Bodensee

Überblick

Willkommen am Bodensee

Der Bodensee liegt im Alpenvorland und gehört sowohl zu Deutschland als auch zu Österreich und der Schweiz. Er ist der drittgrößte See Mitteleuropas und wird vom Rhein durchflossen. Wegen seines milden Klimas wird am See großflächig Obst- und Gemüseanbau betrieben. Für einen Urlaub sind vor allem die vielen Wassersportmöglichkeiten, die historisch bedeutenden Kirchen und die idyllischen Städte mit mittelalterlichen Gassen attraktiv. Auch die großen Inseln im See werden gern besucht.

Welches Wetter erwartet mich am Bodensee?

Die Bodenseeregion wird von einem milden Klima verwöhnt. Die beste Reisezeit für den Bodensee ist der Frühling, welcher dort deutlich früher einsetzt als im Rest des Landes. Für Wassersportler sind wegen der Wassertemperaturen die Sommermonate die optimale Reisezeit für den Bodensee, zumal das Wetter dann oft sonnig ist.

Welche Region/welche Stadt eignet sich für meine Reise an den Bodensee?

Konstanz und der Untersee laden mit mittelalterlichen Gassen im Zentrum, Weinstuben und viel Kultur zu einem besonders abwechslungsreichen Urlaub ein. Der Obersee mit Friedrichshafen ist mit seinen vielen Häfen bei Wassersportlern sehr beliebt. Das Schweizer Ufer zeichnet sich durch seine idyllischen Dörfer und Städtchen und der leckeren Schweizer Küche aus. Das Vorarlberger Ufer auf der österreichischen Seite verbindet Alpenromantik mit einer beachtlichen, modernen Kulturlandschaft. Die Region Überlinger See bietet vor allem Wanderern und Wassersportlern ein großes Freizeitangebot.

Familien Singles Verliebte Nachtschwärmer Aktivurlauber
Konstanz und der Untersee
Obersee
Schweizer Ufer
Vorarlberger Ufer
Überlinger See
Welche Sehenswürdigkeiten gibt es am Bodensee?

Zu den Sehenswürdigkeiten der Region Bodensee gehört die von der Unesco als Weltkulturerbe ausgezeichnete Insel Reichenau. Highlights am Bodensee sind auch das Kunsthaus Bregenz mit seinem Glas-, Stahl- und Betondesign und der ausgestellten zeitgenössischen Kunst. Eines der Must-Sees ist der schon im Jahre 1370 gebaute Diebsturm in Lindau. Beim Sightseeing sollten Sie auch die Kirche St. Georg in Oberzell als eine der Attraktionen der Bodenseeregion nicht auslassen. Sie stammt aus dem 9. Jahrhundert und enthält mehr als 1000 Jahre alte Wandgemälde.

Checkliste: Daran sollten Sie vor Ihrer Bodensee-Reise denken
Papiere

Sie benötigen für Ihre Reise an den Bodensee nur einen gültigen Personalausweis.

Impfungen

Es sind keine Impfungen erforderlich.

Geld

Sogar in der Schweiz können Sie am Bodensee mit Euro zahlen.

Versicherungen

Ziehen Sie bei der Urlaubsvorbereitung evtl. eine Reiserücktrittsversicherung in Betracht.

Sonstiges

Denken Sie bei der Reiseplanung an Platz im Koffer, falls Sie Andenken kaufen möchten.

Was muss ich bei der Anreise beachten?
Mit dem Flugzeug

Der Flughafen Friedrichshaften liegt unweit vom Bodensee. Der Transfer von den Flughäfen Stuttgart und Zürich dauert meist weniger als zwei Stunden.

Mit dem Taxi

Auf Schweizer Seite sind Taxis teurer als in Deutschland und Österreich.

Mit dem Auto

Besonders an den Sommerwochenenden gibt es am See viele Staus.

Mit der Bahn

Fernbahnhöfe befinden sich in Konstanz, Lindau, Singen, Friedrichshafen und Bregenz.

Checkliste: Was gibt es vor Ort am Bodensee zu beachten?
Wasser

Das Leitungswasser hat Trinkwasserqualität.

Essen & Trinken

Sowohl Fisch aus dem See als auch Wild aus den umliegenden Bergen sind von hoher Qualität.

Trinkgeld

Die Höhe entspricht der in anderen Regionen Deutschlands.

Saison

Der Bodensee ist von Ostern bis Oktober sehr beliebt.

Das sollten Sie vermeiden/Bloß nicht

Zu den Do´s and Dont´s gehört, darauf zu achten, im Handynetz welchen Landes Sie gerade telefonieren. So vermeiden Sie teure Roaming-Überraschungen. Beachten Sie die für Wassersportler geltenden Verbote während der häufigen Sturmwarnungen.

Insider-Wissen / Empfehlung

Die Niederburg in Konstanz ist der In-Treffpunkt für Nachtleben am See.

Sicherheit

Wissenswertes zu den teilweise starken Strömungen im See erfragen Sie bei den Einheimischen.

Sonstiges

Schweizer Autobahnen sind gebührenpflichtig.

Bilder

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Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

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Alle Sehenswürdigkeiten Alle Hotels & Übernachtungsmöglichkeiten Alle Restaurants Alle Aktivitäten

Beliebte Regionen in Bodensee

Sortierung:

Reisezeit Bodensee

Januar
mäßig
2°C
Februar
mäßig
4°C
März
mittel
9°C
April
mittel
14°C
Mai
gut
19°C
Juni
sehr gut
22°C
Juli
sehr gut
24°C
August
sehr gut
23°C
September
gut
20°C
Oktober
mittel
13°C
November
mäßig
7°C
Dezember
mäßig
3°C
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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Freitag / 30.10.2020
Vormittags
12 °C
Nachmittags
15 °C
Abends
10 °C
Samstag / 31.10.2020
Vormittags
9 °C
Nachmittags
13 °C
Abends
9 °C
Sonntag / 01.11.2020
Vormittags
-
Nachmittags
-
Abends
-
Mehr Wetterinfos

Anreise

2h 49min
3h 57min
50min
Frankfurt am Main
Bodensee
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Entdecke den Bodensee

Der dort unermüdlich seine Runden dreht, damit man nicht vergisst, dass es Friedrichshafen auch noch gibt. Denn anders als Kons(ch)tanz oder Meersburg oder Stein am Rhein kann die Industriestadt nicht mit verwinkelten Altstädtchen locken, in denen Mittelalterlichkeit so wuselig zu entdecken ist, dass man sich wahrlich auf historischem Boden wähnt. Friedrichshafen hat’s eher mit der Luftfahrt – Dornier, Zeppelin, Maybach, alles einst buchstäblich aufstrebende Menschen, deren Erbe in eindrucksvollen Museen und modernen Unternehmen bewahrt wird.

Der Name des Sees

So unterschiedlich wie die Städte am Ufer sind auch die Menschen: Hier leben Badener und Bayern, Schwaben und Vorarlberger, Thurgauer und Sankt Galler. Etwas mehr als 273 km misst das Ufer, an dem sich diese Völkerscharen tummeln. Zusammenfassend nennt man sie Bodenseeanrainer, ein Ungetüm von Herkunftsbezeichnung, das leider das einzige ist, das sie nomenklatorisch vereint. Die ersten Anrainer zogen schon vor mehr als zehntausend Jahren ans Ufer. Vom steinzeitlichen Leben künden unter anderem die weltberühmten Pfahlbauten in Unteruhldingen. Später rückten die Römer an, denen das Uferleben den Weinbau verdankt. Sie nannten den See noch „lacus brigantinus“ – Bregenzer See. Im Mittelalter setzte sich das heute kleine, damals aber bedeutende Bodman in Szene, weil mancher Kaiser dort gerne Ferien machte. „Lacus podamicus“ hieß das Gewässer irgendwann, von wo der Weg zum Bodensee nicht mehr weit war.

Geschichte ist nicht immer lustig

Überhaupt, das Mittelalter: Damals war der See der Nabel der Welt. Die Benediktineräbte auf der Reichenau galten als so gelehrt, dass sie als Berater der Kaiser fungierten und die Geschicke Europas lenkten. Die prachtvollen Handschriften, die in der zugigen Schreibstube im Münster entstanden, waren Topseller an den Fürstenhöfen. Das Kloster St. Gallen wurde über Jahrhunderte hinweg als klerikaler Musterbetrieb bewundert, und in Konstanz fand 1414–18 das berühmte Konzil statt: Man wählte einen neuen und ausnahmsweise mal alleinigen Papst, füllte die Kassen der Zuhälter, schichtete den einen oder anderen Scheiterhaufen auf und freute sich am Ende, ein bisschen Ruhe in das Kirchenimperium gebracht zu haben. Zumindest vorübergehend. Das klingt böse, aber Vergangenheit ist nicht immer lustig. Das wissen nur wenige so gut wie der streitbare Schriftsteller Martin Walser, der am See sein Zuhause hat, oder der Künstler Peter Lenk, der auch kein Blatt vor seinem Mund und Feigenblätter vor seinen Skulpturen schon gar nicht duldet.

Die Sonne erwärmt die Bodenseeseele

Am See leben die Menschen anders als im Rest der anrainernden Republiken. Wir haben für diese Lebensart leider nur eine südeuropäische Vokabel – mediterran. Sie steht für Wärme und Lebensfreude. Sie strahlt aus den Anrainern mit dem Beginn des Frühlings. Dann hebt sich der Winternebel, und auf den Feldern blühen die Obstbäume. Alles, was Beine und Fahrräder hat, verlagert das Leben ins Freie. Diese Idylle hat natürlich ihren Preis, vornehmlich auf dem Immobilien- und dem Übernachtungsmarkt. Dafür liegt alles dicht beieinander, nur wenige Minuten trennen Surfkurs und Gipfelglück. Mancherorts ist die Hölle los ist – und gleich nebenan gar nichts. Denn hier liegen stille Natur- und Vogelschutzgebiete in direkter Nachbarschaft lebendiger Metropölchen.

Anrainer in Feierlaune

Insgesamt gibt es etwa 4 Mio. Anrainer. Gelegentlich werden dir rund um den See Schilder begegnen, auf denen von einer „Vierländer-Region“ die Rede ist. Neben Österreich, der Schweiz und Deutschland zählt noch das uferlose Liechtenstein dazu. Und wie sich das für eine gute Nachbarschaft gehört, werden fleißig Animositäten gepflegt. Man ächzt zum Beispiel in D wortreich unter den derzeit kaufkräftigen Nachbarn aus CH, weil sie den Konstanzern alle Parkplätze wegschnappen und wegen ihrer Ausfuhrpapiere so nervige Schlangen an den Kassen erzeugen. Außerdem wäre plötzlich alles so teuer. Die Schweizer wiederum wundern sich über das Ächzen, wo sie doch so viel Kohle ins Nachbarland schaufeln und so weiter ... Am Ende ziehen sie aber an einem Strang. Und kümmern sich um Gewässer- und Umweltschutz sowie um einen gemeinsamen Kulturraum. Denn ein weiterer Reichtum der Menschen am See ist das riesige Angebot an Museen, Theatern, Ausstellungen, Konzerten und Festen: Irgendwo ist immer was los. Oder du setzt dich in aller Ruhe in eine Strandbar, einen kühlen Weißwein im Glas, und staunst über den Sonnenuntergang, der da hinten zwischen den Hügeln abbrennt. Er taucht das Land in ein ganz eigenes Licht, lässt das Seewasser glühen und macht die Menschen leicht. Also sitzt man da und trinkt und schaut.

Gut zu wissen

Anreise

Der Bodensee ist aus allen Richtungen über Autobahnen gut erreichbar. Aus Deutschland erschließt die A81 den Westen, östlich in Richtung Lindau kommt die A 96. Auf Schweizer Seite erschließen die Autobahnen 13, 1, 7 und 4 die Region.

Die Anreise mit der Bahn erweist sich als umständlich, da keine Seestadt über einen ICE-Halt verfügt. Man erreicht das Wasser deswegen nur mit Bummelzügen. Auch rund um den See geht’s auf Schienen nur langsam voran: Von Konstanz nach Lindau z. B. benötigt die Bahn fast 2 Stunden.
Preislich unschlagbar, komfortabel inklusive WLAN an Bord und eine echte Alternative zur Bahn, die den See etwas links liegen lässt: Die Bodensee-Städte sind mittlerweile bestens ins europaweite Busnetz eingeflochten. Zum Beispiel Konstanz, Friedrichshafen, Lindau, aber auch Bregenz werden täglich mehrmals von den knallgrünen Flixbus-Linern (flixbus.de) angesteuert. Ebenso Zürich und andere Schweizer Städte.

Friedrichshafen wird von der Lufthansa via Frankfurt angeflogen und hat zudem einige Direktverbindungen zu anderen deutschen Städten. Nächster internationaler Flughafen ist Zürich (Bahnverbindung nach Konstanz).

Auskunft

Internationale Bodensee Tourismus GmbH | Hafenstr. 6 | 78462 Konstanz | Tel. 07531 90 94 30 | bodensee.eu

Auf bodenseeferien.de sind mit wenigen Mausklicks Informationen zu einzelnen Gemeinden und besonderen Interessengebieten abrufbar; auf bodenseemuseen.org werden alle Museen der Region präsentiert.

Klima & Reisezeit

Die Urlaubssaison beginnt am Bodensee an den Pfingsttagen, bei schönem Wetter schon an Ostern. Je nach Wetter dauert sie bis Oktober. Am See ist es generell wärmer als an den meisten anderen Orten Deutschlands. Allerdings kann es auch mal länger regnen. Im Herbst und Winter hat der Bodensee eine eigene Atmosphäre, geprägt von Nebel und Ruhe. Stürme können unangenehm stark werden und vor allem auf dem Obersee spürbare Wellen erzeugen. Im Winter ist dicker Dauerschnee selten.

Zoll

In der Grenzregion Bodensee muss man an den Übergängen wie auch im Hinterland mit überraschenden Personenkontrollen rechnen. Auch wenn zwischen den EU-Staaten Deutschland und Österreich die Grenzstellen nicht mehr besetzt sind, sollte der Personalausweis in der Tasche sein. Das Nicht- EU-Mitglied Schweiz gehört zwar zum Schengen-Raum, doch abgeschafft sind nur die Personenkontrollen an der Grenze. Der Warenverkehr wird vom Zoll weiter beobachtet.

Innerhalb der EU muss die eingeführte Warenmenge dem Eigenbedarf entsprechen, der Warenwert darf 300 Franken nicht überschreiten. Von der Schweiz nach Deutschland darf man zollfrei einführen z. B. 5 l Wein oder 1 l Spirituosen bzw. alkoholische Getränke über 18 % Vol., 250 Zigaretten.

Auto

In Österreich sind Autobahnen und Schnellstraßen gebührenpflichtig. Die Vignette („Pickerl“) ist in Vorarlberg auf der Rheintal-Autobahn (A 14) und der Arlberg-Schnellstraße (S 16) Pflicht. Für Urlauber gibt es eine Zehntagesvignette (9,20 Euro), eine Zweimonatsvignette (26,80 Euro) und die Jahresvignette (89,20 Euro). Höchstgeschwindigkeiten: innerorts 50 km/ h, Landstraße 100km/h, Autobahn 130 km/h (22–5 Uhr 110 km/h). Promillegrenze: 0,5.

Die Autobahnen in der Schweiz sind gebührenpflichtig. Die Vignette gilt ein Jahr und kostet 40 Franken. Wer nur wenig in die Schweiz will, kann auf die Landstraßen ausweichen. Höchstgeschwindigkeiten: innerorts 50km/h, Landstraße 80km/h, Autobahn 120 km/h. Promillegrenze: 0,5.
Die Vignetten kannst du an den Grenzen, an Tankstellen und bei Automobilclubs kaufen.

Autofähren

Die Bodensee-Schiffsbetriebe (bsb.de) fahren auf der Linie Friedrichshafen–Romanshorn. Für die Strecke von 12,5 km benötigt die Fähre 45 Minuten (ganzjährig im Stundentakt, nachts kein Betrieb).

Die Fährlinie Konstanz–Meersburg wird von den Konstanzer Stadtwerken (stadtwerke-konstanz.de) betrieben: Die 4,5 km lange Überfahrt dauert etwa eine Viertelstunde. Bis zu sechs Fähren pendeln hin und her. In Spitzenzeiten fahren sie im Dauerbetrieb und sogar nachts durchgehend im Stundentakt. Auf der Tabor“ kann man zudem dem Kapitän durch den verglasten Führerstand über die Schulter schauen.

Öffentliche Verkehrsmittel

70 öffentliche Transportunternehmen mit einem Streckennetz von insgesamt 7000 km bieten das Bodensee-Ticket an. Es gilt für Bus, Bahn und Fähre, auch grenzüberschreitend. Das erschlossene Gebiet reicht vom Rheinfall bis an den Arlberg, von Aulendorf bis Bad Ragaz und ist in vier Zonen aufgeteilt. Die Tageskarte kann für eine Zone (18,50 Euro) oder für alle Zonen (26 Euro) gelöst werden. bodensee-ticket.com

Telefon

Die nationalen Vorwahlen lauten: Deutschland +49 | Schweiz +41 | Österreich +43. In der Schweiz gibt es keine Ortsvorwahlen, d.h., es muss immer die ganze, in der Regel neunstellige Nummer gewählt werden.

Erlebnis- & Vorteilskarten

Mit der Bodensee-Erlebniskarte stehen dir die Türen von über 160 Attraktionen und Sehenswürdigkeiten am See offen – ohne dafür noch einmal zu zahlen. Die Karte ist durchaus empfehlenswert, denn bei den z. T. hohen Eintrittspreisen hat sie sich bereits nach ein paar Ausflügen gerechnet. Es gibt eine Karte für die Sommersaison (April–Okt.) und eine „Winterkarte“ für die übrige Zeit.

Dann wird’s ein bisschen kompliziert, denn die Sommer-Erlebniskarte gibt es in drei Ausführungen: für Landratten ohne Schifffahrt, für Seebären inklusive der Weißen Flotte und für Sparfüchse, bei der allerdings einige große Attraktionen nur einen Preisabschlag von 30 Prozent einräumen. Der Haken: Die Insel Mainau als Topziel macht nicht mit und gewährt nur bei der Sparfuchsversion den üblichen Abschlag. Grund für das komplizierte System sind Streitigkeiten der Tourismusbetriebe.

Die Karte für Landratten kostet für 3, 7 oder 14 Tage: 41, 56 und 67 Euro, die Seebärenversion 74, 99 und 144 Euro und die Sparfuchsvariante 61, 84 und 134 Euro. Die Winterkarte ist nur für die ganze Saison erhältlich, beinhaltet aber auch nur 60 Attraktionen, Kostenpunkt 39 Euro. Erhältlich sind die Karten bei den Touristinfos und bei vielen Attraktionen, bei Hotels, Ferienwohnungsvermietern oder online: boden see.eu/de/darum-buchen/bek
Neu im Kartendschungel ist die Echt-Bodensee-Card, die du bei teilnehmenden Gastgebern erhältst und die ebenfalls ein ÖPNV-Angebot sowie zahlreiche Vergünstigungen inkludiert. echt-bodensee.de

Die Ostschweiz hat mit der Oskar-Karte ein ähnliches Produkt entwickelt. Es gibt sie ab zwei Übernachtungen in einer der teilnehmenden Unterkünfte, sie kostet 10 Franken pro Tag und bietet zahlreiche Inklusivleistungen wie Personennahverkehr, Museen, Schifffahrt etc. oskar-ferien.ch

Preise & Währung

Der Bodensee ist ein relativ teures Reiseziel, allerdings variieren die Preise sehr stark. Wer seinen Kaffee direkt am See trinken möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als im Hinterland. Die Preise in der Schweiz sind noch ein ganzes Stück höher.

In der Schweiz kannst du eigentlich überall mit Euro bezahlen (es kann aber passieren, dass man nur Scheine nimmt und du das Wechselgeld in Franken erhältst), ebenso nimmt man im deutschen und österreichischen Grenzgebiet allerorts Franken.

Camping

Die Ausstattung der über 60 Campingplätze rund um den See reicht von einfach bis komfortabel. Einen Überblick kannst du dir unter bodenseeferien.de verschaffen. Ein Buchtipp für „Landyachting“-Kapitäne ist der Wohnmobil-Tourguide „Die schönsten Routen am Bodensee“ von Gaby Gölz. Besonders umweltfreundlich sind die mit dem Label „Ecocamping“ ausgezeichneten Plätze. Die Idee für den ökologisch orientierten Betrieb eines Campingplatzes ging von einem kleinen Unternehmen in Konstanz aus. Inzwischen gibt es zehn zertifizierte Plätze am Bodensee. ecocamping.net

Notrufe

Deutschland: Polizei110 | Feuerwehr 112

Österreich: Polizei133 | Feuerwehr 122 | Rettung144

Schweiz: Polizei117 | Feuerwehr118 | Rettung144

Was kostet wie viel?

Wein

4–5 Euro für ein Glas (0,2 l) Weißburgunder

SUP-Board

15 Euro für 1 Stunde

Obst

2,80 Euro für 1 kg Bodenseeäpfel

Strandbad

3,50 Euro für die Tageskarte

Fähre

3,20 Euro für die einfache Fahrt Konstanz-Meersburg

Fahrrad

12,50 Euro Leihgebühr/Tag

Events, Feste & mehr

Nationale Feiertage
1. August

Nationalfeiertag Schweiz 

3. Oktober

Tag der deutschen Einheit

26. Oktober

Staatsfeiertag Österreich

Veranstaltungen
April

Mit dem Markusfest auf der Reichenau beginnen drei Inselfeiertage. reichenau-tourismus.de

Mai

Internationales Bodenseefestival: Klassische Musik, Kunst und Film über vier Wochen an vielen Orten rund um den See. bodenseefetival.de

Juni

Ab Lindau umrunden Hunderte Segelboote den See auf der Regatta Rund um in ca. 24 Stunden. lsc.de

Bei der Langen Nacht der Bodenseegärten öffnen private und öffentliche Gärtner ihre grünen Oasen, es gibt Konzerte, Verköstigungen etc. (Zweiter Teil im Sept.). bodenseegaerten.eu

Juni/Juli

Konstanzer Flohmarkt: Es kommen bis zu 60 000 Besucher. flohmarkt-konstanz.de

Juli

Seehasenfest in Friedrichshafen: viertägiges Heimatfest in der Monatsmitte mit Feuerwerk. seehasenfest.de

Bregenzer Festspiele: Beim zehntägigen Kulturufer Friedrichshafen gibt es ab Monatsende in zwei Zirkuszelten Musik und Theater. kulturufer.de

August

Seenachtfest/Fantastical Konstanz/Kreuzlingen am 2. Samstag mit Feuerwerk

Slow up: An einem Sonntag gehören 30 km Straßen Radlern. slowup.ch

September

Drei Tage Bodensee-Weinfest in Meersburg.

Dezember

Stimmungsvolle Weihnachtsmärkte: z. B. die „Märlistadt“ in Stein am Rhein und die Hafenweihnacht in Lindau

 

Im Trend

Stadt-Kunst
Eine Stadt wird zum Objekt

Pipilotti Rist's und Carlos Martinez' Stadtloungewww.stadtlounge.ch, die Gestaltung des Bleicheli Quartiers in St. Gallen, sorgte weltweit für Furore. In Bregenz stecken die Galerie K 12Kirchstraße12www.k12galerie.at und der zugehörige K 12 Bodensee Artclub die Grenzen der Kunst immer wieder neu ab. Dem Zeitgenössischen hat sich auch die Galerie WerkartTeufenerstraße75www.galerie-werkart.ch in St. Gallen verschrieben.

Vertikal
Hoch hinaus

Klettern ist Trend rund um den Bodensee. Die Profis von Free Solo ClimbingRadolfzellwww.freesoloclimbing.com vermitteln das lebenswichtige Know-how. Einsteiger starten an der Kletterwand des KletterwerksWerner-Messmer-Straße12www.kletterwerk.de in Radolfzell oder in der Kletterhalle Achberger NordwandSchulstraße11www.adfunture.de in Esseratsweiler. Große Ziele steckt man sich im K1Bildgasse10Dornbirnwww.k1-dornbirn.at, der größten Kletterhalle Österreichs.

Szene-Heimat
Niederburg

In den historischen Gassen von Konstanz' Niederburg fühlen sich die Jungen, Kreativen und die Partygänger wohl. Letztere finden sich in der Kultkneipe Schwarze KatzKatzgasse8 ein oder aber in der retro-coolen HeimatSchreibergasse2www.heimatbar.de. Im Atelier KunstfabrikRheingasse9www.kunstfabrik-artfactory.com gibt es Diskussionsstoff und Inspirationsquellen. Abstrakte Leuchtobjekte, mit denen man das eigene Zuhause zum Szenelokal umfunktionieren kann, entstehen bei Glas-ArtGerichtsgasse6www.glasart-konstanz.de in Handarbeit.

Das Ufer als Wohnzimmer
Beachbars

Karibische Gefühle können auch am Bodensee aufkommen. Im Beachclub FriedrichshafenUferstraße1www.beachclub-fn.de kann man im Sommer schon ab neun Uhr morgens die Seele baumeln lassen. Dank Chill-out-Musik, Snacks und Strandsport halten Beachgirls und -boys problemlos bis Mitternacht durch. Die Beach BarSeeanlagenBregenz wird ihrem Namen mit Strandkörben, süffig-sündigen Cocktails und einem abwechslungsreichen Musikprogramm gerecht. Sportlicher geht's am Lemon BeachRiedheimer Straße2www.lemon-beach.de zu: Beachvolleyball, -soccer und Badminton stehen dort auf dem Programm. Zwischen Kreuzlingen und Konstanz entspannen die Locals in der Sealoungewww.sealounge.ch mit Blick auf den See.

Hilfestellung
E-Bikes

Abseits der Uferpromenade wird es steil. Dank Elektroantrieb scheuen Fahrradfahrer aber auch die Steigungen nicht mehr. Leihen können Sie die E-Bikes bei Ferienwelt HöriIm Frießen15Öhningenwww.ebike-verleih-bodensee.de am Untersee oder Fahrrad UngerInselgraben14www.fahrrad-unger.de in Lindau. Akkus für E-Bikes tauschen oder laden die Radler auf dem Campingplatz HimmelreichStrandweg34Allensbachwww.campingplatz-himmelreich.de. Wer ein E-Bike beim Bodensee-Radweg-ServiceFritz-Arnold-Str.16aKonstanzwww.bodensee-radweg.com gemietet hat, kann seinen leeren Akku dort jederzeit abgeben und dafür kostenfrei eine voll aufgeladene Batterie für die Weiterfahrt mitnehmen.

Bloss nicht!

Baden und Schwaben verwechseln

Trotz eines Einigbundeslandes sind sich Badener und Schwaben nicht gerne einig. So spricht der Badener nie vom „Schwäbischen Meer“. Sein Nachbar schon. Ganz logisch ist es für den badischen Konstanzer dagegen, dass es auf Englisch „Lake Constance“ und auf Französisch „Lac du Constance“ heißt.

Die Sturmwarnungen ignorieren

Unwetter können heftig werden. Was auf dich zukommt, signalisieren die orangen Leuchten am Ufer. Eine Starkwindwarnung kündigt die Stärken 6–8 an: Das Licht blinkt ca. 40-mal pro Minute. Bei einer Sturmwarnung siehst du es ca. 90-mal, dann fegt eine stürmische 8 und mehr übers Wasser.

Auf dem Gas bleiben

Denn in der Schweiz langen sie bei Geschwindigkeitsübertretungen ordentlich zu. Wenn du innerorts 11 Stundenkilometer zu flott unterwegs bist, hast du rund 250 Euro auf der Rechnung. Rase lieber außerorts, dort kostet das gleiche Vergehen nur noch läppische 160 Euro.

Grimmig hinterm Steuer sitzen

Denn entlang der Straßen rund um den See wird geblitzt wie vor der Oscar-Verleihung. Und da wäre es doch schade, wenn du auf dem Foto kein fröhliches Gesicht machst. Einen Dresscode gibt es allerdings nicht.

Die Picknickdecke vergessen

Ob wandernd, mit dem Auto, radelnd oder paddelnd: Unverhofft entdeckst du ein schönes Eckchen am Ufer und bist womöglich nicht in der Lage, es dir dort gemütlich zu machen. Sehr ärgerlich! Auch eine Badehose im Ausflugsgepäck kann aus denselben Gründen niemals schaden.

Den Bodensee verstehen

Äpfel & Birnen

Nicht grundlos erinnern die Ortsnamen von Birnau, Apflau oder Nußdorf an Obst. Es gedeiht dort seit jeher im großen Stil. Das Anbaugebiet am Bodensee erstreckt sich auf der deutschen Seite über vier Landkreise: Konstanz, Lindau, Ravensburg und den Bodenseekreis. Hauptkultur der rund 1600 Obstbaubetriebe ist der Apfel. Nach dem Alten Land in Norddeutschland ist die Bodenseeregion die zweitgrößte Anbauregion für Äpfel in Deutschland. Kultiviert werden rund 20 verschiedene Sorten. Im bayrischen Teil befindet sich die wichtigste Birnenproduktion am See. Auf der Schweizer Seite wird vor allem im Kanton Thurgau Obst angebaut und zwar so viel, dass sie der Region den Namen„Mostindien“ eingebracht hat.

Blühen & Brüten

Am Nordrand der Alpen und vom milden Seeklima begünstigt, leben in der Seelandschaft 350 Vogelarten. Viele Zugvögel unterbrechen am See ihre Reise. Insgesamt rasten und überwintern hier jedes Jahr rund 250 000 Wasservögel. Auch der Steinadler aus den nahen Bergen kommt zum Jagen und Brüten. Wegen seiner Größe und Tiefe wird der nährstoffarme Obersee von Prachttauchern und Meeresenten bevorzugt. Der flache, nährstoffreichere Untersee dagegen gibt mit seinem Schilfgürtel mehr Vögeln eine Heimat. Besonders gut lassen sich die Zugvögel im Oktober beobachten.

Die Pflanzenwelt entfaltet im Frühjahr ihre Pracht: Im Mai blühen Obstwiesen und Iris. Mediterrane Pflanzen wachsen am See ebenso wie solche aus Bergen und Steppen. Du entdeckst Orchideen und Enzian und im Uferkies das seltene Bodenseevergissmeinnicht. Summa summarum eine der artenreichsten Regionen in ganz Europa.

Fasnacht

Wenn´s zu Beginn des Jahres am „Schmutzigen Dunnschtig“ (der wichtigste Tag der Fasnacht, Donnerstag vor Rosenmontag) so richtig ernst wird auf den Straßen, hier ein paar Tipps für die fünfte Jahreszeit. Sie heißt auf keinen Fall Fasching oder Karneval! Man sagt Fasnacht, Fastnacht, Fasnet oder auch Faßnacht, und sie unterscheidet sich, zumindest nach Auffassung der Beteiligten, grundlegend vom rheinischen Karneval. Hochburg ist Konstanz. Während des Umzugs: Nur erste Reihe, wenn du gerne mitmachst, also handfesten Hexenschabernack verträgst. Es kommt vor allem aufs Mitmachen an, also keine Angst und immer heiter rein in die Narretei. Überhaupt solltest du mit Sicherheiten aller Art – zumindest auf der Straße – nicht rechnen.

Jede Stadt hat ihre eigenen Narrenzünfte mit unterschiedlichen Verkleidungen, teilweise furchterregende Gesellen mit geschnitzten Holzmasken. Ansonsten verkleidet sich hier jeder, wie er will. Und nicht selten findet die Straßenfasnacht in Wirtshäusern, Bars und Hallen eine lustvolle Verlängerung. Ein besonderes Spektakel sind die weitverbreiteten Hemdglonkerumzüge: Zum Beispiel durch die mit Bändern geschmückten Gassen der Konstanzer Altstadt zieht am Abend eine in Nachthemden und Schlafhauben gewandete Schülerschar, die mit Topfdeckeln oder Rätschen ein Höllenspektakel veranstaltet. Viele von ihnen tragen Transparente, auf denen die Lehrer verulkt werden.

Hohe Dichter-Dichte

Das Seeklima lockt die Literaten an. Nicht nur, dass in einem Ortsteil von Überlingen der wortmächtige Großdichter Martin Walser lebt und regelmäßig über seinen See schreibt („Ein fliehendes Pferd“, „Ein springender Brunnen“). Auch schon früher rückte man dichtend gerne ans Ufer. So taten es Annette Droste-Hülshoff in Meersburg und der Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse auf der Höri. Im Jahr 2016 verstarb in Seeweite der Schweizer Schriftsteller Markus Werner („Am Hang“), der den größten Teil seines Lebens in Schaffhausen verbracht hat. Er war ein Preisträger des renommierten Bodensee-Literaturpreises, der seit 1954 jährlich in Überlingen verliehen wird. Ebenso wie der Österreicher Michael Köhlmeier („Zwei Herren am Strand“), der in der Nähe von Dornbirn lebt und schreibt. Was so an Jugend in die Szene nachrückt, kannst du bisweilen beim Poetry Slam im Kulturladen Konstanz (kulturladen.de) bestaunen. Oder etwas gediegener im Bregenzer Hotel Schwärzler (schwaerzler.s-hotels.com), wo regelmäßig Lesungen und Literaturtage stattfinden.

Klöster

Der Bodenseeraum wäre nicht der, der er heute ist, hätten nicht Mönche eine Kerbe der Zivilisation in den mittelalterlichen Wildwuchs geschlagen, der seinerzeit Land und Leute bedeckte. Allen voran auf der Klosterinsel Reichenau, die im Jahr 2000 in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen wurde. Unter anderem wurde hier das erste botanische Lehrbuch nördlich der Alpen verfasst. Enge Beziehungen pflegten die Mönche zum Kloster in St. Gallen, heute vor allem durch seine atemberaubend schöne Stiftsbibliothek bekannt und ebenfalls Welterbe der Unesco. Sehenswert sind die ebenfalls in der Schweiz liegende Kartause Ittingen, die heute als Museum, kulturelles und soziales Zentrum genutzt wird, und die Klosterinsel Werd. Als Internatsschulen (sowas gibt’s noch!) dienen das Kloster Mehrerau und das Kloster Salem. Letzteres, eine weitläufige ehemalige Zisterzienserabtei, beherbergt außerdem verschiedene Museen. Barocke Kirchenbau- kunst und eine einmalige Aussichtslage verbindet die Klosterkirche Birnau miteinander.

Leinen los!

Immer nur außen herum wäre sehr, sehr mühsam – es staut sich ja viel, bei der Bahn und auf der Straße. Also ab übers Wasser! Rund 3,6 Mio. Passagiere im Jahr befördert die Weiße Flotte. Die Saison dauert von Ende März bis Anfang Oktober, je nach Wetter wird sie oft um ein bis zwei Wochen verlängert. Die Fahrt von Friedrichshafen nach Konstanz dauert etwa 1,5 Stunden, von Bregenz nach Konstanz fast 4 Stunden. Die Schiffe nehmen auch Räder mit. Bodensee-Schiffsbetriebe (bsb.com)

Dazu kommt die geradezu lichtschnelle Katamaran-Schnellverbindung im Stundentakt zwischen Konstanz und Friedrichshafen mit einer Fahrtdauer von 45 Minuten. Ein sehr leises Erlebnis ist die Fahrt mit einem Solarschiff. Die „Helio“ (solarfaehre.de) fährt auf ihren Themen-Rundfahrten (zu Harfenklang, Felchen- oder Weingenuss) zahlreiche Häfen zwischen Konstanz und Stein am Rhein an. Eine weitere Solarfähre (solarfaehre-reichenau.de) pendelt zwischen der Reichenau und dem schweizerischen Mannenbach. Den längsten Namen hat schließlich die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (urh.ch), die den von ihrem Namen abgedeckten Seeabschnitt nautisch bedient.

Old is cool

Gewienerte Decksplanken, glänzender Lack, rumpelnde Langsamkeit, die Seeanrainer haben eine Schwäche für Oldtimer. Das seeweit imposanteste Beispiel für verkehrstüchtige Historie ist die „Hohentwiel“ (hohentwiel.com), ein Schaufelraddampfer, der 1913 in Friedrichshafen vom Stapel lief und bis heute in seiner ganzen kaiserzeitlichen Pracht seinen Dienst auf dem See versieht. Freilich nach aufwendiger Restaurierung in der 1980er-Jahren. Schier zeitlosen Schienenverkehr lassen die Appenzeller Bahnen (appenzellerbahnen.ch) laufen, im Sommer fährt der betagte Triebwagen „Drissgi“ samt Holzklassenwaggons durch den Schweizer Uferanteil.

Die seeweit schönsten Autos stehen im Rolls-Royce Museum (rolls-royce-museum.at) in Dornbirn. Oder rollen im Mai durch Friedrichshafen, wo drei Tage lang die „Motorwelt Classics Bodensee“ (klassikwelt-bodensee.de) stattfindet und die Begeisterungsdrehzahlen beim Benzingeflüster durch die Decke gehen. Natürlich netzwerken die Oldies auch fleißig, Classic Bodensee (classic-bodensee.ch) heißt der nostalgische Technikverbund.

Seehas

Die possierliche Mischung aus Fisch und Hase macht den Bodensee-„Wolpertinger“ und gibt sich als regionales Fabeltier. Verewigt ist es zum Beispiel am Kaiserbrunnen auf der Konstanzer Marktstätte. Die Einheimischen werden scherzhaft so genannt (und nennen sich in der lokalen Presse unermüdlich auch selbst so), etliche Narrenzünfte tragen den „Seehas“ ebenfalls im Namen. Friedrichshafen schließlich widmet dem schwimmenden Löffelträger sein jährliches „Seehasenfest“.

See-Sharing

Wem gehört der Bodensee? Den Anrainerstaaten, das ist klar. Doch wo genau die Staatsgrenzen verlaufen, ist bis heute ungeklärt. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind sich nicht einig, ob der See internationales Gewässer ist oder ob die Grenze in der Seemitte verläuft, womit das Recht des jeweiligen Staates bis genau zu dieser Linie gelten würde. Die Österreicher haben zur bestehenden Verwirrung noch eine dritte Theorie beigesteuert, die besagt, dass der See bis zum Ende der jeweiligen Flachwasserzone zum entsprechenden Uferstaat gehört, die tiefe Seemitte jedoch allen gemeinsam. Trotz ungeklärter Rechtsverhältnisse lebt man am Bodensee mit dem Durcheinander problemlos. Nachdem die Schifffahrt sich erfolgreich dagegen gewehrt hat, auf die Gewinne aus der Bewirtung auf dem See Mehrwertsteuer zu bezahlen, ist das größte Problem sowieso gelöst – und der Bodensee in der modernen Sharing-Community angekommen. Warum besitzen, was man sich wunderbar auch teilen kann!

Seesprech

Zugegeben, für „Reigschmeggde“ (Zugereiste) klingt das alles sehr verrwirrend: Die Badener reden Alemannisch, die Württemberger Schwäbisch, am österreichischen Seeufer spricht man anders gefärbt als in Wien oder Salzburg, und in der Schweiz spricht man eben Schwyzerdütsch, das hier auch noch ganz anders klingt als in Basel oder Bern.

Wenn in Konstanz jemand zum Abschied „Adele“ sagt, meint er nicht den Vornamen, sondern die badische Verkleinerungsform: Man hängt gerne ein „le“ an die Wörter, was nicht mit den Ausmaßen des bezeichneten Objekts übereinstimmen muss. So kann ein „Hundele“ auch eine Dogge sein. Wenn der Schwabe erzählt, er habe sich den Fuß gebrochen, kann dies auch der Oberschenkelhals sein, reicht doch der schwäbische Fuß von den Zehen bis an den Allerwertesten. Ein freundliches „Grüezi“ mag in der Schweiz gerade noch angehen, wer es aber nur holprig über die Lippen bringt, sollte lieber beim „Guten Tag“ bleiben. Wenn der Schweizer einen „Most“ bestellt, bekommt er einen Apfelsaft. Wenn er dagegen einen vergorenen Apfelmost haben möchte, bestellt er sich einen „Saft“. Sprachverwirrung eben.

Völlig losgelöst

Der Zeppelin schwebt weithin sichtbar über der Stadt und signalisiert: Hier liegt Friedrichshafen. Die Stadt ist die Wiege der Luftschifffahrt, Ferdinand Graf von Zeppelin (1838–1917) ließ am 2. Juli 1900 hier das erste seiner weltberühmten und später auch weltberüchtigten Luftschiffe aufsteigen. Claude Dornier (1884–1969) baute hier seine Flugzeuge, ihn hatte zuvor ebenfalls der Zeppelinbau beschäftigt. Und Karl Maybach (1879– 1960), Sohn des berühmten Autobauers, konstruierte am Bodensee Luftschiffmotoren, bevor er Dieselaggregate für Schiffe entwickelte. Zwei große Museen erinnern in Friedrichshafen an die Technikpioniere.

Die Firma Zeppelin gibt es derweil noch immer. Nach einer langen Pause nach dem Zweiten Weltkrieg baut sie heute auch wieder Luftschiffe. Sowie Schiffsmotoren und Silos für Industrieanlagen. Weit über den Luftschiffen schwebt das Raumschiff: Auch Airbus hat sich in Friedrichshafen angesiedelt und betreibt hier Weltraumforschung.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher
Ein fliehendes Pferd

Zwei alte Schulfreunde begegnen sich nach Jahren in einem Strandbad am Bodensee wieder. Die beiden unterschiedlichen Typen haben ihre Frauen dabei, die Ereignisse – eine Art Paartanz überkreuz – nehmen ihren Lauf. Roman von Martin Walser; in der Verfilmung von Rainer Kaufmann brillieren Ulrich Tukur, Ulrich Noethen, Katja Riemann und Petra Schmidt-Schaller (2007, DVD

Geschichten vom Bodensee

Das Taschenbuch erlaubt einen ersten literarischen Blick über den See. Lyrik und Prosa von Walser, Hesse, Droste-Hülshoff und vielen anderen. Hg.: Johannes Winter (2012)

Filme
Ein fliehendes Pferd

Zwei alte Schulfreunde begegnen sich nach Jahren in einem Strandbad am Bodensee wieder. Die beiden unterschiedlichen Typen haben ihre Frauen dabei, die Ereignisse – eine Art Paartanz überkreuz – nehmen ihren Lauf. Roman von Martin Walser; in der Verfilmung von Rainer Kaufmann brillieren Ulrich Tukur, Ulrich Noethen, Katja Riemann und Petra Schmidt-Schaller (2007, DVD)

Sternenfänger

Eine Clique erlebt – 26 Folgen lang – am Bodensee einen Sommer zwischen Abschied von der Jugend und Aufbruch ins vermeintliche Leben. Das soapartige Gefühlschaos der jungen Protagonisten ist zeitlos repräsentativ. Wunderbar: eine blutjunge Nora Tschirner und ein noch völlig unramponierter Oliver Pocher (2002, DVD)

Fakten

Fläche
536 km²
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
03:29 Uhr
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