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Tansania

Check-in

Serengeti, Ngorongoro, Kilimandscharo, Sansibar - Namen, die die Phantasie beflügeln. Wer hat nicht schon von den goldenen Savannen geträumt, aus deren Mitte ein schneebedeckter Berg ragt. Geparden, Gazellen und Gnus sind hier zu Hause, Zehntausende der galanten Tiere finden alleine in einem einzigen Riesenkrater am Rand der Serengeti Schutz und Nahrung. Sansibar hingegen klingt, schmeckt und fühlt sich an wie ein Märchen aus 1001 Nacht: ein Traum vom Orient, umgeben von der türkisfarbenen See.

Endlose Strände und exotische Gewürzfelder liegen auf der paradiesischen Inselgruppe vor Afrikas Ostküste nur wenige Kilometer auseinander. Tansania, das sind aber allem voran auch seine Bewohner: Dazu zählt das wohl berühmteste Volk Afrikas, die Massai, die wie kein anderes für die Wildnis der Savanne stehen, ebenso wie die Suaheli, deren kulturelles Erbe aus Arabien, Portugal und Afrika einen einzigartigen Mix darstellt. Und jedes andere der mehr als 130 tansanischen Völker, deren Gastfreundschaft dafür sorgen wird, dass Ihnen Ihr Traumurlaub noch lange in Erinnerung bleibt.

Dass wir letztlich alle Afrikaner sind, können Sie sich in der Olduvai-Schlucht im Norden des Landes beweisen lassen: Hier wurden einige der ältesten Überreste der Vorfahren des Menschen ausgegraben. Nicht immer ist man mit den Menschen in Tansania so freundlich umgegangen wie heute: In Bagamoyo, einst die Hauptstadt Deutsch-Ostafrikas, wurden Hunderttausende als Sklaven in die ganze Welt verschifft.

Das heutige Tansania ist mit einer Fläche von 945000 km2 fast dreimal so groß wie Deutschland. Ein Viertel dieses Gebiets steht unter Naturschutz. Neben dem Serengeti-Nationalpark glänzen unbekannte Reservate wie Tarangire, Arusha oder Saadani durch ihre eigene und unverwechselbare Landschaft. Auch das größte Schutzgebiet Afrikas, das Selous-Reservat, liegt in Tansania. Mit 44800 km2 ist es fast viermal so groß wie die Serengeti.

Tansania ist Safariland: Die meisten Touristen brechen nach ihrer Ankunft ohne Umwege zu den Wildbeobachtungen auf - am beliebtesten ist dafür der Norden des Landes -, um sich später an den Stränden Sansibars zu erholen. Ein kleiner Teil entscheidet sich aber fürs Bergsteigen und erklimmt den 5895 m hohen Kilimandscharo. Das Bergmassiv mit seiner berühmten Schneespitze ist das "Dach Afrikas".

Das Kontrastprogramm zur Natur wartet in den Städten, vor allem in Tansanias größter Metropole Daressalaam. Aus Radios am Straßenrand scheppert Musik, der Imam ruft zum Gebet, Händler versuchen, ihre Waren unters Volk zu bringen, und Bettler bitten um ein paar Schillinge. Tansania ist eines der ärmsten Länder der Welt: Wer Arbeit hat, verdient im Schnitt weniger als 50 Euro im Monat. Wer - wie die meisten - keine hat, muss sehen, wie er sich durchschlägt, vor allem auf dem Land. Mehr als vier Fünftel der 40 Mio. Tansanier sind Kleinbauern, die für ihren Eigenbedarf anbauen und deren Ernte ausschließlich von den wegen des Klimawandels immer unberechenbareren Regenfällen abhängt. Trotz all dieser Probleme geht es dem Land heute deutlich besser als zu Zeiten des Ujamaa-Sozialismus von Gründungspräsident Julius Nyerere, als Regale in den Geschäften oft monatelang leer verstaubten und die Menschen nur dank geschmuggelter Waren aus Kenia überlebten.

Wie viele andere afrikanische Länder, so erlebt auch Tansania seit einigen Jahren ein rapides Wirtschaftswachstum. Das Bruttosozialprodukt steigt im Durchschnitt um fünf Prozent pro Jahr, die Mittelschicht wächst. Die Regierung hofft auf Einnahmen aus Gas- und Uranvorkommen, die bald erschlossen werden sollen. Und auch im mit Abstand größten, informellen Sektor ist heute mehr Geld zu machen als früher. Nicht zuletzt die Mobilfunkrevolution - fast jeder Tansanier hat heute Zugang zu einem Handy - hat dazu geführt, dass aus einstigen Tagelöhnern umtriebige Unternehmer geworden sind. Bauern besorgen sich per Handy die Preise auf den Märkten, damit sie von Zwischenhändlern faire Preise verlangen können. Kleinstunternehmer überweisen mit dem Handy Geld oder zahlen es auf ein virtuelles Sparkonto ein. Der größte Teil der Tansanier arbeitet indes noch auf den Feldern - oft noch so wie vor hundert Jahren. Künstliche Bewässerung ist selten, Saat und Dünger sind knapp, Landrechte ungeklärt. Die Armut sinkt deshalb - trotz wirtschaftlichen Wachstums - nur langsam.

Symbol des "neuen" Tansanias ist der seit 2005 regierende Präsident Jakaya Kikwete. Respekt hat sich der charismatische Politiker nicht zuletzt damit verdient, dass er mit der weit verbreiteten Korruption aufräumt und bereits den Zentralbankchef, Premierminister und alleine im Frühjahr 2012 sechs Minister in die Wüste geschickt hat. Tansania, das bisher jährlich mehr als 1 Mrd. Dollar Entwicklungshilfe empfängt, steigt auch dank solcher Maßnahmen mehr und mehr zum Liebling westlicher Politiker auf.

Tansania ist ein buntes Mosaik aus Ethnien, Sprachen und Traditionen. Es grenzt fast an ein Wunder, dass diese Vielfalt keine politische Instabilität erzeugt - wie es in den Nachbarländern oft der Fall ist. Etwa 130 Volksgruppen leben im Land, und ebenso viele unterschiedliche Sprachen werden gesprochen. Nationalsprache ist Suaheli - ein Idiom, das aus der Begegnung der Küstenbewohner mit arabischen Seefahrern entstanden ist. Mit Englisch, der Sprache der britischen Kolonialherren, kommen Sie in Tansania aber überall durch.

Jung ist diese Nation: 1961 wurde das ehemalige Deutsch-Ostafrika von Großbritannien unabhängig, drei Jahre später schlossen sich Tanganyika (so die historische Bezeichnung des Festlands) und die Inselgruppe Sansibar zur Republik Tansania zusammen. Ein innenpolitischer Unsicherheitsfaktor ist heute allein Sansibar - was daran liegen mag, dass die Inseln zu den ärmsten Regionen des ganzen Landes zählen. Die vorhandene Unabhängigkeitsbewegung hat dennoch wenig Rückhalt in der Bevölkerung.

Eine der größten Herausforderungen, vor denen Tansania steht, ist die Erhaltung seiner sagenhaften Natur. Noch gehört das Land zu den artenreichsten der Welt. Doch viele der 310 Säugetierarten, mehr als 1100 Vogelspezies und 10000 Pflanzen, von denen es ein Viertel nirgendwo sonst auf der Welt gibt, sind durch Bevölkerungswachstum, große Nutztierherden und Brandrodung stark gefährdet. Umstrittene Projekte zur "Modernisierung" Tansanias wie die geplante Schnellstraße, die die Serengeti in zwei Hälften teilen soll, gefährden die Natur weiter. Umso wichtiger sind die Projekte, die Umweltschutz und die lokale Bevölkerung in nachhaltigen Tourismus einbeziehen. Seit Jahren spielen solche Vorhaben eine immer wichtigere Rolle. Experten sind sich einig, dass die Natur nur dadurch auch langfristig eine Chance hat. Es lohnt sich, als Urlauber darauf zu achten, ob ökologische und soziale Standards eingehalten werden. Damit Sie eines Tages in ein ebenso zauberhaftes Land zurückkehren können, wie Sie es jetzt genießen.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Die Stone Town selbst ist ein einzigartiges Architekturdenkmal, das zum Weltkulturerbe zählt. Lassen Sie sich beim Besuch ziellos treiben: Mehr als 2000 fast durchgehend weiß gekalkte Steingebäude…
Hatari Lodge heißt die umgebaute, alte Ranch. Haupthaus und Anbau strahlen im Stil der 1960er-Jahre in Braun, Orange und Grün. Ein Steg führt hinein in die Ausläufer der Momela-Seen, wo im…
In diesem letzten tropischen Urwald der Insel kann man erahnen, wie das Binnenland Sansibars einmal aussah: grün und dicht bewaldet. Nach Jahrzehnten kommerzieller Abholzung ist davon leider nicht…
Die Serengeti ist der Inbegriff eines afrikanischen Nationalparks: Auf der Fläche Schleswig-Holsteins tummeln sich aktuellen Zählungen zufolge 2 Mio. Gnus, 900 000 Thompson-Gazellen und 300 000…
Wer durch Bagamoyos Altstadt mit ihren verwunschenen Ruinen läuft, fühlt sich um mehrere Jahrhunderte zurückversetzt in die Zeit des Sklavenhandels, mit dem die Stadt groß geworden ist.
Der der Innenstadt nächst gelegene Strand ist ein wunderbarer Ort, um den Tag an sich vorbeiziehen zu lassen und den Schiffen am Horizont zu zusehen. So entspannt geht es nirgends sonst in Dar zu. Im…
Vielleicht haben Sie schon mal eine Schlange um den Hals getragen oder eine Tarantel über ihre Hand laufen lassen. Aber bestimmt hat ihnen noch kein Löwe aus der Hand gefressen! Im Cheetah’s Rock…
Nirgendwosonst in Afrika leben so viele Tiere auf so engem Raum wie im Krater des erloschenen Ngorongoro-Vulkans, dem größten der Riesenkrater am östlichen Rand der Serengeti.
Für viele Tansanier ist es der schönste Park ihrer Heimat, und auch die meisten Urlauber sind von Tarangire überwältigt.
Aus der Nähe wirkt der größte freistehende Berg der Welt noch imposanter als aus der Ferne. Kein Wunder, dass jedes Jahr Tausende den Versuch unternehmen, bis zum 5895 m hohen Gipfel vorzudringen.
Immer noch eine der besten Adressen für Afrikas Antwort auf Pop-Art: Hier verkauft die von Edward Tingatinga inspirierte Künstlerkooperative ihre mit Lack gemalten Bilder. Sie können den Künstlern…

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Praktische Hinweise

Anreise

Flugzeug

Tansanias Drehscheibe ist der Nyerere International Airport in Daressalaam. Die meisten Fluggesellschaften landen hier. Swiss Air fliegt fünf Mal wöchentlich ab Zürich (mit Zwischenlandung in Nairobi), KLM täglich (über den Kilimanjaro International Airport). Direktflüge sind selten. Günstige Verbindungen bietet Egypt Air von Frankfurt/Main aus, mit Zwischenlandung in Kairo.

Um lange Weiterfahrten mit Bus oder Auto zu vermeiden, sollten Sie den Flughafen wählen, der Ihrem Reiseziel am nächsten liegt: Für Urlauber, die in den Süden reisen, ist das der Flughafen von Daressalaam. Wer dagegen in den Norden will, bucht besser einen Flug zum Kilimanjaro International Airport zwischen Moshi und Arusha. Condor fliegt den Airport einmal wöchentlich an (Direktflug), Ethiopian Airlines drei Mal in der Woche (über Addis Abeba) und KLM täglich (über Amsterdam). Für KLM-Gäste steht ein kostenloser Shuttle nach Arusha und Moshi bereit. Sansibars winzigen Flughafen fliegt Condor direkt an, daneben auch Ethiopian Airlines und KLM. Oman Air fliegt günstig über Muscat nach Sansibar (www.oman air.com).

Die Preise für Flugtickets variieren stark: Sie kosten 650 bis 1100 Euro, in der Hauptsaison bis 1400 Euro. Von Deutschland aus dauert der Flug neun bis zehn Stunden.

Auskunft

Tanzania Tourist Board

IPS Building, 3rd Floor | Azikiwe Street | Daressalaam | Tel. 022 211124445 | www.tanzaniatouristboard.com

Botschaft der Vereinigten Republik Tansania

Eschenallee 11 | 14050 Berlin | Tel. 030 3030800 | www.tanzania.go.tz

Auto

In Tansania herrscht Linksverkehr. Das Tempolimit auf Landstraßen beträgt 80 km/h, in Städten 50 km/h und in den Nationalparks 30 km/h. Die Straßenverhältnisse sind ähnlich desolat wie das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer, man muss auf alles gefasst sein: Schlaglöcher, Straßenschwellen, spielende Kinder, stoische Kühe, rasende Autofahrer. Auf keinen Fall nachts fahren: Elefanten haben keine Rücklichter und andere Verkehrsteilnehmer oft auch nicht.

Autos werden in Tansania oft mit Fahrer vermietet, was vieles auf den Straßen (auch Reparaturen etc.) einfacher macht. In diesem Fall sind die Kosten für den Fahrer inbegriffen. Es ist aber zunehmend auch möglich, selbst zu fahren.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Garden Avenue/Mirambo Street | Daressalaam | Tel. 022 2117409 | www.daressalam.diplo.de

Deutsches Honorarkonsulat Arusha

Ulf Kusserow | Ngaramtoni ya Chini (hinter der International School) | Arusha | Tel. 027 2508022, mobil 0754 789603

Deutsches Honorarkonsulat Sansibar

Hans-Dieter Allgaier | Sansibar Mazizini | Sansibar | Tel. 0774 700718

Österreichisches Honorarkonsulat

Slipway Road, Plot 1864, Msasani | Daressalaam | Tel. 022 2601492 | austrian consulate@bol.co.tz

Schweizer Botschaft

Kinondoni Road, Plot 79 | Daressalaam | Tel. 031 3241826 | www.eda.admin.ch/daressalaam

Einreise

Besucher benötigen ein Visum. Es wird bei der Einreise am Flughafen ausgestellt, ist drei Monate gültig und kostet 50 Dollar. Voraussetzung ist ein sechs Monate gültiger Reisepass sowie das Rückreiseticket. Wahlweise können Sie das Visum auch vor Reiseantritt bei der Botschaft der Republik Tansania in Berlin beantragen. Vorteil: Sie ersparen sich so die Warterei vor dem Visumschalter am Flughafen. Das entsprechende Formular steht online unter www.tanzania-gov.de, Link "Visum & Pass".

Geld & Karten

Landeswährung ist der Tansanische Schilling (abgekürzt TSh). Geldscheine sind gestaffelt nach 500, 1000, 2000, 5000 und 10000 TSh. Im Umlauf sind außerdem Münzen zu 20, 50, 100 und 200 TSh. Vor allem in den touristischen Gebieten des Landes hat sich jedoch eine zweite Währung etabliert: der US-Dollar. Die Bezahlung mit Dollarnoten ist üblich (so z. B. für Visa, Eintritte in Nationalparks und auch in vielen Hotels). Sie sollten stets genug davon in der Tasche haben und unbedingt auf kleine Noten achten. Noten mit einem Ausgabedatum vor 2000 werden (auch von Banken) nicht akzeptiert. Das gilt auch für die Landeswährung, denn: Tansanier haben oft zu wenig Wechselgeld.

Neben dem US-Dollar ist auch der Euro im Land weit verbreitet. Beide Währungen werden problemlos gewechselt. Neben Banken gibt es zahllose Wechselstuben (foreign exchange bureaus), die bessere Konditionen anbieten. Den besten Wechselkurs erhalten Sie für 50- und 100-Dollar-Noten. Geldautomaten gibt es in den größeren Städten, allerdings sind sie oft außer Betrieb. Das Zahlen mit Kreditkarte (Visa oder Master-Card) ist nur selten möglich, häufig wird dabei eine saftige Gebühr von fünf bis zehn Prozent fällig.

Gesundheit

Nur in Dar gibt es Hospitäler, die westlichen Standards entsprechen. Zu ihnen gehören die IST-Clinic (Ruvu Street | Tel. 022 2601307, Tel. 0784 783393) und das Aga Khan Hospital (Ocean Road | Tel. 022 2115151). Bei Notfällen und auf Safari helfen die Flying Doctors: Der medizinische Notdienst kommt per Flugzeug, für den Notfall steht eine 24-Stunden-Hotline zur Verfügung. Für ca. 12 Euro kann man eine zweiwöchige Mitgliedschaft erwerben (www.amrefgermany.de).

Für Reisende aus Europa sind derzeit keine Impfungen vorgeschrieben. Unbedingt empfehlenswert ist jedoch eine Impfung gegen Tetanus, Polio, Diphtherie, Typhus und Hepatitis. Wer aus einem Gelbfiebergebiet (z. B. Nachbarländer) einreist, muss eine gültige Gelbfieberimpfung vorweisen. Malaria ist in Tansania weit verbreitet: unbedingt eine Prophylaxe mit einem Tropenmediziner besprechen! Ins Gepäck gehört eine Reiseapotheke mit Verbandszeug, Insektenschutz, Mittel gegen Durchfall, Schmerzen und Entzündungen sowie persönlicher Medizin.

Internet & Wlan

Viele Hotels bieten Internetanschluss, in den Ballungszentren gibt es außerdem zahlreiche Internetcafés (Preise 500-2000 TSh/Std.). Im europäischen Vergleich sind die Verbindungen jedoch sehr langsam. WLAN-Spots sind in Tansania noch selten.

Kleidung

In Tansania gilt: Kleider machen Leute. An der Küste sollten Sie abseits des Strandes stets eine saubere Hose und ein T-Shirt (besser: kurzärmliges Hemd) anziehen. Frauen sollten an der muslimischen Küste - außer am Strand - immer ihre Schultern bedeckt halten und keine kurzen Hosen tragen. Nackt baden, auch nur oben ohne, ist in Tansania verboten!

Auf Safari und im heißeren Binnenland bietet sich helle, dünne Kleidung aus Baumwolle oder Leinen an, die die Sonnenstrahlen reflektiert und schnell trocknet. Ideal ist Funktionsbekleidung. Außerdem notwendig: eine Kopfbedeckung und Sonnenbrille. Wenn Sie Zeit im Hochland oder in den Bergen verbringen möchten, empfehlen sich Pullover und Halstuch. Besonders im Norden, in den Hochländern rund um Moshi, Arusha, den Ngorongoro-Krater sowie in der Serengeti kühlt es in der Nacht deutlich ab.

Klima & Reisezeit

Im Nordosten Tansanias gibt es zwei Regenzeiten: Von März bis Mai dauert die große Regenzeit. Anfang November bis Anfang Dezember folgt eine kleine Regenzeit. Aufgrund des Klimawandels verschieben sich die Regenzeiten immer häufiger. Von Dezember bis März ist es im Norden heiß und trocken, was vorteilhaft ist für eine Safari: Die Tiere sammeln sich dann an den wenigen Wasserlöchern und sind gut zu beobachten. Von Juni bis August ist in der nördlichen Serengeti Hochsaison - dann wandern die großen Tierherden. Gute Monate für eine Kili-Besteigung sind Januar und Februar sowie September. Auf Sansibar und an der Küste herrscht ganzjährig ein tropisches Klima mit hohen Temperaturen, im April und Mai gibt es heftige Regenfälle. Klimatisch am angenehmsten sind hier die Monate Juni bis September. Der Mai ist an der Küste verregnet: Viele Hotels haben dann geschlossen.

Medien

Der Guardian ist die führende englischsprachige Zeitung Tansanias und traut sich, die Regierung etwa wegen Korruptionsvorwürfen anzugehen. Der Citizen (gehört zur Aga-Khan-Mediengruppe) ist ebenfalls unabhängig, während die Daily News eine Regierungszeitung und deshalb als einzige fast überall im Land erhältlich ist. Einen hervorragenden Überblick über die Geschehnisse in Ostafrika gibt die Wochenzeitung East African. Das reich bebilderte Magazin Destination berichtet über Urlaubsziele in ganz Ostafrika. Wichtigstes Medium für die meisten Tansanier ist nach wie vor Radio: das staatliche Radio Tanzania spielt gute einheimische Musik. Nachrichten hört man am besten auf dem BBC World Service, der in mehreren Städten auf UKW ausgestrahlt wird. Das Fernsehprogramm findet vor allem auf Suaheli statt; die Masse an Daily Soaps und Bongo-Filmen, die der staatliche TBC1 und der private Sender ITV ausstrahlen, ist allenfalls interessant, um einen kurzen Eindruck zu gewinnen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Der öffentliche Verkehr in Tansania ist gut vernetzt. Mit dem Dalla-Dalla erreichen Sie auch entlegene Gegenden. Auf den wichtigen Hauptrouten verkehren Überlandbusse. Es gibt zudem zwei Bahnlinien: Die Central-Line, die von Dar aus nach Kigoma (Tanganyika-See und Gombe-Park) mit Abzweigen etwa nach Mwanza (Viktoriasee) fährt und die Tazara-Line von Dar nach Sambia.

Seit einigen Jahren gibt es auch in Tansania Billigflüge. Die bedeutendste Gesellschaft ist Fly540 (fly540.com), die mit ihren neuen Jets unter anderem Kilimandscharo, Dar, Mwanza und Sansibar verbindet. Die Gesellschaft fliegt auch in die Serengeti, zum Airstrip am Lake Manyara und (von Kili und Sansibar) nach Arusha. Die Flüge können online schon vor dem Urlaub gebucht werden.

Post

Tansanias Post ist zuverlässig. Mit Luftpost ist eine Karte (Porto: 600 TSh) oder ein Brief (Porto: 700 TSh) gut eine Woche nach Europa unterwegs.

Sicherheit

Tansania gilt nicht nur im afrikanischen Vergleich als sicheres Reiseland. Zunehmend gibt es aber vor allem in Arusha und Daressalaam Taschendiebe oder Trickbetrüger, die es gezielt auf Urlauber abgesehen haben. Wenn es dunkel ist oder Sie sich unwohl fühlen: Nehmen Sie immer ein Taxi, auch für kurze Wege. Wertsachen und Geld sollten Sie möglichst im Hotel einschließen und ein paar kleine Scheine immer locker in der Hosentasche tragen, um nicht bei jedem Zeitungskauf die dicke Brieftasche zücken zu müssen. Niemals auf der Straße Geld tauschen! Einen Polizei- oder Krankenhausnotruf gibt es in Tansania nicht. Es ist ratsam, für den Notfall die Nummer des Hotels im Handy zu speichern.

Strom

220 Volt. Es sind dreipolige (englische) Stecker erforderlich. Notwendige Adapter sind im Land erhältlich.

Telefon & Handy

Die Vorwahl von Tansania ist 00255. Nach Deutschland: 00049; Österreich 00043; Schweiz 00041. Festnetzleitungen sind in Tansania chronisch unzuverlässig und brechen häufig zusammen. Im Gegensatz dazu sind Handynetze - Mobilnummern bestehen aus sechs Ziffern mit der 07 am Anfang - günstig und gut ausgebaut. Wer sein Handy mitbringt, hat in den meisten Gegenden guten Empfang. Um die hohen Roaminggebühren der europäischen Anbieter zu vermeiden, sollten Sie ein freigeschaltetes Mobiltelefon mitbringen und vor Ort eine SIM-Karte (2000 bis 3000 TSh) kaufen. Anbieter mit landesweitem Netz sind Airtel (www.africa.airtel.com), Vodacom (www.vodacom.co.tz), Zantel (www.zantel.com) und Tigo (www.tigo.co.tz).

Trinkgeld

In Restaurants ist oft eine service charge im Preis enthalten, ansonsten können Sie den Betrag einfach aufrunden. Bei längeren Safaris oder Bergtouren sind sehr großzügige Trinkgelder des Gastes hingegen fest eingeplant. Sprechen Sie im Zweifelsfall vorher mit dem Veranstalter.

Unterkunft

Von der Absteige bis zur Luxusherberge - es gibt alles. Das Preisniveau ist insgesamt jedoch sehr hoch. Eine Ausnahme sind die landestypischen Budget-Unterkünfte: In den Städten sind dies Gästehäuser (oft mit Gemeinschaftsbad und ohne warmes Wasser), in den Parks bescheidene rest houses (oft für Selbstversorger), an der Küste Bandas (Holz- oder Lehmhütten mit Strohdach). Mittelklasseunterkünfte - ob Hotel oder Lodge - bieten heißes Wasser, Ventilator und Klimaanlage. Die gehobenen Unterkünfte sind meist mit All-inclusive-Angeboten (Vollpension, Safaris) verbunden. In vielen Parks gibt es Camps: Der Gast schläft mitten in der Wildnis in luxuriösen, 2 m hohen Zelten, die vollständig möbliert sind und ein vollausgestattetes Bad mit europäischer Toilette besitzen. Neben festen Camps gibt es auch so genannte flycamps - mobile Camps, die teils nur für eine Safari errichtet werden.

Zeit

Tansania ist der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) um zwei Stunden und während der Sommerzeit in Europa um eine Stunde voraus.

Zoll

Die Ausfuhr von Muscheln, Elfenbein oder Schildkrötenpanzern ist gemäß dem Washingtoner Artenschutzabkommen verboten. Für historische Gegenstände müssen Sie eine Ausfuhrgenehmigung vorlegen. Verboten ist auch die Ausfuhr von Landeswährung (Schilling), Fremdwährung (Euro, Dollar) darf in beliebiger Höhe nach Tansania eingeführt werden. Zollfrei sind bei der Wiedereinreise in die EU u. a. folgende Waren: 200 Zigaretten; 1 l Spirituosen mit mehr als 22 Prozent Alkoholgehalt; 500 g Kaffee; 50 g Parfum. Mitbringen dürfen Sie außerdem Waren im Wert von 430 Euro pro Person. www.zoll.de

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage

1. Jan.

Neujahr

6. Jan.

Mapinduzi Day, Jahrestag der Revolution auf Sansibar

März/April

Karfreitag; Ostermontag

26. April

Union Day, Gründung Tansanias aus Tanganyika und Sansibar

7. April

Todestag des ersten sansibarischen Präsidenten Scheich Karume

1. Mai

Tag der Arbeit

7. Juli

Saba Saba: Tag der Kleinbauern

8. Aug.

Nane Nane: Tag der Bauern

14. Okt.

Todestag von Julius Nyerere

9. Dez.

Unabhängigkeitstag

25./26. Dezember

Weihnachten

muslimische Feiertage

Die muslimischen Feste Idd al Fitr (Ende der Fastenzeit Ramadan) und Idd al Hadsch (Opferungsfest) richten sich nach dem Mondkalender und sind ebenfalls Feiertage.

Feste & Veranstaltungen

Januar

Idd al-Moulid: Geburtstag des Propheten Mohammed. Vor allem auf den Inseln wird der Tag mit Prozessionen und Tänzen rund um die Moscheen gefeiert. Im gregorianischen Kalender wechseln die Daten jährlich, nächste Termine: 1. Dez. 2017, 21. Nov. 2018

Februar

Sauti za Busara - Der Puls Sansibars: dreitägiges Musikfest rund um die Kultur der Suaheli, bei dem jährlich Sänger und Bands aus Tansania und den Nachbarländern auftreten. Die Musikrichtungen reichen von Rap und Reggae über Jazz und Gospel bis zu Taarab. Ein weit über seine Grenzen hinaus bekanntes Festival. www.busaramusic.org

März

Kilimanjaro Marathon: Start und Ziel des internationalen Wettbewerbs ist Moshi. Der Lauf geht den Berghang hinauf. Wer kein Supersportler ist, kann sich schon nach 5 km "Fun Run" ausklinken. www.kilimanjaromarathon.com

April

Dar Jazz Event: Fünf Tage lang steht Daressalaam ganz im Zeichen des Jazz. Bei Konzerten, Jam Sessions und Workshops treffen tansanische und internationale Jazzkünstler zusammen. Auch Crossovers mit traditionellen Klängen oder dem hippen Bongo Flava stehen auf dem Programm. darjazzevent.com

Mai

Makutano Arts Fair: Ausstellung von Kunst und Kunsthandwerk in den Straßen von Daressalaam. Zweiter Termin im Dezember. www.makutanotz.com

Juli

Festival of the Dhow Countries auf Sansibar: ein bunter Karneval der Kulturen rund um den Indischen Ozean, mit Tänzen und anderen Aufführungen aus den Ländern zwischen Afrika, Arabien und Indien. Herzstück des Festivals ist das 16-tägige Filmfest. www.ziff.or.tz

September

Tanzacat Regatta: Zehn Tage lang sind Katamaransegler auf zehn olympischen Kursen unterwegs, unterbrochen von einem Trip zwischen der Msasani-Halbinsel und Sansibar. www.tanzacat.com

Bagamoyo Arts Festival: Das Kunstfestival bietet eine Woche traditionelle Musik mit Tänzern, Akrobaten, Lesungen und vielem mehr, u. a. aufgeführt von Studenten der örtlichen Kunsthochschule. www.bagamoyo.com

Oktober/November

Diwali: Beim Lichtfest der großen Hindu-Gemeinde erstrahlt ganz Dar im Licht von Lampen und Feuerwerk.

November

East African Safari Classic Rallye: einst eine der bedeutendsten Rallyes der Welt, heute ein riesiges Spektakel. In Oldtimern brettern die Piloten von Mombasa aus in zehn Tagen 5000 km durch die Wildnis Kenias und Tansanias. Entlang der Strecke gibt es mehrere Tribünen. www.eastafricansafarirally.com

Dezember

Makutano Arts Fair: Weihnachtsausgabe der Ausstellung im Mai

Bloss nicht

Auf flycatcher eingehen

Fliegenfänger nennt man jene Männer, die Touristen ansprechen und Ihnen wahlweise günstige Safaris, Ausflüge oder Tickets besorgen wollen. Worauf das Ganze hinausläuft: Man will Ihr Geld. Gehen Sie deshalb weiter, und lehnen Sie höflich, aber bestimmt ein Gespräch ab. Das gilt auch, wenn Sie von bettelnden Kindern angesprochen werden, und vor allem dann, wenn man Ihnen anbietet, auf der Straße Geld zu wechseln: Solche Geschäfte sind illegal.

Zärtlichkeiten austauschen

Jeder öffentliche Austausch von Zärtlichkeiten - auch Händchen halten! - ist in Tansania (erst recht auf den Inseln) absolut verpönt. Besonders öffentliches Küssen wird ungern gesehen. Homosexualität ist sogar verboten, auch wenn das Verbot kaum geahndet wird.

Ungeduldig werden

Höflichkeit, Freundlichkeit und Geduld sind in Tansania unerlässlich. Auch wenn Sie nur nach dem Weg fragen, sollten Sie sich die Zeit nehmen, Ihr Gegenüber zu begrüßen (das richtige Händeschütteln schauen Sie sich am besten bei den Tansaniern ab!). Der Umgang mit Autoritäten verlangt Feingefühl: Bleiben Sie höflich und ruhig, sonst kommen Sie nicht zum Ziel. Und schenken Sie Ihrem Gesprächspartner Zeit - es ist das höchste Gut.

Bei der Hymne sitzen bleiben

Wenn die Nationalhymne erklingt (und das passiert vor jeder öffentlichen Aufführung, sei es Konzert, Kinofilm o. Ä.), gilt für jeden: aufstehen und innehalten, bis die Musik zu Ende ist.

Den Helden spielen

Die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr groß, aber: Falls Sie überfallen werden, geben Sie den Dieben, was sie wollen. Oft sind Räuber mit einem Messer oder einer Pistole bewaffnet und haben keine Hemmungen, sie einzusetzen.

Mit dem Trinkgeld knausern

Wenn Sie mit einem Führer auf eine Safari gehen, auf den Kili steigen oder einen Fahrer mieten, zeigen Sie sich - außer, Sie sind unzufrieden - großzügig. Ihr Trinkgeld sichert sehr wahrscheinlich das Haupteinkommen Ihres Guides und seiner Familie.

Mit großen Scheinen reisen

Ob beim Kauf von Bustickets, im Markt oder in der Garküche: Wechselgeld ist selten vorhanden. Sie sollten deshalb immer genügend Kleingeld in der Tasche haben. Und sich nicht ärgern, wenn Ihnen zu wenig Wechselgeld herausgegeben wird. Diese Großzügigkeit funktioniert in beide Richtungen. Beim nächsten Einkauf bekommen Sie vielleicht 100 Schillinge geschenkt.

Bücher & Filme

Die Kinder der Regenmacher

Im Hauptwerk von Aniceti Kitereza, einem der wichtigsten tansanischen Schriftsteller, geht es um die Liebe und das Leben eines kinderlosen Paares auf dem Land

Eine Frage der Zeit

Drei deutsche Werftarbeiter reisen nach Deutsch-Ostafrika, um im Auftrag des Kaisers ein Dampfschiff in Einzelteile zu zerlegen und auf dem Tanganyika-See wieder aufzubauen. Drama von Alex Capus nach einer wahren Geschichte

Der Mann, der die Tiere liebte

Lesenswerte Biografie von Claudia Sewig über Bernhard Grzimek

Sansibar

Moderner Politkrimi von Giles Foden, der die Trauminsel im Umfeld von islamischem Extremismus und den Al-Kaida-Anschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalaam von 1998 beschreibt

Der Geisterwald der Ahnen

So heißt der erste Fall von Bwana Msa, dem knorrigen sansibarischen Detektiv - ein Krimi mit vielen Details zu Kultur und Geschichte der Insel. Aus dem Suaheli übersetzt und als Hörbuch liebevoll gestaltet vom Deutschen Guido Korzonnek (www.kalamu.de)

Hatari!

Regisseur Howard Hawks inszenierte den Klassiker 1962 als grandiosen Landschaftsfilm. Gedreht wurde u. a. in Arusha und der Farm Momella (heute Hatari Lodge)

Schnee auf dem Kilimandscharo

Ernest Hemingway schrieb 1936 die Short Story über den Schriftsteller Harry, der zwischen Traum und Tod unterhalb des Kilimandscharo-Gipfels auf Rettung wartet. 1953 diente der Stoff als Vorlage für den Hollywoodklassiker Schnee am Kilimandscharo (mit Gregory Peck; Regie: Henry King)

22-31 °C
9 h/Tag
27 °C

Fakten

Einwohner 57.310.019
Fläche 947.303 km²
Sprache Swahili
Währung Tansania-Schilling
Strom 230 V, 50 Hz
Regierungssystem Republik
Hauptstadt Dodoma
Ortszeit 23:35 Uhr
Zeitverschiebung 2 h (zu MEZ)

Anreise

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