Gardasee

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Willkommen am Gardasee

Es gibt wohl nicht viele Seen, die so viele unterschiedliche Gesichter und damit für so viele verschiedene Ansprüche das passende Urlaubsangebot haben. Wer Ruhe sucht und bei der Lektüre der Zeitung oder eines Buchs nicht viel mehr hören möchte als das Klack, Klack von Segelbespannungen im Wind und dazu ein tiefes Dong, Dong beim Aneinanderstoßen von Booten, der ist in Gargnano gut aufgehoben: In der Mitte des Westufers wohnt die Ruhe. Noble Hotels haben an diesem Uferabschnitt Tradition. Dagegen fühlt sich in Bardolino und Garda wohl, wer abends lange unter Menschen sein möchte. In den Gassen der Altstädte ist es dann fast voller als tagsüber, und bis Mitternacht sieht man sogar noch Kinder mit einer Eistüte in der Hand. Junge Erwachsene werden das Südufer anlaufen, wenn sie auf richtiges Nightlife stehen. In der Umgebung von Desenzano locken einige der größten Diskotheken Italiens.

Wer es im Urlaub sportlich liebt, wird in den Norden fahren; das dortige Ufer und die steilen Täler und wilden Bäche des Trentino scheinen manchmal ein einziger großer Abenteuerspielplatz zu sein. Hier haben das Kajakfahren sowie Schwimmen, Surfen, Segeln Tradition. Nun ist noch das Rafting hinzugekommen. Wem all das nicht reicht, versucht es vielleicht gar mit Canyoning. In Neoprenanzüge verpackt und mit Helm und Schwimmweste versehen, stürzen sich Abenteuersportler in Schluchten hinab – unter professioneller Leitung, hoffentlich. Sogar das Tauchen hat Saison am See: Mit Glück – oder einem Führer – stößt man auf versunkene Galeeren aus der Zeit der venezianischen Herrschaft am See.

Trotz der starken Konzentration auf den Tourismus müssen Sie nicht befürchten, als Urlauber abgezockt zu werden. Sehr freundlich beantwortet man in den Tourismusbüros die Fragen nach Busfahrplänen und Bootsverleihern, Bademöglichkeiten und Bikecentern; in manchen Hotels werden Sie begrüßt, als kämen Sie schon seit Jahren in dieses Haus, und abends im Restaurant kann es sein, dass die Bedienung ein italienisches Liedchen trällert. Der Gardasee liebt seine Besucher – und umgekehrt.

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Ideale Temperaturen für Aktivurlauber
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Juni
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In der Hauptsaison ist mit vielen Touristen zu rechnen
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Ideale Temperaturen für Aktivurlauber
Oktober
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November
mäßig
11°C
Dezember
mäßig
6°C
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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Samstag / 06.06.2020
Vormittags
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Nachmittags
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Sonntag / 07.06.2020
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Anreise

8h 34min
10h 58min
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Entdecken Sie den Gardasee!

Es gibt wohl nicht viele Seen, die so viele unterschiedliche Gesichter und damit für so viele verschiedene Ansprüche das passende Urlaubsangebot haben. Wer Ruhe sucht und bei der Lektüre der Zeitung oder eines Buchs nicht viel mehr hören möchte als das Klack, Klack von Segelbespannungen im Wind und dazu ein tiefes Dong, Dong beim Aneinanderstoßen von Booten, der ist in Gargnano gut aufgehoben: In der Mitte des Westufers wohnt die Ruhe. Noble Hotels haben an diesem Uferabschnitt Tradition. Ende des 19. Jhs. erkannte der Deutsche Louis Wimmer den Reiz des Gardasees und baute das erste Grandhotel in Gardone, weitere folgten. Ein etwas altväterischer, gediegener Tourismus ist bis heute dort zu Hause.

Dagegen fühlt sich in Bardolino und Garda wohl, wer abends lange unter Menschen sein möchte. In den Gassen der Altstädte ist es dann fast voller als tagsüber, und bis Mitternacht sieht man sogar noch Kinder mit einer Eistüte in der Hand. Junge Erwachsene werden das Südufer anlaufen, wenn sie auf richtiges Nightlife stehen. In der Umgebung von Desenzano locken einige der größten Diskotheken Italiens.

Wer es im Urlaub sportlich liebt, wird in den Norden fahren; das dortige Ufer und die steilen Täler und wilden Bäche des Trentino scheinen manchmal ein einziger großer Abenteuerspielplatz zu sein. Hier haben das Kajakfahren sowie Schwimmen, Surfen, Segeln Tradition. Nun ist noch das Rafting hinzugekommen. Wem all das nicht reicht, versucht es vielleicht gar mit Canyoning. In Neoprenanzüge verpackt und mit Helm und Schwimmweste versehen, stürzen sich Abenteuersportler in Schluchten hinab – unter professioneller Leitung, hoffentlich. Sogar das Tauchen hat Saison am See: Mit Glück – oder einem Führer – stößt man auf versunkene Galeeren aus der Zeit der venezianischen Herrschaft am See.

Mountainbiker und Wanderer zieht es an die Berghänge; wo sie nicht mehr weiterkommen, hängen Sportkletterer an senkrechten Wänden, zum Teil sogar direkt über dem See. An Sommerwochenenden veranstalten die Fremdenverkehrsämter der Olivenriviera Ausflüge und geführte Touren auf den Monte Baldo. Es gibt botanische Exkursionen, Touren zu kirchlichen Festen und Vollmondwanderungen. Und auf dem See ficht die Armada der Windsurfer ihre Kämpfe gegen den oder mit dem Wind – vom Ufer aus lässt sich das nicht immer so einfach unterscheiden. Die steilen Berge wirken wie eine Düse, durch die die Winde regelmäßig pusten.

Dass der Gardasee so viele Möglichkeiten zu körperlicher Betätigung bietet, hat noch einen weiteren Vorteil: Man kann abends riesige Mengen von Pasta vertilgen, schließlich hat man einige Kalorien abgearbeitet. Das ist ein Glück, denn am Gardasee essen Sie vorzüglich (wenn Sie allzu touristische Lokale, oft direkt am Hafen gelegen, meiden) – sei es ein aufwendiges Menü in einem der Feinschmeckerlokale in Salò oder schlicht eine Gardaseeforelle vom Grill. Auch wenn die Touristenscharen am Gardasee nicht weniger werden, die Küche wird besser. Mag sein, dass sich wieder mehr Köche und Köchinnen auf ihre Wurzeln, also die Gerichte der mamma, besinnen. Sicher ist aber auch, dass die Nachfrage das Angebot verändert hat. Immer mehr deutschsprachige Urlauber verlangen eine genuine Küche, alte Gardaseerezepte und frische Zutaten.

Ähnliches gilt für den Wein: Kauften Urlauber vor 20 Jahren noch große, billige Korbflaschen, wird nun nach Qualität gefragt. So erfreut sich die Strada del Vino im Hinterland von Bardolino großer Beliebtheit – und auch der gleichnamige Wein. Nachdem die italienischen Roten immer schwerer und gehaltvoller wurden, haben Winzer und Weinliebhaber nun den Rosé entdeckt. Der Bardolino Chiaretto, der Rosé des Gardasees, passt gekühlt getrunken ganz wunderbar zur Sommerküche.

Auch am anderen Ufer, von Gargnano in Richtung Norden, ist noch zu sehen, wie am Gardasee Geld verdient wurde, bevor die Touristen kamen: In limonaie wurden Zitronen gehegt. Meistens reichten die kargen Einkünfte aus Landwirtschaft oder Fischerei nicht aus, die Familie zu ernähren. Im 19. Jh. wanderten viele Bewohner der Gardaseeorte aus, versuchten ihr Glück in Amerika. Vor Beginn des Tourismus war das Gardaseegebiet ein armer Landstrich, das Leben war einfach und hart. In den Kastanien- und Pinienwäldern oberhalb von Gargnano gingen die Männer der archaischen Arbeit des Köhlens nach, die Frauen arbeiteten vom frühen Morgen bis in die Nacht auf handtuchschmalen Feldern.

Künstler zog es schon immer an den Gardasee, vor allem Schriftsteller. Auf ihren Spuren kann man den See bereisen. Goethe schwärmte 1786 auf seiner Italienreise von der „herrlichen Naturwirkung“ des Sees. Friedrich Nietzsche blieb im Februar 1880 einen ganzen Monat in Riva del Garda. Heinrich Mann kam ab 1893 fast jährlich, und auch sein Bruder Thomas oder Franz Kafka waren Gäste in Riva.

Vielleicht hielten schon die früheren illustren Gäste nach Kunstschätzen Ausschau – wie auch heutige Besucher. Die romanischen Kirchen Bardolinos, San Zeno und San Severo, sind wahre Kleinode; Sant'Andrea in Maderno steht ihnen in nichts nach. Weitere Kunstwerke findet man bei Kurzausflügen, etwa bei einem Besuch Trentos mit seinem schönen Domplatz oder auf einer Tour zur römischen Arena von Verona. Doch Sie müssen gar nicht speziell Kunstwerke und Sehenswürdigkeiten ansteuern, um die Atmosphäre der Gardaseeorte zu genießen. Erstaunlich gut erhalten sind die Ortskerne, Sie schlendern in den Altstadtgassen durch traditionsreiche Baustruktur.

Das Leben am See ist heute praktisch durchweg vom Tourismus bestimmt. Denn nicht nur die direkt vom Urlauberstrom Betroffenen wie Hoteliers und Restaurantbesitzer und alle in Gastronomie und Hotellerie Beschäftigten verdienen an den Fremden, sondern natürlich auch der Obstverkäufer mit seinem Marktstand, der Handwerker, der Ferienwohnungen umbaut, der Gardaseefischer, der Trattorien beliefert, der Almbauer, der seinen Käse anbietet, und sogar der einsame Trüffelsucher. So ist der Tourismus Segen, aber auch Fluch für die Region. Vor allem das starke Verkehrsaufkommen kann eine Belastung sein. Daher empfiehlt es sich, beim Urlaub am See nicht allzu viel mit dem Auto zu fahren. Und ehrlich gesagt: Es macht auch mehr Spaß! Wer mit dem Schiff zum Markt im Nachbarort fährt, lässt sich den Wind um die Nase wehen und spart sich die enervierende Parkplatzsuche ebenso wie die Parkgebühr. Wer mit dem häufig und pünktlich verkehrenden Bus zur Besichtigung eines Dorfs reist, kann unbesorgt ein Gläschen Wein trinken. Und wer wandert, muss nicht zum Ausgangsort zurückkehren, sondern kann einfach in den Linienbus steigen. Eine noch aktivere Alternative: Rad fahren. Vor allem am Ostufer wird der Radweg am See entlang immer besser ausgebaut, und viele Hotels verleihen Räder. Um am See entlang zum Strand zu gondeln, muss man nicht einmal sportlich sein. Wer sich aber den Teller Pasta so richtig verdienen will, fährt durch die Weinberge oder ein, zwei Hügel hinauf.

Irotz der starken Konzentration auf den Tourismus müssen Sie nicht befürchten, als Urlauber abgezockt zu werden. Sehr freundlich beantwortet man in den Tourismusbüros die Fragen nach Busfahrplänen und Bootsverleihern, Bademöglichkeiten und Bikecentern; in manchen Hotels werden Sie begrüßt, als kämen Sie schon seit Jahren in dieses Haus, und abends im Restaurant kann es sein, dass die Bedienung ein italienisches Liedchen trällert. Der Gardasee liebt seine Besucher – und umgekehrt.

Praktische Hinweise

Anreise

Wer aus dem Norden kommt, wählt die Strecke über Österreich und die Brennerautobahn. Wer die Mautgebühr der Autobahn sparen möchte oder lieber langsamer reist, kann die alte Brennerpassstraße nehmen. Ab Trento haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder fahren Sie hinunter ins Sarcatal und nähern sich dem Gardasee über Arco und Riva. Oder Sie fahren bis zur Autobahnabfahrt Rovereto-Sud und kommen dann über Nago nach Torbole. Diese Strecke hat den Vorteil, dass man auf dem letzten Kilometer ab Nago traumhafte Blicke auf den See genießen kann. Wer den Süden des Sees ansteuert, fährt bis zur Autobahnabfahrt Affi nahe Bardolino und Garda.

Urlauber aus Südwestdeutschland und der Schweiz erreichen den Gardasee über die Gotthardautobahn und dann die A 4 Mailand–Venedig (Ausfahrten bei Desenzano, Sirmione und Peschiera).

Für die Benutzung der Autobahnen in Österreich und der Schweiz benötigen Sie eine Vignette, die italienische Autobahn kostet Mautgebühren. Eine bequeme und umweltfreundliche, aber nicht ganz preiswerte Alternative ist die Anreise mit dem Autozug (www.dbautozug.de) von mehreren deutschen Städten nach Verona oder Bozen.

Gute Bahnverbindungen (Fahrzeit München–Peschiera 6–7 Std.) gibt es über die Brennerstrecke (München–Innsbruck–Bozen) nach Trento, Rovereto und Verona. In Rovereto können Sie in den Bus umsteigen, der direkt ans Nordufer des Gardasees fährt. Wollen Sie in den Süden, nehmen Sie von Verona aus einen Zug Richtung Mailand und steigen in Peschiera oder Desenzano aus.

Recht günstig kommt man von zahlreichen deutschen Städten mit Air Berlin (www.airberlin.com) und Easyjet (www.easyjet.com) nach Mailand und mit Tuifly (www.tuifly.com) nach Venedig. Lufthansa (www.lufthansa.de) und Air Dolomiti (www.airdolomiti.it) fliegen von Frankfurt und München, Germanwings (www.germanwings.com) von mehreren deutschen und österreichischen Städten nach Verona. Mit Ryanair (www.ryanair.com) kommt man auf die Provinzflughäfen bei Bergamo („Mailand-Orio al Serio“) und Treviso („Venedig“).

Von den Flughäfen geht es weiter mit dem Bus, dem Zug (www.ferroviedellostato.it) oder dem Mietwagen. Sowohl vom Bahnhof als auch vom Flughafen können Urlauber sich abholen lassen, Informationen unter www.rivieradeilimoni.it und beim Transferservice036521551www.lakegardatransfer.com.

Auskunft
Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsbüro Enit

069 237434www.enit.de

01 505163012vienna@enit.it

043 4664040enit.ffm@t-online.de

www.gardasee.de

Gut strukturierte Website, viele Veranstaltungshinweise. Ausführlich sind auch die Shoppingtipps sowie die Informationen zu diversen Sportarten.

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in Ortschaften 50, auf Landstraßen 90, auf Schnellstraßen 110 und auf Autobahnen 130 km/h. Außerhalb geschlossener Ortschaften muss auch tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden, für Motorrad- und Mopedfahrer gilt das überall. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. In jedem Auto muss für jeden Insassen eine Warnweste mitgeführt werden, und zwar im Fahrgastraum, nicht im Kofferraum. Italien geht neuerdings besonders hart gegen Verkehrssünder vor, und es gibt einige rigorose Sonderregelungen: Ein absolutes Alkoholverbot gilt für Fahrer unter 21 Jahren und in den ersten drei Jahren nach dem Führerscheinerwerb, Fahranfänger dürfen auf Schnellstraßen maximal 90, auf Autobahnen maximal 100 km/h fahren, wer mit dem Fahrrad nach Einbruch der Dämmerung unterwegs ist, muss eine Warnweste tragen, für Kinder unter 14 gilt Helmpflicht auf dem Fahrrad u. Ä.

In den Orten gibt es fast nur bezahlte Parkplätze, und die Polizei verteilt rigoros Strafzettel. Fast alle Tankstellen sind – außer an der Autobahn – in der Mittagszeit und sonntags geschlossen, viele verfügen jedoch über Tankautomaten. Pannendienst: 803116

Busse

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Lassen Sie Ihr Auto auf dem Hotelparkplatz, und benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel! Die Straßen rund um den See sind ohnehin chronisch verstopft. Die Busfahrt von Riva nach Limone kostet keine 2 Euro, eine Stunde Parken in Limone dagegen schon 1 Euro. Die Busfahrpläne bekommt man im Fremdenverkehrsamt oder im Internet. Die Busse fahren ziemlich pünktlich, sofern der Verkehr es zulässt. Fahrscheine (biglietti) müssen vor Fahrtantritt gelöst werden, in den größeren Orten an der zentralen Fahrkartenstelle am Busbahnhof, ansonsten in Tabakläden. Man kann auch im Bus lösen, zahlt dann aber fast das Doppelte.

Camping

Nicht alle Ufer des Gardasees eignen sich gleich gut für Campinganlagen; im Norden ist wegen der steilen Felswände zu wenig Platz. Die meisten Campingplätze finden sich daher im Süden, vor allem in der Valtenesi zwischen Desenzano und Salò. Die meisten bieten einen guten Standard. Die Kosten liegen etwa bei 13 Euro für einen Standplatz, 8 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder pro Tag. Andere sind in den Ortsteilen vermerkt.

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Konsulat

026231101

Österreichisches Konsulat

02783743

Konsulat der Schweiz

027779161

Einreise

Der Personalausweis reicht aus, über Österreich wie über die Schweiz kommt man dank Schengener Abkommen ohne Grenzkontrolle nach Italien.

Eintrittspreise

Junge und alte Menschen (bis 12 und ab 60 Jahren) haben in vielen Museen freien Eintritt. Kleinere Einrichtungen sind nicht teuer, aber in den Highlights wie dem Vittoriale und dem Giardino Botanico in Gardone, der Cascata del Varone in Riva und den Grotten des Catull in Sirmione zahlen Sie zwischen 5 und 12 Euro.

Sparen kann man mit der Promotion Card. Damit bekommen Sie Rabatte in Museen und Freizeitparks, etwa im Vittoriale, Parco Natura Viva, in der Arena von Verona, im Botanischen Garten Hruska, Gardaland und in der Caneva-World, außerdem gibt es Vergünstigungen für die Schiffsfahrten und für die Seilbahn von Malcesine. Erhältlich ist sie in Hotels.

Fähren

Die Autofähren Maderno-Torri del Benaco (tagsüber etwa stündlich) und Limone–Malcesine (zehnmal pro Tag) ersparen die Fahrt um den halben See. Außerdem gibt es in der Hauptsaison eine Autofähre Riva–Desenzano und zurück, mit wenigen Stopps. Passagierschiffe zwischen Desenzano und Riva steuern fast alle Orte an. Im Hochsommer werden abendliche Kreuzfahrten veranstaltet. Fahrpläne bekommen Sie bei den Fremdenverkehrsämtern und an den Anlegestellen; dort gibt es auch die Tickets, die vor Fahrtantritt gelöst werden müssen. www.navigazionelaghi.it

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten sind überall vorhanden, die gängigen Kreditkarten werden an Tankstellen, in fast allen Hotels, den meisten Restaurants sowie in vielen Geschäften akzeptiert.

Gesundheit

Die unkomplizierteste Methode: Im Krankheitsfall bezahlt man Arzt und Medikamente vor Ort und legt die Rechnung zu Hause der Krankenkasse zur meist problemlosen Erstattung vor. Auch die European Health Insurance Card (EHIC) wird akzeptiert.

Internetzugang & WLAN

WLAN (italienisch: wi-fi) findet man am ehesten in großen Hotels, auf einigen Autobahnraststätten (lange vorher mit dem Zeichen wi-fi angekündigt) und an Flughäfen. Detaillierte Infos liefern Hotspotfinder wie www.hotspot-locations.de, www.wi-fihotspotlist.com oder http://ipass.jiwire.com.

Im nördlichen Gardaseeraum (Riva, Torbole, Nago und teilweise in Malcesine) gibt es an vielen öffentlichen Plätzen und Straßen frei verfügbares wi-fi. Man kann jeweils einige Minuten ohne Registrierung surfen, erst danach wird diese fällig: entweder per SMS für italienische Mobilfunknummern oder an der Rezeption von teilnehmenden Hotels. Die Registrierung kostet einmalig 1 Euro. Weitere Infos hierzu, allerdings nur auf Italienisch, finden Sie auf www.futur3.it.

Klima & Reisezeit

Am Gardasee ist immer Saison, denn auch im Winter sinkt das Thermometer nur selten unter den Gefrierpunkt. Dann sind zwar viele Hotels am Gardasee geschlossen, dafür entfalten die alten Seebäder am Westufer aber noch einmal ihren Jahrhundertwendecharme. Oben in den Bergen schneit es, in der feuchtkalten Poebene liegt zäher Nebel, doch am Gardasee kann man in der Sonne promenieren.

Das Frühjahr ist vermutlich die beste Reisezeit für den Gardasee: Das milde Klima lädt zum Wandern ein, die Hotelpreise sind deutlich günstiger (außer über Ostern), und man findet problemlos eine Unterkunft.

Im Sommer kann es heiß werden, wenngleich der Seewind die Temperaturen erträglich macht. Allerdings scheint dann ganz Norditalien hier den Sommerurlaub zu verbringen. An den Augustwochenenden wird der Lago di Garda zum Stau-See: Kilometerlanges Stop-and-go auf den Straßen und an den Stränden Haut an Haut.

Der Herbst ist die ideale Zeit zum Wandern: Wochenlang stabiles Wetter ist keine Seltenheit, und vom Gipfel des Monte Baldo reicht der Blick dann von den Gletschern bis nach Verona.

Mietwagen

In vielen Orten am See gibt es Leihwagen (autonoleggio), internationale Firmen sind ebenso vertreten wie lokale Anbieter. In der Hauptsaison empfiehlt es sich, im Voraus einen Wagen zu reservieren; außerdem ist eine Vorabbuchung fast immer günstiger, etwa über Vermittler im Internet wie www.billiger-mietwagen.de.

Notruf

Allgemeiner Notruf112, zusätzlich: Polizei113, Feuerwehr115, Waldbrandmeldung1515

Öffnungszeiten

Die in Italien nicht einheitlich geregelten Öffnungszeiten der Geschäfte sind meist Mo bis Sa 9 bis 12.30 und 15.30 bis 19.30 Uhr, größere Supermärkte auch durchgehend ohne Mittagspause. In vielen Orten haben die Läden in den Fußgängerzonen abends bis 22 Uhr geöffnet. Die meisten Lebensmittelläden sind auch am Sonntagvormittag geöffnet.

Post

Briefmarken (francobolli) gibt es bei der Post oder in Tabakläden (tabacchi), aber nur selten dort, wo man Postkarten kaufen kann.

Preise

Wer seinen Cappuccino mit Seeblick genießen möchte, wird dafür mehr bezahlen, also gerne mal 2,50 oder 3 Euro anstatt der am Tresen üblichen 1,50. Ein Aperitif kostet ab 2,50 Euro aufwärts. Wer mehr als eine Pizza (ab 6,50 Euro) möchte, also richtig italienisch bestellt: antipasti oder Pasta, Hauptspeise, Wein und Dessert, muss mit mindestens 30–40 Euro rechnen. Und unter 60 Euro wird man auch selten ein Doppelzimmer finden.

Telefon & Handy

Die Vorwahl nach Italien ist 0039. Die Null am Beginn jeder Festnetznummer muss mitgewählt werden, sowohl vom Ausland aus als auch bei Ortsgesprächen. Mobilfunknummern (oft 338 oder 339) werden immer ohne Null gewählt. Vorwahl nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Telefonkarten gibt es in den tabacchi-Läden.

Die meisten deutschen Handys funktionieren problemlos in Italien. Die Roamingverordnung der EU hat das Telefonieren mit Mobiltelefonen deutlich günstiger gemacht. Mit einer italienischen Prepaidkarte (an Kiosken oder in Telefonläden) entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Verbreitet sind Vodafone (www.vodafone.it) und TIM (www.tim.it). Das funktioniert unkompliziert und lohnt sich vor allem, wenn man länger oder mehrmals im Jahr nach Italien reist.

Trinkgeld

Fünf bis zehn Prozent sind üblich, wenn Sie mit dem Service zufrieden waren. In Restaurants und Bars lässt man sich zuerst das Wechselgeld herausgeben und legt das Trinkgeld dann auf das Tellerchen mit der Rechnung.

Zeitungen

Deutsche Zeitungen und Magazine sind in vielen Kiosken bereits am selben Tag erhältlich. Die deutschsprachige Gardasee-Zeitung (www.gardaseezeitung.it) erscheint monatlich (im Hochsommer zweiwöchentlich) und liegt gratis in Kiosken und bei den Fremdenverkehrsämtern aus. Sie enthält u. a. Veranstaltungstermine sowie Schiffs- und Busfahrpläne.

Zoll

Waren für den persönlichen Bedarf sind innerhalb der EU zollfrei. Richtwerte hierfür sind u. a. 90 l Wein, 10 l Spirituosen und 800 Zigaretten. Für Schweizer und bei Einreise in die Schweiz gelten wesentlich geringere Freimengen.

Was kostet wie viel?

Kaffee

1,50–3 Euro für einen Cappuccino

Imbiss

ab 3 Euro für ein belegtes panino

Wein

ab 3,50 Euro für einen Viertelliter

Olivenöl

ab 5 Euro für 1 l olio extravergine

Benzin

um 1,30 Euro für 1 l Super Euro 95

Seilbahn

18 Euro für die Hin- und Rückfahrt auf den Monte Baldo

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Capodanno

6. Januar

Epifania

März/April

Pasqua und Pasquetta (Ostersonntag und Ostermontag)

25. April

Liberazione (Jahrestag der Befreiung vom Faschismus)

1. Mai

Festa del Lavoro

2. Juni

Festa della Repubblica (Nationalfeiertag)

15. August

Ferragosto

1. November

Ognissanti

8. Dezember

Immacolata Concezione

25. Dezember

Natale

26. Dezember

Santo Stefano

Feste & Veranstaltungen
Ostern

Eine Karfreitagsprozession wird am Venerdì Santo in Limone als nächtlicher Lichterzug durch die Altstadt inszeniert, und in Castelletto di Brenzone werden die Kreuzwegstationen als Passionsspiel gestaltet.

Ende April/Anfang Mai

Bike-Festival in Riva.

Mai

Beim Rotkäppchen-Rundgang Cappuccetto Rossowww.mangiafiaba.it für Familien am 1. Mai in Costermano bekommen Jungs ein Wolfskostüm, Mädchen werden als Rotkäppchen verkleidet, dann geht es auf eine kulinarische Reise ins Märchenland.

Die Festa del Vino Chiaretto feiert man in Bardolino mit einem Straßenfest.

Die Bewohner von Torri ehren am 26. Mai ihren Schutzheiligen San Filippo Neri mit einer nächtlichen Segelregatta.

Juni

In Limone wird auf der Piazza Garibaldi an einem Juniwochenende bei der Festa Popolare del Lago kostenlos Weißwein ausgeschenkt, dazu gibt es Seefisch.

Mit der Festa della Musica feiert Arco den Sommeranfang am 21. Juni. Die Altstadt wird durch Open-Air-Events von Hobbykünstlern und Musikprofis belebt.

Juli/August

In vielen Seeorten gibt es im Sommer Konzerte. In Gardone werden im Theater des Vittoriale degli Italiani Konzerte und Freilichtaufführungen veranstaltet. In Malcesine werden auf einer Freiluftbühne bei der Burg Konzerte und Theaterstücke aufgeführt: Malcesine e l'Europa. In Veronas Arena laufen die Opernfestspiele.

An einem Sonntag im Juli findet in Limone die Serata Suoni e Sapori Antichi statt. Für 15 Euro geht man von Station zu Station und degustiert lokale Küche und Weine, begleitet von Musik. Ähnlich: Suoni e Sapori Antichi nell'Uliveto im August.

Am 26. Juli gibt es in Malcesine Fackelumzüge zu Ehren der hl. Benignus und Carus.

Musica Rivawww.musicarivafestival.com, eine internationale Konzertreihe junger Musiker, findet in der zweiten Julihälfte in der Burg statt.

Straßenfeste prägen den Carnevale del Sole am letzen Julisamstag in Salò.

Ein großes Stadtfest feiert Riva im August mit Umzügen und Freilichtaufführungen, gekrönt durch die Notte di Fiaba, ein Feuerwerk am See. www.nottedifiaba.it

September

Am zweiten Wochenende im September findet die Regatta Centomiglia in Bogliaco statt. www.centomiglia.it

Mitte September feiert Torri del Benaco den Carnevale Settembrino mit Umzügen und Straßenkünstlern.

Bei der Traubenkur können in Riva, Arco und Torbole Wein und lokale Produkte probiert werden.

Oktober

Das Genießerfest Ciottolando con Gustowww.ciottolando.com mit Weinverkostungen und kulinarischen Stationen in Malcesine findet Anfang Oktober statt.

Der Mountainbikewettbewerb Bixe X-trem um Limone, Riva und Ledro ist was für Konditionstiere! www.bikex-treme.com

Bei der Festa dell'Uva in Bardolino gibt es Wein bis zum Abwinken. Abends großes Feuerwerk.

Im Trend

Grüne Weinberge
Alles bio

Junge Winzer setzen auf Bioqualität. In der Cantina della Valtenesi e della LuganaVia Pergola21Moniga del Gardawww.civielle.com werden Weine produziert, die Namen wie Biocora – der Tanz des Lebens tragen. Auch den Bardolino gibt es in der Bioversion. Der von der Cantina di CustozaStrada Staffalo1Custozawww.cantinadicustoza.it ist preisgekrönt. GardenaliVia XXV Aprile8Volta Mantovanawww.gardenali.it baut nicht nur Trauben an, sondern folgt dem generellen Trend nach Bioobst.

Wind und Schnee
Snowkiting

Am Gardasee entwickelt sich eine lebendige Wintersportszene. Kiter, die im Sommer auf dem See zu finden sind, stellen sich im Winter aufs Snowboard, nehmen ihren Drachen in die Hand und erobern den Monte Baldo. Möglich ist das dank der besonderen Thermik, die während der Wintermonate herrscht. WaterproofVia Lavesino9Brenzone sul Gardawww.waterproof.net zeigt Anfängern und Könnern die besten Tricks. Die Pulverschneepisten können Wintersportler auch mit den Snowboards der Scuola Sci MalcesineTratto Spinoscuolascimalcesine.bloog.it erobern.

Zelten mit Luxus
Glamping

Luxuszelten, das sogenannte Glamping, ist Trend. Darauf hat sich Selectcampwww.selectcamp.de spezialisiert. Auf dem Platz Camping Bella ItaliaVia Bella Italia2Peschiera del Garda warten ein Luxusbungalowzelt und ein Privatstrand mit Seezugang auf die Camper. Eine eigene Terrasse gehört zu jedem Luxuszelt bei Camping FontanelleVia Magone13Moniga del Garda und bei Camping WeekendVia Vallone della Selva2San Felice del Benaco.

Canyoning
Nervenkitzel im Felsen

Palvicio, Vajo dell'Orsa und Splish Splash sind als Paradeschluchten der Canyoningszene auf der ganzen Welt bekannt. Sie alle werden auf der dreitägigen Tour der Canyoningagentur Herwig Rainerwww.canyoning-tour.at ausgiebig erkundet. Das Canyoning Center GardaseeTrattoria Ca' OrsaAffiwww.outdoorplanet.net bietet zehn verschiedene Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden – für Familienspaß oder Nervenkitzel pur. Von Ende April bis Mitte Oktober erkundet man mit dem Canyoning Center Wet WayVia Sant'Andrea16eArcowww.wetway.net die Schluchten rund um den Gardasee.

Schräge Festivals
Was zählt, ist Unterhaltung

Je außergewöhnlicher das Festival, desto beliebter. Am Gardasee werden Freunde des Ungewöhnlichen glücklich gemacht. Im Herbst kommen die Blogger in Riva del Garda zusammen und feiern das Blog Festivalwww.blogfest.it im historischen Zentrum der Stadt. Das Programm reicht von Debatten über Konzerte und Preisverleihungen bis zu gemeinsamen Spielen. Beim Tortellini-Festwww.valeggio.com in Valeggio sul Mincio ehrt man die Nudel. Einmal im Jahr wird die mittelalterliche Viscontibrücke zum Freiluftrestaurant. Hungrige Pastaliebhaber dürfen sich dann über 600 000 handgemachte Tortellini freuen. Zeitgenössische Kunst ist das Thema des Drodesera Fies FestivalsCentrale FiesDrowww.centralefies.it In einem noch in Betrieb befindlichen Wasserkraftwerk finden jeden Sommer Kunstperformances statt.

Bloss nicht

Jeden Meter mit dem Auto fahren

Ein Abstecher nach Limone, ein Nachmittagsausflug nach Malcesine, zum Baden nach Sirmione – und immer wecken Sie Ihr Auto von seinem Nickerchen auf dem (meist sogar kostenlosen) Hotelparkplatz? Fahren Sie doch mal mit dem Schiff! Sie stehen nicht im Stau und müssen keinen teuren Parkplatz suchen.

Im Spaghettitop Kirchen besichtigen

Grundsätzlich kleiden sich Italienerinnen und Italiener modischer, eleganter. Während Touristen in Shorts, Shirts und Schlappen durch Altstadtgassen schlurfen, trägt die modebewusste Italienerin auch in schwierigem Gelände (Kopfsteinpflaster!) hochhackige Schuhe. In Badeshorts am Caféhaustisch Platz nehmen zu wollen ist ein Fauxpas. Noch schlimmer: unpassend gekleidete Damen (oder Herren), die Kirchen besichtigen. Bedecken Sie die Schultern mit Bluse oder Schal!

Überall auf Deutsch bestellen

Sicher, fast jeder Kellner am Gardasee wird Sie verstehen, wenn Sie bei ihm „ein Bier“ bestellen. Aber wie wäre es, wenn Sie eine Hand voll Wörter Italienisch lernen? Mit einem höflichen Scusi! – „Entschuldigung!“ – die Aufmerksamkeit des Obers erregen zu wollen dürfte ziemlich sicher von Erfolg gekrönt sein.

Samstagnachmittags von Lazise nach Peschiera

Die Straße führt an den größten Vergnügungsparks entlang, und wenn aus diesen die Massen herausströmen, sind alle Straßen hoffnungslos verstopft. Ebenso gilt: Wenn Sie einen solchen Park besuchen wollen, dann bloß nicht am Wochenende. Sie werden nur durchgeschoben, vor allem im August.

Ferragosto am Lago

Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, fahren Sie nicht um den 15. August herum an den Gardasee! Dann hat ganz Italien Ferien, der Verkehr kommt praktisch zum Erliegen. Und an den Stränden am Seeufer geht es mindestens genauso gedrängt zu.

Fälschungen kaufen

Vorsicht vor gefälschter Markenkleidung und nachgemachten Markentaschen: Auf den Handel – also auch den Kauf! – werden hohe Geldbußen verhängt, auch bei ausländischen Touristen.

Rauchen

Auch in Italien ist das Rauchverbot Gesetz. Und da die Wirte im Fall eines Verstoßes hohe Geldbußen zahlen müssen, wird strikt auf Einhaltung geachtet – was beim notorisch entspannten Verhältnis der Italiener zu Vorschriften niemand für möglich gehalten hätte. Also: Weder zum Espresso noch zwischen zwei Gängen können Sie sich eine Zigarette anzünden!

Stichworte

Blaue Flagge

Immer wieder wurde am Gardasee freudig verkündet, welche Strände die Blaue Flagge (www.blueflag.org) verliehen bekamen. Zuletzt erhielt nur noch Sirmione diese Auszeichnung für besonders sauberes Wasser und weitere Kriterien, die für einen nachhaltigen Tourismus sprechen, wie etwa Abfallbehälter zur Mülltrennung und die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Blaue Flagge vergibt die FEE (Foundation for Environmental Education), eine Stiftung für Umwelterziehung. Aber in den letzten Jahren wurde auch Sirmione die Bandiera Blu nicht mehr verliehen. Somit gibt es nun keine Blaue Flagge mehr am Gardasee. Um die Wasserqualität europäischer Seen wieder zu steigern, wurde von der EU das Projekt Eulakes ins Leben gerufen, in das auch der Gardasee aufgenommen wurde. Ziele von Eulakes sind vor allem, die Uferverbauung einzudämmen, die Wasserqualität zu schützen und klimatische Veränderungen zu erforschen.

Fauna

Wasservögel mögen den See nicht besonders, zu wenig Uferraum wurde ihnen zum Brüten und Verstecken gelassen, einige Möwen- und Entenarten flattern aber umher und in jüngster Zeit auch wieder mehr Schwäne. Außerdem ziehen am Gardasee viele Zugvögel durch, was eine interessante Mischung von nordafrikanischen und nordeuropäischen Vögeln ergibt. Im Parco Alto Garda hat sich ein Goldadlerpärchen eingenistet, und auch Auerhähne sind dort zu beobachten. Ein echter Spezialist muss man sein, um die herrlichen Schmetterlinge auseinanderhalten zu können. 959 verschiedene Sorten wurden am See gezählt! Aber auch wer ihre Namen nicht kennt, wird sich an den bunten Faltern erfreuen können, wenn sie auf Lavendelbüschen sanft im Wind schaukeln. Urtümliche Lebewesen wie Feuersalamander und Smaragdeidechsen wird man vor allem beim Wandern entdecken – und vereinzelt auch die giftige Aspisviper und die Kreuzotter, festes Schuhwerk ist also angeraten! Sogar der Luchs ist zurückgekehrt an den Gardasee: In den Bergen oberhalb, im Parco Alto Garda, wurde das scheue Wildtier gesichtet.

Flora

Nutzpflanzen bestimmen das Bild des Sees. Am nordwestlichen Ufer stehen die erwähnten, heute leider aufgegebenen Zitronenhaine, im Osten und im Süden wechseln sich sanfte Weinhügel mit Olivenhainen ab. Ein Dorado für Botaniker ist der Monte Baldo, der auch Garten Europas genannt wird. Da sein Gipfelkamm während der Eiszeiten über die Gletscher hinausragte, konnten sich Pflanzen erhalten, die es sonst nirgends mehr gibt, so etwa die endemische Anemone baldensis. Etwas tiefer, im Schatten großer Steineichen und Buchen, wachsen wilde Alpenveilchen. Im Parco Alto Garda, der Hochebene von Tremosine, findet man die einzige insektenfressende Spezies des Gebiets, die Pinguicula alpina. Auch rare Feuerlilien und die Orchideenart Frauenschuh wachsen hier. Am Seeufer selbst spaziert man in mediterraner Blütenpracht. In Maderno reihen sich am Ufer Oleanderbäume auf, Mimosen und Kamelien wachsen in den parkähnlichen Gärten von Gardone Riviera, Magnolien beschatten die Uferstraße von Desenzano, und an der schönen Promenade von Salò sitzen Sie sogar unter Palmen. Ganz zu schweigen von den Rosen, die rund um den See an Spalieren die Hauswände emporklettern und ihre Blütenkelche Spaziergängern zuneigen.

Friedenspfad

Das Gebiet um den Gardasee war immer wieder Schauplatz erbitterter Kämpfe, nicht nur zu Zeiten der Scaligerherrschaft: Im Ersten Weltkrieg verlief durch das Trentino die Front zwischen Italien und Österreich. Auf über 300 Kilometern folgt ihr der „Sentiero della Pace“, gekennzeichnet mit einer weißen Taube. Für die gesamte Wanderstrecke braucht man etwa 30 Tage. Vom Adamellogebiet geht er Richtung Riva del Garda, weiter vom Monte Altissimo bei Nago bis nach Mori und hinunter nach Rovereto. Für diese Abschnitte ist keine Hochgebirgserfahrung notwendig, der südliche Teil zwischen Riva, Rovereto und Folgaria ist leicht begehbar. Überall trifft man auf Reste des Kriegs, auf Schützengräben und in Bergflanken gesprengte Wege, findet Relikte wie Patronenhülsen oder verrostetes Essgeschirr. Die landschaftlichen Eindrücke auf diesem Weitwanderweg sind oft spektakulär, doch bei jedem Schritt werden sensible Wanderer daran erinnert, auf welch fürchterlichen Pfaden sie hier unterwegs sind. Auf 150 000 bis 180 000 Tote auf beiden Seiten wird die Opferzahl des Gebirgskriegs zwischen 1915 und 1918 geschätzt. Rund zwei Drittel davon kamen durch Lawinen, Bergrutsche oder die Kälte zu Tode. Allein vom 10. bis zum 13. Dezember 1916 starben mehr als 10 000 Menschen. mp.marcopolo.de/gar20

Gardesana

Mancher Autofahrer hat schon geflucht: Nur 30 km, aber 74 Tunnel weit weg liegt Gargnano von Riva del Garda. In einigen der Tunnel geht es eng zu, zwei Campingbusse passen so gerade aneinander vorbei, und wenn dann noch ein Trupp Rennradler durchpedaliert ... Dabei zählt die Gardesana Occidentale am Westufer zu den Traumstraßen Italiens. Wo immer die Tunnelfenster und Galerien den Blick auf den See freigeben, ist diese Bezeichnung wirklich berechtigt. Gebaut wurde sie nicht aus touristischen Gründen, sondern um nach dem Ersten Weltkrieg das Nordufer des Sees, das von da an auch zu Italien gehörte, an den Süden anzubinden. Am gegenüberliegenden Ufer verläuft die etwas breitere, nicht ganz so spektakuläre Gardesana Orientale. Da die alten Straßen beim heutigen Verkehrsaufkommen oft völlig überlastet sind, werden im Sommer die beiden Uferstraßen für LKW gesperrt.

Inseln

Auch wenn der Gardasee keine so berühmten Inseln vorweisen kann wie Lago Maggiore oder Ortasee, gibt es doch ein paar kleinere Inselchen. Die größte liegt in der Nähe von Salò: die Isola del Garda (www.isoladelgarda.com) mit der Villa Borghese. Seit ein paar Jahren erst kann sie besucht werden (Informationen hierzu finden Sie bei den Ortsbeschreibungen von Garda und Salò). Etwa 2 km südlich davon, in der Bucht von Manerba und San Felice, liegt die Isola San Biagio mit ihrer Nebeninsel I Conigli (Kanincheninsel). San Biagio ist ein beliebtes Ausflugsziel – bei niedrigem Wasserstand kann man zu Fuß vom Festland aus hingehen, mit den Badeutensilien in der Hand. Die Isola Trimelone liegt vor Assenza zwischen Porto di Brenzone und Malcesine; sie ist militärisches Sperrgebiet und darf nicht betreten werden – bis jetzt jedenfalls. Die Insel war ein Munitionsdepot, zurzeit werden über 5000 Bomben verschiedenster Größe geräumt. Da die Insel so lange Sperrgebiet war, wurde sie eine Oase für Zugvögel. Derzeit ist nicht geklärt, ob sie nach der Beseitigung der Sprengkörper touristisch genutzt werden soll.

Kriegsgräber

Wer über Costermano bei Garda an den See fährt, kommt an einem nicht sehr auffälligen Schild vorbei: Cimitero Militare Tedesco – Deutscher Soldatenfriedhof. Der Friedhof wurde 1967 eingeweiht; hier liegen 21 951 Deutsche begraben, die während des Zweiten Weltkriegs in Norditalien gefallen sind. Zu großen Kontroversen kam es, als bekannt wurde, dass auf dem Friedhof nicht nur Opfer, sondern auch Täter liegen, so SS-Sturmbannführer Christian Wirth, der mehrere Konzentrationslager geleitet hat. Er hatte in der sogenannten Aktion Reinhardt eine leitende Funktion inne und war so für den Tod von 2 Mio. Juden und 50 000 Sinti und Roma mitverantwortlich. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge pflegt im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland die Gräber, die nach geltendem Völkerrecht auf Dauer zu erhalten sind. Auf einer Informationstafel ist zu lesen: „Auf diesem Friedhof liegen auch die Gebeine von Personen, die für Kriegsverbrechen führend verantwortlich waren. Ihre Verbrechen sind uns eine ständige Mahnung.“

Monte-Baldo-Trüffel

Die Trüffel (italienisch tartufo) ist ein Schlauchpilz – was für ein schnöder Name für diese kulinarische Köstlichkeit! Die Pilze wachsen unterirdisch an den Wurzeln von Laubbäumen – auch am Monte Baldo. In San Zeno di Montagna findet jeden Oktober eine Trüffelwoche statt; in dieser Zeit bieten die Restaurants des Orts Trüffelgerichte an. Auch am westlichen Ufer, auf der Höhe von Tignale, wachsen Trüffeln. Früher ließ man Schweine nach Trüffeln suchen, die diese auch zuverlässig fanden, sie aber selber gerne fraßen. Heute richtet man Hunde darauf ab. Die Trüffelsuche ist gesetzlich geregelt, nur die tartufari dürfen mit ihren Hunden nach den teuren Knollen graben. Privates Trüffelsuchen wird als Wilderei geahndet! Achten Sie beim Kauf von Trüffeln darauf, dass sie fest und nicht wurmstichig sind. Eine frische Trüffel bewahrt man, locker in ein Geschirrtuch geschlagen, höchstens drei Tage im Kühlschrank auf. Am besten bereiten Sie sie aber schnell zu, das geht sogar auf dem einfachsten Campingkocher: Spiegel- oder Rühreier in die Pfanne schlagen und Trüffel dünn darüberhobeln – oder auch über Pasta oder Risotto. Es gibt über 100 verschiedene Trüffelsorten, von denen die schwarze Perigordtrüffel (tubermelanosporumvitt) am Gardasee am verbreitetsten ist. Aber auch die besonders edle weiße Trüffel kommmt vor. Letztere hat von Oktober bis Januar Saison, die schwarze von November bis März. Nicht ganz so kräftig im Aroma, aber dafür deutlich günstiger ist die Sommertrüffel tartufo d'estate.

Sprachen- und Nationenmix

Der Gardasee kann sich über Besuchermangel nicht beklagen. Unüberhörbar stellen die Deutschen mit knapp 60 Prozent den weitaus größten Anteil der Ausländer, 40 Prozent aller Urlauber am Gardasee – Italiener eingeschlossen – sind Deutsche. Sie reisen bevorzugt an das Nord- und das Ostufer von Riva bis Peschiera. Die Holländer lieben das West- und das Ostufer, die Engländer den Abschnitt von Salò bis Riva, und die Italiener fahren am liebsten in die Gegend um Gardone und Salò. Auch ohne ein Wort Italienisch kommen deutschsprachige Urlauber am Gardasee zurecht und bekommen ihr gewünschtes Abendessen. Auch holländische Besucher müssen sich nicht unbedingt mit Italienisch abmühen, viele Kellner sprechen auch diese Sprache – ganz zu schweigen von den vielen Gastarbeitern am See: Bayern als Surflehrer, Engländer als Discjockeys, Holländerinnen als Barmädchen. Auch die Dialekte werden noch von vielen jungen Leuten gepflegt. Vielleicht kann man nur noch in der Sprache eine Heimat finden, wenn die Gassen und Orte jahrein, jahraus von Fremden bevölkert sind.

Vergnügungsparks

Italiener lieben sie: riesige Ferienparks, wie sie in der Umgebung von Peschiera zu finden sind. Doch in den letzten Jahren gab es Kritik, vor allem nach dem Tod von zwei Delphinen in Gardaland. Während die Direktion von einem natürlichen Tod spricht, beschuldigte ein Dresseur die Leitung, die Tiere zu großem Stress auszusetzen. Der Beliebtheit des größten Vergnügungsparks in Italien hat das keinen Abbruch getan: Seit Jahrzehnten amüsiert man sich in Gardaland & Co., allein diesen größten der Vergnügungsparks besuchen jährlich über 3 Mio. Menschen.

Bücher & Filme

Italienische Dämmerung

1912 wanderte der englische Autor D. H. Lawrence über die Alpen nach Italien und mietete sich zusammen mit seiner Geliebten in Gargnano ein. Im Buch beschreibt er diese Tage am Gardasee.

Katastrophen mit Seeblick

Bodo Kirchhoffs sechs anspruchsvolle Geschichten handeln alle von Menschen am See. Es sind keine heiteren Urlaubsstorys, sondern tiefgründige Erzählungen.

The International

Tom Tykwers Thriller spielt rund um den Globus, in einer Szene verschwindet ein Auto in einer Tunnelstraße an einem mediterranen See. Auch wenn der Film behauptet, das sei der Iseosee: Gedreht wurde am Gardasee.

Ein Quantum Trost

Die Eröffnungsszene des James-Bond-Films wurde 2008 am Gardasee gedreht: eine Verfolgungsjagd durch die Tunnel der Gardesana.

Fakten

Fläche
369 km²
Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
13:05 Uhr
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