inseln, Pensionen (pensão/residêncial) und Privatzimmer aber sehr wohl. Die Standards sind sehr unterschiedlich, manche Privatunterkünfte brauchen sich hinter einem großen Hotel beileibe nicht zu verstecken. Die Großhotels auf den touristisch erschlossenen Ostinseln entsprechen europäischen Normen.

Zeit

Im Winter MEZ minus zwei, im Sommer MESZ minus drei Stunden.

Zoll

Devisen dürfen unbeschränkt ein- und ausgeführt werden, die Ein- und Ausfuhr von kapverdischen Escudos ist nicht erlaubt. In die EU zollfrei einführen dürfen Sie 2 Liter Wein, 1 Liter Spirituosen über 22 Prozent oder 2 Liter bis 22 Prozent und andere Waren bis zu einem Wert von 430 Euro (www.zoll.de).

Was kostet wie viel?

Wasser

1 Euro für eine 1,5-Liter-Flasche im mini mercado

Kaffee

1 Euro für einen Espresso

Guide

30 Euro für eine Führung auf den Pico do Fogo

Snack

2,50 Euro für ein Sandwich

Musik-CD

18 Euro im Fachgeschäft

Surfboard

8 Euro Leihgebühr pro Stunde

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage
1. Jan.

Neujahr

20. Jan.

Tag der Nationalhelden

März/April

Karfreitag

1. Mai

Tag der Arbeit

24. Juni

São João

5. Juli

Tag der Unabhängigkeit

15. Aug.

Mariä Himmelfahrt

12. Sept.

Nationalfeiertag

1. Nov.

Allerheiligen

25. Dez.

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen
Februar

Karneval und kreolische Kultur, das heißt mitreißende Musik und verführerische Sambatänzerinnen in federgeschmückten Kostümen - Lebensfreude, die ansteckt. Der kapverdische Karneval ist zwar klein, aber er steht dem brasilianischen oder karibischen in nichts nach. Der Umzug am Faschingsdienstag in Mindelo ist der prunkvollste von allen, der Karneval von Ribeira Brava (São Nicolau) eine großartige Party in kleinerem Maßstab.

April

Festa da Bandeira: das Spektakel des Jahres auf Fogo. Zu dem sieben Tage dauernden Volksfest in der letzten Aprilwoche reisen Hunderte von Emigranten und andere Besucher an, um die farbenprächtigen religiösen und weltlichen Zeremonien zu begehen. In São Filipe herrscht während dieser Zeit Ausnahmezustand. Besonders bunt und spannend sind die Prozession und die traditionellen Reiterspiele. Auch die kirchliche Messe und das Segnen der Fahne sollten Sie nicht verpassen. Genauso interessant ist das traditionelle Maisstampfen: Die Frauen zerstoßen zu lautem Trommeln und Singen die Maiskörner für das Festessen in einem großen Mörser. Am 1. Mai erreicht das Fest seinen Höhepunkt.

Mai

Das Highlight des Stadtfests der Hauptstadt Praia am 19. Mai ist das Musikfestival Praia de Gamboa. Drei Nächte lang spielen Musikgruppen bis zum Morgen. Die bekanntesten Musiker Kap Verdes sind zu Gast sowie Größen aus Brasilien, der Karibik und Afrika.

24. Juni

Das Johannisfest (Festa São João Baptista) wird auf vielen Inseln gefeiert. Ein ritueller Tanz, die colá de São João, führt unter lautstarkem Trommeln und Johlen eine Prozession durch den Ort. Angeführt wird sie von einem als Admiral Verkleideten, der sich eine bunt bemalte Bootsattrappe umgehängt hat, und seinem Steuermann. Alle paar Schritte halten sie an, um die Umstehenden zum Tanzen aufzufordern und ein paar Münzen oder kleine Geschenke einzusammeln. Zu zweit oder viert folgen die Frauen, die zum immer schneller werdenden Trommelrhythmus tanzen.

August

Am ersten Augustwochenende nach Vollmond pilgern Zehntausende zum Musikfestival Baía das Gatas auf São Vicente. Der herrliche Strand ist eine einmalige Kulisse für das Festivalgelände und die Bühne, auf der kapverdische, afrikanische, europäische und südamerikanische Musiker für Stimmung sorgen. Dutzende von kleinen Buden bieten Snacks und Getränke. Die Stimmung ist legendär. Aber Achtung: Taschendiebe!

September

Jedes Jahr im September wird anlässlich des Sal Musikfestivals ein Wochenende lang der Strand zur Mega-Partymeile mit Livemusik.

Im Trend

Ohne Leinwand
Kunst

Aus der Not geboren oder ein Beleg für Kreativität? Die Inselkünstler beschränken sich nicht nur auf ein Medium. Video, Foto oder die traditionelle Leinwand sind die Arbeitsmaterialien, auf die Djon Brito (djonbri to.tripod.com) zurückgreift. Die Arbeiten des Malers und Videokünstlers Fernando Hamilton Barbosa Elias alias Mito (www.tanboru.org/mito) finden sich an überraschenden Orten, wie z. B. einer Hauswand. Mehr Inselkunst gibt es bei Zero Point Art (Mindelo, Rua Unidade Africana 62).

Musikalisch
Sodade

Die Sehnsucht, sodade genannt, ist bestimmendes Thema der Inselmusik, die morna genannt wird. Suzanna Lubrano (www.suzannalubrano.com) ist eine Meisterin des Genres, hat sie ihre kapverdische Heimat doch gegen Heimweh eingetauscht. Die Musikerin Maria de Barros (mariadebarros.com) setzt sich mit dem Projekt Salt (salt.nimekula.org) dafür ein, dass mehr Kinder Zugang zu Instrumenten haben - und bewahrt so die musikalische Tradition. Eintauchen in die Musik können Besucher in der Bar Clube Nautica am Hafen von Mindelo.

Santiago spektakulär
Architektur

Nicht mehr nur die Natur ist ein Hingucker. César Freitas (www.ffcb.pt) baut auf Santiago spektakuläre Hotels. Carlo Hamelberg setzt dagegen auf farbenfrohe Wohnhäuser wie die Residência João Gomes (Praia, www.hamelberg.com). Und auch Pedro Lopez' (www.arq-pelo.de) klarer Entwurf für ein Geschäftshaus in Praia komplementiert die imposante Landschaft Santiagos.

Stehend im Wasser
Stand-up-Paddling

Michael Forbes hat dem Stand-up-Paddling, kurz SUP, auf den Kapverdischen Inseln zu großer Popularität verholfen. Seit er die Insel Sal für einen guten Zweck mit dem SUP umrundete, wollen immer mehr den Sport ausprobieren. Auch Ed Angulo (Santa Maria, www.angulocaboverde.com) bietet nicht mehr nur Surfbretter an, sondern auch die stabileren SUP-Bretter. Mitu Monteiros und Djo Silvas M&D Kite School (Santa Maria, www.kiteschoolcaboverde.com) haben ein ähnliches Angebot. Bei Windstille satteln einige Surfer auf das SUP um, und manch einer kommt gar nicht mehr davon los. Nicht nur auf Sal herrschen gute Bedingungen für den meditativen, aber dennoch ganz schön anstrengenden Sport. Ein guter Spot ist z. B. die Bucht vor Sal Rei auf Boavista.

Herrlich schlafen
Urtypisch

Immer mehr inseltypische Privathäuser und architektonische Hingucker aus der Kolonialzeit werden hergerichtet und zu exquisiten Hotels umfunktioniert. Darunter Gebäude, wie der mit einer eindrucksvollen Fassade versehene Cabo Verde Palace (Santa Maria, Sal) oder die komfortable Villa Botanico (Tarrafal, Santiago). Deren zwei Zimmer sind nicht historisch, trotzdem kommt dort Herrenhausgefühl auf. Im tropischen Garten oder am Swimmingpool lassen sich herrschaftlich-entspannte Tage verbringen. Im House of Isabel (Cova Joana, Brava) können Sie die Kapverden dagegen hautnah erleben. Die einfache Pension liegt abgelegen auf Brava, umgeben von Feldern und Landhäusern. Der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen!

Bloss nicht

Europäische Verhältnisse erwarten

Kap Verde ist in manchen Dingen grundlegend anders als Europa. Zeit hat z. B. eine völlig andere Bedeutung. Eine Stunde früher oder später oder ein Tag mehr oder weniger ist oft nicht so wichtig. Hohe Ansprüche an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sollten Sie zu Hause lassen - und für Wartezeiten (Flughafen etc.) immer etwas zu lesen dabeihaben. Auch Sauberkeit ist anders zu bewerten: Selbst in einem pieksauberen Zimmer kann Ihnen schon mal ein Krabbeltier begegnen.

Nackt (sonnen-)baden

Sich nackt in der Öffentlichkeit zu zeigen gilt auf Kap Verde als unanständig. Ersparen Sie vorbeikommenden Fischern oder anderen Strandbesuchern die Peinlichkeit, und baden oder bräunen Sie sich hüllenlos allenfalls dort, wo andere damit rechnen können: an der Hotelzeile in Santa Maria. Dort ist oben ohne nicht von allen gern gesehen, jedoch geduldet.

Naturschutzgebiete betreten

Viele der auf den Kapverdischen Inseln lebenden Tiere und Pflanzen sind inzwischen sehr selten oder sogar vom Aussterben bedroht. Gönnen Sie den wenigen Vögeln, Reptilien, Insekten, Kräutern und Blumen, die es dort gibt, ihre letzten Rückzugsgebiete. Dies sind vor allem die unbewohnten Inseln sowie einzelne, ausgewiesene Naturschutzzonen. Auch Schildkrötenstrände sollten Sie nicht im Alleingang besuchen. Nutzen Sie die Besuchs- und Informationsangebote von Naturschutzvereinen - Sie erfahren viel mehr.

Schildkrötenprodukte kaufen

Kaufen Sie nirgendwo Souvenirs oder andere Produkte, die von Schildkröten stammen. Sie haben immer eins der wenigen noch existierenden Tiere das Leben gekostet. Außerdem ist die Einfuhr nach Europa verboten.

Sonneneinstrahlung unterschätzen

Die Sonne entfaltet in diesen Breitengraden eine so intensive Strahlung, dass sie für blasse Haut eine echte Gefahr sein kann. Dazu kommt eine ständige Brise, die die Hitze mildert, die Sonnenbrandgefahr jedoch verstärkt. Tragen Sie immer eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf - auch wenn es bewölkt ist. Auch eine Kopfbedeckung ist von Vorteil.

Gastfreundschaft ausnutzen

Einem Gast das Beste anbieten, was Haus und Hof hergeben, ist Ehrensache. Nehmen Sie das Geschenk ruhig an, doch revanchieren Sie sich. Niemals sollten Sie die angebotene Gastfreundschaft missbrauchen, sich z. B. längere Zeit ohne Gegenleistung einquartieren. Übergeben Sie Geschenke am besten, wenn niemand anderes dabei ist.

Stichworte

Aluguer

Das aluguer (port.: mieten) ist das charakteristischste Verkehrsmittel auf den Kapverden: private Fahrzeuge mit mehreren Sitzplätzen, die zwischen mehreren Orten hin- und herfahren. Für Überlandstrecken werden geschlossene Kleinbusse verwendet, für kurze Distanzen offene Pick-ups mit Bänken auf der Ladefläche. Die Fahrer nehmen an bestimmten Haltepunkten und unterwegs Passagiere auf. Im Zweifel heißt es zusammenrücken, denn voll besetzt ist das Auto erst mit 15 Passagieren …

Betteln

Viele Familien leben von der Hand in den Mund, und viele Kinder haben weder Schulhefte noch Stifte. Das verleitet dazu, bettelnden Kindern eine Kleinigkeit zuzustecken: einen billigen Kuli, ein paar Bonbons oder sogar eine Münze. Doch das schadet mehr, als es nützt - Sie fördern bestehende Abhängigkeiten und die Idee, dass Betteln einfach und erfolgreich ist. Wenn Sie helfen möchten, lassen Sie einer anerkannten Institution oder einem gemeinnützigen Projekt Geld- oder Sachspenden zukommen (www.deltacultura.org, www.sodade.de, www.nos-ku-nhos.org).

Diskotheken

Diskotheken im europäischen Sinn gibt es nur dort, wo viele Menschen wohnen oder viele Urlauber zu Gast sind - Praia, Mindelo, Santa Maria. In den Dörfern und kleinen Städten sind es meist Dachterrassen, auf denen am Wochenende Disko ist: Heiße Rhythmen und kalte Getränke machen aus jedem Flachdach eine Tanzfläche. Immer der Musik nach …

Emigration

500 Jahre waren Hunger und Dürre die Begleiter der Menschen und trieben manchmal jeden fort, der nicht verhungern wollte. Im 19. Jh. heuerten die ersten jungen Männer auf amerikanischen Walfangschiffen an, die sich auf Kap Verde mit Proviant versorgten. Seitdem sind enge Beziehungen zur Ostküste der USA gewachsen - rund 500000 Menschen kapverdischer Abstammung leben heute in den USA, im Ausland insgesamt mehr als 700000. Ohne seine Auswanderer wäre Kap Verde nicht lebensfähig. 60-70 Prozent der Familien werden von emigrierten Angehörigen finanziell unterstützt. Auch heute träumen die meisten Jugendlichen von Amerika oder Europa, wo sie glauben, viel Geld verdienen zu können.

Viele Kapverdier, die lange im Ausland gelebt und gearbeitet haben, investieren nun ihr Geld in ihrer Heimat. So entstehen gerade im Bereich Tourismus kleine kapverdische Unternehmen, die zur positiven touristischen Entwicklung Kap Verdes viel beizutragen haben.

Familie

Frauen sind das Rückgrat der kapverdischen Gesellschaft. Nur 16 Prozent der Kapverdier sind verheiratet, die meisten leben entweder unverheiratet in einer festen Partnerschaft oder bezeichnen sich als ledig (54 Prozent). Familienbande sind kompliziert: Oft haben Frauen mehrere Kinder von verschiedenen Männern, und viele Männer haben Kinder mit mehreren Frauen. Sie nehmen bei der aktuellen Familie die Vaterstelle ein; mehrere Beziehungen gleichzeitig sind nicht die Regel. Die Mütter, von denen viele sehr jung das erste Kind bekommen, erziehen ihre Kinder oft allein, mit oder ohne finanzielle Unterstützung des Vaters.

Grogue

Die portugiesischen Kolonialherren ließen neben Baumwolle vor allem Zuckerrohr anbauen, um damit zu handeln. Bis Anfang des 18. Jhs. wurde Zuckerrohr ausschließlich exportiert, dann begannen die Bauern auf Santo Antão, selbst daraus Rum (kriolu: grogue) zu brennen. In mobilen Zuckerrohrpressen aus Holz quetschten sie den Saft aus den Stängeln und ließen ihn in offenen Fässern gären, um ihn anschließend in großen Kupferkesseln zu destillieren. Der frisch gebrannte, klare Schnapps heißt grogue novo (neuer Grogue), aus ihm wird nach mindestens drei Jahren Lagerung in einem Holzfass der grogue velha (alter Grogue) - hellbraun und sehr viel sanfter und milder als das ursprüngliche Feuerwasser. Grogue hat einen Alkoholgehalt um die 40 Prozent und wird auf allen Gebirgsinseln gebrannt, aber es heißt, der beste käme aus Santo Antão.

Klima

Das tropisch-trockene Klima macht die Kapverden zu einem idealen Ganzjahresreiseziel: Im Durchschnitt gibt es 350 Sonnentage im Jahr bei Temperaturen zwischen 21 und 29 Grad. Die kühlsten Monate sind Januar und Februar, besonders heiß ist es im August und September. In dieser Zeit kommt es häufig zu heftigen tropischen Regenfällen, dafür weht der Passatwind von Juli bis Oktober weniger stark. Der Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperaturen ist gering - etwa 5 Grad. Das Wasser ist ganzjährig zwischen 22 und 27 Grad warm.

Kriolu

Die Nationalsprache Kriolu (Kreol) ist die Alltagssprache auf Kap Verde, während die offizielle Amtssprache Portugiesisch ist. Kriolu hat verschiedene Varianten. Jede Insel hat ihre eigene, und sehr deutlich ist der Unterschied zwischen den Nord- und Südinseln. So unterscheidet sich z. B. das Kriolu von Santiago sehr stark von der Sprache auf den Nordinseln, und jede Insel hat ihren eigenen Dialekt. Eine (gemeinsame) Schriftform gibt es noch nicht, sie wird zurzeit entwickelt. Entstanden ist Kriolu aus mehreren afrikanischen Sprachen und Portugiesisch. 90 Prozent des Vokabulars entstammen dem Portugiesischen, die Grammatik hat afrikanische Wurzeln. Im 15. Jh. war Kriolu in der Seefahrt eine wichtige Verkehrssprache.

Mercearia & Barbearia

Es gibt sie in jedem Dorf: den Gemischtwarenladen und den Barbier. Eine unscheinbare mercearia, ein winziger Gemischtwarenladen, der zugleich auch als Bar funktioniert, ist fast an jeder Straßenecke zu finden. Während die einen dort eine Tüte Mehl, einen Löffel voll Paprika oder zwei Brühwürfel kaufen, hebt der andere schon mal ein Gläschen grogue auf die Anwesenden. Etwas versteckter liegt dagegen häufig die barbearia, in der sich Herren nicht nur die Haare schneiden, sondern auch rasieren lassen können.

Morabeza

Ihr ganz spezielles Lebensgefühl nennen die Kapverdier morabeza. Das Wort zu übersetzen oder klar zu umreißen ist unmöglich. Lebensmut und Lebenslust gehören dazu, Sehnsucht, Heimatliebe und ein nationales Verbundenheitsgefühl, Würde, Gastfreundschaft, Achtung und Freundlichkeit gegenüber anderen, die kreolische Kultur und vieles mehr.

Musik

Musik ist allgegenwärtig. Überall läuft ein Radio, egal ob im Taxi, in den Cafés, den Büros, am Strand. Das meiste, was gespielt wird, ist allerdings keine ursprünglich kapverdische Musik, sondern Zouk - moderne elektronische Popmusik, die auf den Karibikinseln Martinique und Guadeloupe entstand. Die neuen karibischen Klänge wurden mühelos in die heimische Kultur integriert, wie zuvor schon westafrikanische, portugiesische oder brasilianische Einflüsse.

Stil und Instrumente der traditionellen Musik unterscheiden sich teilweise von Insel zu Insel und sehr deutlich von den Nord- zu den Südinseln. Auf den nördlichen Inseln sind melodische Lieder mit poetischen Texten zu Hause, die zumeist von Gitarre, der viersaitigen cavaquinho oder Violine begleitet werden. Die wichtigsten Musikstile sind die melancholische morna und die fröhlichere coladeira. Dank Cesária Évora (gest. 2011) und ihrem Lied "Sodade" hat fast jeder Europäer schon mal eine morna gehört. Die Sängerin nahm Ende der 1980er-Jahre mit 47 Jahren ihre erste Platte auf und wurde innerhalb weniger Jahre zum Weltstar.

Im Süden überwiegen die afrikanischen Elemente. Ein improvisierter Sprechgesang nach einem Frage-Antwort-Schema mit vielen Wiederholungen und eine rhythmische, von Trommeln getragene Struktur prägen die dortigen Musikformen. Funaná, batuco und tabanka sind die bedeutendsten von ihnen. Gemeinsam ist allen Musikrichtungen jedenfalls, dass sie eher zum Teilnehmen und Mitmachen einladen als zum Zuhören - Singen, Tanzen und Feiern liebt jeder Kapverdier.

Nordost-Passat

Von Oktober bis Juli fegt der Nordost-Passat kräftig und beständig über die Inseln - eine angenehm kühlende Brise in der allgegenwärtigen Hitze. Die Windsurfer auf den flachen Ostinseln wähnen sich im Paradies. Stärker noch profitieren die Gebirgsinseln: Ihre Berge halten die Wolken auf, die der Wind über den Atlantik heranträgt. Durch die Feuchtigkeit ist die Nordostseite dieser Inseln grün und fruchtbar.

Oril

Das Strategiespiel oril (kriolu: urim) begegnet dem Besucher auf allen Inseln. Vor Haustüren, in Cafés oder auf öffentlichen Plätzen sitzen zwei Männer, zwischen sich einen länglichen Holzkasten mit zwölf Kuhlen. Jeder Spieler verfügt über 24 Kugeln aus pfenniggroßen, olivgrünen Pflanzensamen, die er in seinen und den Kuhlen des Gegners so verteilen muss, dass er möglichst schnell wieder Kugeln entnehmen darf. Gewinner ist, wer als Erster mehr als 24 Kugeln in seinen Besitz gebracht hat.

Religion

Religion spielt eine große Rolle auf Kap Verde, fast jeder Erwachsene ist Mitglied einer Glaubensgemeinschaft. Der katholischen Kirche gehören rund 80 Prozent der Bevölkerung an, doch andere Glaubenslehren werden immer populärer. 10 Prozent der Kapverdier sind Protestanten, etwa die Hälfte von ihnen Nazarener. Der Rest bekennt sich zu den Zeugen Jehovas, Mormonen, Anglikanern oder anderen Konfessionen.

Sklavenhandel

Zwei Faktoren verketteten sich in der zweiten Hälfte des 15. Jhs auf verhängnisvolle Weise: Spanien und Portugal entdeckten und kolonisierten Afrika und Amerika, und in Europa kam ein neues Nahrungsmittel in Mode: Zucker. Die in den neu erworbenen Kolonien angelegten riesigen Zuckerrohrplantagen bewirtschaftete man mit Sklaven, die zu Tausenden von der Westküste Afrikas verschleppt wurden. Innerhalb einiger Jahrzehnte enstand ein profitträchtiger Dreieckshandel, der Millionen von Menschen das Leben kostete: Waffen und Manufakturerzeugnisse nach Afrika, Sklaven nach Amerika, Zucker und Rum nach Europa. Kap Verde war dank seiner strategisch günstigen Lage ein wichtiger Knotenpunkt, sodass Ribeira Grande in kürzester Zeit zu einem bedeutenden Umschlagplatz für den Sklavenhandel heranwuchs. Der Spuk dauerte rund 350 Jahre.

Sodade

Das Gefühl unwiederbringlichen Verlusts und unstillbarer Sehnsucht - sei es nach der weit entfernten Heimat, einer verlorenen Liebe, der Familie oder der Vergangenheit - bezeichnen die Kapverdier als sodade. Diese bittersüße Sehnsucht wird vor allem in den melancholischen Liedern der morna ausgedrückt.

Tourismus

Die Kapverdischen Inseln rücken touristisch gesehen zunehmend in den Fokus des Interesses. Gleichbleibend warme Temperaturen, wundervolle Sandstrände, ein exotisches Flair und das alles in einer nicht allzu beschwerlichen Distanz von sechs bis sieben Flugstunden - märchenhaft! Die drei Ostinseln sind mit ihren weißen Traumstränden am türkisfarbenen Ozean für den Massentourismus wie geschaffen, und so boomen Bauwirtschaft und All-inclusive-Hotels. Die von einer Steilküste umgebenen, gebirgigen Inseln eignen sich hervorragend für individuellen Wander- und Erlebnistourismus. Hier sind es vor allem kleine heimische Betriebe, die von der Zunahme der Urlauberzahlen profitieren.

Wasser

Nichts ist auf Kap Verde so kostbar wie Wasser. Keine der Inseln verfügt über ausreichende Niederschläge; die überall vorhandenen Zisternen werden die meiste Zeit des Jahres vom Tankfahrzeug gefüllt. In ländlichen Gebieten wird das Wasser an öffentlichen Sammelstellen abgeholt und in Plastikkanistern auf dem Eselsrücken nach Hause transportiert. Moderne Hotels werden durch eigene Anlagen zur Meerwasserentsalzung versorgt. Doch das ist kein Freibrief: Wasser sparen ist angesagt!

Zöpfe

Egal, ob Männer, Frauen oder Kinder: Viele Kapverdier tragen ihre Haare zu kleinen Zöpfen (tranças) geflochten. Frisuren und Formen zählen unendliche Variationen und bleiben manchmal nur ein paar Tage erhalten - dann wird eine neue kreiert. Meistens zieren das Ende der Zöpfchen bunte Plastikperlen.

Bücher & Filme

Reise auf die Kapverden

Rund 20 Reiseberichte sowie kurze Geschichten und Buchauszüge aus der kapverdischen Literatur (Unionsverlag, 2010)

Das Testament des Napumoceno

Herr Napumocenos Aufstieg vom Habenichts zum wohlhabenden Kaufmann ist ein humorvolles Porträt der kapverdischen Gesellschaft. Von Germano Almeida 1997 verfilmt, mit Cesária Évora in einer Nebenrolle

Entdeckung für Andersreisende: die Kapverdischen Inseln

Peter Schaller, der ehemalige deutsche Botschafter auf Kap Verde schildert seine Eindrücke des Lands (Frieling Verlag, 2002)

Kapverden - die vergessenen Inseln

Langustenfischer, Familienväter und Aluguer-Fahrer erzählen von Kap Verde. Reportage über Leben und Lebensgefühl auf den Vulkaninseln vor Westafrika (NDR, 2002)

Die Kapverden - Vulkaninseln im Wüstenwind

Stimmungsvolle Dokumentation mit Schwerpunkt Entstehung und Veränderung der kapverdischen Vulkanlandschaften sowie ihrer Tier- und Pflanzenwelt (Arte, 2004)

Inselträume: Kapverden

Musiker, Poeten, Maler und Bauern erzählen aus ihrem Leben und von ihren Inseln (Arte, 2009)

Fakten

Einwohner
546.388
Fläche
4.033 km²
Sprache
Portugiesisch
Währung
Kap-Verde-Escudo
Strom
220 V, 50 Hz
Regierungssystem
Republik
Hauptstadt
Praia
Ortszeit
17:09 Uhr
Zeitverschiebung
-3 h (zu MEZ)
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