Côte d'Azur

Überblick

Entdecken Sie die Côte d'Azur!

Luxus, Trubel, Paläste und exotische Blütenpracht am Meer, beschauliche Ruhe, grandiose Naturschauspiele und einsame Felsendörfer im Hinterland: Die Côte d'Azur ist das Land der harten Kontraste. Doch die ziehen sich ja bekanntlich an. Das milde Mittelmeerklima und die Sonne genießen die 20 000 Menschen, die in den Firmen des Hightechparks Sophia-Antipolis arbeiten, genauso wie die sensiblen Nasen, die sich in Grasse, der Welthauptstadt des Parfums, auf eine 400 Jahre alte Tradition berufen. Oder wie die Millionen von Urlaubern an der Küste, die Frankreich mit schöner Regelmäßigkeit den Titel des Tourismusweltmeisters bescheren.

Kaum ein Landstrich in Europa hat sich in den letzten 200 Jahren so oft und so schnell gewandelt wie die Region zwischen Toulon im Westen, Menton im Osten, den Verdon-Schluchten und dem Parc National du Mercantour im Norden. Jahrhundertelang war die Küste nur Durchgangsstation zwischen Nordeuropa und Italien. Am Meer lebten arme Fischer, im Hinterland arme Bauern. Kein Wunder, dass sich aus der tiefen Vergangenheit nur wenige architektonische Glanzlichter in die Neuzeit gerettet haben. Natürlich gibt es die Spuren der Römerzeit in Fréjus und das Siegesdenkmal von Kaiser Augustus in La Turbie hoch über Monaco. Die Grafschaft Nizza, erst seit 1860 französisch, war im 17. Jh. fruchtbarer Boden für die Baumeister und Künstler der Barockzeit. Die lang vergessenen Felsendörfer im Hinterland haben ihr mittelalterliches Ensemblebild bewahrt. Die Landflucht vor 100 Jahren hat Dörfer wie Ste-Croix, Grimaud und Bormes-les-Mimosas zwar ausgeblutet, aber die Bausubstanz nicht angegriffen. Es gibt keine hässlichen Neubauten mitten auf dem Kirchplatz, keine Bankfilialen von der Stange. Wer Saorge im Roya-Tal oder La Garde-Freinet im Massif des Maures aus dem Dornröschenschlaf erweckte, hatte Geld – und Geschmack. Villages wie Villecroze sind liebevoll restauriert, alte wie neue Bewohner dekorieren mit Blumen und einfachen Mitteln Plätze und Brunnen, schaffen eine Idylle, die von Ruhe geprägt ist.

Aber die Côte d'Azur, die ihren Namen erst 1887 von Stephen Liégeard, einem Unterpräfekten mit literarischer Ader, bekommen hat, ist und bleibt ein Kind der modernen Freizeitgesellschaft. Es zählt nur das Heute, Hier und Jetzt. Blaues Meer, klarer Himmel und vor allem Sonne – viel Sonne. Reisende aus England entdeckten Mitte des 19. Jhs. das milde Klima für sich. Hyères, Nizza und Cannes waren die ersten internationalen Fremdenverkehrsorte überhaupt. Die europäische Aristokratie flüchtete aus dem kalten, tristen Winter in den Süden, nutzte die Côte d'Azur als Spielwiese für ihre verrücktesten Träume und hatte großen Anteil daran, dass sich die Region in einen kunstvollen Garten Eden verwandelte. Die Einheimischen schüttelten noch den Kopf, als der Pariser Botaniker Gustave Thuret 1857 auf dem Cap d'Antibes Palmen, Kakteen, Zypressen und Eukalyptusbäume züchtete. Die exotischen Bäume, wie die aus Australien importierten Mimosenbäume mit ihrer sattgelben Blütenpracht im Spätwinter, gehören heute ebenso zur Côte d'Azur wie das blaue Meer, die tiefgrünen Aleppokiefern und die strahlend gelben Zitronen von Menton.

Die verschwenderische Pracht der Flora hat ihr Pendant in der Architektur. Die kosmopolitische Schickeria baute ihre Paläste ohne Rücksicht auf historisch gewachsene Stadtbilder. Das vom Pariser Opernbauer Charles Garnier entworfene Spielkasino von Monte-Carlo, die gigantischen Fassaden der Luxushotels Negresco in Nizza oder Carlton in Cannes, die Villa der Baronin Ephrussi de Rothschild auf Cap Ferrat, der Nachbau der antiken griechischen Villa Kérylos in Beaulieu oder das schlichte Bauhaus-Gebäude der Familie de Noailles in Hyères sind Beispiele für die neuen Wahrzeichen.

Das Markenzeichen Côte d'Azur ist in der Belle Epoque zu Beginn des 20. Jhs. entstanden – im Winter. Heute scheint es unglaublich, dass erst 1931 einige mutige Hoteliers ihre Häuser ausgerechnet in der Jahreszeit öffneten, die den alten Aristokraten zu heiß geworden war. Heute lebt die Côte d'Azur vom Sommertourismus. Im Juli und August herrscht Ausnahmezustand. Alles ist überfüllt: die Straßen, die Hotels, die Campingplätze, die wunderschönen Buchten. Die Preise steigen mit den Temperaturen, ganz selten sind Parkplätze am Meer wie an den berühmten Stränden rund um St-Tropez umsonst. Das Fischerdorf, von impressionistischen Malern um 1900 entdeckt, ist nach 1950 zum Inbegriff des internationalen Jetsets geworden. Schrittmacher waren erst Literaten aus Paris, Filmleute wie Roger Vadim und Brigitte Bardot, Playboys wie Gunter Sachs und schließlich Schlagerstars wie Johnny Hallyday. An den Stränden von Pampelonne und Tahiti trugen sie ihre Haut zu Markte, lockten mit braun gebrannten Körpern die Regenbogenpresse an, die auf immer neue Skandale hoffte.

Die Berühmten haben längst vor den Blechlawinen kapituliert, die im Sommer die Strecke rund um den Golf zur Tortur machen. Und St-Tropez und die Halbinsel von Ramatuelle stehen heute erneut als Symbol für neue Entwicklungen. Weg vom Massentourismus, Schutz von Küstenstreifen und Natur sowie drastische Bauvorschriften sind die Ansätze, um die Schönheit der Landschaft für die Zukunft zu bewahren. Denn es gibt sie noch, die stillen und einsamen Buchten zum Baden, mitten in der Hochsaison in einem der größten Touristenzentren der Côte d'Azur. Ausgerechnet auf der Halbinsel, die alle Milliardäre und Millionäre Europas kennen, ist der Zugang zum Meer praktisch für jedermann offen. Und eben die Strände, an denen der Nachwuchs der Reichen mit seinen Champagnerpartys der Überflussgesellschaft die Krone aufsetzt, sollen in Zukunft Modell für Umwelt- und Naturschutz werden. Sehr wichtig für das neue Bewusstsein in Frankreich ist das Conservatoire du Littoral, das bei St-Tropez zu retten versucht, was zwischen Cannes und Nizza zum großen Teil schon verloren gegangen ist. Dank der späten Erkenntnis, dass diese Küste eben nicht nur ein Freizeitparadies für ein paar Sommerwochen ist, sondern ein Geschenk der Natur, mit dem Menschen pfleglich umgehen sollten, um Fauna und Flora langfristig zu bewahren.

Auch in der Landwirtschaft hat das große Umdenken eingesetzt. Es sind vor allem Winzer, die auf Chemie verzichten und merken, dass guter Wein in diesem Klima kein Hexenwerk ist. Spektakulärstes Beispiel ist das kleine Dorf Correns. Bürgermeister und Weinbauer Michael Latz hat dabei aus wirtschaftlichen Gründen auf Bio gesetzt. Der klassische (Weiß-)Wein wurde vor der Flaschenabfüllung zum Billigtarif an Großhändler verscherbelt, aber der Erlös deckte nicht mal mehr die Kosten. Mit biologischem Anbau öffneten die Winzer aus dem Hinterland eine Marktnische und sind heute stolz auf den Wein, den sie in ganz Europa mit dem Etikett Correns zu ordentlichen Preisen verkaufen. Das Beispiel macht Schule: Mittlerweile verzichten selbst die Gemüsebauern im Dorf auf Chemie. Wer offen ist, entdeckt auf den Märkten an der Côte d'Azur und im Hinterland längst vergessene Gemüse- und Obstsorten. Die Geschmacksnerven jubilieren: So also können Tomaten und Aprikosen schmecken, wenn die Bauern Vertrauen zur Natur haben.

Die Natur als grandioses Schauspiel erleben Neugierige weitab der Küste in den Schluchten, die Flüsse wie der Verdon, der Var, der Loup und die Roya in die Felsen geschnitten haben. Winzige Dörfer wie Aiglun und Roquestéron setzen im Norden von Grasse und Vence auf Wassersport- und Wandertourismus. Von den spektakulären, in leuchtend rote Felsen gefrästen Gorges du Cians ist es nur eine kurze Strecke in den Nationalpark des Mercantour. Dort sind, nicht einmal zwei Autostunden von der turbulenten Küste entfernt, sogar die Wölfe wieder heimisch geworden.

Entdecken Sie die Küste und mit Alpes-Maritimes, Var und Alpes-de-Haute-Provence drei der schönsten Départements Frankreichs. Dieser Reiseführer nimmt Sie mit auf den Weg von Toulon nach Menton, immer am Meer entlang. Nicht nur Autofahrer, sondern auch Spaziergänger erwarten herrliche Aussichten. Allein im Département Var sind mehr als 250 km des sentier littoral, des Küstenwanderpfads zwischen Bandol und St-Raphaël, erschlossen. Packen Sie also die festen Schuhe neben die Badehose und lassen Sie sich ein auf die blaue Küste der Kontraste!

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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Dienstag / 31.03.2020
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Mittwoch / 01.04.2020
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3 °C
Nachmittags
6 °C
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3 °C
Donnerstag / 02.04.2020
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3 °C
Nachmittags
7 °C
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4 °C
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Anreise

10h 17min
7h 47min
1h 35min
Frankfurt am Main
Côte d'Azur
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Praktische Hinweise

Anreise

Aus Deutschland führt die schnellste Route über Karlsruhe–Freiburg–Mulhouse–Lyon–Aix-en-Provence. Mehr Zeit braucht die Strecke Basel–Genf–Grenoble und die Route Napoléon über Digne-les-Bains und Grasse an die Küste. Urlauber aus Bayern und Österreich können die Côte d'Azur auch über die Brenner-Autobahn, dann über Mailand und Genua erreichen. Auf den französischen (péage) und italienischen Autobahnen sowie über den Brenner werden Mautgebühren erhoben; auf den Schweizer Autobahnen zahlt man eine Jahresgebühr für die Vignette. In der französischen Sommerferienzeit Mitte Juli bis Mitte August ist es ratsam, den Samstag als Anreisetag zu vermeiden. Dann sind kilometerlange Staus die Regel. Im Sommer verkehren Autozüge von Hamburg und Düsseldorf über Avignon nach Fréjus an der Côte d'Azur. Avignon ist auch das Ziel der Autozüge aus Berlin und Hildesheim (www.dbautozug.de).

Zwischen Fréjus und Menton verläuft die Bahnlinie Marseille–Toulon–Genua immer entlang der Küste. Hyères ist durch eine Stichbahn mit Toulon verbunden. Die zeitlich schnellste Strecke ist jene über Paris; von dort braucht der Hochgeschwindigkeitszug TGV weniger als 3 Std. bis Marseille, von dort geht es weiter nach Toulon, Les Arcs und Saint-Raphaël bis nach Nizza. Für den TGV sollten Sie auf jeden Fall reservieren (www.tgv-europe.de). Länger dauert die Bahnfahrt über Basel, Genf und Lyon oder über Mailand, Turin und Genua. Zwischen Grasse und Cannes verkehrt der Regionalzug (TER) und verbindet das Hinterland direkt mit der Côte d'Azur bis nach Nizza.

Zentraler Flughafen ist Nice-Côte d'Azur (www.nice.aeroport.fr), den alle großen Airlines ansteuern, auch die Billigflieger mit Direktverbindungen nach Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, München, Wien, Basel, Genf und Zürich. Direkt am Flughafen starten die Busse von Phocéens Cars00493856661 mehrmals am Tag nach Le Cannet, Mandelieu, Fréjus, Le Muy, Brignoles und Marseille. Erste Billigairlines fliegen inzwischen auch den Regionalflughafen Toulon-Hyères (www.aeroport.var.cci.fr) an, aber es gab bei Redaktionsschluss noch keine Linienflüge nach Deutschland.

Auskunft
Französische Zentrale für TourismusAtout France

de.franceguide.com

0900 250015at.franceguide.com

0442174600ch.franceguide.com

Comité Régional du Tourisme Riviera – Côte d'Azur

0493377878www.cotedazur-tourisme.com

Comité Régional du Tourisme Provence-Alpes – Côte d'Azur

04 91564700www.decouverte-paca.fr

Maison des Alpes de Haute-Provence

04 92315729www.alpes-haute-provence.com

VAR Tourisme

04 94185960www.visitvar.fr

Auto

Höchstgeschwindigkeit: Auf Autobahnen gilt 130, bei Regen 110 km/h, auf National- und Départementstraßen (N, D) 90, bei Regen 80 km/h, in Ortschaften 50 km/h. Vorsicht: Die Küstenstraßen sind in der Hauptsaison sehr stark befahren. Die Polizei kontrolliert ausgesprochen streng und verhängt hohe Geldbußen. Die Promillegrenze liegt bei 0,5.

Im Fall einer Panne: Das Abschleppen (dépanneur-remorqueur) vermittelt ent-weder die Polizei oder Sie rufen ein Unternehmen über die Notrufsäule oder unter Rufnummer 17. Bei einem Verkehrsunfall muss die Polizei nur bei Personenschäden eingreifen. Nehmen Sie unbedingt die grüne Versicherungskarte mit.

Banken & Kreditkarten

Banken haben vorwiegend Mo–Fr 8.30–12 und 14–17 Uhr geöffnet. Geldautomaten finden Sie fast in jedem Ort. Kreditkarten werden außer in großen Hotels und Restaurants auch in vielen Geschäften, Supermärkten, an Autobahnzahlstellen (péage) und Tankstellen angenommen.

Brandschutz

Wegen der alljährlichen Waldbrände im Sommer gibt es drastische Sicherheitsvorschriften für den Brandschutz an der Côte d'Azur. Von Juli–Mitte Sept. können gefährdete Gebiete wie der Esterel oder das Massif des Maures auch für Wanderer komplett gesperrt werden, wenn starker Wind und Trockenheit die Feuergefahr in den Wäldern erhöhen. Unter 0498105541 gibt es im Sommer Warnungen in französischer Sprache für das Département Var, die Internetseite ddaf.cdig-83.org informiert über Risikogebiete, Informationen erteilen zudem die lokalen Verkehrsämter.

Camping

Den regionalen Campingführer bekommen Sie beim entsprechenden Comité Régional de Tourisme oder in den Verkehrsämtern der einzelnen Orte. Den Guide Officiel Camping Caravaning gibt es bei der Groupe Motor Presse FranceRue Rouget de Lisle12Issy-les-Moulineaux01 41333737. Sie können ihn auch einsehen unter www.campingfrance.com.

Immer mehr Campingplätze legen Wert auf Umweltschutz: So sind bei Parc et PlageRue des Langoustiers28Hyères-les-Palmiers0494663177www.parc-plage.com Autos komplett aus dem Innenbereich verbannt. Gäste werden mit Elektromobilen zum Mobilhome oder zum Stellplatz gefahren. Die Anlage mit ihren Bäumen, Blumen und Büschen wird mit Bio-Produkten gepflegt, Energiesparlampen sind Standard.

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Konsulat

Nizza00493835525

Österreichisches Konsulat

00493870131

Schweizer Konsulat

00496101410

Fahrradverleih

Mietfahrräder gibt es mittlerweile auch in Nizza. Zwar lässt das Radwegenetz noch zu wünschen übrig, aber die 1200 Räder, die mit der Kreditkarte an 120 Stationen in der Engelsbucht gemietet werden können, sind immerhin ein Anfang (www.velobleu.org). 5 Euro kostet das Kurzabo für 7 Tage, das 30 Minuten pro Tag beinhaltet, jede weitere Stunde kostet 1 Euro. Fahrräder mit Elektromotor vermietet Eco-LocParking Wilsonam Hafen00666927241www.ecoloc06.fr zu relativ hohen Preisen (7 Euro für 1 Std., 30 Euro für 1 Tag).

Gesundheit

Deutsche und österreichische Versicherte müssen zunächst für medizinische Hilfe bezahlen, bekommen ihre Auslagen aber nach den Gesetzen des Heimatlands erstattet. Die neue europäische Gesundheitskarte wird von Ärzten in Frankreich (noch) nicht anerkannt, weil die französischen Kartenlesegeräte nur auf einheimische Plastikausweise reagieren.

Internetcafés

In allen großen Städten, aber auch in den Dörfern des Hinterlands gibt es Internetcafés wie Come N' ClicAvenue de Cannes75Mandelieu00493489291www.comenclic.com oder Via FunAvenue de Nice87Cagnes-sur-Mer00493070144www.viafun.fr.

Über Internetanschlüsse verfügen die meisten Hotels, WLAN-Hotspots, die in Frankreich Wi-Fi (Wireless Fidelity) genannt werden, sind zumindest an der Küste keine Seltenheit mehr, gehören in vielen Hotels und in den Yachthäfen zwischen Hyères und Nizza zur Standardausstattung.

Jugendherbergen

Für die Herbergen in Städten wie Menton, Fréjus oder auf dem Cap d'Antibes brauchen Sie einen internationalen Jugendherbergsausweis. Auskunft: Deutsches JugendherbergswerkBismarckstr.832756Detmold05231 74010www.jugendherberge.de

Notruf

Europäischer Notruf: 112

Öffentliche Verkehrsmittel

Ohne Auto kann es bisweilen recht schwierig werden, sich an der Côte d'Azur fortzubewegen, vor allem im Hinterland. An der Küste funktionieren die öffentlichen Verkehrsmittel (Bus und Bahn) ganz gut, auch wenn die Lektüre der Fahrpläne und Tarife für nicht französisch sprechende Besucher kompliziert ist. In Nizza fährt seit 2007 wieder eine Straßenbahn (tramway).

Lichtblick auch für Einheimische sind die Transports Alpes-Maritimes (TAM). Auf den rund 60 TAM-Buslinien im Département (www.cg06.fr) gilt für jede Fahrt der Einheitstarif von 1 Euro. Haltestellen gibt es z. B. in Grasse, Cannes, Antibes, Menton, Nizza, aber auch in den Dörfern des Hinterlands.

Öffnungszeiten

Die Geschäfte in den Innenstädten sind meist Mo–Sa von 9–19 Uhr geöffnet, auch wenn manche Ladenbesitzer den Montag als Ruhetag nehmen. Dagegen sind die großen Supermärkte in den Einkaufszentren vor den Toren der Städte wie Nizza, Antibes oder Toulon, aber selbst in Vence, Grasse oder Fréjus mit ihren Tankstellen und Boutiquen Mo–Sa bis 21 oder sogar22 Uhr offen. Weil Frankreich das früher geltende Verkaufsverbot an Sonntagen besonders in Touristenregionen gelockert hat, sind gerade an der Côte d'Azur viele Geschäfte das ganze Wochenende über geöffnet. In den großen Städten verkaufen am Sonntagmorgen ohnehin viele Bäckereien, Metzgereien und Lebensmittelgeschäfte ihre Waren.

Post

Briefe und Postkarten in EU-Länder kosten 0,70 Euro. Monaco gibt eigene Briefmarken heraus. Die Postämter sind meist Mo–Fr 9–12 und 14–17, Sa 9–12 Uhr geöffnet. Briefmarken bekommen Sie aber auch im Tabakgeschäft oder beim Kauf der Postkarte.

Privatunterkunft

Private Gästezimmer sind eine oft preiswerte Alternative zu den Hotels an der Côte d'Azur. Gute Qualität bieten die sogenannten chambres d'hôtes, das französische Pendant zum englischen Bed & Breakfast, zu buchen über Maison des Gîtes de FranceRue Saint-Lazare5975009Paris0149707575www.gites-de-france.fr. Die lokalen Verkehrsämter haben noch mehr Adressen für die chambres d'hôtes. Weitere Dachverbände für Gästezimmer in Südfrankreich sind Fleurs de Soleilwww.fleursdesoleil.fr oder Clévacanceswww.clevacances.com.

Sehr beliebt sind in Frankreich Ferienwohnungen auf dem Land (gîte rural) oder für Gruppen (grands gîtes), die normalerweise erst ab einer Mietzeit von einer Woche gebucht werden können. Größter französischer Anbieter für Ferienimmobilien ist Pierre & Vacanceswww.pierre-et-vacances.de, zu den größten deutschen Anbietern gehören Inter-Chaletwww.interchalet.com oder Maron Kutschankwww.homelidays.com. Interessante Angebote von Privatleuten finden sich unter www.homelidays.com im Internet.

Rauchen

Wie fast überall in Europa gilt auch in Frankreich seit Januar 2007 das Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden. Entgegen aller Erwartungen wird das Gesetz auch in Restaurants und Bars beachtet. Toleriert wird die Zigarette noch auf den Terrassen von Straßencafés, die an der Côte d'Azur auch im Winter geöffnet und zum Teil sogar mit Gaslaternen beheizt sind.

Reisezeit

Die beste Reisezeit für die Côte d'Azur sind Frühjahr und Herbst. In der Zeit der französischen Sommerferien von Anfang Juli bis Ende August ist die Region völlig überlaufen. Die Preise vor allem für Unterkünfte sinken ab Anfang September, wenn für die Franzosen die rentrée, also der Alltag nach dem Sommer beginnt, die Hitze nicht mehr so drückend ist, die Wassertemperaturen aber immer noch ein Bad im Mittelmeer möglich machen. Empfehlenswert ist die Côte d'Azur vor allem an Pfingsten, wenn die Einheimischen nur ganz wenige Tage Ferien haben.

Wunderschön ist die Region im Winter, wenn im Januar die ersten Mimosenblüten ein Signal dafür sind, dass die kalte Jahreszeit ihren Schrecken verliert. Gerade in den Hochburgen der Côte wie Nizza, Cannes und Antibes liegen die Preise selbst in Vier-Sterne-Hotels im Januar zum Teil 50 % unter dem Tarif für den Rest des Jahres.

Strom

Manche deutschen Geräte passen nicht in ältere französische Stecker, ein Adapter ist notwendig.

Telefon & Handy

Telefonzellen sind fast alle auf Karten umgestellt, die es in der Post und in Tabakläden gibt. Telefonate nach Hause: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041. Vorwahl nach Frankreich: 0033, die Rufnummer ohne „0“ vorweg (innerhalb Frankreichs gibt es keine Vorwahl). Vorwahl Monaco: 00377.

Die Franzosen nennen das Handy portable. Es gibt drei große Anbieter, Cegetel (www.sfr.fr), Orange (www.orange.com mit deutscher Seite) und Bouygues (www.bouyguestelecom.fr). Außerhalb der Städte gibt es manchmal kein Netz.

Tiere

In Frankreich gibt es keine Hundesteuer. Sie können Ihr Haustier an die Côte d'Azur mitnehmen, wenn es mindestens drei Monate alt, gegen Tollwut geimpft ist und eine Marke trägt. Empfehlenswert ist der europäische Heimtierpass. Fragen Sie bei der Hotelreservierung auf jeden Fall, ob Hunde akzeptiert werden. Normalerweise ist ein Aufpreis fällig.

Trinkgeld

Sie können dasselbe Trinkgeld (pourboire) geben wie zu Hause.

Trinkwasser

Das Leitungswasser kann ohne Bedenken getrunken werden. In Restaurants ziehen viele Einheimische die carafe d'eau teurem Mineralwasser vor. In vielen Städten und Dörfern gibt es öffentliche Brunnen mit Trinkwasser (eau potable).

Zeitungen

Die größten regionalen Tageszeitungen sind Nice Matin und Var Matin mit guten Veranstaltungskalendern. In allen größeren Orten gibt es deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften. Eine Besonderheit ist die in Drap bei Nizza monatlich erscheinende Riviera-Côte-d'Azur-Zeitung (www.rczeitung.com) in deutscher Sprache mit vielen praktischen Informationen.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Waren für den persönlichen Bedarf frei ein- und ausgeführt werden; Richtwerte hierfür sind u. a. 800 Zigaretten, 90 l Wein, 10 l Spirituosen über 22 Prozent. Für Schweizer gelten deutlich geringere Mengen. www.zoll-d.de

Was kostet wie viel?

Parfum

Ab 30 Euro für einen Duft aus Grasse im 30-ml-Flakon

Kaffee

Ab 1,30 Euro für einen Espresso

Strandliege

19 Euro pro Tag in Nizza

Wein

Ab 4 Euro für eine Karaffe (0,5 l)

Benzin

Um 1,50 Euro für 1 l Super

Imbiss

2,20 Euro für ein Käsesandwich

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

März/April

Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

8. Mai

Kriegsende 1945

Mai

Christi Himmelfahrt

14. Juli

Nationalfeiertag in Frankreich

15. August

Mariä Himmelfahrt

1. November

Allerheiligen

11. November

Waffenstillstand 1918

19. November

Staatsfeiertag in Monaco

25. Dezember

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen
Januar

Rallye Monte-Carlo: Seit 1911 der Jahresauftakt für den Motorsport mit spektakulären Bergetappen im Hinterland

Fête de Saint-Marcel in Barjols: Altes provenzalisches Volksfest zu Ehren des hl. Marcellus im Hinterland des Haut-Var mit Musik, Umzug und Gottesdienst. Am Wochenende um den 16. Januar wird seit dem 14. Jh. ein Ochse geopfert.

Zirkusfestival in Monaco: Die fürstliche Familie holt für eine Woche die besten Akrobaten und Clowns unter die Zirkuskuppel am Mittelmeer.

Midem in Cannes: Internationale Messe Ende Januar im Festivalhaus für Unterhaltungsmusik mit Dutzenden von Pop- und Rockkonzerten in der Stadt

Februar

Mimosenfest in Bormes-les-Mimosas: Seit 1920 feiert das Dorf am dritten Sonntag im Februar die gelbe Blütenpracht der Mimosen und den Frühlingsanfang mit Blumenkorso und Volksfest.

Mimosenfest in Mandelieu-La-Napoule: Die Doppelstadt ist stolz darauf, für ihr zehntägiges Mimosenfest ausschließlich heimische Blüten zu verwenden. Korso, Volksfest und Ausflüge in den Mimosenwald

Karneval in Nizza: 3 Wochen lang im Februar Trubel. Jeden Tag Blumenschlachten, Konzerte, Straßentheater und eine riesige Technoparty

Zitronenfest in Menton: Nach dem Karneval von Nizza das zweitgrößte Fest an der Côte d'Azur. Die ganze Stadt steht 3 Wochen lang im Zeichen von Zitronen und Orangen: Blumenschlachten, Paraden und Bälle für 200 000 Besucher

März

Funboard-Weltcup in Hyères: Erste Regatta der Surfer Anfang März an den beiden Stränden zwischen Hyères und der Halbinsel von Giens

Mai/Juni

Filmfestspiele von Cannes: Seit 1946 im Mai das internationale Treffen der Großen des Films

Grand Prix von Monaco: Das einzige Formel-1-Autorennen, das mitten in einer Stadt ausgetragen wird

Bravade in Saint-Tropez: Prozession und Volksfest zu Ehren des Stadtheiligen, des hl. Torpes, Mitte Mai

Am 15. Juni Spanier-Bravade in Saint-Tropez, Fest zum Gedenken an den Sieg über die spanische Flotte 1637

Juli

Jazz à Juan: Seit über 40 Jahren geht im Stadtwald von Juan-les-Pins das von Saxofonist Sidney Bechet gegründete, internationale Jazzfestival über die Bühne.

Jazzfestival Nizza: Mitten in der Stadt, im Park Albert I. nur ein paar Schritte vom Meer entfernt, geben sich in der zweiten Julihälfte die Weltstars des Jazz ein Stelldichein.

August

Jasminfest in Grasse: Anfang August dreht sich eine Woche lang alles um die duftende Pflanze.

September

Monaco Yacht Show: Die Messe für die größten und verrücktesten Yachten Europas zieht jede Menge Besucher an. Ende September

Oktober

Les Voiles de Saint-Tropez: Regatta im Golf von Saint-Tropez. Anfang Oktober

Dezember

Hirtenweihnacht in Lucéram: Weihnachten feiern nach alter Tradition mit den Hirten im Hinterland von Nizza

Im Trend

Bio-Boom
Nizza ist grün

Die azurblaue Küste entdeckt ihre grüne Seite. In den Hotels, wie dem HI HotelAv. des Fleurs3www.hi-hotel.net, wird Bioküche serviert. Leckereien und kleine Mitbringsel tragen ebensfalls das Ökosiegel, dank cooler Shops wie dem Sirop TRue de la Poissonnerie4 . Nizzas jährlich stattfindende Biofood-Messe Bionazurwww.nicexpo.org/bionazur informiert Neugierige über nachhaltige Trends für Bauch und gutes Gewissen.

Asia-Import
Wellness

Der heißeste Spa-Trend wurde aus Fernost importiert. Im Monte Carlo Spa MirabeauAvenue de Monte-Carlo2Monacowww.montecarlospa.com sorgt die Shiatsu-Massage für Entspannung . In Le Velvet RoomBoulevard Raymond Poincaré67Juan-les-Pinswww.levelvetroom.com wird Verspannungen mit der chinesischen Tuina-Massage der Kampf angesagt. Nicht nur die Behandlungen, sondern auch das Interieur von La Bulle d'IsisRue Masséna37Nizzawww.labulledisis.fr entführt die Gäste in eine ferne Welt.

Salon de Thé
Teestunde in Frankreich

Der Siegeszug der Teesalons ist nicht aufzuhalten. Jetzt hat der Trend um den heißen Aufguss auch die Côte d'Azur erreicht. Bei A L'ÉtageAvenue de Verdun4Nizzawww.a-letage.fr werden Getränke und die dazu passenden süßen und herzhaften Speisen besonders stilvoll serviert . Nicht nur ein Teesalon, sondern auch ein Geschäft für schönes Glas und gut designte Küchenutensilien ist Fleur de caféRue du Maréchal Joffre7Nizza. Lassen Sie sich die hausgemachten Tartes nicht entgehen !

Tierischer Schneespaß
Skijöring

Die Côte d'Azur bietet mehr als nur Sonnenschein und Wassersport. Die blaue Küste kann nämlich auch ganz weiß sein – schneeweiß. Bis zu 1800 Meter sind die Gipfel des Nationalpark Mercantour hoch. Gemütliche Sportler holen sich da eine PS-starke Hilfe. Beim Skijöring werden Sie auf Ihren Skiern von Pferden gezogen. Angeboten wird der Sport in Marc Ducrez’ La Colmianewww.colmiane.com in Valdeblore. In Castérino übernehmen Huskys das Kommando. Mit Roya Bévérawww.sherpamerveilles.com können Sie die Natur ganz entspannt vom Schlitten aus genießen. Weitere Informationen zum Wintersport in den Bergen gibt es unter www.cotedazur-montagne.com.

Glamping
Campen mit Stil

Die Luftmatratze brauchen Sie hier höchstens für den Strandbesuch. Statt Null-Komfort-Zelten steht für trendbewusste Urlauber Glamour-Camping auf dem Plan. An der Côte d'Azur wird Stil von jeher großgeschrieben, kein Wunder dass die Region so schnell auf den Glamping-Trend aufgesprungen ist. Luxuriöse Hütten stehen im Riviera VillageRoute des PlagesRamatuellewww.riviera-villages.com – fast fühlt man sich dort wie in einer Tiki-Hütte in der Südsee. Allerdings mit den Vorzügen von Klimaanlage und Satellitenfernsehen. Nicht am Strand, sondern in den Bergen befinden sich die Luxus-Jurten von Terre d'ArômesSéranonwww.terre-d-aromes.com. Komfortable Hütten für bis zu sechs Personen gibt es im Vier-Sterne-Campingdorf Les TournelsRoute de CamaratRamatuellewww.tournels.com mit Blick auf die Bucht von Pampelonne.

Bloss nicht

Bei roter Flagge ins Meer gehen

Das Mittelmeer ist viel gefährlicher, als es mit seinen beschaulichen Sand- und Kiesstränden aussieht. Wenn zum Beispiel an überwachten Stränden im Sommer die rote Flagge aufgezogen wird, ist das Baden wegen Strömungen, vom Mistral aufgeworfenen Wellen oder auch wegen des Auftauchens von Quallen zu riskant. Die Behörden an der Côte d'Azur haben ihre Kontrollen verfeinert und eingesehen, dass es dem Ruf des Urlaubslands schadet, wenn Touristen wegen der schmerzhaften Berührung mit giftigen Quallen im Krankenhaus und nicht am Strand landen. Halten Sie sich unbedingt an die Empfehlungen!

Wertsachen im Auto lassen

Die Côte d'Azur ist für Reisende eine Landschaft von paradiesischer Schönheit. Aber auch hier gibt es soziale Probleme und Armut. Autos mit ausländischem Kennzeichen sind daher Zielscheibe für Diebe. Auf keinen Fall Wertsachen im Wagen sichtbar liegen lassen. Übrigens: Der Handtaschenraub auch aus dem besetzten Auto ist eine neue Masche der Langfinger. Also nicht vergessen, in Städten und vor allem an Ampeln bei Zentralverriegelung die Autotüren per Hand zu schließen.

Wild campen

So verlockend ein schönes Plätzchen in freier Natur sein mag, um ein Zelt aufzustellen oder das Wohnmobil zu parken – französische Grundbesitzer sehen das gar nicht gern und reagieren meist sauer. Mit Bußgeld belegt wird wildes Campen in den Bergen von Esterel und Massif des Maures; ein Sicherheitsabstand von mindestens 200 m zum Wald ist überall vorgeschrieben. Viele Gemeinden an der Côte d'Azur haben extra Stationen für Wohnmobile eingerichtet, und an Campingplätzen in herrlicher Lage fehlt es auch nicht.

Stadtspaziergang in Badehose

Es mag ja bequem sein und es ist ja soo heiß. Aber halten Sie sich bitte an die einfachsten Bekleidungsvorschriften und schlendern Sie nicht in der Badehose und mit dem übergeworfenen Handtuch durch die Städte. Die Zeit fürs Umziehen nach dem Strandbesuch sollten Sie sich nehmen und ein bisschen Stil sollte auch im Urlaub gewahrt bleiben. Städte wie Ste-Maxime am Golf von St-Tropez haben schon reagiert und belegen allzu freizügig gekleidete Einheimische und Touristen inzwischen mit Bußgeldern.

Folklorekitsch kaufen

Was an der Côte d'Azur und im Hinterland bisweilen als Kunst verkauft wird, ist oft Ramsch und Folklorekitsch. Vorsicht auch bei hübsch mit provenzalischen Stoffen dekorierten Flaschen von Olivenöl. Der teuer verkaufte Inhalt ist oft nicht das Geld wert. Achten Sie auf Herkunftsbezeichnungen und Echtheitszertifikate.

Stichworte

Autorennen

Der Markenname eines der größten und renommiertesten Automobilherstellers des Welt ist an der Côte d'Azur erfunden worden. Der einst in Nizza lebende Kaufmann Emil Jellinek benötigte ein Pseudonym für die von ihm gemeldeten Fahrzeuge für die ersten Autorennen der begüterten Herrenfahrer. Und so benannte er die Rennkutschen, die schon zu Beginn des 20. Jhs. über die Bergstraßen der südfranzösischen Küste rauschten, nach seiner Tochter Mercedes.

Die Tradition der Rennen an der Küste wird fortgeführt: Jedes Jahr im Januar gibt die 1911 erstmals gefahrene Rallye Monte-Carlo den Startschuss für die Rallye-Weltmeisterschaft der Autos. Monaco ist im Mai mit dem einzigen, 1929 eingeweihten Stadtkurs der Formel 1 dick im Millionengeschäft.

Bistrot de Pays

Weil Ende des letzten Jahrhunderts abseits der großen Touristenströme viele Dorfgaststätten mangels Kundschaft entweder nur im Sommer öffneten oder gleich ganz schließen mussten, legte Frankreich 1992 eines seiner wohl charmantesten Förderprogramme auf, „Bistrot de Pays“ genannt. Damit wirkte man erfolgreich dem Sterben der Landgasthöfe entgegen.

Das Konzept ist einfach und überzeugend: Das Dorf, in dem ein „bistrot“ liegt, darf nicht mehr als 2000 Einwohner zählen, der Gasthof muss einer der letzten Betriebe im Ort und das ganze Jahr über geöffnet sein. Die Wirte servieren regionale Spezialitäten und verkaufen an der Theke bisweilen auch Brot, Zeitungen, Straßenkarten oder Obst und Gemüse zum Teil aus biologischem Anbau. Inzwischen gibt es über hundert Betriebe vor allem im Hinterland von Nizza, in der grünen Provence rund um Cotignac oder im Verdon-Tal, die zu den besten Adressen in Südfrankreich zählen. Die komplette Liste steht, unterteilt nach Mini-Regionen, unter www.bistrotdepays.com im Internet.

Conservatoire du Littoral

Ein Haus am Meer ist der Traum vieler Menschen. Doch die hässliche Kehrseite jenes schönen Traums zeigt sich auch an der Côte d'Azur: Betonierte Küstenstreifen vor allem zwischen Cannes und Monaco, Privatstrände und architektonische Sünden versperren den freien Blick aufs Meer. Nach den Jahren der Bauwut hat Frankreich die Notbremse gezogen und schon 1975 das „Conservatoire du Littoral“ aus der Taufe gehoben, das in der Provence und an der Côte d'Azur mittlerweile mehr als 14 000 ha sowie mehr als 100 km Küste vor Immobilienhaien schützt. So hat die halbstaatliche Schutzgemeinschaft 1989 etwa das von privaten Investoren umworbene Gelände der Domaine du Rayol zwischen Bormes-les-Mimosas und der Halbinsel von Saint-Tropez gekauft. Das Küstenkonservatorium engagierte den Landschaftsarchitekten Gilles Clément, der den großzügigen Park in einen botanischen Lehrpfad mit Bäumen, Büschen und Blumen aus der ganzen Welt verwandelte.

Ein weiteres Beispiel sind die Küstenwanderwege, sentier littoral genannt, die den gesetzlichen Anspruch erfüllen, einen mindestens drei Meter breiten Streifen am Meer für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Die herrlichsten Wanderwege am Meer entlang gibt es deswegen selbst auf der Halbinsel von Cap d'Antibes oder am Cap Martin bei Monaco, aber auch auf der Halbinsel von Saint-Tropez. Nur durch den Vorgarten von Brigitte Bardot dürfen Fußgänger nicht stapfen; ihr Grundstück genießt Bestandsschutz.

Filmfestspiele

Auch wenn die Nostalgiker beharrlich von der schönen alten Zeit träumen, in der angeblich alles besser war: Cannes ist und bleibt das wichtigste Filmfestival in ganz Europa. Die „Goldene Palme“, die seit 1946 an der Croisette verliehen wird, verschafft im Mai Stars und Sternchen aus der ganzen Welt ein großes Rendezvous. Und das neugierige Publikum drängt sich weiter um die gigantische, mit einem roten Teppich versehene Treppe zum Hauptschauplatz, dem Festspielhaus, um einen Blick auf die Berühmtheiten zu werfen.

Flora

Durch die hohen Gebirgszüge vor den kalten Nordwinden geschützt, konnten an der Küste neben der angestammten Flora wie Eichen- und Kastanienwäldern, wilden Blumen und Sträuchern auch Pflanzen aus wärmeren Gegenden der Welt heimisch werden. Orangen- und Olivenbäume finden Sie allerorten. Der unsterbliche Olivenbaum mit den knorrigen Ästen und dem silbern schimmernden Laub wurde vor etwa 3000 Jahren aus Griechenland importiert. Hauptanbaugebiete sind heute die Gegend um Brignoles und Draguignan, die Täler von Roya und Bévéra sowie das Umland von Nizza. Liebhaber und große Restaurants bezahlen den höheren Preis für das hochwertige heimische Olivenöl, das die Jahrtausende alte Tradition fortsetzt.

Frost ist Gift für die Mimosenbäume, die der Legende nach die Truppen von Napoléon III. 1867 aus Mexiko an die Mittelmeerküste gebracht haben sollen. Den Beinamen „Les Mimosas“ führt das kleine Dorf Bormes hoch über Le Lavandou erst seit 1968. Als Hauptstadt der Akazienart mit ihren sattgelben Blütenkugeln gilt Mandélieu am Fuß des Tanneron-Gebirges, das sich jedes Jahr ab Mitte Januar in ein einziges duftendes gelbes Meer verwandelt.

Die ersten Palmen wurden im Jahr 1867 in Hyères gepflanzt, aber sie bestimmen auch das Straßenbild in Nizza und Cannes. Zwei Arten gedeihen vor allem am Mittelmeer: die Dattelpalme aus Nordafrika und die kanarische Palme.

Zypressen spielen in den Hügeln des Hinterlandes eine wichtige Rolle. Mit ihrer schlanken Kegelform schützen sie die Felder gegen den kühlen Nordwind aus dem Gebirge.

Griechen und Römer

Forum Julii taufte Cäsar 49 v. Chr. auf seinem Feldzug in Gallien einen Etappenort: Im heutigen Fréjus sind die Spuren der Römer noch immer zu sehen. Sie bauten auch die Via Aurelia als Verbindung von Genua nach Gallien. Die Trasse, als 2,5 m breite Straße gepflastert, führte über Cimiez, Fréjus und Brignoles nach Aix-en-Provence und ist noch heute als Nationalstraße 7 eine der wichtigsten Verkehrsadern an der Côte d'Azur. Älter noch als Fréjus sind aber Nizza und Antibes, die im 4. Jh. v. Chr. von den Griechen, die sich in Marseille niedergelassen hatten, gegründet wurden.

Hypermarché

Supermärkte gibt es überall in Europa, aber die Franzosen begnügen sich nicht mit Einkaufszentren wie man sie in Deutschland kennt. Hypermarché ist hier das Zauberwort für eine Produktvielfalt, die ihresgleichen sucht; eine Vielfalt, die auf mindestens fünf Regalmetern ausschließlich Joghurt oder nur Kekse in allen Geschmacksrichtungen, Formen und Farben bietet. Hypermarché-Ungeübte verlieren da schon mal den Überblick. Auch wer sich mit Entscheidungen schwertut, sollte auf jeden Fall viel Zeit mitbringen.

Die riesigen Konsumtempel, die sich wie Schlingen um alle größeren Städte, aber auch um kleinere Kommunen und Dörfer legen, sind zwar oft genug eine architektonische Plage, aber trotzdem bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Kein Wunder: In den klimatisierten Hallen gibt es einfach alles, vom Fahrrad über den Herd, den Computer, die Schuhe, den Badeanzug, das Brot und den Kaffee bis hin zu den ausgefallensten Delikatessen. Manche Fisch- oder Käsetheke der Hypermarchés, die unter den Marken Carrefour, Leclerc, Auchan, Casino oder Intermarché segeln, ist tatsächlich eine Fundgrube für Feinschmecker. Und wer außer dem zarten Seeteufelfilet noch einen Liter Billigöl für seinen Automotor braucht, ist im Hypermarché auch gut bedient.

Napoléon

An der Mittelmeerküste hat Frankreichs berühmter Feldherr sämtliche Höhen und Tiefen seiner Karriere erlebt. Die ersten Lorbeeren erntete der damals 24-Jährige bei der Belagerung von Toulon im Jahr 1793 und der Befreiung der Stadt von den englischen Besatzern, ein Jahr später war er als General in Nizza stationiert. Von dort startete der Korse 1796 seinen Italienfeldzug, 1799 landete er nach der Ägyptenexpedition in St-Raphaël.

15 Jahre später ging der General von diesem Hafen aus ins Exil nach Elba. Aber schon zehn Monate später kehrte er zurück nach Golfe-Juan und feierte auf der heutigen Route Napoléon über die Alpen die triumphale Rückkehr nach Paris.

Parfum

Bitterorangen, Jasmin, Lavendel, Rosen und Veilchen – das ist der Fünfklang für die Welt der Düfte und Aromen, die in Grasse ihre Hauptstadt gefunden hat. Die Zitrusfrüchte kommen von der Küste, die Kräuter aus den Bergen, die Veilchen aus Tourrettes-sur-Loup, Jasmin und Rosen aus Grasse, seit dem 16. Jh. das Zentrum der Parfumindustrie. Das Geschäft mit Aromen und Düften für Lebensmittel und Kosmetik macht heute die Hälfte des Umsatzes der gut 30 Firmen von der Manufaktur bis zum Großbetrieb in und um Grasse aus.

Prominenz

Im Gegensatz zur Provence und der Toskana haben die Mächtigen der Erde die südostfranzösische Küste lange gemieden. Erst in der Mitte des 19. Jhs. entdeckte die Aristokratie die Côte d'Azur. Die Zaren sorgten dafür, dass in Nizza ein Klein-Russland mit Kirchen und Landsitzen entstand. Bayernkönig Ludwig I., Queen Victoria, die französische Kaiserwitwe Eugénie und Belgiens König Leopold II. ließen sich zwischen Cannes und Nizza nieder. Der internationale Jetset bastelte dann nach dem Zweiten Weltkrieg an dem Mythos. St-Tropez war lange das Nonplusultra der Playboys und Filmstars, heutzutage verstecken sich die Prominenten in den Hügeln des Hinterlands oder profitieren wie Autorennfahrer und Tennisprofis vom Steuerparadies Monaco. Zum Bummeln kommen sie dennoch regelmäßig an die Küste.

Es geht noch an, dass Stars wie Leonardo di Caprio oder Bono mit der Yacht zum Strandrestaurant von Pampelonne schippern, aber wenn Jean-Pierre Tuveri, der Bürgermeister von St-Tropez, im Sommer 30 000 Shuttleflüge mit dem Hubschrauber allein über seinem Gebiet zählt, wird Prominenz zum lärmenden Handicap für scheinbar idyllische Orte.

Schule von Nizza

Louis Bréa begründete die Schule von Nizza im 15. Jh., aber der Ruhm des Malers beschränkte sich lange auf seine Heimatregion. Erst jetzt werden die Kirchenbilder der Barockkünstler wieder entdeckt und geschätzt. Werke von Louis Bréa, seinem Bruder Antoine oder seinem Neffen François sind in Nizza (Kloster Cimiez), Sospel (St-Michel), La Brigue (St-Martin), Coursegoules (Ste-Marie-Madeleine) oder Lucéram (Ste-Marguerite) zu sehen.

Doch die Kunstszene an der Côte d'Azur ruht sich nicht auf den Lorbeeren der Ahnen aus. Mit dem „Neuen Realismus“ erkunden Yves Klein und Arman, beide in Nizza geboren, zusammen mit Martial Raysse, der aus Golfe-Juan stammt, die Grenzen der zeitgenössischen Kunst. Aus der modernen Schule von Nizza, zu der außer Niki de St-Phalle auch Daniel Spoerri gehörte, entwickeln Ben Vautier oder Claude Viallat neue Ansätze zur Konzeptkunst.

Yachten

Nach der Karibik ist das Mittelmeer das zweitgrößte Kreuzfahrtrevier der Welt. Für Segler ist die Côte d'Azur ein echtes Paradies. Allein 71 000 Boote sind zwischen Cannes und Monaco registriert. Hyères mit den drei Goldinseln Porquerolles, Port-Cros und Levant in Sicht- und Tagesreisenweite gehört zu den beliebtesten Ankerplätzen, Antibes mit 1700 Liegeplätzen ist sogar größter Yachthafen ganz Europas. Die größten Privatyachten auf dem Meer werfen den Anker vor St-Tropez oder Monaco. Und der Bedarf ist noch lange nicht gedeckt: Fréjus hat schon einen neuen Hafen gebaut, St-Raphaël erweitert die Becken genauso wie Nizza, Monaco, Cannes und Vallauris-Golfe-Juan.

Bücher & Filme

Der Ducasse

Das Kochbuch mit den besten Rezepten vom Meister der französischen Küche, Alain Ducasse, bereitet gut auf eine kulinarische Reise vor.

Des fruits et des fleurs

Ein Augenschmaus ist der Band, den Journalist Jacques Gantié für die Confiserie Florian in Pont-du-Loup mit 25 Rezepten von 25 Spitzenköchen der Côte d'Azur geschrieben hat.

Das Leuchten von Sainte-Marguerite

Ein spannender Roman voller Lokalkolorit, den Autor Peter Haff auf der Insel vor Cannes spielen lässt.

Femme Fatale

Die Festspiele von Cannes stehen im Mittelpunkt des Films, den Brian de Palma 2002 u. a. mit Antonio Banderas sowie Sandrine Bonnaire in ihrer eigenen Rolle an der Croisette drehte.

Und ewig lockt das Weib

Roger Vadims Film mit Brigitte Bardot, Curd Jürgens und Jean-Louis Trintignant schreibt 1956 Geschichte und macht St-Tropez zum Zentrum des Jetsets.

James Bond

Der elegante Geheimagent im Dienst Ihrer Majestät macht gern mal Station an der Côte – z. B. Sean Connery als 007 in „Sag' niemals nie“(1983) oder Kollege Pierce Brosnan 1995 in „Golden Eye“.

Über den Dächern von Nizza

Eze, Monaco, Cagnes-sur-Mer, die Grande Corniche und eben Nizza: In Alfred Hitchcocks Klassiker von 1955 ist die Côte d'Azur der Star – neben Grace Kelly und Cary Grant.

Mr Bean macht Ferien

Um Stars in Cannes geht es auch in der Komödie mit Rowan Atkinson (2007).

Fakten

Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
00:37 Uhr
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