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Malta ist winzig und hat doch fast alles. Steilküsten und Strände, quirlige Städte und stille Dörfer, ganz viel Kunst und 5000 Jahre Geschichte. Der Veranstaltungskalender ist prall gefüllt, du kommst leicht und günstig überall mit dem Linienbus hin. Ein Urlaub hier ist Städte-, Bade- und Erlebnisreise zugleich – und das das ganze Jahr über.
Fasten your seat belts, please!
Über der Südküste Siziliens geht deine Maschine in den Sinkflug über. Schiffe ziehen unter dir vorbei, dann überfliegst du Gozo, die kleine Schwesterinsel von Malta. Schwuppdiwupp ist man schon über Malta. Bei südlichen Winden geht es direkt zur Piste. Herrscht Nordwind, dreht der Pilot vorm Aufsetzen erst noch eine Runde über der See zwischen Malta und Afrika.
Viel mehr als Meer!
Der Weg zum Hotel führt von Kreisverkehr zu Kreisverkehr durch eine Großstadt, die nur noch nominell aus verschiedenen Orten besteht. Ein grünes Malta wirst du erst auf Touren durch den äußersten Norden und den Westen der Insel entdecken – oder auf Gozo. Check-in im Hotel – und schon geht’s los, Insel erkunden. Die Orientierung fällt leicht: einfach immer am Wasser bleiben. Jogger ziehen auf den breiten Promenaden ihre Runden, Rentner bevölkern die vielen Sitzbänke, Schickimickis führen ihre hochgezüchteten Hündchen Gassi, Kinder vergnügen sich auf Spielplätzen direkt am Meer und schaukeln in den meist blauen Himmel hinein. Englischsprachschüler aus aller Welt bevölkern die Straßencafés, junge Malteser streben in Kleingruppen zum nächsten McDonald’s. Linienbusse fahren fast im Minutentakt vorbei, fast alle haben das noch ganz von seinen gewaltigen Festungsmauern umgebene Valletta zum Ziel. Und von da aus geht es prompt weiter zu den kulturhistorischen Topzielen der Inseln: ihren über 5000 Jahre alten Tempeln aus der Jungsteinzeit, den riesigen Katakomben von Rabat, dem stillen Mdina und Natur pur an den Dingli Cliffs. Das ist schon Programm genug für eine ganze Urlaubswoche!
Geschichte
5200–2500 v. Chr.
Erste Besiedlung, ab 4000 Epoche der Tempelbauer
2000–1000 v. Chr.
Epoche der bronzezeitlichen Schienenbauer
1000–218 v.Chr.
Phönizische Herrschaft
218 v.Chr.–397 n.Chr.
Römische Herrschaft
397–1070
Erst byzantinische, ab 870 arabische Herrschaft
1070–1530
Erst sizilianische Normannen, dann Staufer, dann Königreich Aragon
1530–1798
Herrschaft der Ritter
1565
Belagerung durch die Türken
1800–1964
Britische Herrschaft
1940–42
Bombardierung durch Deutsche und Italiener
1964
Malta wird unabhängig, 1979 verlassen die letzten britischen Truppen die Insel
2004
EU-Beitritt Maltas
2018
Valletta ist Europäische Kulturhauptstadt
2024
Myriam Spiteri Debono wird als dritte Frau in diesem Amt Präsidentin von Malta
Himmlische Pracht
Für Architekturfans stehen die vielen Kirchen der beiden Inseln ganz oben. Jedes Dorf will eine schönere und größere Kirche als die Nachbargemeinde haben. So ist das kleine Mosta zur viertgrößten Kirchenkuppel der Welt gekommen, Xewkija auf Gozo zur dritthöchsten Europas. Und auch die wohl buntesten Kirchenböden auf Erden sind auf Malta zu finden: In den Kathedralen von Valletta und Mdina haben sich Ritter und lokaler Adel unter farbige Grabplatten betten lassen. Rekordverdächtig ist auch die Zahl der Statuen für Päpste in der frommen Inselrepublik. Statuen sind ohnehin eine Leidenschaft der Malteser. Die meisten sind allerdings aus Pappmaché und werden nur für die festas aus ihren Lagerschuppen geholt. Da säumen sie bei Umzügen auf Pappmaché-Sockeln die fahnengeschmückten Straßen und werden von Gläubigen durch die Gassen getragen. Etwa 35 Feuerwerksfabriken auf den Inseln sorgen zudem dafür, dass all diese Heiligen mit einem grandiosen Feuerwerk geehrt werden.
Geld stinkt nicht
Gemildert wird der Einfluss der katholischen Kirche durch Maltas EU-Mitgliedschaft. Seit 2004 ist man dabei und weiß die Vorteile bestens zu nutzen. Internationales Wealth-Management und IT-Gambling sind boomende Geschäftszweige. Über 10 000 Mitarbeiter aus aller Welt haben es da mit viel Geld zu tun und verdienen selbst nicht schlecht. Malta sieht man diese Auswirkungen der Globalisierung an. Immer mehr Cafés, Bars und erstklassige Restaurants beleben die Szene. Einen gewaltigen Schub hat die Entwicklung des kleinen Landes 2018 genommen, als Valletta zur Europäischen Kulturhauptstadt aufstieg.
Immer schön langsam
Zu den großen Hobbys vieler Malteser gehören Oldtimer und Sulkys. Joe aus Gzira, Besitzer einer kleinen Reparaturwerft für Yachten, hat über 40 bestens gepflegte Cabrios verschiedener Marken und Baujahre in seinen Garagen stehen. Jeden Tag fährt er nach Feierabend zwei, drei Stündchen über die Insel. Kaum einer überholt ihn, denn 80 km/h gelten selbst auf vierspurigen Schnellstraßen als absolutes Tempolimit. Bill aus Kercem hingegen, der täglich ein paar Stunden im Sulky auf Maltas Landstraßen verbringt, liebt Pferde. Das ist für ihn wie Urlaub. Ferien im Ausland machen die Malteser übrigens kaum. Sie kaufen sich lieber eine Zweitwohnung auf der eigenen Insel direkt am Meer.
Party am Lagerfeuer
Sandstrände gibt es zwar nur im Norden von Malta und Gozo, aber Malteser brauchen keinen Sand, um das Meer zu genießen. An Sommerwochenenden geht’s scharenweise zum Picknick an die flachen Felsküsten. Beladen mit Grills, Getränkekisten und Campingstühlen ziehen Großfamilien und Freunde ans Wasser und genießen das Zusammensein mit Musikuntermalung aus dem Bluetooth-Lautsprecher am kleinen Lagerfeuer. Doch um Mitternacht ist Schluss. Für Partys bis zum frühen Morgen gibt es ja Paceville und die Clubs bei Mdina. Auf Malta nimmt man eben viel Rücksicht aufeinander, ist zwar mediterran heiter, hält sich aber fast immer an Regeln. Auch das macht die Ferien hier so richtig erholsam.
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Buch, 21. Auflage · 17.95 €Kleine Inseln ganz groß: Mit dem MARCO POLO Reiseführer unterwegs auf Malta und Gozo Malta ist winzig und hat doch fast alles. Steilküsten und Strände, quirlige Städte und stille Dörfer, ganz viel Kunst und 5000 Jahre Geschichte. Die kleine Schwesterinsel Gozo entführt in eine andere Welt mit entspannter Ländlichkeit und tollen Fotospots beim Wandern. Ein Urlaub hier ist Sta¨dte-, Bade- und Erlebnisreise zugleich!
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